# AI Infrastructure, Logistics Optimization, and Market Resilience

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-06-01

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 1.
Juli.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital und die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Das Ganze gibt es auch für Kinderkonten und im Prime Plus Broker sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlangensicherung reift.
Wir starten die Woche mit einem Riesendeal und Update zu DHL.
Außerdem gibt es den größten Mobilfunkmastenbetreiber oder Vermieter in Europa und natürlich die aktuellen News und das große Comeback der Softwareaktien.
Der Mai ist vorbei und damit auch der Monat, in dem es das große Comeback der Softwareaktien gab.
Das sieht man erstens am Nasdaq-Index, der ja sehr viele Tech- und Softwareaktien hat und im Mai 8% gestiegen ist.
Der breitere S&P 500 ist zum Beispiel nur 5% gestiegen.
Und wenn man den April auch noch reinrechnet, hatte der Nasdaq sogar seine beste Zwei-Monats-Performance seit 2002.
Und noch besser gelaufen ist eben der reine Softwarebereich, der iShares Expanded Tech Sector ETF, bei dem die größten Positionen so Firmen wie Palo Alto, Palantir oder CrowdStrike sind, hat im Mai zum Beispiel über 20% zugelegt.
Getrieben wird es generell davon, dass die Börse die KI-Bedrohung bei Softwareaktien zwar weiter sieht, aber nicht mehr ganz so extrem einschätzt wie vor ein paar Monaten noch.
Und das liegt sicher auch an den Quartalszahlen, die eben bei vielen Softwarefirmen dann doch ein bisschen besser waren.
Über die krasse Outperformance von Snowflake habe ich ja schon gesprochen letzte Woche.
Und am Freitag ist dann auch noch die Cybersecurity-Aktie Okta.
um die 30 Prozent gestiegen.
Die sind ja eigentlich dafür bekannt, dass sie einfach gesagt sichere Loginsiten bauen.
Analysten sehen aber auch immer mehr KI-Potenzial und die Firma selbst natürlich auch.
Sie haben nämlich ein Produkt gebaut, mit dem man die eigenen KI-Agenten sicher laufen lassen kann.
Ich kann also sehen, wo meine KI-Agenten gerade unterwegs sind und kann vor allem auch steuern, auf welche Tools sie in meiner Firma zugreifen können und auf welche eben nicht.
Fairerweise muss man sagen, dass Okta damit Stand jetzt noch gar nicht so viel Umsatz macht, weil sie das Produkt langsam ausrollen.
Aber Sie sehen eben sehr hohe Nachfrage.
Sie sehen auch, dass KI-Deals im Schnitt größer sind als die ohne KI und vor allem gibt es einen ganz guten Nebeneffekt.
Durch dieses KI-Thema kommt Okta nämlich leichter in strategische Gespräche mit den Kunden, die dann teilweise erstmal die normalen Produkte kaufen.
Und das hat auch den starken Kursanstieg am Freitag ausgelöst, weil Okta zwar durch KI starke Zahlen hat, aber eben noch nicht durch die KI-Produkte selbst.
Und das gibt noch einiges an Upside-Potenzial.
Auch viel KI-Upside gab es im letzten Monat übrigens ein bisschen unterm Radar bei Lenovo.
Die profitieren genau wie Dell massiv vom Boom bei KI-Servern.
Und die Lenovo-Aktie hat sich im letzten Monat einfach mal verdoppelt.
Das war die stärkste Performance seit 1999.
Und eine gute KI-Nachricht für Europa habe ich ausnahmsweise auch noch dabei.
Und zwar will Softbank bis zu 75 Milliarden Euro in Rechenzentren in Frankreich investieren.
Passend zu der absurden Summe kam außerdem die News, dass Apollo und Blackstone, also die zwei Private Equity und Private Credit Firmen, an einem Deal arbeiten.
wo sie für 36 Milliarden Dollar Chips von Google kaufen, die dann von Anthropic geleast werden.
Das dürfte auf jeden Fall der größte Chip-Finanzierungsdeal der Geschichte sein.
Und spannend ist mal wieder die Rolle von Broadcom.
Die entwickeln ja zusammen mit Google die Chips, kriegen also aus dem Deal auch einiges an Geld raus.
Und entsprechend haben sie einen gewissen Anreiz, dass der Deal durchgeht.
Und dafür hat Broadcom jetzt den Kredit garantiert.
Heißt auf Deutsch, wenn Anthropic die Leasingraten nicht bezahlt, kriegen Apollo und Blackstone die Chips.
Und wenn der Wert der Chips dann weniger ist als der Wert des Investments, gibt ihnen Broadcom die restliche Summe.
Ziemlich absurd und mal wieder ein Beispiel dafür, wie KI-Firmen ihre eigenen Kunden zumindest indirekt finanzieren.
Bei all den optimistischen KI- und Software-Nachrichten haben die meisten aber ja sicher auch die Explosion von Jeff Bezos' Blue Origin-Rakete gesehen.
Es wurde glücklicherweise niemand verletzt, an der Börse hat es aber dazu geführt, dass die meisten Weltraumaktien erstmal gesunken sind am Freitag.
Und auch für SpaceX könnten die Nachrichten sogar eher schlecht sein.
Zwar hat man damit gesehen, dass ein wichtiger SpaceX-Konkurrent, nämlich Blue Origin, noch Schwächen hat.
Man hat aber vor allem auch mal wieder gesehen, wie risikoreich eben dieses Weltraumbusiness ist.
Und den Reminder hat Musk kurz vor dem Börsengang wahrscheinlich eigentlich nicht gebraucht.
Sonst gab es am Freitag noch zwei gute News zur wirtschaftlichen Lage.
Einmal ist die Aktie von CTS Eventim über 10% hoch, weil die den Umsatz letztes Quartal mehr als 20% gesteigert haben.
Getrieben wurde das vor allem von den eigenen Live-Events, die Eventim also selbst veranstaltet.
Und insgesamt zeigen die Zahlen eben, dass die Menschen trotz schwieriger Wirtschaftslage einfach noch eine ziemlich hohe Zahlungsbereitschaft für Live-Events, Konzerte und so weiter haben.
Auch starke Zahlen gab es bei den Kollegen von Costco.
Noch am 16.
April hat Timon ja erzählt, dass Costco sich mehr auf Tankstellen fokussiert, um neue Kunden zu kriegen.
Und das hat letztes Quartal auch durch den Iran-Krieg einfach sehr gut funktioniert, weil Kunden zu Costco sind, wo es vergleichsweise günstig zu tanken ist.
Und damit verdient Costco zwar an sich gar nicht so viel Geld, aber um zu tanken braucht man die Costco-Mitgliedschaft und das ist für Costco wiederum ein sehr profitables Business.
Und zum Schluss noch zwei eher absurde Meldungen.
Bei Durex sind die Umsätze letztes Quartal gesunken, was vor allem an einem Rückgang in China liegt.
Dort wurden nämlich die Werberegeln für Kondome verschärft.
Zum Beispiel darf man nicht mehr in Live-Shopping-Streams für Kondome werben.
Und laut Financial Times liegt das vor allem daran, dass China die Geburtenrate antreiben will.
Und zweite News, fast die wichtigste des Tages.
Goldman Sachs hat ein statistisches Modell für die WM gebaut.
Mit 26% Wahrscheinlichkeit gewinnt Spanien.
Deutschland schätzen sie auf unter 5%.
DHL hat letzte Woche einen Milliardendeal gemacht und wer könnte sich denn besser anschauen als unser Experte für deutsche Aktien Christoph Damm?
Konkret geht es um einen mehrjährigen Deal von DHL E-Commerce mit dem US Postal Service über mehr als 10 Milliarden Dollar.
DHL übernimmt dadurch die profitablen Schritte, also Abholung bei Unternehmen, Sortierung in 19 vollautomatisierten Hubs und den Transport.
Die letzte Meile, also das personalintensive Zustellen an die Haustüren, das übernimmt komplett die US-Post.
DHL spart sich damit ein eigenes Zustellnetz in den USA und will trotzdem das dortige Geschäft bis 2030 verdoppeln.
DHL ist nach Amazon jetzt der zweitgrößte Kunde der US-Post.
Spannender Deal also.
Operativ läuft es bei DHL gerade eh schon gut.
Die Zahlen im letzten Quartal waren besser als erwartet.
Ohne Währungseffekte ist der Umsatz um zwei Prozent gestiegen und es war das siebte Quartal in Folge mit Gewinnwachstum.
Das klingt erstmal überraschend, weil das Umfeld alles andere als einfach ist.
Der Iran-Krieg hat Seewege blockiert und Lufträume gesperrt und der hohe Ölpreis sorgt für hohe Spritpreise.
Aber DHL kann durch seine Größe gut auf solche Probleme reagieren.
Der Konzern hat tausende Kunden, eine eigene Flotte, eigene Hubs auf allen Kontinenten und kann Routen innerhalb von Stunden umstellen.
Ist ein Seeweg blockiert, weicht er auf die Luft aus.
Ist ein Flughafen gesperrt, fährt man per LKW zum nächsten.
Außerdem können höhere Treibstoffkosten per Vertrag weitergegeben werden.
Insgesamt ist DHL so breit aufgestellt, dass Probleme in einem einzelnen Sektor eben ausgeglichen werden können.
Ein Punkt fällt aber trotzdem auf.
Die Seefracht ist im ersten Quartal trotz gestiegenem Volumen beim Umsatz um die 15 Prozent eingebrochen.
Das liegt daran, dass sich die Frachtpreise nach den Rekordniveaus der Nachkrisenzeit normalisiert haben.
Dafür läuft ein anderer Bereich stark.
DHL verdient nämlich auch direkt am KI-Boom.
Wer ein Rechenzentrum baut, der braucht zum Beispiel Elektrokomponenten, die oft per Luftfracht aus Asien kommen.
DHL fliegt diese Teile ein, lagert sie dann lokal und liefert sie auf die Baustelle, wenn sie benötigt werden.
2025 hat DHL den Umsatz mit solchen Hyperscaler-Kunden mehr als verdreifacht.
Fairerweise ist der Anteil am Gesamtumsatz noch klein, aber er wächst.
Gewachsen ist auch die Aktie.
In den letzten zwölf Monaten ist sie um die 30 Prozent gestiegen.
Der Börsenwert liegt bei knapp 60 Milliarden Euro.
Das entspricht dem 16-fachen vom erwarteten Gewinn.
Dazu gibt es eine Dividendenrendite von fast 4 Prozent.
Wirkt erstmal nicht so teuer bei der guten Gewinnentwicklung zuletzt.
Allerdings ist es teurer als im Schnitt der letzten Jahre und DHL hängt stark vom aktuell schwächelnden Welthandel ab.
Wie verdient man eigentlich Geld mit Mobilfunkmasten?
Mein Kollege Timon klärt auf.
Noah hat euch vor ein paar Tagen vom Star-Investor Chris Hohn erzählt.
Der hält nur wenige Unternehmen und die dann aber über lange Zeit.
Und als ich mir angeschaut habe, was der Kollege so im Depot hat, ist mir ein Unternehmen besonders aufgefallen.
Cellnex Telekom ist Europas größter unabhängiger Betreiber von Mobilfunkmasten.
Über 130.000 Standorte in zehn Ländern gehören zu dem spanischen Unternehmen und Celnix vermietet die Massen innerhalb einer Region für mehrere hundert Millionen Euro an Mobilfunkanbieter wie Telefonica, Vodafone oder die französische Brugge.
Im Schnitt laufen die Verträge noch über 15 Jahre und beinhalten einen Inflationsschutz.
Auch Energie- und Nutzungskosten werden an die Kunden weitergegeben und von denen wechseln im Jahr nur unter 1%.
Das liegt unter anderem daran, dass es harte Regeln gibt, Wer solche Mobilfunkmasten bauen darf und auch nur bestimmte Orte dafür in Frage kommen.
Und wenn die einmal besetzt sind, wird es für Wettbewerber schwer.
Durch die langen Verträge ist ein großer Teil von Sellnex Wachstum schon abgesichert.
Insgesamt liegt der Auftragsbestand bei 100 Milliarden Dollar und 2025 haben sie nicht mal 5 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.
Hohn ist hier mit knapp 10% Anteil der zweitgrößte Aktionär und setzt sich dafür ein, dass mehr von den Gewinnen an Aktionäre zurückgeht.
Bis Ende des Jahres soll knapp eine Milliarde Dollar in Dividenden- und Aktienrückkäufe fließen und die Dividende soll bis 2030 mit im Schnitt 7,5% wachsen.
Bei knapp 20 Milliarden Dollar Börsenwert ist das schon was.
Leisten kann Celnix sich das, weil sie endlich wieder ordentlich Cash erwirtschaften.
Über Jahre hatte Celnix riesige Aufträge für den Bau von neuen Masten.
Das treibt zwar den Umsatz, aber weil die Masten auch gebaut werden mussten, hat man in der Zeit kaum Geld erwirtschaftet.
und stattdessen sogar einen 20 Milliarden Dollar Berg an Schulden aufgebaut.
Der Großteil dieser Investitionen soll bis 2028 durch sein, danach bleibt eine Cash Cow mit kaum Kosten, aber massig Einnahmen.
Das Geschäftsmodell ist dann auch besonders attraktiv, weil ein zweiter oder ein dritter Mieter pro Mast kaum extra Kosten verursacht.
Boden, Stahl und Genehmigungen sind ja schon bezahlt.
Eine extra Antenne draufzuschrauben kostet fast gar nichts und fast alle zusätzlichen Einnahmen fließen direkt in den Gewinn.
Aktuell teilen sich im Schnitt gut anderthalb Mieter einen Cellnex-Must.
Dadurch wird pro Tower knapp 30.000 Dollar Umsatz gemacht.
Beim amerikanischen Pendant American Tower sind es über zweieinhalb.
In den USA sind die Mobilfunknetze aber auch schon zu 90% auf 5G umgestellt.
In Europa ist man erst bei knapp 40%.
5G braucht eine dichtere Netzabdeckung und zusätzliche Funkzellen.
Wenn der Ausbau in Europa Fahrt aufnimmt, sollte das dazu führen, dass Mobilfunkbetreiber mehr Antennen auf die gleichen Türme packen müssen.
Denn die Investitionen von Cellnex Seite wurden dafür ja schon gemacht, allerdings mussten sie dafür auch ordentlich Schulden aufnehmen.
Minus Cash ist man trotzdem bei 20 Milliarden Dollar bzw.
dem Doppelten vom Börsenwert.
In dem Bereich fühlt sich das Management aber trotzdem wohl.
Schließlich hat Cellnex seine Masten und könnte die im Zweifelsfall verkaufen.
In Regionen, in denen sie nicht so aktiv sind, haben sie das auch schon gemacht.
Zum Beispiel verkaufen sie gerade ihre Schweizer Tochter mit rund 6000 Standorten für einen von JP Morgan geschätzten Preis von knapp 2 Milliarden Euro.
Und 2024 haben sie ihren Irlandbestand für knapp 1 Milliarde Euro an Private Equity Investoren verkauft.
Hier hat die Bewertung dem 24-fachen vom operativen Gewinn vor Abschreibung und nach Leasingkosten in der Region entsprochen.
Private Equity-Investoren sind also bereit, für die Masten eine deutlich höhere Bewertung zu zahlen, als für die CELNEX aktuell insgesamt gehandelt wird.
An der Börse wird CELNEX inklusive Schulden, nämlich nur mit dem 15-fachen, vom operativen Gewinn vor Abschreibung und nach Leasingkosten bewertet.
Im Moment läuft ja noch die Mobilfunk-Messwoche und da gibt es ja so eine spezielle App, in der man Funklöcher im Mobilfunk, also Telefonnetz, melden kann.
Ich mache da auch richtig heftig mit.
Immer wenn keine Meldung von mir zu sehen ist, bin ich in so einem Funkloch und dokumentiere das dadurch, dass ich keine Meldung in der App absetzen kann.
Clever, oder?
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in die Woche.
Adios.
