# Longevity Market Shifts: Consumer Health, GLP-1 Impact, and Strategic Optimization

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-06-16

## Transcript

85% dessen ungefähr, was das ausmacht, ist Lifestyle.
Wenn Sachen sagen, ich gebe dir mehr Energie, du schläfst besser, du fühlst dich wie ein neuer Mensch, das ist höchstwahrscheinlich Quatsch.
Ich habe schon oft überlegt, ob ich ein Buch schreibe über Longevity Ernährung, das heißt The most boring book that was ever written about food.
Ja, ich denke mir auch immer, ich wollte immer einen Börsenbrief machen, der überschrieben ist mit Mach kein Scheiß.
Dass das nur mit viel Geld geht oder nur mit viel Zeit, das ist ein Mythos.
Wahnsinnig viel davon geht ohne Geld und ohne Zeit.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen.
bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Asset Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Veröl und heute habe ich für dich einen Trend an der Schnittstelle zwischen Lifestyle, Wissenschaft und Big Business.
Longevity.
Warum das mit Langlebigkeit nicht wirklich ausreichend übersetzt ist und wie du mit klassischen Management-Methoden deine eigene Gesundheit optimieren kannst, das jetzt im Talk mit einer der profiliertesten Longevity-Expertinnen Deutschlands, die überdies nicht nur Bestseller-Autorin und Podcasterin ist, sondern auch langjährige McKinsey-Beraterin und erfolgreiche Start-up-Unternehmerin ist.
Ich freue mich auf Dr.
Kathi Ernst.
Herzlich willkommen.
Hallo.
Ja, herzlich willkommen hier.
Und für mich ist das wirklich schön, dass wir heute zusammensitzen.
Alleine schon aus meinem biografischen Hintergrund, denn ich bin ja kürzlich 50 geworden.
Oh, herzlichen Glückwunsch nach der Kiste.
Danke, danke.
Und als Fußballfan habe ich dann gesagt, okay.
Also die erste Hälfte inklusive Nachspielzeit, die ist jetzt dann wohl vorbei.
Jetzt kommt die zweite Halbzeit, die vielleicht ein bisschen kürzer wird.
Oder eben auch nicht.
Zumindest, wenn ich mal auf dein Ziel schaue, Kathi.
Denn du sagst, du willst 110 Jahre alt werden.
Wieso ausgerechnet 110?
Wie bist du drauf gekommen und ist das wirklich so ein konkretes Ziel oder ist das auch ein bisschen Clickbait, weil die große Zahl ja auch Aufmerksamkeit bringt?
Wahrscheinlich so eine Mischung aus allem, ehrlich gesagt.
Aber es ist ja so, dass wir Menschen Stand heute nicht älter werden können als 120.
Also wir Menschen sind Jahr für Jahr ist der älteste Mensch immer so ein bisschen älter geworden, so im letzten Jahrhundert.
Aber das hat so ungefähr vor zehn Jahren aufgehört.
Also es werden keine Menschen deutlich älter als 120.
Und es scheint so zu sein, dass wenn wir von allen Krankheiten frei bleiben, den großen Krankheiten, die uns umbringen, also Krebs, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankung, wenn wir schaffen, die zu umgehen und die nicht zu bekommen, dann ist es trotzdem so, dass unser Körper maximal 120 Jahre alt werden kann, weil einfach irgendwann die Zellen nicht mehr in der Lage sind, sich zu erneuern oder sich so aufrechtzuerhalten, dass wir weiterleben können.
Und da arbeiten ja ganz viele Unternehmen daran, dass das mal anders wird, dass wir es schaffen, diese Zellen zu hacken auf eine Art und Weise, dass wir doch älter werden können als 120 und vielleicht gar nicht sterben.
Aber wenn wir ganz ehrlich sind, diese sogenannte Longevity Escape Velocity, also der Moment, wo wir anfangen, weniger zu altern, als wir chronologisch alter werden, die ist wirklich noch sehr viele Jahrzehnte entfernt und somit für uns, die jetzt gerade auf der Erde wandeln, wahrscheinlich Leider nicht erreichbar.
Und somit habe ich mir gedacht, okay, die 120 ist vielleicht ein bisschen hochgegriffen.
Die 100 ist vielleicht ein bisschen boring.
Also tun wir es doch mal dazwischen mit der 110.
Und mir persönlich hilft es sehr, eine konkrete Zahl im Kopf zu haben, weil ein Körper heute so zu behandeln, als ob der noch ganz schön viele Jahre noch weiter machen muss, ist etwas anderes, als wenn ich jetzt denken würde, okay, der muss jetzt halt nur noch 30 Jahre hier mich durch die Welt tragen.
Das ist eine schöne Parallele.
auch zur Vermögensanlage.
Aber ich kriege das auch immer wieder bei vielen Followerinnen und Followern mit, die sagen, also mein Vermögensziel ist jetzt x Euro innerhalb dieses Zeitraums.
Das will ich schaffen und das sorgt natürlich dann auf eine gewisse Disziplin.
Was jetzt das Investieren angeht, das Zurücklegen von Geld, aber auch natürlich, dass man mit diesem Geld dann sorgsam umgeht und versucht eben keine Fehler zu machen.
Und wenn man keine Fehler macht, ist das ja schon mal der erste Schritt.
Man macht vielleicht nicht immer alles richtig, aber wenn man nicht allzu viel falsch macht, ist man auf einem ganz guten Weg.
Und das gilt ja irgendwie auch so für die Behandlung des eigenen Körpers.
Wenn wir jetzt mal dieses Thema nehmen, Longevity.
ein Riesenwort ist ja auch so ein klassisches Buzzword.
Übersetzung, Langlebigkeit hast du selbst ja häufig auch gesagt, greift ein bisschen zu kurz.
Aber wenn wir jetzt mal einfach schauen, auch du hast ja gesagt, den Körper ordentlich behandeln, ist es nicht einfach auch irgendwie ein brillantes Marketingwort für Dinge, die wir doch eigentlich schon länger wissen?
Also nicht rauchen, wenig Zucker, wenig Alkohol, am besten gar nichts und mehr schlafen.
Oder ist da wirklich irgendwas Neues, wo man sagen kann, okay, da ist jetzt ein Fortschritt gegenüber den guten alten, nenn was mal hausmäßig.
Ich finde, es gibt sehr viele Unterschiede von, sage ich mal, einfach gesund leben, in Anführungsstrichen, und ein longevity-optimiertes Leben führen zu wollen.
Das erste ist tatsächlich dieses konkrete Ziel, wie ich gesagt habe.
Also wofür macht man denn das?
Warum isst man anders?
Warum schläft man anders?
Warum bewegt man sich anders?
Einfach nur, um gesund zu sein, das ist recht generisch.
Dem fehlt so ein bisschen die genaue Zielhaftigkeit.
Und da hilft es Menschen häufig, erst mal zu formulieren, wie alt wollen sie denn werden?
Und dann darüber zu lernen, okay, um so alt zu werden, vor allen Dingen so alt gesund alt zu werden, was muss ich denn da eigentlich heute anders machen?
Und man muss ganz schön viel schon in seinen 30ern, 40ern anders machen, wenn man wirklich ein selbstbestimmtes Leben mit 90 zum Beispiel führen möchte.
Und das heißt, das macht es alles ein bisschen konkreter, ein bisschen tangibler.
Und natürlich ist es so, das habe ich jetzt gerade angerissen schon mit der Antwort, dass es eben gerade nicht nur darum geht, maximal alt zu werden.
Also diesen Körper, egal wie es kommt, möglichst lange auf diese Erde weilen zu lassen, also unsere Lifespan zu maximieren.
Sondern bei dem Longevity-Trend, worum es ja geht, wenn wir diesen Begriff benutzen, geht es darum, die Healthspan, also die Zeit, in der ich gesund bin.
innerhalb der Lifespan zu maximieren.
Aber heute ist es so, dass die normalen Menschen in unseren Breitengraden die letzten so ungefähr zwölf Jahre im Schnitt mit multiplen chronischen Krankheiten verbringen.
Und das ist halt die Vorstellung, die wir gerade vom Altsein haben.
Das ist nicht besonders erstrebenswert.
Wir haben vielleicht alle schon Menschen, die wir lieben oder die wir kennen, dabei beobachtet, begleitet, wie sie diese zehn, zwölf Jahre durchlebt haben und haben gedacht, also mehr davon finde ich jetzt gar nicht so cool.
Und daher geht es jetzt erstmal darum, diese Lücke zu schließen, diese zwölf Jahre kleiner werden zu lassen.
Und was vielleicht interessant ist, ist das, was das beeinflusst.
Also das Schließen dieser Healthspan und der Lifespan und dadurch meistens auch automatisch das Verlängern der Lifespan, weil wir es schaffen, gesünder zu leben, werden wir auch meistens deutlich älter und haben eine deutlich kürzere Krankheitszeit in unserem Leben.
Das ist auch meistens etwas, was eigentlich komplett in unserer Hand liegt.
85% dessen ungefähr, was das ausmacht, ist Lifestyle.
Es ist nicht deine Gene, es ist nicht, wo du geboren bist, sondern es ist die Art und Weise, wie du jeden Tag dich bewegst, schläfst, was für Menschen du um dich rum hast.
Und ich finde, das ist sehr empowernd, das zu verstehen.
Es ist nicht so ein fatalistisches Ach.
liegt ja alles nicht an mir, was passiert, Carpe Diem.
Es ist aktiv.
Ich kann angreifen.
Wie das wollen wir uns jetzt mal angucken.
Wobei mich ja dann zwei Themen interessieren.
Einerseits, was kann ich selber tun?
Was kannst du tun, um dein Leben zu optimieren für Langlebigkeit?
wo ist der Wirtschaftsfaktor da drin?
Weil wir sind ja auch ein Wirtschaftspodcast und wenn irgendwo ein Trend ist und wenn es irgendwo spannende Innovationen sind, dann gucken wir natürlich darauf, kann man da auch rein investieren beziehungsweise was bedeutet das für Unternehmen?
Das wollen wir mal ein bisschen durchdeklinieren und zwar auf Basis deines Vier-Säulen-Modells.
Du hast ja vier Bereiche definiert, die man angehen sollte, in denen man optimieren kann.
Ja und das Erste, Du nennst es Nutrition, da geht es also um alles, was mit Ernährung zu tun hat.
Und naja, da frage ich mich dann ja immer, wo fängt das an und wo hört das auf?
Also so ein Nahrungsergänzungsmittel.
Das ist ja so ein Riesenthema momentan.
Brauche ich das unbedingt, wenn ich sage, ich will gesund lange leben?
Brauche ich dann irgendwie so Vitaminschott, Orthomol oder was es da alles jetzt gibt?
Ja, also ich finde es sehr interessant natürlich, dass du die beiden Seiten trennst von dem sozusagen, was heißt es praktisch für mich und was heißt es wirtschaftlich oder unternehmerisch, weil das sind ja genau die beiden Bereiche, mit denen ich mich auch beschäftige.
Und der Lifestyle-Aspekt ist natürlich nicht der einzige, der wirtschaftlich relevant ist, sondern gerade die Themen, die ich am Anfang angesprochen habe mit dem Hacken von Zellen.
Da ist natürlich eine riesige wirtschaftliche Opportunity drin.
Da gibt es Altos Labs in Silicon Valley zum Beispiel.
Das ist, glaube ich, das bekannteste Beispiel davon, wo wirklich Milliarden investiert werden, um an diesen Biotech-Themen zu forschen.
Unity Biotech haben wir beispielsweise ja sogar an der Börse auch.
Altos Labs ist ja leider noch privat.
Da geht es ja auch um diese Eliminierung von Zombiezellen sozusagen.
Also, dass das ein Riesenmarkt ist, ist fein.
Das ist ja nun aber etwas...
wo es dann schon sehr komplex ist.
Wenn wir jetzt erstmal zu dem gehen, was kann ich selber tun?
Genau, und ich würde genau sagen, dass das auch der Bereich ist, der für Menschen, die auch heute zum Beispiel überlegen, ein Unternehmen zu gründen oder ähnliches, auch am interessantesten ist, auch zum Investieren.
Weil das sind die Bereiche, wo wir heute schon Effekte sehen, wo wir heute schon Go-to-Market-Opportunities haben, wo wir heute schon Unternehmung haben, Funds haben und so weiter, die in den Bereich reingehen können.
Also ich wollte nur erklären, dass es den anderen Bereich auch gibt, dass der aber noch, sag ich mal, begrenzt.
adressierbar ist wirtschaftlich, wenn man sich dafür interessiert, wenn man nicht ausgerechnet dort drüben mitspielt.
Wenn wir jetzt die Lifestyle-Sachen angucken, und du hattest ja bereits Nutrition angesprochen, das ist der großen Bereich, ist vielleicht erstmal wichtig zu verstehen, dass die verschiedenen Säulen relativ gleichbedeutend sind.
Also man kann jetzt nicht sagen, Nutrition ist 80% und Bewegung ist 10% oder so, sondern das ist wirklich relativ gleich verteilt.
eigentlich darauf abzielen, in allen Bereichen ganz gut unterwegs zu sein.
Und es ist auch nicht so, wenn ich jetzt sage, okay, die eine Säule, die lasse ich jetzt mal weg, passt dann nicht so.
Also ich sollte in allen vier Bereichen, wir gehen sie gleich noch durch, wirklich aktiv sein.
Und zumindest ein bisschen optimieren.
Also Nutrition.
Genau, und ich glaube, bei Nutrition ist es so, dass da natürlich ein ganz großes Thema der ganze Bereich pflanzenbasiertes Essen ist.
Das heißt nicht ohne Fleisch oder vegan, das ist es nicht.
Aber das meiste, was wir essen, sollten Pflanzen sein.
Und das liegt daran, dass die uns einfach mit wahnsinnig vielen Nährstoffen versorgen, die wir brauchen.
Vitamine, alle möglichen Pflanzen, Nährstoffe, die da drin sind, die total gut für uns sind.
Die versorgen uns mit Ballaststoffen, die sehr wichtig für uns sind, dass wir gut vertrauen, dass es unserem Mikrobiom geht, unserem Darmmikrobiom.
Davon haben sicherlich...
Die meisten Leute mittlerweile gehört, dass unser Darm wahnsinnig viel beeinflusst von dem, wie es uns geht und wie gesund wir sind.
Ich glaube, Eckart von Hirschhausen hat da viel zu beigetragen.
Bestimmt und auch viele andere Autorinnen und Autoren.
Genau, dass wir einfach pflanzenbasiert hauptsächlich essen.
Und dass wir viel Salat essen sollten, haben ja auch wiederum die meisten Leute schon verstanden.
Aber was ich viel praktischer finde, ist, wenn man sich einfach das Ziel setzt, dass jede Mahlzeit, die man zu sich nimmt, die Hälfte des Tellers aus Pflanzen besteht mindestens.
Also egal, ob es mittags ist oder wann auch immer, die Hälfte davon sollte Obst oder Gemüse sein.
Muss ich also das Steak unter dem Salat verstecken?
Ja, aber einem richtig schweren Salat.
Weil Salat ist ja sehr leicht und das wäre ein bisschen Wurgeln.
Da würdest du dich selber ein bisschen betrügen, wenn du das machen würdest.
Also iss gerne das Steak, also Fleisch zu essen.
Da gibt es sehr viele Vorteile davon, wenn man sich auch mit Fleisch ernährt.
Aber so ein, zwei Mal die Woche wäre wahrscheinlich ausreichend.
Proteine sind ja ein großes Thema.
Nur wenn ich auch mal diese Proteinempfehlungen durchgehe und das einfach mal auf Fleischkonsum runterrechne, dann komme ich ja eigentlich so auf drei Händchenfilets, die ich am Tag essen müsste, um so auf meinen Proteinkonsum zu kommen.
Es kommt darauf an, welche Empfehlung du siehst.
Also die Empfehlung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist ja nur bei 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
Das wäre sehr wenig.
Manche sagen 1,2.
Genau, aber es gibt ganz unterschiedliche Empfehlungen und das ist auch richtig so, basierend auf der Art und Weise, wie man lebt.
Weil Protein zu sich nehmen bringt nur was, wenn der Körper irgendwas damit machen kann.
Man kann sich das vorstellen, wie das Baumaterial, was auf eine Baustelle geschleppt wird.
Wenn ich die ganze Zeit nur Baumaterial auf eine Baustelle schleppe, aber niemand daraus Gebäude konstruiert, dann verstopft einfach langsam die Baustelle.
Und das ist genau das, was passiert, wenn Menschen, die nicht...
sich nicht bewegen zum Beispiel, sehr viel Protein konsumieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Protein benutzt wird, um Sachen wie Krebszellen zu füttern.
Das ist also total unsinnvoll, dass jemand, der aus was für Gründen auch immer ein sehr sedentary Lifestyle hat, anfängt, Massen an Protein zu konsumieren.
Das wäre, was Longevity betrifft, eher kontraintuitiv.
Deswegen die vier Säulen alle nebeneinander.
Genau, wenn man aber jemand ist, der eben versucht, longevity optimiert zu leben, dementsprechend auch sportlich ist, vor allen Dingen etwas macht, wofür man Muskeln braucht, Kraftsport zum Beispiel, dann ist es super sinnvoll, Proteine zu sich zu nehmen, weil man nämlich Proteine braucht, um Muskeln überhaupt zu erstellen im Körper.
Proteine werden ja eingesetzt, wie gesagt, als Baustoff für wahnsinnig viele Sachen, eben auch für den Muskelaufbau.
Wenn ich aber Krafttraining mache, ohne Proteine zu mir zu nehmen, Dann entstehen die Muskeln auch nicht.
Also es ist ein wechselseitiges Spiel, man braucht eben beides.
Das ist dann hinterher wieder Versuch zu bauen ohne Baustoffe.
Genau, das funktioniert auch nicht.
Da kriegt man halt auch kein Gebäude hin.
Das heißt, man braucht idealerweise diese Symbiose aus beidem, aus sehr regelmäßigem Training und eben dann entsprechend Proteine.
Und ich würde da sagen, wenn man jemand ist, der sportlich und aktiv lebt, dass man da eher auf die 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zählen sollte.
Das wären dann...
Über 100 Gramm wahrscheinlich für die meisten Menschen, die hier beim Podcast zuhören.
Und das kann man, finde ich, am einfachsten runterbrechen auf verschiedene Mahlzeiten.
Dass man sich halt vornimmt, bei jeder Mahlzeit 30 bis 40 Gramm Protein zu sich zu nehmen.
Und da kann ich nur empfehlen, dass man mal überlegt, was isst man gerne, was Proteine hat.
Da hat ja jeder andere Geschmäcker.
Und sich dann überlegt, mal ausrechnet von meinem Lieblings, was weiß ich, meinem Hädchenfilet, wenn ich das gerne esse, wie viel muss ich denn davon essen, um 30 bis 40 Gramm Protein zu kriegen?
Ah, okay, dann ist das eine Sache, die ich...
weiß, die kann ich am Tag unterbringen.
Oder Eier oder Fisch.
Oder sehr gerne auch Tofu, Tempeh, Seitan, also verschiedene Soja-basierte vegane Proteinoptionen.
Okay, da bleibe ich dann doch lieber beim Fleisch.
Aber ich bin ja auch offen für diese beispielsweise Fleischersatzprodukte.
Also Beyond Meat fand ich zum Beispiel auch großartig, als ich es zum ersten Mal hatte.
Hat aber natürlich dann auch eine ganze Menge...
Zusatzstoffe?
Ist ja jetzt nicht voll biologisch.
Das ist ja nicht per se schlecht.
Also Zusatzstoffe kann man jetzt gar nicht sagen, dass das per se schlecht ist.
Das ist so, als ob man sagen würde, Chemie ist immer schlimm.
Also das ist einfach Quatsch.
Okay, also da bist du tolerant.
Absolut.
Man muss einfach gucken, was da wirklich drin ist.
Und wenn man ein Fleischersatzprodukt nimmt, weil man weniger Fleisch konsumieren möchte, aber gerne trotzdem Proteine bekommen möchte, muss man eben ein Fleischersatzprodukt suchen, wo Proteine drin sind.
Die sind eben meistens welche, wo eben Soja benutzt wird, um das herzustellen.
Und es ist durchaus zu empfehlen, das pflanzenbasiert zu probieren.
Also da gab es ja eine sehr große Studie, die vor zwei Jahren rauskam, die eben untersucht hat auf einer riesen Datenbasis, einer der größten, die es gibt, die Nurses Health Study.
Das ist eine Datenbasis über Ernährungsverhalten von Frauen in den USA.
Also ging über Jahrzehnte mit Zehntausenden von Frauen.
Also sehr robuster Datensatz.
Und wenn man ausrechnet, was da rauskommt, was das ganze Thema betrifft, was ist, wenn ich substituiere?
Also Sachen, wo ich früher fleischbasiert gegessen habe, ersetze durch Pflanzen basiert, kann man eigentlich sagen, dass wenn ich es schaffe, in nur einer Mahlzeit des Tages bisher tierisches Protein zu ersetzen durch ein pflanzliches Protein, also zum Beispiel früher habe ich immer Hähnchen abends gegessen und jetzt beschließe ich, ab heute esse ich Hähnchen, statt Hähnchen immer Tofu, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du gesund alters, steigt um 40 Prozent.
Wenn das alles so rational ist, warum ist es dann nicht gelungen, aus diesen Fleischalternativen wirklich ein skalierbares Geschäft zu machen?
Also Beyond Meat, die haben ja teilweise einen negativen Rohertrag gehabt.
Es ist ja ökonomisch ein völliges Desaster.
Die mussten ja jetzt eine Riesenorganisation machen.
Diejenigen, die damals beim Börsengang im Hype investiert haben, sind ja mehr oder weniger das Kapital los.
Kellogg's hatte mal vor, damals, als sie sich aufgespalten haben, eine eigene Division aus ihren Fleischalternativen zu machen.
Das haben sie dann gelassen, weil einfach das Geschäft überhaupt keine kritische Größe erreicht hat.
Selbst bei einem solchen Food-Giganten, auch Unilever, die ja jetzt verkauft haben, ihr Nahrungsmittelgeschäft an McCormick oder gerade in diesem Prozess drin sind, waren sehr ambitioniert gestartet.
Aber das ist dann alles nicht so gewachsen, wie man dachte.
Woran erklärst du dir das, dass es nicht so in die Breite kommt?
Mal abgesehen von solchen Phänomenen so regional wie jetzt Rügenwalder Mühle, die ja sehr erfolgreich sind damit.
Ja, nicht nur das.
Also ich glaube, dass es sehr viel Zeitpunkt basiert.
Man muss ja nicht nur immer die richtige Idee haben, sondern man muss ja die richtige Idee zur richtigen Zeit haben.
Und je mehr Unternehmen man gründet oder versucht zu gründen, merkt man immer mehr, wie wichtig eben dieser Zeitpunkt ist.
Und manchmal hat man die beste Idee, aber die ist fünf Jahre zu früh.
Okay, du glaubst, die Zeit war noch nicht reif dafür.
Nicht ganz.
Und vor allen Dingen eben dieses fehlende Protein war einfach ein großes Problem, weil Menschen, gerade Menschen, die vielleicht so gesundheitsbasiert sind, dass sie eben aus Gesundheits- und nicht nur aus ethischen Gründen sich das angucken.
Die schauen dann eben danach und stellen fest, das ist da nicht drin.
Ohne diesen Fall jetzt konkret zu kennen, warum die Economics von Beyond Meat am Ende nicht funktioniert haben.
Aber ich sehe da jetzt auch wieder ganz viel Bewegung und das ist auch nicht verwunderlich, weil zum Beispiel hat der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland ja auch CO2-Ziele, die erfüllt werden müssen in den nächsten Jahren.
Und um die zu erfüllen, muss der Lebensmitteleinzelhandel selber pflanzenbasiertere Produkte einkaufen.
Deswegen werden die auch so prominent platziert im Regal.
Das wird in Deutschland auch weitergehen.
Das ist für die Gesundheit der Bevölkerung auch absolut sinnvoll.
Die größte Herausforderung bei den Themen ist, dass die meisten Menschen nicht wissen, wie sie das so zubereiten, dass es ihnen schmeckt.
Es ist nicht ein Thema von lehne ich grundsätzlich ab oder finde ich doof, sondern die meisten Menschen haben einfach eine Herausforderung, sagen jedenfalls die Studien, das so selber zuzubereiten, dass sie es gerne essen.
Und das ist ja so, dass wir heutzutage...
Nein, nicht erst heutzutage, sondern Menschen sind ja einfach nicht mehr bereit dazu, ständig Sachen zu sich zu nehmen, die ihnen keinen Spaß machen.
Sondern es soll schmecken, ich will mich darauf freuen, das soll lecker sein und es soll mich aber bitte auch versorgen mit den Nährstoffen, die ich brauche.
Ja, Pasta mit Hühnchen kann ich zubereiten.
Pasta mit Tofu habe ich jetzt auch noch nie versucht.
Ist wahrscheinlich auch so ein gewisser Anfangswiderstand.
Ich will nur mal einen Schritt zurück.
Du hattest eben diese...
Erfahrungswerte oder Empfehlungswerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erwähnt.
Dann hattest du deine eigenen gehabt, dann hast du verschiedene Studien erwähnt.
Und das zeigt ja, dass es schon irgendwie noch umstritten ist, wie da so diese Dosierungen sind.
Bei Proteinen.
Aber wir erleben doch insgesamt.
gerade wenn es um Ernährung geht, immer solche Trends.
Also ich erinnere mich, als ich ein Kind war, hatte ich den Wettstreit zwischen meinen Großeltern.
Meine eine Oma, also ganz klassisch, es muss die gute holländische Butter sein, das Kind braucht gute Butter und dann Zucker drauf und das war dann ganz tolles Brot.
Meine andere Oma.
So ein bisschen aufgeklärter.
Die sagte, nein, also Butter ist gar nicht mehr gut.
Wir müssen jetzt Bezel, die Margarine nehmen.
Dann war das Thema immer Cholesterin und dann war es Triglycerid.
Das sind dann alles so Wellen gewesen.
Und heute sagt man, also warum eigentlich Margarine?
Warum sollen wir dieses Industriezeug essen?
Ist Butter nicht vielleicht doch besser?
Worauf ich hinaus will, sind das nicht am Ende nicht Forschungsergebnisse, sondern auch vielfach...
Modewellen, Konsumwellen, die wir da in dem Ernährungsbereich erleben und wo dann solche Themen wie Longevity einfach den Marketing-Background liefern?
Also wir haben natürlich die Herausforderung in der modernen Welt, dass wir in einer total clickbaity Welt unterwegs sind.
Und ehrlicherweise, wenn man, ich habe schon oft überlegt, ob ich ein Buch schreibe über Longevity Ernährung, das heißt The Most Boring Book That Was Ever Written About Food.
Weil das ist alles gar nicht so.
extrem und krass und verrückt, wie es häufig in den sozialen Medien dargestellt wird.
Herrlich, das ist so wie bei der Geldanlage.
Ich denke mir auch immer, ich wollte immer einen Börsenbrief machen, der überschrieben ist mit mach keinen Scheiß.
Der einfach nur immer dann, wenn es gerade rappelt, wenn irgendwie die Medien wieder besonders laute Untergangsszenarien verbreiten oder eben die Gier besonders ansprechen.
die Gegenposition nimmt und einfach sagt, komm, das ist die Regression zum Mittelwert, bleib einfach bei deinem Weg.
Es ist gar nicht so schwer.
Halt deinen ETF.
Ist es im Ernährungsbereich genauso, ja?
Es ist sehr viel von dem Altbekannten.
Wie gesagt, einfach ganz viel Gemüse essen.
Ich glaube, also natürlich gibt es aber in den Sozialen Medien diese Carnivore-Bewegung, die gerade in den USA zum Beispiel extrem stark ist, die sagt, dir geht es am besten, wenn du einfach nur Fleisch isst.
Was wirklich...
überhaupt nicht wissenschaftsbasiert auch nur ansatzweise nachgewiesen werden kann, dass das sinnvoll wäre.
Aber natürlich ist das spannend, sich vorzustellen, sich den ganzen Tag noch was dick zu ernähren.
Das muss ich meinem Sohn erzählen.
Der würde am liebsten um Fleisch und Gummibärchen leben.
Aber wenn wir jetzt über dieses Clickbaiting sprechen, dann kommt ja immer ein Thema, dass eben diese Gemüse doch nicht ausreichen, sondern dass man die Nahrung irgendwie ergänzen muss.
Und dann sind wir bei einem Multimilliarden-Business.
Nahrungsergänzung.
Also Nestlé hat da irgendwie ja nicht so richtig Fuß gefasst, wie sie es eigentlich mal wollten, wie es ja auch eigentlich für einen großen Nahrungsmittelkonzern, der sich Richtung Healthcare entwickeln wollte, logisch gewesen wäre.
Aber wir haben ja an der Börse zum Beispiel dann sowas wie Bellring.
Wir haben den ehemaligen Springer Finanzvorstand, der ein Venture gegründet hat, das an Private Equity verkauft würde für 750 Millionen.
Dollar mit Nahrungsergänzungsmitteln.
Ist das auch jetzt alles Clickbaiting, wo ja diese ganze Longevity-Bewegung dann beiträgt?
Oder gibt es da wirklich inzwischen so eine wissenschaftliche Evidenz, dass man sagen kann?
Also das braucht es schon unter bestimmten Bedingungen der Nahrung etwas beizumischen, weil man kriegt das vielleicht auch einfach so im Leben als Städter eben nicht mit.
Was ich sagen kann, ist, Longevity-Lifestyle sind, wenn man Longevity-Lifestyle anguckt, das i-Tüpfelchen.
Man sollte, man müsste gar nichts zu sich nehmen, bevor man nicht geguckt hat, dass man ordentlich isst, ordentlich schläft, sich ordentlich bewegt und so weiter.
Ja, weil das wirklich im Vergleich zu den anderen Maßnahmen nur eine kleine Stellstraube ist.
Nichtsdestotrotz ist es so, dass wir in der deutschen Bevölkerung über die Menschen hinweg durchweg Nährstoffmängel haben.
Wenn man sich Laboruntersuchungen anguckt, Blutergebnisse über Labore hinweg, sieht man Nährstoffmängel in der breiten Bevölkerung.
Und das hätte jetzt viele Gründe.
Der Brokkoli von heute hat nicht mehr die Nährstoffe wie der Brokkoli vor X Jahren, weil er einfach auf Ertrag erstellt wird und nicht auf Nährstoffmaximierung.
Ich finde Brokkoli ist ein tolles Gemüse.
Das bräuchte mehr Lobbying.
Ja, also brauchst du das.
Alle Kohlarten sind auch herzlich willkommen.
Wirklich jegliche Art von Gemüse, wie gesagt.
Wir haben deutlich mehr Stress.
Der oxidative Stress, den wir haben, einfach durch unsere Umwelt, die Toxine, mit denen wir ausgesetzt werden, durch die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen.
Aber auch, wie gesagt.
Die steht, in denen wir meistens leben.
Also unsere Körper brauchen deutlich mehr Nährstoffe.
Zudem wollen wir auch nicht mehr mit 50, 60 sterben, sondern wir wollen ja halt ein bisschen älter werden und gesund alt werden.
Und all das bedeutet, dass wir erstens einen höheren Anspruch an Nährstoffen haben.
Also wir kommen schneller in den Nährstoffmangel.
Es heißt aber auch, dass wir gar nicht mehr unbedingt nur ...
in die Norm rein wollen, was die Nährstoffe betrifft, sondern bei manchen Nährstoffen auch eher ein Optimum anstreben, was gar nicht das Gleiche ist, wie dieser Normwert, den man vielleicht bei so einer Blutauswertung sieht.
Das heißt, da muss man sich zusätzlich informieren.
Und wenn man jetzt einfach sagt, was sind Mittel, wo die meisten Menschen in Deutschland wahrscheinlich eine Substituierung bräuchten, sind es auf jeden Fall Vitamin D, einfach weil hier die Sonne nicht oft genug scheint, Magnesium, weil wir einfach alle sehr gestresst sind, Omega-3, Also Fischöle oder Algenöle, wenn man das vegan zu sich nehmen möchte.
Und Kreatin.
Das ist ein sehr gut erforschter Stoff, der gerade beim ganzen Thema Muskelaufbau sehr gut unterstützt.
Darf das sogar als Health Claim haben.
Ist bei ganz wenigen Mitteln so, dass die Claims machen dürfen.
Das darf man bei Kreatin machen, weil das so gut bewiesen ist, dass es unterstützt eben bei dem Muskelaufbau.
Und da gibt es deutliche Indikationen, dass es eben auch für die Gehirnleistung sehr unterstützend ist.
Aber gleichzeitig, wenn ich das nochmal als Quintessenz nehme, diese Nahrungsergänzungsmittel, lassen einen nicht aus der Verantwortung heraus, grundsätzlich seine Ernährung zu optimieren.
Man kann nicht sagen, ich esse jetzt weiterhin wie gehabt und stopfe dann noch ein paar Medikamente in mich hinein.
Also kann man gerne zusätzlich machen, aber der Unterschied, den man hat in der Lebensqualität, wenn man einfach das Essen mal ein bisschen schraubst, wird einfach viel größer sein, als wenn man die Pille schluckt.
Okay, aber jetzt gibt es nicht nur die Pille, es gibt vor allem die Spritze.
Wenn wir über Ernährung sprechen, müssen wir auch über die Abnehm-Spritze reden.
Es ist ja der Multimilliarden-Markt, wenn wir über Nutrition sprechen.
Wie siehst du die aus der Longevity-Perspektive?
Es ist ein riesiger Gewinn für uns.
Also sehr, sehr viele Krankheiten auf dieser Welt werden getrieben durch Visceralfett.
Das ist ja eben dieses Fett, was sich zwischen den Organen bildet.
im Bauchbereich, aber zwischen den Organen im Bauchbereich.
Und ich habe ja meine ganze Longevity-Journey auch noch angefangen, weil bei mir eine Fettleber diagnostiziert wurde.
Also ich hatte mal solches Fett da und habe ja dann die Option gehabt, tatsächlich vor sehr vielen Jahren hatte mir damals schon ein Arzt die Spritze angeboten, da hatte ich noch keiner von gehört.
Ich dachte, was ist das für eine verrückte Idee.
Da war es also noch die ganz klare medizinische Indikation und nicht die Lifestyle-Indikation, die wir heute sehen.
Genau.
Und habe damals eben gesagt, ich versuche es mal mit Lifestyle und wenn nicht, dann hatte ich das eben als Plan B und war extrem dankbar dafür und habe es da dann ohnehin bekommen.
Aber die Tatsache, dass wir so vielen Menschen dabei helfen können, eben von der Fettlerbigkeit rauszukommen, das einfach so einschränkend ist für ihre Gesundheit, das ist ein riesiges Geschenk.
Und natürlich, es gibt erste Studien, die zeigen, dass GLP-1-Antagonisten ja nicht nur für Fettlerbigkeit helfen, sondern ja vielleicht auch präventiv sind bei gewissen...
kognitiven Erkrankungen zum Beispiel.
Also wir sind da erst ganz am Anfang.
Man muss aber dazu sagen, in Deutschland kann man das gar nicht für was anderes bekommen, als wenn man adipös ist.
Also selbst Fettleibigkeit, Übergewicht reicht nicht.
Wir sind in Deutschland wahnsinnig reglementiert, was diese Produkte betrifft.
Es ist sehr schwer, das verschrieben zu bekommen.
Man muss wirklich ganz deutliche Einschränkungen haben, um die zu bekommen.
Und das ist ein...
riesiger Unterschied zu den Märkten in den USA oder in UK zum Beispiel, wo ja in Amerika, ich glaube, neuste Zahlen ich kenne, ich glaube, 12 Prozent der Erwachsenen nehmen durchgängig GLPs.
Da sind wir in Amerika eine riesen Stufe weiter, was das betrifft.
Eben sicherzustellen, dass sie eben Krafttraining machen, parallel machen dazu, dass sie eben nicht den Muskelabbau haben, weil das ist essentiell für Longevity und für Selbstbestimmtheit.
Und dass man da eben ein gutes...
gutes Maß findet daran.
Und ich bin wirklich gespannt, wann es in Deutschland so weit sein wird, dass wir bereit sind, das nicht nur so selektiv Menschen zur Verfügung zu stellen, sondern auch Menschen, die in die Kategorie Übergewicht reinfallen.
Und dann werden wir auch sehr viele Marktverschiebungen sehen, gerade beim Lebensmitteleinzelhandel, die wir ja auch schon in Amerika und in den UK sehen.
Ja, das ist das große Thema, auch in den Quartalsberichten der großen Lebensmittelhersteller, dass sie sagen, Die Konsumentengewohnheiten stellen sich um, nicht nur wegen der Preise, sondern man merkt auch schon die Effekte der Abnehmstritze.
Höchstwahrscheinlich, es werden kleinere Packungen gefordert.
Nicht diese Family-Value-Packungen, die wir aus Amerika kennen, die wir ja klischeeartig dann auch übertreiben, sondern es wird alles ein bisschen reduzierter.
Die Leute snacken weniger, sie haben weniger Lust auf so süße oder salzige Snacks.
Und da muss man natürlich entsprechend als Unternehmen dann umdrehen.
Das ist sicherlich auch ein Faktor, wenn man sich Unternehmen anschaut.
Wie sind die innovativ aufgestellt?
Oder wollen die immer noch dieselben Mac & Cheese Portionen aller Kraft Heinz, beliebter Aktie, Dividendeninvestoren weiterhin verkaufen?
Ich will aber gerade jetzt mal zu dieser zweiten Säule kommen.
Du hast es mehrfach genannt, die nennst du Movement.
Da sind wir also bei diesem Bewegungsthema.
Klar, bewegen muss man sich.
Wo ist...
da das Business für dich?
Siehst du das Business bei Bewegung eher so in diesen Monitoring-Geschichten, so wie Apple Fitness in Zusammenhang mit den Wearables oder ist es wirklich so, dass du sagst, wir werden eine ganz neue Generation auch von Fitnessstudios und von Fitnessgeräten sehen, wenn sich immer mehr Menschen diesem Longevity-Trend anschließen würden?
Also das ist natürlich wahnsinnig breit, dieses Feld, genauso wie das Bereich Ernährung, weil es ja geht von dem Thema Alltagsbewegung, also einfach Schritte.
Das sind so Themen wie Walking Pads für unter den Schreibtisch, ja alle möglichen Sachen, die mir im Alltag dabei helfen, irgendwie ein bisschen aktiver zu bleiben, als ich es bis jetzt bin.
Bis hin zu dem ganzen Thema, dass Menschen mehr und mehr Sport in Gruppen machen wollen.
Und einfach, es gibt einen riesen Sportstätten-Hype, wo Leute hingehen wollen, um Sport zu erleben.
Das sind wir bei sowas wie High Rocks.
Ja, genau.
Sport als Event für alle zum Mitmachen inszeniert wird.
Genau.
Und das ist ja daher eine riesige Bandbreite.
Wenn ich mir jetzt angucke, was für die einzelne Person wichtig ist, ist die Sache, die mich am meisten interessiert, wie wir mehr Menschen dazu hinkriegen, Kraftsport zu machen.
Und bei Kraftsport ist ja einfach das Größte...
Das größte Hindernis, dass viele Menschen, gerade Frauen, nicht wissen, wie sie das machen sollen.
Also was muss ich da genau tun?
Wie verhindere ich, dass ich verletzt werde?
Also was kann ich da genau machen?
Und das finde ich besonders interessant zu schauen.
Was entstehen da für Konzepte?
Gerade Gruppen von Frauen, weil Frauen tendenziell weiterhin weniger Kraftsport machen, ist aber für Frauen eigentlich sogar noch wichtiger wäre, weil wir eben spätestens...
in den Wechseljahren anfangen, durch das sinkende Östrogen eben brüchigere Knochen zu bekommen.
Und daher Stürze deutlich gefährlicher sind bei Frauen im Alter.
Das heißt, gerade wir müssten eigentlich auf Muskelaufbau fokussieren in unseren 30ern, 40ern, 50ern und so weiter.
Aber wenn man sich anschaut, wenn man sich Longevity optimiert, Sport anguckt, ist der Schwerpunkt da auf dem Kraftsport.
Es wäre dreimal die Woche Kraftsport, zweimal die Woche Ausdauer, einmal die Woche Hit.
Das wäre ein longevity-optimierter Trainingsplan, wenn man so weit gekommen ist.
Bitte nicht von einem Tag auf den anderen mit allem anfangen, weil dann, das schafft man nicht, wenn man bei Null anfängt, Schritt für Schritt aufbauen, aber am Ende sollte man da ankommen.
Und da ist einfach der Schwerpunkt beim Krafttraining.
Wie kriegt man da Leute hin?
Es gibt mittlerweile Krafttrainingsgruppenkurse, gerade zum Beispiel auf Frauen fokussiert, wo man eben in Gruppen zusammen mit Musik Krafttraining macht, ja, alle an ihren kleinen Stationen.
Es gibt die Möglichkeiten, dass man Gewichte für zu Hause kauft, die eher aussehen wie Vasen oder wie Skulpturen, ja, weil viele Menschen gerade die Wohnung haben und sagen, ich will zu Hause trainieren, aber ich habe keine Lust, so hässliche Gewichte rumliegen zu haben.
Wie diese Kettlebell-Dinger, die sehen ganz schön aus.
Die kann man, wenn man, also wenn man den Stil mag, kann man da auch was Schönes dran finden, ja.
Homegym-Optionen, es gibt ja mittlerweile zum Beispiel von der Firma Peloton.
Die haben einen Movement Tracker, da gibt es ja Kraft-Trainingskurse und da gibt es eine Kamera, die man sich dazu kaufen kann, die einen dabei beobachtet, wie man trainiert und quasi Feedback gibt dazu.
Peloton, auch so ein Corona-Ding, damals unglaublich gehypt durch das Bike.
Glaubst du, dass die durch andere Applikationen nochmal so eine zweite Chance auch ökonomisch haben?
Ich bin persönlich ein riesiger Fan.
von allen Produkten von ihnen.
Daher kann ich nur hoffen, dass sie es schaffen.
Ich warte ja darauf, dass sie den Reforma rausbringen.
Reforma Pilates ist ja eine der am stärksten wachsenden Sportarten, glaube ich, derzeit.
Gerade was so Boutique-Fitness betrifft.
Leider fällt das eben in keine dieser von mir drei genannten Kategorien.
Also es ist leider nicht progressiv genug, um als Kraft zu gelten.
Es ist kein Ausdauersport.
Dafür geht die Herzfrequenz nicht hoch genug und Hit ist es erst recht nicht.
Das heißt, es hat eigentlich keinen Platz in einem Longevity-Optimierten.
Also braucht man es eigentlich nicht.
Es ist eigentlich was für den Rest Day, wenn man sich was gönnen will zusätzlich.
Das hören gerade die Frauen nicht so gerne, weil die das so gerne machen.
Und ich mache es auch total gerne.
Aber ich mache es halt zusätzlich zu den anderen Sachen, weil es, wie gesagt, leider nicht in eine dieser drei Kategorien fällt.
Okay, also nice to have, aber eher Zeitvertreib.
Ja, und ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür, dass eben der Longevity-Trend nicht das gleiche ist wie einfach gesund leben.
Weil zum Beispiel den knackigen Po kriegt man durch Pharma Pilates oder den schönen, titen Bauch.
Aber für Longevity ist der knackige Po egal.
Genau.
Zum Glück ist viel, was man dann an Kraftsport macht, führt auch zu einem knackigen Po.
Aber es ist eben nicht der Fokus.
Sondern der Fokus ist eben der Aufbau von großen und kleinen Muskelpartien, dass man nicht stürzt, dass man genug Muskelmasse hat, wenn man mal krank ist, wenn die abbaut, dass man eben trotzdem agil bleibt und so weiter und so fort.
Das sind einfach andere Schwerpunkte, die man setzen muss bei der Bewegung.
Jetzt hast du gerade schon mal ein Wort genannt, so Rest Day.
Das heißt, man darf sich auch erholen und man muss sich sogar erholen, denn Recovery, das ist die dritte Säule bei deinem Longevity-Modell.
Da geht es natürlich auch um Erholen, nicht darum, immer durchzupowern, aber es geht vor allen Dingen um die tägliche Erholungsphase namens Schlaf.
Und das ist so ein bisschen...
Was sich bei dir da gelesen hat, erinnert mich an ein Buch, das heißt Schlaf dich gesund.
Also Schlaf ist auch eine Welle für Kraft.
Ich glaube, da ist gerade für sehr leistungsorientierte Menschen, ist es vielleicht erstmal wichtig zu verstehen, dass Schlaf wahnsinnig produktiv ist.
Das ist nicht so die Zeit, die noch so übrig bleibt oder der Rest vom Tag, der irgendwie noch...
runterfällt, nachdem alles andere gemacht wurde.
Ja, man denkt so 24 Stunden, dann liest man so 8 Stunden schlafen.
Denkt man, okay, ein Drittel vom Leben verschlafen.
Geht doch gar nicht als aktiver Mensch.
Und das ist nicht so.
Das ist eine Phase, die für den Körper so, der macht so wahnsinnig viel, während man schläft.
Alleine zum Beispiel in dem Tiefschlaf, da arbeitet das glymphatische System im Gehirn.
Das kann man sich so vorstellen wie so ein Putztrupp, der dann einmal durchs Gehirn geht und schrubbt und sorgt dafür, dass die nicht mehr so guten Proteine da rauskommen und ist wahrscheinlich hochgradig essentiell, eben um Alzheimer zum Beispiel zu vermeiden.
Und wenn man aber nie in den Tiefschlaf kommt, weil man zum Beispiel sehr spät Koffein trinkt oder sehr spät Alkohol trinkt oder einfach nicht in einer ruhigen Situation schläft, dann wird nicht geputzt.
Und dann sammelt sich eben diese, dieser Ballast sammelt sich dann im Kopf an und macht einen dann immer kurz oder lang krank und das will keiner.
Also Schlaf ist produktiv.
Es ist eine total produktive Phase, die der Körper leistet, wahnsinnig viel im Schlaf, was essentiell wichtig ist, gerade wenn man geistig fit bleiben möchte.
Und daher ist eben beim ganzen Thema Erholungsschlaf auch einfach bei weitem das Nummer eins Thema, dass man eben guckt, dass man genügend Schlaf bekommt, dass man eben möglichst ruhig und kühl und dunkel schläft.
Große Shoutout für einfache Sachen wie Schlafmasken oder Oropax.
Du spürst, glaube ich, auf Ohrstöpsel, ne?
Auf jeden Fall.
Würde ich niemals ohne schlafen.
Einfach, weil es dafür sorgt, dass man eine optimale Schlafumgebung hat.
Bis hin zu, ich schlafe seit Jahren auf einer temperaturregulierenden Matratzenauflage, weil die einfach dafür sorgt, dass egal wie das Wetter ist, mein Bett runtergekühlt wird.
Und das ist nicht nur...
für mich jetzt wichtig, sondern damals, als ich es gekauft habe, habe ich gedacht, irgendwann erreiche ich eben die Wechseljahre und das kennen wir alle.
Frauen bekommen ja dann häufig so Hitzewallungen und das kühlt einen einfach, wenn man das kriegen würde.
Ich habe sie noch nicht, vielleicht kriege ich es auch nicht, who knows.
Aber das kühlt einen dann sofort runter und sorgt für eine viel größere Schlafqualität, weil Studien zeigen, dass Frauen, die nicht Hormonersatztherapie nehmen, sehr häufig extrem schlecht schlafen und zwar während der ganzen Perimenopause.
Menopause, das sind ja zehn Jahre und mehr.
Und das ist ein Riesendefizit, was wir haben an Frauen und vielleicht auch einen Treiber dafür, dass deutlich mehr Frauen Alzheimer kriegen als Männer.
Ja, also Matratze ist auch so ein schwieriges Business.
Du musst den Kunden akquirieren und dann kauft er vielleicht irgendwann eine Matratze nach so einem üppigen Preisvergleich und dann bleibt er da bei 10 oder 15 Jahren drauf liegen.
Die meisten Menschen wechseln ihre Matratze zu selten.
Deswegen ist das ökonomisch nicht so wirklich spaßig.
Und wir haben das ja auch an der Börse bei einigen Unternehmen gesehen.
man da wirklich sehr hohe Kosten hat in der Kundenakquise und am Ende einen relativ geringen Ertrag.
Aber was jetzt natürlich bei diesem Thema Recovery spannend ist, dass diese Säule ja so ein bisschen auch gegen die anderen beiden Säulen positioniert ist.
Weil Ernährung ist ja, wenn man dann immer drüber nachdenkt, was esse ich jetzt schon?
Ziemlicher Stressfaktor unter Umständen.
Bewegung ist sowieso sehr aktiv.
Da muss man etwas machen.
Recovery ist so dieses Gegenthema.
Und du hast so eine vierte Säule.
Da finde ich es dann wirklich spannend.
Du sagst Emotional Health.
Da kann man ja jetzt sehr viel drunter packen.
Aber es ist natürlich auch die Herausforderung bei diesem ganzen Thema, dass man nicht in so eine Selbstoptimierungsfalle läuft und dass man nicht immer diesen Druck sich macht, der ja zum Beispiel auch hier von unseren kleinen Geräten ausgeht am Handgelenk.
Du hast auch eine Apple Watch, du hast auch ein Aura Ring und ich finde ja dieses Datengetriebene ganz toll.
Aber wenn ich dann abends sehe, okay, eigentlich würde ich jetzt gerne ins Bett gehen, aber...
Es ist Viertel vor elf und der Ring, der ist noch nicht voll, der Bewegungsring.
Ja, habe ich natürlich den Druck, ich muss jetzt auf den Crosstrainer steigen.
Glaubst du nicht, dass diese Überwachung auch von Daten, dieser Versuch zu optimieren, nicht auch wieder ein Stressfaktor sein kann, der eben dann diese vierte Säule so ziemlich schwierig erscheinen lässt?
Ganz bestimmt.
Es ist wirklich die Frage, wie man zu seinen eigenen Daten steht.
Wer managt einen jetzt?
Managen die Daten dich oder sind sie ein zusätzlicher Informationspunkt für dich?
Für mich ist es einfach ein Antrieb, dass ich meinen Hintern hochkriege.
Ja, und dann ist es in manchen Situationen vielleicht auch sinnvoll, aber gerade wenn du sagst, dass du dann um 11 Uhr abends auf den Cross-Trainer steigst, das ist wahrscheinlich nicht besonders gut für deinen Schlaf.
Doch, ich schlafe wirklich gut.
Du legst mich hin, zack, ich bin weg.
Das meine ich nicht.
Das ist das, was Leute auch häufig sagen, wenn sie beim Italiener abends noch einen Kaffee trinken.
Ich schlafe danach super, ich habe damit kein Problem.
Ja, aber deine Ringdaten werden dir ja vielleicht auch zeigen, dass du nach solchen...
Auch die Ringdaten sind super.
Ich habe auch wirklich Tiefschlafphase.
Schlafen kann ich.
Kraft kann ich nicht.
Also für die meisten Leute wäre das nicht so, weil einfach deine Herzfrequenz dann auf dem Cross-Trader wahrscheinlich relativ hoch geht.
Und der Körper braucht einfach ein bisschen, um eben von dieser hohen Herzfrequenz dann wirklich auch wieder runter zu kommen.
Du bist aber natürlich...
Du bist sehr fit, erzählst ja, dass du hauptsächlich Cardio machst.
Da heißt deine Cardioerholung wahrscheinlich auch relativ schnell, dass du da schneller von runterkommst als Durchschnittsbürger, Bürgerin.
Ja, nee, das ist natürlich ein Widerspruch.
Da muss man auch selber absolut aufpassen, wie man diese Daten nimmt.
Ich bin ja ein großer Fan davon, dass wir es normalisieren, dass wir mehr Daten über unseren Körper angucken.
Dass wir einfach frühzeitig lernen, zum Beispiel Blutwerte von uns regelmäßig anzugucken.
durch die Wearables-Sachen gucken.
Wir schauen ja, was unsere Firmen, unsere Abteilung und sowas betrifft, gucken wir auch immer wieder auf Daten und entscheiden dadurch, ob wir A oder B machen.
Wir machen A-B-Tests bei Werbe-Ads und so weiter.
Und ich fände es ganz toll, wenn wir auch lernen, mit einer gewissen Unemotionalität die Daten zu unserem Körper anzugucken.
Dass wir einfach lernen, die anzugucken und daraus neutrale Schlüsse für uns zu ziehen.
Weil wenn man anfängt zu tracken, dann ist es ja häufig so, dass man schon Aha-Erlebnisse hat.
Zum Beispiel bei dem ganzen Thema Spätkaffee trinken.
Wenn man dann einmal sieht, was das macht oder Spätalkohol trinken.
Wenn man sieht, was das macht mit der Schlafarchitektur, dann geht man vielleicht das nächste Mal anders damit um.
Und die Lösung kann auf keinen Fall sein, dass wir immer versuchen, Optimalscores zu kriegen.
Denn gerade für die emotionale Gesundheit ist ja wichtig, dass wir leben auf eine Art und Weise, wie wir leben wollen für die nächsten.
70 Jahre.
Es geht ja nicht darum, kurzfristig eine Diät zu machen oder einen kurzen Sprint zu machen, sondern es geht darum, die Sachen zu finden, die ich gerne mache, die mir Spaß machen, die mir schmecken, auf die ich Lust habe und die ich auch gerne die nächsten 50 plus Jahre mache.
Und die werden bei mir andere Sachen sein als bei dir.
Und wir werden niemals eine Zusammensetzung finden, die so perfekt ist, dass sich nichts davon widerspricht.
There are no solutions, there are only compromises.
Alleine, weil sich die Sachen manchmal in sich widersprechen.
Das heißt, Die Ambition zu sagen, ich finde das perfekte Setup, was ich jeden Tag durchziehe, was für alle Leute gleich ist und nichts widerspricht sich, ist impossible.
Das existiert nicht.
Das heißt, jeder von uns muss eben zum Beispiel auf Basis der Daten, die wir über uns erheben und über die Art und Weise, wie wir uns fühlen mit Sachen.
die für die Person optimale Zusammensetzung an Maßnahmen finden, indem man verschiedene Sachen immer wieder ausprobiert und merkt, was passt zu mir, was passt zu meinem Leben, was passt, habe ich gerade keine Kinder, habe ich gerade einen anstrengenden Job, habe ich gerade gar keinen Job, ja, also was mache ich eigentlich gerade und was ist meine richtige Zusammensetzung?
Wenn wir vom Essen mal weggehen und jetzt so ein bisschen auf dieses Viersäulenmodell schauen und auch so rauszoomen auf das, was du jetzt gesagt hast, da war ganz viel die Rede von Daten getrieben, immer wieder von Optimieren, von Prozessen, von Lösungen finden.
Da merkt man ja schon ein bisschen, wo du herkommst.
Du bist keine Ärztin, obwohl du einen Doktortitel hast.
Du hast Wirtschaftswissenschaften studiert, über Social Entrepreneurship promoviert und du warst eben sehr lange für McKinsey tätig.
Und McKinsey ist ja berühmt für diesen analytischen Blick, für diese Stellschrauben von Optimierung.
Das schimmert schon sehr stark durch bei dir, oder?
Sicherlich.
Sicherlich das und auch einfach, ich glaube, vielleicht auch dieses neutrale Gucken eben auf die Daten und das Datenbasierte ausprobieren und neu ausjustieren.
Sicherlich, das also, wenn man nicht, ich war ja zwölf Jahre da, das prägt schon die Art und Weise, wie man denkt, Probleme löst und Sachen angeht.
Das heißt, du schaffst es also dich selber quasi irgendwie wie ein Unternehmen auch zu sehen oder deine Gesundheit und mit einer Selbstdistanz da so drauf zu blicken?
Soweit das geht.
Man ist ja immer, wenn es um einen persönlich geht, dann doch am Ende auch persönlich betroffen.
Also da kann ich mich sicherlich nicht ganz von frei sprechen.
Das wäre, glaube ich, komisch.
Aber ich hoffe, ich schaffe es sehr gut, da drauf zu gucken oder mir durch Sparring mit anderen Leuten da eine Möglichkeit zu finden, dass andere Leute da drauf gucken und mir ihre Meinung dazu sagen und damit dann Feedback geben.
Aber was es auf jeden Fall, glaube ich, gemacht hat, diese Erfahrung ist, dass ich auch dieser Bereich, der ja zuerst in meinem privaten Leben so wichtig wurde, da dann doch eben diese Business-Seite immer wieder anzugucken.
Also diese Faszination, meine private Faszination mit dem Thema, eben umzumünzen auf so ein Erkennt von, interessant, da sind doch Sachen, da sind doch Felder, die sich da ergeben, die auch wirtschaftlich total spannend sind.
Genau, dann erkennt man plötzlich irgendwas.
Aber wenn wir nochmal so diesen Blick auf den eigenen Körper, das eigene Leben als...
Unternehmen sehen und nochmal mit der McKinsey-Brille drauf schauen, da geht es ja dann auch irgendwo darum, man kann nicht alles machen, was vielleicht optimal wäre, longevity-mäßig.
Man hat halt Zwänge des privaten Lebens, man hat gewisse Vorlieben, das heißt, man muss diese Kompromisse eingehen.
Da ist ja die Frage, was sind denn so KPIs?
Wie kann man denn herausfinden, welche Maßnahmen haben für mich und für meine Gesundheit, für meinen Lebensstil den höchsten Return on Investment?
Also das Erste, was ich machen würde, ist zu überlegen, wo habe ich eigentlich die größte Baustelle?
Weil man kann nicht alles gleichzeitig machen, wie du gesagt hast.
Das ist impossible.
Vor allen Dingen nicht alles gleichzeitig neu einführen.
Das wird spätestens nach zwei Wochen dazu führen, dass man komplett überfordert ist und das ganze Ding wieder aufgibt.
Also erstmal gucken, wo habe ich denn die größte Baustelle?
Und bei mir war es ja dann am Anfang das ganze Thema Bewegung.
Ich hatte mich seit Jahren wirklich nicht mehr viel bewegt und bin da erstmal rein.
Und das Gute daran ist, da findet man meistens low-hanging fruits, die sehr schnell einen sehr hohen ROI bringen, weil man da noch nicht viel macht.
Und wenn man da dann die Sachen findet, die gut zu einem passen, die einem Spaß machen, kann man ja nach und nach einfach die anderen Bereiche abklappern und eben gucken, was, je nachdem woran man arbeitet, was gibt es da ein KPI dazu, in den Sachen, die ich tracke, in meinem Blut, aber auch in meinem subjektiven Empfinden, die einfach sagen, okay, das läuft gut oder das läuft nicht so gut.
Da muss einfach jeder bei jedem Thema, glaube ich, einfach rausfinden, was ist die Kennzahl, die wird bei den meisten Leuten in Deutschland wahrscheinlich entweder Energielevel sein.
Also habe ich dadurch mehr Energie oder nicht?
Also fühle ich mich einfach fitter, agiler?
Genau, das wird wahrscheinlich beim Thema Schlaf das Hauptergebnis sein, dass wenn ich meinen Schlaf optimiere, dass ich einfach mehr Energie habe.
Oder das ganze Thema Fettabbau.
Dass die meisten Menschen in Deutschland haben ein bisschen zu viel Fett am Körper, dass ich eben merke, genau die Hose passt zum Beispiel besser, ich bin agiler.
Und das ist meistens eben ernährungsgetrieben.
Und wenn man dann auch mal die andere Seite sieht, es gibt ja...
Sehr viel, was mit diesem Longevity-Etikett verkauft wird.
Was sind so durch die McKinsey-Brille irgendwie Angebote, Services, wo man sagen kann, also da ist der Bullshit-Faktor relativ hoch und der Impact für die persönliche Gesundheit sehr gering.
Also man muss natürlich immer aufpassen, wenn Sachen sehr breite Claims haben.
Also es gibt wahnsinnig wenig Sachen in Deutschland, wo überhaupt erlaubt ist, dass man irgendwelche Behauptungen machen darf darüber, was für einen Effekt etwas hat auf einen.
Das ist in Deutschland sehr stark reglementiert, dass man sehr genau nachweisen muss in Studien, bis man sowas behaupten darf.
Das heißt, wenn Sachen sagen, ich gebe dir mehr Energie, du schläfst besser, du fühlst dich wie ein neuer Mensch, das ist höchstwahrscheinlich Quatsch.
Kombiprodukte finde ich, gerade zum Beispiel was Nahrungsergänzungsmittel betrifft, für Menschen, die Einsteiger sind, super sinnvoll.
Wenn man keine Zeit hat, eben...
alles ins Detail zu verstehen, nachzuvollziehen, zu optimieren und zu messen.
Können solche Kombiprodukte ein super erster Einstieg sein, wenn man da von einem seriösen Anbieter das macht?
Wenn man in den Bereich reingeht, wo man wirklich multiplen Nahrungsergänzungsmittel separat nimmt, sollte man wirklich ganz genau gucken.
Und nicht irgendwie fünf Kombiprodukte nebeneinander nehmen, die am bestenfalls alle das Gleiche enthalten und man dann eine krasse Überdosierung hat von gewissen Sachen.
So ein bisschen wie im ETF-Depot.
Wenn man schon den MSC All Country World hat und diversifizieren will, braucht man nicht unbedingt noch den S&P 500 und den Nasdaq 100, weil man einfach nur die Klumpen damit erhöht.
Kann sein, dass man das unbedingt will, aber es ist sicherlich nicht vorteilhaft im Sinne der Gesamtoptimierung.
das wollen wir auch nicht vergessen, nicht nur dich mit diesen inhaltlichen Longevity-Themen befasst, redest viel darüber, trägst das in die Breite, sondern du bist ja auch darüber hinaus, über dieses mediale Thema, eine Macherin.
Du hast nämlich ein Unternehmen gegründet zwischen, sagen wir mal, McKinsey und dann deinem jetzigen Wirken.
Ich würde es mal als Medfluencerin vielleicht...
Es ist genauso ein Unternehmen wie bei einem Unternehmen vorher.
Es ist halt ein Medienunternehmen, was wir mittlerweile haben.
Aber dazwischen hast du ein Unternehmen gemacht, was wirklich auch etwas produziert.
Du hast Oya gegründet, gemeinsam mit Christine Zeller, deiner heutigen Podcast-Partnerin bei Lifestyle of Longevity.
Und man würde ja denken, eine McKinsey...
eine Beraterin und eine Zalando-Managerin, die also wirklich auch diese Start-up-Kultur aufgesogen haben.
Wenn die gemeinsam ein Unternehmen gründen, dann wird das irgendeine Healthcare-Plattform, irgendetwas Digitales, hochskalierbar, am besten mit dem Playbook von Olli Samwa.
War aber gar nicht euer...
stellt Periodenunterwäsche her und ihr habt auch nicht jetzt so klassischerweise erstmal den Businessplan gemacht und seid dann rumgetingelt zu Venture Capital, sondern das Coole an diesem Unternehmen ist, ihr habt es mit einer kleinen Crowdfunding-Kampagne gestartet, aber ohne Venture Capital, wie man heute so schön sagt, Bootstrapping.
Warum?
Also erstmal würde ich sagen, dass die Periode alles andere als ein Nischenmarkt ist.
Also, dass wir da irgendwie uns das Kleines vorgenommen haben, dem würde ich widersprechen.
Es war keine globale Plattform, also jetzt in der Digitalplattform, sondern wirklich was zum Anfassen.
Genau, finde ich, macht auch viel mehr Spaß.
Also, ich persönlich mag das sehr gerne, wenn ich die Produkte, die ich mache, irgendwie anfassen oder erleben kann.
Also, die Periode, als wir das damals gegründet haben, 2018, war ein Thema, was...
noch terribuisierter war als heute.
Man hat da nicht drüber geredet, erst recht nicht in Business-Kontext und wenn ich darüber gesprochen habe, was wir da vorhaben, Auf Veranstaltungen, da haben die Leute, meistens die Männer, sich sehr beschämt weggedreht und mussten dann doch gerade noch ein anderes Getränk holen.
Oder ach, da drüben steht doch jemand.
Also es war wahnsinnig schwer, Menschen einzubinden.
Das hat sich zum Glück in den letzten Jahren auch durch unser Wirken und unseren Erfolg deutlich geändert, weil die Menschen einfach gesehen haben, das ist ein Thema, was die Hälfte der Bevölkerung über Jahrzehnte begleitet, jeden Monat mehrere Tage.
Das ist ein riesiges Thema.
Und es war einfach auch eine sehr große verpasste Chance von der Industrie damals, zu sagen, dass die beiden Wegwerfprodukte, die wir damals hatten, eben Tampons und Binden, angeblich das Solve-It-All für jede Frau sind.
Dem ist einfach nicht so.
Der weibliche Körper ist sehr komplex, die Perioden von Frauen sind wahnsinnig unterschiedlich, der Alltag von Frauen ist sehr unterschiedlich und viele Frauen sind auch heute noch wahnsinnig umweltbewusst und wollen gar nicht so viele Wegwerfprodukte verwenden.
Und das hat einfach dazu geführt, dass da...
einfach Platz war für eine Innovation, für einfach Sachen, die anders sind, die besser funktionieren und die einfach sehr vielen Frauen unterstützen, ihren Alltag selbstbestimmter zu betreiben und einfach sich auf all das zu konzentrieren, worauf sie sich konzentrieren wollen und nicht nur auf ihre Periode.
Und deswegen haben wir die Periodenunterwäsche nach Deutschland geholt.
Das war ja ein Produkt, was bereits etabliert, langsam etabliert wurde im englischsprachigen Bereich, vor allen Dingen in den USA, Australien war das schon.
Relativ groß, daher haben wir das gesehen und haben einfach so back of the envelope mal ausgerechnet, wie die Economics dazu sind, fanden die sehr attraktiv und haben daher eben die Firma gegründet.
Und wir hatten einfach den großen Vorteil, dass es keinen Wettbewerb gab.
Es gab zumindest die Barriers to Entry, um damals so ein Produkt zu entwickeln.
Wir haben ja selber ein Membransystem entwickelt, also Textil-Hardware sozusagen, das eben das macht, was eine Periodenunterwäsche machen muss.
Also Feuchtigkeit speichern, sich nicht feucht anfühlen und so weiter.
haben wir ja entwickelt und konnten dadurch, dass es keine Konkurrenz gab, einfach da auch organisch skalieren.
Wir haben zum Teil die Produkte verkauft mit zwölf Wochen Lieferzeit.
Die Leute haben einfach gekauft mit dem Wissen, dass sie dann von den nächsten Lieferungen, die eintrifft, eine abbekommen und wollten unbedingt eine haben.
Und das ist natürlich eine Luxussituation, die nicht alle Unternehmen haben, je nachdem, was für einen Markt man reingeht.
Aber wir hatten sie und konnten daher einfach organisch diese Firma skalieren.
Und deswegen wart ihr auch in der Lage, das aus dem Cashflow?
zu finanzieren, ohne jetzt wirklich das große Playbook zu machen.
Groß geworden ist es dennoch.
Also ein achtstelliger Umsatz, das heißt also zweistelliger Millionenbereich, wie man lesen kann.
Trotzdem hast du irgendwann gesagt, nee, ich möchte jetzt nicht dauerhaft CEO bei diesem Unternehmen sein und hast dich in die Advisory Board Rolle zurückgezogen.
Warum?
Herausforderung durch das zu etablieren oder hast du gesagt, Longevity als Business ist einfach die spannendere Mission?
Es war, glaube ich, eine Mischung aus beiden Sachen.
Wir haben ja den Markt in Deutschland kreiert und da sind ja jetzt auch nach und nach andere Unternehmen mit reingekommen.
Das heißt, die Firma befindet sich jetzt in einer anderen Phase sozusagen, wo es nicht mehr darum geht, irgendwie die große Vision zu entwickeln und Menschen zu überzeugen, dass das Produkt überhaupt sinnvoll ist und rallying the troops, das sind glaube ich die Sachen, wo ich extrem stark bin.
Sondern es geht sehr viel um die Prozesse, die Effizienz und eben sich zu bewahrheiten als Market Leader in diesem Bereich.
Und da habe ich einfach die Stärken bei anderen Leuten eher gesehen und hatte eben zeitgleich eben diese Leidenschaft entdeckt zu dem ganzen Longevity-Thema und dem Markt dahinter.
Und dadurch, dass wir einfach ein sehr starkes Team da aufgebaut hatten, hatte ich ja dann auch die Möglichkeit, die Firma dann eben zu übergeben an unsere jetzigen Geschäftsführerinnen, die ja Mitarbeiterinnen der ersten Stunde waren.
Das finde ich auch eine tolle Heritage ist für die Firma.
Das ist ganz großartig.
Damit ist ja auch klar, dass so der Geist der Firma dann gewahrt bleibt und dass das weitergegeben wird.
Wenn wir jetzt auf diesen Longevity-Markt schauen und auch da auf Investmentchancen und Businesschancen, glaubst du, dass da eigentlich solche...
Indie-Brands, solche kleinen Gründungen im Vorteil sind oder ist das doch ein Geschäft, was eigentlich von den Tech-Riesen, von den Pharma-Riesen und von sehr hoch kapitalisierten Start-ups, wie jetzt beispielsweise, du hast Artolab erwähnt, mit Unterstützung von Jeff Bezos gemacht wird?
Natürlich kommt es total auf den Bereich an, wenn du da irgendwie Bio-Zellen hacken willst und verstehen willst, wie du eben Alterserscheinungen bei Zellen veränderst, da kannst du ja nicht bootstrapped reingehen.
Das sieht man ja auch an den Unternehmen.
Ein paar sind ja börsennotiert.
Da haben wir noch kaum Umsätze.
Und wenn, dann kommen die meistens irgendwie daraus, dass Forschung vermietet wird.
Aber immense Kosten.
Genau, und es sind halt noch Moonshots.
Wir wissen einfach noch nicht, was dabei rauskommt.
Das heißt, das Risikoprofil der Leute, die da reingehen, muss auch sehr besonders sein.
Es kann auch sein, dass da einfach gar nichts dabei rauskommt in manchen Bereichen.
Dafür was anderes, was absolut lebensverändert ist für die ganze Menschheit.
Also das ist eine sehr besondere Gruppe, wenn man da finanziell sich beteiligen will.
Aber wir haben ja schon besprochen, der Markt, der geht ja über von diesem Bereich bis hin zu Skin Longevity, wo es darum geht, Cremes zu entwickeln oder Behandlung zu entwickeln, dass unsere Haut länger frisch aussieht.
Was sind wir denn bei Galderma beispielsweise?
Die Vielfalt an Themen ist ja einfach riesig.
Und wie gesagt, für mich als Unternehmerin, du hast ja gesagt, ich habe ja ein Consumer Product schon entwickelt und skaliert und das ist auch das.
Was mich am meisten fasziniert, Sachen, die jetzt schon an den Markt können, die jetzt schon eine gewisse Marktreife haben, wo es eher darum geht, die Menschen davon zu überzeugen, dass es das Richtige ist und dass es gut ist.
Und ich sehe da wirklich einfach eine riesige Chance im ganzen Food-Bereich für diese Better-for-you-Foods.
Also wenn es darum geht, eben die Sachen zu nehmen, die gut schmecken.
die Spaß machen, die ich gerne esse und die halt so zu gestalten, dass sie noch nährstoffdichter sind, noch weniger Zeug drin haben, was ich nicht zu mir nehmen sollte.
Also einfach eine Neuinterpretation von sehr beliebten Produkten und hoffentlich werden wir auch so dicht dazu kriegen, dass du doch irgendwas mit Tofu isst.
Ich freue mich da ja jetzt natürlich ein bisschen auch als Froster-Aktionär, die ja mit ihrem Reinheitsgebot seit zwei Jahrzehnten einen ganz eigenen Weg gehen, der ja am Anfang auch sehr steinig war.
Die haben ja wirklich das Unternehmen.
quasi schon aufs Spiel gesetzt damit.
Hatten einige harte Jahre, haben sich jetzt da etabliert, haben lange ja vor allem für Handelsmarken gearbeitet, aber jetzt ja gerade auch in den letzten Jahren diese ja niedermarschigen Handelsmarkenverträge runtergefahren und sich stärker auf ihre Eigenmarke Frosta konzentriert und jetzt auch dann Frosta Premium mit noch...
besseren Zutaten lanciert.
Das ist natürlich ein tolles Projekt, was man aber wahrscheinlich nur in einem so relativ kleinen Unternehmen machen kann.
Auch eine Milliarde Umsatz, aber es ist eben nicht Nestlé, es ist nicht General Mills oder Campbell Soups.
Ja, aber alle großen Essensgiganten bewegen sich ja im Convenience-Bereich.
Und das ist ja auch logisch, weil wir in der Gesellschaft, in der wir heute da leben, ja einfach mittlerweile beide Partner arbeiten.
Keiner hat wirklich Zeit, stundenlang Gemüse zu schnibbeln.
Und das muss man aber, wenn man pflanzenbasiert arbeiten will.
Und daher alles, was man hinkriegt an Convenience-Produkten, die aber nicht Kompromisse machen, eben bei der Nährstoffdichte oder vielleicht sogar zusätzlich aufgereichert werden mit essentiellen Nährstoffen oder eben es schaffen, pflanzenbasierte Proteinquellen schmackhafter zu machen.
Das ist wirklich, finde ich, ein...
Riesiger Markt zugleich mit fermentierten Lebensmitteln.
Also alles rund um Kefir ist, glaube ich, der am schnellsten wachsende Bereich im ganzen Bereich Dairy.
Das ist ja so Joghurt, noch saurer als jetzt Buttermilch.
Kefir, wahnsinnig gesund, wächst sehr stark.
Und einfach in diesen Bereich reinzugehen, da mit innovativen Sachen, da gibt es pflanzenbasierte Optionen.
Also in diesem ganzen Food-Bereich sehe ich sehr viel, was da passieren kann.
Und wo die Konsumenten und Konsumentinnen auch bereit sind zu sagen, Ich will nicht nur satt sein und es soll lecker schmecken, sondern wenn ich dann noch was finde, was auch noch so richtig gut für mich ist, investiere ich gerne da rein.
Was mich nicht mehr Zeit kostet.
Neues Essen, neue Materialien.
Man merkt schon, du hast weiterhin diese Leidenschaft für das Physische.
Das finde ich toll.
Ist ja auch an der Börse momentan wieder das Thema.
Hard Assets kommen wieder zurück.
Die Plattform-Ökonomie ist immer noch spannend.
Aber selbst die Tech-Riesen müssen viel investieren.
Trotzdem will ich noch mal auf das Thema Plattform eingehen, weil du ja auch über dieses Gemeinschaftserlebnis gesprochen hast.
so aktiv dieses Thema lebt, wie du das machst, mit Büchern, mit Podcasts, mit Social Media, das Ganze so skalieren kann.
Ist da nicht irgendwo auch die Vision, daraus so einen richtigen Club zu machen, auch als Geschäftsmodell?
Vielleicht nach diesem Vorbild von Blueprint.
Brian Johnson ist ja so, ich würde sagen, der exzentrische Vorkämpfer der Longevity-Bewegung, der das ja wirklich im Top-Level macht.
Also auch wirklich mit sehr teuren Lebensmitteln, mit sehr aufwendigen analytischen Verfahren.
Aber das kann man ja vielleicht runterskalieren auf den Normalbürger.
Ist das so eine Herausforderung, wo du sagst, das würde dich reizen?
Oder zumindest wo du sagst, ja, das ist was, wo auch Longevity...
wie die Business-Modelle hingehen werden?
Natürlich ist Gemeinschaft ein Riesenthema.
Wir haben ja eine Loneliness-Epidemic.
Das ist überall deutlich zu spüren.
Das wird ja über soziale Medien getrieben, weswegen ich ja zum Beispiel auch gar nicht mehr auf Instagram bin.
Also da haben mir jetzt die Daten gereicht, dass ich gesagt habe, ich möchte da eigentlich nicht mehr so aktiv sein, weil ich einfach finde, dass das...
Sachen befeuert, gerade bei unserer Jugend, die ich nicht gut finde.
Wir haben jetzt so ein paar Themen gestreift, also die Optimierung der Nahrung, wo es dann auch über Nahrungsergänzungsmittel geht, wo es auch darum geht, gewisses Zeitbudget zu haben, sich um seine Selbstoptimierung zu kümmern.
Diese ganzen Analysemethoden, die es da gibt, und man kann da ja sehr viel Geld ausgeben, auch für dieses nährstoffbasierte Blutbild.
Da gibt es im Internet eine ganze Reihe von Services.
Ärzte und Apotheken bieten was an.
Aber wenn man das alles dann mal so aufsummiert, wirkt das ja schon so ein bisschen wie so ein Sport für Besserverdiener.
So wie so ein neues Statussymbol.
Früher hat man sich über den neuen Porsche oder über die neue Hermes Birkenberg unterhalten in gewissen Kreisen und heute ist das dann so vielleicht Ganzkörper-MRT oder irgendwie...
sieben Tage am Lanserhof, kosten glaube ich auch um die 30.000 Euro, da kriegt man also auch schon ein Auto für.
Führt das nicht irgendwie dazu, dass das so eine Zweiklassengesellschaft werden könnte?
Ist Longevity bei all dem, was wir jetzt so besprochen haben, nicht eher was so für die oberen 1%, die oberen 5%, während dann ein großer Teil der Gesellschaft einfach hinten dran bleibt, weil das sind ganz andere Zwänge, sowohl zeitlich als auch vor allen Dingen vom Budget her?
Ich würde dem ganz klar widersprechen.
Also das ist ja auch die Art und Weise, wie gerne über Longevity gesprochen wird.
Also häufig, wenn ich zum Beispiel für Vorstände von Unternehmen, zum Beispiel Workshopsleiter oder ähnliches, Es ist sehr häufig, dass sie über Blutplasma sprechen wollen oder über irgendwelche komischen Interventionen, die sie machen wollen.
Können wir auch alles gerne machen.
Aber das ist nicht das, was den großen Hebel hat.
Wir hatten es ja ganz am Anfang.
Es ist der Lifestyle, der den Hebel hat.
Also das erstmal.
Man muss diese ganzen, ganz teuren Interventionen, die werden am Ende nicht den großen Unterschied machen.
Die kann man super gerne machen und ich mache sie und teste sie auch super gerne und freue mich, dass ich das Privileg habe, das zu tun.
Aber das ist nicht das, was am Ende entscheidend sein wird, sondern der Lifestyle.
Und wenn man den Lifestyle anguckt, den man jeden Tag lebt und was man da tut, da gibt es durchaus Sachen, die sehr stark vor allen Dingen an Zeitressourcen hängen.
Gerade das Thema Kochen, Schlafen, Zeit für Sport zu haben.
Und da versuchen wir zumindest beim Podcast immer wieder Vorschläge zu machen oder ich auch in meinen Vorträgen.
Was sind die Sachen, die du heben kannst, ohne dass du zusätzlich Zeit verbringst?
Was sind die Sachen, wo es einfach net net positive ist?
Natürlich ist es so, wenn man gesünder lebt, dass man automatisch mehr Zeit hat, weil man mehr Energie hat.
Man schafft einfach mehr in der Zeit, die bleibt, aber das ist so ein indirekter Effekt, der erstmal im ersten Schritt schwer zu erklären ist.
Also, dass das nur mit viel Geld geht oder nur mit viel Zeit, das ist ein Mythos.
Wahnsinnig viel davon geht ohne Geld und ohne Zeit.
Es ist einfach ein sehr bewusstes Sich-Entscheiden für die beste Alternative in jedem Moment.
Manche Sachen gehen natürlich nicht ohne Zeit und ohne Geld und das erkenne ich und wird, glaube ich, auch jeder anerkennen, dass das so ist, aber es sind meistens die Spielereien.
Also die I-Pünktchen, wie du das eben mal genannt hast.
Genau, das I-Tüpfelchen am Ende.
Das ist wirklich so.
Und ich finde es so schade, dass...
auch hier wieder in den Medien sehr gerne einfach diese Extreme aufgezeigt werden oder von Menschen auch diese Extreme gesucht werden.
Man guckt dann halt auf Brian Johnson.
Ich glaube, sein Thema kostet irgendwie zwei Millionen im Jahr, aber dafür hat man dann 100 Ärzte, die den eigenen Biorhythmus und alle möglichen Werte spezialisiert überwachen.
Genau, und er ist ja eigentlich nichts anderes außer ein sehr großes Forschungsexperiment für uns alle, weil wir lernen ja wahnsinnig viel von ihm darüber, wie gewisse Sachen sind und seit ein paar Jahren macht, glaube ich, auch eine Frau auf seinem Team.
Das weibliche Pendant des Protokolls, weil natürlich einige Sachen so genderspezifisch sind, dass wir jetzt erst erfahren werden, ob das für Frauen auch so sinnvoll ist, was er da macht oder da nicht.
Ich finde es sehr interessant als Informationsquelle einfach, einfach so zu verstehen, wie funktioniert denn Folgendes bei Leuten, wie gut könnte dies oder das funktionieren.
Also ich bin sehr stark dagegen, dass man das als so ein Prozentbewegung sieht.
Ich bin auch immer die Erste, die in Unternehmerkreisen bei dem Thema sagt, wo ist denn das Angebot für die 80 Prozent.
Wo ist denn das Produkt für die 80 Prozent?
Und zwar nicht nur, weil ich das ethisch richtig finde, dass wir versuchen, alle zu erreichen, sondern weil ich es auch unternehmerisch viel interessanter finde, Lösungen zu schaffen, die gesellschaftlichen Wandel kreieren.
Ja, die wirklich was at big scale verändern und nicht nur ein paar Leute so ein bisschen besser machen.
Kathi, es hat mich sehr gefreut.
Vielen, vielen Dank für deine Einblicke heute.
Ich hoffe, du konntest was mitnehmen aus dieser etwas anderen.
Folge von Acid Class, wo wir mal nicht schwerpunktmäßig über Wealth gesprochen haben, über Vermögen, sondern über Health, über Gesundheit.
Aber die beiden Begriffe klingen im Englischen nicht ohne Grund ähnlich, denn Wirklich Spaß macht Wealth nicht ohne Health und insofern heute mal eine Optimierung mehr auf der Health-Seite.
Wenn es dir gefallen hat, dann sag es gern weiter, gib uns Sterne und schreib mir in die Kommentare, welche der vier Säulen du schon für dich ganz gut optimiert hast und wo du nochmal ein bisschen Bedarf hast.
Ansonsten, wenn du Ideen hast, worüber wir hier im Podcast unbedingt reden müssen oder wen wir einladen sollten, dann schreibt mir doch gerne eine E-Mail, podcast.adscalable.capital oder eine Nachricht in den sozialen Netzwerken.
Auf Instagram bin ich natürlich immer noch, adseviröl und ansonsten adscalable.capital.
Das war's für heute.
Bleib gesund und Tschüss aus Berlin.
