# Market Realignment: AI, Utilities, and Corporate Restructuring

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-29

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 29.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Wir starten die Woche leider mit vielen schlechten Nachrichten.
Krieg im Iran, schlechte Stimmung in der KI-Welt und massenhafte Entlassungen bei Volkswagen.
Aber es gibt auch Lichtblicke.
und vor allem eine Analyse zu Energieversorgeraktien, aber erstmal die aktuellen News.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
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Ich würde die Woche ja gern mit guten Nachrichten starten, aber davon gab es leider in den letzten Tagen echt nicht so viele.
Der DAX hat am Freitag über 1% verloren, der Nasdaq und S&P 500 sind auch wieder gesunken und der Nasdaq ist letzte Woche insgesamt sogar fast 5% gefallen.
Und die 5% Performance verzerrt die Lage fast noch so ein bisschen ins Positive, weil der Kursrutsch bei vielen der gehypten KI-Aktien noch viel krasser war.
Speicherchip-Aktien wie Micron, SK Hynix oder Samsung haben zum Beispiel alleine am Freitag über 5% verloren.
und auch die europäischen Chip-Aktien sind ziemlich stark gefallen.
Stabil waren im Chip-Bereich nur paar Player wie TSMC, Nvidia oder AMD.
Bei denen ist der Unterschied erstens, dass gerade Nvidia in den letzten Monaten ja gar nicht so gut performt hat.
Außerdem ist es so, dass Speicherchipfirmen und andere Chipplayer zum Beispiel in Europa sehr oft ähnliche Produkte haben, die es auch noch von anderen Konkurrenten gibt und die können vor allem dann alle sehr viel Geld verdienen, wenn es einfach gigantische Engpässe gibt und die Kunden viel mehr abnehmen wollen, als die ganze Industrie liefern kann.
Bei Nvidia ist es ein bisschen anders, weil sie sich noch stärker über die Performance der Chips unterscheiden und dadurch hängt ihr Geschäft auch nicht ganz so krass an der Marktlage.
Außerdem gibt es gerade bei den Speicherchipaktien auch immer noch ein regulatorisches Risiko und zwar kann man am Samstag einen Bericht von der Financial Times, laut dem Apple gerade sehr intensive Lobbying-Arbeit beim Präsidenten betreibt.
um Speicherchips von der chinesischen Firma CXMT kaufen zu dürfen.
Das ist zwar aktuell nicht komplett verboten, aber CXMT steht auf einer Blacklist der Regierung und es werden immer wieder komplette Exportverbote diskutiert.
Bevor sich Apple darauf einlässt, bräuchten sie also mehr Sicherheit von der US-Regierung.
Und wenn das kommt, könnte es die westlichen Speicherchipfirmen logischerweise treffen.
Die schwächste Chipaktie war am Freitag übrigens aber keine Speicherchipfirma, sondern On Semiconductor, die haben über 20% verloren.
Da lag es aber nicht an der Marktlage oder KI-Sorgen, sondern an einer Übernahme.
Und zwar hat OnSemi für ca.
7 Milliarden Dollar Synaptics gekauft.
Und das ist für eine Firma, die in den letzten Jahren Verlust gemacht hat und nur noch um die 10% wächst, relativ teuer.
Deshalb war die Börse auch erstmal nicht ganz so begeistert.
Zumindest zahlt OnSemi aber für den Deal nur mit eigenen Aktien, die dieses Jahr auch 70% gestiegen sind.
Man braucht also kein Cash für die Übernahme und profitiert direkt vom eigenen Kursanstieg, wenn man die eigene Aktie sozusagen als Währung nutzen kann.
Spannend war am Freitag außerdem, dass Investoren nicht nur von KI in langweiligere Aktien wie Costco oder Visa umgeschichtet haben, Viele haben auch auf ein Comeback bei den Softwareaktien gesetzt.
SAP, Shopify, Salesforce, ServiceNow und Adobe haben alle so um die 5% oder teilweise sogar 10% zugelegt.
Alles andere als zugelegt, und das erklärt auch so ein bisschen die schlechte KI-Stimmung am Freitag, hat die Wahrscheinlichkeit von einem OpenAI-Börsengang in den kommenden Monaten.
Laut einem New York Times-Artikel will OpenAI den IPO nämlich wahrscheinlich bis 2027 schieben.
Und ob es dann passiert, ist aus meiner Sicht auch ziemlich fragwürdig.
OpenAI wächst ja einfach schon seit Monaten viel schwächer.
als Anthropic und wurde von den eigenen Investoren sehr viel kritisiert, weil sie nicht fokussiert genug waren und vor allem auch aufs falsche Pferd gesetzt haben.
Anthropic fokussiert sich ja schon immer sehr stark auf Businesskunden, was gerade auch mit Abstand das beste KI-Business ist.
OpenAI hat mit ChatGPT zwar viel mehr Nutzer, aber in dem Bereich gibt es einfach sehr viel Konkurrenz durch Google und der Qualitätsanspruch ist bei so einer einfachen ChatGPT-Anfrage einfach auch nicht ganz so hoch und damit auch die Zahlungsbereitschaft.
Ob OpenAI das bis 2027 drehen kann und wieder an Anthropic rankommt, ist auf jeden Fall nicht sicher.
Dazu hat man immer noch das Gefühl, dass sie es mit dem klaren Fokus nicht ganz so gut hinkriegen.
Zum Beispiel kam am Freitag die Meldung, dass OpenAI den Apple-Manager übernommen hat oder abgeworben hat, der dort für die Vision Pro verantwortlich ist.
Mit ihm wollen sie dann jetzt die Hardware-Sparte logischerweise noch weiter ausbauen.
Diese ganzen Sorgen rund um OpenAI könnten auf jeden Fall, wie gesagt, ein Grund für die schwache Performance der KI-Aktien am Freitag gewesen sein, weil ja viele KI-Aktien...
Aktien indirekt oder direkt stark an den Ausgaben von OpenAI hängen und dazu gab es für die KI-Welt noch eher anekdotischen Gegenwind von Coinbase.
Dort hat der CEO Brian Armstrong nämlich gepostet, dass Coinbase seine KI-Kosten in den letzten Monaten halbiert hat, obwohl sie sogar mehr KI nutzen.
Aber sie nutzen es effizienter, zum Beispiel mit Open-Source-Modellen.
Und das ist auf jeden Fall kein Rückenwind für die Börsenstory von OpenAI.
Übrigens gab es auch noch zwei regulatorische Meldungen rund um KI.
Erstens darf OpenAI sein neuestes Modell laut der US-Regierung erstmal nur ein paar ausgewählten Kunden zur Verfügung stellen, aus Angst vor Sicherheitsrisiken.
Zweitens hat die Regierung auf der anderen Seite das Mythos-Modell von Anthropic teilweise wieder freigegeben, das sie ja auch aus Sicherheitssorgen gesperrt haben.
Dann habt ihr neben KI wahrscheinlich alle mitbekommen, dass die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA keine mehr ist.
Nachdem der Iran Schiffe mit Drohnen angegriffen hat, haben die USA auch am Wochenende Angriffe gestartet.
Man kann nur hoffen, dass es diese Woche nicht weiter eskaliert.
Dass die Lage nicht weiter eskaliert, muss man auch bei Zalando hoffen.
Die Aktie ist am Freitag fast 10% abgeschmiert, weil rauskam, dass die BaFin, also die Finanzaufsicht, den Abschluss von Zalando prüfen will, weil es wohl Hinweise gibt, dass sie gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen haben.
Es geht dabei wohl um eine Sache rund um die Erbautierübernahme und laut Zalando geht es da nur um eine Formalität und nichts, was das Business jetzt wirklich beeinflusst.
Aber sowas bringt natürlich immer Unsicherheit an der Börse.
Und wenig Sicherheit empfinden wahrscheinlich gerade auch Mitarbeiter bei Volkswagen.
Laut dem Manager-Magazin hat Oliver Blume seinen Top-Managern, nämlich letzte Woche, seine Pläne bis 2030 vorgestellt.
Und Teil davon ist wohl, dass sie bis zu 100.000 der ca.
657.000 Stellen streichen wollen.
Das wäre nochmal eine doppelt so große Entlassung wie bisher geplant.
Dazu sollen einige Werke in Deutschland jetzt wirklich geschlossen werden.
Und ganz spannend, Blume denkt wohl sogar darüber nach, VW, also die Marke VW, als eigenständige Firma an die Börse zu bringen.
Das wurde schon öfter diskutiert.
Eigentlich wurde aber immer diskutiert, dass man Audi als eigenständige Firma an die Börse bringt, genau wie Porsche.
Dass es jetzt VW werden soll, ist schon eher überraschend.
Bei all den schlechten Nachrichten habe ich aber doch noch zwei gute dabei zum Abschluss.
Einmal will Porsche die Produktion vom Cayenne von Pratislava nach Leipzig verlegen.
um dort den Standort zu sichern.
Und eine gute Lage rund um die Konsumstimmung und Konjunkturlage gab es aus den USA.
Dort wurde rund um die Amazon Prime Days nämlich für 26,4 Milliarden Dollar online geshoppt.
Das ist mehr als erwartet und nochmal 9% mehr als vor einem Jahr.
Energievorsorger sind ja eigentlich als stabile, aber auch eher langwellige Aktien bekannt.
Gerade in den letzten zwölf Monaten haben aber viele davon sehr stark performt.
Zum Beispiel RWE mit 50 Prozent Rendite.
Christoph hat sich die Branche deshalb mal angeschaut, vor allem E.ON und RWE.
Am Anfang muss man erstmal einen Unterschied verstehen.
RWE ist Stromerzeuger und einer der größten Betreiber von Wind- und Solarparks weltweit.
E.ON hat die Erzeugung fast komplett abgegeben und betreibt die Stromnetze.
Allein in Europa sind das mehr als eine Million Kilometer.
RWE produziert also den Strom und E.ON sorgt dafür, dass er ankommt.
Das hat operativ gut funktioniert.
Auf Sicht von fünf Jahren haben beide Aktien mehr als 80 Prozent gewonnen.
Bei RWE gibt es jetzt aber eine überraschende Wende.
Der Konzern hat für rund 3,6 Milliarden Euro die Mehrheit am Netzbetreiber Amprion übernommen.
Der Witz dabei, RWE hat sich eigentlich auf Stromerzeugung konzentriert und das Verteilnetz an E.ON abgegeben.
Mit Amprion setzt RWE jetzt aber wieder auf eine verlässliche Cash-Maschine.
Das bringt Stabilität, weil der Bau von Windparks extrem viel Geld kostet und die Strompreise schwanken.
Finanziert wird das Ganze per Kapitalerhöhung, was den Kurs erstmal belastet hat, weil Altaktionäre verwässert werden.
Auch E.ON investiert.
Es fährt gerade das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte.
Bis 2030 sollen es fast 48 Milliarden Euro sein und ein großer Teil fließt ins Stromnetz.
Beim E.ON Business gibt es aber einen Haken.
Es ist reguliert.
Das heißt, die Bundesnetzagentur legt fest, wie viel die Firma mit ihren Netzen verdienen darf.
Das ist erstmal ein Vorteil, weil es die Erträge planbar macht.
Aber gerade wird genau diese Verzinsung neu verhandelt und wenn die Politik die Bürger entlasten will, trifft das E.ON-Aktionäre.
International wird es noch spannender und da kommt die KI ins Spiel.
In den USA hat der Versorger NextEra im Mai für fast 70 Milliarden Dollar den Konkurrenten Dominion übernommen.
Weil die KI-Server der Tech-Giganten so viel Energie brauchen, planen Versorger groß genug zu werden, um die Strommengen schnell genug liefern zu können.
Größe macht den Bau neuer Kraftwerke und Netzer nämlich günstiger und schneller.
Deshalb löst der KI-Bedarf gerade einige so große Deals aus, bei denen auch Finanzinvestoren wie Blackstone dabei sind.
Wie groß der Hunger jetzt schon ist, sieht man bei Dominion.
In Virginia, dem größten Rechenzentrumsmarkt der Welt, sind zuletzt rund 28 Prozent des Stromabsatzes von Rechenzentren gekommen.
Für Anleger heißt das aber auch, es gibt gerade mehr Wachstum bei Versorgern.
Die müssen dafür aber auch massiv investieren.
Und das hat zwei Haken.
Erstens die Schulden.
Um den ganzen Ausbau zu stemmen, nehmen die Konzerne sehr viel Geld in die Hand, das meiste auf Kredit.
Bleiben die Zinsen hoch, fressen die Finanzierungskosten einen guten Teil der Gewinne.
Zweitens die Bewertung.
Viele Versorgeaktien sind nicht mehr so günstig wie früher, das Rückschlagrisiko ist also gestiegen.
Wer trotzdem vom Trend profitieren will, ohne auf ein einzelnes Unternehmen zu wetten, kann auch einen Branchen-ETF kaufen.
Ein Beispiel ist der X-Trackers MSCI World Utilities.
In dem sind die größten Versorger der Industrieländer insgesamt 74.
Das klingt jetzt erstmal nach breiter Streuung, aber es ist natürlich nur eine Branche.
60% der Firmen kommen aus den USA und die 10 Größenpositionen machen fast die Hälfte vom ganzen ETF aus.
Man wettet also immer noch stark auf den US-Markt.
Die größte Position ist genau das eben erwähnte NextEra.
Dahinter der spanische Versorger Ibadrola, die US-Versorger Southern Company und Duke Energy und der Turmstromer Constellation.
E.ON und RWE sind auch dabei, nur eben mit kleinerem Gewicht.
Auf Sicht von fünf Jahren hat der ETF übrigens rund 70 Prozent gewonnen.
mit frischen, aufgeladenen Akkus zu ermöglichen.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Euch einen guten Start in die hoffentlich nicht ganz so heiße Börsenwoche.
Bis morgen.
Adios.
