# Heritage Branding, Emotional Loyalty, and Quiet Luxury Strategy

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-06-23

## Transcript

Kreditkarten waren für mich immer da, um noch eine weitere aufzumachen.
Das erste Mal, dass ein Gast seine Schuhe aussieht.
Schön, oder?
Ja, gut, ja.
Scheiß auf Finanzbros, die ein hässliches Gelee unter ihrem Sakko tragen.
Zieh die Jogginghose aus.
Wirklich, das ist so anti.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen zu Acid Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Veröl und heute habe ich für dich endlich einen erwachsenen Influencer.
Und zwar...
Ohne Waschbrettbauch, dafür mit Schnäuzer und Krawatte.
Er war preisgekrönter Werbetexter, Drehbuchautor, Regisseur und Fotokünstler und ist dann auf Instagram und TikTok viral gegangen mit Reels über...
Männermode über Stil und über Exzess.
Also heute gibt es auf jeden Fall ein paar Inspirationen für deinen Kleiderschrank.
Aber wir reden auch über Louis Vuitton, Gucci, Ralph Lauren, Burberry, Versace, Uniqlo und ja, McDonalds.
Börsennotierte Marken und was sie ausmacht.
Ich freue mich auf Ben Bernschneider.
Schön, dass du da bist.
Ich danke, dass ich hier sein darf.
Aber das mit dem Waschbettbauch, das weißt du nicht.
Doch, doch.
Also ich habe so ein paar Reels gesehen.
Jetzt kannst du natürlich sagen, die sind vielleicht ein bisschen älter oder fake.
Ich trage einen Fatsuit, damit die Leute nicht...
Man kann ja nicht alles können und dann auch noch schön sein.
Achso, und die Ärmchen macht man dann auch ein bisschen dünner.
Auf jeden Fall.
Wabbelig und dünn.
Ich glaube, wir kaufen beim Gleichen ein.
Dieses Influencer-Game, das ist ja eigentlich so ein Gen-Z-Ding.
Laut, schrill, x-mal gefiltert, KI-optimiert.
Und dann kommt da ein Mann, der noch 20 Tage älter ist als ich, wie ich herausgefunden habe.
Ich werde hier in einer Tour beleidigt.
Halt, kein Waschbremd, bitte.
Mach weiter, mal gucken, wo das endet.
Also noch älter als ich, mit leisen.
oftmals irgendwie auch subtil ironischen, bisweilen sogar ein bisschen melancholischen Reels, in denen es dann so um rahmengenähte Schuhe geht, um zweireihige Anzüge, um Barberjacken.
Und damit hast du inzwischen 750.000 Follower gesammelt.
Nimm uns mal so ein bisschen mit auf die Reise.
Wie ist es dazu gekommen?
Ja, wie ist es dazu gekommen?
Also es war nicht kalkuliert, um in eurer Sprache zu bleiben.
Es war so, dass ich war seit zehn Jahren mittlerweile analoger Fotograf und habe auch meine eigene Kunst rausgebracht, meine Bücher.
Und irgendwann hatte ich davon genug, was aber in meinem Leben, ich war Werbetext, Regisseur, Drehbuchautor, habe das alles immer gemacht.
Und wenn mein Körper mir irgendwann sagt, du hast da jetzt keinen Bock mehr drauf, dann habe ich da keinen Bock mehr drauf.
Und so war das an diesem Morgen.
Und dann habe ich ein...
Habe ich ein Reel aufgenommen.
Ich glaube, das war ehrlich gesagt 2023 mein allererstes Reel.
Denn als Fotograf Reels posten ist halt immer so ein bisschen, wir haben es ja mit Fotos.
Und dann habe ich mein erstes Reel gepostet und habe darüber geredet, wie wichtig ich es finde, wieder eine Beziehung zu seinen Klamotten zu haben.
Also Ehrfurcht vor schönen Dingen.
Darum ging es mir.
Es ging mir darum, dass ich das erlebe, dass Leute vor ihrem Kleiderschrank stehen, der voll ist und sagen, ich habe ja gar nichts anzuziehen.
Das stimmt irgendwas nicht.
Aber das stimmt ja irgendwas nicht.
Wir haben nicht das Richtige anzuziehen.
Du hast überhaupt keine emotionale Bindung zu schönen Teilen.
Und ich wollte den Leuten sagen, dass wenn, so wie ich, jemand zwei, drei Jahre auf was Hochwertiges spart, oder sechs Jahre, wenn er gar kein Geld hat, weiß der Geier.
dass dann automatisch was entsteht, diese Ehrfurcht und auch diese Angst vielleicht, Sorge um dieses schöne Kleidungsstück.
So ist es mir dann widerfahren mit einem Burberry-Trenchcoat.
Und dass, wenn aber das Herz höher schlägt, jedes Mal, wenn man das Teil in die Hand nimmt, dann muss das doch der Weg sein.
Wenige Teile zu haben, bei denen dir jedes Mal das Herz aufgeht.
Bei denen du weißt, dass du nicht falsch in den Schrank greifen kannst.
Das habe ich dann gemacht, ja.
Und dann haben alle gedacht, ich hätte komplett den Verstand verloren und haben gesagt, hallo, kannst du mal aufhören?
Wo sind die Bilder?
Da habe ich mich nicht beirren lassen, habe am zweiten Tag gepostet, am dritten auch, am vierten auch.
Jeden Tag um neun Uhr morgens durchgezogen.
Irgendwann gingen die Leute auch so von meinem Account weg und nach zehn, elf, zwölf Tagen bin ich morgens aufgewacht und hatte 500 Leute mehr über Nacht gewonnen.
Dann hatte ich auch abends 500 mehr über den Tag gewonnen.
Dann waren es 500 mehr.
Und dann ging das so weiter und dann dachte ich schon so, wow, okay.
Und merkte auch, dass da wirklich Interesse besteht.
Die Leute haben mich mit Fragen bombardiert.
Ben, sag mal, bei der haben die Jacke, was kann ich denn da machen?
Was kann ich denn da machen?
Was kann ich denn da machen?
Weiß ich nicht.
Ich würde mal sagen, noch eine Woche drauf, waren es dann 1000 pro Tag und 1000 pro Nacht.
Follower, die dazugekommen sind.
Und dann wurde es mit den DMs auch schon richtig hart.
Dann hat das Frühstücksfernsehen angerufen, dann war ich da.
Und ich glaube so zwei, drei Wochen.
Darauf hatte ich einen Zuwachs von 10.000 Followern pro Tag.
Also so ein richtiges virales Phänomen.
Absolut.
Nichts so am Reißbrett, so nach dem Motto.
Also ich habe es jetzt durchgespielt, Werbetexter war ich, Filme habe ich gemacht, Musikvideos hast du auch Regie geführt, Fotobücher erstellt.
Ganz unten in deinem Account sieht man ja auch noch sehr viele Fotos.
wunderschön, also Reise und sowas, kommen wir hinterher sicherlich auch noch drauf auf Luxus, sondern du hast dann einfach so authentisch das irgendwie mal rausgeplaudert, was dir durch den Kopf ging und du hast nicht überlegt, okay, zu welchem Thema kann ich jetzt Influencer werden und naja, also Mode, da gibt es noch nichts, jetzt mache ich Männermode.
Nee, nee, nee, komplett, also blauäugig, für mich ging es nur darum, ich habe gemerkt, mir geht es schlecht, ich fühle mich nicht gut, ich werde nervös, wenn ich die Kamera anfasse und die Arbeit, die ich machen müsste, macht mich, ich mache sie nicht gern.
Und wie alle ADHSler und sonstige Leute, die in der Schule nur das gut machen konnten, was sie gerne gemacht haben, musste ich was Neues finden, was ich gerne mache.
Und zu dem Zeitpunkt war es so, dass ich mal wieder so ein bisschen in so ein...
Accessoire und Mode-Rabbit-Hole eingetaucht bin.
Und das war das, worüber ich einfach nur reden wollte.
Ich habe da gar nicht dran gedacht.
Also du warst auch vorher schon in diesem Rabbit-Hole drin.
Schöne Dinge haben dich vorher schon interessiert.
Ja, aber es ist ein ganz, ganz, ganz großer Unterschied, ob man das nur für sich macht.
Du musst dir gegenüber gar nichts rechtfertigen.
Du überlegst auch da gar nicht so viel rein.
Und sobald aber die ersten Leute dir zuhören.
muss das einen ganz anderen, die Beschäftigung damit muss ein ganz anderes Level erreichen.
Und das hat auch da dann erst so richtig angefangen, dass ich gesagt habe, okay, ich muss das nochmal recherchieren, ich muss das nochmal gucken.
Also ich bin, ich habe überhaupt kein Background, ich bin kein Herrenausstatter, was viele Leute denken bei Instagram, die mich, ich bekomme 100 Nachrichten pro Tag, die nur sagen, nächste Woche Hochzeit, was soll ich anziehen?
Bands Outfittery Box.
Nee, also bitte geh.
Ich kann dir da nicht weiterhelfen.
Das ist auch überhaupt nicht das Ding.
Bei mir geht es mir eher um Geschmack finden, um Stil finden und gar nicht so um dieses...
Aber du bist doch vorgebildet.
Ein bisschen.
Doch, du hast dein ganzes Leben lang beruflich schöne Dinge getan.
Also insofern diese Basis hast du ja.
Fotos kann man auch sagen, man knipst mal schnell drauf, dann hat man auch ein Foto, so ein Urlaubsshoot, aber du hast ja Fotokunst.
Genau, also da muss man wirklich einhaken.
Es gibt zu viele Fotografen in Deutschland, die meinen, sie seien Fotografen, weil das Ding ist, auf den Knopf zu drücken, ist so einfach.
Die Technologie, die suggeriert das ja auch, dass es irgendwie jeder kann ein schönes Foto und dann macht man noch irgendwie mit Snapseed irgendwie drei Filter drüber.
Das sieht dann auch jeder, dass es Snapseed ist.
Es ist so ein bisschen so, viele, die guten Fotografen haben dann irgendwann verstanden, dass es nicht darum geht, auf den Knopf zu drücken.
Es geht darum, welche Auswahl treffe ich.
Verstehe ich, was die Leute schön finden.
Wo ist Schönheit, dessen verwackeltes Bild wesentlich schöner sein kann, als dieses gestochen scharfe Scheißbild der Braut.
Genau, so ist es einfach.
Ja, und damit hast du ja eigentlich diese Vorbildung.
Und dann hast du darauf aufgebaut und eben hast du einen ganz wesentlichen Meilenstein, mal ganz kurz erwähnt, über den müssen wir reden.
Der Trenchcoat.
Ja.
Und mit dem fing das an.
Ich glaube, die Geschichte habe ich ja quasi schon erzählt, aber es war so, dass ich wirklich über Wochen mir an der Boutique die Nase platt gestanden habe am Fenster.
Wir reden über Burberry.
Wir reden über Burberry, wir reden über einen klassischen Kensington, den ich immer haben wollte und die wochenlange Entscheidungsfindung, ob man den in schwarz oder in honey nimmt.
Ich habe ihn dann in honey genommen.
Und die...
Die Zeit auch, die man investiert, um zu gucken, woher kommt das denn?
Also die Freude.
Die Freude, irgendwas haben zu wollen.
Die Begeisterungsfähigkeit.
Finde ich, ist, und das steht auch hier in diesem schönen Vorwort, das Allerwichtigste.
Und generell, auch in eurem Bereich, ist es das Allerwichtigste im Leben, das Salz in der Suppe des Lebens, wenn man...
Begeisterungsfähigkeit verliert dann, egal in welchem Bereich, dann geht das Ganze zugrunde.
Ich kenne so viele Männer, die sagen, ich möchte auf keinen Fall einkaufen gehen, kannst du mir drei Hemden mitbringen, die, die ich immer trage.
Das ist voll schade, oder?
Das ist sowas von schade, denn Mode ist so ein weites Feld, so ein wunderschönes Feld und sich nicht dafür begeistern zu können, ich weiß auch gar nicht, wie das nicht geht, denn wir konsumieren Popkultur.
Unser Herz geht auf jeden Tag, also dafür lebe ich ja.
Und wenn ich dann, ich als großer James-Bond-Fan zum Beispiel, wenn ich dann an Bond einen Anzug sehe und wissen, dann passiert es doch automatisch, dass ich wissen will, um Himmels Willen sieht der gut aus, wie kommt das denn?
Sitzt der Knopf höher?
Ist das Ding aus Leinen?
Was ist denn das für ein Anzug?
Und dann bin ich doch schon da drin und das ist doch alles wie Urlaub für die Seele.
Und das nicht zu wollen...
Nochmal, es ist vollkommen okay.
Das ist ja kein Muss und niemand wird ausgestoßen, weil er sich damit nicht beschäftigen will.
Ich finde auch nicht, dass man sollte ja niemals Leute, zum einen, was auf jeden Fall nicht geht in unserem Mikrokosmos, dass einmal Leute verurteilen, wenn sie sich irgendwas nicht leisten können, nicht leisten wollen.
überhaupt gar keinen Bock haben, das Spiel mitzuspielen, um Himmels Willen.
Das sollen offene Arme sein, weil wir uns gerne mit Menschen umgeben, die ästhetisch ungefähr auf dem gleichen Nenner sind.
Wenn ich in einer schönen Hotellobby bin und da eine Stunde verweilen möchte, weil es da total schön ist, natürlich ist es scheiße, wenn jemand mit Flipflops reinkommt und da kurz eine Hose und dieses Gefühl nicht dafür hat.
Aber kann ihm nicht sauer sein, ich kann mir nur wünschen.
Und das Gefühl, in einer schönen Hotellobby zu sein, ist ja gar nicht mal so teuer.
Man kann ja auch einfach ins Adlon gehen, in die Lobby und einfach mal ein Cappuccino trinken.
Ein wunderschöner Lobby.
Das ist großartig.
Aber jetzt sind wir schon so bei diesem Thema Geld.
Also Burberry Trenchcoat, das war wann dieses Ereignis 23?
Knie tief im Disco.
Also Knie tief im Disco, Trenchcoat 2000 Euro.
Oder?
Also 2000 Euro.
Und du bist dann erstmal drumherum geschlichen.
Hast dir die Nase platt gedrückt am Schaufenster.
Du warst fasziniert.
Du hast irgendwas wahrscheinlich auch gelesen oder sowieso schon gewusst über die Geschichte dieses Trenchcoats, über das Material, wie es gefertigt wird.
Burberry als Brand.
Das ist ein großartiges Heritage.
Aber du wusstest auf der anderen Seite auch, ne.
Also eigentlich unter rationalen Gesichtspunkten könnte ich mir das jetzt nicht leisten.
Aber du hast es trotzdem irgendwann gemacht und bist reingegangen und hast dir diesen Trenchcoat gekauft.
Und ganz kurz, ich mag dich auch gar nicht unterbrechen, ich höre deine schöne Stimme gern, aber das ist ein ganz wichtiger Punkt mit der rationalen Gehirnhälfte.
Mein Einpunkt in Mathe während des Abis, also meine 5- in Mathe während des Abis, zeigt es auch, dass meine logische und meine zahlenverarbeitende Gehirnhälfte, weder funktioniert noch von mir irgendein, also Reason kriegt bei mir keinen Platz in meinem Leben.
Das heißt, ich habe, glaube ich, aber auch noch nie deshalb wie so ein, den Schwaben, glaube ich, sagt man das nach, dass die keine Schulden machen können und dass die dann nervös werden und so.
Nee, ich habe, Kreditkarten waren für mich immer da, um noch eine weitere aufzumachen und einfach so viel zu, weil das ist nicht die Gehirnhälfte, mit der ich denke.
Das ist die Emotionale, die sagt, das wird schon alles gut werden am Ende.
Aber es ist ja keine Impulsentscheidung.
Es ist ja nicht, und da ist es ja doch, dann irgendwo wird es an der Stelle meiner Ansicht nach ja auch schon wieder rational, weil du hast ja jetzt nicht einfach gesagt, oh ja, der Trenchcoat muss ich haben, kaufe ich jetzt auch noch, wahllos, sondern es musste ja.
Rational hast du dich auch damit auseinandergegessen, mit der Geschichte.
Es musste ausgerechnet dieser Trenchcoat sein.
Hätte auch eine andere Marke sein sollen, aber es musste dieser sein, es musste dieses Heritage sein.
Und wie ging es denn weiter?
Also Dispo, klar, waren dann nochmal 2000 Euro tiefer.
Nee, der Dispo gab gar keine 2000 mehr her.
Nein, ich habe dann eine limitierte Edition meiner Bilder ins Netz gestellt, abends.
Also es war ehrlich gesagt so, dass ich um 18 Uhr gesagt habe, ich werde noch heute Abend 2000 Euro machen, um mir morgen den Trenchcoat zu kaufen.
Okay, cool.
Und dann habe ich überlegt und nach einer halben Stunde fiel mir ein, okay, dann bringen wir jetzt mal einen limitierten Print von meinen Fotos raus.
Ja und die habe ich dann hochgestellt und 25 Minuten später waren Bilder im Wert von 2000 Euro verkauft.
Das war auf meinem PayPal-Konto dann.
Dann bin ich am nächsten Morgen losgegangen und habe es gekauft.
Ich glaube, ein ganz großer Vorteil ist halt diese Authentizität, dass du diese Dinge wirklich lebst und da stehen ja dann auch wirklich spannende Storys dahinter.
Du hast ein Buch geschrieben jetzt, 100 Staple Pieces, über das wir gleich auch noch reden und das Vorwort, das geht ja mit dem Trenchcoat los.
Die Geschichte ist zu gut, um sie nicht zu erzählen als Appetizer.
Denn man würde ja denken, jetzt hat er sich die Nase platt gedrückt am Geschäft für diesen Trenchcoat.
Er hat Geld extra geraced im Crowdfunding, um diese 2000 Euro zu haben.
Jetzt kauft er sich diesen Trenchcoat.
Das Erste, was er macht, er zieht ihn bei jeder Gelegenheit an.
Aber nein, du hast den Trenchcoat erst mal nur zu Hause aufgehängt.
Ich habe ihn schon angezogen, aber es war übervorsichtig.
Er hing die meiste Zeit genau korrekt.
Aber das ist das, was ich meine.
Lieber ein bisschen zu viel Ehrfurcht haben.
Es ist ja auch ein anderer Umgang.
Es gibt sehr wohlhabende Menschen, die gehen mit ihren Sachen sehr schlecht um.
Mit teuren, qualitativen Sachen, weil sie ja da gar keinen Gegenwert haben.
Das ist ja egal.
Also wenn ich 50.000 Euro am Tag verdiene, was kümmert mich 2.000 Euro?
So, wenn der jetzt dreckig wird, kaufe ich mir morgen 9.
Und das ist halt das andere Extrem, was ja Schlimmes und so überhaupt nicht passieren sollte.
Ich habe jetzt nicht von abgedrehten.
Ich rede ja von alles im Reasonable-Bereich.
Und ich finde das schon sehr gut, wenn man...
diesen Gegenwert, auch wenn er emotional ist, wenn ich was von meinem Vater geerbt habe oder wie auch immer, oder, weil man es sich vom Mond abgespart hat, dass man ein bisschen Gravitas irgendwie in so ein wunderschönes Objekt legt.
Finde ich wahnsinnig wichtig.
Und das kann man haben, wie man will, ob man das respektiert, die Handwerkskunst, in wie vielen Schritten so ein Ding gemacht wurde, ob es daran liegt.
Oder was auch immer.
Aber ich denke, dass Dinge, die produziert wurden, auch aus tierischer Wolle von Menschen mit ihren eigenen Händen, die haben Respekt verdient.
Und das geht dir, das kannst du mir nicht erzählen, das geht dir abhanden, wenn du fast fashionmäßig dir für 2 Euro ein T-Shirt kaufst.
Weil es natürlich ausgeleiert ist an dem ersten Tag.
Und du kaufst dir das 5-6 Mal die Woche.
Da kann mir doch keiner erzählen, dass der in irgendeiner Form, irgendwie eine schöne Beziehung zu seinem Kleidungsstück hat.
Sagen Leute, was redest du da von Beziehung zu Kleidungsstücken?
Ist der krank?
Ich will mich einfach nur anziehen.
Ich will nur nicht frieren.
Das ist vollkommen okay.
Aber wir wissen, dass es das gibt.
Wir wissen, dass es genug Leute gibt, die wesentlich mehr Spaß und Freude im Leben, an den schönen Dingen in ihrem Leben hätten, wenn sie ...
sich damit befassen würden und wenn sie anstatt was Billiges zu kaufen, lieber ein bisschen sparen.
Also vielleicht eher Konsumtäter als Konsumopfer?
Wirklich bewusst was tun und sich nicht einfach alles irgendwie verkaufen lassen, hinter allem hinterherlaufen, sondern lieber ein bisschen weniger, aber dafür ganz bewusst das, was man wirklich will?
Das ist der Sinn dieses Buches, denn bei Staple Pieces reden wir nie von einem Stück, dem man hinterherläuft.
Denn wenn man einem Stück hinterherläuft, dann muss dieses Stück sich ja bewegen in einem Strom und da reden wir von Mode.
Und modische Strömung, das hier bleibt bestehen, so wie das Buch hier steht, als Fels in der Brandung, denn...
Den modischen Strömungen, den rennen wir hinterher.
Wir tragen diese Clowns-Schuhe von, ich nenne die Marke nicht, die großen Sneaker.
Jetzt überlege ich, wie du Balenciaga umschreiben willst.
Ja, weiß ich auch nicht.
Wo man denkt, man wäre mit einem Schuh in einen anderen Schuh getreten, in einen anderen Knetschuh und da dann so ein riesen Preisschild dran macht und da müsste man hinterherrennen.
Weil das ist irgendwas, das unterliegt einer modischen Strömung und da rede ich auch gar nicht mit rein, denn das ist ein Code der Jugend.
Und diese Jugend, für die das wichtig ist, zu protestieren, zu kommunizieren.
Ich lasse mir in Irisch gehen, wenn ich nicht aus Spaß, sondern ich möchte ja meinen Protest zeigen.
Und ich möchte ein großes Gucci-Logo auf meinem T-Shirt haben, wenn ich noch nicht so weit bin, dass ich schon gelernt habe, laut zu sein und laute Logos brüllen nicht schön.
Das ist kein Zeichen von Stil, sondern...
Das ist jetzt nur für dich mal eben, dass du zeigen kannst, ich bin an so einem Punkt in meinem Leben, da kann ich mir dieses T-Shirt leisten und das macht mir gar nichts.
Aber das ist alles so ein modischer Sprache, so ein Duktus, den die Jugend braucht oder sonst wer und die Fashionwelt, um sich irgendwie einfach zu bewegen.
Und dann gibt es aber die Classic Manswear.
Da hat sich in den letzten 300 Jahren nichts geändert.
Es ändern sich Nuancen vielleicht.
Aber diese Jugend oder die Leute, die älter werden, die haben immer als Refugium, wenn sie nicht mehr wie Robert Geissen rumrennen wollen mit 60, mit dem T-Shirt und weiß ich nicht, dann könnten die theoretisch, wenn sie sagen, ach guck mal, ich muss mich gar nicht so anstrengen, ich muss gar nicht versuchen jung zu bleiben.
Ich sehe genauso schön und wenn nicht noch viel schöner aus in Sachen, die seit 300 Jahren erprobt sind, wo es gewisse Regeln gibt, Zielregeln.
Und dann merkt man, die Stilregeln, die sind ja auch gar nicht einfach so aus Nickeligkeit gemacht worden.
Das sind einfach nur so leichte Hilfen, die auch dabei helfen, ein bisschen Stil an den Tag zu legen.
Und Stil hat vielleicht 10% mit Klamotten zu tun, aber 90% damit...
Mit Respekt, mit Empathie.
Wie gehe ich mit meinem Umfeld um?
Wie reagiert mein Umfeld auf mich?
Und das ist das, was ich meine, dass ich habe...
Kann ich dir eine kurze Geschichte erzählen?
Natürlich, deswegen bist du hier.
Es gibt die schönste Geschichte für mich, die das so ein bisschen zeigt, wo Stil anfängt, wo man sich das nicht mehr kaufen kann.
Und zwar waren wir in der Bamboo Bar.
In der Bamboo Bar im Mandarin Oriental in Bangkok.
Die berühmteste Jazzbar der Welt.
Die ist wunderschön mit Fotos von Roger Moore an der Wand, wie er da trinkt und dunkle Hölzer, Palisander, alles riecht ganz wundervoll.
Es ist aber eine Glastür vorne und wir saßen an der Bar und so eine kleine Runde von Menschen.
Du siehst ja auch, wer irgendwo rumhängt, der genießt es ja.
Wenn du im Fußballstadion bist, dann haben die alle Trikots an und die brüllen alle, weil es das, was sie wollen.
In der Jasper ist man meist leise und man hat so ein gleiches Gefühl irgendwie.
So, und dann stand da vor der Tür ein Mann, ein Schrank von einem Mann mit Glatze und der war gold.
Eine riesige, wahrscheinlich so eine, ich darf keinen Marken bashen, aber ich denke mal so eine AP irgendwie am Arm und der hatte eine kurze Hose, Neon und hatte Flipflops an und so ein...
wie so ein Wifebeater oder keine Ahnung.
Auf jeden Fall wollte der gerade reinkommen und der kleinste Mann aus der Bar, der kleinste Thailänder, hastete dahin, ging raus, machte die Tür hinter sich zu und diskutierte mit dem Mann.
Wir konnten das nicht hören.
Immer nur so Fragmente.
Und er zeigte nach oben, was hundertprozentig signalisierte, Alter, ich bin in einer von den Suiten und die Suiten kosten 40.000 pro Nacht aufwärts.
Du lässt mich jetzt da rein.
Und der ist hartnäckig geblieben, hatte auch so einen Püppi mit aufgespritzten Lippen an der Hand.
Und der hat alles versucht und baute sich auch ein bisschen auf und so, aber der wurde nicht reingelassen.
Und das war so ein schönes, es gibt nur eine Bitte, die Bitte ist doch nur, trag doch lange Hosen und Schuhe.
Und die könnten 8 Euro kosten, die lange Hose und Schuhe.
Aber es geht darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass wenn Menschen mit einer ähnlichen Ästhetik irgendwo zusammensitzen, du keine Lust hast, auf die hässlichen Füße von diesem Arsch zu gucken, während wir...
einen super leckeren Cocktail genießen und es schön haben.
Wir haben über Wertschätzung gesprochen, wir haben über Empathie gesprochen und das ist eben nicht nur Wertschätzung für die Klamotten, in Anführungszeichen, sondern auch Wertschätzung ausgedrückt gegenüber anderen Menschen.
Das ist Stil und das ist der Inbegriff eines Gentleman sein und sein zu wollen, dass du dir kein Parfum auflegst, wenn du ins Restaurant gehst.
um andere Leute nicht zu belästigen.
Die meisten Sachen aus diesen stilistischen Regeln, über die ich hier drin rede, das ist alles Common Sense.
Und das hat auch nicht immer was damit zu tun, dass man es jetzt kaufen muss, sondern das sind ganz einfache Umgangsformen.
Und vieles davon ist auch nicht so teuer wie ein Trenchcoat von Burberry, sondern Stil ist dann keine Frage vom Geld.
Aber nochmal zu diesem Trenchcoat.
Du merkst, mich fasziniert diese Trenchcoat-Geschichte.
ist aber irgendwie doch auch, sich so einen Trenchcoat zu kaufen, eine ökonomische Entscheidung, oder?
Eigentlich ist es doch rational, weil der Trenchcoat von Burberry, den du kaufst, den kannst du 20 Jahre, 30 Jahre tragen, wenn du jetzt nicht komplett aus dem Leim gehst oder komplett zusammenschrumpfst und ihn gut behandelst.
Wer es schafft, meine 100 Staple Pieces alle zu besitzen?
Ich glaube, das geht gut aufs Konto.
Der sollte sich bitte mal melden, da müssen wir dann.
Es ist keine Jacht dabei, sondern es sind wirklich nur Accessoires.
Und bei den 100 muss man auch sagen, da ist zum Beispiel ein Taschenkamm dabei, da ist eine Geldklammer dabei, ein Feuerzeug.
Also wirklich auch schöne Accessoires.
Du hast ja gesagt, es ist eine Sammelanleitung.
Man muss ja nicht alles auf einmal haben.
Und man kann das, das ist ja das Schöne, auch solche teuren Teile so als punktueller Luxus sehr gut kombinieren.
Man kann ja einen besonderen Gürtel auch mit einer handelsüblichen Schino tragen.
Man kann einen wunderbaren Loro Piano Pulli zur Jeans tragen.
Und die Jeans muss auch nicht unbedingt von Louis Vuitton sein.
Sie sollte bitte nicht...
Über Marken reden, da habe ich auch noch was Interessantes festgestellt in deinem Buch.
Ich durfte ja vorher schon reinschauen und hatte viel Spaß dabei.
Aber wenn wir jetzt schon über Marken reden, müssen wir natürlich mal kurz über Burberry sprechen.
Das ist ja für dich irgendwie so ein bisschen identitätsstiftend ja auch, weil damit fing dieses ganze Finger des Business irgendwie an.
Was denkst du jetzt über Burberry?
Ich meine, du hast eben dieses Heritage erwähnt.
Du hast gesagt, also diese Grundzüge der klassischen Herrenmode, die gehen Jahrhunderte.
von Jahren zurück.
Burberry hat ja nun auch dieses riesige, reichhaltige, britisch aufgeladene Erbe, war in den 2010er Jahren ja mal ziemlich angestaubt.
Dann kam Christopher Bailey mit so einer Reaktivierung der Marke und dann Riccardo Tisci irgendwie, der es vielleicht dann am Anfang kommerziell super gemacht hat, aber ein bisschen überdreht hat.
Dann war irgendwie alles sehr Streetwear inspiriert und jetzt sind sie irgendwie...
Ja, jetzt ist die Frage, man sieht das so ein bisschen am Aktienkurs, so diese einzelnen Wellen.
Jetzt ist da wieder so ein dickes Fragezeichen hinter.
Ja, also das Ding ist, das muss natürlich irgendwie jeder für sich entscheiden.
Deshalb, das ist ja nicht, das ist auch nicht wertend gemeint.
Ich kann nur sagen, aus meinem ganz, also meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass ich finde, dass eine Heritage-Marke meist die Heritage auf einem Produkt gegründet hat.
Und das ist das einzige Produkt, das mich in irgendeiner Form anmacht.
Bei Burberry ist es der Trenchcoat.
Du brauchst mir von...
Der Schal, der wird von El Beletten in Hamburg leider...
Das geht alles immer in die Fallschäcke.
Also Bluse mit Burberry hier oben.
Unsere Arbeitsministerin hat letztens sich damit ableiten lassen.
Das sollen sie alle machen.
Wir haben genug Politiker, die...
Kontrastknöpfe am Hemd tragen.
Also so das Fauxpas schlechthin.
Ich will nur sagen, der Grund, warum ich im Gegensatz zu vielen meinen Freunden, die das furchtbar finden, dass ich eine Louis Vuitton Keep All 25 mit mir rumschleppe, meine wunderschöne, kann ich die mal zeigen?
Ja.
Meine wunderschöne Wes Anderson Dajiling Limited Keep All, die ich über alles liebe und nie wieder hergeben würde.
die das alle nicht verstehen.
Für mich ist Louis Vuitton ein Heritage-Parade-Beispiel und ein wunderschönes, emotional aufgeladenes Ding von mir, denn ich rede bei Louis Vuitton, ich weiß gar nicht, wie viele Produkte die haben und wenn es um die...
Ich will gar nicht anfangen mit irgendwelchen Turnschuhen oder irgendwelchen Sachen, das ist alles...
Ich möchte dazu gar nichts sagen.
Für mich bleibt Louis Vuitton immer ein Kofferhersteller und ein Hersteller für Reisetaschen.
Und das ist der Zauber und das ist das, den verstehe ich und den bringe ich zusammen mit Hemingway, der im Ritz seinen Louis Vuitton-Trunk vergisst.
Und in diesem Trunk...
ist auch noch mein Lieblingsbuch, die Notizen, die da ja dann mit Paris am Festfluss leben, Jahrzehnte später rauskam.
Amalgiert, gibt es das Wort überhaupt, alles irgendwie so zu einem schönen, sehr warmen, fuzzy place, weswegen ich Louis Vuitton sehr, sehr, sehr schätze und schön finde.
Aber bei der Heritage-Marke, also bei dem, wo sie angefangen haben.
Genau da, wo sie angefangen haben.
Trenchcoat bei Burberry und es ist bei Gucci die 1953er, die ich gerade trage.
Die Loafer.
Das erste Mal, dass ein Gast seine Schuhe auszieht.
Schön, oder?
Klassiker.
Das ist das Gute an Qualitätsschuhen mit einer atmenden Ledersohle.
Da riecht nie irgendwas.
Endlich mal ein Grund, warum man uns auch gucken muss und nicht nur hören sollte.
Ja, finde ich auch.
Ihr Lieben, das sind meine...
Schon ganz schön durchgelaufenen 1953er.
Also das sind die Schuhe.
Ich liebe aber auch die Taschen.
Also der Heritage-Kram, wunderbar.
Aber all das, was so die modische Strömung bedient, womit, glaube ich, die Marke aber ihr Geld verdient, tut mir leid, kann ich nichts mit anfangen.
Und wie hoch siehst du die Risiken, dass man, wenn man das eben mit den modischen Strömungen oder auch mit der Expansion jetzt in andere Accessoire-Bereiche oder Kleidungsrichtungen, dass man eine Marke überdreht und damit komplett kaputt macht, auch das Heritage kaputt macht.
Bei Gucci, das ist ja auch so ein Beispiel, die haben es ja auch richtig überdreht.
Diesen Spagat auf der einen Seite, dieser klassisch italienische Schick und dann auf der anderen Seite diese Trainingsanzüge, die so irgendwie aussahen, als wenn sie aus einer Handtasche geschneidert werden.
Jedenfalls blinken und blitzen von Logo, was dann ja irgendwie jetzt so in Fake in diese Tallahon-Richtung gelaufen.
ist, aber schon bei den Echten mich also damals so ziemlich gestört hat.
Und wenn wir jetzt auf die Zahlen wieder von Gucci gucken, dann muss man sagen, ja, das geht runter, runter, runter.
Man kriegt ja irgendwie Angst, dass sie das Heritage kaputt machen.
Kann man dieses Heritage einer solchen Marke wirklich kaputt machen, dass irgendwann jemand auch sagt, nee, das ist mir an der einen Seite so viel zu schrill, damit auch die anderen Klassiker nicht mehr?
Ich glaube, das Problem ist, wenn man Bei solchen Marken, also wir würden ja sagen, the ship's too big to sink.
Also ist ja jetzt so eine Marke nicht einfach mal kaputt.
Aber ich denke, dass wenn nicht nur alles an einem schweren Anker hängt, sondern man versucht in der jeweiligen Strömung, in der Mode sich anzupassen und den Leuten was zu verkaufen, dann wird es immer den Punkt geben, wo man dann wieder reagieren muss.
Also wir sprechen mal über die ganzen...
darf das so sagen, wirklich hässlichen Crossbody-Bags und diesen Bauchtaschen, die man sich eine Weile, jetzt zehn Jahre um den...
Die man eben nicht mehr um den Bauch hängt, sondern irgendwie so.
Und das Ding, da liefen hier die Kameras noch nicht, aber wir hatten darüber geredet, dass sich das eine ganze Weile ist so ein bisschen modisch.
vom Schick her es so ein bisschen so Klassenverrat nach unten gab.
Auch die Gymnasiasten wollten aber lieber gerne 187 Straßenbande sein und würden am liebsten gerne am Straßenrand noch jemanden umbringen und dafür Respekt verdienen.
Also es musste immer, es durfte eigentlich nichts mehr schön sein, sondern es musste alles möglichst grimmig.
Genau, und dein Talahorn-Begriff.
Das kommt ja alles so.
Also jeder wollte aussehen wie ein Drogendealer und das ist ja auch okay.
Das ist ja, was ich meine.
Das ist die Sprache der Jugend und die machen das dann.
So, und als ich dann 23 angefangen habe und so ein bisschen das Pendel sich wieder in die andere Richtung dreht und die sagten, oh, Old Money ist aber auch gar nicht so schlecht und kommen dann mit so einem Begriff um die, der falsch interpretiert wird, egal.
Aber dann ist es jetzt so, jetzt steht Gucci da mit ihren vielen hässlichen Taschen und Männerprodukten, die für eine Klientel gemacht wurde, die nicht mehr gut ankommt.
So, worüber Witze gemacht werden.
Natürlich hat man mal einen Verkauf, man macht zwar Geld, aber so im Großen und Ganzen.
Aber immer weniger.
Ja, immer weniger, das auch noch.
Aber diese Konnotation, die ja nicht für immer einmal so eingebrannt ist, die wird ja immer erneuert und erfrischt.
Und ja, würde ich sagen, nicht gut.
Also jetzt kommen wir mal ein bisschen auf dein Buch zu sprechen, nämlich auf die Inhalte.
100 Stable Pieces und das Schöne ist ja...
Man kann jetzt einfach ja auch mal so ein Manuskript durchzählen lassen, welche Marken denn am häufigsten genannt sind.
Du erzählst ja zu diesen 100 Staple Pieces schöne Geschichten, warum sie dir wichtig sind, warum du es als Staple Piece hast.
Nennst dann auch jeweils so einen Favoriten ganz konkret.
Ja, die Gucci Loafer, über die haben wir schon gesprochen.
Und dann ist dazu noch so eine Wunschliste, also so zwei, drei weitere.
die auch noch als Alternativen sind.
Und dann bin ich mal durchgegangen und habe mal gezählt.
Welche Marke taucht denn am häufigsten in der Wunschliste auf?
Und ich dachte am Anfang, naja, es könnte vielleicht dann doch wegen Heritage eine Louis Vuitton sein.
Jetzt kenne ich deinen Anspruch, dass du sagst, nee, es sind ja nicht 100 Gepäckstücke.
Insofern konnte es nicht sein.
Ja, und es ist dann tatsächlich 22 Mal eine Ralph Lauren.
mit dabei.
Und zwar also Poloshirt, Kaschmirpullover, Sportcoat, Navyblazer, Alcino, Kortanzug, Strickkrawatte, Wildlederblouson, farbige Chino, Rugbyshirt.
Nur einfach mal so, auch damit ihr wisst, um was es hier eigentlich geht.
Das ist also jetzt nicht abgespaced, sondern wirklich Sachen, die man auch braucht.
Aber ganz, ganz häufig eben von Ralph Lauren.
Was machen die denn irgendwie?
Richtig.
Aber nur damit die Leute das jetzt nicht 22 von den 100 sind Ralph Lauren.
Immer zwei, drei oder so.
Genau, und das ist nochmal aufgeteilt in Ralph Lauren Purple Label, wir haben Polo Ralph Lauren, wir haben Double RL.
Was Ralph Lauren so wahnsinnig interessant und vielfältig macht, ist einmal auf meinem Stil, auf meiner Präferenz gewachsen.
Denn, ganz wichtig, das hier.
ist kein Stiftung Warentest für die 100 besten Sachen.
Das ist meine ganz subjektive private Wunschliste, die ich jedem ans Herz legen möchte.
Und deshalb, wenn jetzt jemand ankommt und sagt, ich trage aber nur BDSM-Gummianzüge, das ist mein Stil, dann wird das ein bisschen schwierig.
Je näher man an meinem Stil ist, desto einfacher wird es.
Und ich bin jemand, der gerne...
dem Ivy-Style frönt.
Damit sind wir bei Ralph Lauren natürlich zu Hause.
Von den Chinos bis zu den OCBDs.
Ich habe hier eine schöne Ralph Lauren-Krawatte gerade an.
Er bedient eigentlich ein sehr rundes amerikanisches Bild.
Und das ist aber ein Bild, das klamottentechnisch wunderschön ist.
Und zwar haben wir einmal den...
Die Noblesse, den Reichtum der East Coast.
Wir haben den Prep School Stil.
Das ist das, was ich am meisten propagiere, würde ich nicht sagen, aber den feiere ich.
Und dann haben wir auf der anderen Seite exklusivste Western und Americana unter Double RL.
Und das ist das, wo mein zweites Herz hängt.
am Western-Style.
Und deswegen finden auch natürlich wahnsinnig viele Dinge dort in diesem Buch Platz.
Und Ralph Lauren schafft es immer wieder bei okayen Preisen.
Du weißt, wie es ist.
Es ist immer eine Frage der Perspektive.
Aber die Qualität ist wirklich sehr, sehr gut.
Die erlauben sich am wenigsten Patzer bei all den großen Marken, immer wenn eine neue Kollektion rauskommt.
Kann man wirklich so sagen.
Also sie haben es irgendwie geschafft, auf der einen Seite Heritage, aber auch eine gewisse Massenkompatibilität und dann ökonomischen Erfolg zusammenzubringen, was eben ja nicht vielen gelungen ist.
Und diesen ökonomischen Erfolg, den sehen wir ja auch an der Börse, die Aktien in den letzten fünf Jahren plus 160 Prozent.
Und das war jetzt nicht die Zeit, wo Modeaktien generell gut gelaufen sind.
Ganz im Gegenteil.
Und ich glaube, da hast du aber einen, der wichtige Punkt ist wirklich, dass Egal, was so am Rand in der Peripherie passiert, dieser Nukleus ist Heritage und der bleibt.
Und du wirst immer die schönen Stücke, die die Jugend jetzt halbfälschlicherweise mit All-Money-Ästhetik in Verbindung gebracht haben, du wirst diese schönen Stücke, die sich einfach nicht...
ändern seit den 70ern, seit den 80ern.
Die wirst du da immer finden und das ist eher so ein Garant.
Die haben Sachen falsch gemacht, wie ich finde.
Dieses Pony hat nicht in groß irgendwo drauf zu sein.
Und dann hinzugehen, und das war ja genau das, was wir wieder, plötzlich meinen Leute, die kein Geld haben, wenig Geld haben, aber meinen, das sei nicht okay und sich dafür schämen, sich T-Shirts kaufen, wo dann ein großes Logo, ein großes Symbol drauf ist, um zu zeigen, hier, ich hab Geld und ich kann das und so alles, was Mode nicht machen sollte, haben sie dann mit ein paar Kollektionen wirklich auch falsch gemacht und ich finde diese Revlon-Sachen auch wirklich, wirklich hässlich.
Aber sie haben eben nicht das ganze Heritage damit beschädigt und sie haben nicht die Marke so überdehnt, wie Gucci das gemacht hat.
Nein, und sie sind auch schlau und diese Sachen, die werden, das glaubt ja keiner, die werden ja exklusiv für Outlets gemacht.
In der Boutique findest du die nicht.
Die findest du im Outlet, wo man schon weiß, wer sich da bedient und dass sie das auch lieber hätten, als ein bisschen mehr auszugeben und dafür ...
einen leisen Stil an den Tag zu legen.
Aber trotzdem, es ist nach wie vor leiser Stil.
Du hast dieses Ivy Heritage erwähnt.
Am zweithäufigsten eine Marke, die wahrscheinlich den wenigsten was sagen wird, ist Drake's.
Nicht börsennotiert, muss man dazu sagen, aber tatsächlich im Besitz von jemandem, der auch an der Börse inzwischen eine große Nummer ist, nämlich Andershorch Paulsen, der Gründer.
Eigentümer von Jack Jones und Veromoda, also wirklich Massenware, Anteilseigner von Asos und Zalando, weil Zalando auch lange im Aufsichtsrat gewesen.
Aber der leistet sich nebenbei sowas wie Drake's.
Ja, wo ich auch glaube, dass der, also ich keine Ahnung, das wird ein Herzensprojekt sein, vielleicht weil er so schlechtes Gewissen hat wegen Veromoda und wegen den anderen Sachen.
Aber ich schwöre dir, das weiß Keiner, das weißt du, weil du unheimlich investigativ an die Sache rangehst, aber die meisten Drakes-Fans von uns haben davon keinen blassen Schimmer.
Und was Drakes so gut macht, ist gar nicht so eine wirklich klare Linie.
Also kein Produkt wie bei Hermes, wenn du weißt, wenn da Tiere auf der Krawatte sind, ist es eine Hermes-Krawatte.
Wenn da ein großes Haar.
auf diesem hässlichen Gürtel ist, dann ist das ein Hermes-Gürtel.
Das haben wir bei Drakes nicht.
Das könnten eine Menge Sachen sein.
Also Tiere auf Krawatte gehen für dich nicht?
Doch, schon.
Aber nicht von Hermes?
Doch, ich will nur sagen, daran erkennen wir es.
Wir wissen dann, das ist Hermes.
Aber wir erkennen kein Drakes Stück.
Nicht so wirklich.
Manche Sachen, die Einstecktücher kann man erahnen und die Drakes Schals, die eine große Popularität.
Aber es ist halt so, die rennen halt nicht so über die Marke, sondern es ist immer so ein bisschen so wie, da setzen sich so viele Leute zusammen, die einen so unglaublich guten Geschmack haben, einen Sinn für Ästhetik, der ganz doll in dieser ganzen Ivy- und Preppy-Szene zu Hause ist und machen einfach jedes Jahr aufs Neue das beste Lookbook.
Und das ist eine ganz, ganz große Stärke.
Und sie haben eher so eine unheimlich nicht anbiedernde Haltung, sondern eher so, ja, das ist teurer, das ist für Leute mit Geschmack, aber...
Das sieht nicht so aus.
Also Leute, die einen Gegenwert für ihr Geld haben wollen, der nicht in Qualität fußt oder in wirklichem Geschmack, sondern weil es glänzt oder weil es besonders irgendwie ist oder weil das Logo da groß drauf ist, das funktioniert mit Drakes halt nicht.
Und das ist sehr, sehr, sehr positiv und so bleibt man auch kredibel.
Ja, also wir könnten jetzt natürlich noch weiter durchgehen mit Marken.
Da sind spannende Sachen dabei.
Also ich habe zum Beispiel J-Press entdeckt.
Das ist Nummer sieben.
Und ich gucke dann natürlich, okay, wem gehört diese Marke und was stelle ich fest?
Auch diese Marke steckt in einer börsennotierten Holding, nämlich in der japanischen Onward Holding.
Und die Aktie, auch da wieder, hier, Ben als Stockpicker, 135% in den letzten 5 Jahren.
Und dann habe ich mal geguckt, was ist denn sonst noch so in dieser Onward Holding drin?
Und dann finde ich Niyu Sanku, ICB, Gotai Riku.
Habe ich noch nie gehört.
Du auch nicht.
Okay.
Aber...
J-Press ist genau dein Ding.
Ja, J-Press ist jetzt...
Wir waren übrigens mal Eigentümer von Jill Sander.
J-Press war Eigentümer von Jill Sander?
Nein, Onward Holdings, also die Muttergesellschaft.
Die haben es aber dann weitergerechnet.
Ja, Jill Sander Sun ist das schlimmste Parfum aller Zeiten.
Ich kann damit verbringen, nichts Gutes.
Du kriegst sofort Kopfschmerzen.
Aber es gibt auch andere schlechte Parfums.
Ich will jetzt nicht...
Meine persönliche Präferenz.
Bei Jay Press ist es so, Jay Press waren in der Tat die ersten, die Yale-Studenten um die Jahrhundertwende, 1902 glaube ich, hat Jay Press aufgemacht und die waren auf dem Campus, auf dem Yale-Campus, waren die diejenigen, die OCBDs, also hier sind Oxford Cloth, Button Down, Chinos und alles, was noch dazugehört an Collegiate-Klamotten, die waren die ersten und Ralph Lauren hat das ja im Grunde genommen, sagen wir mal, die Hälfte von J-Press genommen, die Hälfte von Brooks Brothers genommen und sich das zu eigen gemacht.
Aber hat es sehr gut gemacht, alles fein.
Aber Gantt, Brooks Brothers und J-Press sind so die Urväter des Ivy-Styles und die Sachen sind wunderschön.
Könnte ich mich totkaufen.
Das Problem ist nur, es gibt nur den Shop in New York, den Shop in Yale und es gibt einen Shop in Tokio.
Das war's.
Und kein E-Commerce?
No.
Klar, aber du musst ja die Steuern draufzahlen etc.
Und da wir aber sehr law-obedient sind, meine Frau und ich, dürfen wir nicht über 430 Euro mit aus New York bringen.
Sind dann also da und kommen dann immer mit so einem Kleidungsstuck zurück und denken uns, hätten wir uns nochmal getraut am Zoll vorbei, vielleicht doch noch einen Pulli.
Naja.
Wenn der Zoll ein Selfie machen will, ist er abgelenkt?
Wir wurden beim Zoll schon angeschmiert.
Wir haben uns natürlich wie immer dran gehalten, aber wir haben das schon gesehen.
Wir sind aus L.A.
gekommen und die haben sich umgeguckt und als sie uns gesehen haben, haben sie auf uns gezeigt.
Mich haben sie mal rausgezogen.
Das war das einzige Mal, wo ich wirklich signifikant eingekauft habe.
Das war 2009 und ich könnte dir jetzt auch sagen, welche Marke es damals war.
Ed Hardy.
Christian Odigier.
Ich habe kurze Zeit überlegt.
Ich muss gehen.
Wir machen Schluss.
Ich habe aus dieser Zeit noch ein Hemd im Schrank hängen.
Ich habe es nie angehabt.
Das hat, glaube ich, damals 300 Euro gekostet.
Ein Odigier-Hemd.
Ich warte noch immer auf eine Gelegenheit.
Und ich habe eine Deutschland-Trainingsjacke von Ed Hardy.
Aber wenn ich die trage, dann verlieren wir unsere Mannschaft.
Das wird ja immer schlimmer.
Was ist denn los?
Nein, aber wie gesagt, das war 2009.
Ist es okay, ist es lange her.
Da haben sie mich rausgezogen.
Sie tun eine sehr klare Definition von Geschmack.
Es ist klar, inwieweit ist dir Marke wichtig dabei?
Dass es von einer Marke ist oder steht die Marke einfach für eine gewisse...
Art der Herstellung, ist es einfach so wie so ein Siegel, was Qualität der Verarbeitung und der Stoffe angeht?
Am besten käme ich jetzt weg, indem ich sage, auf die Marke achte ich gar nicht, mir kommt es auf die Qualität etc.
Ich erliege dem Fetisch so wie jeder andere auch.
Und wenn eine Marke etwas Besonderes rausbringt und das für mich in irgendeiner Form popkulturell aufgeladen ist und aufgeladen war.
Dadurch zum Beispiel, dass natürlich wollte ich Crocodile Jones haben, weil Daniel Craig als James Bond nur Crocodile Jones trägt.
Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte es auch Churches sein können.
Also das bringt schon eine Menge und da bin ich nicht gegen gefeit.
Also ich denke...
dass auch meine Louis Vuitton, wäre das kein Louis Vuitton, würde da Wes Anderson nicht drinstecken in dem ganzen Ding, wäre das für mich auch nicht so begehrenswert gewesen.
Also ich glaube schon, dass es eine gute Mischung ist aus, ich weiß, dass es dann Qualität ist, zu einem Teil gibt mir das ein tolles Gefühl, dass ich weiß, dass ich dieses, popkulturelle Erbe mit anziehe.
Also wenn ich an Alain Delon in Le Samurai denke und er so unfassbar gut aussieht in diesem Trenchcoat, dann ist es bei mir so, dann möchte ich diesen Trenchcoat haben, um mich auch so zu fühlen.
Und lustigerweise ist es so, dass das hier in Deutschland ist das bei Frauen viel verbreiteter, weil Frauen eine andere Begeisterungsfähigkeit gegenüber Klamotten haben.
Sie sind auch viel eklektischer, was das angeht.
Denn eine Frau kann heute Boho-Cowboy-Style, morgen Skater-Girl, übermorgen sich schick und hat High-Heels an.
Und Männer haben so meist, die finden ein Ding und das war's.
Und das finde ich extrem schade.
Und deshalb haue ich mir auch auf die Finger.
Also ich möchte, um Himmels Willen, ich möchte bitte jeden Tag, wenn mir danach ist, ganz anders aussehen und möchte auch...
ruhig mal Devil's Advocate spielen, wenn ich aussehe wie ein Redneck in den Staaten, dann ist es auch mal so, dann fühle ich das mal und dann gucke ich mal, wie es so ist, in den Klamotten rumzurennen und den Leuten die Hand zu geben und so.
Kann man sich ja auch deinem Account von überzeugen.
Ja, auf jeden Fall.
Da gibt es ja auch dann, bist du ja jetzt nicht im blauen Anzug, dunkelblauen Anzug am Strand, sondern da gibt es ein schönes Sommeroutfit in einem rosafarbenen Leinen Anzug, den gibt es leider nicht mehr.
Aber wirklich, schön, aber es wird vielleicht einen anderen geben.
Ja, und gewisse Dinge kommen wieder.
Wenn wir jetzt über Qualität der Materialien und der Herstellung sprechen, dann vermisse ich in deinem Staple Pieces Buch natürlich zwei Marken, Hermès und Brunello Cucinelli.
So gar nicht.
Brunello Cucinelli, also auch da wieder.
Wunderbar, kann man ja alles machen und man kann ja auch sein Piece finden, aber die Marke ist mir, mir persönlich, geht komplett an mir vorbei, ist mir absolut gleichgültig.
Ich sehe überhaupt, ich erkenne da keinen Markenkern und vielleicht, wie du schon sagst, man konzentriert sich halt leise auf gute Qualität, kann ja sein, mag ja sein, aber es gibt keinen Appeal für mich.
Okay, also für dich auch nicht irgendwie popkulturell aufgeladen?
Null popkulturell aufgeladen, hab noch nie Brad Pitt in einem Cuccinelli, in einem Brunello.
Pulli gesehen.
MS ist für mich leider Gottes extrem etepetete, verhaftet, schikimiki, spießig.
Ich finde wirklich, also das große Problem ist einfach, wenn jemand, und das an all die Uhrenträger da draußen, ihr seid ja immer so wahnsinnig energiegeladen und so schnell, so schön sauer.
Wenn jemand eine Uhr trägt, die über einen gewissen Betrag geht, dann ist das ein Statussymbol und ihr tragt es auch so, das kann mir keiner erzählen, dass es ist, weil die Technik ist super.
Superb, wofür denn?
Die zeigt die Uhr an und vielleicht hört man so ein bisschen, wie da ein Rädchen guckelt.
Aber ganz ehrlich, Statussymbole sind so weit entfernt.
von dem, worüber ich gerne reden möchte und von Stil.
Und ich finde, dass viele wirklich ihre Uhren nehmen, um Status auszudrücken.
Und das finde ich, das ist ganz jämmerlich.
Das ist wirklich ganz, ganz, ganz jämmerlich.
Und so ähnlich ist es dann bei manchen Marken, bei manchen Stücken wie dem MS-Gürtel.
Was finde ich so, als Typ ein MS-Gürtel zu tragen, finde ich schon, muss wirklich nicht sein.
Ein bisschen too much.
Warum ich natürlich nach diesen ganzen Marken frage, hat den simplen Hintergrund, dass es alles eben börsennotierte Konzerne sind.
Entweder direkt die Marke, wie im Falle von Hermès, oder es steckt irgendwo drin.
Gucci als Teil von Caring, wie ja auch Yves Saint Laurent.
Bei dir im Buch übrigens auch, sechs Mal auf der Wunschliste.
Großartige Marke, die halt so ein bisschen in diesem Konglomerat untergeht.
Absolut.
Ich muss auch nochmal sagen, dass die meisten Dinge, und ihr werdet ja auch Vintage-Sachen finden, die es nicht mehr gibt, die man sich bei Vintage oder bei KehaufKal, ich weiß nicht, welche Plattform...
Ich kenne eigentlich nur Vintage.
Ja, wir machen auch alles nur Vintage.
Aber dass wir, unsere kleine Satorialisten-Gruppe, wir kaufen uns all unsere Dinge bei Vintage.
Ein OCBD, ein schönes OCBD.
das zehn Jahre getragen wurde, ist dann erst schön.
Ein neues, so wie das hier, zwar das wunderschönste Nonplusultra Kamakura-Shirt, muss ich aber jetzt erst mal zehn Jahre tragen, bis es wirklich schön ist.
Ja, damit sehen wir auch wieder, es ist nicht alles immer eine Frage des Geldes und des Aufschlags für die sofortige Verfügbarkeit, sondern es ist dann auch irgendwie entschleunigend.
Es ist Geduld.
Es ist dann das Jagen.
Auch von Stücken, ein bisschen so wie an der Börse, dass man wartet, wann kommt die Gelegenheit.
Und es ist eben nicht das, was man oberflächlich sagen könnte, der ist Mode-Influencer, der Konsum-Opfer-Typ.
Aber zu dem Yves Saint Laurent, was ich sagen wollte, ist nur, dass wenn wir unsere Sachen überwindet, kaufen wir.
Wir können diesen alten Yves Saint Laurent-Geist der 80er, den kann man da ja super einfangen.
Und was auch wieder für die Qualität spricht.
Die Sachen sind alle so gut und die Sachen sind besser als jetzt.
Und Yves Saint Laurent hat die schönsten Strickrawatten in den 70ern und in den 80ern rausgebracht.
Sie haben die Rap Tie, also unsere gestreiften Regimental Ties, haben die einen neuen Look verpasst.
Also ich bin ein ganz großer Yves Saint Laurent.
Ich meine, das Logo war auch noch.
Jetzt haben sie daraus gemacht, Saint Laurent, das ist irgendwie so, wie alle möglichen Logos, immer ein bisschen weniger Seele.
Das fehlt mir, fehlt mir, fehlt mir sehr.
Und das Yves Saint Laurent Logo war...
Eines der schönsten, wirklich.
Ja, ich weiß noch, irgendwie in den 80ern, wir haben in Brasilien gelebt und dann kam ich rein und dann gab es, hatte meine Mutter oder mein Vater, mein Schlieffater hatte...
Yves Saint Laurent Jazz.
Das war ein Parfum.
Wo aber das Logo so ganz groß vorne drauf war.
Und die war fast schon so eine Art Deco-Flasche.
Die sah so gut aus.
Schwarz-Weiß.
Egal.
Aber sowas brennt sich ein.
Toll.
Ich könnte noch sehr viele Marken mit dir durchdeklinieren.
Aber wir wollen ja auch nicht den Eindruck erwecken, es geht hier nur alles um High-Fashion-Marken, High-End.
Super Premium, sondern in deinem Buch kommt ja auch wirklich etwas sehr Niederschwelliges vor.
Ich habe nämlich mal geguckt, Uniqlo wird mehrfach lobend erwähnt und da schon wieder.
Der Ben-Bernschneider-Stock-Picking-Indikator.
Uniqlo über die letzten fünf Jahre, heißt ja an der Börse Fast Retailing aus Japan, plus 160 Prozent.
Wer es nicht auf der Liste geschafft hat, ist Zara, also Inditex, plus 55% nur und Hannes und Mauritz, 5 Jahre minus 25%.
Was macht Uniqlo besser in deinen Augen als letztendlich die ja irgendwo zumindest aus ökonomischer Sicht vergleichbaren Ketten Zara, Inditex und H&M?
Bei Uniqlo kriege ich ja auch so dasselbe Piece in 30 Farben und irgendwie wächst es auf mich sehr uniform.
Und das ist gerade die Stärke.
Du bekommst Basics, die durchdacht sind und die Basics, die immer gehen.
Ein OCBD, Relaxed Fit von Uniqlo, ist das beste Preis-Leistung.
Ich hasse dieses Wort, ich hasse Preis-Leistung.
Da ist kein Zauber drin.
Das ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und das beste Stück.
was es gibt.
Die dicken T-Shirts von denen.
Also wir reden über das klassische Oxford-Button-Down.
Oxford-Button-Down, genau.
Also Klassiker und das ist ja so ein bisschen, das schwingt immer mit.
Wir wissen, dass der Ivy-Style, über den wir die ganze Zeit reden, auch wenn er in Amerika erfunden wurde, war der in den 50ern tot und die Japaner haben dafür gesorgt, dass der Ivy-Style und der Prep-Style groß wurde und haben den dann quasi zurück Exportiert an die Amerikaner.
Für die Japaner ist das immer noch das Nonplusultra.
Du kannst, wenn Uniqlo sagt, wir kleiden ganz Tokio ein, dann kannst du nicht umher.
Genau diese Basics, die du zu einem Ivy-Style brauchst, die kannst du nicht machen.
Und das ist für uns natürlich ein totaler Glücksfall, dass die sich darauf spezialisiert haben.
Und zum Beispiel Kashmir ist teuer.
Der Grund, also wenn Leute fragen, wie ich kann doch nicht bei Red Floor & Purple Label, ich kann doch nicht 1400 Euro für einen Kaschmir-Pulli bezahlen.
Doch kannst du sehr wohl, denn Kaschmir ist teuer.
Da geht kein Weg dran vorbei.
So, wenn wir aber langfaserigen Kaschmir, der gute, der nicht pillt, der Jahrhunderte erhalten bleibt, wenn wir den mal weglassen und wir gehen aber in den Industrie-Kaschmir, also kurze Fasern.
Das gibt es erst seit den 80ern, das ist so in den 90ern, dass es überhaupt geht, dass man mit kurzen Fasern arbeiten kann.
Und dann kamen diese ganzen Kaschmir-Pullis.
Und jeder Purist würde jetzt sagen, du kannst dir deinen Kaschmir-Pulli nicht bei Unico kaufen.
Für 99 Euro kannst du dir deinen Kaschmir-Pulli sehr wohl bei Unico kaufen.
Mit dem Hintergedanken, der wird irgendwann nicht mehr so aussehen.
Du wirst dich ein bisschen kümmern müssen um Pilling.
Aber...
Der Merino Wolle Rolli und der Merino Wolle Crewneck, also der Rundhals von Uniqlo und die Auswahl, die die haben, halte ich für das beste Basic aller Zeiten.
Denn jeder Mann sieht mit einem weißen T-Shirt und einem Merino Crewneck gut aus.
Der sieht schlank aus, der sieht clean aus.
Und mehr im Grunde, wenn man sagt, ich weiß gar nicht, wie ich mich anziehen soll.
Oder du ziehst einen Rolli an.
Egal worunter, es sieht immer gut aus.
Und dafür ist Uniqlo einfach wirklich, wirklich, wirklich gut.
Und das machen sie viel konsequenter, diese Basics.
Ja, was ist jetzt ein Inditext oder ein H&M?
H&M bringt ja die ganze Zeit irgendwelche anderen Pieces raus.
Die machen ja auch nette Kollaborationen.
Keine Ahnung, ob da die Rolling Stones Zunge drauf ist oder was auch immer.
Aber Uniqlo, du weißt, was du bekommst.
Das sind immer die gleichen Sachen.
Und wenn die mal so einen Exkurs machen, dann ist das...
Meine Hose, die heißen dann Air-Tag oder wie auch immer und das ist nie ganz, ganz leicht und dann ist da aber natürlich ein bisschen Plastik mit drin und dann kauft man sich da kein Stück für die Ewigkeit, aber eine Hose, die im Sommer die leichteste, kühlste Hose ist und die trotzdem noch perfekt ist.
Und dieses leicht zurückgenommene, leicht, überhaupt nicht so, das ist noch ein bisschen so fast die fehlende Leidenschaft.
Das ist das, was die Japaner so unfassbar gut machen.
So, jetzt habe ich für dich noch gegen Abschluss eine ganz kurze Geschichte.
Nämlich so ein Hot or Not.
Eine ganz kurze Reaktion von dir bitte.
Auf das, was ich dir jetzt so sage.
Motivsocken.
Dazu muss ich dir was sagen, bevor wir in so ein schnelles Ding gehen können.
Ich habe zwei Freunde.
Beide heißen Philipp.
Beide kommen mich heute Abend dem Adel und besuchen.
Mit dem einen Philipp.
teile ich die Leidenschaft für James Bond Motivsocken und der andere kriegt das kalte Kotzen, wenn nur das kleinste Motiv irgendwo drauf sein sollte.
Ich finde aber, dass die Socken gerade ein super guter, super, super guter Punkt, Ansatzpunkt dafür sind, auszufallen, zu zeigen, ich habe keinen Stock im Arsch.
Schöne Socken, keinen Stock im Arsch.
So ist die Gleichung.
Und deshalb würde ich sagen, Motivsocken im Richtigen.
Also gehören nichts in dieses Meeting deines Chefs.
Oder wenn du irgendwo repräsentabel sein sollst, dann sollte die Farbe stimmen.
Aber Motivsocken würde ich sagen, geht.
Hawaii-Hemd.
Hot, hottest.
Auch ohne Jürgen von der Lippe.
Völlig.
Jürgen von der Lippe trägt, wir kennen Jürgen von der Lippe, wenn wir ihn so sehen, dann sehen wir ihn ja mit dem Bauch und so.
Das hatte einfach nicht die richtige Größe, das Hemd.
Und ein Hawaii-Hemd unter einem sandfarbenen Leinenanzug im Sommer und in die Hose gesteckt.
Ist der geilste Lux.
Kragen übers Revers geklappt?
Nein.
Außerdem bräuchst du dafür auch einen Kubakragen, damit er da bleibt.
Machen wir nicht.
Machen wir nicht.
Wir lassen das da drunter und die schöne Serie Da sind wir ein bisschen bei Magnum, oder?
The White Lotus.
Achso.
The White Lotus hat es gerade wieder so rausgeholt.
Naja, Magnum, der steckt zwar auch in die Hose und ist auch wunderbar.
Und ja, Paradise Found heißt die Marke des Hawaii Shirts von Magnum, falls das jemand nachkaufen möchte.
Wunderbar, das ist das Original.
Und ja, top.
Slimfit Jeans.
Auf keinen Fall.
Es sei denn, man spielt mit 50 oder 60 immer noch in einer Post-Punk-Band in New York.
Dann würde ich sagen, schwarzer Skinfit zu Cuban Heels gut.
Aber wenn man selber nicht mehr richtig skinny ist, finde ich, ist Skinny Jeans einfach ein absolutes No-Go.
Bei Frauen ist das anders, aber bei Männern geht es überhaupt nicht.
Apple Watch.
Es ist wie eine Funktionsjacke.
Es ist was Tolles.
Ich liebe Apple.
Ich liebe Apple-Produkte.
Wenn man schwimmen geht, wenn man irgendwas damit macht, ganz toll und wunderbar, solange man das nicht als schönes Teil seines, als schönes Accessoire sieht.
Es ist ein Gadget.
Es ist ein Gadget und es ist schön und ich finde es cool.
Aber wenn man im Anzug in sein Restaurant geht und möchte, dass die Accessoires zusammenpassen, dann würde ich auf eine Apple Watch verzichten.
Und jetzt in Memoria am Karl Lagerfeld Jogginghose.
Ja, also in der Funktion als Sportutensil, als Chill-Apparat, ja, total gerne, zu Hause, in der Sporthalle, draußen, wenn ihr mit euren Freunden unterwegs seid, aber nicht, oder auch im Street-Style, total gerne, aber es hat wirklich nichts da verloren, wo wir...
einen ästhetischen Mikrokosmos schaffen, wie in einer Hotellobby, wie in einer schönen Jazzbar, wie wir gehen in ein schönes Restaurant.
Scheiße, zieh die Jogginghose aus.
Wirklich, das ist so Anti und so Hänger, dass man dann zumindest, sollte man wissen, dass man sich sehr stark für was und gegen was anderes ausspricht.
Also da sehr unpassend, ja.
Ben, vielen Dank.
Es war mir ein Vergnügen, aber ich kann dich natürlich hier nicht weglassen, ohne zumindest nochmal so Ein paar konkrete Tipps, denn wir haben ja jetzt nicht nur über Mode zu reden, weil du bist ja eigentlich eher so Lifestyle-Influencer.
Gönn dir das Besondere und erlebe es auch besonders.
Auf deinem Account ist auch viel über Reisen beispielsweise.
Und wir haben ja hier häufig den Sparplan, dass man überlegt, naja, soll ich jetzt wirklich eine Reise machen mit den 1000 Euro, die ich übrig habe?
sage ich nicht lieber, naja, die packe ich in den Sparplan rein auf den ETF, weil dann werden es in acht Jahren, zehn Jahren, 2000, 2500 Euro sein.
Jetzt so aus deiner Sicht, wenn unsere Hörerinnen und Hörer 1000 Euro übrig haben.
Was würdest du damit machen?
Ja, also natürlich kann ich nicht in jeden reingucken.
Jeder hat andere Ideen, Sehnsüchte.
Vielleicht möchte jemand das Geld auch gar nicht für sich benutzen, sondern möchte jemand damit eine Freude machen, seiner Frau, seinem Partner.
Möchte vielleicht einer Person in Not helfen.
Das sind natürlich alles Sachen, die wesentlich wichtiger sind als profane Dinge, über die wir hier reden und Konsumterror.
Aber wenn jemand jetzt so dasteht, dass er gerne mal in meinen Bereich, in Classic Man's Fashion, eintauchen möchte, um mal zu gucken oder zu sehen.
Was das mit einem macht, das ist nämlich ähnlich wie Reisen.
Kleidung bildet auch.
Ich hätte mit den 1000 Euro, würde ich sagen, wir gehen mit 600 Euro zu Rooks and Rocks in Berlin oder sonst wo, lassen uns einen maßgeschneiderten Anzug machen.
Einen Anzug, das ist das erste Teil, in dem du immer, egal wo du bist, gut aussehen wirst.
Ein Reier, zwei Reier?
Würden wir mit einem Einreiher starten?
Blau?
Oder grau?
Nee, grau auf keinen Fall.
Navy ist schon gut.
Ich würde mit dem Navyfarben einen Eindreiher starten oder auch einen Doppelreiher.
Ich würde keinen glänzenden Stoff natürlich nehmen.
Ich würde irgendwas.
Je nachdem.
Das muss auch jeder.
Man probiert das ja extra an, damit man weiß, wie man sich fühlt etc.
Also 600 Euro für einen.
Aber 600 Euro nur mit meinem Rooks and Rocks Gutschein, glaube ich.
Ja, aber kann man ja machen.
Kann man ja machen.
Kriegt man ja bei dir.
Ja, ansonsten wäre man da eher so bei 800 wahrscheinlich.
Aber sagen wir mal, wir in der Fantasiewelt sind wir jetzt bei 600.
Folgt ihm.
Und dann würde ich sagen, die restlichen 400 machen wir ein kleines, aber feines Wochenende in Paris.
Denn in einer Kleidung, in einer Rüstung, in der man sich wohlfühlt, das Zweitbeste im Leben zu machen, reisen, neue Dinge kennenlernen, sich Geschmack aneignen und irgendwas über Ästhetik lernen.
Das wäre die Kombi.
In einem schönen neuen Anzug mit der Person, die man liebt, nach Paris oder nach Rom reisen.
Würde ich sagen, gut investierte 1000 Euro.
Und man kommt mit Ideen zurück wie, was könnt ihr als nächstes?
Oh, ich habe da eine schöne Krawatte gefunden.
Oder als nächstes reisen wir dahin.
Wir verändern unser Leben.
Und ach, scheiß auf Finanzbros, die ein hässliches Gelee unter ihrem Sakko tragen, was ich euch verbiete hiermit.
Lasst das.
Und da, finde ich, ist alles gesagt.
Ja, Dankeschön, lieber Ben Bernschneider.
Das war es tatsächlich mit dieser besonderen Folge.
Normalerweise geht es hier um Vermögensaufbau, Altersvorsorge, ETFs, langfristiges Investieren.
Heute...
haben wir über das gesprochen, was man nicht vergessen sollte darüber, nämlich das Leben, die schönen Dinge des Lebens, die natürlich dann auch wieder wirtschaftliche Implikationen haben.
Vielen, vielen Dank für deine Eindrücke.
Vielen Dank, dass du dabei warst, dass du uns deine Zeit geschenkt hast.
Ich hoffe, du konntest was mitnehmen und wenn es dir gefallen hat, dann...
Sei doch so gut und lass uns ein paar Sterne da.
Mach einen Daumen nach oben und schreib einen Kommentar, was vielleicht dein liebstes Piece ist, wo du schon mal punktuell in Luxus investiert hast oder ob es jetzt für dich wirklich nur darum geht, Konsumterror zu widerstehen.
Ansonsten, wenn du Ideen hast, wen wir als nächstes mal einladen sollen und...
worüber wir hier im Podcast unbedingt mal sprechen müssen, dann schreib uns gerne eine E-Mail an podcast.scalable.capital oder besuch uns gleich in den sozialen Netzwerken at scalable.capital oder mich direkt at cw.röhl.
Das war's.
Danke dir.
Danke, Ben.
Und Tschüss aus Berlin.
