# AI Infrastructure Boom and Service Sector Disruption

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-06-19

## Transcript

Das ist alles auf Aktien.
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Und jetzt viel Spaß mit der Folge.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die Trump-Rallye bei Intel, den Ritterschlag für QuantumScape und eine spektakuläre Hochstufung bei Marvell.
Im Thema des Tages berichten wir vom Accenture-Paradoxon und verraten die Gewinner und Verlierer der KI-Disruption.
Und der EEE-Idee geht's um neue Aufspaltungsfantasie für einen deutschen Börsenstar.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Philipp Vetter und Holger Zschäpitz aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Freitag, der 19.
Juni und wir wünschen euch einen entspannten Start in diesen Tag.
An der Börse ging die Entspannungsrallye nämlich weiter nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran.
Der S&P 500 legte 1,1% auf 7.501 Punkte zu.
Der Nasdaq verzeichnete sogar ein Plus von 2,5%.
Selbst der DAX gewann noch 0,4% und schloss bei 25.027 Punkten.
Über die Feiertags bedingt für kürzte Woche schaffte der S&P 500 immerhin 0,9% Plus.
Der Nasdaq bonzige 2,6%.
Ja und getrieben wurde der Markt mal wieder von den Halbleiteraktien.
Intel explodierte gestern um mehr als 10 Prozent.
Micron stieg fast 9 Prozent.
KLA kletterte auf Rekord hoch.
Und dann könnt ihr euch natürlich vorstellen, was beim DAX der Treiber war.
Klar, Infineon und Siemens Energy.
Siemens Energy, die gewann mehr als 6 Prozent.
Die Aktie beendet damit vorerst ihre Korrektur und mehr dazu gleich in der Triple-E-E-D.
Ganz anders bei den Autobauern.
Nach der massiven Gewinnwarnung von BMW am Vortag wurden Autoaktien weiterverkauft.
BMW minus 4 Prozent, Mercedes-Benz minus 4,6, Volkswagen minus 2,8 und Schaeffler minus 3,7 Prozent.
Ja, bei VW kam dann noch ein Governance-Thema dazu.
Susanne Wiegand verlässte mich überraschend nach nicht mal einem Jahr den Aufsichtsrat.
Deka-Vertreterin Tanja Bauer sprach auf der Hauptversammlung von einem sehr negativen Signal, weil Wiegand aus ihrer Sicht die einzige unabhängige Aufsichtsrätin gewesen ist in Wolfsburg.
Gewählt wurde hingegen wieder Hans-Dieter Pötzsch.
Der 75-Jährige, Klammer auf Ausrufungszeichen, Klammer zu, bleibt für fünf weitere Jahre Aufsichtsratschef.
So geht Erneuerung in Wolfsburg.
Jetzt hör mal zu, der Trump ist auch 80 geworden.
Dann ist der Pötzsch, wenn er dann die fünf Jahre gedient hat, auch 80.
Also jetzt hier keine Altersdiskriminierung, lieber Philipp.
Trump als Vorbild für VW.
Ob sie das so hören wollen in Wolfsburg?
Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall der zweite große Verliererkomplex neben Autos war Software- und IT-Dienstleister.
Auslöser war Accenture, die ja in Irland beheimatet sind.
Die Aktie stürzt an der Wall Street um fast 18 Prozent und dazu gleich mehr im Thema des Tages.
Accenture war schlecht für Software, aber gut für Chips, denn viele Anleger lesen daraus die KI-Gewinner.
Die sitzen eher bei Halbleitern, Speichern, Hardware und Infrastruktur, nicht unbedingt bei alten Dienstleistern.
Ja, und genau da kommt Intel ins Spiel.
Donald Trump schrieb, Apple werde mit Intel zusammenarbeiten, um Chips in Amerika zu designen und zu produzieren.
Intel kommentiert das nicht, Apple ebenfalls nicht, aber der Markt feiert es trotzdem.
Intel sprang um mehr als 10 Prozent, haben wir eben schon gesagt.
Für Intel wäre Apple als Foundry-Kunde natürlich ein Ritterschlag.
Noch ist unklar, wie substanziell so eine Zusammenarbeit wäre.
Analysten sagen am Anfang vermutlich eher kleine Volumina und weniger kritische Bauteile.
Aber für Intel-Chef Lip Butan wäre es eben ein wichtiges Signal.
Und schwach waren Energieaktien, weil die Nahostentspannung den Ölpreisdeckel zumindest kurzfristig draufsetzt.
Ebenfalls schwach Bankenversicherer und Verteidigungswerte Lockheed Martin, Northrop Crumman und L3 Harris standen alle unter Druck.
Bei den Einzeltiteln, da gab es noch Kroger.
Die Supermarktkette verlor 8,4 Prozent.
Der Gewinn war etwas schwächer als erwartet.
Die Margen stehen unter Druck.
Gleichzeitig verschärft Aldi in den USA den Wettbewerb.
Das ist spannend, weil Preisdenkungen im Lebensmittelhandel zwar schlecht für die Margen der Händler, aber gut für die Inflationsstory sein können.
Und dann gewann noch QuantumScape am Donnerstag um 16,4 Prozent auf 8 Dollar und 4 Cent, nachdem der Festkörper-Batterieentwickler eine mehrjährige Entwicklungsvereinbarung mit Honda Bekannte geben hatte.
Kern des Deals, Honda und QuantumScape wollen gemeinsam die QS-Batterieplattform sowie die zugehörige Fertigungsprozesse weiterentwickeln.
Und Honda sieht nach eigenen Tests überzeugende und einzigartige Vorteile der QuantumScape-Technologie und Potenzial für Anwendung im Auto.
Und darüber hinaus.
Festkörperbatterien gelten ja als so eine Art heiliger Gral für E-Autos.
Aber heiliger Gral, das sagt auch schon, man weiß nicht so genau, ob es das jemals gibt.
Mehr Reichweite, schnelleres Laden, höhere Sicherheit und perspektivisch niedrigere Kosten.
Also klingt erstmal gut, aber sie sind eben noch nicht serienreif.
Für QuantumScape ist Honda ein weiterer wichtiger Autobauerpartner neben Volkswagen.
Trotz des Kurssprungs bleibt das Bild gemischt.
Die Aktie liegt zwar auf zwölfmonatssicht, rund 66 Prozent im Plus.
Ja, wenn man aber nur hier zu Date schaut.
dann ist es immer noch ein Minus von 30 Prozent.
Grund ist das schwierige Umfeld in der E-Auto-Lieferkette, unter anderem wegen schwächerer Nachfrage nach dem Auslaufen der US-Steuergutschrift im September.
Und Marvell Technology, die gewann mehr als 7 Prozent.
Der Chipspezialist profitiert laut KeyBank von einem KI-Wachstumstreiber jenseits der klassischen Custom-Chips, nämlich optischem Networking.
Und KeyBank Capital Markets erhöht das Kursziel von Marvell.
48 Prozent von 260 auf 385 Dollar und bestätigte das Rating Overway.
Die Aktie sprang daraufhin auf 329,50 Dollar und hat allein im Juni sehr stark zugelegt.
Wir erinnern uns, da hatte ja der Nvidia-Chef schon von einem Billionen-Dollar-Unternehmen gesprochen.
Und KeyBank sieht inzwischen das größere und nachhaltige Potenzial bei optischen Netzwerkprodukten.
Diese werden für immer größere KI-Rechenzentrum wichtiger, weil optische Transceiver Daten effizient sind.
Und du machst schnell noch Termine?
Genau, letzten Termine für diese Woche.
In Brüssel wird der EU-Gipfel fortgesetzt.
Dort geht es natürlich weiter um den Iran und die Ukraine unter anderem.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bauministerin Verena Hubberts wollen mit Investoren und Verbänden bei einer Konferenz in Frankfurt über die aktuelle Lage am Immobilienmarkt sprechen.
Es gibt noch Q1-Zahlen von Hornbots.
Und vom Statistischen Bundesamt, da kommen Zahlen zu Erzeugerpreisen für Dienstleistungen und gewerbliche Produkte im ersten Quartal.
Großer Verfallstermin in Europa, USA bleiben wegen des Feiertags geschlossen.
Und dann heißt es auch hier in Deutschland, hoch die Hände, Wochenende.
Das Thema des Tages.
Wenn der größte IT-Dienstleister der Welt den schlimmsten Tag seiner Börsengeschichte erlebt, dann ist das ganz sicher das Thema des Tages für uns.
Accenture ist gestern, wir hatten es ja schon in den Märkten eben.
18 Prozent abgestürzt.
Und wir wollen euch mal erklären, was ihr daraus lernen könnt.
Was ist also passiert?
Accenture hat die Prognose gekappt.
Das obere Ende der Umsatzziele für das Geschäftsjahr wurde von plus 5 auf plus 4 Prozent gesenkt.
Die Aufträge, die Bookings, sind im Quartal um rund 3 Prozent geschrumpft.
Und das Entscheidende, die Buchungen im Geschäft mit Managed Services, also dem laufenden Betrieb, sind um 16 Prozent eingebrochen.
Die Kunden zögern, die Entscheidungszyklen ziehen sich vor allem hier in Europa.
Und dabei ist Accenture kein klassisches Opfer von KI im naiven Sinne.
Accenture verkauft nämlich KI.
Die haben dieses Jahr 104 Kunden, die jeweils über 100 Millionen Dollar für KI-Transformationen locker machen.
Das wären plus 13 Prozent.
Die Chefin Julie Sweet sagt, die Nachfrage nach großer Reinvention, wie das so schön heißt, sei stark.
Und trotzdem ist die Aktie abgeschmiert.
Also warum bestraft der Markt dann genau die, die das KI-Geschäft machen?
Weil der Markt eine viel unbequemere These spielt.
Das Geschäftsmodell von Accenture sind verkaufte Stunden.
Man stellt kluge Köpfe ab, die beim Kunden Software einführen, Prozesse umbauen, Systeme betreuen.
Und genau diese Stunden, die frisst die KI.
Und nach der Softwarebranche sind die professionellen Dienstleister, also Berater, Kanzleien, Wirtschaftsprüfer, die Nächsten, die von KI disruptiert werden.
Die Aktie ist gestern auf den tiefsten Stand seit 2000.
2017 gefallen und der Absturz hat die ganze Branche mitgerissen.
Capgemini minus 11 Prozent.
Weitere sind gefallen.
Cognizant, Infosys, Vibro, Epam, Globant.
Alle im groten Bereich.
Die KI-Revolution kennt schon jetzt Gewinner und Verlierer.
Goldman Sachs hat zwei thematische Körbe gebaut.
Der eine heißt GSUS Broad AI.
Enthalten sind die 94 KI-Profiteure.
Der andere heißt GSAI at Risk, die KI-Gefährdeten.
45 Aktien, beide messen wir vom selben Startpunkt, nämlich Ende November 2022, also nachdem ChatGPT die Welt betreten hat bis heute.
Und das Ergebnis ist wirklich brutal eindeutig.
Der Gewinnerkorb steht bei plus 410 Prozent, macht annualisiert immerhin 59 Prozent pro Jahr.
Und der Verliererkorb, der steht im selben Zeitraum bei minus 26 Prozent, macht minus 7 Prozent annualisiert.
Und die Schere zwischen beiden also rund 440 Prozentpunkte.
Und wir reden hier nicht über eine kleine Rotation, also wir reden schon über eine wirklich tektonische Verschiebung.
KI-Trade, Gewinner und Verlierer, in einer Zahl diese 440 Prozentpunkte.
Die großen Gewinner sind die Schaufeln und Spitzhacken.
Niemand, der eine schicke KI-App baut, sondern die, die das Eisen liefern.
Spitzenreiter Applied Optoelectronics, die Glasfaserspezialisten plus 7200 Prozent, Zandisk plus 6000, der Festplattenbauer Western Digital plus 2600 Prozent, Seagate plus 1900, Micron plus 1900.
Ja, Speicher, Speicher, Speicher.
Und dann die Rechenzentrums-Hardware-Unternehmen Celestica plus 3200, der Kühl- und Stromspezialist Vertiv plus 2300, der Anlagenbauer Argan plus 1800.
Also Hardware, Speicher und Strom.
Und selbst die Schlusslichter in diesem Gewinnerkorb sind kaum im Minus.
Das sind Energieversorger wie NextEra, Dominion und Excel.
Heißt in diesem Korb, da hat fast jeder gewonnen.
Und auf der anderen Seite, die Verlierer, da finden wir genau das Muster, das Accenture vorgemacht hat.
Ganz unten Globant minus 84 Prozent, Concentrix minus 80, der Zahlungsdienstleister Bill Holdings minus 73, die XC Technology minus 71 Prozent.
Dann der Datenriese Gartner minus 64, der Personalvermittler Robert Half und Manpower Group je rund minus 60, die Lernplattform Coursera minus 62 und Accenture selbst eben minus 60.
57 seit Ende 2022.
Und was haben alle die gemeinsam?
Na, sie verkaufen menschliche Arbeitszeit oder einfache automatisierbare Funktionen.
IT-Dienstleister, Outsourcing, Zeitarbeit, Bezahlsoftware, Online-Kurs.
Und das ist die große Lehre.
KI bläst den Wert von Rechenleistung auf und lässt den Wert der vermieteten Arbeitsstunde schrumpfen.
Wer Infrastruktur liefert, der gewinnt.
Und wer Köpfe vermietet, hm.
der verliert.
Auch im Verliererkorb gibt es allerdings Ausbrecher und die sind lehrreich.
Soundhound AI, ein Sprach-KI-Spezialist plus 456 Prozent.
Duolingo plus 80.
Verisign plus 32.
Die haben die KI nicht über sich ergehen lassen.
Die haben zum eigenen Antrieb gemacht.
Duolingo nutzt KI, um Sprachenlernen billiger und besser zu machen.
Soundhound ist selbst KI geworden.
Heißt, gefährdet zu sein ist kein Todesurteil.
Aber man muss sich neu erfinden und zwar schneller, als die KI den alten Umsatz wegfasst.
Und was bedeutet das jetzt für Accenture konkret?
Das ist ja die 1-Million-Dollar-Frage.
Schauen wir auf die optimistische Seite, wo man den Bullen zuhört.
Und die sagen natürlich, die Aktie, die ist spottbillig geworden.
Das KGV, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, ist aufgrund...
8 bis 9 gefallen und der 10-Jahresschnitt beim KGV liegt bei 24.
Und Accenture kauft sich gerade auch in Zukunftsthemen ein.
Cyber Security Firmen wie Tragos oder Run Zero für gut 4 Milliarden Dollar.
Und das M&E Budget, das wurde von 5 auf 9 Milliarden Dollar hochgefahren.
Und sie greifen über die Märkte Accenture Edge einen 240 Milliarden Dollar Mittelstandsmarkt an.
Die Bären sagen hingegen, das ist der verzweifelte Versuch, ein strukturell deflationäres Kerngeschäft zu kaschieren.
Die Aufträge sinken, die Entscheidungen verschleppen sich, die Prognose wandert Quartal für Quartal nach unten.
Jefferies bleibt entsprechend skeptisch, die ganze Branche wird neu bewertet.
Die fünf großen indischen IT-Konzerne, also TCS, Infosys und Co., die früher immer mit einem Abschlag zu Accenture gehandelt wurden, notieren heute mit 70% Aufschlag.
Billig ist eben nicht gleich sicher.
Und was lernen wir jetzt als Anleger?
Naja, die Schaufelaktien, also Speicher, Glasfaser, Rechenzentrum, Strom, die haben schon 1000 bis 7000 Prozent gemacht.
Da jetzt hinterher zu springen, naja, das wäre so ein bisschen spätzykliker Risiko.
Wenn ihr die Infrastrukturseite spielen wollt, dann breit über einen Halbleiter oder KI-Infrastruktur ETF, nicht über eine Einzelaktie, die schon explodiert ist.
Und die At-Risk-Namen, die sehen optisch zwar billig aus, aber man sollte nicht ins fallende Messer kaufen, nur weil das Kursgewinnverhältnis niedrig ist.
Eine Aktie aus dem Verliererkorb ist erst dann interessant, wenn die Firma wirklich bewiesen hat, dass sie vom Stundenverkauf auf KI-gehebelte Ergebnisse umschalten kann.
Die Vorbilder heißen eben Soundhound oder Duolingo nicht billig und hoffen.
Behaltet Accenture als Frühwarnindikator im Blick.
Wenn nicht mal der größte KI-Integrator der Welt wachsen kann, dann ist das ein Minitekel für die gesamte Berater-Outsourcing- und Zeitarbeitswelt.
Der Markt sagt euch mit diesen zwei Goldman-Körben sehr deutlich, auf welcher Seite der KI-Mauer ihr stehen wollt.
Kurze Zwischenfrage, Kurse nahm ja oder nein?
Also so ein Mausi oder Schatzi finde ich schon süß.
Ja, stimmt, kann man machen.
Aber gibt es nicht auch zu süß?
Schnurzelpurzel ist schon grenzwertig.
Und Abschnuckelchen ist für mich Ende.
Schnurzi, Purzi, Kuschel, Herzilein.
Trennungsgrund.
Absoluter Trennungsgrund, ja.
Du, wenn dir so ein Schnurzi Purz zu süß ist, habe ich da was weniger Süßes für dich.
Aha.
Fruchtinade von Spreequell.
Die hat weniger Zucker als eine normale Limo, aber dafür viel Fruchtsaft.
Klingt gut.
Schmeckt auch gut.
Die gibt es in den Sorten Orange, Maracuja und Grapefruit-Zitrone.
Probier ich mal.
Unsere AAA-Idee ist heute definitiv kein Geheimtipp, sondern einer der Börsenstars der vergangenen Monate.
Aber seit gestern gibt es eine neue Börsenstory rund um unsere AAA-Idee, die wieder Fantasie reinbringt, obwohl das Unternehmen schon ziemlich hoch bewertet ist.
Es geht um Siemens Energy.
Und der Energiekonzern ist ja einer der Gewinner des KI-Hypes, weil er nicht nur die Netztechnik für die vielen neuen Rechenzentren liefert, die gerade gebaut werden.
Siemens Energy gehört auch zu den Unternehmen, die die Gasturbinen herstellen, die bei vielen Rechenzentren überhaupt erst den nötigen Strom für die Chips liefert.
Entsprechend gut ist die Aktie gelaufen.
Innerhalb von zweieinhalb Jahren ist der Kurs von gut neun Euro am Tiefpunkt auf heute knapp 170 Euro regelrecht explodiert.
Allein in den letzten zwölf Monaten konnte man sein Geld mit Siemens Energy knapp verdoppeln.
Das Plus lag bei über 92 Prozent.
Das bedeutet aber natürlich auch, dass da schon viel Fantasie und Zukunftsgeschäft eingepreist ist inzwischen.
Das Kursgewinnverhältnis, das liegt bei über 60.
Da kann man nicht mehr von einem wirklichen Schnäppchen sprechen.
Und wie schafft es Siemens Energy also trotzdem noch in die Triple-E-Idee?
Das liegt an einem Artikel, den der Kollege Franz-Anko Hubig gestern beim Manager-Magazin veröffentlicht hat.
Da berichtet er nämlich über ein streng vertrauliches Papier, das derzeit bei Siemens Energy durchgespielt und durchdacht werden soll unter dem Namen.
Project Voyager.
Demnach könnte der Konzern eine seiner vier Sparten abspalten und entweder ganz eigenständig an die Börse bringen oder sogar an einen Konkurrenten verkaufen.
Und konkret geht es um die Sparte mit dem Namen Transformation of Industry.
Da gehört allerlei dazu.
Unter anderem Kompressoren, Dampfturbinen, Elektrolyseure.
und Energiespeichersysteme.
Und damit macht Siemens Energy derzeit rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz.
Allein in dieser Sparte arbeiten rund 17.000 Beschäftigte.
So eine Abspaltung wäre also ein relativ großes Projekt.
Bei Siemens Energy dementiert man die Überlegungen nicht.
Man überprüft regelmäßig das eigene Portfolio, heißt er.
Zitat, im Rahmen diesen laufenden Prozesses prüfen wir die optimale langfristige Aufstellung, um den Wachstumskurs unseres Geschäftsbereichs Transformation of Industry zu beschleunigen, teilt der Konzern mit.
Beschlossen sei allerdings noch nichts.
Und die Abspaltung hätte für Siemens Energy womöglich gleich mehrere positive Effekte.
Zum einen würde die Sparte entweder als eigenständiges Unternehmen oder bei einer Fusion mit einem Konkurrenten wohl deutlich höher bewertet, als wenn das Geschäft Teil des Konzerns bliebe.
Beim Spin-off würde Siemens Energy wohl weiterhin eine Minderheit der Anteile an dem neuen Unternehmen halten.
Die Rede ist von 40 Prozent und würde so natürlich auch von einer höheren Bewertung profitieren.
Außerdem könnten sowohl die abgespaltene Sparte als auch der Rest von Siemens Energy nach der Aufspaltung schneller wachsen, heißt es in dem Papier.
Denn die hohe Nachfrage nach Netztechnik und Gasturbinen durch den Rechenzentrumsboom, die führt dazu, dass Siemens Energy vor allem in diesen beiden Bereichen investieren kann und will.
Für das übrige Geschäft bliebe nicht mehr so viel Kapital übrig.
Wäre die Sparte selbstständig oder würde mit einem Konkurrenten fusionieren, dann könnte man auch in dieses Geschäft ganz anders investieren und schneller wachsen.
Und gleichzeitig könnte sich Siemens Energy auf das viel lukrativere Geschäft mit den Gasturbinen und der Netztechnik konzentriert.
Im Augenblick sind die Hyperscaler wie Microsoft, Amazon oder Alphabet bereit, fast jeden Preis für die Turbinen zu zahlen.
Hauptsache, sie werden möglichst schnell geliefert.
Und Siemens Energy-Chef Christian Bruch will die Produktionskapazität für große Gasturbinen um 30 bis 40 Prozent steigern.
Bei den mittelgroßen Turbinen soll die Zahl sogar verdoppelt werden, die geliefert werden kann.
Dass es am Ende tatsächlich so kommen könnte und Project Voyager umgesetzt wird, dafür spricht auch, dass Joe Käser Aufsichtsratschef bei Siemens Energy ist.
Der hatte ja schon als Chef von Siemens eine ganz ähnliche Strategie verfolgt und den Konzern in verschiedene Einzelteile aufgespalten und dann teils eigenständig an die Börse gebracht.
Unter anderem entstand so überhaupt erst Siemens Energy.
Es gibt jedenfalls plötzlich wieder eine Story für Siemens Energy, die noch schnelleres Wachstum versprechen könnte.
Die Anleger finden sie jedenfalls gut.
Gestern stieg Siemens Energy schon mal um mehr als 6 Prozent, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen tatsächlich mal wieder so ein bisschen geschwächelt hatte.
Entsprechend liegt Siemens Energy trotz des gestrigen Plus noch deutlich unter dem Höchststand von gut 195 Euro.
Die Analysten haben durchschnittlich ein Kursziel von 193 Euro ausgegeben.
Das wäre immerhin noch ein Potenzial von knapp 14 Prozent.
Und das sogar noch.
ohne die neue Aufspaltungsfantasie.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über euer Feedback.
Deshalb schickt uns doch bitte eine E-Mail an AAA at welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung hier in eurem Podcast-Player oder auf Instagram.
Auf Spotify hat uns ein Nutzer oder eine Nutzerin mit dem Namen Kribar geschrieben und fragt, nutzt ihr KI zum Erstellen eurer Nachrichtentexte?
Wenn ja, würde ich eine Kennzeichnung innerhalb des Podcasts gut finden.
Ja, gute Frage.
Also wir lassen uns natürlich von KI helfen, aber nur da, wo es Sinn macht.
Beispiel lassen wir die KI die etwas nervige Fleißarbeit erledigen, am Schluss nochmal alle Firmen, die im Podcast erwähnt wurden, für die Shownotes zusammenzusuchen.
Und wir nutzen natürlich auch bei Recherchen die Chatbots, aber wir checken selbstverständlich alle Informationen und Quellen und auch die Texte stammen von uns.
Bei uns gibt es am Ende keinen KI-Slop, sondern echte HI, also Human Intelligence.
Und Human Intelligence, das gilt erst recht für unsere Samstagsfolgen, wo wir immer gleich drei echte Menschen sind.
Auch morgen gibt es wieder eine Interview-Folge.
Diesmal ist...
Kai zu Gast und das ist so eine Art, ja würde ich mal sagen, Next Level Fondsmanager.
Der hat einen Nesdaq 100 gebaut, der die Aufwärtsphasen voll mitmacht, aber in Drawdowns, also wenn es runter geht, das Minus begrenzt.
Und er erklärt auch noch, wie man 5% passives Einkommen jährlich entnehmen kann und trotzdem keinen Substanzverlust erleidet.
Und er mahnt, dass Bärenmärkte auch mal länger als...
drei Monate gehen könnten und verrät auch sein neuestes Investment.
Das solltet ihr natürlich nicht verpassen und deshalb heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Und dann hören wir uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
