# Market Shifts: Quantum Computing, Retail Ads, and AI Streaming

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-22

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 22.
Mai.
Ich bin Christoph Damm und das ist Ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen.
Mit Trading Flatrate, Krediten, Portfolioanalysen und der hauseigenen European Investor Exchange, die genau auf Privatanleger zugeschnitten ist.
Wir schauen heute ausführlich auf die Zahlen von Walmart und auf eine Firma, die vielleicht zu Unrecht als GLP1-Verlierer zählt.
Erstmal die News des Tages.
Die Trump-Regierung investiert insgesamt 2 Milliarden Dollar in 9 Quantencomputing-Firmen und bekommt dafür jeweils Unternehmensanteile.
Den größten Brocken bekommt IBM mit einer Milliarde Dollar, weil die Firma als einer der führenden Player im Quantencomputing gilt.
Damit will IBM die erste spezialisierte Quantenchipfabrik der USA aufbauen und legt dafür selbst nochmal eine Milliarde Dollar drauf.
Die Regierung hat bewusst auf neun verschiedene Firmen gesetzt, weil sie selbst zugegeben hat, dass es Jahre dauern kann, bis sich diese Investments auszahlen und sie deshalb das Risiko breit streuen möchte.
Die Aktie von IBM hat um die 10% zugelegt.
Auch 10% im Plus war Chipfertiger Global Foundries, der 375 Millionen Dollar bekommt und eine neue Sparte für Quantencomputing aufbaut.
Kleinere börsennotierte Firmen wie D-Wave oder Rigetti Die waren sogar um die 25 Prozent im Plus.
Die sollten auch einen Teil des Geldes abkriegen.
Ebenfalls deutlich im Plus waren Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy und Rechenzentrumbetreiber Nebius.
Die beiden kooperieren nämlich.
Nebius wird Bloom-Technologie nutzen, um Strom direkt an den Rechenzentren in den USA zu erzeugen, ohne auf das überlastete Stromnetz warten zu müssen.
Strom ist ja gerade einer der größten Engpässe beim KI-Rechenzentrum-Ausbau.
Nebius zahlt dafür um die 2,5 Milliarden Dollar.
Beide Aktien waren um die 15 Prozent gestern im Plus.
Und mit Applied Digital war auch ein anderer KI-Rechenzentrumsbetreiber sogar 20 Prozent im Plus.
Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass es einen langfristigen Mietvertrag mit einem großen US-Cloud-Konzern abgeschlossen hat.
Einen Namen gibt es dazu aber nicht.
Dafür gab es gestern Zahlen, unter anderem vom weltgrößten Landmaschinenhersteller DIA.
Umsatz und Gewinn waren zwar besser als erwartet, aber die Lage für Bauern, die bleibt wegen hoher Energie und auch Düngemittelpreisen schwierig.
Deshalb werden Traktoren und Mähdrescher kaum bestellt.
Ein Nichtblick war das Baumaschinengeschäft, also mit Baggern oder Krähen.
Das boomt dank der KI-Rechenzentrum-Nachfrage.
Das ist aber deutlich kleiner als das Landwirtschaftsgeschäft.
Darum war die Aktie fast 10 Prozent im Minus.
Dann habe ich euch ja gestern erzählt, dass OpenAI im September an die Börse gehen könnte.
Das hat die Softbank-Aktie im Handel in Tokio um 20 Prozent gepusht.
Das war der größte Tagesgewinn seit März 2020.
Softbank hält rund 13 Prozent an OpenAI und profitiert deshalb direkt vom geplanten Börsengang.
Dazu kommt, dass auch SB Energy, eine Softbank-Tochter, die Energieinfrastruktur für Rechenzentren baut, diese Woche ihren Börsengang in den USA angekündigt hat.
Bisher hatte Softbank viele nicht börsennotierte Beteiligungen im Portfolio, deren Wert dann immer schwer zu bewerten sind.
Wenn gleich zwei davon an die Börse gehen, wird dieser Anteil plötzlich transparenter und das kommt gut an.
Auch stark im Plus war die Aktie von Birkenstock, nämlich um die 20 Prozent.
Das war der größte Kurssprung seit dem Börsengang im Jahr 2023.
Grund dafür ist, dass das Unternehmen zusätzlich eigene Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar zurückkauft und damit das Rückkaufprogramm beschleunigt.
Das ist vor allem deshalb ein starkes Zeichen, weil die Aktie von einer knappen Woche nach Quartalszahlen deutlich unter Druck gekommen ist.
Das liegt auch daran, weil Investoren nicht genau wissen, ob sie Birkenstock jetzt als Luxus oder als Massenmarke bewerten sollen.
CEO Reichert, der sagt jetzt auf jeden Fall, der Kurs spiegelt für das Management der Firma nicht die tatsächliche Stärke des Unternehmens wider.
Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 30 Prozent im Minus.
Gute Nachrichten gibt es auch aus der Musik-Streaming-Welt.
Spotify hat nämlich den ersten Investorentag seit 2022 abgehalten und die Aktie ist um die 15 Prozent gestiegen.
Es war ja schon bekannt, dass Spotify 2030 100 Milliarden Dollar Umsatz machen will.
Das wäre eine Verfünffachung zu 2025.
Jetzt gab es mehr Infos, wie das klappen soll.
Unter anderem mit Audiobooks Plus.
Das bedeutet, wer sein monatliches Hörbuchlimit erreicht hat, kann einfach mehr kaufen.
Über eine Million Nutzer machen das schon und die bleiben laut Spotify deutlich länger und geben deutlich mehr Geld aus als normale Abonnenten.
Dieses Modell soll jetzt auch auf Musik und Podcasts ausgeweitet werden.
Dazu soll KI bessere Empfehlungen und personalisierte Podcasts ermöglichen, die anhand der Nutzerinteressen erstellt werden.
Das dauert aber noch ein bisschen.
Es gab auch schlechte Nachrichten, zum Beispiel aus der Autobranche.
Stellantis, der Mutterkonzern von Marken wie Jeep, Fiat, Peugeot oder Opel, hat gestern einen neuen Strategieplan vorgestellt.
Die Kernidee lautet, statt die Investitionen gleichmäßig auf alle 14 Marken zu verteilen, sollen künftig 70% der Gelder bei den vier stärksten Marken landen.
Das sind Jeep, Ram, Peugeot und Fiat.
Dazu kommt ein klarer Verbrennerschwenk.
Der führe CEO Tavares wollte komplett auf Elektro umsteigen.
Der neue CEO Filosa macht das jetzt wieder rückgängig.
Der Hintergrund ist eine tiefe Krise.
2025 hat Stellantis einen Verlust von etwa 25 Milliarden Euro gemacht.
Analysten glauben aber nicht, dass die neue Strategie vor 2028 spürbare Wirkung zeigt.
Die Aktie war leicht down.
Und schlechte Nachrichten kamen auch aus der Gaming-Sparte, nämlich von Ubisoft.
Das verschiebt seine Profitabilitätsziele um ein weiteres Jahr auf 2028.
Die Aktie ist deshalb um die 5% gefallen und das, nachdem die Aktie auf Sicht von einem Jahr schon um die 55% im Minus liegt.
Jetzt streicht der Konzern Spiele, schließt Studios und baut Stellen ab.
Der Fokus liegt auf den großen Marken wie Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six und dafür baut Ubisoft die Firma in kleinere Einheiten um.
Über Gewinner und Verlierer vom GLP-1-Boom hat man ja schon viel gehört.
Timon hat aber eine Firma gefunden, die vielleicht zu Unrecht als Verlierer gilt.
GLP-1-Abnehmmedikamente wie Osempic haben in den letzten Jahren viel verändert, was man über die Behandlung von Diabetes dachte.
Das könnte ein Problem für alle Blutzuckermessgerätehersteller werden.
Einer davon ist Abbott Laboratories, die sind mit über 50% Marktanteil der weltweit größte Hersteller von Geräten für die kontinuierliche Blutzuckermessung.
Also nicht Geräte zum Einmalmessen, sondern Sensoren, die man sich auf die Haut klebt, um alle paar Minuten Ergebnisse zu bekommen.
Und die Diabetesgeräte machen fast 20% vom 44 Milliarden Dollar Umsatz aus und unter anderem wegen der Angst vor GLP1 ist der Börsenwert seit Anfang des Jahres schon 30% gefallen auf 150 Milliarden Dollar.
Der CEO Robert Ford hat direkt nach den Kursrückgängen für 2 Millionen Dollar Aktien gekauft und auch der Finanzvorstand hat sich Aktien ins Depot geholt.
Es ist nämlich gar nicht so eindeutig, ob GLP-1-Medikamente wie Osempic gut oder schlecht vererbert sind.
Auf der einen Seite könnte ein stabilerer Blutzucker durch die Spritze den Bedarf an Monitoring reduzieren.
Andererseits nutzen viele Osempic-Patienten das Gerät gerade deshalb aktiv, um zu sehen, wie ihr Körper auf die Behandlung reagiert.
Und es könnte bald noch eine Zielgruppe geben.
Eine Studie zeigt, dass die Sensoren auch Typ-2-Diabetikern, die gar kein Insulin spritzen, dabei helfen, ihre Werte zu verbessern.
Dadurch könnte die US-Gesundheitsbehörde, CMS in dem Fall, Kosten für das Gerät erstatten.
Abbott hat sogar eine Version von dem Gerät auf den Markt gebracht, die man ohne Arztrezept im Supermarkt kaufen kann.
Extra für Menschen ganz ohne Diabetes, die ihren Blutzucker im Blick haben wollen.
Es gibt aber auch andere Gründe, warum die Aktie eingebrochen ist.
Abbott hat Anfang des Jahres den Krebstestanbieter Exact Sciences für 21 Milliarden Dollar von der Börse gekauft.
Das ist eine ordentliche Summe für ein Unternehmen, das noch keine Gewinne ohne 3 Milliarden Dollar Umsatz macht.
Exacts bekanntestes Produkt, das 75 Prozent vom Umsatz ausmacht, heißt Cologuard.
Das ist der führende non-invasive Test zur frühen Erkennung von Darmkrebs, den man alleine zu Hause durchführen kann.
Normalerweise braucht es ja Arztbesuch und Darmspiegelung.
Der Umsatz in dem Bereich ist letztes Jahr über 20% gewachsen.
Und Abbott geht davon aus, dass wenn sie die Tests über ihr bereits bestehendes riesiges Vertriebsnetzwerk verkaufen, sie die Kosten deutlich reduzieren können.
Verwaltungskosten würden durch die Integration auffallen.
Bisher hat Exact Sciences für beides fast 60% vom Umsatz ausgegeben.
Bei Abbott sind es weniger als 30%.
Aber Collegard steht selber auch unter Druck.
Der Wettbewerber Garnet Health hat nämlich ein Konkurrenzprodukt auf den Markt gebracht.
Das ist zwar weniger genau, aber deutlich bequemer als Exacts Stuhltests.
Dazu kommt Oncotype DX, ein seit 20 Jahren stabiles, aber nicht mehr stark wachsendes Geschäft mit Gentests für Brustkrebspatientinnen.
Wer sich fragt, was Abbott jetzt wert sein könnte, muss zwei Szenarien durchdenken.
Im positiven Fall wächst Abbott eigener Umsatz weiter wie bisher mit ca.
8% pro Jahr.
Wenn dann die Integration von Exacts Sciences klappt, die weiter mit 20% pro Jahr wachsen, und die Vertriebskosten von 60 auf 30 runtergehen und Abbott ansonsten seine Nettomarge von 14% hält, sollte man 2028 insgesamt über 8,5 Milliarden Dollar Nachsteuergewinn machen.
Selbst wenn dann die Bewertung weiter historisch tief beim KGV von 25 bleibt, kommt man trotzdem auf einen Börsenwert von 212 Milliarden Dollar.
40% mehr als aktuell.
Dazu noch drei Jahre Dividende von jeweils knapp 3%.
Die wurde nämlich 54 Jahre in Folge erhöht.
Und dazu kommen dann aber auch 22 Milliarden Dollar nette Schulden und Zinsen, die Abbott wegen der Exact-Übernahme hat.
Und sollte im negativen Fall das Wachstum doch ausbleiben, vielleicht sogar zurückgehen, könnte das weiter den Kurs drücken.
Stagnierende Unternehmen werden an der Börse eher mit einem KGV von 15 oder sogar noch weniger bewertet.
Bei einem 15er KGV würde das nochmal knapp 30 Prozent Kursverlust bedeuten.
Einen News habe ich euch vorhin noch gar nicht erzählt.
Denn auch Walmart hat gestern seine Zahlen gebracht.
Und die sind nicht nur für die Aktionäre wichtig, sondern sie sind auch ein gutes Konsumbarometer.
Denn Walmart ist mit über 700 Milliarden Dollar Jahresumsatz schließlich der größte Einzelhändler der Welt.
Wenn wir auf das letzte Quartal schauen, sehen die Zahlen erstmal gut aus.
Der Umsatz ist um 7 Prozent gestiegen auf 180 Milliarden Dollar.
Damit hat Walmart auch besser abgeschnitten als erwartet.
Besonders gut gelaufen sind die Bereiche Kleidung und Haushaltswaren und damit genau die Kategorien, bei denen Kunden in den letzten Jahren gespart haben.
Da kaufen vor allem Haushalte mit höherem Einkommen ein.
Wegen der Inflation gehen jetzt auch Gutverdiener zu Walmart, um Geld zu sparen.
Deutlich stärker als der Gesamtkonzern wächst der E-Commerce-Bereich.
Im letzten Quartal waren es 25 Prozent.
Das Wachstum kommt aus mehr Drittanbietern auf den Marketplace, höheren Werbeeinnahmen und schnellerer Lieferung direkt aus den Filialen.
Noch stärker als E-Commerce wächst übrigens das Werbegeschäft von Walmart, nämlich um die 35 Prozent.
Und hier kommt eine Übernahme ins Spiel, die auf den ersten Blick erstmal ein bisschen ungewöhnlich ist.
Vor knapp einem Jahr hat Walmart für zwei Milliarden Dollar den Smart-TV-Hersteller Visio gekauft.
Wer einen Visio-Fernseher einschaltet, landet in einem Menü mit Werbebannern und die kontrolliert jetzt eben Walmart.
Und weil Walmart weiß, was seine Kunden kaufen, kann es Marken auch beweisen, dass ein TV-Spot direkt zu einem Kauf geführt hat.
Dafür zahlen die Marken viel Geld.
Das Werbegeschäft ist dadurch deutlich profitabler als das klassische Supermarktgeschäft und es hilft, günstigere Verkaufspreise in den Supermärkten abzufedern.
Die will Walmart nämlich unbedingt lange niedrig halten.
Das erkennt man auch daran, dass Walmart im letzten Quartal zehntausende Produkte im Preis gesenkt hat.
Aber Walmart warnt, dass die Preise später im Jahr doch steigen könnten, wenn die Spritpreise und damit die Transportkosten weiterhin so hoch sind.
Trotzdem hat Walmart im letzten Quartal beim Gewinn die Prognose getroffen.
Das ist aber nicht unbedingt eine gute Nachricht, denn es ist erst das dritte Mal in den letzten 16 Quartalen, dass Walmart die Schätzung nicht übertreffen konnte.
Dazu kommt ein typischer US-Punkt.
Im ersten Quartal erhalten viele US-Bürger nämlich Steuerrückzahlungen.
Die haben die höheren Kosten abgefedert und es blieb mehr Geld zum Ausgeben.
Der Effekt läuft jetzt aber aus, was zusätzlich zu weniger Kundschaft sorgen könnte.
Das ist auch ein Grund für den vorsichtigen Ausblick.
Die Jahresprognose hat Walmart bestätigt.
Der Konzern erwartet ein Wachstum um die 4%.
Die Gewinnschätzung liegt aber unter der Analystenprognose.
Die schwache Prognose war auch der Grund dafür, dass die Aktie nach den Zahlen um die 5% gefallen ist.
Bei einem Börsenwert von fast 1000 Milliarden Dollar und dem 40-fachen vom erwarteten Gewinn reicht eine vorsichtige Prognose eben nicht.
Damit ist nach Target, von den Zahlen habe ich euch ja in der Folge von gestern erzählt, auch der Ausblick von Walmart enttäuschend.
Wenn die beiden größten Einzelhändler der USA so pessimistisch sind, ist das ein schlechter Indikator für die gesamte US-Wirtschaft.
Das war Ohne, Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Schönen Tag euch, tschüss!
