# SpaceX IPO Strategy and Broadcom's Infrastructure Bottlenecks

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-05

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 5.
Juni.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flat Trade, Krediten, Portfolioanalysen und natürlich...
der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Wir schauen uns zum Abschluss der Woche an, wieso die Enttäuschung nach den Broadcom-Zahlen so groß war, wie man mit Sachbezügen ein Milliarden-Business baut.
Und davor gibt es natürlich noch die aktuellen News.
Außerdem schon mal der Hinweis, morgen kommt hier eine Highlight-Folge, nämlich ein Interview mit dem Finanzchef von Hensoldt.
Gestern war so ein klassischer Fall von einem Phänomen, das man im Börsenlingo Sektorrotation nennt.
Investoren sehen also in einer Branche nur noch begrenztes Potenzial oder größere Risiken und schichten deshalb in andere Branchen um.
Gestern war es zum Beispiel so, dass durch die neuen Zahlen von Broadcom, über die wir gleich noch sprechen werden, viele Chip-Aktien verloren haben.
Dafür sind aber andere Aktien gestiegen, zum Beispiel Software-Aktien, SAP, Nemet Check, Scout24 haben alle um die 5% zugelegt in Deutschland.
Und auch in eher langweiligen Branchen und eher langweilige Aktien wie Visa, United Health oder Roche haben deutlich zugelegt.
Sehr gut gelaufen sind außerdem Finanzaktien, zum Beispiel auch Private Equity Aktien wie Blackstone oder die Schweizer Partners Group, obwohl die beiden schon wieder berichtet haben, dass Kunden aus zwei von ihren Fonds in letzter Zeit zu viel Geld abziehen wollten.
und sie das deshalb limitieren mussten.
Dazu, dass die Aktien trotzdem gestiegen sind, muss man aber auch wissen, dass beide bisher in diesem Jahr schon über 20% verloren haben.
Die Stimmung war da also schon schlecht und Investoren haben da eher eine klassische Beide-Dip-Wette gestern gemacht.
Alles andere als ein Beide-Dip-Thema ist der anstehende Börsengang von SpaceX und da gab es ein paar spannende Anekdoten.
Und zwar fragt man sich ja schon, wie SpaceX mit gerade mal 19 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Jahr die Bewertung von über 1700 Milliarden Dollar rechtfertigen will.
Klar gibt es auf der einen Seite viele Musk-Fans, aber es gibt auch genug Profi-Investoren, mit denen die zuständigen Investmentbanker über den Deal sprechen und wie die das machen, kam gestern teilweise raus.
Die Kollegen bei Goldman Sachs pitchen zum Beispiel, dass der KI-Umsatz von SpaceX von aktuell 3 Milliarden auf 320 Milliarden in 2030 steigt.
Die Sparte mit den Raketen soll übrigens bei Weipen nicht so schnell wachsen, die soll 2030 nur 8 Milliarden umsetzen und damit doppelt so viel wie letztes Jahr.
Spannend ist außerdem, dass man beim Börsengang ja normalerweise mit einer Preisspanne in Investorengespräche gilt.
SpaceX hat aber schon jetzt vor den Gesprächen einen Preis von 135 Dollar je Aktie festgelegt und damit eben eine Bewertung von 1770 Milliarden Dollar.
SpaceX scheint also sehr überzeugt zu sein, dass die Nachfrage eh hoch genug ist und will sich den Prozess mit dem Fixpreis vereinfachen.
Und spannend fand ich außerdem noch, dass Jamie Dimon, also der legendäre JP Morgan CEO, der ja eigentlich bekannt ist, ein bisschen konservativer zu sein, am Donnerstag eine Live-Diskussion für 2500 wohlhabende Kunden der Bank rund um den SpaceX-IPO führen wird, auch mit hochrangigen Managern von SpaceX.
Übrigens macht auch die Bank of America so ein Event sogar für 5000 der wohlhabendsten Kunden.
Die Banken geben da also richtig Gas, um die 75 Milliarden Dollar an Aktien zu verkaufen.
Auch ordentlich Aktien verkauft hat der österreichische Gasmotorenhersteller Inio.
Der ist gestern in den USA an die Börse und das zu einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar.
Und für um die 16 Milliarden Dollar hat außerdem die Quantencomputerfirma Quantinium ihren Börsengang gehabt.
Beide Aktien sind zum Start übrigens auch nochmal über 10 Prozent gestiegen.
Keinem Börsengang, aber auch eine Deal News hat die Aktie von Manchester United 10% ins Plus geschickt.
Die Eigentümerfamilie Glazer bzw.
einzelne Teile der Familie diskutieren nämlich darüber, ob sie teilweise ihre Aktien verkaufen wollen.
Und das könnte dazu führen, dass ein Investor nicht nur den Anteil der Familie abkauft, sondern eben versucht, den ganzen Club zu kaufen und davon könnte man dann auch als Aktionär profitieren.
Übrigens sind gerade generell gute Zeiten für Sportaktien.
Die New York Knicks haben ja gestern das erste Spiel im NBA-Finale gewonnen und die Aktie von ihrem Eigentümer Madison Square Garden Sports ist danach gestern 2% gestiegen, seit deren Anfang sind sie jetzt schon 50%.
Aber ich habe leider nicht nur gute Nachrichten dabei.
Universal Music hat zum Beispiel 5% verloren, weil Bill Eggman, also der legendäre Investor, seinen Übernahmeversuch der Firma gestoppt hat.
Deutlich mehr als 5% hat dann noch PVH verloren.
Das ist die Firma hinter Tommy Hilfiger und Kevin Klein.
Die ist 20% abgeschmiert.
Sie haben nämlich ihre Prognose gesenkt und sehen als Grund dafür vor allem den Irankrieg.
Und zum Abschluss noch eine bisschen absurde Meldung aus der Burgerwelt.
Und zwar hat der Shake Sharks CEO am Donnerstag erzählt, dass ihnen letztes Quartal 3000 Rippchen gestohlen wurden, also ein ganzer Truck voller Rippchen.
Das war vor allem bitter, weil das Boneless Rib Sandwich, das sie gerade erst eingeführt hatten, sich ziemlich gut verkauft hat.
Sonst läuft es bei Shake Shack übrigens nicht so gut, auch weil sie unter den gestiegenen Rindfleischpreisen leiden.
Alle reden gerade über KI, Quantencomputer und Weltraum.
Timon redet über Sachbezüge.
Gerade in Großstädten gibt es gerade einen riesen Boom um geförderte Fitnessprogramme wie eGym, wo der Arbeitgeber einen Teil dazu zahlt und man dann in Fitnessstudios zu Sportkursen und so weiter kann.
Dass davon unter anderem die polnische Firma Benefit Systems profitiert, hatten wir schon vor ein paar Monaten im Podcast.
Aber es gibt diese Systeme der Mitarbeiter-Benefits ja auch nicht nur für Fitnessstudios.
Ich habe heute eine Firma ausgegraben, die sowas in einem anderen Bereich anbietet und damit jeden Tag das Mittagessen von zig Millionen Menschen abwickelt.
Genau wie beim Fitness-Thema zahlt der Arbeitgeber einen Teil, der Arbeitnehmer zahlt einen Teil, der Benefit-Partner, also bei Essensgutscheinen zum Beispiel das Restaurant, zahlt auch und in vielen Ländern gibt es dann noch Steueranreize vom Staat.
Und zwar geht es um Edenred, die sind laut S&P Global mit weltweit 50% Marktanteil der größte Player in dem Markt und das Netz von Partnerfirmen und Arbeitgebern ist extrem schwer zu kopieren, weil man ohne Partnerfirmen keine Arbeitgeber kriegt.
Und ohne Arbeitgeber keine Partnerfirmen.
Deshalb gibt es meist nur wenige Player in einem Markt.
Neben dem 6 Milliarden Dollar schweren Edenred zum Beispiel noch das kleinere Plaxi, die haben weltweit 25% Marktanteil und sind in manchen Ländern Edenred sogar voraus.
Beide Unternehmen konnten ihren Umsatz über die letzten 5 Jahre mit im Schnitt knapp 15% pro Jahr steigern.
Und das mit kaum Schulden und bei operativen Margen von ca.
30%.
Trotzdem ging es für beide Aktien in den letzten 2,5 Jahren knapp 60% nach unten.
Grund ist, dass die Firmen ihre Marktposition ausgenutzt haben und in Italien zum Beispiel die Restaurantgebühren auf bis zu 20 Prozent vom Gutscheinwert gestiegen sind.
In einem Land, in dem viele Restaurants unter Druck stehen, war das politisch nicht mehr haltbar.
Seit September 2025 hat die Regierung eine Obergrenze von 5 Prozent eingeführt.
Gleichzeitig wurde aber die Höhe für steuerfreie Gutscheine pro Tag von 8 auf 10 Euro erhöht.
Das führt dafür dann zu mehr Volumen und zeigt auch, dass der Staat nicht komplett gegen das Programm ist.
Trotzdem hat Eden Red seine Marktposition ausgenutzt, um die Deckelung der Gebühren zu umgehen.
Das hatte Wettbewerbsbehörde in Italien nicht gefallen und die hat eine Untersuchung eingeleitet.
Und Italien ist nicht das einzige Land, wo die Regierung eingeschritten ist.
In Brasilien war es noch krasser.
Die Regierung hat nicht nur eine Gebühren-Obergrenze von nur 3,6 Prozent eingeführt, sondern auch kürzere Zahlungsfristen und verlangt, dass Gutscheine auch bei der Konkurrenz eingelöst werden können.
Die kürzeren Zahlungsfristen treffen Edenred, weil zwischen dem Moment, in dem der Arbeitgeber Geld überweist und dem Moment, in dem der Angestellte am Mittagstisch sitzt, meist ein paar Wochen vergehen und in der Zeit das Geld für die Gutscheine verzinst auf Edenreds Konto liegt.
Das war vor allem in Brasilien attraktiv, weil die Zinsen da über 10% liegen.
Das sind jetzt nur zwei Länder und bei der ganzen regulatorischen Thematik geht es aktuell nur um die Essensgutscheine und das Zinseinkommen.
Die Firma hat aber unter anderem auch Tankgutscheine, Geschenkgutscheine und Wellnesskarten.
Weltweit macht das Zinseinkommen 8% vom Umsatz aus und der Umsatz mit den Essensgutscheinen in Brasilien und Italien liegt zusammen bei 20%.
Wenn beide Länder und das gesamte weltweite Zinseinkommen komplett wegfallen würden, wären das trotzdem nur 30% vom Umsatz.
Die Aktie ist seit den ersten Meldungen zu den Problemen wie gesagt 60% gefallen und das KGV liegt nur noch bei 11%.
Der Schnitt der letzten 10 Jahre liegt bei über 30%.
Investoren haben nämlich Angst, dass andere Länder folgen könnten und auch Gesetze einführen.
die das Business schwieriger machen.
Ich habe ja letzte Folge schon kurz gesagt, dass die neuen Zahlen von Broadcom nicht ganz so gut angekommen sind und die Aktie nach Börsenschluss erstmal leicht verloren hat.
Gestern hat sie dann sogar mehr als leicht verloren, nämlich um die 15%.
Und bei Broadcom heißt es einfach mal, dass sie ca.
300 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren haben, also mehr als die wertvollste deutsche Firma Siemens insgesamt wert ist.
Was hat die Börse da also gestern so nervös gemacht?
Erstmal waren die Zahlen an sich, wie gesagt, ziemlich gut, die Erwartungen waren aber einfach noch höher.
Konkret ist zum Beispiel der KI-Umsatz um über 140% gewachsen auf 11 Milliarden Dollar und er soll dieses Quartal sogar 200% wachsen, also noch schneller.
Dazu meinte Broadcom noch, dass sie alleine im letzten Quartal 30 Milliarden Dollar an neuen Aufträgen hatten.
Das bekannte Book-to-Bill-Ratio, also Aufträge im Verhältnis zum Umsatz, liegt also bei 3, was schon ziemlich extrem ist.
Das zeigt ja auch, dass die Nachfrage nach KI-Chips weiter ziemlich stark anzieht.
Genau da könnte aber eine Aussage von Broadcom-CEO die Stimmung gestern gedrückt haben.
Man fragt sich ja nämlich, wieso Broadcom so viel mehr Aufträge kriegt, als sie Umsatz machen und wieso sie die Aufträge nicht viel schneller in Umsatz verwandeln.
Und der Grund ist laut Broadcom eben nicht, dass sie ein Problem haben, genug Chips zu kriegen von TSMC zum Beispiel.
Das Problem ist eher, dass die Kunden die Chips gar nicht für jetzt bestellen, sondern erst für in ein paar Jahren.
Und der Grund dafür ist, dass Meta, Google und die ganzen anderen immer mehr sehen, dass der Bau der Rechenzentren und die Energie dafür zu kriegen, einfach der wirkliche Engpass ist und das im Zweifel Monate oder Jahre dauert.
Und wenn sie dann die Rechenzentren gebaut haben, wollen sie auch die Chips haben und die bestellen sie eben schon jetzt.
Aber der wirkliche Engpass und damit auch der Engpass für das Wachstum von Broadcom sind eben die Rechenzentren und die Verfügbarkeit von Energie.
Und das erklärt dann auch, wieso Broadcom trotz der vielen Aufträge seine KI-Umsatzprognose fürs nächste Jahr nicht angehoben hat.
Das sollen weiter um die 100 Milliarden Dollar sein.
Dazu kommen dann nochmal um die 50 Milliarden Dollar an anderen Umsätzen.
Wenn man jetzt mal auf die Bewertung schaut, dann glauben Analysten, dass von diesem Umsatz im nächsten Jahr ca.
90 Milliarden als Nachsteuergewinn hängen bleiben.
Das ergibt bei der aktuellen Bewertung ein KGV von knapp 20.
Nvidia kommt bei demselben Wert auf 17, ist also günstiger bewertet.
Aber bei Nvidia ist der KI-Bereich letztes Quartal nur 90% gewachsen und eben nicht wie bei Broadcom 140%.
Dazu muss man fairerweise auch sagen, dass Broadcom eine ziemlich hohe Abhängigkeit von den Chips hat, die sie gemeinsam mit Alphabet entwickeln.
So ein zentrales Risiko hat Nvidia wiederum nicht.
Insgesamt sind es aber beides Bewertungen, die bei normalen Firmen mit so einem Wachstum total normal oder sogar günstig wären.
Im KI-Bereich ist aber halt der Spezialfall, dass diese Firmen, also Broadcom und Nvidia, so ungewöhnlich hohe Margen haben.
Und die große Frage ist, ob diese Margen in 5 oder 10 Jahren irgendwann massiv runterkommen, wenn die Engpässe in der KI-Welt nicht mehr ganz so groß sind und es generell mehr Konkurrenz gibt.
Denn damit eine Firma wirklich das 20-fache von ihm Gewinnwert ist, muss sie den Gewinn ja auch paar Jahre für mich als Aktionär erwirtschaften.
Und wenn eben sehr viel Unsicherheit da ist, ob die Gewinne in 10 oder 15 Jahren noch annähernd so groß sind, zahle ich auch eine geringere Bewertung.
Und das erklärt so ein bisschen, wieso die Erwartungen bei Broadcom deutlich höher sind, als man denken würde, wenn man nur aufs KGV schaut.
Genießt du diesen besonderen Tag, Kleiner?
Ich erwarte nichts und bin dennoch enttäuscht.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns dann morgen wieder zur Deep-Dive-Folge.
Bis dahin, alles Gute, adios.
