# Enterprise Software Resilience and AI Infrastructure Shifts

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-24

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 24.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktien wird schwer.
Wir schon heute auf ein Thema, das sich sehr viele gewünscht haben.
Sollte man jetzt bei SAP einsteigen, nachdem die Aktie soweit gefallen ist oder nicht?
Aber bevor wir das klären, erstmal die aktuellen News von Christoph.
Und bevor wir uns die anhören, noch kurzer Hinweis auf unseren Partner Scalable Capital.
Die haben nämlich neben dem Broker auch noch einen sehr empfehlenswerten YouTube-Kanal.
Unter anderem gab es da vor ein paar Tagen einen Deep Dive zum Altersvorsorge-Depot.
Dazu haben wir auch sehr viele Fragen gekriegt in letzter Zeit und sie gehen da ziemlich tief rein in das Thema.
Link ist wie immer in der Beschreibung.
Ihr habt es alle an euren Depots gemerkt.
Börse war gestern im Risk-Off-Modus.
Vor allem Tech-Aktien haben massiv verloren, zum Beispiel Micron oder Sandisk jeweils 10%.
Los ging das schon in Asien, wo die Börse ja nachts offen hat und wo SK Hynix oder Samsung 12% verloren haben.
Der Leitindex Kospi war deshalb 10% im Minus.
Auch in Deutschland wurden Aktien aus der Branche abgestraft, die in letzter Zeit stark performt haben.
Zum Beispiel haben auch die indirekten KI-Highflyer Hochtief und Siemens Energy um die 4% verloren.
Ein Grund für diesen Rücksetzer war, neben den klassischen Sorgen vor einer KI-Blase, gestern vor allem die Sorgen um steigende Leitzinsen.
Deswegen war der US-Dollar auch stark, was Gold und Silber belastet hat, weil die Edelmetalle werden ja in Dollar gehandelt.
Die Deutsche Bank und Goldman Sachs haben gestern auch die Goldpreisprognose für das laufende Jahr gesenkt.
Von einem anderen Tech-Wert gibt's eine Übernahme-News.
Qualcomm steht offenbar kurz vor der Übernahme von Modular, einem KI-Software-Startup, das 2022 von zwei ehemaligen Google-Entwicklern gegründet wurde.
Qualcomm will 4 Milliarden Dollar zahlen.
Noch vor neun Monaten wurde Modular nur mit 1,5 Milliarden Dollar bewertet.
Modular macht Software, die quasi ein Übersetzer ist, für KI-Modelle und für die Chips, die sie ausführen.
Für Qualcomm ist das ein weiterer Schritt raus aus dem Smartphone-Chip-Geschäft, rein in den KI-Infrastrukturmarkt.
Die Aktie hat um die 10% verloren, was aber wohl eher an der allgemein schlechten Stimmung liegt.
Anders als der Tech-Gesamtmarkt hat IBM deutlich gewonnen.
Das könnte vielleicht an einer positiven Analysteneinschätzung liegen oder auch daran, dass IBM ja als führender Player im Quantencomputerbereich gilt.
Und da war gestern nämlich gute Stimmung.
Aktien wie Inflection oder Quantinuum sind um 15 bzw.
10% gestiegen, D-Wave um die 5%.
Der Grund ist Trump.
Der hat am Montag zwei Verordnungen unterschrieben, dass die Regierung die Entwicklung von Quantentechnologie beschleunigen soll.
Eine der Verordnungen startet sogar eine nationale Initiative zum Bau des ersten wirklich leistungsfähigen Quantencomputers für die Wissenschaft.
Bei der anderen Verordnung geht es um Cyber Security.
Außerdem war gestern auffällig, dass die Big Techs wie Amazon oder Microsoft übrigens nicht von dem Abverkauf betroffen waren.
Die gelten da mittlerweile schon eher als die stabilen, langweiligen Aktien im Vergleich zu den KI-Highflyern.
Und auch bei den Big Techs gab es aber News, Meta macht nämlich ihre Smart Glasses jetzt günstiger und zwar mit einer eigenen Marke.
Bisher laufen die Brillen ja über Partner wie Ray-Ban und Oakley.
Jetzt kommen zwei neue Modelle für 299 Dollar unter Metas eigenem Namen.
Das sind 80 Dollar weniger als die Ray-Ban-Variante.
Dazu gibt es noch ein etwas teureres Modell in Zusammenarbeit mit Kylie Jenner, das jüngere und modebewusstere Käufer ansprechen soll.
Gebaut werden die Brillen weiter von Essilor Luxottica, das ist die Mutter von Ray-Ban und Oakley.
Der Grund für die Billigoffensive ist ganz einfach.
Meta will den Markt der Smart Glasses erobern, bevor Apple nächstes Jahr mit einer eigenen Brille einsteigt.
Interessant ist auch, dass Meta über eine kameralose Version nachdenkt.
Die hätte dann nur Mikrofon und Audio und soll eben Leute ansprechen, die keine Kamera am Kopf tragen wollen.
Das würde den Preis nochmal drücken.
Und dann gab es gestern einen der absurdesten Hedgefondsverluste, die ich je erlebt habe, und zwar rund um den Autovermieter Avis und seinen Großaktionär.
Die Avis-Aktie hat dieses Jahr eine Achterbahnfahrt hinter sich und sich in der Spitze fast versiebenfacht.
Grund war ein Short Squeeze, weil mehr als die Hälfte der Aktien leer verkauft waren.
Als der Kurs dann gestiegen ist, mussten die Leerverkäufer die Aktien zurückkaufen, was den Kurs weiter in die Höhe getrieben hat.
In nur wenigen Tagen waren die meisten Gewinne dann aber schon wieder weg.
Jetzt zum Streit mit dem Hedgefonds Pentwater, der zwischendurch mehr als 20% an Avis gehalten hat.
Avis hat den eigenen Großaktionär nämlich verklagt, weil er angeblich die Volatilität angeheizt hat.
Und um was dagegen zu tun, nutzt Avis die sogenannte Short Swing Profit Rule.
Die verbietet Großaktionären, innerhalb von sechs Monaten Aktien zu kaufen.
Und wieder mit Gewinn zu verkaufen, sonst muss der Gewinn nämlich ans Unternehmen zurück.
Und genau das zahlt Pentwater jetzt.
650 Millionen Dollar gehen deshalb an Avis, um diesen Streit beizulegen.
Eine andere spannende Vormeldung gab es dann noch aus Indien.
Noah hat euch doch letzte Woche erzählt, dass die Aktie von der Beratung Accenture wegen KI-Sorgen auf den tiefsten Stand seit fast 10 Jahren gefallen ist.
Und genau gegen den Trend wettet jetzt der Flexi Cap Fund.
Das ist der größte aktiv gemanagte Aktienfonds in Indien mit 15 Milliarden Dollar an Kapital.
Er steckt gerade immer mehr Geld in indische IT-Beratungen wie HCL oder Infosys, weil er nicht an die KI-Gefahrt glaubt.
Übrigens ist der Fonds langfristig auch ein krasser High-Performer.
Im letzten Jahrzehnt hat er um die 18 Prozent pro Jahr gemacht.
Und wenn wir schon bei Rendite und Geld verdient sind, das Wall Street Journal hat einen großen Bericht zu CEO-Gehältern in den USA veröffentlicht.
Und ein paar Highlights daraus wollte ich euch nicht vorenthalten.
Ganz oben war Elon Musk von Tesla, der ein Gehaltspaket im Wert von über 100 Milliarden Dollar gekriegt hat.
In der Dimension spielt sonst keiner.
Aber spannend ist, wer direkt nach ihm kommt.
Nicht der CEO von irgendeinem Tech-Giganten, sondern Shank Mitra, CEO von Welltower, einem großen Immo-Unternehmen, das sich auf Seniorenwohnheime fokussiert.
Der hat ein Gehaltspaket von 821 Millionen Dollar gekriegt.
Das besteht zu großen Teilen aus Aktien und er kriegt die Hälfte davon, wenn er bis 2031 CEO bleibt und die andere Hälfte, wenn die Whale Tower Aktie in den nächsten Jahren den Markt outperformt.
Trotzdem absurde Summe.
Übrigens haben insgesamt fast zwölf Manager ein Gehaltspaket mit über 200 Millionen Dollar Gegenwert gekriegt.
Und allein bei Welltower haben drei andere Manager auch Pakete für über 100 Millionen Dollar gekriegt.
Fairerweise ist Whale Tower mit 150 Milliarden Dollar Börsenwert zumindest keine kleine Firma.
Übrigens, weil ich gerade auch Musk erwähnt habe, für seinen Anleiheverkauf bei SpaceX gibt es jetzt wohl schon 90 Milliarden Dollar an Interesse.
Geplant ist ein Verkauf von Anleihen für ca.
20 Milliarden Dollar.
Wir haben in unserem WhatsApp-Kanal Anfang der Woche eine Umfrage gemacht, welche Themen wir uns mal anschauen sollen.
Und ein sehr häufiges Thema war, wieso die Aktie von SAP immer weiter abseuft.
obwohl die Zahlen ja eigentlich ganz solide sind.
Und den Kursrückgang an sich zu erklären ist auch ziemlich easy.
Wenn man sich einfach mal die Konkurrenz anschaut, stellt man sich sogar eher die Frage, warum SAP nicht noch viel mehr absäuft.
Ich habe mal die Performance seit Jahresanfang von SAP, Salesforce, ServiceNow, Adobe und HubSpot verglichen und mit einem Minus von 35% ist SAP dann noch die beste Aktie.
Alle anderen liegen bei minus 40% oder noch drüber.
Sehr viel von den Börsenproblemen bei SAP ist also weiter die allgemeine Sorge, dass KI-Tools einfach mehr und mehr klassische Software ersetzen.
Wenn ihr unsere Samstagsfolgen hört, wisst ihr aber auch, dass die Sorge gerade bei SAP schon noch ein bisschen weit hergeholt ist.
Komplett unabhängig voneinander hat mir nämlich der CEO vom Pumpenhersteller KSB und der Finanzchef von Hensoldt erzählt, dass sie gerade ein großes SAP-Upgrade durchführen.
Und der KSB-CEO hat auch nochmal sehr gut erklärt, was das bedeutet.
Und das sieht man auch ganz gut, dass KI-Tools das nicht so schnell ersetzen können.
Was wir letztendlich öffentlich ausweisen, sind die Kosten für die SAP-Berater, also rein die externen Berater, um ihnen eine Indikation zu geben, das wird bei uns irgendwo zwischen 80 und 90 Millionen sein.
Das ist schon viel Geld.
über drei Jahre verteilt, nur Beraterkosten.
Und darunter ist letztendlich das, was Sie nicht sehen.
Die vielen Mitarbeiter, die geschult werden, die lernen, mit der neuen Systemumgebung SAP HANA umzugehen.
Und das machen Sie auch nicht über Nacht.
Die Schulungen haben bereits letztes Jahr begonnen und sind dieses Jahr natürlich sehr, sehr intensiv, weil wir GoLive im Januar haben wollen.
Und last not least, was Sie auch nicht sehen, Irgendwann in so einem Prozess des Wechselns ihres Nervensystems von A nach B, und das ist ja SRP, müssen Sie sagen, jetzt werden sämtliche Veränderungen im alten Nervensystem eingestellt.
Das ist dann Software Freeze, damit wir sämtliche Daten überführen können in das neue System.
Bei KSB ist es sogar so, dass das Ganze die größte Investition in der Firmengeschichte ist und auch bei Hansoldt ist es eine der größten Investitionen ever, aber beide Manager sind eben überzeugt, dass es die richtige Investition ist.
Und ich habe neben den Samstagspodcasts nochmal die letzten Earnings Calls durchgeschaut, in welchen SAP erwähnt wurde.
Procter & Gamble hat zum Beispiel darüber geredet, dass ganz Procter & Gamble in einem zentralen SAP-System läuft, was in der Zeit von KI ein riesen Datenvorteil ist, weil man zentral alle Daten hat und mit denen arbeiten kann.
Genauso meint der Nestle zum Beispiel, dass 90% vom Business durch SAP läuft, aber auch Firmen vom Serverbauer Supermicro bis zum Medizintechniker bei Carl Zeiss Meditech nutzen SAP und hat uns in den letzten Analysten-Calls auch erwähnt.
Diese sehr tiefe Integration auch in die Hintergrundprozesse von Firmen erklärt, wieso SAP immer noch mit dem 18-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet wird.
Das ist weniger als in den letzten Jahren, aber zum Beispiel noch immer deutlich mehr als bei Salesforce.
Die haben gerade mal einen KGV von um die 10, weil da einfach die Angst vor KI-Konkurrenz noch viel größer ist.
Und dazu muss man generell noch sagen, dass an der Börse gerade kurz- und mittelfristig nicht nur die fundamentalen Zahlen eine Rolle spielen, sondern am Ende versuchen einfach sehr viele Profi- und auch Privatanleger, für die nächste Zeit Investments mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis zu finden.
Viele Softwareaktien waren ja in den letzten Jahren eher teuer.
Da waren also eher Investoren investiert, die auch ein bisschen mehr Risiko eingehen und ein bisschen Affinität zu Tech-Themen haben.
Das sind aber auch Investoren, die für ihr Risiko einiges an Rendite wollen.
Und wenn ich genau dieses Investmentprofil habe, wechsle ich aktuell vielleicht eher zu Halbleiter und anderen stark wachsenden KI-Aktien, die von der Bewertung teilweise ja auch nicht absurd sind und zwar mehr Risiko haben, aber auch deutlich mehr Dynamik gerade und deutlich mehr Momentum als eben die Softwareaktien.
Softwareaktien wiederum sind dann eher von der Bewertung her in den Value-Bereich gefallen.
Da gibt es aber viele Investoren, die sich mit Software eher schwer tun.
Außerdem arbeiten Value-Investoren gern mit einer Margin of Safety, sie wollen also relativ viel Sicherheit und das ist in der Zeit, wo es sehr allgemeine KI-Sorgen bei Software gibt, auch schwierig.
Dazu haben Softwareaktien gerade auch sehr negatives Momentum und fallen relativ stark, wenn ich als Investor, als Profi-Investor für meine Anleger eher ein stabiles Portfolio bauen will, hole ich mir sowas also auch nicht ins Depot.
Dazu kommt noch, dass so eine Aktie wie SAP eben noch nicht unfassbar billig ist, man muss da schon noch an Wachstum und Kursanstiege glauben und es gibt zwar Dividende, aber auch nur 2% Dividendenrendite.
Wenn ich also nur darauf abziele und einfach stabile Cashflows haben will, gibt es auch attraktivere Aktien.
Und dazu kommt als letzter Punkt, dass die Aussagen von KSB und Hensoldt ja nicht nur zeigen, dass das Business relativ stabil ist und vielleicht ein bisschen sicherer vor KI-Konkurrenten, Sie zeigen auch, dass so ein SAP Upgrade, auf das Investoren ja sehr genau schauen, eine riesige Investmententscheidung ist und bei denen bin ich als Firma in einer unsicheren geopolitischen Lage einfach deutlich vorsichtiger als in Boomzeiten.
Aus meiner Sicht also ein Investment, das langfristig aufgehen kann.
Man sollte aber die Hintergründe verstehen und wissen, dass die Börse bei bestimmten Bereichen auch lang sehr günstig bleiben kann.
Das war ja lang bei Bank- oder Tabakaktien so, bevor sie in den letzten Jahren wieder deutlich aufgeholt haben.
wirklich erfolgreiche deutsche Startup.
Wie viele Jahre her ist es?
52 Jahre her.
Nämlich?
SAP.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdorz bei OMR.
Und wenn euch diese Folge gefallen hat oder euch generell der Podcast gefällt, bewertet uns sehr gern mal auf Spotify, Apple, schreibt uns eine Rezeption, gebt uns möglichst viele Sterne.
Und wenn ihr uns auf YouTube schaut oder hört, abonniert uns da sehr gern.
In diesem Sinne, bis zur nächsten Folge.
Adios.
