# SpaceX IPO: Valuation, AI Pivot, and Index Mechanics

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-06-10

## Transcript

SpaceX, der größte Börsengang aller Zeiten, steht unmittelbar bevor.
Wir schauen auf die Zahlen hinter der Story und klären, wieso der Weltraum nur ein Mantel ist.
Außerdem, warum der Hype durchaus länger halten kann und wie viel Elon Musk bald in deinen ETFs steckt.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Und damit willkommen zu Beyond the Noise.
Finanzen mit Fokus statt Firlefanz.
Tja, der Countdown läuft.
Am Freitag soll SpaceX an der Nasdaq abheben.
Ein in jeder Hinsicht exorbitanter Börsengang.
Dazu ein paar Zahlen.
75 Milliarden Dollar will Elon Musks Weltraum-Venture diese Woche einsammeln.
Das ist das mit Abstand größte IPO aller Zeiten.
Selbst inflationsbereinigt.
Mehr als doppelt so schwer wie die Parkettkollekte des Öl-Multis Saudi Aramco 2019, des chinesischen Tech-Titanen Alibaba 2014.
oder des japanischen Mobilfunkers NTT Docomo 1998.
Zum Emissionspreis wird SpaceX mit rund 1,8 Billionen Dollar bewertet und ist damit aus dem Stand eine der zehn wertvollsten Börsenfirmen der Welt.
Nur knapp hinter den Chip-Giganten TSMC und Broadcom.
Und?
Elon Musk, der nicht nur 40% an SpaceX hält, sondern auch noch Tesla-Aktien für 150 Milliarden Dollar sein Eigen nennt, dürfte mit Handelsaufnahme der erste Billionär der Neuzeit werden.
Kein Wunder also, dass auch der bei der Börsenaufsicht SEC hinterlegte Emissionsprospekt in gänzlich anderen Sphären schwebt.
Zitat, wir bauen die Systeme und Technologien, um das Leben multiplanetarisch zu machen, die wahre Natur des Universums zu verstehen und das Licht des Bewusstseins bis zu den Sternen auszudehnen, heißt es da.
In einer wilden Mischung aus breitbeiniger Ambition und entrückter Poesie.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten, schon lange vor dem Börsengang hat SpaceX Geschichte geschrieben.
Und zwar mit bahnbrechenden Innovationen.
Die wiederverwendbaren Falcon-Raketen waren ein epochaler Wendepunkt der Raumfahrtgeschichte.
Nicht von ungefähr transportiert SpaceX inzwischen vier Fünftel der jährlich in den Orbit beförderten Nutzlast-Turnage.
Ein mächtiges Quasi-Monopol.
Dazu Starlink, ein Netz aus derzeit über 10.000 kleinen Satelliten, das Breitbandinternet in die entlegensten Winkel der Welt bringt.
Ein margenstarkes Infrastrukturgeschäft.
das zum globalen Mobilfunk-Carrier ausgebaut werden könnte.
Vor allem, wenn die 140 Meter hohe Superrakete Starship 4 den Betrieb aufnimmt.
Sie soll ab 2027 mit 200 Tonnen Kapazität neue Satelliten fast wie am Fließband in die Umlaufbahn schicken.
In Summe ein faszinierendes Business mit klarem Fokus, technologischen Burggräben, satten Cashflows und immensen Wachstumspotenzialen.
Irgendwie ein Investment Case fast wie gemacht für Charlie Munger, den 2023 verstorbenen kongenialen Partner von Warren Buffett.
A wonderful company at a fair price.
Wobei...
dieser faire Preis wohl irgendwo zwischen 250 und 500 Milliarden Dollar liegen würde.
Doch das war halt nicht genug für einen Elon Musk, der eben nicht nur ein unternehmerisches Genie ist, sondern auch ein Großmeister des Börsenkults.
Und weil Asteroidenbergbau und Marskolonien vielleicht doch noch ein bisschen weit hergeholt sind, um heute genügend zeichnungswillige Investoren anzulocken, braucht es eben ein zeitgeistiges Narrativ.
Klar, künstliche Intelligenz.
Zumal im Musk-Kosmos mit XAI und dem Social Network X früher Twitter sowieso zwei Satelliten umhergeschwürrt sind, deren eigene Umlaufbahn zwar eher bescheiden war, die im SpaceX-Universum nun aber erstrahlen als Fixsterne für die Vision von orbitalen Datenzentren und globaler KI-Dominanz.
Die Investmentbank Goldman Sachs Rein zufällig übrigens auch Konsortialführer beim Börsengang geht jedenfalls davon aus, dass SpaceX mit seinen KI-Aktivitäten 2030 rund 320 Milliarden Dollar umsetzen wird.
Das namensgebende Stammgeschäft, also Weltraumtransporte und Starlink, soll mit gut 150 Milliarden Dollar nur noch die zweite Geige spielen.
Insofern ist SpaceX also eine KI-Aktie im Weltraummantel.
Und der?
hat ziemlich viel Luft.
Ganz oben in der Gewinn- und Verlustrechnung, wo 2030 in Summe über 470 Milliarden Dollar prangen sollen, standen 2025 nämlich gerade einmal 18,7 Milliarden Dollar.
Im Klartext, um die Erwartungen zu erfüllen, muss SpaceX das Geschäftsvolumen binnen fünf Jahren ver-25-fachen.
Im KI-Geschäft braucht es dabei Sogar eine Verhundertfachung.
Nichts ist unmöglich, hieß es einst in der Werbung von Toyota, während meine Oma Zusagen pflegte, wer es glaubt, wird selig, wer Kartoffeln isst, wird mehlig.
Fakt ist, die IPO-Bewertung von 1,8 Billionen Dollar entspricht nahezu dem 100-fachen der letztjährigen Umsätze und preist damit eine so perfekte Wachstumskurve ein, dass man eigentlich nur noch von Hype sprechen kann.
Aber einen Hype immer wieder neu zu befeuern und genau dadurch am Leben zu erhalten, das ist eben die Kernkompetenz von Elon Musk.
Siehe Tesla, wo der Umsatz seit 2023 mehr oder weniger stagniert und die operative Marge sich halbiert hat.
Obwohl Visionen wie autonomes Fahren, Robotaxis und der Optimus-Roboter auf der Zeitachse immer weiter nach hinten geschoben werden, notiert die Aktie.
Bei 400 Dollar.
Auf dem Niveau von 2022.
Bezahlt mit dem 15-fachen Umsatz und dem 200-fachen erwarteten Gewinn.
Gut möglich deshalb, dass auch SpaceX die exorbitante IPO-Bewertung im Sekundärmarkt erstmal nicht nur halten, sondern vielleicht sogar ausbauen kann.
You don't want a bet against him, sagte Donald Trump einst über Elon Musk, vorsichtig formuliert sehr loyale private Aktionärsbasis stützt, sondern auch genügend treuergebene Fans unter institutionellen Investoren hat.
Denn genau die waren es ja, die dem Exzentriker im Vorfeld des Börsengangs die Class-B-Aktien mit zehnfachem Stimmrecht gewährt haben, durch die er jetzt auf Jahre und Jahrzehnte hinaus die absolute unanfechtbare Kontrolle über das Unternehmen behalten kann.
Und selbst wenn du kein Musk-Fan bist, gänzlich entkommen kannst du der SpaceX-Aktie nicht.
Zumindest sofern du ETFs auf einen der gängigen Indizes im Portfolio hast.
Dafür sorgen die sogenannten Fast-Entry-Regeln der Indexanbieter.
Bereits fünf Tage nach dem Börsenstart dürfte SpaceX in den FTSE All World aufgenommen werden.
Weitere fünf Tage später sollte die Aktie dann auch in den MSCI World und den MSCI All Country World einfließen.
Dabei rechnen beide Indexanbieter allerdings nicht mit der vollen Marktkapitalisierung.
Berücksichtigt werden ausschließlich die im Rahmen des Börsengangs angebotenen Aktien.
Und weil dieser sogenannte Streubesitz zunächst unter 5% liegt, wird SpaceX in den Weltportfolios von MSCI und FTSE erstmal nur mit rund 0,1% vertreten sein.
Anders als manche Medien gern suggerieren, wird das IPO also nicht auf dem Rücken der MSCI-World-Sparer ausgetragen.
In den US-amerikanischen und europäischen ETFs auf die globalen MSCI-Indizes beispielsweise stecken derzeit rund 400 Milliarden Dollar, sodass die durch die Indexaufnahme bedingten Käufe lediglich ein Volumen von 400 Millionen Dollar haben.
Eine echte Lex-Musk bzw.
Lex-Mega-Cap bei der Gewichtung, die gibt es nur im Nasdaq 100.
Dort wird der Streubesitz nämlich mit dem Faktor 3 multipliziert.
Aber der Nasdaq 100 ist eben auch kein neutrales Marktbarometer, sondern der Index eines Börsenbetreibers und damit eben auch ein Machtinstrument im Wettbewerb um Listings.
Unter Berücksichtigung der Konzentrationsregeln liegt die Indikation für das SpaceX-Gewicht im Nasdaq 100 bei etwa einem Prozent.
Damit müsste der knapp eine halbe Billion schwere QQQ der Invesco Nasdaq 100 ETF immerhin für indikativ 5 Milliarden Dollar SpaceX-Aktien allokieren.
Und das ist durchaus eine Hausnummer, die zu Marktverwerfungen führen könnte.
Wichtig deshalb, dass die Indexaufnahme in die Phase fällt, in der die Emissionsbanken die sogenannte Mehrzuteilungsoption den Green-Schuh ausüben können.
Damit ist das Thema SpaceX aus Index-Sicht allerdings noch lange nicht abgeschlossen.
Ganz im Gegenteil.
Denn mit dem Ablauf der Sperrfristen der sogenannten Lock-Ups wird sich der Streubesitzfaktor von SpaceX im Zeitverlauf sukzessive erhöhen.
Und damit auch das Indexgewicht der Aktie.
Wie stark dieser Effekt dann tatsächlich wirkt, das hängt davon ab, welche Aktionäre als strategisch bzw.
als nicht strategisch und damit dem Streubesitz entsprechend eingestuft werden.
Und natürlich auch, inwieweit strategische Investoren wie Venture Capital Fonds oder auch Elon Musk und andere Führungskräfte irgendwann dann Anteile verkaufen.
Das alles ist ex ante natürlich äußerst schwierig einzuschätzen.
Aber Man sollte sich nicht wundern, wenn der Streubesitz in 12 Monaten bei 15 bis 20 Prozent liegt.
Damit wäre dann auch eine der Bedingungen für die Aufnahme von SpaceX in den S&P 500 erfüllt.
Anders als die Nasdaq hat Standard & Poor's das Regelwerk nämlich nicht aufgeweicht und keine Fast-Entry-Abkürzung eingeführt.
Neue Aktien können weiterhin erst zwölf Monate nach dem Börsenstart in den wichtigsten Aktienindex der Welt kommen.
Und auch dann nur, wenn der Streubesitz über 10% liegt und das Unternehmen über die vorangegangenen vier Quartale nach standardisierter Rechnungslegung, sprich US-Gap, einen Nettogewinn ausweist.
Ob SpaceX das schafft, darf zumindest bezweifelt werden.
Aber falls doch.
könnte die Einbeziehung für erheblichen Kaufdruck sorgen.
Am besten wäre es natürlich, wenn Unternehmen wie SpaceX oder demnächst Anthropic und OpenAI nicht so spät und nicht zu so exorbitanten Bewertungen an die Börse kämen, sondern wenn sie im Public Market hätten wachsen können.
Wobei dann natürlich wieder...
die mangelnde Börsenreife bemängelt würde.
Und das war's für heute.
Aber am Donnerstag geht's schon weiter.
Im YouTube-Livestream ab 20 Uhr tauche ich gemeinsam mit Sophie Schimanski nochmal tief in die Chancen und Risiken von SpaceX ein.
Und wir beantworten deine Fragen rund um diesen historischen Börsengang und die kommenden Mega-Cap-IPOs.
Alles, was du dafür tun musst, klick auf den Link in den Shownotes und aktiviere die Glocke auf YouTube, damit du pünktlich erinnert wirst.
Und natürlich bring am Donnerstag deine Fragen für den Live-Chat mit.
Für den Moment vielen Dank, dass du dabei warst und Tschüss aus Berlin.
