# Strategic Market Shifts: AI Infrastructure, M&A Consolidation, and Pricing Power

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-26

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Dienstag, der 26.
Mai.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird gesponsert von Scalable Capital, dem Broker, der auch einen eigenen KI-Chatbot hat, der euch alle möglichen Fragen rund um Aktien und Wirtschaft beantwortet.
Und wir beantworten heute alle möglichen Fragen zum Warren Buffett Großbritanniens.
Und davor gibt es einen KI-Profiteur, der auch ohne KI ganz spannend ist.
Und davor gibt es natürlich die aktuellen News.
Gestern war ja gleich doppelter Feiertag.
Nicht nur bei uns, auch in den USA war Memorial Day und die Börsen dort waren deshalb sogar geschlossen.
Bei uns waren sie ja trotz Feiertag offen.
Viel zu feiern gab es in den USA, aber auf jeden Fall auch schon am Freitag.
Der S&P 500 hat nämlich seine achte Woche in Folge mit einem Plus beendet.
Und das ist der längste Winning Streak seit 2023.
Angetrieben wurde der S&P 500 am Freitag zum Beispiel von Dell.
Die bringen zwar erst am Donnerstag ihre Quartalszahlen raus, aber schon am Freitag haben Analysten von Evercore und Wells Fargo die Aktie hochgepusht, weil sie glauben, dass Dell die Erwartungen bei den Quartalszahlen deutlich übertreffen wird.
Genau diese Einschätzungen haben dann auch den Konkurrenten HP über 15% hochgezogen, auch wenn die im Kerngeschäft mit PCs mehr unter den gestiegenen Speicherchippreisen leiden werden.
Neben den Quartalszahlenhoffnungen haben da noch paar Deal-Meldungen die Börse getrieben.
Die Aktie von Estee Lauder ist zum Beispiel über 10% gestiegen, weil sie die Übernahme vom spanischen Duft- und Kosmetikkonzern Putsch abgeblasen haben.
Die Börse war scheinbar kein so großer Fan von dem Deal.
Ein größerer Fan ist die Börse von einem Deal bei IMAX.
Die Aktie ist 15% gestiegen, weil das Wall Street Journal berichtet hat, dass IMAX gerade mit ein paar Firmen spricht, die IMAX von der Börse runterkaufen könnten.
Gerade für Player wie Disney oder Netflix könnte das ganz spannend sein.
Übrigens, wer mehr zum Business von iMacs wissen will, kann sich nochmal die Folge vom 13.
Mai anschauen, ist aus meiner Sicht nämlich eins der spannendsten Geschäftsmodelle, die es überhaupt so gibt.
Nicht so spannend ist aus meiner Sicht das Geschäftsmodell von Essenslieferdiensten, vor allem nicht, wenn es viele Konkurrenten gibt, die sich einen Preiskampf liefern, aber genau das ist auch der Grund, wieso die Branche gerade immer weiter konsolidiert, also paar große Player, die ganzen kleinen aufkaufen.
Genau den Trend sieht man jetzt auch in Deutschland.
Und zwar hat Delivery Hero am Samstag verkündet, dass es ein Übernahmeangebot von Uber gekriegt hat für 33 Euro pro Aktie.
Allerdings hat ein großer Aktionär laut Financial Times das Angebot schon als zu niedrig abgelehnt.
Er hat sogar ein zweites Angebot für 38 Euro abgelehnt.
Falls es zur Übernahme kommt, könnten wir da also eher bei über 40 Euro landen und damit über 20 Prozent über dem Kurs vom Freitag.
Die Aktie hat entsprechend gestern über 10 Prozent zugelegt.
Sonst sind gestern in Deutschland vor allem Aktien gestiegen, die irgendwas mit Tourismus oder Luftfahrt zu tun haben, also TUI, MTU oder Fraport.
Und wie man sich schon denken kann, hat das mit dem Irankrieg zu tun.
Dort meinte Trump am Samstag nämlich, dass ein Deal nicht mehr weit weg ist, er sich aber auch die Zeit nehmen wird, um keine Fehler zu machen.
Gestern gab es dann auch schon wieder Berichte, dass ein Deal wohl doch noch dauern wird, aber insgesamt war die Börse gestern einen Tick optimistischer, dass eine Lösung kommen könnte.
Bei all diesen guten Nachrichten gab es auch noch ein paar schlechte News.
Und zwar testet Meta zum Beispiel gerade eine neue Forums-App, die eine Konkurrenz zu Reddit sein könnte.
Die Reddit-Aktie hat danach 6% verloren, wobei man sagen muss, dass es selbst für Meta nicht easy sein wird, so eine komplett neue App erfolgreich zu machen.
Eine schlechte Nachricht gab es außerdem Absatz der Börse für Chip-Aktien.
Huawei meinte, dass sie bis 2031 Chips produzieren können, die auf einem Niveau mit den neuesten westlichen Chips sind, aber ohne die High-End-Maschinen von ASML.
Das ist natürlich alles noch Zukunftsmusik, trotzdem hat die Aktie vom chinesischen Chip-Hersteller SMIC gestern über 10% zugelegt.
Und abschließend noch ein Update aus der Welt der Reichen.
Erstens hat Rich Maw mal wieder bewiesen, dass Schmuck ein deutlich stabileres Luxus-Business ist als Handtaschen oder Klamotten.
Während der Umsatz von LWM Asch oder Kering letztes Quartal nämlich wieder so gut wie gar nicht gestiegen ist, hat aber Richemont wieder über 10% zugelegt und getrieben wurde das eben von Schmuckmarken wie Cartier.
Bei den Uhrenmarken sehen die Zahlen eher aus wie bei LWM Asch.
Und die zweite Meldung aus der Welt der Reichen kommt von SAP.
Die haben ja schon Anfang Mai die Übernahme vom KI-Startup Prior Labs verkündet.
Die haben einfach gesagt eine KI entwickelt, die sehr gut mit Excel und Tabellen arbeiten kann.
Und es wurde nicht genau gesagt, zu welchem Preis sie damals gekauft wurden, aber genau das hat das Manager Magazin jetzt rausgefunden.
Und zwar sollen es um die 600 Millionen Euro gewesen sein und zwei der Gründer hatten jeweils noch um die 30 Prozent an der Firma.
Die haben also 200 Millionen Euro mit nach Hause genommen.
Dazu muss man wissen, dass sie die Firma erst im Dezember 2024 gegründet haben.
Schon ziemlich absurd, was in der KI-Welt möglich ist.
Christoph hat mal wieder einen Hidden-KI-Champion ausgegraben.
Und zwar endlich mal einen, der auch ohne KI ganz spannend ist.
Es geht um Prismian.
Die Italiener sind mit 20 Milliarden Euro Umsatz der größte Kabelhersteller der Welt.
Dadurch profitiert der Konzern gleich von mehreren Megatrends.
Sie sorgen zum Beispiel mit Unterseekabeln dafür, dass Daten oder Strom zwischen Ländern ausgetauscht werden.
Oder sie vernetzen Offshore-Windparks.
Deswegen haben sie auch schon stark von der Energiewende profitiert.
Sie bekommen da Großaufträge von Energieversorgern oder Netzbetreibern, produzieren die Kabel und verlegen sie teilweise selbst.
Bei Unterseeprojekten machen sie das sogar teilweise mit eigenen Schiffen.
Das Geschäftsmodell ist sticky, denn einmal verlegt wird so ein Kabel kaum gewechselt.
Dafür ist der Aufwand zu groß, um ein paar Prozent zu sparen.
Das gilt grundsätzlich auch für die Konkurrenten Nexon aus Frankreich und NKT aus Dänemark.
Es gibt aber einen wichtigen Unterschied.
Beide machen vor allem Stromkabel und kaum Glasfaser.
Prismian ist der einzige der drei, der beides in relevanter Größe hat.
Und das ist ein Grund, warum es für Prismian an der Börse besser läuft als für die anderen beiden.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn um die 70 Prozent gewonnen.
Bei Nexon und NKT waren es 25 und 35 Prozent.
Dazu kommt Amerika.
Vor knapp zwei Jahren hat Prismian an CoreWire aus Texas für vier Milliarden Euro gekauft und damit ist es Marktführer im US-Kabelmarkt geworden.
Nexon und NKT hängen dagegen stark von Europa ab, wo Ausschreibungszyklen lang sind und politisch stocken können.
Prismian hat jetzt ein zweites starkes Standbein.
Dazu gibt es noch einen KI-Hebel.
Rechenzentren brauchen nämlich beides.
Glasfaserkabel im Gebäude und Stromkabel, die den Strom vom Netz reinbringen.
Damit bietet Prismian in den USA Glasfaser und Stromkabel aus einer Hand an, was ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist.
Und die Nachfrage scheint da zu sein.
Beim Earnings Call Ende April hat Prismian gesagt, dass es kurz vor Abschluss langfristiger Verträge mit großen KI-Firmen ist.
Dadurch rechnet die Firma mit mehr als 4 Milliarden Euro Umsatz in den nächsten drei Jahren.
Dafür soll die Kapazität für Glasfaserkabel um 40 bis 50 Prozent ausgebaut werden.
Klingt alles recht positiv und deswegen liegt der Börsenwert bei fast 45 Milliarden Euro.
Das ist das 30-fache vom erwarteten Gewinn.
Im Schnitt der letzten zehn Jahre waren es nur die Hälfte.
Den Konkurrenten Nexon gibt es schon für das 20-fache.
Dafür profitiert Prismian aber eben unter anderem davon, dass der Preis für Glasfaser sich allein in den letzten sechs Monaten verdoppelt hat und die Nachfrage da einfach enorm ist.
Letztes Jahr wurde ja ein neuer Hedgefonds Weltrekord aufgestellt.
Chris Hohn hat mit seinem Fonds TCI 18,9 Milliarden Dollar Gewinn in einem einzigen Jahr gemacht.
Und in der Folge vom 18.
Januar habe ich auch schon mal ein bisschen angedeutet, wie Chris Hohn das geschafft hat.
Er macht das nämlich nicht, indem er einfach viel tradet oder komplexe Algorithmen hat, die handeln.
Hohn investiert sehr langfristig mit Fokus auf Qualitätsaktien.
Und er investiert vor allem, ohne viel zu diversifizieren.
Er hat also so 10 bis 15 Aktien im Depot.
Im Podcast mit dem Chef vom norwegischen Staatsfonds hat er außerdem erzählt, dass TCI die Aktien im Schnitt acht Jahre im Portfolio hat.
Manche halten sie schon seit über zehn Jahren.
Jedenfalls gab es letzte Woche einen ganz spannenden Artikel bei der Financial Times über Chris Hohn.
Und die spannendsten Insights daraus wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Und zwar gibt es für Chris Hohn zum Beispiel auf der ganzen Welt nur um die 200 Aktien, die für ihn überhaupt investierbar sind und durch KI werden es eher noch weniger.
Er investiert nämlich generell nur in Firmen, die wirklich nachhaltige Wettbewerbsvorteile haben, was man aus seiner Sicht am besten an der Preissetzungsmacht ablesen kann, also dass die Firma Preise erhöhen kann und die Kunden im Grunde keine Option zum Wechseln haben.
Dieses Jahr hat er zum Beispiel genau aus dem Grund alle seine Microsoft-Aktien für 8 Milliarden Dollar verkauft.
Bisher hatte Microsoft nämlich aus seiner Sicht sehr viel Preissetzungsmacht.
weil sie immer extrem starke Pakete an verschiedensten Lösungen wie Teams, Excel, Word und so weiter verkaufen konnten.
Dass man damit als einzelner Player schwer mithalten kann, hat man ja im Wettbewerb von Zoom und Teams gesehen.
Hone scheint aber zu denken, dass die Position von Microsoft durch neue KI-Player wie Anthropic einfach deutlich schwächer geworden ist.
Und sein ganzes restliches Portfolio ist von KI auch erstmal sehr wenig bedroht.
Drei seiner größten Positionen sind zum Beispiel GE Aerospace, Safran und Airbus.
Alles drei sind Firmen in einer extrem regulierten Branche, wo es nur ein paar Konkurrenten gibt und vor allem so gut wie keine neuen Konkurrenten.
Neben den Luftfahrtinvestments hat er relativ viele Infrastrukturfirmen im Portfolio, zum Beispiel das französische Vinci, die Flughäfen oder Autobahnen betreiben, oder die Eisenbahn Canadian Pacific Kansas City.
Da ist die Logik auch wieder, dass ein neuer Konkurrent wahrscheinlich nie eine neue Eisenbahn bauen wird oder eine neue Autobahn neben einer bestehenden.
Das sind also ziemlich natürliche Monopole.
Der einzige Bereich, wo es Hone durch KI treffen könnte und zumindest bei der Aktienperformance auch dieses Jahr schon getroffen hat, sind Moody's und S&P.
Beide Aktien sind dieses Jahr über 10% gefallen, weil es eben Sorgen gibt, dass ihre Datenangebote von KI ersetzt werden könnten.
Hone ist aber noch relativ entspannt.
Das wichtigste Business von beiden Firmen ist aus seiner Sicht nämlich die Ratingagentur, wo sie die Bonität von Firmen bewerten.
Und da geht es am Ende nur um Vertrauen und das wird in Zeiten von KI vielleicht sogar noch wichtiger.
Weil seine Strategie so ziemlich klar und auch einfach ist, kann er sie übrigens mit relativ wenig Personal umsetzen.
Im Kernbereich der Investments arbeiten nicht mal 10 Top-Analysten für ihn.
Bei anderen Fonds, die wie Hohen um die 80 Milliarden Dollar verwalten, arbeiten normalerweise eher hunderte Leute.
Übrigens auch ganz spannend, Chris Hohn hat sich erst vor ein paar Tagen wieder an der deutschen Börse beteiligt und direkt mal um die 5% der Aktien gekauft, also Anteile im Wert von über 2 Milliarden Euro.
Weil so große Börsen fast schon ein natürliches Monopol haben, ist es an sich auch nicht überraschend.
Es ist aber spannend, weil er 2005 schon mal an der deutschen Börse beteiligt war.
Und damals war das ziemlich viel in den Schlagzeilen, weil er eine Fusion mit der Londoner Börse blockiert hat und auch den CEO rausgeworfen hat.
Mal schauen, was er jetzt mit der deutschen Börse vorhat.
Hat einer denn überhaupt Monopoly mitgebracht?
Ja, ich.
Ich habe es extra rausgekramt.
Wollen wir denn am Anfang ein paar Regeln festlegen?
Okay, Regel Nummer 1.
Ich gewinne sowieso.
Das war Ohne Aktien wird schwer.
Produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin.
Alles Gute.
Adios.
