# Market Shifts: AI Power, Streaming Valuations, and Defensive Plays

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-30

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Dienstag, der 30.06.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Was ist mit der Netflix-Aktie los?
Und sind Tabakaktien eine sinnvolle Anti-KI-Wette?
Das alles schauen wir uns heute an und davor gibt es natürlich die aktuellen News.
Dieser Podcast wird gesponsert von Scalable Capital, dem Broker, der auch noch einen eigenen KI-Chatbot hat, der euch alle möglichen Fragen rund um Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Man nennt Montage in der Börsensprache ja oft Merger Mondays, weil viele Deals übers Wochenende fertig verhandelt werden und dann am Montag verkündet werden.
Und genau so ein Merger Monday war auch gestern wieder.
Den Deal mit dem krassesten Kursanstieg gab es in Deutschland.
Und zwar hat die Softwareentwicklungsfirma Nagaro ein Übernahmeangebot vom indischen Konkurrenten Persistent Systems gekriegt für circa eine Milliarde und die Aktie ist danach 90 Prozent gestiegen.
Tatsächlich wäre sie sogar noch mehr gestiegen, aber es gab am Freitag eine bisschen dubiose Kursbewegung.
Noch bevor die Übernahme offiziell verkündet worden ist, hat die Aktie nämlich schon um die 20% zugelegt.
Der Nagaro-Chef meinte gestern, dass er hofft, dass die Bundesfinanzaufsicht das Ganze prüfen wird und es liegt natürlich der Verdacht auf Insider Trading nah.
Bisschen nach Insider-Trading fühlt sich auch ein Deal an, über den CNBC gestern berichtet hat.
Und zwar hat Trump im Februar Aktien vom Taser-Hersteller Exxon für 1 bis 5 Millionen Dollar gekauft.
Und kurz danach, wenige Wochen später, hat die Einwanderungsbehörde der USA 18.000 neue Taser bestellt.
Laut Trump hat er mit dem Investment nicht direkt was zu tun gehabt.
und wusste auch nicht direkt was von der Bestellung, aber ich fand es erwähnenswert.
Auch erwähnenswert ist ein Deal, der deutlich größer ist und zwar treibt der Telekom-CEO Tim Höttges laut Handelsblatt weiter einen Deal voran, bei dem die Deutsche Telekom und T-Mobile in einer Firma verschmelzen.
Ein Grund dafür soll tatsächlich die Sorge vor starker Konkurrenz durch SpaceX sein, mit der man als ein großer Player besser umgehen kann als als zwei.
Die Aktie von der Telekom hat gestern so 5% verloren und das Handelsblatt hat geschrieben, dass das genau mit diesen Plänen der Fusion zusammenhängt.
Das wirkt aber eher unrealistisch, weil gestern nicht nur die Telekom und T-Mobile verloren haben, sondern auch die großen Konkurrenten Verizon und AT&T waren beide um die 5% im Minus.
Wahrscheinlich waren also nicht die Fusionsgerüchte Grund für den Kursverfall, sondern wirklich die Sorge von Konkurrenz durch SpaceX.
Ende letzter Woche wurde nämlich berichtet, dass die noch direkter ins Mobilfunkbeschäft einsteigen wollen.
Bisher hat das SpaceX ja immer viel mit Partnerschaften gemacht, zum Beispiel mit T-Mobile.
Jetzt wollen sie aber eben direkt konkurrieren.
Übrigens gab es auch zwei Telco-Aktien, die gestern über 5% zugelegt haben.
Erstens Charter Communications.
Auch da liegt es wieder an SpaceX.
Die sprechen nämlich mit Charter über eine Partnerschaft im Mobilfunkbereich.
Zweitens hat noch Comcast zugelegt, da lag es aber nicht an Telco News, sondern auch, wie am Merger Monday üblich, an einem Deal.
Und zwar plant Comcast, sich in zwei Firmen aufzuspalten.
Die Medienfirmen rund um NBC, Universal und Sky werden eine eigenständige Firma und übrig bleibt dann das Telco-Geschäft rund um Comcast.
Früher hat die Kombo der beiden mal sehr viel Sinn gemacht, weil man die relativ stabilen Einnahmen aus dem Telco-Business nutzen konnte.
um dann ins Medienbusiness zu investieren und starke Marken aufzubauen.
Mittlerweile gibt es aber im Telco-Geschäft so viel Konkurrenz und Investitionsbedarf und auch im Mediengeschäft erinnert sich mit Streaming und so weiter einfach wahnsinnig viel und deshalb ist es wahrscheinlich effizienter, die zwei Firmen eigenständig und ein bisschen agiler zu betreiben.
Die Börse hat das gestern eben auch so gesehen und dazu kommt an der Börse immer, dass Investoren so Konglomerate nicht so gern mögen, weil ich als Investor vielleicht in Sky und NBC Universal investieren will.
aber nicht automatisch auch ein riesiges Telco-Geschäft haben will.
Und einen Deal im Telco-Business habe ich sogar noch dabei.
Und zwar will der SpaceX-Konkurrent Rocket Lab für 8 Milliarden Dollar Iridium kaufen.
Das ist eine relativ alte Satellitenfirma, die eine Satellitenkonstellation für Satellitentelefone betreibt.
Und mit dem Zukauf will Rocket Lab perspektivisch noch direkter mit SpaceX und Starlink konkurrieren.
Den großen Vorteil von SpaceX, dass sie ihre Satelliten selbst ins All schießen können, hat Rocket Lab mit seinen Raketen auch, auch wenn das natürlich alles auf viel, viel kleinerem Niveau ist.
Trotzdem, die Börse fand es gut, die Aktie von Rocket Lab hat um die 10% zugelegt und die von Iridium um die 20%.
Man muss aber auch sagen, dass die Übernahme wirklich nicht günstig ist.
Iridium verdient zwar Geld mit seinen Satelliten, aber letztes Jahr nur so um die...
100 Millionen Dollar Nachsteuergewinn.
Der Kaufpreis ist also einfach mal das 80-fache davon.
Und die letzte große Deal-Meldung, die ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, kam aus Südkorea.
Und zwar planen Samsung und SK Hynix insgesamt für über 500 Milliarden Dollar neue Chipfabriken in Südkorea zu bauen.
Die Aktien von Samsung, SK Hynix und dem Konkurrenten Micron haben danach alle verloren.
Denn es ist zwar so, dass die drei gerade gar nicht so viele Chips produzieren können, wie die Kunden wollen.
Das führt aber auch dazu, dass sie wahnsinnig hohe Preise verlangen können.
Deshalb verdienen sie auch gerade so unfassbar viel Geld, haben extrem hohe Margen und solche riesigen neuen Fabriken würden das eben ändern.
Gefreut hat die News, dafür die Aktien von Firmen, die Maschinen zur Chipproduktion herstellen.
KLA, LAM Research, Applied Materials haben alle so um die 10% zugelegt.
Und zum Schluss noch paar News im Schnelldurchlauf.
Einmal hat die Information berichtet, dass Amazon seit diesem Jahr mehr Geld zahlen muss, wenn es die KI-Modelle von Anthropic in seinen Produkten nutzt.
Anthropic hat da dieses Jahr nachverhandelt, was mal wieder zeigt, wie viel Verhandlungsmacht und Marktmacht sie gerade haben, weil ihre KI einfach so gut ist.
Dann hat die Aktie vom chinesischen Google Baidu um die 5% zugelegt, weil sie ihre eigene Chipsparte für 50 Milliarden Dollar an die Börse bringen wollen.
Das ist mehr als die 40 Milliarden, die Baidu gerade insgesamt wert ist.
Ihnen gehört aber auch nur noch knapp die Hälfte von der Chipsparte.
Und die Aktie vom amerikanischen Google hat auch um die 5% zugelegt.
Da hat es den Grund, dass sie in den Dow Jones Index aufgestiegen sind.
Die Netflix-Aktie ist in letzter Zeit ja ziemlich bescheiden gelaufen.
Gibt es da eine Chance?
Timon hat die Antwort.
Das haben vielleicht noch nicht alle mitbekommen, aber FIFA ist zurück.
Zwar nicht von EA und nur als WM-Variante, gebaut vom kleinen Studio Delphi Interactive.
Und spielen kann man es nur auf Netflix.
Die Amis probieren sich ja schon länger mit Videospielen.
Das ist aber vom Namen her das bekannteste Spiel.
Wir schauen uns jetzt mal an, wieso sie das Thema weiter pushen, obwohl es in den letzten Jahren ja nicht so wahnsinnig erfolgreich war.
und ob das der Aktie mal wieder nach oben helfen kann.
Netflix ist in den letzten Jahren ja stark durch Preiserhöhungen gewachsen, gegen geteilte Accounts vorgegangen und hat das günstigere Werbeabo eingeführt.
Der operative Gewinn ist in den letzten 10 Jahren mit im Schnitt 50% pro Jahr gewachsen.
In den letzten 12 Monaten ging es aber nur noch 25% aufwärts und Investoren fragen sich, wo noch weiter Wachstum herkommen soll.
Die Warner Bros.
Übernahme wäre eine Möglichkeit gewesen, davon war die Börse aber kein Fan.
Nachdem die Möglichkeit einer Übernahme das erste Mal bekannt wurde, ist Netflix-Aktie über 30% gefallen und als es dann doch nicht zur Übernahme kam, ging es in einer Woche wieder über 20% nach oben.
Die Kurserholung hat man aber mittlerweile wieder verloren und Netflix wird bei 300 Milliarden Dollar Börsenwert nur noch mit dem 21-fachen vom erwarteten Gewinn gehandelt.
Im Hoch vor einem Jahr waren es noch das 50-fache.
Das heißt, die Aktie hat sich seitdem fast halbiert.
Das ist der zweitgrößte Kursrückgang der letzten 10 Jahre.
Und wir sprechen über eine Firma, die nicht mehr so krass wächst wie früher, aber immer noch deutlich über 10% pro Jahr.
Dazu ist gerade ja immer die Frage, ob KI das Business wirklich bedroht.
Und auch das wirkt bei Netflix nicht extrem wahrscheinlich.
Und bei Netflix gibt es, wie wir ja schon öfter geklärt haben, einen starken operativen Hebel.
Die Firma wird also tendenziell profitabler, je größer sie wird.
Die Inhalte, die Netflix veröffentlicht, kosten im Schnitt nur 5 Dollar pro Abonnent und pro Monat.
für die Produktion oder die Lizenz.
Und das liegt daran, dass Netflix mit 325 Millionen Abonnenten der mit Abstand größte Streaming-Player ist und die Kosten auf eine sehr breite Abonnentenzahl verteilen kann.
Und im Gegensatz zu YouTube gehören Netflix seine Inhalte außerdem selbst.
Dadurch kostet jede einzelne Wiedergabe nichts extra.
Dazu hat Netflix jetzt einen Weg gefunden, wie sie nicht nur für viele Nutzer bezahlt werden, sondern auch dafür, dass die Nutzer mehr Zeit auf der Plattform verbringen.
Nämlich das Werbeabo.
Genau dafür gibt es ja jetzt die Spiele oder auch den Video-Feed im TikTok-Style, den sie jetzt in den letzten Wochen getestet haben.
Und laut der Analysefirma EDO, die mit Netflix zusammenarbeitet, könnte ein Abonnent im Werbeabo, der ca.
40 Stunden pro Monat auf der Plattform verbringt, 25% mehr Umsatz einbringen als ein Abonnent auf dem teureren werbefreien Abo für 20 Dollar.
Im ersten Halbjahr 2025 haben Abonnenten im Schnitt knapp 50 Stunden pro Monat auf der Plattform verbracht.
Damit wäre ein Werbenutzer profitabler als die auf dem teureren, werbefreien Plan.
Aber nur, wenn Netflix die Werbeplätze auch voll verkauft.
Das schaffen sie im Moment noch nicht.
Außerdem kommt hier noch ein Knackpunkt, der auch ein Grund für die Bewertung ist.
In der zweiten Jahreshälfte 2025 sind die gestreamten Stunden nur 2% gestiegen.
Und die Sorge ist generell, dass Netflix vor allem bei der jungen Generation nicht mehr so viel Aufmerksamkeit kriegt, weil mehr zu TikTok und YouTube geht.
Ein paar Investoren haben auch den Warner Brothers Deal damals als Eingeständnis von Netflix gesehen, dass das Wettbewerbsumfeld sehr hart wird.
Insgesamt wirkt das Chancen-Risiko-Verhältnis bei der aktuellen Bewertung aber nicht so schlecht, aber ein KGV von 21 ist ja auch nicht absurd günstig für eine Firma mit rund 20% Wachstum.
Und wenn man wie Warren Buffett es ja gerne macht, nach Firmen sucht, die auch ein Idiot führen kann, ist man bei Netflix sicher nicht richtig.
Streaming ist ein starkes Business, aber kein einfaches.
Man braucht immer wieder inhaltliche Hits, man muss fürs Werbebusiness genug Partner ranholen und, und, und.
Es gibt ja gerade einige Investoren, die nicht in KI selber, sondern in Anti-KI-Wetten investieren.
Das beste Beispiel sind wahrscheinlich Großveranstaltungen oder Sportteams, die auch in Zeiten von KI ihren Wert behalten und vielleicht sogar mehr wert werden, wenn Menschen mehr Freizeit haben oder einfach Ausgleich zur immer digitaleren Welt wollen.
Soweit ist es nichts Neues.
Dann kam aber gestern die Meldung rein, dass die Kollegen bei British American Tobacco rund 20 Prozent ihrer 47.000 Mitarbeiter entlassen wollen.
Und da sind mir zwei Gedanken gekommen.
Erstens ist der Zigarettenkonsum zwar rückläufig.
BRT schätzt dieses Jahr so einen...
globalen Volumenrückgang von um die 2%.
Aber dieser Rückgang hängt nicht mit KI zusammen.
Er wird also dadurch auf jeden Fall nicht schlimmer.
Zweitens merke ich zwar auch, dass junge Leute eher weniger rauchen.
Wo viele aber immer noch sehr regelmäßig rauchen, ist eben bei Veranstaltungen wie Konzerten oder beim Feiern.
Und dazu sind Tabakfirmen in vielen Ländern beim Marketing ja beschränkt.
Und oft dürfen sie eben nur auf ganz wenigen...
Kanälen Marketing machen und einer dieser Kanäle ist meistens das Marketing bei physischen Events.
Wenn solche Events also tendenziell wichtiger werden, kann das erstens zu mehr Konsum führen und eben auch zu mehr Werbefläche.
Ob und wann sich das wirklich halbwegs relevant aufs Business durchschlägt, ist sicher eine andere Frage.
Aber vor allem der Punkt, dass das Produkt an sich so unabhängig von KI ist, ist mittlerweile schon relativ selten.
Dazu kommt, dass es im Zigarettenmarkt, anders als zum Beispiel im Snack- oder Getränkemarkt, einfach viel weniger Konkurrenz durch junge Marken und Eigenmarken gibt.
Lange waren ja auch Unilever, Nestle und so super stabile Businesses.
Die sind jetzt auch immer noch halbwegs stabil, kriegen aber eben immer mehr massiven Druck von junger Konkurrenz und von Eigenmarken.
Und während diese klassischen Konsumgüterfirmen mehr Konkurrenz kriegen, hat man im Tabakmarkt in den letzten Jahren sogar einen eher positiven Trend gesehen.
dass nämlich der Zigarettenkonsum zwar sinkt, das aber mehr als ausgeglichen wird vom starken Wachstum bei Nikotin-Pouches und Vapes.
Genau das hat natürlich auch die Börse gesehen und wir haben ja auch schon ein paar Mal erwähnt, dass die Tabakaktien relativ gut gelaufen sind in den letzten Jahren.
Philip Morris und BRT haben sich zum Beispiel beide in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt.
Dadurch kommt BRT gerade auf so 135 Milliarden Dollar Börsenwert bei circa 10 Milliarden Dollar freiem Cashflow.
Das ist also ein Kurs-Cashflow-Verhältnis von 13.
Ich würde nicht davon ausgehen, dass das Multiple noch deutlich höher geht.
Für ein 20er Kurs-Cash-Flo-Verhältnis reicht einfach das aktuelle Wachstum noch nicht.
Aber wenn das Verhältnis jetzt einfach so bleibt, bei dem 13er Kurs-Cash-Flo-Verhältnis, BRT dann in den nächsten Jahren so 5 bis 10 Prozent wächst pro Jahr, gibt es da zumindest ein bisschen Upside und vor allem gibt es immer noch um die 5 Prozent Dividendenrendite.
Was haben Sie da unten in Ihrem Stutzen drin?
Zieh gehelten.
Bitte?
Zieh gehelten.
Jetzt erstmal eine durchziehen?
Na ja.
Warum haben Sie es dann mit auf dem Pfiff?
Ich bin schnell eingewechselt worden, da habe ich es noch dabei gehabt.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei UMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
