# AI Hardware Rally vs. Oil Market Risks

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-06-03

## Transcript

Guten Morgen, ich bin Zoya Schatulowitsch, Politico's Chief EU Correspondent und der host von der Daily Show, den Brussels Playbook Podcast.
Brussels runs on a few things.
Briefings, backroom deals, the occasional online summit, and a hell of a lot of caffeine.
Most of it never makes the headlines, but it does shape everything.
So every morning, Monday through Thursday, I'll tell you what's really going on in the corridors of power of the Berlamont.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über Marvels Jensen-Wang-Moment, Infineons historischen Rekord und die Disruptionsangst bei den Börsenbetreibern.
Im Thema des Tages erklären wir euch, warum die Börsen-Rallye in zwei Wochen ganz abrupt enden könnte.
Und in der AAA-Idee stellen wir euch einen globalen KI-Enabler aus Leoben-Hinterberg vor.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Mittwoch, der 3.
Juni und wir wünschen euch einen elektrisierten Start in den Tag.
Ja, elektrisiert, weil die Börse weiter unter Strom steht.
Die Wall Street hat ihre Rekordjagd fortgesetzt, aber die Dynamik war nicht überall gleich.
Der Markt wurde vor allem von KI-Hardware, Halbleitern und Rechenzentrumswerten getragen.
Software wurde dagegen verkauft und Bitcoin hat einen deutlichen Rückschlag erlebt.
Der S&P 500 schloss 0,1 Prozent höher bei 7.610 Zählern.
Der Nasdaq 100 legte 0,5 Prozent zu auf 30.661 Punkte.
Das Ganze dann auch bei etwas überdurchschnittlichen Handelsvolumen.
Es war also alles in allem ein positiver Handelstag, aber kein ganz einfacher.
Tja, und das eigentliche Thema, das war wieder KI.
Marvell sprang um 33 Prozent nach oben, nachdem ein Video-Chef Jensen Lang das Unternehmen als möglichen nächsten Billionen-Dollar-Kandidaten geadelt hatte.
Man muss wissen, die Firma ist jetzt 254 Milliarden Dollar wert.
Da würde also noch eine Vervierfachung gehen und nachbörsig ging auch schon mal weiter 9% drauf.
Hewlett Packard Enterprise, die gewann 20% nach starken Zahlen, da hatten wir gestern schon von berichtet.
Und Broadcom, bevor die heute Zahlen vorlegen, die legten schon mal 5% zu.
Dazu kamen viele Zulieferer und Ausrüster rund um Rechenzentren Applied Materials, Lumentum, Coherent, Qualcomm, OnSemi und Lattice.
Der Markt spielt weiter die These.
Die KI-Investitionswelle, die wird nicht unbedingt höher, aber breiter.
Und das zeigt sich ja auch im Anlagefaktor Momentum.
Der Goldman Sachs Momentum Korb, der stieg um 7 Prozent.
Und das war der größte Tagesgewinn, den dieser Korb je gesehen hatte.
Und auch wenn man mal so einen breiten Momentum Faktor ETF sich anschaut, wie den MSCI World Momentum Faktor, der gewann mehr als 2 Prozent.
Ja, aber es gibt auch die andere Seite.
Alphabet will.
80 Milliarden Dollar frisches Eigenkapital aufnehmen, um KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Nach vielen Jahren, in denen die Kalifornier Aktien zurückgekauft haben, also das Gegenteil gemacht haben.
Und das wirft jetzt eine wichtige Frage auf.
Wenn selbst Google für den KI-Ausbau Kapital aufnehmen muss, wie teuer wird dieser Boom dann wirklich?
Die Alphabet-Aktie fiel um...
3,9 Prozent.
Wahrscheinlich ist es auch ein guter Teil, darauf zurückzuführen, dass es keine Aktienrückkäufe mehr gibt.
Und das ist natürlich für so eine Aktie immer sehr misslich, wenn man sich an sowas gewöhnt hat.
Und KI bleibt zwar der Wachstumstreiber auch für dieses Unternehmen, aber...
Diese Rallye wird eben immer kapitalintensiver und früher waren die großen Tech-Konzerne vor allem Cashflow-Maschinen und Capital Light und jetzt werden sie zu massiven Investoren in Rechenzentren, in Chips, in Strom, in Kühlung und Netzwerke.
Das ist zwar für die Ausrüster gut.
Aber für die Bewertung der Plattformen, wenn die eben mehr Capital Heavy sind und nicht mehr so light, ist das natürlich schwieriger.
Und Google war nicht die Einzige, die ins Minus rutschte, sondern Amazon verloren 1,8 Prozent, Microsoft 4,2.
Und selbst diese Neo-Cloud-Anbieter wie Corby 4,5 und Nebius, die waren noch am Anfang im Plus, aber irgendwann waren sie auch im Minus, nämlich 1,5 Prozent im Minus.
Und deshalb war dieser Dienstag auch so klar untergliedert.
Hardware wurde gekauft.
Hyperscaler wurden verkauft.
Naja, und auch Software stand nach den starken Vorwochen mal wieder unter Druck.
Salesforce, ServiceNow, Intuit, Workday und TradeDesk, die gaben alle ab.
Na gut.
Marktteilnehmer zufolge waren das vor allen Dingen Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rallye.
Nachbörsig zeigt aber Palo Alto Networks, dass Software nicht gleich Software ist.
Da wird ja auch manchmal so K-shaped Software gesprochen.
Die Aktie, die stieg nach Zahlen in der Spitze um 10 Prozent.
Besonders stark war das Geschäft im Next Generation Security Segment und das Management verwies auf Kunden, die ihre KI-Anwendungen absichern müssen.
Allerdings schrumpften die Kursgewinne dann auch wieder auf...
2% plus im Laufe des nachbörslichen Handels.
Auch GitLab lieferte ordentliche Zahlen.
Die Erlöse stiegen um 23%.
Das Ergebnis fiel besser aus als erwartet.
Die Margen waren höher und der Ausblick wurde leicht angehoben.
Gleichzeitig streicht das Unternehmen aber rund 14% der Stellen.
Das war praktisch der Software-Mix, den der Markt schon sehen will in dieser Zeit.
KI-Story.
Wachstum, aber auch Kostendisziplin.
Die Aktie machte dann kurzfristig einen Sprung nach oben, lag später aber...
6% im Minus.
Und dann gab es noch Zahlen von Alter Beauty, das ist ja so eine Art amerikanisches Douglas, die überzeugten eigentlich, der Gewinn lag klar über Erwartungen, die Margen waren besser, der Jahresabblick wurde angehoben und das ist ein Hinweis darauf, dass der US-Konsument weiter selektiv, aber nicht schwach ist und das war ja auch mal eine Warren Buffett-Ultra Beauty, aber die hat er inzwischen wieder verkauft.
Ja, also die Makro-Zahlen, die waren gestern nicht Unwichtig, aber sie stand nicht wirklich im Mittelpunkt.
Die JOLZ-Daten, die zeigten mehr offene Stellen als erwartet und weniger Entlassungen.
Das spricht weiter für einen robusten Arbeitsmarkt in den USA.
Für Aktien ist das auch kurzfristig stützend, aber für die Fed nicht unbedingt bequem.
Ganz genau.
Und am Freitag gibt es ja dann die großen Arbeitsmarktsalbersee.
Wir sehen, wie die ausfallen.
In Europa, da war die Stimmung freundlich.
Der DAX, der stieg um 0,5 Prozent auf 25.124 Punkte.
Auch hier war Technologie der Treiber besonders stark.
Es waren Halbleiter, Ausrüster und Werte mit Bezug zu Rechenzentren.
Infineon war der auffälligste Gewinner im DAX.
Die Aktie der Siemens-Ausgliederung von 1999 stieg um 9,5 Prozent und war eben auch einer der klassischen Halbleiter-Profiteure.
Und, was total spannend war, damit wird das alte Allzeithoch von 83 Dollar nach 26 Jahren egalisiert.
Also dieses 2000er-Hoch haben wir jetzt wieder eingestellt.
Die Aktie stieg nämlich über die 83 Dollar von damals.
Dann gab es noch weitere, ja, Wahnsinn, oder, dass es das noch gibt.
Und dann gab es noch weitere Halbleiter-Titel, also Titel, die so ein bisschen Halbleiter-Feeling haben.
Süß Microtab, die gewann.
Knapp sieben Prozent und auch das passt eben zur Stärke bei Halbleiterausrüstern.
Wenn mehr Kapazitäten gebraucht werden, profitieren nicht nur Chip-Designer, sondern auch Unternehmen, die entlang dieser gesamten Produktionskette liegen.
Ja und die frühere Mutter von Infineon, Siemens, legte zeitweise um mehr als zwei Prozent zu.
Der Konzern wird zunehmend auch als Gewinner des Infrastruktur-Booms gesehen.
Automatisierung, Elektrifizierung, Netztechnik und Rechenzentrum sind Themen, bei denen die Münchner eine Rolle spielen.
Pehl litt dagegen auch unter den Gewinnennamen bei Software und Bayer verlor 2,9 Prozent.
Belastet haben da neue Sorgen rund um die Glyphosat-Rechtsrisiken.
Analysten verwiesen auf mögliche Schwierigkeiten bei der Bereinigung der Klagen.
Und dann gab es noch einen ganz ungewöhnlichen Verlierer, obwohl die Umsätze eigentlich ganz gut waren an den Börsen, nämlich deutsche Börse.
Da ging es 2,4 Prozent nach unten.
Und auch in Übersee gehörten Börsenbetreiber wie CBO, CME und Nasdaq zu den Verlierern.
Und der Grund sind Sorgen über neue Konkurrenz durch Prediction Markets und Perpetual Futures.
Und wenn sich dieses Handelsvolumen in neue Strukturen verlagert, dann könnten die klassischen Börsenmodelle unter Druck geraten.
Und der Bitcoin, über den reden wir jetzt auch noch, der fiel gestern um 6% auf zuletzt so 67.188 Dollar.
Und damit nähern wir uns einer Halbierung vom Allzeithoch aus dem Oktober.
Das würden wir dann bei 62.700 Dollar erreichen.
Der Bitcoin-Abverkauf, der passt gar nicht so richtig zu der positiven Aktienmarktstimmung.
Er zeigt aber, dass Krypto derzeit eigene Probleme hat.
Möglicherweise geht es da um die Liquidität, die vor den Mega-KI-Börsengängen gesammelt werden muss.
Und auch eine Rolle könnten Regulierungsängste spielen.
Und der Rückzug von Investoren und Rückflüsse aus Spot-ETFs, die sind natürlich ebenfalls wenig hilfreich.
Hilfreich sind dagegen jetzt die Termine.
Genau, und da könnte heute SpaceX.
Näheres zum Börsen bekannt geben und dann können wir vielleicht erfahren, ob sie wirklich zwei Billionen als angestrebten Börsenpreis hinnehmen.
Dann gibt es von der Makroseite ADP Arbeitsmarktbericht, das ist so eine Art Vorbericht vor dem großen Freitag.
Dann ESM Service Indikator und US-Auftragseingänge und das FED-Basch.
Buk.
Unternehmen legen Zahlen vor Broadcom, Crowdstrike, C3 AI, Five Below, Macy's, Medtronic, Rent the Runway, aus Europa Inditex und die deutsche Börse.
Die überprüft die DAX-Indizes und dann könnte hoch, tief möglicherweise aufsteigen.
Mal sehen, wer absteigt.
Und Russland veranstaltet das St.
Petersburger Internationale Wirtschaftsforum.
Das ist so eine Art Davos in St.
Petersburg.
Das Thema des Tages.
Heute müssen wir im Thema des Tages mal aus anderer Perspektive über die wilde Börsenrallye sprechen und vor allen Dingen über die Frage, ob die Party schon in wenigen Wochen abrupt enden könnte.
Huch, werdet ihr jetzt fragen, das ist doch gar keine klassische Blase, das haben wir in den vergangenen Wochen auch immer erzählt.
Die Gewinne steigen ja wirklich, die Umsätze der US-Unternehmen wachsen stark, die Margen sind hoch, Analysten heben ihre Prognosen an.
Gerade an der Wall Street trägt ja dieser ganze Investitionsboom in KI-Infrastruktur, tja, die ganzen Börsen und eben auch ganze Segmente der Börsen.
Aber, und das ist ein großes Aber, die Märkte blenden ein großes Risiko fast komplett aus, den Ölmarkt.
Und das ist wirklich der gefährliche Punkt.
Die Börsen feiern Rekorde, aber sie tun so, als wäre der Ölpreisschock nur eine kurze, lästige Ablenkung.
Dabei liegt genau dort ein potenzielles Crash-Szenario.
Wenn die Straße von Hormuz länger blockiert bleibt und die Ölversorgung weiter so unter Druck gerät, dann reichen die Reserven irgendwann nicht mehr aus.
Und noch pendelt der Ölpreis zwar auf erhöhtem Niveau, brennt gestern um die 96 Dollar, WTI um die 94.
Aber der Markt, der geht davon aus, es wird schon rechtzeitig einen Deal geben.
Washington und Teheran werden sich einigen.
Trump wird den Friedensstifter geben.
Die Ölpreise beruhigen sich und die KI-Party, die kann weitergehen.
Das ist die große Wette und sie ist riskanter als viele glauben.
Denn wenn der Deal nicht kommt, kann der Ölpreis plötzlich sehr viel stärker nach oben schnellen.
Unser Kollege Frank Stocker, der hat sich mal an den Märkten umgehört.
Und da sind bei diesen extrem niedrigen Lagerbeständen durchaus Preise von...
150 bis 160 Dollar je fast möglich.
Und dann hätten wir nicht mehr nur ein Nahost-Problem, sondern ein globales Inflations- und...
Und vor allem auch noch ein Zinsproblem obendrein.
Höhere Ölpreise treiben ja die Inflation.
Höhere Inflation nimmt den Notenbanken Spielraum für Zinssenkung.
Und dann gehen auch die langfristigen Zinsen mit nach oben.
Und im Extremfall müssten sogar die Notenbanken dann sogar wieder härter auftreten.
Auch in Amerika.
Für Europa wird das ja erwartet, aber Amerika eben nicht.
Und steigende Zinsen sind ja giftig für genau jene Aktien, die gerade diese Rallye tragen, nämlich hochbewertete Tech.
Und KI-Werte, deren großes Wachstum ja auch noch in der Zukunft liegt, da ist ein hoher Zins.
Für Zukunft ist hoher Zins nie gut.
Nicht so gut, ja.
Der Markt, der preist einen schnellen diplomatischen Erfolg ein.
Das heißt im Umgezug, dass dieser Erfolg scheitern oder länger dauern könnte, das preist der Markt eben kaum ein.
Und da kommt jetzt die Geopolitik ins Spiel.
US-Präsident Donald Trump vermittelt seit Monaten den Eindruck, ein Deal zur Beendigung des Iran-Konflikts sei in greifbarer.
Und da kommt jetzt noch ein weiteres Problem hinzu.
Nicht nur, dass Iran und Amerika über Kreuz liegen, sondern dass auch noch Israel im Spiel plötzlich mit dabei ist und alle eine ganz unterschiedliche Vorstellung davon haben, wie denn das Ende dieses Konflikts aussehen soll.
Washington will vor allem Stabilität, vor allem am Ölmarkt.
Israel will Sicherheit und zwar nicht nur eine Pause, sondern eine dauerhafte Schwächung der Bedrohung.
Iran wiederum will offenbar, dass der Libanon Teil einer Friedensvereinbarung wird.
Und das macht jetzt diese Verhandlung so kompliziert, weil eben der Libanon plötzlich auch noch mit Teil ist.
Und da gibt es ja gerade von den Israelis ganz andere Interessen.
Also weniger Iran-Deal unterschreiben, Ölpreis runter, Börse rauf und fertig, sondern eher, was passiert mit dem Libanon, was passiert mit der Hezbollah.
Was akzeptiert Israel und was kann Donald Trump überhaupt durchsetzen?
Also der jeweiligen Konflikt ist jetzt nicht das Hauptthema für Anleger, aber er ist eben ein weiterer Stolperstein, der den Deal verzögern oder eben sogar ganz verhindern könnte.
Und wenn dieser Deal eben nicht rechtzeitig kommt, dann kippt diese Börsenlogik, wie Frank uns ja in seinem Bericht geschrieben hat.
Weil dann aus geopolitischem Risiko ein Makroschock wird.
Bisher sehen Anleger vor allen Dingen die glänzende KI-Erzählung an den Märkten, Rechenzentren, Chips, Investitionsboom, steigende Gewinne.
Wir haben gerade darüber gesprochen.
Aber wenn die Ölpreise explodieren, dann geraten die Margen unter Druck.
Transport, Chemie, Industrie, Konsum, das alles wird teurer.
Gleichzeitig steigen dann die Zinsängste und plötzlich sieht dieselbe Bewertung bei Tech-Aktien gar nicht mehr attraktiv aus, sondern eher verwundbar.
Das ist eben dieser spannende Widerspruch.
Die Börse glaubt an Kontrolle.
Trump signalisiert Kontrolle, aber die Lage selbst...
Die ist schwer kontrollierbar.
Trump kann einen Deal ankündigen.
Er kann Druck machen.
Er kann Optimismus verbreiten.
Aber er kann nicht allein bestimmen, ob Israel seine militärischen Ziele zurückstellt.
Und er kann auch nicht einfach ignorieren, dass Teheran den Libanon in die Verhandlungen mit hineinzieht.
Damit wird die Libanon-Frage zum Zünglein an der Waage.
Und daran kann hängen, ob der Ölpreis sich beruhigt oder ob er weiter steigt.
Und daran hängt wiederum, ob die KI-Rallye weitererläuft und ob Anleger plötzlich merken, wir haben sehr viel Zukunft gekauft, aber sehr wenig Risiko eingepreist.
Die AAA-Idee des Tages.
Wir haben hier in letzter Zeit ja öfter über Schaufelhersteller gesprochen, ohne deren Spezialequipment die KI-Revolution abgeblasen werden muss.
Und da haben wir natürlich über US-Firmen wie Micron gesprochen.
Kurze Zwischenfrage, Kosenamen ja oder nein?
Also so ein Mausi oder Schatzi finde ich schon süß.
Ja, stimmt, kann man machen.
Aber gibt's nicht auch zu süß?
Schnurzelpurzel ist schon grenzwertig.
Und Abschnuckelchen ist für mich Ende.
Schnurzi, Purzi, Kuschel, Herzilein.
Trennungsgrund.
Absoluter Trennungsgrund, ja.
Du, wenn dir so ein Schnurzi Purzel süß ist, habe ich da was weniger Süßes für dich.
Aha.
Fruchtinade von Spreequellen.
Die hat weniger Zucker als eine normale Limo, aber dafür viel Fruchtsaft.
Klingt gut.
Schmeckt auch gut.
Die gibt es in den Sorten Orange, Maracuja und Grapefruit-Zitrone.
Probier ich mal.
Aber auch über asiatische Tech-Giganten wie Esker Heinex.
Aber von einem Schauflascher aus Europa war hier noch nicht die Rede.
Genau und das ist sogar ein Schauflehrsteller hier aus Mitteleuropa, aus der beschaulichen Steiermark, die manche ja auch das grüne Herz Österreichs nennen.
Wir reden von der Firma AT&S aus dem Ort Leoben-Hinterberg.
Und AT&S steht für Austria Technology und Systemtechnik.
Und wenn ihr jetzt nicht gerade Auto fahrt und auf den Verkehr achten müsst, schaut euch mal den Aktienkurs an.
Das ist wirklich der Wahnsinn.
Der Börsenwert von AT&S hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verneunfacht.
Ab zuletzt, jetzt könnte man denken, 100 Milliarden, nee, es sind nur 6 Milliarden.
Aber immerhin verneunfacht von unter einer Milliarde auf 6.
Ja, könnte man vermuten, da geht noch mehr.
Und warum das Ganze?
Naja, weil die Tech-Welt begriffen hat, du kannst die schnellsten KI-Chips der Welt designen, aber wenn du die nicht miteinander verbindest, dann kommst du nicht richtig voran.
Und da setzt die Technik von AT&S an.
Früher haben die mal diese simplen grünen Platinen gebaut, die in den alten Röhrenfernsehern steckten und heute konstruieren sie sogenannte IC-Substrate.
Da sind wir wirklich im absoluten Hochleistungsbereich des Advanced Packaging.
Wenn Nvidia seine GPUs mit High Bandwidth Memory verheiratet, das sind ja diese Micron, SK Hynix und was sich alles ist, dann passiert das auf den Hightech-Flächen aus Leoben.
Und aus dem neuen Riesenwerk, das AT&S in Kulim in Malaysia errichtet hat.
Leider nicht in Europa, schade.
Keine KI-Revolution ohne diese Firma aus Europa.
Das ist der europäische Monopolhebel im Silicon Valley.
Naja, das ist zumindest die Story.
Klingt ein bisschen wie ein Tech-Märchen, lieber Zschäpitz.
Aber du kennst mich.
Ich finde natürlich das Haar in der Suppe.
Und wenn man sich mal die...
Zahlen anschaut, da ist da schon ganz schön viel Hoffnung eingepreist.
Die Österreicher, die haben eine Netto-Finanzverschuldung von 1,55 Milliarden Euro und das bei einem Umsatz von zuletzt knapp 1,8 Milliarden Euro.
Das war im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Das ist so ein Geschäftsjahr 2025-2026.
Puh, dann haben sie ja sogar einen Börsenwert von 7,55, also ein Enterprise Value, also noch ein bisschen teurer.
Und das liegt auch daran, dass das Geschäft von AT&S relativ, und da haben wir es wieder, kapitalintensiv ist.
Ja klar, die haben ja da in Malaysia jetzt ein Werk gebaut, das war wahrscheinlich nicht ganz billig.
Und jedes Mal, wenn sich die Technologie weiter dreht, müssen die Steirer Milliarden in die Hand nehmen.
Und die Produktion umstellen.
Das ist natürlich auch misslich, wenn jeder Fortschritt immer mit hohen Kapitalkosten einhergeht.
Jetzt könnte man aber umgekehrt sagen, seitdem das Unternehmen 1987 durch eine Fusion entstanden ist, haben die immer wieder gezeigt, dass sie nicht nur mit dem technischen Fortschritt mithalten können, sondern auch selber Maßstäbe setzen.
Und genau die Kapitalintensität ist der Burggraben von AT&S.
Wer kann mal eben so eine Fabrik für eine Milliarde bauen?
Die Konkurrenz sitzt in Taiwan und Japan.
Das sind zum Beispiel Ibiden und Unimicron.
AT&S ist die westliche Lebensversicherung für die US-Tech-Giganten, die sie unabhängig von Asien machen wollen.
Werfen wir mal noch einen Blick auf die jüngsten Quartalsergebnisse, einfach um ein Gefühl für die Zahlen zu bekommen.
In den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres sprang der Umsatz auf 477 Millionen Euro ungefähr und die EBITDA-Marge, die kletterte auf bärenstarke 25,4 Prozent für das neue Geschäftsjahr.
peilen die Österreicher jetzt einen Umsatz von 2,1 bis 2,4 Milliarden Euro an und die EBITDA-Marge, die soll auf bis zu 28 Prozent klettern.
Dann sind die ja gerade mit vierfach Umsatz bewertet.
Ey Gott, das ist ja ein Schnäppchen.
Schnäppchen heute sozusagen.
Mit Blick auf andere Unternehmen, die ja mit einem hunderter Umsatz multiple kommen.
Aber egal, wir wollen jetzt hier bei AT&S bleiben.
Und genau diese Zahlen und der Ausblick sind auch der Grund dafür, warum sich der Kurs vervielfacht hat.
AT&S baut eben die Infrastruktur der Zukunft.
Neuerdings kommt auch noch Nachfrage dazu.
Der Verteidigungssektor und die Space-Industrie, die kommen noch zusätzlich dazu.
Drohnen, KI-gestützte Abwehrsysteme, Luft- und Raumfahrt, alles brauche ich.
auch diese High-End-Leiterplatten.
Ein Risiko neben der hohen Verschuldung, sollte man noch erwähnen, AT&S macht drei Viertel seines Umsatzes in US-Dollar.
Und diesen Umsatzeinnahmen, denen stehen aber zum großen Teil Kosten in Euro und den asiatischen Währungen entgegen.
Wenn der Dollar jetzt mal schwächelt, dann...
könnte das dazu führen, dass das in der Bilanz von AT&S knirscht.
Und auch Materialengpässe könnten die Kalkulation über den Haufen werfen.
Ja, aber diese Risiken gehören zum Handwerk.
Und wer die KI-Relle mitspielen will, darf ohnehin keine Angst vor Volatilität haben.
Das stimmt.
Natürlich ist die Aktie bei 148 Euro.
Das war der gestrige Kurs.
Ja, kein wirkliches Schnäppchen mehr.
Da ist schon wahnsinnig viel Optimismus eingepreist.
42, aber es ist natürlich Hardware und Hardware 42, da hat man ja auch nicht diese geilen Software-Margen.
Aber immerhin 42 ist jetzt nicht 142.
Aber wenn sich die Ziele materialisieren, dann wird es im Folgejahr weniger als 30 beim KGV sein.
Also die Pack-Ratio ist dann bei unter 1.
Ja.
Klingt gut, aber mir persönlich wird da für einen aggressiven Neueinstieg jetzt die Sicherheitsmarge fehlen.
Und da muss dann schon die Firma aus Leo die Erwartungen übertreffen, um nochmal eine richtige Kursrakete zu zünden.
Aber wie wir bei anderen Schaufelherstellern des KI-Booms gesehen haben, kann das durchaus sein.
Und Investoren und Analysten, die tun sich wie bei den anderen auch hier schwer, einen fairen Wert zu ermitteln.
Tja, man darf nie das Momentum unterschätzen.
Da hast du recht, lieber Eckert.
Die Bullen unter den Experten, die feiern den operativen Hebel und sagen, da geht noch mehr.
Bären waren dagegen vor dem hohen Schuldenstand und sind darüber hinaus etwas grillig, weil AT&S eine Art Kapitalerhöhung in Form von Hybridpapieren plant.
Na, siehste, dann ist die Verschuldung gar nicht mehr so, da haben sie auch mehr Eigenkapital.
Siehste, Eckert.
Das stimmt, die brauchen Geld, ja.
Naja, und das durchschnittliche Kursziel der Analysten, das könnt ihr euch denken, das liegt jetzt schon unter dem aktuellen.
stark gestiegenen Kurs, aber fest steht, AT&S, das ist nichts für schwache Nerven.
Wer aber an die fundamentale KI-Infrastruktur glaubt, der kommt an diesem steirischen Champion schwer vorbei.
Und ohne die Schaufeln aus Europa fällt der amerikanische KI-Goldrausch aus oder findet zumindest sehr viel langsamer statt.
Das war alles Wachstum.
Wir freuen uns über Feedback.
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Einige Hörerinnen und Hörer haben sich zur Frage gemeldet, ob wir den Marktbericht am Anfang überspringen sollen.
El Simon hat auf Spotify kommentiert.
Unbedingt den Marktrückblick beibehalten.
Die Gründe für auf- und absteigende Kurse des Vortrags zu erfahren, ist mein Highlight des Tages.
Das ist doch schön, das freut uns.
Und Frank meint, ebenfalls auf Spotify, ich weiß um 6 Uhr noch nicht, was der Börsentag bringt.
Also weiter so.
Ja, und dann gab es noch Verwirrung, ob der Amundi Fuzzi All World GDP rated wirklich die WKN ETF 3, 4, 5 hat, die wir in den Shownotes angegeben haben.
Doch hat er, aber da der ETF sehr jung ist, wird er offenbar noch nicht bei allen Brokern gelistet.
Ich habe das selber mal stichprobenartig ausprobiert.
Also bei Consors, ING und Red Republic, da ist er mir sofort angezeigt worden.
Bei Scalable Capital aus irgendeinem Grund nicht.
Aber wenn das so ist, dann müsst ihr euren Broker nerven, so lange, bis sie den ETF aufnehmen.
Denn bei einem Produkt von dem größten europäischen Fondsanbieter sollte das wirklich kein Problem sein.
Genau solche Rückmeldungen von euch, die sind uns enorm wichtig.
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Und wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
