# Capital Rotation, IPO Mechanics, and Infrastructure Strategy

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-10

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 10.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital.
Und erstmal nicht wundern, bei uns gibt es heute zwei Folgen.
Erstmal das normale tägliche Update und dann noch eine Spezialfolge natürlich zum Börsengang von SpaceX.
Über den habe ich zusammen mit Pip Klöckner vom Doppelgänger-Podcast und Philipp Westermeyer vom OMR-Podcast gesprochen.
Aber bevor ihr euch das anhört, wie gesagt, erstmal das tägliche Update.
Neben den aktuellen News sprechen wir heute unter anderem darüber, woher eigentlich das ganze Geld für die anstehenden Börsengänge kommt und wie es gerade bei der Allianz läuft.
Nachdem sich die Tech-Aktien ja erst am Montag erholt haben von der schwachen Performance am Freitag, haben sie gestern wieder verloren.
Der Nasdaq ist sogar über 2% gefallen und so einen richtigen Auslöser gab es eigentlich wieder nicht.
Vielleicht hat die neue Apple Siri KI die Börse enttäuscht, vielleicht ziehen jetzt langsam immer mehr ihr Geld aus Tech-Aktien.
um es am Ende dann in den Börsengang von SpaceX zu stecken.
Und dazu passt auch, dass OpenAI am Montag angekündigt hat, dass sie auch an die Börse gehen werden, beziehungsweise haben sie ihre Dokumente für den Börsengang eingereicht.
Wann genau sie den machen wollen, wissen sie aber noch nicht.
Und geholfen hat der Börse sicher auch nicht, dass der Iran wohl einen Helikopter der Amis abgeschossen hat und Trump gestern Abend meinte, dass die USA darauf reagieren müssen.
Fakt ist auf jeden Fall, dass man an solchen Tagen immer froh ist, wenn man ein breit gestreutes Portfolio hat und auch andere Wirtschaftsbereiche im Portfolio hat.
Gestern gab es zum Beispiel gute Nachrichten aus der Pharma-Branche.
Da ist nämlich die Aktie vom Krebsmedikamentkonzern Nuvalent um die 40% gestiegen, weil GSK Nuvalent für 11 Milliarden Dollar kaufen will.
Dazu muss man wissen, dass Nuvalent selbst so gut wie keinen Umsatz macht, aber sie haben zwei Medikamente für Lungenkrebs, die nicht so weit von einer Zulassung weg sind.
Nicht so weit vom Start weg ist auch die Fußball-WM und die Kollegen von Jefferies haben da jetzt einen ganz spannenden Bierbericht veröffentlicht.
Und zwar rechnen sie damit, dass die globale Biernachfrage während der WM um 3% steigen wird.
Aufs Jahr gerechnet sind das dann immerhin 0,3% und größter Profiteur sollte AB Inbev sein, weil die die stärkste Präsenz in den WM-Ländern haben.
Spannend fand ich aber auch die Einschätzung, dass die WM zwar Wachstum bringt, aber nicht ganz risikofrei.
Die Bierkonzerne müssen nämlich das Bier liefern, bevor sie wissen, welche Länder in der WM weiterkommen.
Bei Ländern, die überraschend weiterkommen, braucht man eigentlich mehr Bier, als man hingeliefert hat.
und bei Ländern, die eben nicht weiterkommen, entsprechend weniger.
Übrigens auch ganz spannend, die Aktie von AB Inbev hat dieses Jahr schon 25% zugelegt, ist davor in den letzten Jahren fairerweise aber ziemlich schlecht gelaufen.
Schlecht gelaufen sind gestern wie gesagt auch Chip- und Tech-Aktien.
Es gab aber ein paar Ausnahmen oder zumindest ein paar gute Nachrichten, auch wenn die Aktien nicht so gut performt haben.
Zum Beispiel hat der Rechenzentrumsbetreiber Applied Digital ein neues Rechenzentrum an einer der großen Hyperscaler vermietet, also Alphabet, Amazon, Meta oder Microsoft.
Und dafür kriegen sie garantierte 5 Milliarden Dollar.
Nachdem die Meldung raus ist, hat die Aktie erst zugelegt, ist dann aber wegen der schlechten Gesamtstimmung wiedergefallen.
Und auch gute Nachrichten, aber keine Rendite gab es für Cadence.
Neben Synopsis sind die ja Weltmarktführer für Chip-Design-Software.
Und gestern kam raus, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Intel ausbauen.
weil die mithilfe von Cadence ihre Chip-Produktionsprozesse noch besser und noch schneller auf den neuesten Stand bringen wollen.
Und der Deal ist vor allem spannend, weil er ganz gut zeigt, dass Synopsys und Cadence nicht einfach Software bauen, mit der man dann auf dem Computer Chips designt.
Die arbeiten wirklich sehr eng mit Chip-Designern und Produzenten zusammen, optimieren da gemeinsam Prozesse.
Und sie haben oft auch eigene Lizenzen dafür, wie sie gewisse Prozesse machen und verdienen auch damit Geld und eben nicht nur mit der Software.
Damit wird Cadence also auch profitieren, wenn Intel mehr Chips für andere Firmen produziert.
Und sie profitieren zum Beispiel auch, wenn Intel es gemeinsam mit Elon Musk wirklich schaffen sollte, eine eigene Chip-Produktion für SpaceX und Tesla zu bauen.
Keine eigene Chipproduktion, aber noch mehr eigene Rechenzentren versucht ja gerade Meta zu bauen.
Sie merken aber, dass es ziemlich schwer ist, die Handwerker dafür zu finden.
Und deshalb hat Meta jetzt tatsächlich eine eigene Akademie gestartet, wo man in fünf Wochen lernt, wie man beim Rechenzentrumsbau mithelfen kann.
Wer die Ausbildung abschließt, die übrigens kostenlos ist, kriegt einen garantierten Job bei einem Meta-Rechenzentrum.
Meta lässt sich das alleine dieses Jahr 115 Millionen Dollar kosten.
ist fairerweise im Vergleich zu den Kosten der Rechenzentren natürlich gar nichts.
Und auch spannend, die Ausbildung machen Sie gemeinsam mit dem Immobiliendienstleister CBRE, über den wir hier am 6.
Februar 2025 mal gesprochen haben.
Und als letzte Meldung gab es noch gute Nachrichten für Europa, abseits der Börse.
Die finnische Satellitenfirma IceEye hat eine halbe Milliarde von Investoren gekriegt und das zu einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar.
Das ist vor allem krass, weil die Firma letzten Dezember gerade mal 2,5 Milliarden wert war.
Die haben also scheinbar von der krassen SpaceX-Bewertung profitiert.
Und auch in Deutschland gab es gute Nachrichten.
Unser Raketenbauer Isar Aerospace hat 270 Millionen Euro von Investoren gekriegt, zu einer Bewertung von immerhin 2 Milliarden.
Über die wertvollste Versicherung in Europa sprechen wir hier nicht so oft, obwohl es nach United Health sogar die zweitwertvollste Versicherung der Welt ist.
Aber bei so Versicherungen, gerade bei den großen Stabilen, passiert eben oft nicht so viel.
Was trotzdem gerade bei der Allianz passiert, hat sich mal wieder Christoph angeschaut.
Die Allianz ist gerade auf Einkaufstour, besser gesagt die Vermögensverwaltungstochter Allianz Global Investors.
Die ist in Gesprächen über den Kauf von UOB Asset Management.
Das ist die Fondtochter der United Overseas Bank aus Singapur.
Die verwaltet fast 30 Milliarden Euro an Kundengeldern in sieben asiatischen Ländern und der Kaufpreis soll bei bis zu 400 Millionen Euro liegen.
Wäre für die Allianz-Tochter, die 600 Milliarden Euro verwaltet, zwar ein eher kleiner Zukauf, dafür wäre er strategisch spannend.
In Europa und den USA ist der Markt für Vermögensverwaltung eher gesättigt.
In Südostasien wächst die Mittelklasse stark und deshalb haben immer mehr Menschen das erste Mal genug Geld, um zu investieren.
Auch ohne den Zukauf läuft es bei der Allianz gut.
Im ersten Quartal hatten sie einen Rekordgewinn und das nachdem auch 2025 wegen dem Zinsumfeld ein Rekordjahr war.
Da ist der Umsatz gestiegen um 5% auf 185 Milliarden Euro.
Damit die Effizienz der Firma weiter steigt, soll auch KI eine immer größere Rolle spielen.
Dafür hat die Allianz Anfang des Jahres eine Partnerschaft mit Entropic geschlossen, um Prozesse zu automatisieren.
Zum Beispiel in der Tierkrankenversicherung.
Da meldet ein Kunde einen Schaden per App, lädt Fotos und Rechnung hoch und ein KI-System prüft dann automatisch und überweist im Versicherungsfall direkt, teilweise ohne dass ein Mensch eingreift.
Ein weiterer Trend dreht sich ums Auto.
Zusammen mit Partnern hat die Allianz 350 Millionen Dollar in ein Telematikunternehmen investiert, das per Smartphone-Sensor das Fahrverhalten analysiert.
Wer sicher fährt, zahlt weniger.
Wer riskant fährt, wird gewarnt, um Unfälle zu verhindern.
Trotzdem gibt es natürlich auch Risiken.
Das erste Quartal war schadenseitig zwar noch gut, aber Naturkatastrophen bleiben ein wachsendes Problem.
Im letzten Jahr haben sie weltweit über 200 Milliarden Dollar Schaden verursacht.
Dass die Schäden 2025 nicht noch höher waren, lag vor allem daran, dass die USA erstmals seit zehn Jahren von keinem schweren Hurricane getroffen wurden.
Dazu kommt ein Trend, der in den USA deutlich spürbar ist und langsam nach Europa kommt.
Finanzinvestoren wie Burford Capital finanzieren gezielt Klagen von Versicherungsnehmern, die nach einem Schaden zu niedrige Auszahlungen von ihrer Versicherung bekommen haben.
Der Investor übernimmt die Anwaltskosten und kassiert im Erfolgsfall einen Teil der höheren Auszahlung.
In den USA ist das gängige Praxis, vor allem nach Hurrikanen und Unwetterschäden.
In Europa steigt die Zahl solcher Fälle auch.
Was aufsteigt, ist die Allianz Aktie.
Auf Sicht von einem Jahr liegt sie um die 7% im Plus.
Dazu kommt eine Dividendenrendite von fast 5% und die Allianz kauft auch regelmäßig Aktien zurück.
Der Börsenwert von 140 Milliarden Euro ist dabei das Zwölffache vom erwarteten Gewinn.
Das ist ein bisschen teurer als im Schnitt der letzten drei Jahre.
In diesem Fall hilft Allianz.
Am Makromittwoch spreche ich ja einmal im Monat mit Christian Röhl, dem Chief Economist von Scalable Capital, über die größeren Zusammenhänge hinter den aktuellen Börsenthemen.
Heute ging es um die ganzen großen Börsengänge, die in den nächsten Wochen und Monaten passieren werden.
Und mich hat vor allem am Anfang die Frage interessiert, woher eigentlich das ganze Geld für diese Börsengänge kommt.
Es geht ja nicht nur SpaceX an die Börse, es kommen ja auch noch die von Anthropic, von OpenAI und gleichzeitig hat ja zum Beispiel auch Google gerade um die 80 Milliarden Dollar eingesammelt.
Ja, darfst du nicht vergessen, Oracle und Meta haben das genau gesehen, was Alphabet da gemacht hat.
Die kommen auch noch und dann hast du am Ende innerhalb von sechs Monaten vielleicht 300, 350 Milliarden Dollar, die da aus dem Markt gezogen werden.
Das ist ein ordentliches Brett und das muss mobilisiert werden.
Das kann natürlich aus Cash-Beständen kommen, aber...
Das wird auch aus bislang schon irgendwie im Tech-Bereich allokierten Geldern stammen, aus vielleicht auch spekulativen Geld.
Ich glaube, es ist kein Zufall, dass Bitcoin seit einiger Zeit fällt.
Das hat nicht nur etwas mit Michael Saylor und Strategy zu tun, sondern auch damit, dass es momentan eben spannendere Narrative am Aktienmarkt gibt, als am Kryptomarkt, wo die Narrative immer dieselben sind.
Das wird eine Herkulesaufgabe, auch für die beteiligten Banken bei diesen IPOs, für die Unternehmen natürlich.
Und das wird auch der ultimative Test für die Aufnahmefähigkeit im Zusammenhang mit dem KI-Narrativ, gerade in Zeiten steigender Zinsen.
Jetzt gab es letzte Woche die vielleicht ein bisschen überraschende Meldung, dass SpaceX erstmal doch nicht in den S&P 500 Index kommen wird, sie ihre Regeln also nicht anpassen.
Wie relevant ist das, glaubst du, für den Börsengang?
Nein, also man sollte jetzt nicht so tun, als wenn der Börsengang von SpaceX auf dem Rücken von ETF-Sparern ausgetragen wurde.
Die sind sicherlich ein Faktor, was Anschlussnachfrage angeht, aber in jedem Fall sind ja die ETFs nicht gleich zu Anfang, wenn es um das IPO, also um den anfänglichen Aktienverkauf geht, dabei.
Insofern, das wäre schon ein immenser Treiber, der...
Sekundärmarkt-Nachfrage gewesen, wenn SpaceX da ein Fast-Entry in den S&P 500 gehabt hätte.
Aber da ist ja nun die Hürde zunächst mal ganz hoch.
S&P hat immer schon die Regel gehabt, dass neue Aktien erst nach zwölf Monaten in den Index aufgenommen werden können, dass sie einen Streubesitz von zehn Prozent mindestens brauchen und dass ein Unternehmen über die vergangenen vier Quartale hinweg vor der Indexaufnahme profitabel sein muss.
Und zwar nicht nach irgendwelchen selbst definierten Maßstäben, sondern Nettogewinn nach US-Gap.
Und davon ist SpaceX natürlich weit entfernt.
Insofern die Indexaufnahme, da sehen wir nicht, wo SpaceX dabei sein wird.
Das ist im Nasdaq 100 und zwar relativ schnell 15 Tage nach.
der Aufnahme des Handels.
Wobei man aber ja sagen muss, dass der Nasdaq 100 vom Volumen her viel kleiner ist als der S&P 500.
Also es gibt viel mehr ETFs und Fonds, die in den S&P 500 investieren oder den abbilden als den Nasdaq.
Genau, deswegen sollte man auch die Hysterie um die Rolle von ETFs im Rahmen dieses Basics Börsengangs mal ein bisschen runterkühlen.
Ja, im Nasdaq 100 wird es durch dieses neu adjustierte Regelwerk dazu kommen, dass SpaceX mit einem dreifach erhöhten Free Float einbezogen wird.
Das wird aber ungefähr auf Basis der aktuellen Zahlen darauf hinauslaufen, dass die Gewichtung ein Prozent ist.
Gehört also nicht zu den Top-Werten.
Aber wenn man sich mal das Volumen vom QQQ, also dem großen Nasdaq 100 ETF in den USA vergegenwärtigt, Das ist fast eine halbe Billion Dollar und ein Prozent davon sind immerhin fünf Milliarden Dollar, die dann an Aktien aggregiert werden müssen.
Im MSCI World und im FTSE All World ist das wesentlich geringer.
Da haben wir fünf beziehungsweise zehn Tage nach Handelsaufnahme den Fast Entry von SpaceX auf der Agenda stehen.
Und weil eben nur dieser relativ geringe Free Float relevant ist, wird die Gewichtung von SpaceX anfänglich irgendwo im Bereich von 0,1 Prozent liegen.
Das ist nicht viel, selbst auch dann in absoluten Zahlen, also an die globalen Indizes von MSCI, also World und Acquie, sind etwa 400 Milliarden Dollar gebunden.
Das heißt, da ist dann also eine Zusatznachfrage von 400 Millionen Dollar und das sollte der Markt ganz gut absorbieren können.
Und noch kleiner Nachtrag von mir.
Christian macht morgen Abend einen Livestream zum SpaceX IPO auf YouTube.
Also am besten unsere SpaceX Folge jetzt hören und morgen dann den Livestream auf dem YouTube Account von Scalable Capital.
Link dazu packen wir natürlich auch in die Beschreibung.
Offer me money.
Offer me power.
I don't care.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen oder gleich in der SpaceX Spezialfolge.
Bis dahin, alles Gute.
Adios.
