# Regulatory Shifts, AI Supply Chains, and MedTech Disruption

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-26

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 26.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Wir beenden die Woche mit der größten Medizintechnikfirma der Welt, die gerade so schnell wächst wie seit Jahren nicht mehr.
Und dann gibt es eine Lackschutzfolien-Aktie, mit der man schon mal 100.000% Rendite machen konnte.
Und davor schauen wir natürlich auf die aktuellen News, unter anderem auf den krassen Kursanstieg bei Bayer.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flatrate, Krediten, Portfolioanalysen und der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Gestern war endlich mal ein sehr guter Tag für deutsche Pharma-Aktien.
Den besten Tag hatte Bayer mit einem Plus von um die 20 Prozent.
Und der Grund ist ein Urteil vom obersten Gerichtshof in den USA rund um natürlich den Unkrautvernichter Roundup bzw.
Glyphosat.
Bei sehr vielen Klagen, die Bayer wegen Roundup am Hals hat, geht es ja darum, dass Bayer laut den Klägern einen Warnhinweis vor Krebsrisiken auf dem Produkt gebraucht hätte.
Es ist zwar so, dass Roundup laut der Bundesbehörde keinen Hinweis braucht, Aber die Kläger argumentieren, dass in ihren Bundesstaaten andere Gesetze gelten.
Aber jetzt hat der Gerichtshof eben entschieden, dass die Argumentation falsch ist und die Regel der Bundesbehörde überall in den USA greift.
Für Bayer heißt es jetzt noch nicht, dass alle Klagen sofort wegfallen.
Die bauen nämlich nicht alle und nicht nur auf den Punkt auf.
Aber es ist ein sehr großer Punkt, der jetzt wegfällt.
Und deshalb ist Bayer auch ganz optimistisch, dass sie das Thema mit einem geplanten außergerichtlichen Vergleich im Volumen von 7 Milliarden Dollar endlich beenden können für immer.
und alle Kläger den Vergleich annehmen werden.
Übrigens muss man sich bei dem ganzen Thema als Aktionär wahrscheinlich beim CEO Bill Anderson bedanken, der fährt seitdem er im Amt ist eine ziemlich starke Lobbying-Kampagne in den USA und die hat auch dazu geführt, dass sogar die Regierung dem obersten Gerichtshof geraten hat, sich den Fall von Bayer mal anzuschauen und genau dazu kam sie auch.
Die zweite gute Nachricht einer deutschen Pharmaaktie gab es bei den Kollegen von Merck.
Die Aktie hat so 5% zugelegt, weil sie für 11 Milliarden Dollar in Cash die amerikanische Firma Biotechnik kaufen.
Die verkauft keine Medikamente, sondern vor allem Stoffe, kleine Geräte und Zubehör für die Biotech- und Pharma-Branche.
Merck will damit die eigene Laborausrüstersparte ausbauen, was viele Investoren scheinbar sinnvoll finden.
Oft ist es ja nämlich eher so, dass die Aktien von Firmen, die andere aufkaufen, eher fallen, weil so große Deals auch immer viel Risiken haben.
Aber hier passen wohl die Produkte ganz gut zueinander und Merck kriegt dadurch auch eine bessere Position in den USA.
Außerdem muss man wissen, dass Biotechne selbst an der Börse ist und sie waren zur Spitze schon mal doppelt so viel wert.
Merck kaufte also eher antizyklisch und eben nicht in der Hypephase, was ja auch positiv ist.
Übrigens ist das Ganze auch nicht die größte Übernahme von Merck.
Vor über einem Jahrzehnt haben sie mal für 17 Milliarden Dollar Sigma Aldrich gekauft.
Aber was sind schon 17 Milliarden Dollar?
Die Kollegen bei Micron, also dem Speicherchiphersteller zum Beispiel, haben allein im letzten Quartal, also in entspannten drei Monaten, 28 Milliarden Dollar Gewinn nach Steuern gemacht.
Über diese starken Quartalszahlen habe ich ja letzte Folge schon geredet und nach denen ist die Aktie gestern dann fast 20% gestiegen, auch SanDisk und SK Hynix und andere Konkurrenten haben über 10% zugelegt.
Und fast 10% zugelegt hat im Chipbereich unabhängig von Speicherchips noch Qualcomm, die haben nämlich erstens verkündet, dass Meta ihren neuen Chip für Rechenzentren nutzen wird und zweitens, dass sie im Geschäftsjahr 2029 15 Milliarden Dollar im Jahr nur mit Chips für Rechenzentren machen wollen.
Das Problem ist, dass irgendwer die ganzen Chips auch zahlen muss.
Vor allem die 30 Milliarden Dollar Gewinn von Micron müssen ja irgendwo herkommen und sie kommen leider auch aus den Taschen von Apple-Kunden.
Vor ein paar Tagen kam ja schon raus, dass Apple seine Preise anheben wird, wegen den gestiegenen Speicherchip-Preisen.
Und gestern kam dann raus, dass sie die Preise für iPads und MacBooks nicht nur ein bisschen anheben, sondern direkt um 20%.
Die Aktie hat danach gestern über 5% verloren, weil so ein krasser Preisanstieg schon die Nachfrage drücken könnte.
Spannend wird es natürlich, wenn die Preise nach dem Preisanstieg so bleiben und irgendwann die Speicherchippreise wieder runterkommen.
Dann könnte das Ganze nämlich dazu führen, dass Apple durch diese Situation deutlich höhere Margen gekriegt hat.
Aber zurück zu denen, die mit Chips viel Geld verdienen.
Dazu gehören ja auch Rechenzentrumsbetreiber, wie zum Beispiel die australische Firma IRAN.
Und die haben jetzt ihr Geld genutzt und einen mehrjährigen Deal mit dem NBA-Team Golden State Warriors gemacht und werden dort auf dem Trikot zu sehen sein.
Weil das Team in San Francisco sitzt, kann man die Logik dort als KI-Rechenzentrumsbetreiber zu werben noch so ein bisschen nachvollziehen, aber es ist schon eine mutige Wette und mich erinnert sowas ein bisschen an die Zeiten, wo die ganzen Kryptofirmen wie FTX auf einmal riesige Sportsponsorings gemacht haben, kurz bevor die Branche dann abgeschmiert ist.
Fairerweise muss man natürlich sagen, dass in der KI-Welt deutlich mehr fundamentale Stabilität ist.
Und zum Abschluss gab es noch zwei News aus der Autowelt.
Einmal haben die Behörden in den USA entschieden, dass Polestar dort keine Autos mehr verkaufen darf.
Grund ist der chinesische Großaktionär von Polestar und dass die USA eben keine neuen Autos mehr mit chinesischer Software haben wollen.
Die Aktie hat nach der Meldung gestern über 10% verloren und dann hat noch VW 51% seiner Motoren-Sparte Everlands für knapp 3,5 Milliarden Euro an den Private Equity Investor Bain verkauft.
Die restlichen 49% hält VW weiter und das könnte vor allem spannend werden, weil Everlance ja eigentlich bekannt ist für große Schiffsmotoren, aber sie bauen auch immer mehr Generatoren für KI-Rechenzentren.
Weil der Deal schon erwartet wurde, hat die Aktie von VW aber gestern nur so um die 2% zugelegt.
Nachdem ich jetzt wieder genug über Speicherchips und irgendwelche Pharma-Deals gesprochen habe, gibt es jetzt ganz bodenständige Lackschutzfolien von meinem Kollegen Timon.
Die Aktie vom Lackschutzfolienhersteller Expel war über lange Zeit einer der Best-Performanzen der Welt.
Zwischen 2011 und 2021 hätte man über 100.000% Rendite gemacht.
Aus 1000 Dollar wären mehr als eine Million geworden.
Das Unternehmen ist seit 15 Jahren weltweit Marktführer bei Schutzfolien, die Autos vor Steinschlägen und Kratzern schützen.
Und Expel verkauft nicht nur die Folien.
Typischerweise werden die von professionellen Installateuren aus großen Rollen geschnitten und dann am Auto angebracht.
Und für diesen Schneidprozess hat Expel auch die führende Software.
Deshalb und weil Expels Marke so stark ist, können sie höhere Preise als der Wettbewerb verlangen und konnten mit vielen Installateuren Exklusivverträge aushandeln.
In den letzten Jahren ist die Performance aber deutlich schlechter gewesen.
Während der Umsatz zwischen 2017 und 2021 um im Schnitt 40% pro Jahr gestiegen ist, ging es in den letzten zwei Jahren nur noch um im Schnitt 10% pro Jahr nach oben.
Einmal.
Hat der ganze Schutzfolienmarkt in den USA darunter gelitten, dass wegen der hohen Zinsen weniger Autos verkauft wurden und für den Verkauf von Zubehör sah es noch schlechter aus?
Das gleiche ist auch im eigentlichen Wachstumsmarkt China passiert und dazu kam noch, dass der Expel-Händler dort zu viel eingekauft hatte und dann erstmal seinen Bestand verkaufen musste, bevor er neu bestellen konnte.
Weil Expel aber gleichzeitig weiter in neue Händler und neue Regionen investiert hat, ist dann auch noch die operative Marge von 17 auf 13% gefallen und dann kam noch dazu, dass 2023 zwei Short Reports veröffentlicht wurden, in denen vor Risiken bei Expel gewarnt wurde.
Das meiste davon hat sich im Nachhinein zwar als falsch rausgestellt, trotzdem haben auch die dazu beigetragen, dass obwohl der Umsatz nie gefallen ist, Der Börsenwert mit 1,2 Milliarden Dollar nur noch knapp halb so hoch ist wie 2021.
Das zeigt mal wieder, wie wichtig es ist, Aktien nicht bei zu hoher Bewertung zu kaufen.
Damals wurde das Unternehmen mit mehr als dem 100-fachen vom Gewinn bewertet.
Weil Investoren jetzt aber mehr Risiko und weniger Wachstum einpreisen, ist es nur noch beim 24-fachen vom Gewinn.
Und diese Neubewertung ist der einzige Grund für die schlechte Aktienperformance.
Der Nettogewinn liegt heute nämlich auch höher als je zuvor.
Die Bewertung war vorher wirklich aber auch sehr hoch und ist auch jetzt nicht unbedingt günstig.
Wenn die Gewinne aber ausreichend steigen, könnte Expel auch bei gleicher Bewertung ein spannender Case sein.
Die großen Investments der letzten Jahre sind ja schon durch und der CEO geht deshalb davon aus, dass die operative Marge sich bis 2028 auf 26% verdoppelt.
Wenn das tatsächlich so aufgeht, wäre das eine Gewinnverdopplung bis 2028, ohne dass der Umsatz steigt.
Man muss aber auch sagen, dass Expel noch nie bei einer so hohen Marge war und 11% der Investoren gehen wohl davon aus, dass das nicht so passiert.
Die setzen nämlich auf fallende Kurse.
Der CEO selbst steht auch mit einem großen Teil von seinem eigenen Geld hinter dem Unternehmen.
Ryan Pape ist seit 2009 Geschäftsführer und ihm gehören 4% an Expel.
Also ein Anteil im Wert von über 40 Millionen Dollar.
Ehrenlos ist kein Begriff.
Also der, der das verkauft hat.
Habt ihr mal den Lack gemessen?
Über 2000 µ.
2000 µ?
Ich habe hier schon sehr, sehr oft über Intuitive Surgical gesprochen, die mit ihrem DaVinci-Roboter den Markt für OP-Roboter dominieren und da sehr attraktive, wiederkehrende Umsätze kriegen.
Leser vom Ohne-Aktien-Wert-Schwerbuch wissen natürlich Bescheid.
Aktuell gibt es aber einen Konkurrenten, der ganz spannend ist.
Der hat gerade auch das stärkste Wachstum seit 10 Jahren gemeldet.
Und das Ganze angeschaut hat sich Christoph.
Im Gesamtjahr ist der Umsatz vom Medizintechnik-Riesen Medtronic um gut 8 Prozent gewachsen.
Zahlen, die man lange nicht gesehen hat.
Grund ist vor allem die Herz-Kreislauf-Sparte, die fast 40 Prozent vom Umsatz ausmacht.
Vor allem sticht der Bereich Herzablation heraus.
Da wird krankhaftes Herzgewebe verödet, um Rhythmusstörungen zu behandeln.
Medtronic nutzt da eine neuere Methode mit Stromimpulsen statt Hitze, die das umliegende Gewebe schont.
Dieser Bereich ist sogar um fast 80 Prozent gewachsen und hat Marktanteile gewonnen, auch vom Konkurrenten Boston Scientific.
Insgesamt macht der MedTech-Riese 36 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr.
Medtronic baut quasi alles, was in Krankenhäusern an Geräten und Implantaten gebraucht wird.
Es gibt drei große Sparten.
Herzkreislauf, also unter anderem Herzschrittmacher.
Dann Neurowissenschaften mit Wirbelsäulen und Hirn-OP-Technik und den chirurgischen Bereich mit OP-Werkzeugen.
Die Diabetes-Sparte hat Medtronic gerade abgespalten.
Damit gibt die Firma übrigens ihren Spitzenplatz als größten Medizintechniker wohl an Johnson & Johnson ab, weil eben ein paar Milliarden Umsatz wegfallen.
Spannend sind die Wachstumstreiber für die Zukunft.
Neben der Herzablation gibt's den OP-Roboter Hugo.
Da sind wir wieder bei Intuitive Surgical, denn genau deren Quasimonopol greift Medtronic damit an.
Hugo ist deutlich günstiger als der DaVinci Platzhirsch und wächst zwei bis dreimal so schnell wie der Markt.
Das Besondere ist, wenn so ein Gerät erstmal im Krankenhaus steht, kauft die Klinik dauerhaft die passenden Verbrauchsmaterialien dazu.
Das bringt dann wiederkehrende Umsätze über Jahre.
Fairerweise ist Jugo im Konzern noch klein, da geht es um ein paar hundert Millionen bei 36 Milliarden Dollar Gesamtumsatz.
Auf dem Schirm haben sollte man es trotzdem.
Was man auch auf dem Schirm haben muss, der Umsatz wächst zwar, der Gewinn macht aber Probleme.
Zuletzt ist er stagniert, weil US-Zölle hohe Investitionen und Kosten für die angesprochene Diabetesabspaltung auf die Marge drücken.
Positiv ist dafür die Dividendenentwicklung.
Medtronic hat sie 49 Jahre in Folge angehoben.
In letzter Zeit ging es fairerweise nur um einen Cent pro Quartal nach oben, aber es gibt immerhin 3,5% Dividendenrendite.
Nicht nach oben, sondern nach unten ging es für die Aktie.
Auf Sicht von fünf Jahren hat sie 35 Prozent verloren.
Der Börsenwert von 105 Milliarden Dollar ist das 14-fache vom erwarteten Gewinn.
Das ist günstiger als der Schnitt der letzten fünf Jahre und auch günstiger als Konkurrenz Striker.
Der ist in den letzten Jahren aber eben noch zweistellig gewachsen und Medtronic hat rund 20 Milliarden Dollar Netto-Schulden.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns ja morgen wieder zu unserer Deepdive-Folge und wie immer habe ich euch einen kleinen Ausschnitt rausgeschnitten.
Zu Gast war Jörg Ambrosius, einer der Vorstände von State Street, eine Bank aus den USA, die 50 Milliarden Dollar wert ist an der Börse und die vor allem ein Vermögen verwahrt von über 50.000 Milliarden Dollar.
Also auf jeden Fall reinhören und hier mal ein kleiner Sneak Peek.
nach dem Liberation Day relativ große Flüsse, Kapitalflüsse, die aus den USA nach Europa und Asien geflossen sind.
Dieser Trend hat sich dann verlangsamt und ist gestoppt Mitte letzten Jahres.
Und jetzt haben wir wieder erhebliche Kapitalflüsse zugunsten der USA, die halt im Umfeld nach wie vor auf der Finanzmarktseite geschaffen haben, was Risikokapital anzieht.
