# AI Valuations, Chip Cycles, and Luxury EV Strategy

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-27

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 27.
Mai.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital und bei denen gibt es neben ETFs, Aktien, Kryptos und dem Tagesgeldkonto Auch noch den BlackRock Private Equity Fund, der in Firmen investiert, die eben nicht an der Börse sind.
Und in dem Fonds gibt es jetzt paar neue Investments, zum Beispiel den Second Hand Marktplatz Vinted, den sicher viele von euch kennen.
Und die haben ja vor kurzem sogar mit 8 Milliarden Dollar Bewertung neues Geld eingesammelt.
und machen mittlerweile auch schon über eine Milliarde Umsatz.
Außerdem gibt es zum Beispiel eine neue Firma im Depot, die unter anderem Rohrleitungssysteme in Nordamerika saniert, also vom Infrastrukturboom profitiert.
Link mit mehr Infos gibt es wie immer in der Beschreibung.
Und bei uns gibt es jetzt mehr Infos zum E-Auto-Fail von Ferrari und die Frage, ob DoorDash zu günstig, zu teuer oder einfach eine Zukunftswette ist.
Mittlerweile haben ja die meisten Firmen ihre Quartalszahlen gebracht und im S&P 500 haben sie den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 29% gesteigert.
Das war der stärkste Gewinnanstieg seit 2021.
Und in 2021 war es ja auch vor allem deshalb so ein starker Gewinnanstieg, weil man eben den Vergleich zum schwachen Corona ja hatte.
Fairerweise muss man bedenken, dass es auch dieses Quartal paar Sondereffekte gab.
Erstens natürlich die Ölpreise, die die Gewinne bei den Ölgiganten getrieben haben.
Zweitens, und das ist noch spannender, wurden die Gewinne ja wieder stark von den großen Tech-Firmen getrieben.
Und genau da gab es ziemlich große KI-Sondereffekte.
Und zwar nicht, dass Alphabet oder Amazon schon so hohe Gewinne durch KI-Produkte gemacht haben, sondern dass diese Firmen ja an vielen KI-Firmen wie Anthropic beteiligt sind und da sind die Bewertungen angestiegen und damit gab es einfach einen ziemlich hohen Buchgewinn.
Oder anders gesagt, nur das eine Investment in Anthropic hat den Gewinn von Amazon letztes Quartal um fast 17 Milliarden Dollar nach oben getrieben.
Das aber natürlich nur auf dem Papier und wenn die Bewertung wieder sinkt, kannst du den Gewinn schnell nach unten ziehen.
Genau das ist bei Amazon vor ein paar Jahren schon mal mit dem Investment in Rivian passiert.
Aber zurück zum Börsentag gestern, da war die Stimmung in Europa eher bescheiden, aber da hat die Börse ja auch schon am Montag so stark zugelegt.
In den USA ging es erst gestern bergauf, vor allem mal wieder im Chip-Bereich.
Grund scheint weiter die Hoffnung auf einen Friedensstil im Iran zu sein, auch wenn die USA und der Iran gestern wieder aufeinander geschossen haben.
Und Grund war neben der Friedenshoffnung auch ein paar Einzelaktien im Chip-Bereich.
Zum Beispiel hat Micron mal wieder über 10% zugelegt und das erste Mal ever eine Börsenbewertung von über 1000 Milliarden Dollar erreicht.
Hintergrund davon war eine Analysteneinschätzung von der UBS und der Analyst meinte, dass die Aktie auf mehr als 1800 Milliarden Dollar Bewertung steigen könnte in den nächsten Jahren.
Auch zugelegt hat gestern im Chip-Bereich Qualcomm Die haben einen Deal mit ByteDance gemacht, also der Firma hinter TikTok und vielen anderen Apps und ByteDance wird eben KI-Chips von Qualcomm kaufen.
Das werden wegen der ganzen Exportregeln keine kompletten High-End-Chips sein, aber bei der Größe von ByteDance könnte es auf jeden Fall ein ziemlich relevantes Volumen werden.
Sehr relevant ist mittlerweile übrigens auch das Volumen vom Aktienmarkt in Taiwan.
Alle Firmen zusammen sind dort mittlerweile fast 5000 Milliarden Dollar wert, getrieben von TSMC mit über 2000 Milliarden.
Jedenfalls hat Taiwan damit am Montag Indien als fünftgrößten Aktienmarkt der Welt abgelöst.
Nur die USA, China, Japan und Hongkong sind noch größer.
Aber es gab beim Chips-Thema nicht nur gute Nachrichten.
Ziemlich hart getroffen hat es die Kollegen von Xiaomi.
Dort ist der Umsatz letztes Quartal das erste Mal seit fast drei Jahren gesunken und der Gewinn hat sich sogar mehr als halbiert.
Und Grund sind vor allem die gestiegenen Preise für Speicherchips.
Die machen nämlich vor allem die günstigen Handys für Xiaomi unprofitabler.
Das drückt die Marge und um was dagegen zu tun, heben sie die Preise an.
Und weil dann weniger verkauft wird, drückt das auch den Umsatz.
Das erklärt auch, wieso die Aktie in den letzten zwölf Monaten fast um 50 Prozent gesunken ist.
Und auch verloren hat gestern die Aktie von BP, einerseits, weil der Ölpreis nicht gut gelaufen ist, andererseits auch, weil sie ihren Verwaltungsratschef Albert Moneyfold entlassen haben.
Den Grund haben sie ein bisschen kryptisch formuliert, dass es schwerwiegende Bedenken über sein Verhalten gibt.
Laut Insidern soll er wohl teilweise Infos von anderen Mitgliedern im Verwaltungsrat verheimlicht haben.
und sich generell überheblich zu anderen Mitarbeitern verhalten haben.
Einen deutlich positiveren, aber auch nicht erfreulichen Abgang gab es dann noch im Management von Dropbox.
Da hat nämlich der Gründer Drew Houston seinen Rücktritt als CEO nach fast zwei Jahrzehnten verkündet und die Aktie ist um die zwei Prozent gedroppt.
Und noch mehr als zwei Jahrzehnte ist es her, dass die New York Knicks im NBA-Finale waren.
Das ist das letzte Mal 1999 passiert und leider aus Sicht von Deutschland und Dennis Schröder haben sie es am Montag wieder geschafft.
und die Cleveland Cavaliers rausgeschmissen.
Kann man sich natürlich fragen, wieso rede ich jetzt über ein NBA-Team?
weil die New York Knicks das einzige Team sind, in das man ziemlich direkt an der Börse investieren kann, nämlich über die Aktie von Madison Square Garden Sports.
Zu denen gehören außerdem noch die New York Rangers und die Aktie hat gestern leicht zugelegt, hat sich vor allem aber in den letzten zwölf Monaten davor schon fast verdoppelt.
Das liegt fairerweise neben der sportlichen Leistung auch an dem Plan, die beiden Teams, also die Rangers und die Knicks, eventuell separat an die Börse zu bringen.
Wer übrigens noch mehr zu dem Business wissen will, kann sich unsere Folge vom 29.
September 2025 anhören.
Und zwei Deal-Meldungen habe ich zum Schluss auch noch dabei.
Erstens hat Ila Lilly für knapp 4 Milliarden Dollar drei Biotech-Firmen gekauft, die Impfstoffe gegen das Epstein-Barr-Virus, Gürtelrose und bakterielle Erreger entwickeln.
Und zweitens könnte die Quantencomputer-Firma Quantinium beim Börsengang eine Bewertung von über 10 Milliarden Dollar erreichen.
Das würde vor allem den Industriekonzern Honeywell freuen.
Denen werden nämlich auch nach dem Börsengang noch um die 50 Prozent der Stimmrechte gehören.
Meine Social Feeds waren gestern voll mit dem neuen, vollelektrischen Ferrari und Ferrari hat es wahrscheinlich nicht gefreut.
Ferrari hat für den neuen Ferrari Luce nicht die eigene Designabteilung herangelassen, sondern Johnny Ive.
Der war 27 Jahre bei Apple und hat dort iPhone, iPod und Apple Watch designt.
Er war also zusammen mit Steve Jobs einer der Köpfe hinter dem allerersten Apple-Smartphone.
Jetzt hat sein Designstudio Love From den Luce vom Grund aufgestaltet, also Exterieur, Interieur und Interface.
Das Ergebnis sieht entsprechend aus.
Das Auto bricht mit der klassischen Ferrari-Optik.
Online würde der Wagen zum Beispiel mit einem Honda Accord oder Tesla Model 3 verglichen.
Ein Analyst hat geschrieben, er sei Lost in Translation mit Ferraris neuer Strategie.
Für eine Marke, die von Emotionen lebt, ist das kein gutes Zeichen.
Der ehemalige Ferrari-Chef Luca di Montesemolo meinte in einem Interview, dass Ferrari mit dem Auto riskiert, einen Mythos zu zerstören und dass es mal wenigstens kein Auto ist, das chinesische Konkurrenten kopieren werden.
Dazu kommt der Automarkt insgesamt.
Lamborghini und McLaren haben gesagt, dass sie keinen relevanten Markt für vollelektrische Sportwagen sehen.
Porsche hat seine Elektropläne zurückgefahren und Ferrari selbst hat das ursprüngliche Ziel, 40 Prozent der Modelle bis 2030 elektrisch zu machen, auf 20 Prozent halbiert.
Ein weiteres Problem ist der Wiederverkaufswert.
Reiche Käufer holen sich Ferraris auch als Wertanlage.
Bei Elektroferraris ist das bisher aber nicht bewiesen.
Im Gegenteil, ältere Hybridmodelle haben auf dem Gebrauchtwagenmarkt sogar schlechter ihren Wert gehalten als reine Verbrenner.
Ferrari hat zwar ein Garantieprogramm für Batterie und Elektronik angekündigt.
Ob das reicht, Sammler zu überzeugen, ist aber noch offen.
Keine Fragen offen lässt die Technik vom Auto.
Für 550.000 Euro kriegt man über 1.000 PS.
Von 0 auf 100 beschleunigt der Luce in 2,5 Sekunden.
Das Auto schafft mehr als 310 kmh und es hat eine Reichweite von über 500 km.
Eine weitere Besonderheit ist, dass es das erste Auto in der Ferrari-Geschichte mit 5 Sitzen ist.
Außerdem hat Ferrari den Kunden eine andere Sorge genommen.
Die Italiener sagen, dass niemand gezwungen wird, einen Luce zu kaufen, um an andere Modelle ranzukommen.
Außerdem darf man bei all der Kritik nicht vergessen, dass Ferrari nicht für den Massenmarkt produziert.
Pro Jahr sind es knapp 14.000 Autos, die die Italiener verkaufen.
Daher könnte auch der Luce seine Käufer oder Ferrari-Fans finden, wenn er ab Ende des Jahres ausgeliefert wird.
Dazu kommt, dass der Ferrari-CEO gesagt hat, dass der Luce vom ersten Tag an profitabel sein werde.
Für ihn ist das der Beweis, dass westliche Hersteller beim Thema Elektro mit China mithalten können.
Das dürfte aber fairerweise nur für Luxus-E-Autos gelten und nicht für günstige Massenmarktmodelle.
Der Börse hat die Präsentation auf jeden Fall nicht gefallen.
Die Aktie hat um die 7% verloren gestern.
Auf Sicht von einem Jahr ist sie jetzt sogar mehr als 30% im Minus.
Damit liegt der Börsenwert bei 55 Milliarden Euro.
Das ist das 32-fache vom erwarteten Gewinn.
Das klingt erstmal viel für einen Autohersteller, aber Ferrari hat als Luxushersteller viel höhere Margen als andere Autokonzerne.
Und vor allem ein stabileres, krisensicheres Business.
Deshalb ist die Bewertung auch höher.
Tatsächlich liegt das erwartete KGV sogar deutlich unter dem Schnitt der letzten drei Jahre.
Da war es bei fast 45.
Allerdings muss Ferrari jetzt auch erstmal zeigen, ob der Schritt in den E-Automarkt klappt.
Der erste Aufschlag war nämlich nicht überzeugend.
Kinder, die lieben es, im Ferrari zu fahren, weil der brummt so schön und dann schlafen sie besonders gut ein.
Also der Viersitzer-Ferrari ist ein gutes Familienauto.
Wer hier schon länger zuhört, weiß, dass ich immer ziemlich skeptisch bei Essenslieferdiensten war, weil das Businessmodell einfach extrem hart ist.
Vor allem ist es hart, wenn es viel Konkurrenz in einem Markt gibt und die sich gegenseitig einen Preiskampf liefern.
Fairerweise haben es aber in den letzten Jahren vor allem Uber und Dordish doch ganz gut hingekriegt, das Business ziemlich solide zu betreiben und gerade Dordish verdient mal wieder ein Update, weil die in Deutschland ziemlich unterm Rad auffliegen.
Wenn man zum Start mal ganz trocken auf die Zahlen schaut, ist der Umsatz letztes Quartal ohne Übernahmen 21% gewachsen, mit der Übernahme von Deliveroo sogar 33%.
Dafür wirkt die Bewertung von 70 Milliarden jetzt auf den ersten Blick gar nicht so teuer.
Analysten schätzen nämlich, dass die Firma dieses Jahr...
2,5 Milliarden Dollar adjustierten Nachsteuergewinn machen wird.
Das wäre dann ein KGV von gerade mal 28 bei einer Firma mit über 20 Prozent Wachstum und starker Marktposition.
Man muss diese Zahlen aber schon mit bisschen Vorsicht genießen.
Der offizielle Nachsteuergewinn letztes Jahr war nämlich nur um die 900 Millionen Dollar und da ziehen die Analysten dann oft die Aktienboni ab, die die Mitarbeiter kriegen.
Aber eigentlich sind das ja laufende Vergütungskosten, die würde ich also nicht abziehen.
Und dann hat Dordisch noch relativ hohe Abschreibungen.
Das waren alleine im letzten Jahr 700 Millionen Dollar.
Wenn man die rausrechnet, ist die Firma also fast doppelt so profitabel, wie sie mit den Abschreibungen ist.
Und teilweise finde ich auch ganz nachvollziehbar, dass man das rausrechnet.
Zum Beispiel hat Dordisch ja Deliveroo gekauft und 200 Millionen von dem Kaufpreis haben sie zumindest bilanziell gesehen für die Technologie von der Firma gezahlt.
Weil die Technologie aber relativ schnell überholt sein wird, schreiben sie den Wert davon um die 100 Millionen Dollar im Jahr ab.
Das ist ein Sondereffekt, der mit der Übernahme zusammenhängt und nicht das Business an sich betrifft, das kann man also schon abziehen.
Der viel größere Teil von den Abschreibungen ist aber, dass DoorDash Software entwickelt und dann nicht einfach die Kosten der Programmierer vom Gewinn abzieht, sie schreiben stattdessen die Software als Vermögenswert in die Bilanz und schreiben die Entwicklungskosten dann über ein paar Jahre ab.
Das ist auch gar nicht ungewöhnlich, aber bei DoorDash ist es ein relativ großer Effekt und die Kosten für die Softwareentwicklung fallen ja jedes Jahr wieder an.
Sie werden sogar tendenziell jedes Jahr höher.
Wenn man das rausrechnet, würde man die Zahlen also doppelt schön rechnen.
Long story short würde ich sagen, der faire Nachsteuergewinn von DoorDash sind eher so 1,3 Milliarden Dollar und das ist dann doch ein ziemlich saftiges Kursgewinnverhältnis von um die 50.
Ich finde aber trotzdem nicht ganz unrealistisch, dass die Bewertung aufgehen kann.
Zwar wird das im reinen Kerngeschäft als Lieferdienst nicht ganz einfach, Aber auf dem Kerngeschäft kann man noch sehr viele andere Dinge aufbauen.
Zum Beispiel hat ein Analyst von Rothschild letzte Woche die Aktie vom Restaurantsoftwarekonzern Toast runtergestuft, weil er davon ausgeht, dass DoorDash ein Konkurrenzprodukt ausrollen wird, also ein eigenes Kassensystem.
Und dann haben sie ja direkt sehr viele Restaurants, an die sie das verkaufen können.
Deutlich futuristischer als das ist DoorDash Tasks.
Das Produkt gibt es schon und es ist eigentlich für ganz einfache Aufgaben entstanden.
Zwischen Lieferungen konnten Lieferfahrer zum Beispiel kurz die Karte in einem Restaurant abfotografieren.
oder die Öffnungszeiten bei einer Bäckerei checken.
Für diese kleinen Aufgaben hat man dann immer ein bisschen Geld gekriegt und mittlerweile testet DoorDish eine neue App, wo sich die Lieferfahrer bei alltäglichen Aufgaben filmen können.
Solche Videos kann man dann nämlich nutzen, um Roboter und KIs für die physische Welt zu trainieren.
Genau solche Videos sind auch super wertvoll, weil es von solchen Offline-Daten einfach viel weniger gibt, als es Online-Daten gibt.
Es gibt sogar Startups, die sich nur auf solche Themen fokussieren.
Und DoorDish hat dafür natürlich die perfekte Infrastruktur.
Oder ein anderer Case könnte sein, dass DoorDish ein Vertriebskanal für einzelne Produkte wird.
Wenn ich zum Beispiel die Idee für einen neuen Smoothie habe, muss ich nicht einen Smoothieladen eröffnen.
Ich kann im besten Fall in DoorDish meinen Smoothie einstellen und dann können sich Restaurants, Cafés oder andere Betriebe melden.
Die können das dann verkaufen, mehr Umsatz machen und ich kann meine Idee testen, ohne große Risiken zu haben.
Wie gesagt, das sind alles Zukunftsfantasien, die man bei der aktuellen Bewertung auch nicht ganz günstig bezahlen muss.
Aber auf jeden Fall ist es ein Business, bei dem das aus meiner Sicht nicht ganz abwegig ist.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
