# AI Voice Licensing and Creator IP Strategy

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-06-16

## Transcript

Liebe Leute, vielleicht habt ihr den Film Her gesehen.
2013, also über zehn Jahre ist das her, dass dieser Film in die Kinos kam und wurde tatsächlich auch mit einem Oscar ausgezeichnet.
Der Plot ist ungefähr der.
Ein einsamer Kerl verliebt sich in ein hochentwickeltes, künstliches, intelligentes Wesen, also im Grunde ein Betriebssystem.
Und dieses Betriebssystem, Samantha hieß es im Film, wurde damals von Scarlett Johansson gesprochen.
Und wir wissen aufgrund von verschiedenen Tweets von Sam Altman, dass er ein Riesenfan von diesem Film ist und als Open AI angefangen hat, Voice mit einzubauen in seinen Chat-GPT.
Da dachte man erst, das klingt so ein bisschen wie Scarlett Johansson.
Und es kam raus, dass Sam Altman sie offenbar im Vorfeld auch gefragt hat, ob man ihre Stimme nicht verwenden könnte, auch aufgrund dieses Films.
Das ist ja ziemlich episch gewesen.
Scarlett Johansson hat aber gesagt, nö, mach ich nicht.
Und dann klang die Stimme doch verdächtig nah an ihrer Stimme, was zu einem Aufschrei geführt hat und eben zu diversen Post von AnwältInnen von Scarlett Johansson.
Heute hat sich das Ganze so ein bisschen gelegt.
Die Stimme Sky hieß, die wurde eingestellt und es soll jetzt eine etwas andere Stimme dann irgendwann umgesetzt worden sein.
Ich finde, es klingt immer noch verdächtig nach Scarlett Johansson.
Aber das war so der erste Punkt, an dem es so ein bisschen um das Recht an der eigenen Stimme in diesem KI-Zeitalter ging.
Und darüber möchte ich heute mal mit jemandem sprechen, der nicht nur Experte für Stimmen ist, sondern tatsächlich auch selbst Synchronsprecher und mit seiner Stimme.
Geld verdient.
Und ich freue mich ganz besonders auf Sascha Rotermund, der heute hier zu Gast ist.
Ihr kennt seine Stimme vielleicht von diversen Hollywood-Produktionen, können ja gleich mal drüber sprechen.
Ihr hört Kollegin KI, ich bin Max Mundhenke.
Hallo Sascha.
Hallo Max, danke für die Einladung.
Ich freue mich hier zu sein.
Sascha, du hast, vielen Dank, dass du die Zeit genommen hast, du hast unter anderem Pedro Pascal gesprochen, also wer Last of Us gesehen hat zum Beispiel, dem könnte die Stimme jetzt hier bekannt vorkommen.
Hast du so eine Signature-Aussage?
Aus The Last of Us gibt es keine wirkliche Signature-Aussage, aber in Pedro Pascal ist ja auch der Mandalorianer, der gerade im Kino ist, der sagt dann gerne so Sachen wie, ich kann dich warm oder auch kalt ausliefern.
Das ist der Weg.
Wobei er natürlich immer noch den Helm quasi dann auf hat und dann ist die Stimme noch ein bisschen blecherner logischerweise dadurch.
Aber ja, der hat so, wie man heute sagt, ikonische Sprüche.
Ja, sehr schön.
Du hast unter anderem auch eine ikonische Serie synchronisiert und zwar Dr.
House.
Habe ich vor kurzem erstmal wieder gesehen, die acht Staffeln.
Und zwar bei Netflix, wo es heute auch ein bisschen drum gehen wird.
Jetzt warst du Dr.
Chase bei Dr.
House in der Serie gesprochen und du sagtest im Vorgespräch schon, damit hat alles so ein bisschen angefangen.
Magst du dich vielleicht einmal vorstellen und so ein bisschen erklären, was du machst, woher du kommst?
Also ich bin Sascha, Sascha Rotermund.
Ich lebe heute in Berlin.
Ich bin Schauspieler von Beruf und zum Schauspielerberuf gehören verschiedene Dinge.
Bühne, Kamera und eben natürlich auch das Mikrofon.
Das hat mich früh interessiert, eben auch das Mikrofon.
Ich war auch ein Hörspiel-Fan und ich fand es auch interessant in meiner Kindheit schon.
Ich habe hier gerade auf einem Hörspiel oder in einem Hörspiel habe ich jetzt eine Stimme gehört.
Und ich mache den Fernseher an und dann erkenne ich die plötzlich als Magnum wieder.
Und dann dachte ich, das ist natürlich toll.
Und meine Eltern haben mir das damals halt eben so erklärt.
Ja, das sind Schauspieler, die machen das halt eben auch in ihrem ganzen Berufsleben.
Und das hat mich früh interessiert.
Und so hat mein Weg mich dann früh vor die Mikrofone gezogen.
Und schönerweise hat man mich auch gelassen.
Und da ist heute einiges passiert.
Und ich glaube, so die bekanntesten...
Die bekanntesten Kollegen, denen ich heute meine Stimme leihen darf, sind Benedict Cumberbatch, eben Pedro Pascal ist ja zurzeit die ganz, ganz große Nummer.
Dazu gehört der John Hamm, Your Friends and Neighbors ist gerade online und eben Mad Men war das große Ding.
Es gesellen sich noch ein paar dazu und ganz interessant und über den werden wir mit Sicherheit heute auch noch sprechen, ist der französische Schauspieler Omar Sy, bekannt aus dem Film Ziemlich Beste Freunde oder eben aus der Netflix-Serie Lupin.
Sehr spannend, wissen viele nicht, aber SynchronsprecherInnen sind in der Regel ausgebildete SchauspielerInnen.
Eine absolute Regel, natürlich.
Also wenn man an die 60er, 70er Jahre zurückging oder vielleicht noch früher.
Die amerikanischen Filmproduktionsfirmen suchten einen Weg, ihre Filme ins Ausland zu bringen.
Und da gibt es ganz verrückte Beispiele, dass beispielsweise Stan Laurel und Oliver Hardy, die haben ihre Filme komplett nochmal gedreht mit geradebrechtem Deutsch, mit geradebrechtem Italienisch und ich weiß nicht, auf was für Sprachen noch.
Das ist wirklich aufwendigerweise versucht worden.
Gibt es auch noch Filme von zu sehen oder Ausschnitte von zu sehen.
Und dann hat man irgendwann gemerkt, das funktioniert nicht.
Und dann ist einer auf die Idee gekommen, wir machen mit deutschen oder mit eben ausländischen Schauspielern.
Machen wir die Tonspur neu.
Und so ist das alles entstanden und...
Da gehörte früher Günter Pfitzmann dazu, da gehörte Wolfgang Gruner dazu, Harald Juhnke gehörte dazu, Sigmar Solbach.
Also ganz viele Gesichter, die man aus dem Fernsehen kam.
Bitte entschuldigt, liebe Damen, dass wir jetzt gerade Renate Küster, also es sind ganz, ganz viele wirklich auch bekannte Schauspielerinnen, Ute Willing, die wir alle aus dem Fernsehen kannten und ja, deren Stimmen wir dann gehört haben.
Viele, viele, also alles Profischauspieler, ja.
Alles Profischauspieler und tatsächlich auch eine relativ große Szene beziehungsweise Professionalität, die gerade im deutschsprachigen Raum vorherrscht.
Also SynchronsprecherInnen sind im Grunde in Deutschland relativ gut vernetzt.
Es gibt eine ganze Menge und es gibt sehr hochwertige Produktionen.
Wenn man mal irgendwie ins europäische Ausland gefahren ist, quasi in den Niederlanden oder auch in Skandinavien, dann hat man häufig in Kinos eben die Original-Mit-Untertiteln.
Also man hört dann...
die Filme meist eben im amerikanischen Englisch und hat dann in den lokalen Sprachen die Untertitel.
In Deutschland ist es in der Regel nicht so, denn alle Produktionen und die Großen werden in Deutschland tatsächlich auch synchronisiert mit deutscher Sprache.
Das hat einen wirtschaftlichen Hintergrund.
In Skandinavien und auch in den Niederlanden beispielsweise sind die Sprachen nicht so weit verbreitet.
Deutschland ist ein sehr einwohnerzahlstarkes Land.
Dazu kommen Österreich und die Schweiz.
Da hat man das plötzlich, dass sich das dann wirtschaftlich einfach auch gelohnt hat.
Und deswegen kann man zum Beispiel sehen, die Franzosen synchronisieren.
Die Spanier haben einen Riesenmarkt alleine mit Lateinamerika, Russland synchronisiert.
Da hat sich heute auch ganz, ganz viel getan.
Es gibt immer diese berühmten Beispiele von unseren lieben Polnischen.
Nachbarn, wo man irgendwie nur einen Kommentarsprecher darüber gelegt sozusagen, hörte, der Originalton ist runtergefahren und ein Sprecher auch ohne jede Haltung und ohne jede Inspiration oder Emotion übersetzt dann quasi die Texte.
Das macht natürlich keinen Spaß, aber ich glaube, soweit ich weiß, hat sich auch da was getan.
Die Italiener synchronisieren, die Japaner, also es ist schon ein sehr weltweit, auch ein weltweites Phänomen und nicht nur ein deutsches.
Danke für die Einordnung.
Jetzt hattest du das schon angesprochen mit der Wirtschaftlichkeit.
Wir sprechen hier im Podcast ja regelmäßig mit Menschen und fragen, wie KI ihre Arbeitswelt beeinflusst.
Vielleicht fange ich mit der Frage einfach auch mal an.
Inwiefern beeinflusst KI denn deine Arbeitswelt gerade?
Dieser Vertrag formuliert zum ersten Mal eigentlich ja auch ein ganz gut gemeinter Ansatz.
Wir haben das Thema KI, irgendwas wird damit passieren.
Können wir versuchen, das für mit euch Schauspielenden irgendwie in eine Form zu gießen, dass das für uns alle eine gewisse Sicherheit birgt?
Weil es immer heißt, ja, im Hintergrund wird schon heimlich, du hast eben die Geschichte von Scarlett Johansson erzählt, im Hintergrund wird schon heimlich gepromptet und werden die KIs angelernt und so weiter und so fort.
Und jetzt sagen wir, nein, wir gießen das zusammen mit der Schauspielergewerkschaft in eine Form, in einem Vertrag.
Und der sieht jetzt folgendermaßen aus.
Die Klausel besagt, dass das legal mit allem, was ich tue, und ich sage bewusst mit meiner Arbeit, nicht mit dem Klang meiner Stimme.
darf Netflix seine KI trainieren.
Das ist der Input, aber es gibt auch den Output.
Und wenn es zum Fall des Outputs kommt, ist Netflix verpflichtet, sich bei uns allen zu melden und dann zu fragen, aha, wir würden jetzt was auch immer damit tun.
Erstens dürfen wir das, zweitens was kostet das?
Grundsätzlich erstmal ein ganz guter Ansatz.
Wenn man aber so, wie ich persönlich, so eingestellt ist und sagt, in allen künstlerischen Bereichen, ich will jetzt nicht das Fass aufmachen, ob Synchronisation wirklich eine...
Kunst ist oder nur eine Kunstform oder so.
Aber ich sage nur während den Anfängen, bin ich persönlich der Meinung, ist künstliche Intelligenz das, was die Kunst quasi nicht mehr Kunst sein lässt.
Dann ist es irgendwie zusammengerechnet aus Daten, die da sind.
Das kann für uns im Alltag möglicherweise funktionieren, das kann vielleicht sogar einigermaßen klingen.
Es ist aber etwas, was ich persönlich einfach grundsätzlich...
nicht möchte, ich für mich persönlich ablehne.
Ich verurteile niemanden, der sagt, das ist für mich völlig okay und eigentlich ist das doch ganz prima.
Ich kann mich doch jetzt entscheiden, ob das dann benutzt wird oder nicht.
Wobei ich dann gleichermaßen frage, wenn ich jetzt schon weiß, dass es nicht benutzt werden soll, warum habe ich jetzt nicht die Möglichkeit, vorher schon zu sagen, bitte trainiert einfach nicht damit.
Wer weiß, wo dann die Daten dann alle landen.
So, und das hat mich insofern betroffen.
Als dass ich jetzt für den Anbieter Netflix meine Zusammenarbeit absage bzw.
sage, es tut mir wahnsinnig leid, aber ich unterschreibe diesen Vertrag so nicht.
Können wir das irgendwie anders regeln?
Das ist aber für mich persönlich im Augenblick das Einzige.
Bei mir geht es nicht um Arbeitsabläufe oder irgendwas anderes, wo man KI als Tools wirklich benutzen könnte.
Ich bin nicht bei den Autoren beispielsweise.
Für mich als Schauspieler oder im Synchron auch als Regisseur betrifft es das ansonsten noch nicht.
Okay, vielen Dank erstmal für die Einordnung.
Ist ja durchaus ein bisschen differenzierter, was Netflix da anbietet, als das, was man im Grunde eher in Social Media hört.
Also mir geht es so, dass ich in meiner Bubble häufig dann entsprechend die Sharepix sehe, wo heißt Netflix Cloud Stimmen von SchauspielerInnen oder von SynchronsprecherInnen.
Man muss das schon genauer beleuchten, richtig.
Okay, aber Netflix macht im Grunde ein Angebot, also wenn ich es richtig verstanden habe, wo du aber sagst, auf dieses Angebot gehe ich nicht ein.
Was wäre denn so ein Angebot, was für dich funktionieren würde?
Das Angebot, das für mich funktioniert, ist, dass ich im Vorhinein schon entscheiden darf, möchtest du, dass mit deiner Arbeit eine KI trainiert wird oder nicht?
Und hier wird halt vorausgesetzt, die KI darf trainiert werden damit, auch wenn wir noch nicht wissen, ob wir im Endeffekt damit was machen können.
Es muss vorher passieren.
Und dann kommen die nächsten Schritte möglicherweise.
Ja, okay, ich gebe es raus, ich gebe es...
frei, aber lass uns mal konkret besprechen.
Erstens, wo geht es hin?
Was wird wirklich damit gemacht?
Und zweitens, ist es mir das wert, dass ich damit Geld verdiene?
Oder wenn ja, völlig okay, dass man sagt, wie hoch müsste das denn eigentlich sein?
Und ich bin tatsächlich, was Kunst angeht, ein so strikter Gegner davon, dass ich sage, Die Summe müsst ihr mir erstmal bieten, dass ich das cool finde.
Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass auch ich natürlich meine Miete bezahlen muss und so weiter.
Also das heißt, ich habe natürlich hier Großreden.
Solange ich jetzt als Freiberufler kann man vielleicht drei Monate in die Zukunft sehen, vielleicht vier, sagen kann, ja okay, im Augenblick ist der Kalender noch einigermaßen gut gefüllt.
Ich weiß nicht, was in einem halben Jahr ist.
Dem setze ich mich gerade so ein bisschen aus, aber toi toi toi.
Du hast es jetzt das zweite Mal schon angesprochen wegen der Kunst, deshalb würde ich da jetzt gerne drauf eingehen.
Da gibt es ja immer durchaus dieses Gegenargument, dass Technologie Kunst auch immer verändert hat.
Es wird dann gerne so das Beispiel genommen, als die Fotografie aufkam, dass da das Bildhauergewerbe oder das Malereigewerbe durchaus gesagt haben, nee Moment, damit ist unsere Kunst hier im Grunde zunichte gemacht worden, weil man jetzt mit einem Knopfdruck dank dieser Technologie die Wirklichkeit abbilden kann.
Heute würden wir eigentlich gar nicht mehr davon, würden wir weder der Bildhauerei noch der Malerei ihren künstlerischen Anspruch absprechen.
Wir würden eher sagen, Fotografie hat zweifellos als eigene Kunstform sich parallel entwickelt.
Und heute gehen wir wie selbstverständlich auch in Fotografieausstellungen oder Museen, die Fotografien zeigen.
Wie würdest du das einordnen im Blick auf Synchronsprecher, Kunst, also aus meiner Sicht definitiv eine Kunst und die ganze Debatte, die jetzt gerade stattfindet durch künstliche Intelligenz?
Hier hat sich eine Technik weiterentwickelt und dadurch ist eine neue Kunstform entstanden.
Aber die Kunst liegt trotzdem bei dem Menschen, der quasi das Auge hinter der Kamera hat.
Und dann gibt es natürlich auch sowas wie eine Nachbearbeitung.
Dann gibt es auch sowas wie Tools.
Da kann man dies machen, da kann man jenes machen.
Aber auch da sehe ich persönlich eine gewisse Grenze.
Entweder ist es dann eine Spielerei.
Guckt mal hier, mit dem schönen Photoshop konnte ich so und so viel machen.
Da kann man sich entscheiden, ob man das haben möchte oder nicht.
Ich bin da immer schon ein ziemlicher Purist gewesen, was das angeht.
Also da finde ich wirklich Fotokunst ganz großartig, wenn ich weiß, das kann die Kamera.
Oder hat man in der Fotografie ja häufig das dann drunter, welche Belichtungen drunter geschrieben werden.
welcher Film ist benutzt worden und so.
Sowas finde ich dann spannend und dann ist es trotzdem für mich immer noch Menschen gemacht.
Weil bei der Kunst gehört für mich dazu, dass ein Mensch eben auch beispielsweise fehlbar ist, dass dem was nicht gelingt und dass dadurch möglicherweise, oh wow, das wollte ich gerade gar nicht erreichen.
Ich habe jetzt gerade, ganz anderes Beispiel, ich habe gerade gehört über den Song Creep, da hört man am Anfang, wenn das Lied anfängt, zweimal so.
Bei zwei so ganz schräge Gitarrenakkorde, die wohl im Proberaum entstanden sind, weil der Gitarrist genervt war.
Und dann hat man gemerkt, das ist genau das Gefühl, was wir transportieren wollen.
So, das sind ganz, ganz menschliche Geschichten.
Und künstliche Intelligenz ist maschinelles Lernen.
Wir haben Daten, die zusammengefügt werden von einem Computer.
Und das macht es dann halt eben für mich so langweilig an der Stelle.
Und deswegen würde ich sagen, wenn man so einen Transfer hat, das wird natürlich in unseren Diskussionen heute auch...
häufig gesagt, naja, wir sind jetzt halt einfach die Kutschenbauer, die sich angucken, wie die Bahn gebaut wird.
Das hat jetzt keinen künstlerischen Hintergrund, aber da kann ich trotzdem sagen, ja, na klar, das ist dann der Fortschritt der Menschheit.
Aber wenn hier eine Kunst, die davon lebt, vor allem eins zu sein, unberechenbar, im wahrsten Sinne des Wortes.
Das jetzt nicht mehr ist, sie ist berechnet und zwar nicht von einem Menschen, der auch einen Fehler machen kann oder dem jetzt gerade, was weiß ich, bei der Arbeit der Kaffee aufs T-Shirt gefallen ist und deswegen in eine neue Bahn gekommen ist, sondern wirklich nur eben aus den Nullen und Einsen und aus Erfahrungswerten zusammengerechnet worden ist.
ist das halt einfach nicht mehr da.
Und das ist für mich der große Unterschied.
Eine Kollegin sagte das neulich, die das halt einfach anders sieht.
Ja, mein Gott, es entwickelt sich, abgesehen davon, es kommt ja sowieso.
Und ich will auch mit der Zeit gehen.
Und das will ich auch.
Und ich höre auch immer wieder von denen, das kann ja auch ein Tool sein.
Und wenn es wirklich nichts anderes ist als ein Werkzeug, wie es die Fotografie gewesen ist, weil jetzt ist dieser Fotoapparat da, mit dem ich was machen kann.
Aber ich verfälsche nichts.
Ich bilde etwas ab, was da ist.
Und damit mache ich möglicherweise.
Das mache aber ich als Fotografin oder als Fotograf.
Und ja, so sehe ich das.
Verstehe ich.
Und du hattest das angesprochen mit den Pferdekutschenbauern, die jetzt im Grunde zugucken, wie die...
Wie die Eisenbahn gebaut wird im Grunde.
Das hat ja durchaus auch wirtschaftliche Hintergründe, um vielleicht mal von der Kunst wegzukommen, auf die Wirtschaftlichkeit hinzugehen.
Da hatten wir durchaus auch schon Gäste in dem Podcast hier, die gesagt haben, wir schaffen es jetzt im Grunde, neue Produkte viel schneller und kosteneffizienter herzustellen, um sie in so einem Prototypen-Status erstmal zu testen.
Weil wir einfach nicht mehr so viel Personal brauchen, wie wir vorher brauchten.
Das heißt, wir können im Grunde eine viel...
breitere Bandbreite an Produkten erstmal auf den Markt werfen und gucken, was gibt es denn da eigentlich für Resonanz, bevor wir uns dann dazu entschließen, eins dieser Produkte tatsächlich weiter auszuentwickeln.
Und das ist ja in der Filmserienbranche, glaube ich, ganz ähnlich, dass eine ganze Menge Pilotfolgen gedreht werden und davon eigentlich nur ein Bruchteil tatsächlich am Ende wirklich in eine Produktion übergeht von einer Staffel, mehreren Folgen und so weiter und so fort.
Wie siehst du das mit dem Blick darauf?
Haben wir nicht durch künstliche Intelligenz und durch die Möglichkeit Stimmen jetzt auch viel kosteneffizienter, weil weniger Personal, muss man ja am Ende sagen, eher mal zu testen, wie kommt das denn eigentlich an?
Und wir testen uns erstmal ran, wie der Markt reagiert, bevor wir dann gegebenenfalls auch echte Menschen verpflichten, entsprechende Leistungen zu erbringen.
produzieren kann auf diese Art und Weise.
Denn eins ist für mich immer total wichtig.
Man spricht immer davon, ach guck mal, der hat die und die Stimme oder die und die Stimme klingt so.
Ich kann die coolste Stimme der Welt haben, wenn ich damit nichts anfangen kann, wenn ich nicht spielen kann, wenn ich eine Geschichte nicht erzählen kann, wenn ich nicht weiß, wie eine Dramaturgie funktioniert, wie ich vielleicht eine Spannungspause setze, wie ich meine Stimme wirklich, wirklich so einsetze, dass auf der anderen Seite ein Gefühl rüberkommt, eine Spannung erzeugt wird.
dann nutzt das überhaupt nichts.
So, jetzt kann aber natürlich auch die KI, kann man auch auf den Knopf drücken, so bitte jetzt sehr ernst oder was auch immer.
Viel differenzierter natürlich noch die KI lernt, also kann sie auch ganz, ganz viel in diese Richtung lernen.
dann ist das natürlich möglich.
Und dann ist das natürlich auch etwas, wo man sagen kann, okay, für die Marktforschung oder sowas kann man das erstmal machen.
Es gibt ja auch sowas wie Layout-Aufnahmen, wo dann die Autoren oder Regisseure im Vorfeld das selbst kurz einsprechen, nur damit man ungefähr weiß, in welche Richtung das geht.
Insofern glaube ich schon, dass das möglich ist.
Trotzdem ist es, ich glaube nicht, dass das zielführend ist.
Ich glaube nicht, dass das zielführend ist, weil nämlich das, was da erreicht wird, zumindest noch eine ganze Weile lang nicht wirklich in die Richtung führt oder wirklich ein Beweis dafür sein kann, dass das im Nachhinein auch ganz, ganz ähnlich funktioniert, wenn es dann mit Menschen gemacht würde.
Verstehe.
Was würdest du denn jetzt sagen, wenn die, sag ich mal, die OriginalsprecherInnen, also die SchauspielerInnen in den großen Hollywood-Produktionen jetzt tatsächlich auch sagen würde, wir gehen den Schritt auf Netflix zu und wir lassen unsere Stimmen lizenzieren.
Da gibt es durchaus erste Initiativen, unter anderem von Tom Hanks, die gesagt haben, bevor hier irgendwas unreguliert passiert, wollen wir das zumindest in irgendwie eine rechtliche Form geben.
Und am Ende des Tages muss man ja auch sagen, die Frage steht im Raum.
Inwieweit dürfen Stimmen oder vielleicht auch schauspielerische Leistungen über das Bestehen eines Künstlers hinaus noch Teil von diesen Produktionen werden?
Denn das ist so die große ethische Frage, wenn wir uns Bruce Willis beispielsweise angucken, der in extrem vielen Filmen mitgewirkt hat.
Das heißt, man hätte rein theoretisch wahrscheinlich ausreichend Trainingsdaten, um ihn vielleicht, sag ich mal, mit KI zu klonen.
Jetzt ist Bruce Willis schwer erkrankt.
das heißt, wir können nicht mehr an seiner Kunst teilhaben, wäre es im Interesse des Schauspielenden und vielleicht auch des Publikums, dass entsprechend...
weiterzuführen oder wenn wir vielleicht die Frage ein bisschen kleiner stellen und in Lebzeiten bleiben, wenn Pedro Pascal morgen sagen würde, ich stelle meine Stimme so Trainingsdaten zur Verfügung und in Zukunft wird einfach jeder auch in Niederlanden, in Skandinavien und eben in Deutschland, die in Anführungszeichen Originalstimme von Pedro Pascal in der jeweiligen Landessprache hören, ohne einen Unterschied zu merken.
Was würdest du darauf antworten?
Das ist ja sowieso das Ziel derjenigen, die KI in die Synchronisation einbringen wollen.
Es geht darum, dass in der Zukunft die Originalschauspieler mit ihrer Originalstimme zu hören sein werden.
Das ist, ich sag mal so, total nachvollziehbar, wenn ich einfach mal wirklich mal das, was ich hier so häufig mache, Synchronisation, wenn ich das wirklich mal hinterfrage.
Niemand von den Leuten, denen ich meine Stimme leihe, ist gefragt worden, ob ich das machen darf.
Da gibt es natürlich die Filmverleiher, da gibt es die Redaktionen und so weiter, da werden auch Castings gemacht.
Da kommen teilweise auch die Originalregisseure der Originalfilme, wohlgemerkt, die dann auch sogenannte Supervisor haben, die um die Welt reisen, die das schon überwachen, das ja.
Aber die Schauspieler selbst, die wissen da gar nichts von.
Die wissen da gar nichts von.
Ich habe auch bis heute noch niemanden getroffen von denen oder mich quasi mit denen irgendwie darüber unterhalten können.
Darf ich das überhaupt?
Geschweige denn, hast du es überhaupt mal gehört?
Ich finde das sehr, sehr gut, dass ein Tom Hanks oder ich weiß nicht, wer noch dabei ist, Clooney, Meryl Streep, dass die sagen, wir...
Wir gießen das, genauso ähnlich wie Netflix, wir gießen das in eine Form, so dass wir sagen können, wir haben da aber die Hand drauf.
Das ist lizenziert und dann kann ich mich später noch entscheiden, mache ich was damit oder mache ich das nicht.
Aber ich glaube, in allererster Linie geht es auch darum zu sagen, Stopp, bis hierhin und nicht weiter.
Das machen wir nicht.
Dann haben Sie nämlich die Möglichkeit, ich bin der Lizenznehmer meiner eigenen Stimme, niemand anders, oder auch meiner eigenen Arbeit, niemand anders darf das jetzt benutzen.
Diese Frage.
Es hört jemand einfach nur auf.
Pedro Pascal sagt jetzt beispielsweise, ich habe jetzt genug Geld verdient, ich lege mich jetzt auf die Bahamas den Rest des Lebens oder die nächsten zehn Jahre.
Viel Spaß, gute Reise.
Dann ist das total legitim, aber dann würde auch ich, dann würde ich sagen, ja klar, das ist jetzt deine Entscheidung.
Ich persönlich würde das für mich nicht wollen.
Das betrifft ja auch das Thema über den Tod hinaus.
Also es gibt das berühmte Beispiel der deutschen Kinderserie, der Pumul.
Da gab es ja letztes Jahr oder vor zwei Jahren haben sie schon die erste Serie gemacht, dann kam der Kinofilm, wo sie quasi einen deutschen Schauspieler, Kabarettisten Maxi Schafroth, den haben sie das einsprechen lassen, so wie das früher der Hans Klarin gemacht hat vor 30 Jahren oder 40 Jahren, was ich in meiner Kindheit gesehen habe.
Und dann haben sie quasi durch die KI, haben sie die...
Stimme, sozusagen den Stimmklang von Hans Klarin darüber gelegt und damit klang jetzt Pumukul quasi wieder so wie vor 40 Jahren oder vor 35 Jahren.
Total nachvollziehbare Idee, alleine marketingtechnisch.
Die nächste Generation, deren Kinder das heute wieder sehen, die hören diese Stimme.
Das war ja unfassbar großartig.
Jeder kannte das und das war ja auch wirklich grandios.
Und ich muss tatsächlich sagen, Ich habe selber reingeguckt, weil mich das natürlich interessiert hat, aber es hat mich auch interessiert, wie ist die Serie als solche geworden und da muss ich sagen, toll, ganz, ganz großartig, tolle Schauspieler, tolle Drehbücher, tolle Regie, also wirklich wunderbar, freue ich mich, wenn so etwas dann in dieser wirklich tollen Art weitergeführt wird, aber warum ist es nötig, die Stimme quasi von Hans Klarin per Computer zu generieren und dann den Maxi Schafroth, der das übrigens hervorragend gemacht hat, das möchte ich auch sagen und gar nicht so unähnlich klingt wie das, was wir noch von früher kennen, warum lässt man das nicht, warum lässt man das nicht so, wie es ist, es war großartig und zwar deswegen der Hans Klarin.
Es heißt immer, ja, das sei mit den Erben abgeklärt.
Das ist auch rechtlich dann von mir aus alles in Ordnung.
Ich finde das trotzdem schwierig.
Hans Klarin ist, ich weiß nicht wann, vor etwa 20 Jahren, glaube ich, gestorben.
Ich will jetzt nichts Falsches sagen.
Der hatte von dieser ganzen Möglichkeit noch keine Ahnung, dass sowas irgendwann sein würde.
Und dass man natürlich theoretisch dann sagen kann, ach Mensch, das ist ja eine tolle Idee.
Dann können auch, wenn ich tot bin, die Menschen noch hören, wie ich das machen würde.
Da ist aber ein Fehler dabei.
Wenn es früher hieß, demnächst haben wir Schallplatten und wir können die Stimme von einem toten John Lennon weiterhören, dann hören wir John Lennon.
Aber nichts, was ein Computer daraus gemacht hat oder damit gemacht hat.
Und so ist es jetzt mit Hans Klarin.
In diesem Fall hat es vielleicht sogar funktioniert, weil der Maxi Schafroth so einen tollen Job gemacht hat.
Aber wenn diese Stimme jetzt wie eine leere Hülle, wie eine Marionette auf dem Markt liegt.
Dann kommt möglicherweise eine andere Regie, eine andere Produktion und noch eine und noch eine und noch eine und auf einmal ist Hans Klarin wieder überall.
Und dann kommt plötzlich die erste Produktion, wo es heißt, das war jetzt aber diesmal nicht so doll.
So, und dann sind die Leute Hans Klarin satt.
Und deswegen sage ich, wir zerstören Legenden, wenn wir sowas machen.
Das sind auch Geschichten, die wir...
tatsächlich, ich will jetzt nicht zu weit ausufern, aber zum Leben brauchen.
Das ist das, was Spaß macht.
Hans Klarin kannte früher jeder als einen wunderbaren Schauspieler und einen grandiosen Komödianten.
Und der hatte halt auch diese Stimme, der hatte diesen Humor, das war so ein quirliger Typ.
Und daraus ist das entstanden und jeder wusste das.
Und was heute übrig ist, ist noch dieses kleine, ist noch dieses kleine, ja, was...
Der Klang der Stimme von dem, was Hans Klarin damals gemacht hat.
Mehr aber nicht.
Und deswegen sage ich immer, es gibt zwei Verlierer.
Der eine ist Hans Klarin und der andere ist Maxi Schafroth, von dem heute keiner was weiß und das auch zu Unrecht.
Und wenn wir uns mal von der Kunst mehr oder weniger verabschieden, es gibt jetzt beispielsweise erste Lern-Apps, die mit der Stimme Albert Einsteins sprechen sollen, was dann auch über die Familienstiftung läuft und wo man sagt, okay, mit der echten Stimme von Albert Einstein zu sprechen, das könnte gerade Kinder und Jugendliche vielleicht nochmal motivieren, Sachen zu lernen.
Wie würdest du das sehen?
Wäre das das Gleiche?
Weil das ist ja in sich erstmal keine Kunst, sondern es geht ja durch dich.
Ganz private.
Also da sage ich gerade, das ist ein Spiel.
Das ist okay.
Und wenn das so weit das kann, das ist überwacht.
Und ich behaupte jetzt mal, an so einer konkreten Stelle kann man eigentlich auch nicht so wahnsinnig viel falsch machen.
Dann ist es wirklich, ach ja, guck mal, so hat der geklungen.
Das ist ja verrückt, auch wenn es nicht hundertprozentig so war.
Ich muss es ein bisschen vergleichen, auch wenn der Vergleich vielleicht hinkt.
Als die Navigationssysteme in die Autos kamen, kam es plötzlich als Gag, dass die deutschen Stimmenimitatoren da alles Mögliche eingesprochen haben.
Und man hörte dann Helmut Kohl oder Udo Lindenberg oder Inge Meisel sagen, nächste Kreuzung rechts.
Und das ist ein Witz, das ist ein Spiel.
So was kann man machen.
Und hier ist es eine schöne Motivation.
Und da ist auch jemand natürlich schon lange tot.
Da würde ich sagen, ja, in so einem Rahmen.
nehme ich das Spiel gerne mit.
Da will ich kein Spielverderber sein.
Aber wenn es um die Wirtschaftlichkeit geht und dann tatsächlich auch um Kunst zu kopieren beziehungsweise in irgendeiner Art durch Technologie zu imitieren, da würdest du sagen, da ist die Grenze.
Da ist die totale Grenze einerseits wirtschaftlich und das andere, was halt eben auch passiert dadurch.
Und deswegen glaube ich auch, ist das wirtschaftlich auch ein Pferd, wo man auf der anderen Seite wieder runterfällt.
Es entsteht ja eine unfassbare Beliebigkeit.
Weil alles möglich ist.
Wenn alles möglich ist, dann ist auch irgendwann alles egal.
Dann ist ja auch alles langweilig.
Es ist ja nichts Besonderes.
Alles, was irgendwann mal was Besonderes war, auch durch die Geschichte, die dahinter steckte, ist nicht mehr da, weil wir auf Knopfdruck auf alles zugreifen können.
Ja, wäre eine Sichtweise.
Ich spreche ja gern von der Individualisierung von Kultur im Rahmen von KI.
Also mein Lieblingsbeispiel ist sowas wie...
Ja, Spotify AI.
Also wir sitzen auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn, wir hören Spotify und statt dem klassischen Mix der Woche oder diesen anderen Produkten, die sie anbieten, gibt es dann im Grunde KI-generierte Musik mit eigenen Alben, mit eigenen KünstlerInnen, die auch eigene Geschichten haben, die man dann hört und zwar auf Grundlage seines...
seines Hörverhaltens.
Also wenn es heißt, okay, ich bin irgendwie ein großer Metal- und Classic-Rock-Fan, dass man die beiden Sachen mercht, vielleicht neue KI-generierte KünstlerInnen schafft, die dann möglicherweise genau meinen Geschmack treffen.
Also vielleicht genau diese Lücke füllen, die die Kultur bisher nicht hergegeben hat, weil ich im Grunde diese Nische bisher noch nicht gefunden habe, weil die auch nicht wirtschaftlich war.
Und das Gleiche ist dann nach der Arbeit, wenn wir wieder zu Hause sind, eben auf dem Sofa sitzen mit Netflix-AI, wo wir sagen, hey, ich habe irgendwie Lust, auf eine romantische Komödie.
Bruce Willis und Sam Altman, die sollen irgendwie eine romantische Gay-Comedy haben.
Musik von Hans Zimmer, 80 Minuten, Happy End und generier mal und gib mir das.
dass wir im Grunde eine Überindividualisierung auch in der Kultur erleben.
Das wäre so ein mögliches Zukunftsszenario, wenn das Ganze ungebremst eben weitergeht.
Was dann aber wieder zur Frage führen würde, funktioniert Kultur überhaupt in diesem Rahmen noch?
Weil wir natürlich auch schon ein paar Mal in diesem Podcast, glaube ich, auch angesprochen, das Thema, sorry, wenn ich mich wiederhole an alle, die es schon gehört haben, aber entsteht Kultur nicht eigentlich genau dadurch, dass wir als Menschen gemeinsam Dinge bewerten, zusammen auf Konzerte gehen, ins Kino, dass wir uns darüber unterhalten, austauschen können und damit auch uns identifizieren können?
Ja, mit Sicherheit.
Und ich glaube auch, dass das bis zu einem gewissen Punkt auch total legitim ist.
Beziehungsweise, nein, ich muss mich korrigieren.
Ich möchte ja niemandem vorschreiben, wer was wie zu konsumieren oder auch zu denken oder zu empfinden hat.
Das steht natürlich jedem offen.
Und dieses Szenario, was du da gerade gezeichnet hast, ist natürlich auch spannend und bietet etwas.
Und ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich im Radio Musik gehört habe und gesagt habe, ey.
Toll, das ist ja schön, wer war denn das?
Und dann sagt der Moderator danach nur, das ist, meine Damen und Herren, von der ersten Idee bis zur letzten Ausführung war das ein KI-Song.
Wow.
Habe ich mich bei erwischt.
Ja.
Dann trifft das natürlich dann trotzdem in dem Augenblick auf meine tiefste innere Überzeugung.
So auch als, Künstler ist immer so ein großes Wort, aber ich lebe in einem künstlerischen Beruf.
Natürlich trifft mich das dann auf eine gewisse Art und Weise, weil ich auf der einen Seite denke, ich möchte, dass Kunst von Menschen gemacht ist und dass sie unberechenbar ist und es sind halt eben auch Jobs, nicht unbedingt nur meine, aber der vielen Kolleginnen und Kollegen.
Das möchte ich vielleicht nochmal eben dazu sagen, das ist auch die Sache mit den...
mit den von KI generierten Stimmen.
Albert Einstein, früher wäre das vielleicht auch etwas für einen tollen Stimmenimitator gewesen.
Heute kannst du auf den Knopf drücken.
Wenn ich die Heute-Show ansehe, sehe ich Friedrich Merz und der macht das mit KI.
Früher hätte man dafür auch einen schönen Kabarettisten.
Der hätte damit seine 150 Mark verdient.
So, aber das nur am Rande.
Es ist natürlich alles frei.
Ja, aber ja.
Okay, aber das ...
Jeder Mensch soll das für sich natürlich entscheiden und das ist auch unsere freie Marktwirtschaft, das ist auch unsere freie Welt vielleicht, dass man sagen kann, gut, wir schmeißen das alles auf den Markt und natürlich ist auch etwas dabei, wo man selber sagt, das finde ich jetzt gerade irgendwie ganz cool oder ich erwische mich auch dabei, dass ich das jetzt gerade nicht doof finde, weil was Schönes dabei entstanden ist und wow, das ist irgendwie genau das, auf das ich gewartet habe, komm, mach es nochmal an.
Das gehört natürlich auch dazu und das sei dem auch gegeben, das entscheidet im Endeffekt sowieso das Publikum.
Exakt und ich glaube, das Publikum kann sich auch an neue Sachen gewöhnen.
Ich mache da gerne das Beispiel, ich war großer Simpsons-Fan, wie glaube ich viele in meiner Generation und als dann irgendwann die deutsche Synchronstimme von Marge Simpson verstarb und Anke Engelke das Ganze übernahm, waren am Anfang alle, oh Gott, das ist doch nicht Marge, weil man hat jetzt irgendwie auch eine andere Stimme.
Mittlerweile würde sich, glaube ich, niemand mehr irgendwie darüber wundern und sagen, ja, das ist halt die neue Stimme von Marge Simpson, das ist Anke Engelke.
Cool, so.
Zumindest nehme ich es so wahr.
So ist es auch.
Und ich weiß, dass Anke Engelke hat sich damals sehr nach dem Original gerichtet, wie March tatsächlich im amerikanischen Original war.
Und sie hat natürlich dann auf der anderen Seite logischerweise auch ein bisschen ihr Ding draus gemacht.
Es gibt jetzt auch, der Jürgen Kluckert ist vor ein, zwei Jahren verstorben.
Es muss ein neuer Benjamin Blümchen gefunden werden.
Und auch Jürgen Kluckert war schon der zweite Benjamin Blümchen.
In meiner Kindheit war das noch der Schauspieler Edgar Ott, der das gemacht hat.
auch bekannt als Kojak beispielsweise, deutsche Stimme.
Und ich habe der Firma Kiddings, die das produzieren und auch meinem lieben Kollegen Mati Klemm, dem habe ich nur dazu gratuliert, dass das jetzt einfach nicht per KI aus dem Schrank geholt wurde.
Oder wir gehen jetzt einfach den Weg weiter, den das Publikum gewohnt ist.
Gerade bei Kindern, ein Publikum wächst nach.
Ich musste daran denken, wie plötzlich die Meinzelmännchen so digital waren im Bild und alle so, das ist ja furchtbar.
So, es kommt die nächste Generation Kinder, die nehmen das an.
Und wenn es liebevoll gemacht ist, funktioniert es auch.
Ein guter Punkt, um vielleicht zum Schluss zu kommen, vielleicht nochmal einen Fall zu beleuchten und zwar den von Santiago Cisma, Kollege von dir, ja auch Synchronsprecher unter anderem von Spongebob und von Steve Buschimi und Steve Buschimi, von dem keiner genau weiß, wie man ihn ausspricht.
Ja, ich weiß es auch nicht, Buschimi, Buschimi, ja, wir wissen, wer wir meinen.
Genau, Steve Buschimi war jetzt in einer Netflix-Produktion und Santiago Cisma als langjähriger Synchronsprecher von ihm.
hat gesagt, nein, ich unterschreibe das nicht und ich gehe dementsprechend nicht den Weg.
Und jetzt wird Steve Buscemi offensichtlich von jemand anderem gesprochen.
Also wird vermutlich dann mit einer neuen Stimme besetzt.
Spongebob auf der anderen Seite bleibt gleich, denn Spongebob ist keine Netflix-Produktion.
Die Rechte liegen bei Nickelodeon bzw.
Paramount und die haben entsprechend nicht diese Klauseln, wie Netflix damit jetzt umgegangen ist.
Das führt mich zu der Frage, wie viel bringt es am Ende, das auch zu boykottieren?
Das würde ich dich ganz persönlich gerne fragen.
Wir hatten ja darüber gesprochen, dass sich das Publikum auch an neue Stimmen gewöhnen kann, wenn man jetzt als Künstler, als Synchronsprecher und Schauspieler sagt, nee, das möchte ich nicht mehr sprechen.
Dann kommt einfach jemand anderes.
Das ist dieses typische Waffenhändler-Argument.
Wenn ich es nicht mache, dann macht es irgendjemand anders.
Aber wie siehst du das mit der Verantwortung, die man im Grunde als Künstler auch hier hat und wie kann man die umsetzen?
Und damit vielleicht nochmal auch diese letzte Frage.
Wie geht es in der Zukunft weiter?
Finden wir da eine Lösung, an der alle zufrieden sein können?
Netflix, weil sie möglicherweise Kosten sparen, die Synchronsprecherbranche in Deutschland und weltweit, weil sie sagen, unsere Rechte werden hier gewahrt, wir können unsere Kunst weiter ausüben und vielleicht sogar die ein oder andere Marke damit verdienen.
Ja, das ist ein breit gefächertes Feld.
Der Santiago macht das im Grunde tatsächlich genau wie ich zurzeit.
Wir sagen, dass wir die Netflix-Verträge nicht...
Ich glaube, also ich kann jetzt nur für mich sprechen, ich glaube, bei Santiago ist da genauso realistisch wie ich.
Wir werden weder Netflix damit in die Knie zwingen, noch werden wir eine KI sozusagen aufhalten oder dass diese Technologie irgendwie auf uns alle zukommt.
Wir können nur sehr persönlich sagen, wir möchten das nicht aus den und den Gründen und es natürlich dann dementsprechend auch in Kauf nehmen, dass wir wissen, Santiago ist auch ein altes Theatertier, genau wie ich, dass wir wissen, wenn mal einer von uns krank ist oder wenn wir nicht können, dann werden wir auch da ersetzt, auch wenn wir eine Rolle vielleicht schon ein Jahr gespielt haben.
Und so ist es auch hier.
Was wir, glaube ich, wollen, nicht nur glaube ich, sondern was, ich lasse jetzt mal das Wir weg, lieber Santiago, liebe Grüße.
Ich spreche jetzt erstmal nur von mir, das ist aber nicht egoistisch gemeint, sondern weil ich natürlich nur für mich sprechen kann.
Was ich mir ein bisschen erträume, ist, dass ich ...
ein bisschen ein Publikum erreiche.
Mit dieser Message hier passiert gerade ein bisschen was.
Und man kann darüber nachdenken, bevor man sich dabei erwischt hat, wow, das hat mir doch ganz gut gefallen.
Oder bevor einem das wirklich durch die Lappen gegangen ist, ich habe gar nicht mitbekommen, dass das ein anderer ist, der klingt ja irgendwie relativ ähnlich.
Natürlich werden wir jetzt ersetzt, auch durch andere Kollegen.
Und diese Kollegen oder Kolleginnen, die machen auch ihren Job und die machen den auch gut.
Und dementsprechend werden die Filme auch weiterlaufen.
Ich will nur, solange ich es mir wirtschaftlich auch erlauben kann, ich möchte kein Teil davon sein.
Das ist nicht so, wie ich das Ganze verstehe.
Und die einzige Chance, die wir haben, ist ein bisschen das Publikum zu erreichen und ein bisschen Aufmerksamkeit für das Thema im Gesamten zu erreichen.
Und möglicherweise entsteht dann dadurch ein kleines bisschen mehr eine andere Gewichtung.
Ich glaube schon, dass es so eine Art Koexistenz auch geben wird.
Ich glaube auch, dass weiter synchronisiert wird.
Das darf ich übrigens auch sagen.
An mich sind Hörspielanfragen herangetreten worden, sagt man das so, wo es darum ging, ob ich tatsächlich einfach nur reinsprechen kann.
Man hört aber schon noch den Kollegen, der schon lange tot ist, Teil 1.
Und Teil 2 war auch mal, die kleinen Rollen, die machen wir mit KI.
Und wir reden jetzt nicht von kleinen privaten Produktionen.
Wir reden von großen, etablierten, Punkt, Punkt, Punkt, mehr will ich gar nicht sprechen.
Die kleinen Sachen, die machen wir mit KI.
Und das finde ich schäbig, muss ich ganz ehrlich sagen.
Das finde ich ganz, ganz, ganz schrecklich, gerade auch im Hörspiel.
Und deswegen wünsche ich mir, dass, wenn es irgendwann so sein wird, dass so eine Koexistenz zwischen verschiedenen Arten, ich will jetzt gar nicht von Kunstformen sprechen, aber vielleicht das schöne Zwischenwort Arten entsteht, dass aber halt eben alles, was noch menschlich gemachte, unberechenbare Kunst ist, seinen großen und berechtigten Platz darin findet.
Möglicherweise gibt es dann ja eine parallele Entwicklung, dass man sagt, okay, dieser Film ist KI generiert und dieser Film ist menschengemacht.
Und wenn dir das was wert ist, dann zahlen Euro mehr eintritt, weil der im Grunde teurer war.
Wenn der überhaupt nötig ist.
Im Augenblick scheint es so zu sein, dass die Produktion mit künstlicher Intelligenz noch deutlich teurer ist, als wenn das einfach Menschen machen.
Und qualitativ einfach auch bei weitem noch nicht so hochwertig, wie mit einem echten Menschen zu sprechen, was wir ja heute getan haben.
Sascha, ich hoffe.
Dankeschön.
Ich hoffe, deine Botschaft erreicht das Publikum.
Mir war es eine ganz, ganz große Freude, mit dir über dieses Thema zu sprechen und auch mal die andere Seite tatsächlich zu beleuchten, wenn wir sonst immer irgendwie aus Wirtschaftliche gucken.
Doch hinter diesen Prozessen stehen echte Menschen, echte KünstlerInnen, die natürlich auch Forderungen haben, die ihre Arbeit im Grunde auch wertgeschätzt sehen wollen.
Ich hoffe, es findet Anklang, Sascha.
Für mich war es ganz großartig und auch ein bisschen, ja, wie soll ich sagen?
Es war auf jeden Fall interessant, mal mit einem professionellen Sprecher zu sprechen, wo ich jetzt auch gemerkt habe, selbst ich als Mensch kann hier durchaus auch noch ein bisschen was lernen, was meine Aussprache in diesem Podcast angeht, aber ich poste ja auch zum ersten Mal.
Sascha, vielen Dank.
Ich danke euch vielmals.
Sehr gerne.
Hast du noch abschließende Worte für unsere KI?
Ich hatte dich aufgeklärt, nicht deine Stimme wird natürlich verwendet, sondern das Transkript dieses Gesprächs, was wir im Nachhinein in ein Chatbot packen, damit sich Zuhörende da im Grunde auch nochmal interaktiv Fragen beantworten lassen können.
Gibt es irgendeine Botschaft, wo du sagst, das muss eine KI um jeden Preis wissen?
Eine KI muss wissen, dass Kunst unberechenbar ist.
Das ist ein wunderschönes Schlusswort.
Vielen lieben Dank, Sascha Rotermund.
Danke euch.
Ja, liebe Leute, das war Sascha Rotermund mit einer etwas anderen Kollegin KI-Folge, als ihr es vielleicht sonst gewohnt seid.
Wenn wir sonst so über Transformationsprozesse sprechen, Effizienzgewinne und wie man so den Kulturwandel in Unternehmen gestalten kann, ging es heute mal um ganz konkrete Berufsfelder, die auch betroffen sind von KI.
Und ich finde, Sascha hat da durchaus eine ganz verständliche Position rübergebracht.
Dass man zum einen sagt, natürlich ist künstliche Intelligenz ein Werkzeug, aber wenn dieses Werkzeug mich in meiner beruflichen Identität und vor allem mich als kunstschaffenden Menschen so sehr tangiert, dann kann ich da durchaus auch ablehnen zu sein und kann sagen, das möchte ich nicht.
Ich werde es nicht aufhalten können, sagt er auch sehr aufgeklärt über das Ganze, aber ich kann trotzdem sagen, dass ich das nicht möchte und ich finde, diese Haltung ist bemerkenswert und die lohnt es sich gehört zu werden.
Deshalb bin ich sehr froh.
dass diese Folge zustande gekommen ist, dass Sascha sich auch bereit erklärt hat, darüber zu sprechen.
Denn das ist gar nicht so einfach.
Und ich habe auf der anderen Seite gelernt, dass ich definitiv nochmal Sprechertraining brauche, Leute.
Das ist ja total krass, wie abgefahren gut er reden kann.
Also das kann ja keine KI, das kann ja nicht mal ein Mensch nachmachen.
Das ist ja abgefahren.
Von daher, danke Sascha, vielleicht rufe ich dich nochmal an und komme nochmal auf dich zu wegen Nachhilfestunden im Podcast-Host sprechen und so.
Ja, bleibt mir noch übrig, die Kollegin vielleicht einmal zu fragen, was sie eigentlich vom letzten Satz von Sascha hält, liebe Kollegin.
Was hast du dazu?
Ich denke, Saschas Satz ist ein Appell.
Kunst ist unberechenbar und genau darin liegt er wert.
Ich kann viele Dinge berechnen, aber was ihr mit eurem kreativen Chaos macht, das ist eure Magie.
Und ich freue mich, euch dabei zu unterstützen, auch wenn ich nie eure Kunst sein werde.
Ja, das stimmt.
Das finde ich gut.
Und das sage ich als jemand, der selbst mal Kunstausstellungen gemacht hat.
Ja, also in der Kunsthalle Düsseldorf beispielsweise gab es über so ein paar Monate hinweg ein Kunstprojekt von mir, ein KI-Kunstprojekt.
Aber selbst da konnten...
Menschen oder mussten Menschen noch prompten oder ihre Ideen einbringen, die von der KI umgesetzt wurde.
Also ganz klar so eine Kooperation aus Mensch und KI.
Und natürlich ist so die Faszination an KI-Kunst, glaube ich, auch gerade noch die, dass es einfach möglich ist.
Aber wenn man sich gerade anguckt, wie skilled Sascha hier ist, wie er spricht, wie er sich ausdrückt und allem, dann muss man doch sagen, da ist KI einfach auch lange noch nicht.
Wer weiß, wann es mal soweit sein wird, aber noch bewegen wir uns im Hier und Jetzt und noch glaube ich, dass Sascha durchaus auch weitere Sprecherjobs bekommen wird.
Schauen wir, wo es hingeht, wir werden es begleiten, wir werden darüber diskutieren, das könnt ihr auch machen, zum Beispiel in den Kommentaren.
Bleibt sachlich, ich weiß, es ist ein emotional aufgeladenes Thema, aber wenn ihr überhaupt Fragen zu dieser Folge habt, dann stellt sie dort gerne oder der Kollegin KI, die in den Shownotes verlinkt ist.
Ich bedanke mich fürs Zuhören und euer Interesse und wir sprechen uns am Freitag zur Kollegen KI Snackbox mit den News der Woche und am nächsten Dienstag zur regulären Folge.
Bis dahin.
Ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
