# AI Capex Surge, Software Rally & Portfolio Rebalancing Strategies

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-06-02

## Transcript

Guten Morgen, ich bin Zoya Schatulowitsch, Politico's Chief EU Correspondent und der host von der Daily Show, den Brussels Playbook Podcast.
Brussels runs on a few things.
Briefings, backroom deals, the occasional online summit, and a hell of a lot of caffeine.
Most of it never makes the headlines, but it does shape everything.
So every morning, Monday through Thursday, I'll tell you what's really going on in the corridors of power of the Berlamont.
Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den geheimen Börsenprospekt von Antropic, über den Absturz von Rocket Lab und die irre Aufholjagd der Software-Aktin.
Im Thema des Tages verraten wir euch, welche Titelchancen Goldman Sachs der deutschen Mannschaft bei der WM ausrechnet.
Und eine Triple E-Idee, stellen wir euch einen ETF vor, der besser sein will als der MSCI World.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Wir begrüßen euch Holger Zschäpitz und Daniel Eckert aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte.
Heute ist Dienstag, der 2.
Juni 2026 und wir wünschen euch einen unerschütterlichen Start in den Tag.
Der DAX wurde gestern leider etwas erschüttert.
Unser Leitindex war stark in die Woche gestartet und hatte sich bis zum frühen Nachmittag bis auf 25.300 Punkte hochgearbeitet.
Doch dann kam die Meldung, dass Iran die Verhandlungen mit den USA abbricht und damit droht die Straße von Namuz wieder vollständig zu blockieren.
Der Ölpreis ist daraufhin nach oben geschossen und der DAX, der ist um 400 Punkte eingebrochen.
Zum Handelsschluss wurde das Börsenbarometer dann bei 24.994 Zählern festgestellt und das war ein Minus von 0,4 Prozent.
Und die Wall Street, die hat sich vom verkündeten Ausstieg der Mullahs aus den Verhandlungen nicht ins Boxhorn jagen.
Lassen Sie schon gar nicht in einem Jahr der Tech-Rallye, lieber Eckert.
Vor allem Tech haussierte der S&P 500, der gewann 0,3 Prozent.
Wenn man die Sektoren sich anguckt, 2,5 Prozent hat der Tech-Sektor da gewonnen.
Die anderen Sektoren bis auf Energie waren alle im Minus.
Nasdaq 100, der gewann 0,6 Prozent.
Aber hier war es nicht die Mac 7, die das Ganze getrieben haben.
Im Gegenteil, Meta minus 5, Tesla minus 4,6, Amazon minus 3,5 und selbst Alphabet minus 1.
Es war der Software-Sektor, der eine Mega-Rallye hinlegte.
Der Goldman Sachs-Software-Index, der gewann 8,8 Prozent.
Ein Index wohlgemerkt, nicht ein einzelner Titel.
Und Hintergrund waren Äußerungen von niemand geringer als Jensen Wang, Nvidia CEO.
Der hat nämlich die Vorstellung zurückgewiesen, dass KI die klassische Softwarebranche zerrücken könnte.
Hat er zwar schon mal gemacht, aber da wollten die Leute nicht drauf hören.
Jetzt ist gerade so eine positive Softwarestimmung und dann sind die Softwareaktien nach oben geschossen.
HubSpot plus 19, Asana plus 18, Datadog plus 12, Salesforce plus 10, ServiceNow plus 9.
Und was man wissen muss.
Dieser Goldman Sachs Software Index, der hat bereits im Mai still und leise mit 16% plus den besten Monat seit, und jetzt Eckart festhalten, 2002 markiert.
16% plus, das hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht.
Nö, deswegen auch still und leise.
Still und leise, ja, aber gestern war es dann gar nicht so still und leise.
In Deutschland, da hat auch SAP ein Comeback gefeiert.
Der deutsche Software Champion, der verteuerte sich am Montag um bis zu 8,8%.
Das war das stärkste Plus seit mehr als einem Jahr.
Und nebenbei erwähnt, ist SAP damit auch wieder mehr als 200 Milliarden Euro wert.
Und das verbessert das Sentiment, das half auch anderen Softwaretiteln hier bei uns.
Im Endex stiegen die Aktien von Nemechek ebenfalls um mehr als 8%.
Atos legte so knapp 8% zu und TeamViewer, die schafften sogar ein Plus von 11%.
Und Nvidia ließ sie auch selbst nicht lumpen und dafür sorgte Jensen Wang in eigener Sache für Fantasie auf dieser...
wunderbaren Investorenkonferenz in Taiwan.
Nvidia will nämlich in den Markt für KI-PCs einsteigen.
Wir hatten ja gestern euch davon schon erzählt.
Ich hätte es nicht vermutet, dass es jetzt so ein großes Plus auslöst.
6,3% ist ja bei diesem Mega-Wert schon richtig, was da geschaffen wird.
Und das Ganze soll auf ARM-Architekturen laufen.
Und wenn ihr das natürlich hört, dann wisst ihr, auch ARM hat den guten Tag gestern.
Plus 16%, auf über 400 Dollar.
Zwischenzeit waren das sogar mal 20% im Plus.
Und Verlierer waren natürlich jene, die heute diese Das Feld von PC-Chips dominieren Intel minus 4,7 AMD minus 1 Prozent.
Und dann gab es noch eine kleine interessante Geschichte von Fluence Energy.
Das ist so eine Ausgründung von Siemens.
Die haussierten 44 Prozent.
Und das Energiespeicherunternehmen hat nämlich gemeinsam mit Siemens und Envent die Entwicklung eines Entwurfs für die KI-Fabrik von NVIDIA bekannt gegeben.
Apropos KI-Fabrik beziehungsweise Rechenzentrum und Nachfrage.
Die Aktie von...
Micron Technology ist gestern zum ersten Mal auf mehr als 1000 Dollar gesprungen.
Und der Speicherchip-Hersteller, der ist jetzt fast 1,2 Billionen wert.
Am Ende stand die Micron-Aktie dann bei 1034 Dollar, 6,3 Prozent höher als am Freitag.
Und einfach mal nur zur Einordnung.
So etwas mehr als einem Jahr im April 2025, da stand die Aktie bei etwas über 60 Dollar.
Das muss man sich völlig auf der Zunge zergehen lassen.
Da kann man nur jedem gratulieren, wer da investiert ist.
Ja und auch mit Gratulationen nicht geizen, sollte man bei den Aktionären von Hewlett Packard Enterprise, die gewannen gestern nachbörslich nach einem lupenreinen Beat & Race.
Rund 20 Prozent Beat and Trace, das heißt ja nichts anderes, als dass die Erwartungen mit den Zahlen übertroffen und die Prognosen deutlich angehoben wurden.
Bereits im normalen Handel hatte die Aktie von Hewlett Packard Enterprise 9% zugelegt.
Und dazu müsst ihr wissen, dass nach den starken Zahlen von Lenovo und Dell eigentlich die Messlatte so hoch lag, dass niemand mehr gedacht hat, dass sie es irgendwie schaffen können.
Aber dann haben sie es trotzdem, diese Erwartung auch pulverisiert.
Der Umsatz lag mit 10,7 Milliarden, rund eine Milliarde über Plan.
Die Bruttomarge mit 36,9% über den erwarteten 34,2%.
Und der Gewinn der Aktie lag mit 79 Cent 50%.
über Konsens.
Und der Löwenanteil, und das kam natürlich sehr gut an, lieferte die Sparte Cloud und AI.
Und der Serverumsatz sprang um 32,7 Prozent.
Und dann war der Ausblick auch nochmal so richtig krass.
Die Prognosen für das Gesamte wurden angehoben.
Der Umsatz soll sich jetzt um 29 bis 33 Prozent beschleunigen.
Bisher war man von 17 bis 22 ausgegangen.
Und der operative Gewinn 80 bis 85 Prozent und vorher hatte man nur 32 bis 40 Prozent.
Man sieht, KI verändert da so einiges.
Nochmal Glückwünsche, aber weniger Grund für Glückwünsche gab es gestern bei Bitcoin.
Das war nämlich kein guter Tag für Kryptowährungen und auch nicht für Bitcoin.
Die Nummer eins der digitalen Münzen, die wurde so gegen Mitternacht mehr als drei Prozent niedriger gehandelt bei 71.000 Dollar.
Hat unter anderem mit der Meldung zu tun, dass Michael Zellers Firma Strategy ihren Bestand an Bitcoins zum ersten Mal seit vier Jahren auf Wochensicht reduziert hat.
Und der Börsenwert von Strategy, der hat sich zwar 2026 unter dem Strich gar nicht so groß verändert, aber wenn man sich mal den längerfristigen Chart anschaut, so den 12-Monats-Chart, da steht die Aktie der größten Bitcoin-Treasury-Company jetzt 60% niedriger, während der Bitcoin selbst auf 12-Monats-Sicht 33% verloren hat.
Was faszinierend ist dabei, bisher...
Also früher galt ja immer, dass Bitcoin so ein bisschen am Technologiesektor lang und wenn Technologie lief, lief auch Bitcoin.
Irgendwie diese Korrelation gibt es gar nicht mehr.
Aufgebrochen.
Irgendwie schon.
Also man weiß gar nicht, wonach tickt der jetzt.
Man sieht nur, wenn der Ölpreis steigt, das gefällt dem Bitcoin nicht.
Und naja, wir werden es weiter beobachten und werden es weiter vermelden.
Dann gab es aber gestern noch eine Sensationsmeldung aus dem KI-Sektor.
Antropic hat vertraulich ein S1 bei der SEC eingereicht, also den ersten formalen Schritt Richtung Börsengang.
Noch gibt es keine Angaben zur Aktienzahl, Bewertung oder Timing.
Aber man muss wissen, ein Confidential S1 ist doch kein Börsengang, sondern so eine vorbereitende Einreichung.
Das Unternehmen kann mit der Börse auf sich kommunizieren, ohne aber alle Details öffentlich machen zu müssen.
Erst wenn dann der IPO konkreter wird, dann wird das Dokument öffentlich.
Und für Antropic bedeutet das, die Firma schafft sich eine Option auf den IPO und sie kann schnell an den Markt gehen, falls Investorenstimmung, Bewertung und regulatorischer Review durch die SEC passen.
Und zuletzt war Antropic in der Finanzierungsrunde mit.
965 Milliarden Dollar bewertet worden.
Vorbörslich soll der Wert von Anthropic jetzt bereits bei 1,6 Billionen Dollar liegen.
Und da wird es jetzt sehr spannend sein zu sehen, ob OpenAI noch vor dem großen Konkurrenten Anthropic seinen Börsengang durchziehen kann.
An den Prognosemärkten, da kann man drauf wetten, stehen die Quoten so bei 80 Prozent für Anthropic.
Da OpenAI im Vergleich zu Anthropic nicht mehr richtig schnell wächst, muss sich die Konkurrenz da sehr beeilen.
Und sonst wird das nämlich möglicherweise gar nichts mehr.
Das wäre sehr schlecht.
Genau, wenn man sich die Quoten anschaut, 80 Prozent für Anthropic, das sieht für OpenAI mau aus.
Und dann gab es noch eine Meldung nach Börslich, die fand ich wirklich...
Wirklich krass, Alphabet hat 2% verloren.
Das war aber nicht die Meldung, sondern die Meldung war, das Unternehmen hat mal eben eine Kapitalerhöhung über, und jetzt hören wir mal schnell zu, 80 Milliarden Dollar, Annekönig.
Um KI-Ausgaben zu finanzieren.
10 Milliarden will davon Berkshire Hathaway zeichnen.
Die haben ja noch genug auf der hohen Kante.
Das haben wir euch gestern schon erzählt.
Das sind ungefähr 390 Milliarden.
Gut, jetzt haben sie noch ein paar für den Homebuilder ausgegeben, aber es ist immer noch genug da.
Dann kommen 40 Milliarden so ganz normal an den Markt und 30 überwandelbare Vorzugsaktien.
Und man muss sich mal überlegen, diese Dimensionen, 80 Milliarden, das ist mehr wert als Deutsche Post?
Das ist mehr wert als Merck, also die deutsche Merck.
Das ist mehr wert als Münchner Rück und auch mehr wert als Rheinmetall.
Und das zeigt so mal, wenn man einfach mal so nachbildet, ja, ja, wir machen hier mal 80 Milliarden.
wie die Dimensionen mittlerweile in Amerika sind und wie abgeschlagen wir in Europa sind.
Und das ist wirklich krass, wenn man diese Zahlen hört.
Was auch krass war, Rocket Labs sind 15 Prozent abgestürzt.
Da wirkte noch nach, dass eine Rakete von Blue Origin während eines Tests auf einer Startrahmen in Florida explodiert war, was so die Bemühungen dieses Unternehmens von Jeff Bezos erheblich zurückwirft und auch Fragen hinsichtlich seiner Plattform aufwarf.
Und die Explosion dämpfte so ein bisschen den Hype um den Raumfahrtsektor und schwächte die Begeisterung.
Der Anleger und ließ auch andere raumfahrtbezogene Aktien einbrechen, eben Rocket Lab beispielsweise oder AST Space Mobile.
Und der Vorfall könnte nämlich den Zeitplan für den Satelliteneinsatz von AST Space Mobile gefährden und zu einer erheblichen Verzögerung des Startplans von Blue Origin führen.
Das hat dann einige Analysten dazu veranlasst, ihre Empfehlungen für die Aktie herabzustufen.
Und du machst noch schnell Termine, Eckhard.
Genau, da gibt es keine Verzögerung.
Ich mache die ganz schnell.
Heute stehen Zahlen an von Palo Alto Networks, von GitLab.
Alter Beauty, Dollar General und Victoria's Secret.
Dann gibt es noch einige Hauptversammlungen, unter anderem von Flatex de Giro oder TeamViewer und Microsoft lädt zur Entwicklerkonferenz Build in San Francisco.
Das Thema des Tages.
Es gibt Studien, die sind trocken und es gibt Studien, die riechen förmlich nach Popcorn, Rasen und Lederball.
Und Goldman Sachs hat jetzt seine große WM-Prodose für 2026 vorgelegt.
Das ist so eine Studie, die nach Rasen und Lederball riecht.
Und das Ergebnis, das wollen wir euch im Thema des Tages mal präsentieren.
Schließlich starten jetzt ja auch die großen WM-Wettbewerbe, vielleicht auch mit den Kollegen.
Goldman möglicherweise interessante Calls, die euch dabei helfen können, vielleicht mal als WM-Wettsieger vom Hof zu gehen.
Goldman Sachs als Orakel von New York, Toronto und Mexiko statt.
Und zwar nicht aus Bauchgefühl, sondern mit einem knallharten Modell.
Goldman hat die WM 50.000 Mal simuliert.
Grundlage sind sogenannte Elo-Ratings, also ein System, das ursprünglich aus dem Schach kommt.
Und dazu kommen dann...
Torjägerqualität, Momentum, Heimvorteil, Reisedistanz, Temperatur, Höhe und historische Turniermentalität.
Also man muss wirklich sagen, es ist nicht einfach so nach dem Motto, naja Spanien, die haben Lamin Jamal, also fertig ist, Spanien wird gewinnen.
Aber es ist ein bisschen, würde ich sagen, ausgeklügelter.
Spanien hat auf jeden Fall das höchste ELO-Rating, gute Form, Torgefahr.
Und vor allen Dingen, da gibt es noch einen weiteren Aspekt, der Turnierbaum, der sieht machbar aus, also gegen wen du spielst.
Und Goldmann Sachsen nennt das Luck of the Draw, das Glück der Auslosung.
Das spielt bei Goldmann nämlich eine große Rolle.
Und da kommt jetzt schon mal die schlechte Nachricht.
Deutschland hatte mit seinem Spielbaum nämlich kein Glück.
Der könnte nämlich schon Deutschland im Achtelfinale auf Frankreich treffen.
Und dann könnte es vorbei sein, Eckart.
Naja, das ist wirklich misslich.
Und auch wegen dieses unglücklichen Turnierbaums beziffert Goldman die Wahrscheinlichkeit für einen deutschen WM-Sieg auf magere 4,5 Prozent.
Damit rangiert das Nagelsmann-Team bei der Titelchance auf Rang 8 hinter Portugal mit 4,8 Prozent und England mit 5 Prozent.
Die besten Titelaussichten bescheinigen die Investmentbanker.
Spanien mit 26%, Frankreich mit 19% und Argentinien mit 14%.
Und damit ist Goldman deutlich optimistischer für Spanien und Argentinien, als es der Wettmarkt ist und deutlich skeptischer bei England, als es der Wettmarkt ist.
Und das sind wir schon wieder bei einem sehr schönen Punkt.
England ist wieder mal so das Meme der Modellwelt.
Also wenn man das so bei Goldman sieht, ist das so ein bisschen süffisant, wenn man das auswählt.
Die schreiben dann so, ja, gute Spieler, gute Liga, große Erwartungen.
Aber sorry.
Historisch, liebe Engländer, underperformed ihr.
Und das war dann das Historische, hat die dann so weit nach hinten gerankt.
Diesmal kommt auch die Geografie hinzu.
England könnte laut Modell auf Mexiko treffen und zwar in Mexikostadt.
Heiß hochgelegen.
Und für ein Team aus einer eher kühlen Tiefebene ist das offenbar ein klarer Nachteil.
Also, klassisches Three-Line-Straight.
Fantastische Story, miese Ausführung.
Die drei Löwen sind ja das Wappen der Engländer.
Genau, und das Modell sieht bei England einen strukturellen Abschlag vor.
Nicht nur wegen des Spielbaums, sondern auch wegen historischer Turnierentäuschung.
Sie sagen auch immer, ist es eine Turniermannschaft oder nicht, oder sind die Engländer halt schlecht.
Und bei Deutschland ist es anders.
Da hat das Land nur Pech.
Mit der Auslosung, weil eben früh Frankreich drohen könnte, laut Modell.
Und Goldmann sagt sogar, Deutschland war beim Draw das unglücklichste Top-Team.
Während Argentinien, das ist das glücklichste, weil es nämlich erst Spanien im Finale treffen dürfte.
Und deswegen haben sie das größte Losglück gehabt.
Wie ist es insgesamt mit Argentinien?
Also Messi ist ja fast 39.
Die Goldman-Analyse, die ist insgesamt zwiegespalten.
Einerseits Argentinien hat ein starkes ELO-Rating und einen großen Competition-Boost.
Also historisch gute Turnier-DNA, kann man sagen.
Andererseits gibt es da den sogenannten Winner Slump.
Amtierende Weltmeister schneiden beim nächsten Turnier oft schwächer ab.
So ein bisschen wie an der Börse, nach dem Allzeithoch kommt die Mean Reversion.
Gut, jetzt bei amerikanischen Tech-Werten nicht, aber bei vielen anderen Sachen ist das so.
Und dann ist er der Weltmeistertitel, quasi die überkaufte Position.
Und bei Frankreich ist das spannende Gold.
Man liebt die individuelle Qualität, vor allem offensiv.
Aber Frankreich könnte schon im Halbfinale auf Spanien treffen.
Also dieser Pfad für Frankreich ist härter als der für Argentinien.
Das kann man sagen.
Und genau deshalb gewinnt dann nicht automatisch das beste Team, sondern das Team mit der besten Kombination aus Stärke, Momentum und Fahrt.
Goldman projiziert folgende Halbfinals.
Frankreich gegen Spanien und Brasilien gegen Argentinien.
Im Finale dann Spanien gegen Argentinien und...
Spanien holt den Titel.
Und damit ist dann dramaturgisch das Ganze auch perfekt.
Messi reicht die Fackel weiter an Lamin Jamal.
Und das schreibt Goldmann fast genauso.
Messi wird im Turnier 39 und Jamal wird kurz vor dem Finale 19.
Es könnte doch nicht schöner werden.
39 und 19.
Alte Fußballwelt gegen neue Fußballwelt.
Und jetzt die entscheidende Frage, wie ernst muss man diese Studie von Goldmann Sachs nehmen?
Und da muss man sagen, wir haben es auch...
selbst nochmal sich angeguckt, wie gut sind die da in dieser Auswertung.
Es ist ja auch viel Glück oder irgendwelche VAR-Dramen oder was auch immer da ist.
Ja, und Goldman selbst ist da erstaunlich ehrlich.
Das Modell hatte rückblickend eine Korrelation von 49 Prozent zwischen prognostizierter und tatsächlicher Tordifferenz bei WM-Spielen seit 1978.
Das ist besser als frühere Modelle, aber eben weit weg von perfekter Prognose.
Also das Modell ist nicht die Wahrheit, sondern eignet sich eher für das Partygespräch.
Ganz genau.
Und es hat blinde Flecken, es berücksichtigt offensive Klasse, aber eben weniger gut.
Defensivqualität, Torhüter, Verletzungen, Trainer-Effekt, weil das kann man natürlich nicht vorher modellieren, ist ja klar.
Und Goldmann fragt selbst, gibt es einen Ancelotti-Effekt für Brasilien?
Ist Jamal wirklich fit?
Sind Messi und Ronaldo nach Jahren außerhalb der europäischen Top-Ligen überhaupt noch konkurrenzfähig?
Also mir gefällt das.
Und die Investmentbank baut hier praktisch ein Modell und am Ende steht dann doch wieder die menschliche Unsicherheit.
Und genau darin liegt ja der Reiz.
Denn diese Studie ist eigentlich eine Marktstudie über Ungewissheit.
Spanien ist Favorit mit 26 Prozent.
Das heißt aber auch, in 74 Prozent der Simulation wird Spanien eben nicht Weltmeister.
Und das ist dann auch der Satz für alle Wettfreunde und Anleger.
Favorit heißt nicht sicher, 26 Prozent klingt hoch, aber es ist eben überhaupt keine Garantie, sondern eben die beste Einzelwahrscheinlichkeit.
Wie an der Börse gilt auch beim Fußball, wer Prognosen aufstellt, muss Demut haben.
Kurze Zwischenfrage, Kosenamen ja oder nein?
Also so ein Mausi oder Schatzi finde ich schon süß.
Ja stimmt, kann man machen, aber gibt es nicht auch zu süß?
Schnurzelpurzel ist schon grenzwertig.
Und Abschnuckelchen ist für mich Ende.
Schnurzi, Purzi, Kuschel, Herzilein.
Trennungsgrund.
Absoluter Trennungsgrund, ja.
Du, wenn dir so ein Schnurzi Purz zu süß ist, habe ich da was weniger Süßes für dich.
Aha.
Fruchtinade von Spreequell.
Die hat weniger Zucker als eine normale Limo, aber dafür viel Fruchtsaft.
Klingt gut.
Schmeckt auch gut.
Die gibt es in den Sorten Orange, Maracuja und Grapefruit, Zitrone.
Probiere ich mal.
Die AAA-Idee des Tages.
Wir haben ja gestern darüber berichtet, dass der Lieblingsindex der Deutschen, der MSCI World, eigentlich umbenannt werden müsste in MSCI Wall Street.
Denn nach dem jüngsten Rebalancing erreichen US-Aktien mit 74% des MSCI World einen historischen Spitzenwert.
Drei Viertel USA.
In einem Index, der World heißt.
Das ist schon eine sehr kreative Auslegung des Begriffs Welt.
Und es könnte noch krasser werden, wenn SpaceX und Co.
an die Börse gehen und wenig später in die Indizes kommen.
Tja, wer MSCI World...
der glaubt, die Welt im Depot zu haben, besitzt aber vor allem Amerika und vor allem die großen US-Tech und Plattformen.
Das muss kein Problem sein.
Das war auch die Erfolgsformel der vergangenen Jahre.
Aber es ist eben auch ein Klumpenrisiko.
Ein Markt, eine Währung und wenige Megacaps.
Und deshalb wollen wir euch in der AAA-D mal einen Welt-ETF vorstellen, der nicht automatisch immer mehr USA kauft, nur weil die US-Börse teurer wird.
Es ist der Amundi.
Fuzzi All World GDP Weighted, der überhaupt erst seit fünf Tagen gehandelt wird.
Der Name Amundi Fuzzi All World GDP Weighted, das klingt so ein bisschen sperrig, aber...
Die Idee, die ist ganz spannend, zumindest für jene unter euch, denen diese amerikanische Dominanz langsam unheimlich wird.
Der ETF bildet den FTSE All World ab, aber er adjustiert ihn GDP Adjusted.
Also so eine Bruttoinlandsprodukt gewichtete Version des FTSE All World, der die gesamte Welt auch Schwellenländer mit abbildet.
Also nicht, welche Aktienmärkte sind die dicksten, sondern welche Volkswirtschaften haben welches Gewicht in der globalen Wirtschaft.
Und der Unterschied, der ist wirklich gewaltig.
Im klassischen FTSE All World liegen die USA bei 63,1%.
Das ist zwar unter den 74% des MSCI World, aber immer noch sehr viel.
Und wenn man sich den GDP-Wated-Index anguckt, dann sind es nur noch 32,9%, also nur halb so viel.
China steigt dagegen von 2,7% auf...
15,7, Deutschland von 1,9 auf 4,5.
Auch Indien, Frankreich, Italien und Brasilien bekommen mehr Gewicht.
Der Welt-ETF, der ist nicht nur ein bisschen anders gewichtet, er bringt auch ein ganz anderes Weltbild ins Depot.
In dem Sinn ist der ETF kein Anti-USA-Produkt, aber ein Anti-USA-Übergewichtsprodukt.
Er holt die Weltwirtschaft zurück ins Portfolio.
Und das sieht man auch bei den Branchen.
Der klassische Fuzzi Orwell ist ja stark von Tech geprägt.
Halbleiter 15,7 Prozent, Hardware 8,9, Software 6,1.
Und beim GDP-Vaded stehen dagegen Banken mit 14,2 Prozent ganz oben.
Halbleiter fallen auf 8,3, also fast nur noch die Hälfte.
Hardware auf 5,7 und Software auf 3,7.
Und dafür bekommen andere Branchen wie Energie, Versicherungen, Versorger und klassische Zykliker mehr Gewicht.
Man könnte sagen, weniger Silicon Valley, mehr Realwirtschaft.
Das offenbart dann auch der Titelcheck im klassischen Fuzzi All World, dominiert Big Tech Nvidia mit...
4,7 Prozent, Apple mit 4,2, Alphabet mit 3,8, Microsoft mit 3,2 Prozent und dann kommen noch Amazon mit 2,5 Prozent.
Ja, und so geht es dann weiter mit Broadcom, TSMC, Meta und Tesla.
Und das klingt zugespitzt so ein bisschen wie so ein Magnificent Seven plus Halbleiter ETF.
Wenn man sich jetzt den GDP-Rate ETF guckt, dann sind die Top Ten ganz anders.
Platz 1, klar, ist auch weiter in Nvidia, aber eben nicht mehr 4,7, sondern nur noch 2,4, also nur noch halb so hoch.
Dann Apple 2,2 und dann kommt auf einmal Tencent mit 2% und Alibaba mit 1,6% und Microsoft 1,5.
Da sieht man also...
dass sich die US-Tech-Werte halbieren.
Und dafür kommen dann eben andere Werte wie Tencent, Alibaba ins Spiel.
Und auch Indien und Europa sind viel höher gewichtet.
Die Top-Ten-Konzentration sinkt ebenfalls.
Im klassischen FTSE All World macht die zehn Größenpositionen 24,5 Prozent aus.
Beim GDB-Wighted sind es nur 18 Prozent.
Und das ist dann wirklich deutlich weniger Mega-Cap-Abhängigkeit.
Der GDP-Wated Index ist auch günstiger bewertet insgesamt mit einem Durchschnittskarte von 19,2 statt 24,7 und einem Durchschnittskurs-Buchwert-Verhältnis von 2,3 verglichen mit 3,8.
Ja, und die Dividendrendite, die steigt, da sind es 2,3% statt 1,6%.
Man bekommt also weniger Wachstumsfantasie, aber mehr Bewertungspuffer.
Und jetzt?
kommt aber der Haken, das ist die Performance der vergangenen Jahre.
Klar, Amerika ist gut gelaufen und über zehn Jahre kam eben der klassische Fuzzi Orwell, der eben voll Amerika drin hat, auf plus 236 Prozent und der GDP-Rated Index, der kam lediglich auf 171 Prozent.
Das sind analysiert 12,9 gegen 10,5 Prozent und auch auf fünf Jahre Sicht war es nicht so viel besser, weil eben wie gesagt die US-Tech-Rallye weniger stark von dem GDP-Rated mitgenommen wurde.
Diese AAA-D ist deshalb keine Rückspiegelwette, sie ist eine These für die nächste Dekade.
Wenn Amerika, Big Tech und die Magnificent Seven weiter dominieren, dann bleibt der klassische Weltindex schwer zu schlagen.
Und wenn sich die Renditequellen verbreitern, wenn China, Indien, Europa, Banken, Energie und Industriewerte zurückkommen, dann könnte der GDP-Rated-Ansatz seine Stunde haben.
Das war alles über Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback.
Schickt uns eine Bewertung.
Ich war gestern in Frankfurt und habe Vasili Papas und die Kollegen von Union Investment besucht.
Und ich muss wirklich sagen, auch im Portfolio Management von Union Investment wird alles über Aktien gehört.
Und das freut mich ganz besonders, wenn auch Profis uns hören.
Und deswegen Shoutout in die erste Etage zum Portfolio Management von Union Investment.
Ja, und dann hat Diego uns geschrieben.
Er hat eine Bitte, nämlich den Podcast in zwei bis drei Timestamps zu dateien.
Die ersten zwei bis drei Minuten, das sei der alte Börsentag und darüber seien ja viele bereits informiert.
Naja, es ist ja nun mal so, angesichts unseres Börsenschlusses von 0 Uhr und vielleicht später würde ich bezweifeln, dass ihr das Marktgeschehen wirklich schon alle kennt.
Aber bei Spotify, da gibt es ohnehin Timestamps, da gibt es automatisierte...
Und die könnt ihr dann zum Beispiel einfach überspringen, falls das wirklich so sein sollte.
Und apropos Themenmarken und Themen, was gibt es denn heute bei euch, Defner und Schäbitz, zu hören?
Bei den Marken Defner und Schäbitz gibt es folgendes Thema, nämlich wir haben uns auch nochmal das Basisinvestment angeguckt in Zeiten von der amerikanischen Dominanz und deswegen...
Wollen wir auch nochmal gucken, was kann man denn da machen?
Was gibt es da?
Ist vielleicht der Gerd-Kommer-ETF eine gute Geschichte?
Oder gibt es andere ETFs, die so ein bisschen diese US-Dominanz machen?
Oder muss man überhaupt die US-Dominanz irgendwie zurückschneiden?
Oder ist es nicht eine aktive Wette, die man dabei eingeht?
All das wollen wir diskutieren.
Und das wollt ihr ganz sicher nicht verpassen, weil es ja euer Basis-Investment ist.
Genauso wenig wollt ihr aber uns morgen verpassen.
Und deswegen heißt es, abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Ja, und wir hören uns dann morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
