# AI Disruption, Supply Chain Shifts, and Strategic Valuations

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-19

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 19.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Bei uns gibt es zum Abschluss der Woche Reinigungsroboter, ASML-Maschinen und natürlich die aktuellen News inklusive leider schlechter Nachrichten für alle Apple-Nutzer unter euch.
Unterstützt wird dieser Podcast von Scalable Capital, dem Broker für alle von euch, die aktiv handeln wollen mit Trading Flatrate, Krediten, Portfolioanalysen und der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Und apropos Privatanleger, weil wir es schon sehr lange nicht mehr erwähnt haben, es gibt ja zu diesem Podcast auch ein Buch, Ohne Aktien wird schwer, gleicher Name.
Und da erklären wir, wie man Aktien analysiert, von Grund auf mit hoffentlich spannenden Beispielen.
Link dazu ist in der Beschreibung oder gibt es natürlich auch beim Buchhändler eures Vertrauens.
Ich habe es im Intro schon kurz angeteasert.
Ich habe schlechte Nachrichten für alle Apple-Nutzer und für eure iPhones, Macs oder anderen Apple-Geräte.
Die werden nämlich höchstwahrscheinlich teurer.
Das hat Tim Cook dem Wall Street Journal gesagt.
Und Grund dafür sind vor allem die Speicherchippreise, die eben durch die KI-Nachfrage so extrem stark gestiegen sind.
Wie viel er anheben will und wann genau hat er nicht gesagt, TechInsights schätzt aber zum Beispiel, dass das neue iPhone Pro 270 Dollar teurer sein müsste, damit Apple bei den gestiegenen Speicherchip-Preisen einfach nur seine Gewinnmargen halten kann.
Spannend fand ich auch, dass Tim Cook bereit wäre, die Cashreserven von Apple zu nutzen, um früher zu bestellen und damit könnte er vielleicht indirekt die Speicherchip-Hersteller und ihren Ausbau mitfinanzieren.
Das Problem wie Elon Musk zu lösen und einfach selbst zu versuchen, Chips zu bauen, das will er übrigens nicht machen.
Laut seiner Aussage weiß Apple, was es gut kann und was es eben nicht gut kann.
Eine Sache, in der Apple auf jeden Fall gut ist und auch die letzten Jahre gut war, ist die politische Balance zu halten und sich mit Politikern in den USA, aber auch in China gutzustellen.
Und passend dazu hat Trump gepostet, dass er Intel geholfen hat und Apple jetzt seine Chips zum Teil von Intel in den USA produzieren lassen wird.
Die Aktie von Intel hat nach der Meldung wieder um die 10% zugelegt gestern.
Wobei man fairerweise sagen muss, dass nicht ganz klar ist, wie groß die Rolle von Trump da wirklich ist.
Es ist ja generell so, dass in der Vergangenheit eigentlich alle großen Tech-Konzerne und auch Apple vor allem auf TSMC gesetzt haben.
Aber jetzt kommt TSMC immer mehr an Engpässe und deshalb sprechen immer mehr Tech-Firmen sowieso mit Samsung und eben auch mit Intel.
Trotzdem kann man auch nichts dagegen sagen, dass sich die Aktie von Intel vervierfacht hat, seitdem die US-Regierung sich letzten August 10% an der Firma gekauft hat.
Neben Intel haben gestern übrigens auch Speicherchip-Aktien wie Micron oder Eski Hynix fast 10% zugelegt, wahrscheinlich auch getrieben von den Statements von Tim Cook.
Aber es gab in der Tech-Welt nicht nur High Performer, verloren hat zum Beispiel Alphabet zwar nicht an der Börse, aber der wichtige KI-Entwickler Noem Chassir wird zu OpenAI wechseln und das ist vor allem bitter, weil er Google 2021 schon mal verlassen hat, um sein eigenes Startup Character AI zu gründen.
Das hat Google dann 2024 für fast 3 Milliarden Dollar gekauft, vor allem auch, um sein und andere KI-Talente über den Weg ins eigene Team zu holen.
Solche Equihire-Deals gab es in den letzten Jahren ja öfter in der KI-Welt.
Sein Abgang zeigt aber auch, wie risky die sind.
Und es ist auf jeden Fall ein starkes Zeichen für OpenAI, dass sie ihn überzeugen konnten.
Alles andere als ein starkes KI-Zeichen gab es gestern für die Beratung Accenture.
Die Aktie ist fast 20% abgeschmiert und mit 80 Milliarden Dollar Börsenwert ist sie jetzt auf dem tiefsten Stand seit 2017.
Anfang 2025 war Accenture 250 Milliarden wert.
Dazu muss man wissen, dass die Faktenlage eigentlich noch gar nicht so schlecht aussieht.
Accenture hat gestern zwar die Prognose fürs Gesamtjahr gesenkt, aber sie erwarten immer noch Wachstum, nur halt maximal 4% und nicht wie bisher 3-5%.
Und die Buchungen sind zwar letztes Quartal gesunken, aber auch nur um 2%.
Insgesamt geht es hier also weniger um die aktuelle Situation, sondern genau wie bei vielen Softwareaktien eher um die Sorge, was in 2, 3 oder 5 Jahren mit dem Business passiert, wenn immer mehr Firmen neue IT-Projekte mit Hilfe von KI und eben ohne Beratungen wie Accenture umsetzen.
Wer glaubt, dass das nicht so sein wird und das KI-Risiko nicht so groß ist, kriegt die Aktie übrigens gerade zum 10-fachen vom Gewinn und mit um die 5% Dividendenrendite, aber das KI-Risiko ist ja auf jeden Fall da.
Nach den Zahlen haben gestern übrigens auch Infosys und Capgemini um die 10% verloren, also Accenture Konkurrenten.
Und genauso hat gestern glücklicherweise der Ölpreis verloren, nachdem die USA und der Iran den vorläufigen Deal unterschrieben haben.
Und auch SpaceX ist den zweiten Tag in Folge deutlich gesunken, obwohl Tech-Aktien insgesamt stark performt haben.
Aber nachdem die Aktie ja nach dem IPO zwei Tage so krass gestiegen ist, ist auch nachvollziehbar, dass sie mal ein bisschen fällt.
Das genaue Gegenteil von Aktien, die in den letzten Tagen stark gestiegen sind, gab es bei deutschen Autoaktien.
Die haben ja seitdem es so schwache Zahlen von BMW gab, in den letzten Tagen nur verloren.
Und gestern sind sie durch die Bank wiedergefallen, was vielleicht an der Meldung liegen könnte, dass BYD Ende des Jahres in Europa seinen neuen SUV bringen könnte, nachdem der in China ein riesiger Erfolg war.
Neben deutschen Autoaktien sind gestern mal wieder deutsche Chemieaktien schwach gelaufen, allen voran Evonik, die wegen der schwachen wirtschaftlichen Lage nochmal um die 3000 Stellen streichen wollen.
Aber wir haben in Deutschland nicht nur Aktien, die immer weiter fallen, wir haben genauso die, die immer weiter zulegen.
Zum Beispiel ist Siemens Energy gestern wieder 6% gestiegen und damit dieses Jahr schon um die 40%.
Gestern waren aber mal nicht riesige Bestellungen für neue Gasturbinen von KI-Rechenzentren Grund für den Kursanstieg, sondern laut einem Bericht vom Manager-Magazin denkt Siemens Energy darüber nach, seine Sparte mit Kompressoren und Dampfturbinen auszugliedern.
Übrig bleiben würde dann das Business mit Gasturbinen, Produkten für Stromnetze und Windkraft und vor allem die ersten beiden, also Gasturbinen und Produkte für Stromnetze, boomen ja durch den KI-Boom.
Und die Hoffnung ist, dass das Business mit Dampfturbinen und Kompressoren alleinstehend auch eine deutlich höhere Bewertung kriegen würde, als jetzt als Teil der ganzen Firma.
Woher kommen eigentlich die Reinigungsgeräte, die oft im Supermarkt rumfahren?
Wer sich die Frage immer mal gestellt hat, kriegt jetzt eine Antwort von Christoph.
Wenn ihr, wie es sich gehört, regelmäßig unsere Samstagsfolgen hört, wisst ihr ja, dass vor kurzem der CEO vom Pumpenhersteller KSB zu Gast war.
Ein spannender Punkt war, dass er uns mal erklärt hat, wieso so eine SAP-Umstellung so teuer ist.
Bei ihm deutlich über 10 Millionen Euro pro Jahr und wie stark das die Abläufe und die Zahlen belasten kann.
Solche holprigen Software-Umstellungen sind aber kein Einzelfall.
Es gibt sogar eine Firma, bei der so eine Umstellung fast den ganzen Betrieb lahmgelegt hat.
Und ob das vielleicht sogar eine Chance sein kann, wollte ich mir mal anschauen.
Die Firma heißt Tenant und der Vorfall ist von Ende 2025.
Tenant hat in den USA ein neues ERP-System eingeführt, also eben eine Software, die im Grunde alle Hintergrundprozesse in der Firma steuert.
Als das System Anfang November...
live gegangen ist, ist erstmal alles zusammengebrochen.
Bestellungen und Lieferungen sind komplett zum Stillstand gekommen.
Die Folgen waren fehlende Umsätze von 30 Millionen Dollar und 22 Millionen Dollar weniger Gewinn.
Das war schon deutlich, denn im Jahr davor gab es ein operatives Ergebnis ohne Abschreibungen von 210 Millionen Dollar.
Die Aktie ist deshalb in kurzer Zeit nach der Nachricht um die 20 Prozent eingebrochen.
Tenant wurde schon 1870 gegründet und die Firma baut industrielle Reinigungsmaschinen.
Das sind zum Beispiel große Bodenschrubber und Kehrmaschinen für Fabriken, Supermärkte, Krankenhäuser oder Flughäfen.
Am Frankfurter Flughafen zum Beispiel putzen seit 2024 Tenant Roboter das Terminal 1.
Nach eigenen Angaben kommt Tenant in Nord- und Südamerika auf rund 25 Prozent Marktanteil und ist damit Marktführer.
Der Konzern hat zuletzt 1,2 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und verdient das Geld ganz klassisch mit dem Verkauf der Maschinen plus Service und Ersatzteile.
Dieses Aftermarket-Geschäft ist sehr lukrativ, denn über die Lebensdauer einer Maschine kassiert Tenant durch Service und Teile nochmal fast den ganzen Verkaufspreis obendrauf.
Und Tenant steckt auch im Wandel zu einem Robotic-Player.
Die Bodenschrubber fahren nämlich immer öfter autonom.
Dabei spielt dem Konzern der Arbeitskräftemangel in die Karten.
2024 hat Tenant dafür eine exklusive Partnerschaft mit der Firma Brain Corp geschlossen, die KI- und Navigationssoftware entwickelt.
Tenant verkauft dadurch nicht mehr nur Maschinen, sondern eben auch ein laufendes Software-Abo dazu.
Das bringt wiederkehrende Einnahmen.
Im letzten Quartal hat Robotik fast 10% vom Umsatz ausgemacht.
Das ist auch der Grund, warum die Aktie trotz Software-Debakel auf Sicht von einem Jahr 15% gewonnen hat.
Die Firma ist damit um die 1,5 Milliarden Dollar wert und das erwartete KGV liegt bei 15.
Das wirkt selbst für einen klassischen Maschinenbauer, für den Analysten weiterhin zwischen 5 und 10 Prozent Wachstum erwarten, nicht sehr teuer.
Das könnte erst recht gelten, wenn der Shift zu mehr Robotik klappt.
Aber mehr solcher ERP-Desaster sollten dafür nicht mehr passieren.
Ich habe in meinem Leben noch nie gestaubsaugt.
Man kann es sich heute kaum vorstellen, aber es gab mal eine Zeit vor zwei, drei Jahren, wo viele Chip-Aktien an der Börse eher skeptisch gesehen wurden, vor allem die in Europa.
Das liegt daran, dass die meisten Chip-Firmen in Europa stark an der klassischen Industrie, Elektronik und Autobranche hängen und da die Nachfrage nach Chips einfach niedriger war.
Das hat vor allem so Aktien wie Infineon oder STMicro getroffen, aber am Ende auch ASML, die zwar Maschinen für die Produktion von High-End Nvidia Chips herstellen, aber eben auch für die Produktion von Chips, die in Laptops, Autos und anderen Dingen landen.
Ich habe aber Anfang 2025 in unserer Prognosefolge auch gesagt, dass ich mir langfristig ein Comeback von ASML vorstellen kann, weil erstens auch die Autobranche und Industrie langfristig eher mehr Chips als weniger braucht und zweitens eben auch die KI-Nachfrage irgendwann bei ASML ankommen sollte.
Genau das ist in den letzten Jahren auch passiert.
Als die Folge damals am 2.
Januar 2025 raus ist, war ASML 270 Milliarden wert.
Jetzt sind wir bei 640 Milliarden, also mehr als verdoppelt.
Aber wir machen ja gerade unsere Serie Chips aus Europa, wo wir mal auf alle relevanten Chipfirmen aus Europa schauen.
ASML ist sicher die mit Abstand relevanteste, weil ohne die Maschinen von ASML weder Nvidia, noch Intel, noch Samsung ihre Chips produzieren können.
Wenn man jetzt aber mal die Bewertung und Kursentwicklung von ASML mit denen der ganzen anderen vergleicht, ist es immer noch ziemlich mager.
Anders gesagt, Samsung war Anfang 2025, als die Folge rauskam, 230 Milliarden wert, also deutlich weniger als ASML.
Jetzt stehen wir bei über 1000 Milliarden, also circa dem Doppelten von ASML.
Deshalb wollte ich mir mal anschauen, ob ASML da vielleicht immer noch unterschätzt wird, vielleicht gerade auch, weil es aus Europa kommt.
Das erste was man verstehen muss ist, dass das Business von ASML einfach ganz anders funktioniert als das von den Chipfirmen, die gerade durch die Decke gehen.
ASML verkauft Maschinen, die über 200 Millionen Dollar das Stück kosten und die Produktion dafür hochzufahren ist einfach super schwierig.
Nicht nur weil ASML selbst neue Fabriken bauen muss, sondern weil in den Maschinen extrem viele sehr sehr spezialisierte Teile stecken, die meistens auch nur von einer einzigen Firma geliefert werden können, zum Beispiel Linsen und Spiegel von Carl Zeiss und die müssen dann auch alle die Produktion ausbauen.
Und das führt dann dazu, dass alleine SK Hynix im März Maschinen für 7 Milliarden Euro bei ASML bestellt hat, die größte Bestellung ever, trotzdem soll der Umsatz dieses Jahr nur maximal um die 20% wachsen und Analysten erwarten auch in den nächsten Jahren nicht viel mehr Wachstum.
Anders gesagt, der Kursanstieg bei ASML war auch deshalb nicht so stark, weil sich das Geschäft einfach nicht so schnell entwickelt und mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50 ist ASML viel teurer bewertet als Nvidia mit 20, Broadcom mit 25 oder Samsung mit gerade mal 10.
Man kann aber gleichzeitig argumentieren, dass die Umsätze und Margen von ASML einfach deutlich stabiler sind, weil sie eben auch nicht so weit von dem entfernt sind, wo sie vor dem KI-Hype waren und die anderen Firmen schon.
Am Ende würde ich jetzt als Investor so drauf schauen.
Wenn man sehr langfristig über wirklich 15 oder 20 Jahre drauf schaut, ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass man sich mit ASML eine der relevantesten Chipfirmen ins Depot legt, die solider über die Zeit performt.
Kurzfristig haben Nvidia oder Samsung wahrscheinlich mehr Upside-Potenzial, weil die Börse da schon ein recht hohes Risiko einpreist, dass der Boom zum Beispiel bei Speicherchips eben in zwei, drei Jahren wieder dreht.
Wenn das nicht passiert, können die bei ihren aktuellen Gewinnen nochmal deutlich zulegen, sie haben aber über 15 oder 20 Jahre tendenziell auch mehr Downside.
Bei ASML ist die kurz- bis mittelfristige fundamentale Upside nicht so naheliegend, es könnte passieren, dass wir noch mehr in den Nachfrageengpass kommen und manche Player auf einmal wirklich sagen, sie gehen maximal aggressiv vor und zahlen statt 200 Millionen vielleicht einfach eine Milliarde für eine ASML-Maschine.
Das ist aber wirklich reine Spekulation und aktuell gibt es auch wenig, was darauf hindeutet.
Und die Maschine mischt dann automatisch aus zwei bis vier Wagen genau 125 Gramm Chips zusammen, die dann durch dieses Loch nach unten fallen.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder zum nächsten Deep Dive.
Diesmal geht es um die Luftfahrtbranche, vor allem um die Lufthansa.
Ob man da jetzt vielleicht genau wie Klaus Michael Kühne eine Einstiegschance haben könnte.
Das alles morgen, bis dahin, alles Gute, adios.
