# AI Infrastructure: Balancing Digital Sovereignty and Sustainability

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-06-05

## Transcript

Happy Friday und herzlich willkommen zu Kollegin KI Snackbox.
Ich bin Max Muthenke und ich erzähle euch einmal, was diese Woche eigentlich so in Sachen KI News los war.
Und das ist im Grunde vor allem eine Sache und zwar KI und Nachhaltigkeit.
Es gibt einen UN-Bericht zu KI und Ressourcenverbrauch.
Die EU-Kommission hat sich geäußert.
Aber wir starten mal ganz klein in Jülich.
Jülich wurde nämlich diese Woche überdurchschnittlich oft für Jülicher Verhältnisse in den sozialen Medien erwähnt.
Und das hing vor allem damit zusammen, dass die Tagesschau berichtet hat, dass in Jülich jetzt Wasser gespart werden muss.
Es herrscht Dürre in Jülich.
Und die Jülicher und Jülicherinnen dürfen nicht mehr so oft das Auto waschen und den Garten wässern.
Relativ schnell gab es dann erste Kritik von Rechercheuren, so heißt das Wort, in den Kommentarspalten, die nicht nur herausgefunden haben, dass Jülich im rheinischen Revier liegt, also umgeben von Braunkohletagebauten ist, die von RWE betrieben werden und die Milliarden Liter Wasser im Jahr verbrauchen, sondern auch von Rechenzentren beziehungsweise plant Microsoft dort Rechenzentren zu bauen.
Über zwei Milliarden werden da investiert und Rechenzentren verbrauchen ganz schön viel Wasser.
KI verbraucht viel Wasser.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum, wofür braucht KI Wasser?
Das hängt einfach mit der Kühlung von diesen Rechenzentren zusammen.
Die Chips laufen heiß, die müssen gekühlt werden und dafür wird in der Regel Wasser benötigt.
Jetzt muss man das Ganze ins Verhältnis setzen vielleicht, ohne es schönreden zu wollen.
Aber die Braunkohle, ich habe mal so ein paar Zahlen rausgesucht, die Braunkohle im rheinischen Revier verbraucht so 580 Milliarden Liter Wasser pro Jahr, laut RWE.
Und so ein Rechenzentrum, wenn wir mal das Google-Rechenzentrum in Iowa nehmen zum Beispiel, dafür gibt es belastbare Zahlen, das verbraucht ungefähr 3,8 Milliarden Liter Wasser.
580 Milliarden versus 3,8 Milliarden pro Rechenzentrum, das ist ein Verhältnis von 150 zu 1.
Trotzdem ist das natürlich eine ganze Menge und man sollte sich überlegen, wo man die blöden Dinger denn hinstellt, denn wir brauchen sie.
So blöd es ist, es gibt diesen Zielkonflikt und das hat die EU-Kommission.
gesagt, die hatten mich ihren Plan vorgestellt, wie sie Europa zum KI-Kontinent machen möchte.
Hintergrund ist der, dass wir zu abhängig sind von US-Tech.
Ihr kennt es selbst, man schätzt so 80 Prozent der Infrastruktur wird eigentlich in den USA gebaut, die wir hier nutzen.
Und das möchte die EU-Kommission ändern, um natürlich digital souveräner hier auf dem Kontinent zu werden und zum anderen um so Problem vorzugreifen wie dem plötzlichen Ausschluss von US-Tech, wenn man irgendwas Kritisches über die Regierung gesagt hat.
Ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen.
Ihr habt es wahrscheinlich auch mitbekommen.
Und um da so eine gewisse Informationsfreiheit zu gewährleisten und natürlich nicht immer für jeden verdienten Euro die Hälfte irgendwie in den USA zu überweisen mit Technologie, will man in Europa aufstocken, was das Ganze angeht.
Und dazu zählt vor allem natürlich auch Infrastruktur.
Bedeutet, wir sind jetzt zu einem Punkt angelangt, wo die Regulierung durch den AI-Eck mehr oder weniger erstmal abgeschlossen ist und wir kümmern uns jetzt um den Ausbau.
Und eines der großen Probleme ist, dass wir in Deutschland derzeit etwa sieben Jahre Bauzeit pro Rechenzentrum brauchen.
Sieben Jahre.
ChatGPT ist zum Vergleich dreieinhalb Jahre alt.
Also wenn wir jetzt hier ein Rechenzentrum planen, ist das irgendwie in zwei ChatGPT-Zeiten.
Ich kann das sagen, ich sage das einfach fertig.
Und das ist natürlich viel zu langsam.
Deshalb plant die EU oder schlägt vor, so gewisse Sonderzonen einzurichten, wo Bauprozesse beschleunigt stattfinden dürfen.
Und das führt natürlich gerade im Hinblick auf Jülich und auf den Energieverbrauch von Rechenzentren und Wasserverbrauch vor allem zu Fragen.
Wie stellen wir sicher, dass die Dinger halt nicht in ohnehin schon ausgetrockneten Regionen stehen, beziehungsweise dass die mit entsprechend erneuerbaren Energien versorgt werden können?
Denn während in den USA Rechenzentren in der Regel einfach mit neuen Gaskraftwerken befeuert werden, wollen wir hier natürlich Klimaneutralität.
Und wenn man so ein Rechenzentrum mit grüner Energie betreiben könnte, dann wäre das natürlich deutlich hilfreicher.
Genauso wie wenn man die...
dass die Wärme, die von so einem Kraftwerk abgeht, von so einem Rechenzentrum, wenn man die tatsächlich auch an Fernwärmenetze anschließen könnte.
Also es gibt so ein paar Überlegungen und die hat sich die EU-Kommission auch gemacht.
Sie möchte vor allem Transparenzpflichten einführen, also wie viel Energie eigentlich so ein Rechenzentrum verbraucht.
Sie möchte natürlich so ein Nachhaltigkeitslabel drauf, also sie möchte gucken, Wie wird hier im Grunde mit Energie umgegangen?
Wo kommt die her?
Wo geht die hin?
Und so weiter und so fort.
Und das ist tatsächlich eine große Herausforderung.
Also wir haben den Zielkonflikt, zum einen digital unabhängiger zu werden.
Das bedeutet, wir brauchen mehr digitale Infrastruktur.
Und wir haben natürlich das Ziel, klimaneutral zu werden, beziehungsweise mehr auf erneuerbare Energien zu setzen.
Und da kommen sich Rechenzentrumsbau und Klimaziele so ein bisschen in die Quere.
können wir gespannt sein, wie das Ganze umgesetzt wird.
Auf der anderen Seite gibt es so einen UN-Bericht, den ich ja schon anfangs angesprochen habe, der sagt, dass...
Strom- und Wasserverbrauch der Rechenzentren bis 2030 verdoppelt werden.
Also dass KI einen extrem großen Fußabdruck hat, einen ökologischen.
Wir brauchen Strom, wir brauchen Wasser, wir brauchen natürlich dann auch irgendwie Chips dafür.
Das heißt, die müssen aus Rohstoffen gewonnen werden.
Auch da möchte die EU-Kommission ja mehr in Europa bauen und natürlich am Ende auch die Infrastruktur.
Und das kostet natürlich eine ganze Menge.
Ja, es ist eine Herausforderung.
Es ist einer großen, ungelösten Probleme, würde ich sagen, die KI mit sich bringt.
Nutzen alle KI ohne Ende, verbrauchen aber sau viel Energie dabei.
Ich mache gerne das Beispiel für Bildgenerierung.
Ein Bild, das ihr mit KI generiert, irgendwie in Chatchipiti oder irgendwie Chatchipiti, Boomerwort des Jahres übrigens, finde ich großartig.
Danke Levi.
Chatchipiti, wenn ihr mit Chatchipiti ein Bild generiert, dann verbraucht das so viel Energie wie eine volle Akkuladung von einem modernen Smartphone.
Also von 0 auf 100 Prozent.
Das finde ich schon krass.
Puff, ist das weg.
Auch über die eigene Nutzung kann man sich da durchaus mal Gedanken machen, um vielleicht was dazu beizutragen, wenn auch im kleinen Rahmen, dass wir das Nachhaltigkeitsproblem der KI zumindest angehen.
Und die letzte News gucken wir nochmal in die USA.
Ich hatte letzte Woche schon darüber berichtet, dass Sam Altman gesagt hat, er muss seine Behauptung revidieren, weil er damals behauptet hat, Jobs.
Gehen ja im Grunde jetzt alle flirten, weil KI kann das alles erledigen.
Und ihm ist dann aufgefallen, dass das eben doch nicht der Fall ist, weil wir ja auch soziale Wesen sind und Arbeit nicht nur effizient ist, sondern auch soziales Zusammensein unter anderem.
Glückwunsch nochmal zu der Erkenntnis, Sam.
Und Dario Amodei zieht jetzt nach und hat ebenfalls gesagt, ja, irgendwie die Jobapokalypse durch KI, die bleibt irgendwie aus.
Und auch ich muss sagen, habe ich mich wohl geirrt.
Der hat sich damals nämlich auch gerne auf Bühnen gestellt und das behauptet.
Und das Ganze ist jetzt natürlich keine neue News, aber es zeigt so ein bisschen und darauf hat mich Yasemin Ifilodu gebracht.
Ihr kennt sie, sie war meine allererste Gästin bei KollegIn KI in Folge 1 als Ethikexpertin.
Darauf hat sie mich gebracht.
Sie sagte, wir müssen uns tatsächlich fragen, ob nachhaltige beziehungsweise verantwortungsvolle Nutzung von KI nicht auch in verantwortungsvoller Kommunikation.
schon beginnt.
Das heißt, inwiefern man sich als Tech-Bro dann irgendwie auf Bühnen stellen kann und sagen kann, ja Leute, das war's, ihr werdet alle arbeitslos und damit Märkte verunsichert, Menschen verunsichert, Ängste schürt, einfach um dann irgendwie so ein Jahr später zu sagen, ja, habe ich mich wohl geirrt, sorry, ist doch alles gar nicht so schlimm.
Das heißt, sie beleuchtet diese ethische Seite dieser Aussage und stellt aus meiner Sicht völlig zu Recht einmal in Frage, inwiefern wir eigentlich diesen ganzen CEOs dann noch vertrauen sollten in Zukunft, inwiefern wir denen vielleicht auch eine Bühne in großen Tageszeitungen und so als Headline-Geber geben sollten, wenn doch die Wissenschaft, und das ist tatsächlich der Punkt, eigentlich gar kein Zusammenhang zwischen KI-Ausbau und...
Jobverlust sieht.
Es gibt keine Studie, die das tatsächlich nachweislich gezeigt hat.
Ja, vielleicht sollten wir in Zukunft mehr auf die Wissenschaft vertrauen oder zumindest kritischer gegenüber diesen Aussagen von großen Tech-CEOs sein.
Wir werden das alles weiter beleuchten.
Alle Quellen zu dem Ganzen, natürlich auch zum Wasserverbrauch von KI und Braunkohle, packe ich euch in die Show Notes.
Könnt ihr gerne nochmal nachlesen.
Ich bedanke mich sehr herzlich fürs Zuhören diese Woche.
Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen up-to-date halten, auch wenn es im Grunde jetzt nur ein großes Themengebiet war.
Aber ich glaube, das ist wichtig und da sollten wir uns deutlich mehr mit befassen, denn es ist ein Riesenproblem.
Und ja, ich denke, wir hören uns dann am Dienstag zur Kollegin KI.
Ich kann nicht mal meinen Podcast aussprechen.
Guck mal, es ist ja jede Woche das Gleiche.
Wir hören uns am Dienstag zur Kollegin KI.
Redaktionsschluss war 4.6.
ab 15.52 Uhr.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Bis dann.
Ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
