# Oracle AI Capex, Industrial AI Valuations, and Distribution Efficiency

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-12

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 12.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flatrate, mit Krediten, mit Portfolioanalysen und natürlich mit der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Wir starten in den großen SpaceX-Börsengangstag mit einer Comeback-Wette auf eine dänische Medizinfirma, dem Wirt der Amis und natürlich den aktuellen News.
Bis OpenAI und Anthropic an die Börse gehen, ist ja noch ein bisschen Zeit, aber gerade OpenAI ist indirekt schon so ein bisschen an der Börse und zwar nicht nur, weil Microsoft einen großen Anteil hält, sondern auch, weil OpenAI der mit Abstand wichtigste Kunde für die KI-Hoffnungen von Oracle ist.
Das erklärt auch so ein bisschen, wieso Oracle vor einem Jahr noch ziemlich stark gehypt wurde und fast 1000 Milliarden Dollar wert war, mittlerweile aber unter 600 Milliarden, weil ja auch OpenAI in der Zeit ziemlich stark von Anthropic überholt wurde.
Und gestern ist die Aktie von Oracle nach neun Quartalszahlen schon wieder 10% gesunken.
Dazu muss man aber sagen, dass das Business, wo Oracle eben KI-Rechenzentren baut und dann an Kunden wie OpenAI vermietet, wirklich krass wächst, 93% alleine im letzten Quartal.
Das Problem ist aber, dass es einfach extrem viel Geld kostet.
die ganzen Rechenzentren zu bauen, im letzten Quartal über 16 Milliarden Dollar und damit sogar nochmal 5 Milliarden mehr, als erwartet wurde.
Gleichzeitig hat Oracle aber zum Beispiel seine Umsatzprognose für dieses Jahr eben nicht nach oben angehoben.
Und sie haben damit in den letzten zwölf Monaten auch ca.
25 Milliarden Dollar mehr an Geld ausgegeben, eben für die KI-Rechenzentren, als das Kerngeschäft abgeworfen hat.
Und um das zu finanzieren, verkauft Oracle erstens eigene Aktien und will 2027 auch nochmal ca.
20 Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen.
Am Ende ist es also eine sehr heiße Wette darauf, dass die Nachfrage nach Rechenleistung einfach noch für ein paar Jahre extrem hoch bleiben wird und dass jetzt auch SpaceX sehr viel Geld kriegt, mit dem es auch zu großen Teilen neue Rechtszentren bauen wird, ist da sicher nicht super hilfreich.
Dazu kommt aus Börsensicht noch, dass Oracle immer noch ein großes Kerngeschäft mit Software hat und wenn man da mal die Zahlen mit dem wichtigen Konkurrenten SAP vergleicht, sieht es auch nicht wirklich berauschend aus.
Genau wie bei SAP ist es so, dass viele Oracle-Kunden von klassischer Software zu einem Abo-Modell umstellen, das dann in der Cloud läuft.
Bei beiden schrumpft deswegen das alte Software-Geschäft, aber das neue Cloud-Geschäft wächst eben.
Die Frage ist nur, wie es wächst und das waren bei SAP im letzten Quartal um die 20%, bei Oracle eben gerade mal 10%.
Auf der positiven Seite muss man sagen, dass Oracle beim Bau der Rechenzentren gut vorankommt.
Im letzten Jahr haben sie zum Beispiel ein 1,2 Gigawatt Rechenzentrum gebaut und alleine dieses Quartal soll 1 Gigawatt dazukommen.
Positiv ist für den Investment Case Oracle sicher auch, dass es noch genug große Investoren gibt, die es trotz der ganzen Konkurrenz weiter für eine gute Idee halten, Geld einzusammeln, um einfach ziemlich stumpf Rechenzentren zu bauen.
Genau dafür hat KKA jetzt gerade eine neue Firma gegründet, die auch direkt mal mit 10 Milliarden Dollar ausgestattet ist.
Chef von der Firma wird niemand Geringeres als Adam Zalipski sein.
Er war bis 2024 noch CEO von AWS, also dem größten Cloud-Anbieter der Welt.
Und neben KKA, also dem Private Equity Investor, der das Ganze zum größten Teil finanziert, sind an der neuen Firma zum Beispiel auch Nvidia beteiligt und der Energiekonzern Vistra.
Die letzte gute News in der KI-Welt gab es gestern noch für Samsung.
Genau wie Intel probieren die ja seit Jahren ihr Business als Chip-Auftragsproduzent auszubauen, hatten es aber immer extrem schwer mit TSMC mitzuhalten.
Aktuell ist TSMC aber so begrenzt und ausgelastet, dass Kunden eben doch genauer schauen, ob Samsung oder Intel nicht vielleicht ihre Chips produzieren können.
Und laut den Kollegen von D-Information gibt es da gerade ziemlich intensive Gespräche mit Google.
Wenn Samsung dann wirklich Teile von deren KI-Chips produzieren kann, wäre das ein ziemlicher Durchbruch.
Wenn man auf die Aktie schaut und auf die Bewertung, muss man aber fairerweise sagen, dass es wahrscheinlich in kurzer Zeit bei Weitem nicht so attraktiv werden wird, wie das Speicherchip-Geschäft, das ja bei Samsung gerade durch die Decke geht.
Abgesehen von den ganzen Tech-Nachrichten hat die Europäische Zentralbank gestern das erste Mal seit drei Jahren die Zinsen angehoben, was aber auch schon erwartet wurde.
Und Trump hat neue Angriffe auf den Iran angedroht.
Auch das hat die Börse aber nicht wirklich bewegt.
Und die Börse hatte auch recht damit, die Drohung nicht ganz so ernst zu nehmen.
Gestern Abend meinte Trump dann nämlich, dass die Angriffe doch nicht stattfinden werden und sie ganz kurz vor einem finalen Deal mit dem Iran sind.
Ölpreise sind danach stark gesunken und der Nasdaq-Index zum Beispiel fast drei Prozent ins Plus gedreht.
Deutlich mehr bewegt und zwar 10% nach oben hat sich die Aktie von Hugo Boss gestern, weil der Großaktionär Frazers ein Übernahmeangebot abgegeben hat.
Das Angebot liegt aber schon jetzt unter dem aktuellen Kurs.
Da scheinen also paar Investoren erstens darauf zu wetten, dass er bereit ist, noch mehr zu zahlen.
Oder die Börse hat es einfach als Zeichen gesehen, dass Hugo Boss zwar aktuell nicht wahnsinnig gute Zahlen hat, aber die Marke an sich mehr wert ist als Hugo Boss aktuell an der Börse.
Deutlich weniger unterbewertet als Hugo Boss wirkt auf jeden Fall das neue Startup von Jeff Bezos.
Ich habe ja vor ein paar Wochen schon mal erzählt, dass er jetzt wieder CEO von einer neuen Firma ist.
Prometheus heißt die und soll industrielle künstliche Intelligenz herstellen.
Das heißt konkret zum Beispiel, wenn ein Triebwerkshersteller heute ein neues Triebwerk entwickeln will, das 10% effizienter ist, dann dauert so eine Entwicklung oft Jahre und die KI von Bezos soll dann dabei helfen, dass es vielleicht nur noch ein paar Monate oder Wochen dauert.
Bei seinem Startup waren auch schon von Anfang an Investoren dabei und jetzt kam raus, dass sie schon wieder 12 Milliarden Dollar gekriegt haben zu einer Bewertung von 40 Milliarden, obwohl sie, soweit man lesen kann, noch keinen Umsatz machen.
Trotzdem ist Prometheus jetzt einfach schon so viel wert wie zum Beispiel Bayer.
Außerdem, wenn wir schon abschließend bei großen Zahlen sind, hat das Wall Street Journal von Insidern erfahren, wie so grob die Orders für den SpaceX-Pörsengang aussehen und angeblich haben alleine Privatanleger Aktien für über 70 Milliarden Dollar bestellt.
Außerdem kam gestern Abend noch die Meldung, dass SpaceX erfolgreich 75 Milliarden Dollar an Aktien zu einem Preis von 135 Dollar verkauft hat, also alles wie geplant.
Spannend wird jetzt, wie die Aktie dann heute nach dem IPO reagiert.
Jetzt kommt eine dänische Pharmaaktie, die lang sehr gut gelaufen ist, seit paar Monaten aber Schwierigkeiten hat.
Christoph hat sich das Ganze angeschaut.
Und nein, es ist nicht Novo Nordisk.
Die Geschichte von Koloplast beginnt 1954 mit der dänischen Krankenschwester Elise Sörensen.
Sie wollte ihrer Schwester helfen, die nach einer Krebs-OP einen künstlichen Darmausgang hatte und sich nicht mehr aus dem Haus getraut hat.
Also hat sie den ersten selbstklebenden Stoma-Beutel erfunden.
Mit der Idee ist die zum Kunststofffabrikanten Orge Louis Hansen gegangen.
Der wollte sie erst nicht umsetzen.
Seine Frau, selbst Krankenschwester, hat ihn aber überzeugt.
Sörensen bekam Centbeträge pro verkauften Beutel.
Reich geworden ist mit der Idee die Fabrikantenfamilie.
Die hat 1957 Koloplast gegründet und hält noch immer die Mehrheit der Stimmrechte.
Heute macht der Konzern fast 4 Milliarden Euro Umsatz mit Produkten für Stoma, Inkontinenz und Wundversorgung.
Das Geschäftsmodell ist dabei quasi ein Abo.
Es geht um chronische Erkrankungen und tägliche Verbrauchsprodukte, die von der Krankenkasse gezahlt werden.
Bei der Stoma-Versorgung ist Coloplast Weltmarktführer und die Firma wächst.
Die Aktie hat deshalb auch über Jahre stark performt, zuletzt aber eben nicht mehr.
Seit dem Hoch 2021 hat die Aktie um die 70 Prozent verloren.
Unter anderem Schuld daran ist ein teurer Fehlgriff.
2023 hat Coloplast für rund eine Milliarde Dollar die isländische Firma Kerasis gekauft.
Die stellt Wundauflagen aus Fischhaut her.
Klingt verrückt, war aber ein Wachstumshit in den USA.
Wenn ihr nicht ganz zart beseitet seid, schaut doch gerne mal auf die Homepage von denen.
Da sieht man nämlich so Vorher-Nachher-Aufnahmen von Wunden, die so behandelt worden sind.
Das Problem ist, dass die USA Anfang 2026 die Erstattung solcher Behandlungen umgestellt haben.
Früher haben Ärzte von den Medicare den Verkaufspreis der Hautersatzprodukte bekommen plus einen Aufschlag.
Jetzt gibt es nur noch eine Einheitspauschale, egal für welches Produkt.
Damit ist das Geschäft für die teure Fischhaut über Nacht kollabiert.
Koloplast musste die Jahresprognose senken und im letzten Quartal um die 400 Millionen Euro auf den Kaufpreis abschreiben.
Dazu kamen auch Produktrückrufe und ein schwaches Geschäft in China.
Das Kerngeschäft läuft aber weiter.
Im letzten Quartal ist der Umsatz in den wichtigsten Sparten um die 8% gewachsen und auch in den letzten Jahren konnte der Umsatz immer steigen.
Trotzdem der negative Trend, womit der Börsenwert bei knapp 12 Milliarden Euro liegt, das ist das 15-fache vom erwarteten Gewinn.
Dazu gibt es 6% Dividendenrendite.
Im Schnitt der letzten 5 Jahre lag das erwartete KGV bei 32.
Die Frage ist, ob die Firma den Trend drehen kann.
Einerseits droht ab 2028 in den USA ein Ausschreibungsmodell bei Medicare, das weiter auf die Preise drücken könnte.
Andererseits gibt es Analysten, die in der günstigen Bewertung eine langfristige Chance sehen, wenn der neue CEO liefert.
Der ist erst seit Anfang Mai im Amt und kommt vom US-Gesundheitsriesen Johnson & Johnson.
Pflaster oder kein Pflaster?
Das ist unser Thema heute.
Ich habe in den letzten Wochen extrem viel über Reinhold Wirth gelesen, wie er als 19-Jähriger die Schraubenhandlung von seinem Vater übernommen hat und sie bis heute aufgebaut hat zu einer Firma mit über 20 Milliarden Euro Umsatz und über 80.000 Mitarbeitern.
Diese ganze Erfolgsgeschichte habe ich auch in meinem neuen Podcast Carytale nachher erzählt.
Neben dem Erfolg sind mir aber vor allem drei Sachen aufgefallen.
Erstens, die letzten Jahre waren für Wirt ziemlich schwierig, sie sind nicht mehr wirklich stark gewachsen.
Zweitens, Wirt macht nur noch einen sehr kleinen Teil vom Umsatz mit Schrauben.
Viel größere Teile sind Chemikalien, Elektronik und der Elektro-Großhandel.
Und drittens hat Wirt aktuell eine operative Gewinnmarge von weit unter 10%.
Das kann einem jetzt an der Börse erstmal egal sein, weil Wirt eben nicht an der Börse ist.
Aber umso mehr müssen wir mal wieder auf das WIRT schauen, das an der Börse ist.
Es gibt nämlich einen ganz spannenden US-Konkurrenten.
Der wächst immer noch über 10%, hat eine operative Gewinnmarge von 20% und das zu einem sehr großen Teil noch mit dem ursprünglichen Kerngeschäft von WIRT, also mit Schrauben und C-Teilen.
Und zwar geht es um die Kollegen bei Fastenal, die machen so 10 Milliarden Dollar Umsatz, sind also nur halb so groß wie WIRT, aber an der Börse 50 Milliarden Dollar wert.
Und wer 1987 investiert hat, hat mit der Aktie im Schnitt...
22% gemacht.
Damit war das sogar ein besseres Investment als Berkshire Hathaway von Warren Buffett.
Fasional hat es, wie gesagt, mit demselben Business wie Wirt gemacht, aber ein bisschen anders aufgestellt.
Die Direktvertriebsstrategie von Wirt hat in den USA nämlich nie so richtig gut funktioniert.
Das hat auch kulturelle Gründe, zum Beispiel, dass die Bindung an die Arbeitgeber in den USA einfach viel schwächer ist als bei uns.
Das ist für WIRT schlecht, wenn die Vertriebler mit dem Kontaktbuch nach ein paar Jahren abhauen.
Es ist aber auch für die WIRT Vertriebler schlecht und schwierig, wenn die Kontakte bei den Kunden gar nicht so lang bleiben, dass man eine Kundenbeziehung aufbauen kann.
Der Ansatz von Fastenal hat da deutlich besser geklappt.
Sie haben nicht über einzelne Vertriebler skaliert, sondern vor allem über Standorte mit einem Laden und einem Lager.
Und sie haben sich auch auf größere Kunden fokussiert.
Zum Beispiel kümmert sich Fastenal sogar darum, dass die Lagerhallen von Amazon immer mit Schrauben, WD-40-Öl, Handschuhen usw.
versorgt sind.
Fastenal beliefert übrigens sogar SpaceX und gerade bei Amazon ist es schon ein bisschen überraschend, weil die ja selbst sehr gut in Logistik sind.
Nur ist es einfach so, dass so Themen wie Schrauben, Handschuhe oder WD40-Öl relativ wenig kosten.
Gleichzeitig ist es aber super wichtig, dass sie immer da sind.
Und da zahlt man dann gerne einem Dienstleister wie Fastenal ein bisschen mehr, der sich einfach darum kümmert, dass die Dinge immer vor Ort sind.
Und wie das Fastenal genau macht, ist eigentlich der spannendste Punkt.
In den letzten Jahren ist wie gesagt der Umsatz stark gewachsen.
Aber die Anzahl der klassischen Standorte ist massiv gesunken.
Statt denen baut Fastenal jetzt nämlich Läden direkt in die Fabriken und Lagerhallen von den großen Kunden.
Und bei den kleineren Kunden stellen sie Automaten auf, die automatisch nachbestellen.
Solche Automatensysteme hat Wirt auch.
Bei Wirt ist aber immer noch die Frage, wie viel Provision die ganzen Vertriebler kriegen, wenn dann eben eine Bestellung über den Automaten kommt.
Und das Problem hat Fastenal einfach nicht.
Das Schöne ist außerdem, dass Fastenal durch den Fokus auf größere Kunden tendenziell nochmal mehr von der Riesen-Nachfrage im Rechenzentrumsbau und solchen Themen profitieren kann.
Nachteil ist natürlich, dass so eine Aktie mit einem stabilen Geschäftsmodell, das nicht von KI bedroht wird und um die 10% wächst, nicht günstig ist.
Der Börsenwert entspricht fast dem 40-fachen vom Gewinn, aber viel vom Gewinn wird immerhin an die Aktionäre ausgeschüttet und es gibt um die 2% Dividendenrendite.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder, da gibt es mal wieder natürlich eine Deep-Dive-Folge, diesmal mit dem CEO von Salzgitter.
Und wir haben uns gedacht, statt das immer nur anzuteasern, liefern wir hier auch mal einen kurzen Ausschnitt aus dem Gespräch, damit ihr sofort einen Eindruck kriegt und dann hört ihr das ganze Interview morgen.
Also wer glaubt, dass der Rückgang der Fahrzeugproduktion in Europa und damit der Rückgang an Stahlbedarf in den Fahrzeugen kompensiert werden kann, vom Volumen her kompensiert werden kann.
durch die Rüstung.
Das wird so nicht passieren.
Durch Marge vielleicht noch ein bisschen mehr, aber...
Genau, das sicherlich, ja.
Das sicherlich.
