# AI Monetization Shifts & Retail Margin Expansion

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-29

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 29.
Mai.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker, der neben einer Trading Flatrate, dem Tagesskillkonto der hauseigenen Börse, und, und, und auch noch ein immer umfangreicheres Kreditsprodukt hat.
Bei Scalable Capital könnt ihr nämlich eure Wertpapiere beleihen und dafür einen Kredit kriegen.
Bis vor kurzem ging das nur bis 100.000 Euro, mittlerweile geht es jetzt bis 250.000 Euro.
Das Geld könnt ihr euch dann ganz normal auszahlen lassen oder halt im Broker selbst nutzen, wobei man natürlich extrem, extrem vorsichtig sein sollte, wenn man mit Krediten handelt.
Mehr Infos gibt es wie immer in der Beschreibung und wir beenden die Woche mit zwei ganz unterschiedlichen Firmen, die vom Boom bei Anthropic und Claude profitieren.
Erstens Zoom, zweitens Amazon und davor gibt es natürlich erstmal die aktuellen News.
Wir reden ja heute in der Folge auch wieder viel über KI und Tech.
Trotzdem, wenn ich mir mal die Bloomberg Billionaires Liste mit den reichsten Menschen der Welt anschaue, dann sind da ganz oben natürlich erstmal nur Tech-Unternehmer, aber ab Platz 10 kommen dann ganz viele Einzelhandelsunternehmer.
Erstmal zum Beispiel die drei Erben der Walmart-Dynastie, dann Amancio Ortega mit Inditex und auf Platz 27 zum Beispiel der Gründer von Uniqlo.
Heißt auf Deutsch, große Vermögen kann man neben Tech auch sehr gut im Handel aufbauen und große Renditen konnte man auch gestern im Handel einfahren.
Einmal hat zum Beispiel die Aktie von Dollar Tree um die 20% zugelegt, weil die erstens immer mehr neue Läden eröffnen, aber vor allem auch in den bestehenden Läden wachsen, knapp 4% im letzten Quartal.
Spannend ist da ja auch immer zu sehen, woher das Wachstum kommt.
Dollar Tree ist eigentlich als ein Dollar-Storekette bekannt, sie verkaufen aber auch immer mehr Produkte, die einen Tick teurer sind.
Und auf der anderen Seite sehen sie denselben Effekt, den auch Walmart schon seit einigen Jahren sieht, also dass viele wohlhabendere Kunden einfach öfter zu Dollar Tree kommen.
Und positiv war außerdem, dass der Schwund endlich mal zurückgeht, also kurz gesagt, wie viel gestohlen wird.
Beim letzten Investorentag war die Reduktion vom Schwund sogar eine von sechs großen Zukunftschancen, die sie gesehen haben.
Ähnlich viel Rendite wie mit Dollar Tree konnte man gestern auch mit Best Buy machen, also dem Saturn der Amis.
Die wachsen zwar in bestehenden Läden nur mit um die 2%, Gerade im aktuellen Umfeld, wo viel Elektronik durch Speicherchippreise teurer wird, ist es aber trotzdem ziemlich solide.
Und sie sagen zwar, dass das wirtschaftliche Umfeld angespannt ist, sie das auch bei den Kunden merken, aber vor allem für Gaming-Konsolen oder ganz neue Produkte wie die Meta-Brillen, 3D-Drucker oder sowas wie die Aura-Ränge.
geben Kunden weiter sehr gern Geld aus.
Spannend fand ich auch noch, dass das Management bei den Kunden bisher kein so großes Bewusstsein für die Speicherchippreise sieht.
Es gibt also eher wenige Kunden, die jetzt kaufen, weil sie glauben, dass die Chippreise in ein paar Monaten durch die Decke gehen.
Und einen Einzelhandels-Highflyer habe ich noch dabei.
Auch die Aktie von der Kaufhauskette Coles ist nämlich fast 20% gestiegen.
Die hatten zwar Für sich gesehen keine guten Zahlen, zum Beispiel ist der Umsatz in bestehenden Läden sogar 1% gesunken, aber Analysten haben eben sogar 2% Rückgang erwartet und es war immer noch die beste Performance seit mehr als 4 Jahren.
Soweit also mal das Update zur aktuellen Konsumlage, wobei ein Update aus der reichen Welt der Konsumenten habe ich noch und zwar hat der...
Ferrari-CEO gestern sein neues E-Auto verteidigt und meinte, dass sie schon Bestellungen kriegen, und zwar von bestehenden und auch von neuen Kunden.
Wie viele Bestellungen das genau sind, wollte er natürlich nicht sagen, die Aktie ist gestern aber um die 3% gestiegen.
Soweit mal zu den eher langweiligeren Themen.
Gestern haben aber auch mal ein paar Hype-Themen wieder ziemlich abgeliefert.
Zum Beispiel gab es einen Bericht, dass die Trump-Regierung die Drohnenindustrie in den USA pushen will und deshalb auch mit ein paar Playern über ein Investment verhandelt.
Einer dieser Player könnte Unusual Machines sein, die machen Drohnenkomponenten und Donald Trump Jr.
sitzt dort glücklicherweise auch im Aufsichtsrat.
Die Aktie ist auch noch ziemlich klein mit ca.
1 Milliarde Börsenwert, sie ist aber gestern einfach mal 60% gestiegen und auch andere Drohnenplayer oder Firmen im Drohnenbereich wie Redcat, Ondas oder Arrow Vironment sind um die 20% hoch, aber alles, wie gesagt, ziemlich spekulativ.
Übrigens war gestern generell ein ganz guter Tag für Rüstungsaktien.
Vor allem in Europa, Rheinmetall war ganz oben im DAX und TKMS, Hensoldt oder Rheinquan ganz oben im MDAX.
Und auch sonst war die Börsenstimmung gestern vor allem in den USA eigentlich ganz gut.
Neben Einzelhändlern haben zum Beispiel auch Softwareaktien stark zugelegt.
Das könnte insgesamt an ein paar Medienberichten liegen, dass der Iran und die USA jetzt doch wieder näher an einer Einigung sind.
Aktuell dreht sich und ändert sich das aber immer so schnell, dass man diese News mit großer Vorsicht genießen sollte.
Und zum Abschluss noch eine News aus der eher absurden Welt der Prediction Markets.
Letztes Jahr hat ein Polymarket Trader mit dem Namen Alpha Raccoon auf Top-Google-Suchergebnisse für 2025 gewettet und einige seiner Wetten, die extrem unwahrscheinlich waren, sind aufgegangen und er hat insgesamt ein...
1,2 Millionen Dollar verdient.
Problem ist aber, dass Alpha Raccoon nicht einfach nur Glück hatte, sondern er Mitarbeiter bei Google in Zürich ist und jetzt muss er sich deshalb vor Gericht verantworten.
PS, noch ein kleiner Nachsag, weil gestern nach Börsenschluss noch zwei Quartalszahlen wirklich krass waren.
Einmal haben die Kollegen bei Dell die sowieso schon hohen Erwartungen massiv übertroffen.
Heißt auf Deutsch, statt 35 Milliarden Dollar hat Dell 44 Milliarden Dollar Umsatz gemacht im letzten Quartal, also fast 10 Milliarden mehr als erwartet und ist damit im Vergleich zum Vorjahr einfach mal fast 90 Prozent gewachsen.
Die Prognosen für die nächste Zeit waren ähnlich stark und das Krasse ist, dass nicht nur der Umsatz viel höher ist als erwartet, sondern auch noch die Margen ein bisschen höher waren.
Das war bei Dell ja lang die Sorge.
Also kurz gesagt, die Nachfrage nach KI-Servern und IT-Equipment an sich ist einfach extrem hoch.
Nicht ganz so krass übertroffen, aber auch starke Zahlen gab es bei den Kollegen von MongoDB.
Die sind ja ähnlich wie Snowflake im Datenbereich aktiv, auch wenn in ganz anderen Datenbereichen.
Und genau wie Snowflake in der letzten Folge boomt das Business von MongoDB eher durch KI als bedroht zu werden.
Zumindest ist es aktuell so.
Die Aktie ist gestern, genau wie die von Dell, nach Börsenschuss über 20 Prozent gestiegen.
Ich habe es im Intro schon gesagt.
Wir sprechen heute über zwei Anthropic und Claude Profiteure und den ersten hat Timo dabei.
2005 hat Yahoo für eine Milliarde Dollar 40% an Alibaba gekauft.
Zehn Jahre später war die Beteiligung dann mehr wert als das eigene Business von Yahoo selbst.
Eine ähnliche Dynamik gibt es gerade bei einem anderen Unternehmen.
2023 hat Zoom über seinen Investmentarm knapp 50 Millionen Dollar in den Tropic gesteckt.
Damals lag die Bewertung noch bei knapp 5 Milliarden Dollar.
Bei der letzten Finanzierungsrunde im Februar 2026 war sie bei 380 Milliarden Dollar.
Und Zooms Anteil ist damit 1,3 Milliarden Dollar wert.
Entropic bereitet sich laut Bloomberg gerade auf die nächste Finanzierungsrunde vor und da wird eine Bewertung von über 900 Milliarden Dollar erwartet.
Falls es dazu kommt, würde Zooms Anteil auf dem Papier um die 3 Milliarden Dollar wert sein und Ende des Jahres soll dann ja noch der Börsengang kommen.
Wenn man den Entropic-Teil und die knapp 8 Milliarden Dollar Netto Cash von Zoom vom fast 30 Milliarden Dollar Börsenwert abzieht, wird das eigentliche operative Geschäft nur mit dem 15-fachen vom operativen Gewinn bewertet.
Dabei konnte der über die letzten drei Jahre mit im Schnitt fast 50% pro Jahr wachsen.
Das Gewinnwachstum kommt fast komplett dadurch, dass sich die operative Marge auf 24% verdoppelt hat.
Der Umsatz ist in der gleichen Zeit nur im Schnitt 4% auf 5 Milliarden Dollar gestiegen.
Man muss aber auch sagen, dass er auch nach dem krassen Hype während Corona nicht wieder gefallen ist, sondern sich halten konnte.
Das ist in sich schon stark und das Wachstum zieht langsam wieder an.
Und das liegt unter anderem an neuen Produkten wie Zooms KI-Assistenten, der über die Partnerschaft mit Entropic funktioniert, das Zoom Phone, ein Ersatz für klassische Bürotelefone in der Cloud und auch eine Software für Kundenserviceteams wächst zweistellig.
Laut Morningstar gewinnt Zoom hier Marktanteile von Wettbewerbern.
Der Grund, warum die Marge in den letzten Jahren so stark steigen konnte, ist, dass Zoom Anfang 2023 knapp 15 Prozent der Mitarbeiter entlassen hat.
Und die Firma gibt weniger Aktienpakete an Mitarbeiter raus als früher.
Dazu kommt, dass ein immer größerer Teil des Vertriebs über Partner läuft.
Das ist günstiger als eigene Vertriebsmitarbeiter.
Der aktivistische Investor Spruce Point Capital Management, der im April bei Zoom eingestiegen ist, geht davon aus, dass Zoom noch mehr Mitarbeiter entlassen und die Kosten noch weiter senken könnte und hat deswegen einen Brief an das Management geschrieben.
Er verlangt außerdem, dass das Cash sinnvoll eingesetzt wird.
Zum Beispiel durch eine Dividende oder ein höheres Aktienrückkaufprogramm.
Das aktuelle liegt bei ca.
5% vom Börsenwert.
Wenn das Management das und noch ein paar andere Dinge durchsetzt, sieht der Investor die Möglichkeit, dass sich die Aktie innerhalb von einem Jahr knapp verdoppelt.
Das Management scheint die Investmentchance nicht ganz so zu sehen.
Der Gründer und CEO, der CFO und auch einzelne Direktoren und Spartenchefs haben in den letzten zwei Jahren Aktien im Wert von über 200 Millionen Dollar verkauft.
Gekauft wurden keine.
Auch wenn Verkäufe immer unterschiedliche Gründe haben können, wie zum Beispiel, dass der CEO noch knapp 7% am Unternehmen hält und vielleicht einfach sein privates Portfolio diversifizieren will, fällt es schon auf, wenn die Verkäufe so groß sind und von so vielen Personen gemacht wurden.
Zoom ist mit Microsoft Teams und Google Meet in einem Markt unterwegs, wo die Konkurrenten ihr Produkt oft als kostenlosen Anhang zu ohnehin gekauften Softwarepaketen anbieten können.
Das ist natürlich ein Nachteil für Zoom.
Bisher konnten sie sich aber auch trotzdem durchsetzen.
teile ich mal.
Könnt ihr meinen Bildschirm sehen?
Ja, man sieht den Bildschirm.
Man sieht den Bildschirm jedes Mal und das seit 5 Jahren.
Wenn man auf Bildschirm teilen klickt, teilt man seinen Bildschirm.
Dafür ist der Knopf da.
Neben Zoom gibt es noch einen anderen großen Profiteur vom Anthropic und Cloud Boom.
Und zwar habe ich ja Anfang der Woche schon erzählt, dass Amazon durch sein Anthropic Investment alleine im letzten Quartal fast 20 Milliarden Dollar Zusatzgewinn gemacht hat, weil der Wert von dem Investment eben so krass gestiegen ist.
Problem ist nur, dass diese 20 Milliarden Dollar für eine Firma wie Amazon mit fast 3000 Milliarden Dollar Börsenwert einfach viel irrelevanter sind, als die 3 Milliarden für Zoom sind.
Aber auf der anderen Seite profitiert Amazon eben nicht nur als Investor von Anthropic, sondern auch als Partner.
Und dazu haben die Kollegen von SimeAnalysis gerade ein paar Insights gepostet und die wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Wenn man sich nämlich nochmal die Quartalszahlen von den großen Cloudplayern anschaut, dann sieht man, dass die Margen bei CoreWeave, Oracle und auch in der Microsoft Cloud tendenziell sinken.
Richtig gestiegen sind sie im Vergleich zum Vorquartal nur bei Google und bei Amazon.
Bei Google liegt es aber auch daran, dass sie die Kosten für das Training der Gemini KI da nicht reinrechnen, obwohl sie auf der anderen Seite schon die hochmargigen Cloud-Umsätze reinrechnen, die eben durch Gemini kommen.
Die einzige Cloud, bei der es wirklich einen Margenanstieg gibt, ist also AWS von Amazon und das auch schon länger.
Anfang 2025 hatten sie eine operative Gewinnmarge von knapp 33%.
Das ist jetzt immer weiter gestiegen auf 38%.
Und laut Semi-Analysis hat das eben strukturelle Gründe, die mit smarten Entscheidungen von Amazon zu tun haben.
und die auch langfristig ein Vorteil bleiben könnten.
Und zwar waren die großen Schlagzeilen der letzten Monate ja oft die riesigen Deals, wo Meta, Anthropic oder OpenAI für mehrere Jahre und Milliarden Rechenkapazität in einem Rechenzentrum abkaufen.
Das sind die Deals, mit denen gerade auch Oracle sein Cloud-Business aufbaut.
Es sind auch die Deals, die CoreWeave.
und die anderen kleineren Cloud-Anbieter gerade groß machen.
Und das sind ja grundsätzlich auch keine schlechten Deals, weil ich heute weiß, dass ich für die nächsten fünf oder zehn Jahre meine Rechenkapazität eben schon fix vermietet und verkauft habe.
Und diese Art von Deals nennt man im Fachsprech dann Infrastructure as a Service.
Womit Amazon aber immer mehr Geld verdient, ist was anderes, nämlich Token as a Service.
Und da geht es vor allem um Amazon Bedrock.
Das Tool wird mittlerweile schon von über 100.000 Kunden genutzt und unter anderem von 80% der 100 umsatzstärksten Firmen in den USA.
Und ganz einfach gesagt ist es ein Tool, wo ich über AWS, also die Cloud, auf verschiedene KI-Tools wie JetGPT, Cloud, Mistral und und und zugreifen kann.
Aber ich kriege am Ende eben nur eine Rechnung von AWS und es läuft auch alles im sicheren Rahmen von AWS.
Und das Attraktive an dem Deal für Amazon ist, dass sie nicht nur von Anthropic oder JetGPT bezahlt werden, weil die Cloud-Modelle über AWS laufen, sondern sie kriegen auch noch eine Umsatzbeteiligung.
Die gibt es beim Infrastructure-as-a-Service-Model nämlich nicht.
Auf der anderen Seite ist das Geschäftsmodell natürlich nicht garantiert, weil es total davon abhängig ist, wie viel die KI-Modelle wirklich genutzt werden.
Anders als bei diesen fixen Jahresdeals.
Aber gerade in letzter Zeit, wo eben Claude so viel genutzt wurde und durch die Decke ist, war es natürlich ein sehr, sehr guter Deal.
Und wenn man davon ausgeht, dass die Nachfolge nach KI auch in Zukunft hoch bleibt, könnte es auch ein sehr guter Deal bleiben.
Guter Deal heißt in Zahlen übrigens, dass Simeo Analysis die Bedrock-Sparte von Amazon auf eine operative Gewinnmarge von fast 60% schätzt, während die also eigenständig an der Börse wäre es eine der profitabelsten Tech-Firmen überhaupt.
Und Simeo Analysis ist in dem Bereich eben auch langfristig sehr bullish, weil AWS in den nächsten Jahren weiter die meiste Kapazität an Rechenleistung haben wird, um das Business zu skalieren, sie außerdem auch eigene Chips haben, um Bedrock eben sehr effizient zu betreiben.
Und sie, anders als Google, kein eigenes großes KI-Modell haben, das einen großen Teil der Rechenkapazität auffrisst.
Es gibt diesen alten Satz, Geist schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdorz bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder zur Samstags-Deepdive-Folge.
Bis dahin, alles Gute, adios.
