# H2 2026 Market Outlook: Sector Rotation, Geopolitical Stabilization, and Equity Reallocation

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-06-27

## Transcript

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Kurze Zwischenfrage, Kosenamen ja oder nein?
Also so ein Mausi oder Schatzi finde ich schon süß.
Ja, stimmt, kann man machen.
Aber gibt es nicht auch zu süß?
Schnurzelpurzel ist schon grenzwertig.
Und Abschnuckelchen ist für mich Ende.
Schnutzi, Puzzi, Kuschel, Herzilein.
Trennungsgrund.
Absoluter Trennungsgrund, ja.
Du, wenn dir so ein Schnurziput zu süß ist, habe ich da was weniger Süßes für dich.
Aha.
Fruchtinade von Spreequell.
Die hat weniger Zucker als eine normale Limo, aber dafür viel Fruchtsaft.
Klingt gut.
Schmeckt auch gut.
Die gibt es in den Sorten Orange, Maracuja und Grapefruit-Zitrone.
Probier ich mal.
Herzlich willkommen zu Defner und Cepitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Defner.
Mein Name ist Cepitz, Holger Cepitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner & Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Und diese Woche war schon wieder eine Bärenwoche.
Kaum haben wir die Iransorgen einigermaßen abgeschüttelt.
Kaum ist der Ölpreis auf das Vorkriegsniveau gefallen.
Kommen wieder neue KI-Sorgen auf, die die Anleger verunsichert haben.
Und die haben auch den DAX wieder in Mitleidenschaft gezogen.
Dazu gab es noch schlechte Nachrichten von Rheinmetall und von VW.
Und das war alles eine Mischbuke, aus der DAX dann ein Minus von 1,2 Prozent gemacht hat am Ende der Woche.
Und wer hat es vorausgesagt?
Der Bär hat es vorausgesagt.
Jetzt habe ich den Viererpack geschnürt.
Also vier Wochen in Folge richtig getippt.
Und es ging nicht nur runter, sondern eine ging es ja auch hoch.
Also insofern darfst du mich jetzt das Bärenorachen machen.
Was ich auch faszinierend fand, in Amerika waren die Zahlen ja gar nicht so schlecht.
Aber es gab zum Beispiel diese wunderbaren Microns, Zahlen, die das Speicherchip herstellen.
Nur wenn ich für diese Speicherchips so viel Geld ausgeben muss, wenn ich beispielsweise ein Hyperscaler bin oder wenn ich Apple heiße und jetzt Handys verkaufe, dann...
geht es entweder auf meine Marge oder ich muss die Preise so weit anheben.
Und das war bei Apple das Problem.
Deswegen hat die Aktie so richtig auf die Mütze bekommen.
Und das alles, du hast es gesagt, war dann eben zu viel.
Und Tech-Werte haben sogar noch stärker verloren als der DAX.
Ja, und dann wollen wir natürlich vom Orakel wissen, wie wird denn das zweite Halbjahr werden?
Das ist unser Thema der Woche.
Wir blicken jetzt gegen Ende dieses ersten Halbjahres dann voraus.
Was kommt dann noch im Rest des Jahres?
Aber erst noch mal kurz zurück.
Und dieses erste Halbjahr, das war natürlich geprägt, Vor allem vom Iran-Krieg, der da am 28.
Februar begann und dann doch eben länger gedauert hat, als sich das Donald Trump vorgestellt hat.
Der zu einem Energiepreisschock geführt hat, der den Ölpreis weit über die Marke von 120 Dollar zeitweise getrieben hat.
Die Inflation angeheizt hat, die Zinssorgen angeheizt hat.
All das hat die Börsen belastet.
Und jetzt ist da Friede zumindest in Sicht.
Die Friedensverhandlungen laufen.
Der Ölpreis ist wieder auf Vorkriegsniveau tatsächlich.
Das sollte dann für Entlastung sorgen.
Der DAX in diesem ersten Halbjahr kaum vor Fleck gekommen.
Immerhin ein leichtes Plus gemacht.
Das ist ja angesichts der Gesamtweltlage eigentlich ein gutes Zeichen.
Denn im Tief war er ja sogar unter 22.000 Punkten gewesen.
Und jetzt ist er nahe 25.000.
Also wenigstens hat er diese Delle wieder wettgemacht.
Ja, was sagt mir das erste Halbjahr, wenn ich mir das anschaue?
Never underestimate America, also niemals Amerika abschreiben.
Da haben ja viele schon gesagt, Amerika ist es nicht mehr.
Hochbewertet, KI-Blase und und und.
Und Amerika hat wieder überzeugt, der S&P 500 hat 8% gemacht, wenn man die Dividenden dazu rechnet, was ja beim DAX auch der Fall ist.
Und die Rallye ist sogar noch breiter geworden.
Wenn ich mir beispielsweise den S&P Equal Rate anschaue, das sind ja alle 500 Werte gleichgewichtet, also mit 0,2 Prozent.
Der hat gemacht 11,5 Prozent.
Also man sieht, die Rallye hat sich verbreitet, das ist gut.
Und was man auch noch sieht, der Dollar.
Da haben ja viele schon gesagt, oh, der Trump, der will den Dollar kaputt machen und die Notenbank, die wird die Zinsen senken und alles böse, böse, böse.
Der hat aufgewertet zum Euro 3%.
Und das zeigt, dass eben Gelder nach Amerika gegangen sind und nicht in die andere Richtung.
Und deswegen ist Amerika eben eine der positiven Überraschungen in diesem Jahr.
Und das wäre auch mein Szenario gewesen.
Wie geht es weiter im zweiten Halbjahr?
Also ich habe ja zum Jahresanfang eine sehr optimistische Wette als Bulle rausgegeben, 27.500.
Das ist jetzt natürlich noch schwerer.
in einem halben Jahr dann nur zu erreichen.
Ich würde trotzdem dabei bleiben, dieses Ziel nicht aufgeben.
Denn wenn der DAX dann wieder in Schwung kommen sollte und wie gesagt, der fallende Ölpreis ist jetzt doch ein...
positiver geopolitischer Faktor, der wieder auch für die Konjunktur Erleichterung bringt, der für die Zinssituation, die Anleiherenditen in Deutschland sind auch wieder deutlich unter 3% gefallen, Erleichterung bringen sollte.
Und dann kommt ja noch vielleicht die ein oder andere Reform doch von der Regierung auf den Tisch, was in Sachen Renten vorgelegt wurde in dieser Woche, lässt hoffen.
Vielleicht gibt es da doch wieder Rückenwind und Aufwind für den DAX, sodass wir dieses Ziel noch schaffen von 27.500 Punkten.
Noch dazu sehen wir ja auch in Amerika eine Branchenrotation raus, eher teilweise aus Tech und rein, eher in Old Economy-Werte, in Konsumartikel, in Healthcare und so weiter.
Und da hat der DAX auch einiges zu bieten.
Ja, meine Prognose war ja im Jahresanfang 26.000 für den DAX.
Damit wäre ich auch jetzt noch ganz zufrieden.
Das wären bis zum Jahresende immerhin noch ungefähr 5 Prozent.
Also 5 Prozent ist völlig okay.
Du hast natürlich recht, es gibt positive Impulse.
Aber bevor natürlich diese Rentenreform richtig in der Realwirtschaft ankommt, das dauert natürlich ein bisschen.
Aber das Positive ist, wenn es so wäre, dann wäre einfach dieser Malus, dass Deutschland nicht reformierbar wäre, das wäre weg.
Und das könnte so ein bisschen die Stimmung wieder für Deutschland anheben.
Würde ich jetzt denken, dass jetzt alle aus Amerika rausgehen, nach Deutschland gehen, würde ich jetzt auch nicht glauben, weil in Amerika einfach wirklich noch diese Gewinn-Fantasie, diese Gewinn-Trend viel größer ist.
In diesem Jahr mehr als 20 Prozent Gewinn plus erwartet.
Und deswegen glaube ich, dass der S&P 500 vielleicht sogar bis Jahresende noch auf vielleicht 8000 schaffen würde.
Das wäre ungefähr nochmal vom jetzigen Zeitpunkt 6, 7 Prozent.
Und das wären insgesamt sogar 16 Prozent.
Das könnte ich mir noch vorstellen.
Das liegt halt daran, dass die amerikanischen Unternehmen so viel dynamischer sind.
Und jetzt, man sieht, dass schon durch KI auch so ein bisschen Produktivität angehoben wird.
Und man da ein bisschen die Gewinne einheben kann.
Deswegen glaube ich, Amerika nicht abschreiben, aber auch nicht Europa abschreiben.
Ja, grundsätzlich breit investieren, das gilt auch im zweiten Halbjahr.
Das war unser Ausblick.
Kommen wir zu Bulle und Bär der Woche.
Mein Bulle der Woche, der ist die Aktie von Bayer.
Das war auch eine lang abgeschriebene deutsche Aktie.
Aufgrund natürlich der Glyphosat-Prozess-Serie.
Und da gab es jetzt in dieser ...
in dieser Woche eine entscheidende Weichenstellung.
Das lang erwartete Urteil vom obersten Gerichtshof.
Und der hat eben ein Grundsatzurteil gefällt.
Da ging es eben um die Frage, muss denn Bayer und musste Bayer denn Warnhinweise auf seine Glyphosatprodukte Roundup hießen, die in Amerika bringen oder nicht?
Da gibt es hier eine unterschiedliche Regelung.
Die Bundesbehörde, die Umweltbehörde, die hatte gesagt, Roundup, Glyphosat ist nicht krebserregend.
Deswegen sind Warnhinweise sogar verbunden.
In einzelnen Bundesstaaten dagegen hat man das anders eingeschätzt.
Jetzt haben die Richter entschieden, Bundesrecht schlägt das Recht der Bundesstaaten, Oberschlägt unter, was auch vernünftig ist.
Und hat also Bayer in dieser Frage Recht gegeben.
Und damit erledigen sich jetzt...
Tausende von Verfahren für Bayer und auch die Verhandlungen, die man führt über eine außergerichtliche Einigung, die dürften viel, viel leichter werden.
Also das wird viel, viel billiger jetzt für Bayer.
Und man kann hier den Kopf sicherlich aus der Schlinge ziehen.
Deswegen hat die Bayer-Aktie ja so einen Kurssprung um 20 Prozent gemacht am Tag des Urteils.
Ja, mein Bär der Woche hat 20 Prozent auch gemacht, aber nach unten.
Und es geht um Rheinmetall.
Da ging es darum, dass man sich einen Fregattenauftrag schon erhofft hatte.
Der war auch schon so fast in Sack und Tüten.
Und dann hat die Regierung gesagt, wir glauben nicht daran, dass eure Fregatte rechtzeitig fertig wird.
Die mag zwar technologisch überlegen sein und toll und riesig.
Die hatten extra sich auch nochmal einen Fregattenhersteller gekauft, Rheinmetall.
Aber die wird nicht rechtzeitig fertig.
Da haben sie gesagt, dann kaufen wir lieber von TKMS, dem Konkurrenten das.
Und das hat natürlich so ein bisschen die Fantasie von Rheinmetall weggenommen.
Die Aktie ist 20 Prozent gefallen.
Jetzt ist die Frage, was machen wir damit?
Weil wenn man sich anguckt, natürlich werden die Auftragseingänge, die muss man reduzieren.
Aber die Aktie ist jetzt wieder so günstig wie vor dem Antritt von Donald Trump.
Also wenn man das Kursgewinnverhältnis anguckt, da sagen viele möglicherweise eine Einschießgelegenheit.
Ich würde eher abwarten, wenn die unter 900 fällt, dann würde ich auch mal einen Fuß wieder reinstellen.
Aber vorher würde ich denken, da muss ich das noch ein bisschen ausmendeln, bis da die Verkäufer wieder weg sind.
In der nächsten Woche glaube ich, dass der DAX jetzt wieder auf Erholungsgeheort geht.
Wenn wir da ins zweite Halbjahr starten, da wird man auch optimistisch starten.
Deswegen setze ich auf einen Plus.
Das sagt das Orakel auch, auf einen Plus.
Oh, also insofern kann es nur positiv werden.
Das war es für diese Woche bei Defna und Champions im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und schauen, wer wissen will, ob das Orakel wieder recht behält.
Der muss natürlich auch den Podcast hören am Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
Ja, und Tschüss.
Tschüss.
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