# Market Rotation, AI Capital Demands, and Retail Turnarounds

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-08

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 8.
Juli.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Auch für Kindergarten und im Prime Plus Broker gibt es sogar mehrere Partnerbanken, bei denen dann jeweils die einlange Sicherung greift.
Wir starten die SpaceX Börsengangswoche mit einer NBA-Aktie, einer Kaufhauskette und der Frage, wieso die Börse am Freitag so abgeschmiert ist.
Mit Blick auf den SpaceX IPO wird das, was jetzt kommt, die wahrscheinlich spannendste Börsenwoche des Jahres.
Aber wenn der Freitag dafür schon mal ein Indikator war, wie die Woche laufen wird, dann wird es leider keine gute Woche werden.
Ich habe ja letzte Folge schon erzählt, dass es am Donnerstag nach den eher enttäuschenden Zahlen von Broadcom eine Sektor-Rotation gab.
Investoren sind also eher raus aus Chip-Aktien und rein in stabile Aktien.
Am Freitag ging dann diese Sektor-Rotation noch krasser weiter.
Berkshire Hathaway, Walmart, Johnson & Johnson, Coca-Cola, Procter & Gamble und die ganzen anderen eher langweiligen großen Firmen haben deutlich zugelegt.
Dafür haben Nvidia, Broadcom, TSMC, Samsung, Meta...
Und die ganzen anderen eher gehypten Firmen über 5% verloren, der Nasdaq insgesamt sogar über 4%.
Und das war der größte Verlust seit dem Zollchaos Anfang 2025.
Krass war es auch beim Bitcoin, der ist sogar unter die Marke von 60.000 Dollar gefallen, das erste Mal seit Oktober 2024.
Aus meiner Sicht gibt es ein paar verschiedene Erklärungen dafür, was da am Freitag passiert ist.
Die erste Erklärung ist, dass sehr viele Investoren in den letzten Wochen Momentum-Trades gemacht haben.
Sie haben also Nvidia- oder Broadcom-Aktien nicht nur gekauft, weil sie langfristig an die Firmen glauben, sondern vor allem auch, weil die Aktien gut gelaufen sind und sie einfach auf den Trend aufspringen wollten.
Genau diese Momentum-Trader verkaufen aber auch wieder sehr schnell, wenn es mal nach unten geht.
Dadurch geht es dann noch stärker nach unten und es gibt eine Art Ketteneffekt.
Dass dazu einige von diesen Momentum-Tradern auch ganz gerne mit Hebel traden und sogar verkaufen müssen, hilft dann natürlich auch nicht.
Die zweite Erklärung ist, dass es am Freitag starke Jobmarktdaten aus den USA gab.
Und starker Jobmarkt heißt, die Zentralbank muss sich weniger Gedanken um die Wirtschaft machen.
und kann einfacher die Zinsen anheben oder zumindest nicht senken.
Und hohe Zinsen sind wiederum für Tech-Aktien ziemlich ungünstig, vor allem jetzt, wo sich viele verschulden, um eben Rechenzentren zu bauen.
Die dritte Erklärung für den Freitag ist der Börsengang von SpaceX.
Musk will ja relativ viele Anteile an Privatanleger geben, nämlich um die 30% der 80 Milliarden Dollar an Aktien, die er beim IPO verkaufen will.
Und gleichzeitig sieht man aber zum Beispiel, dass bei Charles Schwab, also einem der größten Broker in den USA, der Cashbestand der Kunden im Vergleich zum Portfolio auf dem tiefsten Stand seit 2019 ist.
Da gibt es also schon ein paar Investoren, die vielleicht wirklich per Aktien verkaufen müssen, um eben bei SpaceX zuzukaufen.
Trotzdem ist aus meiner Sicht am Ende der Momentumfaktor die wichtigste Erklärung für die schwache Performance am Freitag.
Man hat ja auch bei Alphabet gerade gesehen, dass sie 80 Milliarden Dollar an Aktien verkauft haben und das hat die Börse so gut wie gar nicht gejuckt.
Aber insgesamt ist es natürlich schon so, dass die großen Tech-Firmen gerade einfach sehr viel neues Geld wollen.
Nach SpaceX sollen ja auch noch Anthropic und OpenAI kommen und laut der Financial Times denkt auch Meta gerade drüber nach, genau wie Alphabet Aktien im großen Stil zu verkaufen, um eben neue Rechenzentren zu bauen.
Übrigens gab es mit Blick auf den SpaceX-Börsengang am Freitag noch eine gute und eine schlechte Nachricht.
Die schlechte ist, dass die Kollegen bei S&P ihre Regeln für den S&P 500 Index nicht anpassen werden und SpaceX dadurch erstmal nicht in den Index aufgenommen wird.
Dazu muss man wissen, dass Nasdaq und ein paar andere Indexanbieter ihre Regeln ja so angepasst haben, dass SpaceX eben schon in den Index kann.
Und das bedeutet jetzt auch, dass S&P 500 ETFs und Fonds nicht automatisch SpaceX kaufen werden.
Und das hätte laut Bloomberg zu ca.
14 Milliarden Dollar an Kapital geführt, das in die SpaceX-Aktien gepumpt worden wäre.
Also schon eine ziemlich relevante Summe, die da jetzt erstmal nicht in die Aktie fließt.
Soweit zur schlechten Nachricht.
Die gute Nachricht ist, dass SpaceX mal wieder einen Deal im KI-Bereich gemacht hat und für knapp 11 Milliarden Dollar im Jahr Rechenleistungen an Google vermieten wird.
Das ist jetzt schon der zweite große Rechenzentrums-Deal.
Den ersten gab es ja mit Anthropic für ca.
15 Milliarden im Jahr.
Spannend ist der Deal natürlich auch, weil Alphabet bzw.
Google einer der größten Aktionäre von SpaceX ist.
Und zwei andere gute Nachrichten aus der KI- und Tech-Welt habe ich noch dabei.
Die Kollegen beim Chip-Giganten Marvel und beim Elektronik-Auftragsproduzenten Flex wurden in den S&P 500 aufgenommen.
Beide Aktien sind in den letzten Wochen vor allem durch KI extrem gut gelaufen.
Und extrem gut gelaufen ist auch die Aktie von Raspberry Pi, obwohl ja die meisten Tech-Aktien am Freitag down waren, hat die um die 30% zugelegt.
Die kleinen Minicomputer von Raspberry Pi werden nämlich sehr stark gekauft, damit man dort eben KI-Modelle laufen lassen kann.
Und die Nachfrage ist so hoch, dass die Firma jetzt im ersten Halbjahr fast so viel Gewinn gemacht hat, wie Analysten für das ganze Jahr erwartet haben.
Für Sportfans sind ja gerade wirklich super Wochen, extrem spannendes French Open und ein sehr spannendes NBA-Finale.
Und genau zudem gibt es jetzt eine Aktie von Pascal.
Mehr als 10.000 Dollar sind heute Abend fällig, wenn ihr spontan einen Platz unter dem Dach des Madison Square Gardens haben wollt.
Denn die New York Knicks stehen das erste Mal seit 1999 in den NBA-Finals und empfangen die San Antonio Spurs zum Spiel 3.
Schon am Eintrittspreis sieht man, dass sich das für die Knicks richtig lohnt.
Wie Noah letzte Woche schon erwähnt hat, profitiert davon noch eine Firma an der Börse.
Die New York Knicks gehören nämlich Madison Square Garden Sports, kurz MSG Sports.
Nebenbei gehören zum Business noch das NHL Team der New York Rangers und zwei Ausbildungsteams.
Glaubt man Sportico, sind die New York Knicks fast 10 Milliarden Dollar wert und die Rangers fast 4 Milliarden Dollar.
Auf den ersten Blick ein spannendes Business.
Schaut man aber an die Börse, bewertet die MSG Sports nur mit 9 Milliarden Dollar, also über 40% Holdingabschlag.
Analysts nennen das liebevoll den Dolan-Discount, denn die Eigentümerfamilie Dolan hat sich lange geweigert, die Knicks und die Rangers in zwei Firmen zu splitten.
Mitte Mai hat MSG Sports jetzt aber angekündigt, genau das zu machen.
Das könnte sich lohnen, zum einen natürlich, weil die Teams dann vielleicht richtig bewertet werden, zum anderen, weil das Sportbusiness durch den sportlichen Erfolg zyklisch ist.
Dafür muss man sich die Zahlen aus dem Quartal von Oktober bis Dezember 2025 anschauen.
In diesem Quartal startet die Saison und MSG verbucht Season-Tickets und Hospitality-Plätze.
Der Umsatz ist da um 13 Prozent auf über 400 Millionen Dollar gestiegen.
Und das Plus ist eng damit verbunden, dass die Knicks in den letzten sechs Jahren fünfmal in den Playoffs waren.
Denn erreicht ein Team die Playoffs, ziehen die Preise für Tickets, Hospitality, Sponsoring und Verpflegung zur neuen Saison an.
Und das war dann auch im Quartal von Januar bis März wichtig.
Denn in diesem hatte MSG Sports fünf Sportevents weniger veranstaltet.
Trotzdem ist der Umsatz um zwei Prozent gestiegen.
MSG macht also pro Event mehr Kohle, eben wegen den Knicks.
Für mich hat das drei Gründe.
Nummer eins, die beschriebenen Preissteigerungen.
Nummer zwei, der 77 Milliarden Dollar NBA TV Deal, der seit dieser Saison läuft.
Und Nummer drei, die Knicks sind gerade Talk of the Town in New York.
Selbst Goldman CEO David Solomon hat auf LinkedIn seine Liebe zu den Knicks bekannt.
Viel wichtiger aber, New York ist der größte Medienmarkt der USA.
Und wie krass der Hype ist, sehen wir eben heute Abend.
Für MSG lohnt sich das richtig.
Denn glaubt man Analysten, dann haben die Nix während der Playoffs nicht nur eine operative Marge um die 55%, sondern nehmen in der Finalserie pro Heimspiel 20 Millionen Dollar ein.
Insgesamt sollen die Playoffs mit der Finalserie bis zu 180 Millionen Dollar gebracht haben.
Das gleicht den sportlichen Misserfolg der Rangers aus und wird der Firma einen Rekordumsatz von über einer Milliarde Dollar bescheren.
Vielleicht ist MSG Sports aber auch wegen des Dolan-Abschlags eine günstige Chance, beide Profiteams noch schnell vor dem Spin-Off zu kaufen.
Schließlich verhandelt die NHL auch gerade einen neuen TV-Deal mit dem Ziel, doppelt so viel Kohle kassieren wie bisher.
Aber bis dahin, go Knicks!
Für alle, die genau wie die Börse am Freitag bisschen weniger nach Tech und mehr nach bisschen langweiligeren Geschäftsmodellen suchen, hat heute Timon was dabei.
Berkshire Hathaway ist letztes Quartal für rund 55 Millionen Dollar bei Macy's eingestiegen.
55 Millionen sind natürlich nichts im Verhältnis zu dem 10 Milliarden Dollar Elferbett Deal oder dem fast 400 Milliarden Dollar Cashberg, aber Berkshire kauft damit knapp 1% am Unternehmen.
Und es ist das erste Investment in ein Kaufhaus, seitdem sie 1966 in Hochschild Kohn & Kohl investiert haben.
Und das, obwohl Buffett und Munger das Investment lange bereut hatten.
Viele Kaufhäuser mussten in den letzten Jahren schließen.
Sears hatte 2011 noch fast 3000 Läden.
Jetzt sind es nur noch 5.
Und Sex Global hat erst im Januar Insolvenz angemeldet und 60% seiner Stores geschlossen.
Davon scheint Macy's jetzt zu profitieren.
Bloomingdale, das ist die Luxus-Kaufhaus-Tochter von Macy's, hatte laut Jefferies die größte geografische Überschneidung mit den Stores von Sacks und letzte Woche sind Quartalszahlen rausgekommen und bei gleicher Filialanzahl konnte Bloomingdale seinen Umsatz um 10% steigern.
Und das, obwohl Luxus ja gerade schwächelt.
Laut CEO Tony Spring liegt das aber nicht nur an Sacks, sondern auch an neuen Luxusmarken wie Chloé, Isabel Marant und an neuen Events und mehr Ausgaben durch die besten Kunden.
So oder so führt Bloomingdale damit den Turnaround bei Macy's an.
Spring war, bevor er 2024 CEO von Macy's wurde, fast 40 Jahre bei Bloomingdale und will die Kaufhauskette umdrehen.
Bei Macy's hat er rund 150 von den schlechtesten Filialen geschlossen, die restlichen modernisiert und mehr Personal in die wichtigsten Bereiche gebracht.
Also Schuhe, Handtaschen, Umkleidekabinen.
Dadurch geht es auch bei der Hauptkette voran, wenn auch nicht ganz so stark wie bei Bloomingdale.
Mit knapp 2% Wachstum bei gleicher Filialanzahl konnte Macy's letzte Woche sein stärkstes erstes Quartal seit vier Jahren melden.
Das ist jetzt das vierte Quartal in Folge mit steigenden Umsätzen pro Filiale.
Davor ging es für zwölf Quartale bergab.
Fürs Gesamtjahr geht man aber trotzdem weiter von einem leichten Umsatzrückgang auf 22 Milliarden Dollar aus.
Grund ist, dass die Filialschließungen eben auch Umsatz kosten und falls Sex doch was mit dem starken Wachstum bei Bloomingdale zu tun hat, dann wird der Effekt irgendwann auch abnehmen.
Konkurrenz kommt von allen Seiten.
Chinesische Fast Fashion Anbieter wie Shein, Discounter wie TJ Maxx und natürlich Amazon.
Da kann man nachvollziehen, dass Macy's gerade mit einem KGV von unter 10 handelt.
Dadurch, dass die Renovierungen der Stores jetzt größtenteils durch sind und insgesamt auch weniger investiert werden muss, ist dafür aber auch mehr Cash frei geworden, das man in Dividende und Aktienrückkäufe stecken kann.
Hier gibt es für Aktionäre Rendite von über 6%.
Ein weiterer Grund für das Berkshire Investment könnte sein, dass Macy's die Immobilien von fast der Hälfte ihrer 660 Standorte besitzt, bei 200 sogar auch das Grundstück.
Das Research House CoStar schätzt den Immobilienbestand auf einen Wert von 8 bis 10,5 Milliarden Dollar.
Das ist mehr als der gesamte aktuelle Börsenwert von knapp 6,5 Milliarden.
Fairerweise gibt es aber auch noch 4 Milliarden Dollar Netto-Schulden.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in die Woche.
Alles Gute.
Adios.
