# Strategic IPOs, AI Compliance, and Corporate Restructuring

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-15

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 15.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist natürlich Scalable Capital.
Und die haben durch ihre Vollbank-Lizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto gerade 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Auch für Kinderkonten und im Prime Plus Broker gibt es sogar mehrere Partnerbanken, bei denen dann jeweils die Einlagensicherung greift.
Wir starten die neue Woche mit Insiderkäufen und einer Wette auf schwere Autos bei Continental.
Dann gibt es die kasachische Super-App Caspi, aber davor natürlich die aktuellen News.
Seit Freitag hat die Welt endlich ihren ersten Billionär, nämlich natürlich Elon Musk nach dem Börsengang von SpaceX.
Er ist sogar sehr deutlich Billionär und er hat alleine dieses Jahr um die 500 Milliarden Dollar an Privatvermögen zugelegt.
Das ist fast doppelt so viel, wie der zweitreichste Mensch der Welt, der Google-Gründer Larry Page, insgesamt an Vermögen hat.
Fairerweise haben wir in den letzten Tagen ja sehr oft besprochen, dass die Bewertung von SpaceX und auch von Tesla deutlich ambitionierter ist als zum Beispiel die von Google.
Aber wir haben auch gesagt, dass es gut sein kann, dass die Aktie von SpaceX trotzdem am ersten Tag einmal deutlich steigt und so war es am Freitag auch.
Und man will ja beim Börsengang immer so ein Gleichgewicht finden.
Einerseits will man den Investoren, die kaufen, direkt bisschen Rendite geben.
Andererseits kriegt man ja selbst als Firma erstmal nur das Geld beim Verkauf der Aktien.
Also wenn der Kurs zu niedrig ist und die Aktie am ersten Tag zu stark steigt, hat man eigentlich viel Geld liegen gelassen.
Bei SpaceX war das am Ende des Tages mit einem Pop, einem IPO-Pop von 19% ziemlich perfekt, auch wenn man sagen muss, dass die Aktie ziemlich volatil war.
Teilweise war sie um die 30% im Plus, teilweise nur 10%.
Aber bei einer Aktie, wo so viel von der Bewertung an Zukunftserwartungen hängt, kann man sich generell darauf einstellen, dass sie ziemlich volatil sein wird.
Das kennt man ja auch von Tesla.
Und das Spannende ist ja sowieso eher, wie die Aktie in einem oder fünf Jahren dasteht.
Bloomberg hat da mal eine Analyse gemacht, wie gut IPOs seit dem Jahr 2000 gelaufen sind, die auch so groß waren, also die über 5 Milliarden Dollar an Kapital eingesammelt haben.
Meta und Visa waren da die Top-Performer mit 1.400 und 2.800 Prozent.
Rivian ist die schlechteste Aktie mit minus 80 Prozent.
Spannend fand ich beim Börsengang noch, dass Privatanleger laut Schätzungen von der Nasdaq so 15 Milliarden Dollar an Aktien kaufen konnten.
Das sind ca.
20% von allen Aktien und das ist vergleichsweise viel, aber es waren eigentlich mal 30% angedacht.
Aber gleichzeitig haben wir in unserer Spezialfolge am Mittwoch ja auch diskutiert, dass du aus Firmensicht eigentlich noch viele Privatanleger haben willst, die nach dem IPO kaufen, also beim IPO keine Aktien kriegen, weil die auch bereit sind, oft danach noch zu sehr hohen Preisen zu kaufen.
Und ich kann mir vorstellen, dass SpaceX die Zuteilung zu den Privatanlegern reduziert hat, als sie gemerkt haben, dass auch genug Profi-Investoren beim Börsengang kaufen wollen.
In den USA war SpaceX auf jeden Fall am Freitag die meistgehandelte Aktie bei Privatanlegern und wurde fast viermal mehr gehandelt als Nvidia auf Platz 2.
Chip-Aktien sind übrigens generell ganz gut gelaufen am Freitag und man muss ja auch sagen, dass der Börsengang für die Chip-Branche insgesamt sehr positiv war, weil sehr viel von den 75 Milliarden, die SpaceX gerade eingesammelt hat, in Rechenzentren und damit auch in Chips fließen werden.
Nicht so gut war der Freitag für Space-Aktien.
Scheinbar gab es viele Investoren, die ihre Weltraumwetten jetzt lieber auf den klaren Marktführer fokussieren.
Deshalb haben so Aktien wie Planet Labs, Intuitive Machines oder Rocket Labs alle um die 10% verloren.
Die Aktie von Tesla ist übrigens um die 2% gestiegen.
Es gab also scheinbar nicht so viele Investoren, die Tesla verkauft haben, um SpaceX zu kaufen.
Die Sorge gab es ja auch mal.
Und da könnte auch helfen, dass Gwen Shotwell von SpaceX beim Börsengang mal wieder angedeutet hat, dass eine Fusion von SpaceX und Tesla durchaus Sinn machen könnte.
In Europa und Deutschland war am Freitag auch gute Stimmung an der Börse, aber nicht so sehr wegen SpaceX, sondern eher wegen Trumps Aussage, dass sie kurz vor einem Deal mit dem Iran stehen.
Vor allem TUI, Fraport, Lufthansa und die ganzen Reiseaktien sind da über 5% gestiegen.
Obwohl die Börse insgesamt gut gelaufen ist, gab es aber noch eine bedenkliche KI-Meldung für Europa.
Und zwar hat die US-Regierung Sicherheitslücken in den ganzen neuen Modellen von Anthropic entdeckt und dann entschieden, dass Anthropic die Modelle im Ausland sperren muss.
Anthropic wiederum hat sich dann entschieden, die Modelle für alle zu sperren, also auch für die Amis.
Aber es ist trotzdem krass, wie schnell uns die USA da theoretisch abschneiden könnte.
Und krass ist auch, dass wohl Amazon die US-Regierung auf die Sicherheitslücken aufmerksam gemacht hat.
Das ist vor allem krass, weil Amazon ja großer Investor bei Anthropic ist und weil Anthropic selber gar keine Sicherheitslücken sieht.
Außerdem gab es für Anthropic noch keine so guten Nachrichten von Meta.
Es wurden nämlich dort interne Dokumente geleakt und nachdem Zuckerberg in den letzten Monaten ja immer gepusht hat, dass Mitarbeiter maximal viel KI nutzen sollen, versucht Meta das gerade ein bisschen einzuschränken auf wirklich produktive Themen und sie wollen gerade, dass die Programmierer mehr die eigene KI nutzen und eben nicht zum Beispiel Cloud Code von Anthropic.
Dazu muss man wissen, dass Meta wohl so interne KI-Kosten von paar Milliarden im Jahr hat.
Es ist nicht unrealistisch, dass davon gerade sehr viel zu Anthropic und Cloud Code geht und wenn da viel wegbricht, wäre das selbst für die Kollegen dort spürbar.
Die machen ja gerade so um die 50 Milliarden Jahresumsatz.
Deutlich, deutlich weniger Umsatz mit KI machen die Kollegen von Adobe, aber wenn man mal den aktuellen Umsatz mit KI-Produkten hochrechnet, kommt man auf circa eine halbe Milliarde im Jahr und damit dreimal mehr als vor einem Jahr.
Die Zahl kam am Donnerstagabend mit den neuen Zahlen raus, die generell ziemlich solide waren.
Adobe hat die Prognose fürs Gesamtjahr angehoben und sie sind letztes Jahr 13% gewachsen.
Das ist für eine Firma, die gerade mal mit dem Zwölffachen vom Gewinn bewertet wird, erstmal sehr solide.
Aber die Aktie ist am Freitag schon wieder 5% gefallen.
Das könnte erstens dran liegen, dass der Finanzchef die Firma verlassen wird, weil er zum Chipkonzern Marvell wechselt.
Zweitens, und das ist der wahrscheinlichere Grund für die negative Reaktion an der Börse, hat Adobe seine Strategie umgestellt.
Sie glauben nämlich, dass es gerade eine Chance gibt, viele neue Nutzer zu kriegen, weil KI so viel möglich macht, dafür muss man die Produkte aber erstmal kostenlos anbieten, damit Leute sie testen können und diese Freemium-Strategie will Adobe verstärken, was aber erstmal auf den Umsatz drückt.
Und das kann langfristig total sinnvoll sein, kann aber auch ein Zeichen sein, dass Adobe gerade so viel Druck von jungen Wettbewerbern hat und deswegen gezwungen ist, das zu tun und genau so hat es die Börse eher interpretiert.
Wenn Vorstände von Firmen Aktien kaufen, nehmen das manche Investoren ja als Signal, dass es gerade gut läuft bei der Firma.
Warum das nicht immer so ist und wieso die Vorstände bei Continental gerade kaufen, das erzählt euch jetzt unser Experte für deutsche Aktien, Christoph Damm.
Bei Conti haben am 1.
Juni alle vier Vorstände zugegriffen, zusammen für gut 800.000 Euro.
Aber diese Käufe passieren jedes Jahr Anfang Juni.
Der Grund steht im Vergütungssystem.
40% vom Jahresbonus gibt es bei Conti in Aktien, die der Vorstand mindestens drei Jahre halten muss.
Ein Blick auf Conti lohnt sich trotzdem, denn da passiert gerade Historisches.
Der Konzern zerlegt sich.
Die Autosparte wurde im September als Aumovio abgespalten.
Und wenn dieses Jahr noch die Industriesparte ContiTech verkauft wird, ist Conti zum ersten Mal in über 150 Jahren ein reiner Reifenhersteller.
Das wäre auch der beste Teil vom Gesamtkonzern.
Ein Reifengeschäft mit knapp 14 Milliarden Euro Umsatz.
76 Prozent davon kommen aus dem Ersatzgeschäft.
weil Reifen sich abnutzen, egal wie die Wirtschaft läuft.
Das macht den Umsatz auch ziemlich gut planbar.
Die E-Auto-Wende hilft dabei.
Weil E-Autos schwerer sind und sofort volle Kraft auf die Räder bringen, verschleißen ihre Reifen um die 20 bis 30 Prozent schneller, schätzen die Hersteller.
Dazu kommt der Trend zu immer größeren Autos, auch bei Verbrennern.
Große Reifen ab 18 Zoll sind deutlich teurer und bringen mehr Marge und die stehen bei der Reifenmarke Continental für 62 Prozent vom PKW-Reifenumsatz.
In letzter Zeit sind die Reifenverkäufe insgesamt aber zurückgegangen.
Schauen wir noch mal kurz auf die Industriesparte Contitec.
Da läuft gerade ein Bieterrennen.
Laut Bloomberg sind sieben Finanzinvestoren interessiert und die Bewertung liegt um die 4 Milliarden Euro.
Das ist fast ein Viertel vom Börsenwert von 14 Milliarden Euro.
Mit dem Verkauf will Conti dann Schulden abbauen und vielleicht einen Teil per Sonderdividende und Aktienrückkäufe an Aktionäre ausschütten.
Als reiner Reifenhersteller wäre Conti dann auch leichter zu bewerten.
Vergleicht man es mit Michelin oder Bridgestone, ist Conti operativ sogar besser.
2025 lag Contis bereinigte EBIT-Marge im Reifengeschäft bei 13,6%.
Bridgestone kam auf etwa 11, Michelin auf um die 10.
An der Börse ist es aber umgekehrt.
Conti kostet das Zehnfache vom erwarteten Gewinn, Michelin das 11,5-fache und Bridgestone das Zwölffache.
Dazu gibt es bei Conti noch eine Dividendenrendite von knapp 4%.
Das klingt erstmal von der Bewertung her nicht teuer, aber der hohe Ölpreis aus dem Frühjahr wird laut Conti im restlichen Jahr die Kosten erhöhen, weil die Kautschukpreise am Ölpreis hängen.
Dazu kommt die Konkurrenz aus China.
Im aktuellen Sommerreifentest der Autobild hatte ausgerechnet der chinesische Budget-Hersteller Linglong die kürzesten Bremswege vor Conti und Michelin und das zu deutlich niedrigeren Preisen.
Ach du Scheiße, der hat Reifen verloren.
Als wir den Podcast hier vor mittlerweile über fünf Jahren gestartet haben, wurde sehr viel über eine Firma aus Kasachstan gesprochen.
Seitdem nicht mehr so viel, aber mein Kollege Timon hat mal wieder ein Update dabei.
Im April hat Tencent, der Konzern hinter der chinesischen Super-App WeChat, zusammen mit ein paar anderen Investoren über drei Prozent an Kaspi übernommen.
Das ist die super App in Kasachstan, mit der man Shoppen, Banking und sogar Anträge beim Staat machen kann, wenn man zum Beispiel sein Auto ummelden will.
Und zu den anderen Investoren gehörten auch Teile vom Management, unter anderem CEO Mikael Lomtaze.
Der war Partner beim Private Equity Fonds Bering und als der Fonds in Kasby investiert hat, haben sie 2007 Mikael ins Management gesetzt.
Zu der Zeit war Kaspi nur eine Bank, die sich darauf spezialisiert hat, Kredite an Kunden von einem Elektronikhändler zu geben.
Vyacheslav Kim, der Gründer von Kasachstans größtem Elektrofachgeschäft, hat die Kaspi-Bank nämlich laut The Generalist gekauft, um die Elektronik-Nachfrage seiner Kunden zu halten, obwohl Kasachstan zu der Zeit gerade aus einer Rezession kam.
Heute gönnen Mikael Vyacheslav und dem Private Equity Fonds Bering immer noch jeweils ca.
20% am Unternehmen und Vyacheslav ist mit knapp 8 Milliarden Dollar der reichste Mensch Kasachstans.
Die Firma macht mehr oder weniger noch das gleiche wie damals.
Sie verkauft Produkte und hilft Nutzern, die dann zu finanzieren.
Nur dass das jetzt halt alles online in einer App passiert und man nicht nur Elektronik, sondern so ziemlich alles kaufen kann.
Und die Bezahlung läuft auch über Caspi.
Caspi ist also quasi Amazon, Paypal und Bank in einer App.
Knapp 80% von Kasachstans Bevölkerung benutzt die App mindestens einmal pro Monat.
Der Umsatz ist über die letzten 10 Jahre mit im Schnitt 50% pro Jahr gestiegen und das bei operativen Margen von über 50%.
Trotzdem liegt die Bewertung beim Siebenfachen vom Gewinn.
Der Börsenwert hat sich nämlich seit dem Hoch in 2024 auf 15 Milliarden Dollar fast halbiert.
Da hat nämlich der Short-Seller Calper Research einen Bericht veröffentlicht, in dem steht, dass Kaspi verschleiert, wie stark sie in den russischen Markt eingebunden sind.
Das könnte während des Kriegs ein Problem sein, weil Kaspi Sanktionen drohen könnten.
Die zuständige Finanzbehörde in Kasachstan hat sich zwar hinter Kaspi gestellt, aber Investoren haben nach dem Bericht trotzdem wegen Falschdarstellung geklagt.
Und der Prozess ist noch nicht durch.
Und dann hat Kaspi 2025 für eine Milliarde Dollar die Mehrheit an Hepsi Burada übernommen.
Das ist mit fast 4 Millionen monatlich aktiven Kunden die zweitgrößte E-Commerce-Plattform der Türkei.
Die Idee ist, Kaspis Modell in dem fünfmal größeren türkischen Markt zu kopieren.
Aber Hepsi Burada macht immer noch Verluste und muss sich gleichzeitig gegen Amazon und den größten Player in dem Markt durchsetzen.
Trendjul.
Das ist eine Tochter von Alibaba und die hat über 30% Marktanteil.
Um die Übernahme zu finanzieren, wurde auch kurzzeitig die Dividende ausgesetzt.
Das hat Investoren auch nicht gefallen.
Die ist jetzt wieder da und zwar mit 9% Rendite.
Das ist viel, aber war es auch schon vor dem Short Report und der Übernahme.
Kaspi war schon fast immer vermeintlich günstig, man muss aber bedenken, dass Kasachstan und auch die Türkei Länder ohne stabile Währung sind.
Die Inflation war in den letzten drei Jahren nie unter 8% und die kasachische Tenge hat gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren.
Wenn man vor 10 Jahren früher einen Dollar noch 300 Tenge gekriegt hätte, würde man heute fast 500 bekommen.
Die Wirtschaft ist enorm vom Öl abhängig und es wurden neue Vorschriften für Banken eingeführt, die das Geschäft schwieriger machen.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Euch einen guten Start in die Woche, bis morgen.
Adios.
