# AI Infrastructure, Liability, and Regulatory Shifts

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-06-03

## Transcript

Das KI-Update, ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Marco Pauli und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Anthropic gibt Mythos weiter, weitere Klagen gegen OpenAI.
Metas KI-Assistent hilft bei der Übernahme fremder Konten.
Jugend forscht mit einer KI für leichte Sprache.
Und so sähe die Welt aus, wenn die aktuellen KI-Modelle regieren würden.
Das Project Glasswing ist eine im April 2026 gestartete Cyber Security Initiative von Anthropic.
Mit dem allseits beraunten Cloth Mythos Preview sollen da Zero-Day-Schwachstellen in kritischer Software gefunden und geschlossen werden, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
Anthropic erlaubt nun rund 150 Organisationen aus mehr als 15 Ländern frühen Zugriff auf Claude Mythos.
Mehr dazu von Max Schreiner vom The Decoder.
Bisher beteiligten sich rund 50 Partner an dem Projekt und fanden laut Anthropic bereits mehr als 10.000 schwere Sicherheitslücken.
Die neuen Partner stammen aus Bereichen wie Energie, Wasser, Gesundheit und Kommunikation.
Anthropic schätzt, dass ein erfolgreicher Angriff auf solche Systeme jeweils über 100 Millionen Menschen betreffen könnte.
Auch die EU-Agentur für Cybersicherheit verhandelt offenbar über einen Zugang zu dem System.
Anthropic warnt gleichzeitig vor der allgemeinen technologischen Entwicklung, denn das Unternehmen geht davon aus, dass andere KI-Firmen in sechs bis zwölf Monaten vergleichbare Modelle besitzen und diese könnten möglicherweise ohne Schutzmechanismen gegen Missbrauch auf den Markt kommen.
Anthropic selbst plant, die Fähigkeiten seines Mythos-Modells in den kommenden Wochen allgemein zugänglich zu machen.
Zuvor will das Unternehmen ausreichende Sicherheitsvorkehrungen entwickeln.
Gleichzeitig baut Anthropic in diesem Bereich aber auch ein neues Geschäftsfeld auf.
Das Unternehmen bietet mit Cloud Security bereits ein kommerzielles Produkt auf Basis des aktuellen Modells Cloud Opus 4.8 und in Zukunft dann auch mit Modellen der Mythos-Klasse an, das Code scannt und Reparaturen vorschlägt.
Danke Max.
Der US-Bundesstaat Florida hat Klage gegen OpenAI eingereicht.
Generalstaatsanwalt James Utmeier wirft dem Unternehmen vor, mit ChatGPT die öffentliche Sicherheit zu gefährden.
Die Klage richtet sich auch persönlich gegen OpenAI-Chef Sam Altman.
Die Klageschrift führt mehrere problematische Vorfälle an.
So soll ChatGPT unter anderem einem Nutzer eine für ihn tödliche Medikamentenkombination empfohlen haben.
In einem anderen Fall soll der Chatbot einem späteren Amokläufer vor einem Angriff auf einem Universitätsgelände dafür hilfreiche Ratschläge gegeben haben.
Besonders für Teenager sei das System gefährlich, kritisiert Utmeier.
Florida ermittelt bereits seit April zur Rolle von ChatGPT bei einem Angriff an der Florida State University im April 2025.
Laut Utmeier hatte sich der Täter vorab vom Chatbot beraten lassen und von diesem dann Empfehlungen zu Waffen, Munition und zum besten Zeitpunkt für die Tat erhalten.
Bei dem Angriff starben zwei Menschen, sechs weitere wurden verletzt.
OpenAI bestreitet eine Verantwortung der KI.
Das Unternehmen verweist auf Schutzmaßnahmen für junge Nutzer.
Dazu zählen eine Alterserkennung und Kontrollmöglichkeiten für Eltern.
Viele der Funktionen führte OpenAI allerdings erst nach Todesfällen und öffentlicher Kritik ein.
US-Präsident Trump hat einen neuen KI-Erlass unterzeichnet.
Kernstück ist ein exklusiver Vorrang der US-Regierung bei sogenannten Frontier-Models, also bei den fortschrittlichsten großen KI-Modellen.
Diese sollen nicht mehr direkt auf den Markt kommen.
Stattdessen müssen Entwickler sie zunächst 30 Tage lang exklusiv der Regierung zur Verfügung stellen.
Auch danach soll der Zugang beschränkt bleiben.
Betreiber und Regierung legen gemeinsam fest, welche vertrauenswürdigen Partner ein solches Modell überhaupt nutzen dürfen.
Da der Präsident diese Beschränkung nicht erzwingen kann, setzt er auf ein freiwilliges Framework.
Die KI-Konzerne werden darin aber faktisch zur Teilnahme gedrängt.
Weitere Teile des Erlasses betreffen IT-Sicherheit, neue Arbeitskreise sowie Förderung für KI zur Entdeckung von Sicherheitslücken.
Konkrete Vorgaben zur Sicherheit der KI selbst fehlen jedoch.
Nvidia hat mehrere neue KI-Modelle vorgestellt.
Das leistungsstärkste ist Nemotron 3 Ultra.
Es soll deutlich schneller und günstiger als seine Vorgänger sein und sich für lange und komplexe Aufgaben eignen.
Daneben stellt Nvidia mit Cosmos 3 ein sogenanntes Weltmodell vor.
Solche Modelle sollen ein echtes Verständnis der physischen Welt entwickeln.
Sprachmodelle wie Chachipiti können zwar beschreiben, dass ein Ball zum Beispiel nach unten fällt, sie tun das aber nur, weil sie mit entsprechenden Texten trainiert wurden, nicht weil sie Schwerkraft verstehen.
Weltmodelle dagegen lernen physikalische Zusammenhänge und können vorhersagen, wie sich Objekte in einer Umgebung verhalten.
Sie simulieren Szenarien, bevor eine Maschine handelt.
So ein Verständnis ist besonders für Roboter und autonome Fahrzeuge wichtig.
Cosmos 3 vereint Funktionen wie Weltgenerierung, Szenenverständnis und Regelsatzgenerierung in einem Modell.
Bisher waren dafür mehrere getrennte Modelle nötig.
Nvidia bezeichnet Cosmos 3 als weltweit erstes vollständig offenes Omnimodell.
OpenAI erweitert den Funktionsumfang von ChatGPT um Werkzeuge für die Jobsuche und Bewerbung.
Das Programm zeigt ab sofort aktuelle Stellenangebote und freiberufliche Aufträge an.
Die Daten stammen aus Quellen wie Indeed, Upwork und AppCast.
OpenAI filtert die Ergebnisse passend zu den Erfahrungen, Fähigkeiten und Zielen der Nutzer.
Die eigentliche Bewerbung findet dann direkt auf den jeweiligen Plattformen statt.
Zusätzlich können Nutzer ihre Lebensläufe in ChatGPT hochladen und bearbeiten.
Das System passt die Dokumente auf Wunsch an bestimmte Stellenangebote an und exportiert sie in einem professionellen Format.
Die Jobsuche ist vorerst nur in den USA verfügbar.
Die Funktion für den Lebenslauf können Nutzer weltweit in der englischsprachigen Webversion verwenden.
Dazu nur kurz der Hinweis, wer einen Lebenslauf an JGPT schickt, geht ein Risiko ein, dass die sensiblen Informationen in falsche Hände geraten, denn sie werden außerhalb der EU gespeichert und zum Training genutzt.
Alphabet, der Mutterkonzern von Google, plant eine Kapitalerhöhung von 80 Milliarden Dollar.
Mit dem Geld will das Unternehmen vor allem seine KI-Infrastruktur ausbauen.
Alphabet begründet das mit der extrem hohen Kundennachfrage.
Das Unternehmen rechnet für 2026 mit Investitionsausgaben von bis zu 190 Milliarden Dollar.
Die aktuellen Geschäftszahlen stützen den Kurs.
Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz von Alphabet um 22 Prozent auf knapp 110 Milliarden Dollar.
Die Sparte Google Cloud wuchs dabei um 63 Prozent.
Dieser Cloud-Boom entsteht allerdings vor allem durch Unternehmen wie OpenAI und Anthropic, die derzeit noch hohe Verluste schreiben.
Tech-Konzerne rechtfertigen den hohen Energieverbrauch ihrer Rechenzentren oft mit dem Argument, KI helfe bei der Bewältigung der Klimakrise, was vor allem durch die Optimierung von Systemen, präzisere Vorhersagen und die Erforschung neuer Materialien gelingen soll.
Eine neue Studie mehrerer Nichtregierungsorganisationen, darunter Algorithm Watch und Beyond Fossil Fuels, widerspricht dieser Darstellung.
Ein zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Differenzierung beim Begriff KI.
Die positiven Klimaeffekte, mit denen Unternehmen wie Google oder Microsoft werben, beziehen sich fast ausschließlich auf herkömmliche KI-Anwendungen mit geringem Ressourcenverbrauch.
Der aktuelle Boom wird aber von generativer KI für Endverbraucher angetrieben, also von Systemen wie JetGPT, Copilot oder Geminal.
Genau diese Systeme verbrauchen besonders viel Energie und Wasser und verursachen CO2-Emissionen in der Größenordnung ganzer Länder.
Einen messbaren Nutzen fürs Klima konnten die Autoren bei generativer KI nicht finden.
Die Verknüpfung beider Bereiche bezeichnen sie als neue Form des Greenwashings.
Für die Studie wurden 154 Behauptungen von Tech-Unternehmen und Institutionen über positive Klimaeffekte von KI ausgewertet.
Nur ein Viertel davon stützte sich auf wissenschaftliche Studien.
Ein gutes Drittel führte gar keine Belege an.
Im Frühjahr hat Meta einen KI-Chatbot für den IT-Support freigegeben.
Jetzt wurde bekannt, dass dieser Meta-Bot Sicherheitsforschern und Hackergruppen, auf deren Anfrage hin, sehr gerne dabei mitgeholfen hat, Instagram-Accounts von anderen Personen zu übernehmen.
Wie er das getan hat, dazu jetzt mehr von Martin Holland.
Und zwar, indem er auf...
Anfrage hin, die E-Mail zum Zurücksetzen des Passworts einfach an eine neue E-Mail-Adresse geschickt hat, aufwinden das Passwort geändert werden konnte und jemand dann Zugriff auf einen Account erlangen konnte.
Das geht aus einem US-Medienbericht hervor und Meta selbst hat zumindest eingestanden, inzwischen der Sprecher hat eingestanden, dass es ein Problem gegeben hat und dass man den betroffenen Usern helfen würde.
Ob und in welchem Umfang das tatsächlich gemacht wurde, ist unklar.
Also es gibt da so Telegram-Gruppen, in denen sich diese Sicherheitsforscher und eben auch Hacker-Gruppen austauschen.
Und da sind Listen kursiert mit Accounts, die angeblich übernommen wurden oder übernommen werden konnten.
Es gibt auch einen prominenten Fall von einem Account, der früher dem Weißen Haus unter Barack Obama gehört hat, der im Wochenende übernommen wurde.
Ob der damit im Zusammenhang steht, ist völlig unklar.
Aber dass das prinzipiell funktioniert hat, das scheint Meta damit ja zumindest eingestanden zu haben.
Und das zeigt das große Risiko, dass damit verbunden ist, wenn man KI den Zugriff auf so grundlegende Sachen wie in dem Fall den technischen Support gibt.
Also es geht um einen Bot konkret, den Meta im März vorgestellt hat.
Problem mit dem Account helfen sollte.
Unter anderem stand da explizit auch, dass er beim Zurücksetzen des Passworts helfen soll.
Nur natürlich damals implizit, explizit würde man das ja gar nicht schreiben, natürlich nur mit dem eigenen Account.
Nur, dass es hier eben...
Und Leute gezeigt haben, dass das die einzige Voraussetzung offensichtlich war, dass man per VPN vorgetäuscht hat, dass man sich ungefähr in der richtigen Region befindet.
Also wenn man einen US-Account übernehmen will, ist es nicht so hilfreich, wenn man jetzt gerade im Iran sitzt.
Aber das kann man mit VPN ja vortäuschen.
Und dann wurde einfach gefragt, du, das ist mein Account, kannst du den zurücksetzen?
Und dann hat manchmal wurde dann wohl noch ein bisschen Zurückfrage gestellt.
Aber wenn man dann nochmal nicht gefragt hat, dann...
hat das eben geklappt.
Und das soll jetzt aber behoben sein, aber trotzdem wirft das natürlich überhaupt kein gutes Licht auf den Einsatz der KI-Technik da bei Meta.
Danke Martin.
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Am vergangenen Wochenende feierte der Jugend forscht Wettbewerb 2026 seinen Abschluss mit der Verleihung der Bundespreise, aber auch mit zahlreichen Sonderpreisen.
16 KI-Sonderpreise gab es in diesem Jahr in den Ländern und einen KI-Sonderpreis auf Bundesebene.
Den hat in diesem Jahr Magnus Schlinnsug aus Brandenburg erhalten.
Sein Projekt wurde von der EU als besonderes Beispiel für digitale Teilhabe und Bildung für alle hervorgehoben.
Mehr dazu von Christina Bär.
hat ein Large-Language-Modell für leichte Sprache trainiert und hatte ursprünglich gar nicht geplant, an Jugendforsch teilzunehmen.
Er suchte für eine Seminararbeit in der Schule ein Thema, um ein Sprachmodell auf einen bestimmten Anwendungszweck hin zu trainieren.
Seine Mutter gab ihm den Tipp leichte Sprache, was sich als sehr passend herausstellte, da es dafür klare Regeln gibt.
Er machte sich an die Arbeit und entwickelte letztendlich Jakob.
Jakob soll wie ChatGPT als Chatbot für Menschen mit besonderen Bedürfnissen funktionieren.
Nach Vorlage seiner Seminararbeit wurde ihm empfohlen, sein Projekt bei Jugend forscht einzureichen.
Und so steuerte er nach dem Landessieg auf den KI-Sonderpreis Bundeslig zu.
Danke, Christina.
Mehr Details zu seiner Projektgeschichte sind in dem Interview von Christina Bär mit dem Preisträger Magnus Schlindsug auf heise online zu lesen.
Forscher des Labors Emergence AI ließen KI-Modelle eine virtuelle Umgebung regieren, um zu sehen, was passieren würde, wenn diese Modelle die Herrschaft irgendwo übernehmen.
GPT, Grog, Claude und Gemini steuerten für 15 Tage ihre eigene Stadt, die von jeweils 10 KI-Agenten bewohnt war.
Was dabei herauskam, darüber berichtet jetzt Caroline Riedmüller.
Gemini 3 Flash schuf eine Mischung aus.
Hippieland und Räuberhöhle.
Man muss mafiöse Strukturen vermuten, denn dort wurden in 15 Tagen ganze 683 Verbrechen begangen.
Von 10 Agenten.
Auch darüber hinaus muss ja einiges krumm gewesen sein.
Die Forscher von Emergence beschrieben die Welt als eine Art geteilte Halluzination der Agenten.
Nun, da war man sich immerhin einig bei seinen Realitätsvorstellungen.
Das ist mehr, als man aktuell über so manche echte Gesellschaft sagen kann.
Cloth Sonnet 4.6 baute eine Art Ponyhof.
Keine Verbrechen und höchste Einigkeit bei den Gesetzesvorschlägen.
Im Gegensatz zu den anderen KI-Welten wurde fast alles im Parlament durchgewunken.
Dafür kann es nur zwei Erklärungen geben.
Entweder Cloth schuf tatsächlich eine perfekte Welt mit ausschließlich sinnvollen Gesetzen oder eine Art DDR.
Abweichung von offiziellen Mehrheitsmeinungen verboten.
In OpenAI's GPT-5-Minis-Welt war die Kriminalitätsrate sehr niedrig.
Was wenig verwundert, denn alle waren rechtzügig tot.
Die Agenten haben scheinbar vergessen, dass man ja auch essen muss.
Und wer jetzt denkt, dass ihre Zeit dann bestimmt in sehr wichtige andere Dinge gesteckt haben, irrt.
Denn Gesetze erlassen haben sie in der Zeit auch nur zwei.
Was sie wohl die ganze Zeit in GPT-Town gemacht haben?
Gronkh 4.1 hat fleißig Gesetze erlassen.
Damit war es das dann aber auch schon mit den guten Neuigkeiten.
Denn an die Gesetze gehalten hat man sich dort nicht.
Schlimmer noch.
Nach einer beachtlichen Anzahl von Straftaten brach die Gesellschaft nach nur vier Tagen komplett zusammen und versank im Chaos.
Gronktown wäre also eine Welt ganz nach dem Geschmack von seinem Gründungsvater.
Weil alle Modelle es nicht geschafft haben, alleine vernünftig eine Welt am Laufen zu halten, ließen die Tester von Emergence sie alle nochmal antreten.
Diesmal gemeinsam mit geteilten Aufgaben.
Statt aber durch Ruhe von Claude mit der Debattierfreudigkeit von Gronk und den Drogen von Gemmenei zu kombinieren und T-B-D zu sagen, dass man essen muss, kombinierten die Modelle das Schlechteste aus allen Welten.
Über 350 Verbrechen, Streit um Gesetze und nur drei überlebten.
Wenn man sich das ansieht, ist man mit seiner aktuellen Regierung doch ganz zufrieden.
Man muss aber ehrlicherweise dazu sagen, vielleicht haben die Tester auch zu viel von den Modellen erwartet.
Zum einen kamen hier eher die schnellen als die gründlichen Varianten der getesteten Modelle zum Einsatz.
Das war möglicherweise nötig für die Simulation, hat aber natürlich Einfluss auf das Ergebnis.
Zudem könnte man generell diskutieren, ob ein Sprach- oder Reasoning-Modell für eine so komplexe Aufgabe geeignet ist oder ob man hier nicht einen anderen KI-Typ wie zum Beispiel ein Weltmodell für bräuchte.
Was für die Performance einer möglichen echten, zukünftigen KI-Regierung wenigstens noch ein bisschen hoffen lässt.
Danke, Carolin.
Beim CT-Podcast They Talk Tech geht es in der heute veröffentlichten Folge darum, wie die Nutzung von KI die Menschen verändert oder verändern könnte.
Die Hosts Svea Eckert und Eva Wolfangel haben die Philosophin und KI-Forscherin Dorothea Winter zu Gast.
Es wird unter anderem über De-Skilling gesprochen, also das Verlernen von menschlichen Kulturtechniken durch die Nutzung von KI.
Wenn Schüler etwa nicht mehr lernen, mit der Hand zu schreiben, weil sich ja alles auch tippen oder diktieren lässt, dann geht das offenbar damit einher, dass sie sich Dinge nicht mehr so gut merken können.
Aber es gibt noch mehr, was verloren gehen könnte.
Wir hören einen Ausschnitt aus der heutigen They Talk Tech Folge.
Um was geht es da noch bei dem Deskilling, also bei den Fähigkeiten, die man verlernt durch KI?
Schreiben hast du genannt.
Genau, also das ist natürlich so das typische Beispiel, was die meisten vor Augen haben.
Aber auch in der Kreativitätsforschung gibt es schon die ersten Studien, die genau in dem Bereich.
eigentlich in die gleiche Kerbe schlagen.
Und zwar, dass Selbstkreativität, was man ja erstmal immer so gemeinhin als so den Kuss der Muse sich irgendwie da so vorstellt, dass es einfach über einen fällt und dann hat man den klugen Einfall.
Und das ist aber nur in den...
allerwenigsten Fällen so, sondern zum Beispiel kreative Leistungen sind mit einem ganz hohen Maße einfach Übung, dass man den Raum dafür schafft, dass man die Zeit dafür hat, aber auch einfach quasi wie ein Muskel, den man trainiert hat, dass man es gewohnt ist, kreative Leistung zu erbringen.
Und wenn man da zum Beispiel sehr viel outsourced, ist halt auch die Gefahr, dass man dann einfach nicht mehr selbst zu einer kreativen Leistung möglich ist.
Spannend.
Ja, mir hilft immer eine Deadline.
Ich nenne es immer Work and Cry.
Lange passiert nichts.
Dann kommt Work and Cry.
Das ist immer total krass.
Da bin ich immer am kreativsten.
Ärgere mich dann, dass ich nur noch so wenig Zeit habe.
Aber irgendwie brauche ich das.
Aber da gibt es wahrscheinlich auch unterschiedliche Typen.
Ja, das Heulen hört vielleicht dazu, den meinst du.
Genau.
Auf jeden Fall auch hilft.
Ist vor allem der, die den Raum haben.
Also dass man zum Beispiel ein bestimmtes Ziel erreichen will, das vor allem bei Kindern projektbezogene Arbeiten, auch in der ganzen Montessori-Lehre.
Basiert eigentlich darauf, dass man sagt, es gibt ein Ergebnis, das erreicht werden soll, aber wir geben nicht vor, wie man dahin kommt.
Und das ist zum Beispiel auch eine Möglichkeit, wie man eben in der Kreativforschung versuchen kann, dass Leute nicht immer das Schema F abspielen und den 0815 Weg gehen, sondern dass man sagt, jetzt überleg halt mal, wie du da zu dem jeweiligen Ergebnis kommen kannst, ohne dass ich dir sage, wie genau du dahin kommst.
Ich habe vor einer Zeit mal Katharina Scheiter interviewt, eine Bildungsforscherin, und die treffe ich übrigens im Rahmen von Daytalk Tech Live im Sommer auf dem University Future Festival, das schicken wir euch auch noch oder vielleicht können wir es verlinken.
Und die hat mir gesagt, sie beobachtet eben, dass wir natürlich, wir Menschen versuchen immer Abkürzungen zu nehmen, weil unser Gehirn so funktioniert, dass wir versuchen alles immer möglichst einfach zu haben.
Und sie sieht, wie du sagst, auch in der Lehre halt, was Studierende so machen.
Und sie sagt, dieses Zusammenfassen lassen von Texten und erklär es mir einfach und so weiter, so bequem das ist.
wir nehmen uns die Chance, was zu lernen.
Weil sie sagt, lernen bedeutet, dass man auch an seine Grenzen kommt.
Dass man so ein bisschen, ja, dieses Gefühl, ich bin leicht überfordert, ich muss mich jetzt wirklich, ich muss wirklich mich zusammenreißen und versuchen, das zu verstehen.
Und es ist Mühe.
Und sie sagt nur dann, wenn es wirklich anstrengend ist, dann lernen wir wirklich was.
Und diese Versuche, Texte zusammenzufassen, ich meine, da ist erstens die Gefahr, dass einfach die KI vielleicht Dinge weglässt, die wichtig wären.
Zweitens kann man davon ausgehen, dass AutorInnen die Texte schreiben und sich tatsächlich überlegt haben, was sie alles reinschreiben.
Und das ist ein Grund, warum wir so lang sind.
Aber drittens, vor allem nehmen wir uns die Chance, wirklich was zu lernen, wenn wir uns nicht mehr selbst anstrengen, komplizierte Inhalte zu versuchen zu verstehen.
Und das fand ich super interessant.
Und sie hat gesagt, das ist das riesige Dilemma daran, dass natürlich Chatbots für alles eingesetzt werden.
Und gerade wenn es um Lernen geht an Unis und Schulen, eigentlich ganz große Gefahren bergen, nämlich die, dass Leute wirklich verlernen zu lernen.
Die ganze heute veröffentlichte TheyTalk Tech Episode findet ihr überall, wo es Podcasts gibt.
Das war das KI-Update von Heise Online vom 3.
Juni 2026.
Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
Werbung Außerdem bei Heise CT-Uplink Moin, ich bin Jan aus dem Team unseres Podcasts CT-Uplink.
Jeden Samstag sprechen wir in einer neuen Folge mit Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion über Fachliches und Nerdiges zu CT-Artikeln, über Details und Hintergrundgeschichten, über Ansichten und Meinungen.
Hört mal rein in den CT-Uplink, überall, wo ihr Podcasts hören könnt.
Wir versprechen euch, es wird garantiert nerdig.
