# Market Shifts, M&A Premiums, and Strategic Asset Allocation

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-16

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Dienstag, der 16.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Bei uns gibt es heute ein lang überfälliges Update zu einer meiner Lieblingsaktien im Luxusbereich, dann eine Dividendenwette auf französische Autobahnen und davor natürlich erstmal die aktuellen News.
Und gesponsert wird dieser Podcast natürlich von Scalable Capital, dem Broker mit eigenem KI-Chatbot, der euch alle möglichen Fragen rund um Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Und jetzt rein in die Folge.
Der Merger Monday hat seinem Namen gestern mal wieder alle Ehre gemacht.
Es gab einen Deal nach dem anderen und der wichtigste Deal war natürlich gar keine Übernahme, sondern die Einigung zwischen dem Iran und den USA, die ja schon in der Nacht auf Montag geschlossen wurde.
Die Börse hat da gestern sehr optimistisch drauf reagiert und der Ölpreis ist das erste Mal seit März unter 80 Dollar gefallen.
Man muss aber erstens sagen, dass es noch einige Zeit dauern wird, wahrscheinlich einige Monate, bis Öl wieder so durch die Straße transportiert wird wie vor dem Krieg.
Zweitens gab es gestern vom Iran und den USA auch schon wieder unterschiedliche Aussagen, wie der Deal jetzt genau aussieht.
Und über das größte Thema, an dem die Verhandlungen bisher ja gescheitert sind, nämlich das Atomprogramm des Iran, wird erst noch weiter verhandelt.
Da gibt es also eigentlich noch ziemlich viel Unsicherheit.
Trotzdem, an der Börse kam das Ganze wie gesagt gut an.
Neben dem Ölpreis sind zum Beispiel noch Rüstungsaktien gefallen und dafür Aktien im Luftfahrtbereich oder im Tourismusbereich gestiegen.
Und bei den Rüstungsaktien in Europa hat neben der Iran-Meldung sicher auch nicht geholfen, dass nach dem gescheiterten deutsch-französischen Kampfjet-Projekt jetzt auch noch das deutsch-französische Panzerprojekt scheitern könnte.
Fairerweise ist es bisher auch nicht extrem gut gelaufen.
Laut dem Rheinmetall-CEO sind das ganze Projekt in 10 Jahren gerade mal 25 Millionen Euro geflossen, was natürlich extrem wenig ist.
Aber jetzt zurück zum Merger Monday und den Deals, bei denen deutlich mehr Geld fließt.
Einmal hat die Aktie von TripAdvisor zumindest zwischenzeitlich über 10% zugelegt, weil sie für 700 Millionen Euro ihre Restaurantbuchungsplattform The Fork an American Express verkaufen.
TripAdvisor selbst ist an der Börse nur um die 1,5 Milliarden wert, der Deal ist also wirklich gigantisch, aber sie verkaufen mit Defog auch das Business, das mit Abstand am besten funktioniert, das wächst nämlich gerade mit um die 20 Prozent und TripAdvisor insgesamt schrumpft eher.
Für American Express mit über 200 Milliarden Dollar Börsenwert hat die Übernahme übrigens keine wirklich relevante Größe, passt aber ganz gut zur Strategie.
Viel, viel, viel relevanter ist ein Deal, der in der TV-Welt passiert ist.
Die Kollegen bei Fox wollen nämlich für entspannte 22 Milliarden Dollar den Streaming-Service Roku kaufen.
Zahlen wollen sie zu 40% in eigenen Aktien und zu 60% in Cash.
Und das ist insgesamt für eine Firma wie Fox schon ein gigantischer Deal.
Die sind nämlich selbst an der Börse nur 22 Milliarden wert.
Das erklärt auch, wieso die Aktie von Fox gestern um die 20% verloren hat.
Investoren haben Sorge, dass der Deal zu teuer ist.
Und generell kann bei so riesen Übernahmen ja immer viel schief gehen.
Die grundsätzliche Logik dahinter ist auf jeden Fall, dass Fox und Roku alleine schwer gegen die Big Techs und großen Streamingdienste ankommen.
Roku ist ja so der führende Connected-TV-Anbieter in den USA.
Dort kann man dann also auch Netflix, Amazon und so weiter streamen.
Finanziert wird das Business vor allem über Abos und auch ein sehr großes Werbe-Business.
Fox wiederum hat das klassische TV-Geschäft, also auch ein Werbe-Business, auch Abo-Einnahmen oder Kabel-TV-Einnahmen.
Und sie fokussieren sich natürlich auch mehr auf Streaming.
Den eigenen Streaming-Dienst kann man jetzt auf jeden Fall auf Roku besser platzieren und Reichweite aufbauen.
Gleichzeitig kriegt man über die Connected-TVs von Roku viele Daten.
Und wenn man die Vermarktung der Werbeplätze zusammenlegt, kann man den Werbepartnern größere Pakete anbieten und vielleicht insgesamt auch bei den Vertriebsteams effizienter werden.
Ob das wirklich der große Hebel ist, wird man sehen.
An der Börse waren gestern auf jeden Fall auch die Roku-Aktionäre nicht begeistert.
Die Aktie hat nämlich schon am Freitag zugelegt.
Da gab es die ersten Gerüchte zu einer Übernahme.
Und gestern, wo die Übernahme eigentlich sicher ist, sollte die Aktie ja nochmal steigen.
Sie hat sich aber so gut wie gar nicht bewegt.
Also da waren Investoren nicht ganz so happy.
Bisschen mehr Happiness gab es bei Salesforce.
Die übernehmen für 3,6 Milliarden Dollar die Kundenservice-Plattform FIN, die unter anderem Anthropic für den Kundenservice nutzt.
Für Salesforce macht der Deal erstmal Sinn.
Sie kriegen ein junges technisches Team.
Und vor allem arbeitet FIN schon sehr stark mit KI-Agenten, die eben die Kundenanfragen abarbeiten.
Und für Salesforce ist es immer super, wenn sie an der Börse zeigen können und den Investoren zeigen können, dass sie schon viel Umsatz mit KI-Agenten machen.
Aber ganz spannend ist, dass sie ja gerade auch erst Contentful aus Deutschland gekauft haben, was wahrscheinlich auch ein Milliardendeal war.
Und das kann immer auch ein Zeichen dafür sein, dass es im Kerngeschäft gerade nicht so gut läuft und man deshalb zukaufen muss, um darüber ein bisschen hinwegzutäuschen.
Und zum Abschluss habe ich noch eine gute Nachricht von den deutschen Börsen.
Die Aktie von der Shop-Apotheke bzw.
Red Care Pharmacy ist nach starken Quartalszahlen um die 20% gestiegen, weil sie ihre Jahresprognose angehoben haben und dieses Jahr mit bis zu 17% wachsen wollen.
Bisher waren maximal 15% geplant.
Und wirklich letzte Meldung, die Aktie von SpaceX hat gestern den zweiten Handelstag in Folge deutlich zugelegt, lag sicher daran, dass durch die Iran-Meldung insgesamt sehr gute Stimmung bei den ganzen Tech-Aktien war.
Außerdem meinte Musk, dass er überrascht wäre, wenn SpaceX 2031 nicht über 1000 Milliarden Dollar Umsatz macht.
Die sehr optimistischen Prognosen seiner Banker liegen ja gerade mal bei der Hälfte.
Wir sagen im Podcast ja immer, dass ein Business wie der Betrieb von Autobahnen super stabil ist, weil es wiederkehrende Umsätze gibt und man eine Art natürliches Monopol hat.
Aber so stabil ist es nicht immer.
Und wieso, erzählt euch jetzt Timon.
Erst seit Oktober fließt Geld aus dem Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung.
Trotzdem wurden bis zum Ende des Jahres schon 24 Milliarden Euro davon investiert.
Davon könnte in Zukunft unter anderem die französische Firma EFARGE profitieren.
Die ist mit einem Umsatz von über 25 Milliarden Euro einer von Europas größten Baukonzernen und EFARGE baut fast alles.
Gebäude, Brücken, Energieanlagen, Rechenzentren, Hochspannungsnetze.
Der Auftragsbestand ist in letzter Zeit auf über 30 Milliarden Euro gewachsen.
Ist also höher als der Jahresumsatz.
Und besonders stark wächst die Energiesparte.
Insgesamt ist der Umsatz über die letzten drei Jahre mit im Schnitt 8% pro Jahr gewachsen.
Laut dem Management wurden aber noch keine Projekte über das deutsche Infrastrukturpaket angenommen.
Man hält in dem Bereich aber die Augen offen.
Und Defarge ist mehr als ein Baukonzern.
Während in Deutschland immer wieder über eine Autobahnmaut diskutiert wird, gibt es die in Frankreich schon seit 1955.
Knapp 12.000 Kilometer Autobahnen werden dort vom privaten Unternehmen betrieben und EFARCH gehört knapp 10% an dem Autobahnnetz.
Und während über 80% vom Umsatz aus dem Baugeschäft kommen, werden zwei Drittel vom operativen Gewinn mit Nutzungsgebühren wie der Autobahn Maut den Gebühren von Kanal Tunnel Gatling oder dem Flughafen Toulouse gemacht.
Das Business hat viel höhere Margen, weil die vielen großen Investitionen ja schon durch sind und man dadurch, dass es sich um kritische Infrastruktur handelt, quasi ein Monopol hat.
Deswegen gibt es auch enge Verträge mit dem französischen Staat, wie hoch die Gebühren sein dürfen.
Pro Jahr dürfen die Mautpreise zum Beispiel maximal um 70% der Inflation angehoben werden.
Aber der Umsatz steigt nicht nur durch die Inflation.
Der Verkehr auf den Autobahnen ist seit 2007 um die 30% gestiegen.
Die Verträge mit dem Staat laufen bei Gatling, dem Flughafen und vielen anderen Projekten noch mehrere Jahrzehnte.
Die Autobahn-Maut macht aber den Großteil vom Einkommen in dem Bereich aus und hier muss in weniger als 10 Jahren neu verhandelt werden.
Oder die Autobahnen gehen an den Staat zurück.
Das ist ein Problem, weil es in Frankreich schon länger Diskussionen um eine Verstaatlichung der Autobahnen gibt.
In den letzten Jahren gab es dadurch auch Sondersteuern für EFAS.
Aber die Regierung hat die Verträge auch schon häufig dafür genutzt, um zum Beispiel den Bau neuer Autobahnen oder Ausbauten zu finanzieren.
Der Staat hat Ifarisch dafür höhere Mautgebühren erlaubt oder die Vertragsdauer verlängert und musste dafür kein eigenes Geld aufbringen.
Trotzdem könnte ab 2035 ein extrem wichtiger Teil vom Business wegfallen.
Das wird ein Grund sein, warum Ifarisch nur mit einem Börsenwert von 12 Milliarden Euro und dem Elffachen vom erwarteten Gewinn handelt.
Während zum Beispiel Vancy, die auch ihr Geld mit Mordgebühren machen, mit dem 14-fachen gehandelt wird.
Dazu kommt, dass EFARG knapp 9 Milliarden Euro nette Schulden hat.
Es ist zumindest bis 2035 aber auch ein ziemlich stabiles Business.
Und dass über 20% der Aktionäre Mitarbeiter sind, dürfte auch dabei helfen, dass in Zukunft weiter eine hohe Dividende gezahlt wird.
Aktuell liegt die Rendite bei 4%.
Ich habe mir am Wochenende den neuen OMR-Podcast mit der deutschen Luxus-Mode-Designerin Iris von Arnim und ihrem Sohn Valentin angehört.
Ihr Label macht zig Millionen Umsatz, ist noch nicht an der Börse, aber sie haben über eine Luxusaktie gesprochen, von der ich selbst schon länger bisschen was im Depot habe, nämlich Brunello Cuccinelli.
Uns im Podcast hier ist Cuccinelli das erste Mal im Juli 2023 aufgefallen, weil Brunello erstens sehr eng mit der Tech-Szene ist.
Zuckerberg trägt seine T-Shirts, Jeff Bezos oder der Salesforce-Gründer waren sogar schon für eine Art philosophische Konferenz bei E-Mail in Italien und auch in vielen Tech-Serien wird er sehr gern getragen.
Dazu muss man wissen, dass Brunello sehr anders ist als zum Beispiel Bernard Arnault von LWM Asch oder sich zumindest sehr anders verkauft.
Er produziert seine Klamotten im Heimatdorf seiner Frau, wo er auch extrem viel investiert hat.
Mitarbeiter verdienen mehr als im Branchenschnitt.
Nach 17.30 Uhr gibt es keine E-Mails, die Mittagspause dort 90 Minuten mit sehr hochwertigem Essen und so weiter.
Außerdem gibt er immer wieder ziemlich ungewöhnliche Statements ab, zum Beispiel, dass er es nicht nachhaltig findet, wenn Firmen wie Hermes oder LWM Asch wahnsinnig hohe Margen haben, weil Kunden irgendwann verstehen, dass sie abgezogen werden.
Für ihn gehört das alles zur Philosophie vom humanistischen Kapitalismus und laut den von Arnems ist es auf jeden Fall auch extrem smartes Marketing.
Aber was hat er dann gemacht, was ihn so beschleunigt hat?
Er hat zwei Sachen extrem gut gemacht.
Das eine ist, er hat einfach wirklich erstmal richtig gute Produkte gemacht.
Die Produktion war extrem gut.
Er hat einen Materialmix erfunden.
Das heißt, er hat also Seide und auch, also vor allem gewebte Seide mit Kaschmir verbunden.
Er hat Leder mit Kaschmir.
Er hat richtig ein eigenes Design entwickelt.
Das ist sehr sichtbar.
Man erkennt das sofort.
Und er hat drittens ein extrem gutes Marketing gehabt.
Also die Verbindung nach Solomeo, der Humanismus, die ganze italienische Geschichte, das hat er extrem clever aufgebaut.
Was Brunello aus meiner Sicht außerdem sehr gut macht, ist, dass er das Wachstum sehr stark kontrolliert und teilweise auch limitiert.
Das große Problem von LWM, Asch, Gucci und den anderen großen Marken war in den letzten Jahren einfach, dass sie zu stark auf Wachstum gedrückt haben und dadurch auch so ein bisschen Exklusivität verloren haben.
Und das führt dann eben auch dazu, dass die Umsätze sinken oder wie bei Gucci sogar einbrechen, wenn es der Wirtschaft schlechter geht oder die Sachen nicht mehr im Trend sind.
Bei Brunello ist das anders.
Die sind auch im letzten Jahr über 10% gewachsen und sie erwarten auch 2026 und 2027 10% Wachstum.
Und das Schöne ist bei Brunello, dass es theoretisch noch sehr lang gehen kann.
Im letzten Analystencall meinte Brunello, dass sie auf der ganzen Welt aktuell so 450.000 bis 500.000 Kunden haben.
Und wenn man bedenkt, dass sie 1,4 Milliarden Umsatz im letzten Jahr gemacht haben und man bei Brunello schnell mal 3000 Euro ausgibt, wirkt das auch ziemlich realistisch.
Dazu könnte Brunello für mich noch ein ganz spannender KI-Profiteur werden, nicht weil sie mittlerweile eine eigene Shopping-KI haben, über die sie viel reden, sondern vor allem, weil die KI-Welt ja schon jetzt noch mehr Menschen in der Tech-Welt sehr reich macht und die Luxusmarke mit den besten Verbindungen in die Tech-Welt ist eben Brunello Cucinelli.
Aber ich bin natürlich nicht der Erste, der merkt, dass Brunello ein sehr stabiles Luxusbusiness ist.
Letztes Jahr haben sie so 140 Millionen Euro Gewinn nach Steuern gemacht.
Der Börsenwert von 6 Milliarden entspricht also mehr als dem 40-fachen davon.
Das ist also schon richtig teuer.
Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bewertung noch viel höher geht, halte ich für relativ gering.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Brunello viel schneller wächst als 10 Prozent, halte ich auch für gering.
Und wäre auch für die Marke gar nicht so gut, wenn sie schneller wachsen.
Wenn man also annimmt, dass die Bewertung im Verhältnis so bleibt und die Firma 10% wächst im Jahr, sollte man auch nicht viel mehr als 10% Rendite mit der Aktie erwarten.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
