# AI Cloud JVs, Defense Satellites, and Media Spin-Off Valuations

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-20

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Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 20.05.
Mein Name ist Timon Wunderlich und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker mit einem der besten YouTube-Accounts in Deutschland.
Neben Interviews mit Top-CEOs gibt es dort auch ein neues Format.
Jeden Donnerstag.
wo einmal die wichtigsten Events der Woche eingeordnet werden.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Wir haben uns heute den Satellitenhersteller OHB angeschaut.
Die haben nämlich ein gemeinsames Projekt mit dem KI-Rüstungs-Startup Helsing gestartet.
Und dann hat ein Hedgefonds-Investor bei einer Konferenz seinen Case für Versant Media vorgestellt, also dem abgespaltenen Kabelfernsehen-Geschäft von Comcast.
Aber erstmal gibt's die News.
Gestern konnten sich viele deutsche Aktien, die zuletzt verloren hatten, wiederholen.
Besonders Softwareunternehmen wie SAP, Atos und Nemechek waren zwischen 5 und 10 Prozent im Plus.
Und auch bei den Rüstungsaktien sah es ähnlich gut aus.
Das lag aber auch daran, dass Rheinmetall laut Medienberichten einen Auftrag für knapp 2000 neue Lastwagen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro von der Bundeswehr bekommen soll.
Rheinmetall war nach der Meldung 3 Prozent im Plus, andere Rüstungsaktien wie Hensoll, TKMS und Renk bis zu knapp 10 Prozent.
Aber es gab auch Verlierer.
Bei Ottobock hat ein Shortseller angegriffen.
Grizzly Research warnt davor, dass Hans-Georg Neder, der Mehrheitsaktionär vom deutschen Prothesenhersteller, stark verschuldet ist.
Das könnte dazu führen, dass der seine Anteile verkaufen muss, was bei einer ohnehin nicht besonders liquiden Aktie zu starkem Kursverlust führen könnte.
Außerdem wirft Grizzly Ottobock vor, dass das Unternehmen mit seiner Kernkennzahl, das Underlying Core EBITDA, also der operative Gewinn aus dem Kerngeschäft vor Abschreibungen und Sondereffekten, das Geschäft verschönert und die tatsächliche Geschäftsentwicklung versteckt.
Auch Forschungskosten sollen aggressiv bilanziert werden und beim Geschäft in Russland soll einiges nicht richtig laufen.
Gewinne werden hier zwar nicht mehr separat ausgewiesen, aber Grizzly geht davon aus, dass das Land mehr als ein Drittel vom Nettogewinn ausmacht und Ottobock in Kauf nimmt, die Marke so kaputt zu machen.
Weil man Russland beim Krieg unterstützt und die Firma deswegen auch in rechtliche Schwierigkeiten kommen könnte.
Besonders spannend ist der Short Report ja, weil Ottobock erst Ende letzten Jahres an die Börse ist.
Eine Short-Seller-Attacke so früh nach dem Börsengang ist selten und gestern hatte die Firma gleichzeitig ihre erste Hauptversammlung gehalten.
Der Börsenwert ist über 10% auf 3,5 Milliarden Euro gefallen.
In den USA gab es auch einen Angriff, nämlich auf Neo-Cloud-Anbieter.
Blackstone und Google haben angekündigt, zusammen ein KI-Cloud-Unternehmen zu starten.
Das Joint Venture soll Rechenkapazität zusammen mit Googles eigenen TPU-Chips als Service anbieten.
Blackstone bringt erstmal 5 Milliarden Dollar mit.
Das Ziel sind 500 Megawatt Kapazität bis 2027.
Damit greifen die beiden direkt die sogenannten Neo-Cloud-Anbieter an, also Unternehmen wie Coreweave, die in den letzten Jahren stark vom KI-Boom profitiert haben und außerdem fast komplett auf Nvidia-Chips setzen.
Google will jetzt mit seinen eigenen TPU-Chips ein alternatives Ökosystem aufbauen.
Coreweave ist gestern über 3% gefallen.
Google und Blackstone haben sich kaum bewegt.
Eine richtig starke Bewegung gab es dafür bei Agilisys.
Die Firma macht Software fürs Hotelmanagement und ist nach Zahlen gestern rund 15% auf über 2 Milliarden Dollar Börsenwert gestiegen.
Agilisys hat jetzt nämlich schon das 17.
Quartal in Folge einen Rekordumsatz gemeldet und für 2027 geht das Unternehmen davon aus, seinen Umsatz auf bis zu 370 Millionen Dollar steigern zu können.
Das wäre ein 16% Wachstum.
Mehr als Analysten erwartet hatten.
Der wichtigste Wachstumstreiber ist ein Deal mit der Hotelkette Marriott International.
Der wurde zwar schon Ende 2022 angekündigt, startet aber jetzt erst so richtig.
Dass die Aktie jetzt erst so stark gestiegen war, liegt auch daran, dass Agilisys wie die meisten anderen Softwareaktien Anfang des Jahres stark gefallen war, weil viele dachten, KI mache klassische Software überflüssig.
Die Zahlen von gestern sind ein Gegenbeispiel.
Krasser sieht man den Einfluss von KI bei der Großbank Standard Chartered.
Die hat berichtet, dass sie dank KI knapp 8000 Stellen abbauen werden.
Besonders in den Bereichen HR, Risiko und Compliance erwarten sie bis 2030 über 15% der Stellen streichen zu können.
Der Umsatz pro Mitarbeiter soll dadurch auch schon bis 2028 über 20% steigen und auch jetzt schon sieht man Kosteneinsparungen.
Der Vorsteigergewinn ist im ersten Quartal fast 20% auf ein neues Rekord hochgestiegen.
Für die Aktie ging es leicht nach oben.
In Europa hat Emma Sports, also der Sportkonzern hinter Marken wie Salomon und Arcturix, starke Zahlen geliefert und konnte seine Prognose anheben.
Der Umsatz im ersten Quartal lag mit knapp 2 Milliarden Dollar deutlich über den erwarteten 1,8 und das Umsatzwachstum soll 2026 über 20 Prozent liegen.
Vorher waren es bis zu 18.
Haupttreiber ist die Sneakermarke Salomon, die gewinnt nämlich gerade vor allem in den USA stark an Beliebtheit.
Die Klamotten von Arcturix laufen auch gut.
Beide Marken haben ja gemeinsam, dass sie teurer sind und sich bewusst an wohlhabendere Kunden richten, also genau die Gruppe, die trotz der aktuell schlechten Konsumentenstimmung weiter Geld ausgibt.
Die Aktie ist rund 5% gestiegen.
Und dann ist spätabends noch die Nachricht gekommen, dass Blackstone angeblich aus den Übernahmeplänen für Ströhr aussteigt.
Die Ströhr-Aktie ist daraufhin knapp 10% gefallen.
Blackstone wollte die Firma, die sich auf Außenwerbung spezialisiert hat, eigentlich gemeinsam mit dem Private Equity Investor I-Squared Capital für 2,5 Milliarden Euro übernehmen.
I-Squared prüft jetzt, ob sie die Übernahme alleine oder eventuell mit einem neuen Partner machen.
Alle warten auf den SpaceX-Börsengang.
In Deutschland gibt es ja bereits eine börsennotierte Raumfahrtaktie, nämlich OHB.
Und da gab es gestern, aber auch schon in den letzten Tagen spannende Entwicklungen.
Was dahinter steckt?
Hat sich Christoph angeschaut.
Konkret baut OHB Satelliten für die ESA, für die EU und zunehmend auch für die Bundeswehr.
Damit machen die Bremer fast 1,5 Milliarden Euro Umsatz und der Auftragsbestand ist mehr als doppelt so hoch.
Dabei ist die Firma immer noch ein Familienunternehmen.
Die Familie Fuchs hält nämlich 65 Prozent der Anteile.
Darum dürfte sie sich auch besonders über die Entwicklung der Aktie gefreut haben.
Auf Sicht von nur einem Jahr hat sie mehr als 700 Prozent zugelegt.
Gestern ging es wieder fast 20 Prozent nach oben.
Denn OHB und Helsing, das ist ein 2021 gegründetes deutsches KI-Rüstungsunternehmen, das unter anderem KI-gestützte Drohnensysteme entwickelt, die auch in der Ukraine zum Einsatz kommen, die beiden gründen ein gemeinsames Joint Venture namens KIRC.
Das steht für künstliche Intelligenz und Raumfahrtkompetenz, ist aber auch eine Anspielung auf Captain Kirk aus Raumschiff Enterprise.
Das Ziel, gemeinsam das nächste große Raumfahrtprojekt der Bundeswehr zu gewinnen.
Das heißt Spock 2 und ist ein satellitengestütztes Aufklärungssystem, das militärische Aktivitäten des Gegners in Echtzeit erkennen soll.
Kirk übernimmt dabei die Führung eines Konsortiums, das Helsing bereits zuvor mit Kongsberg aus Norwegen und dem deutschen Sensorspezialisten Hensoldt gegründet hat.
Der Auftragswert ist zwar noch offen, aber Spock 1, das schon an Rheinmetall und den finnischen Satelliten-Startup iSci vergeben worden ist, soll bis zu drei Milliarden Euro wert sein.
Spock 2 soll größer werden, heißt es.
Das ist aber auch nicht das einzige Bundeswehrprojekt, in dem OHB steckt.
Die Bremer sind bereits Hauptauftragnehmer beim militärischen Radarsatellitensystem SARA und zusammen mit Rheinmetall bewirbt sich OHB um das deutsche Starlink-Äquivalent.
Das ist ein Netzwerk aus bis zu 200 Satelliten, das Panzerschiffe und Soldaten vernetzen soll.
Geschätzter Auftragswert 8 bis 10 Milliarden Euro.
Die Bundeswehr will bis 2030 jedes Jahr rund 7 Milliarden Euro in den Space-Bereich investieren und OHB ist einfach tief in fast allen drin.
Der Firmenerfolg freut aber nicht nur die Familie Fuchs, sondern auch Finanzinvestor KKR.
Der ist 2023 für 340 Millionen Euro bei OHB eingestiegen und hat sein Investment bis heute knapp verzehnfacht.
Jetzt plant OHB eine milliardenschwere Kapitalerhöhung, bei der gleichzeitig KKR einen Teil der 29 Prozent abgibt, die ihm gehören.
Der Vorteil daran ist, dass es dann einfach mehr frei handelbare Aktien gibt, denn der Streubesitz liegt aktuell nur bei 8%.
Das erklärt auch den gestrigen Kurssprung.
Wenn so wenige Aktien im Umlauf sind, sind solche Kursbewegungen einfach keine Seltenheit.
Nachteil wiederum ist, durch die Kapitalerhöhung werden neue Aktien ausgegeben und wer bereits Aktionär ist, wird verwässert, weil der künftige Gewinn auf mehr Papiere verteilt wird.
Apropos künftiges Geschäft.
OHB hat im Januar angekündigt, dass der Umsatz bis 2028 ohne Zukäufe um 60 Prozent steigen soll.
Wachstumstreiber sind steigende ESA- und EU-Budgets und das wachsende Verteidigungsgeschäft.
Die Margen sollen dabei ebenfalls steigen.
Die Bewertung ist aber sportlich.
Der Börsenwert von 11 Milliarden Euro steht für ein erwartetes KGV von knapp 130.
Dabei sind viele wichtige Aufträge eben noch gar nicht vergeben.
Und bei solchen Großprojekten kann es auch immer wieder zu Verzögerungen kommen.
Dazu kann der niedrige Streubesitz, solange er eben noch so niedrig ist, auch zu starken Kursbewegungen nach unten sorgen.
Vor knapp einer Woche war die Zone Investment Conference.
Das ist ein großes Event, bei dem sich Investoren treffen, um Ideen auszutauschen.
Und dort hat unter anderem der bekannte Hedgefonds-Investor David Einhorn ein paar seiner Investment-Ideen vorgestellt.
Die Videos von den Vorträgen wurden jetzt veröffentlicht und einen von Einhorns Cases fand ich besonders spannend.
Nämlich Versant Media.
Immer weniger Leute gucken Kabelfernsehen und streamen stattdessen lieber Filme und Serien.
Das ist ein Trend, den man seit Jahren sieht und unter dem Medienfirmen wie Comcast leiden.
Dem gehören nämlich viele US-Fernsehsender wie CNBC, MS Now oder der Golf Channel.
Und die Firma hat im Januar die meisten Sender und auch noch ein paar digitale Angebote wie die Filmbewertungsseite Rotten Tomatoes als neue Firma abgespalten.
Die heißt eben Versand Media Group und ist seitdem auch an der Börse gelistet.
Und genau die hat David Einhorn vorgestellt.
Die Aktie hat seit der Abspaltung über 20% verloren.
Zwischendurch war sie sogar 40% im Minus.
Laut Einhorn liegt es aber nicht daran, dass das Geschäft so schlecht läuft.
Es liegt daran, dass viele Profi-Investoren die Aktie überhaupt nicht haben dürfen.
Comcast-Aktionäre haben nach der Abspaltung für 25 Comcast-Aktien je eine Versant-Aktie bekommen und Indexfonds mussten die zum Beispiel sofort verkaufen, weil Versant nur ein Bruchteil so groß ist wie Comcast.
Dazu ist die Firma nicht in den Indizes wie dem S&P 500 oder dem Nasdaq 100, zu denen Comcast gehört.
So ein Verkaufsdruck nach Spin-offs ist typisch und deshalb gibt es in solchen Situationen manchmal interessante Einstiegsmöglichkeiten.
Laut Einhorn ist das bei Vasant der Fall und das, obwohl das Geschäft mit den Fernsehsendern ja rückläufig ist.
Einhorn beschreibt das Kabelgeschäft zwar selbst als schmelzendes Eis, er geht aber davon aus, dass sich dieses Eis bald in frisches Wasser verwandeln wird.
Heißt, dass es nicht so schnell schrumpfen wird, wie die Börse erwartet und er geht davon aus, dass das Unternehmen genügend Geld für Aktienrückkäufe oder weitere Zukäufe verdienen wird.
Einhorn ist deshalb so positiv, weil über 60% aller Inhalte bei Versant live sind, also Nachrichten oder Sport.
Das ist der entscheidende Unterschied zu anderen Fernsehsendern, die überwiegend Filme oder Serien zeigen und deswegen stärker von Netflix und anderen Streaming-Seiten bedroht sind.
Versants Kanäle sind deshalb fast immer in den günstigeren Kabelpaketen mit enthalten und dazu kommen die digitalen Angebote, die im ganzen Lärm um das Kabelfernsehen untergehen.
Rotten Tomatoes, die bekannteste Filmbewertungsseite der Welt, hatte ich vorhin schon erwähnt, Dann gibt es noch Fandango, über das in den USA Kinokarten gekauft werden können.
Golf Now, die mit Abstand größte Plattform, um Golfplätze zu buchen.
Und noch andere.
Das Segment wächst und macht knapp 20% vom 7 Milliarden Dollar Umsatz aus.
Fairerweise auch, weil das Kabelgeschäft gleichzeitig schrumpft, soll der Digitalbereich längerfristig sogar die Hälfte vom Umsatz ausmachen.
Einhorn sagt, dass wenn er den Case konservativ für die nächsten vier Jahre durchrechnet, die Firma über 60% vom 6 Milliarden Dollar Börsenwert erwirtschaften sollte.
bleibt dann immer noch ein Geschäft mit bekannten Marken, wenig Schulden und wachsenden Digitalanteil übrig.
Aber das Business hängt auch an den Werbepreisen.
Die Einnahmen da sind zuletzt um fast 10% gesunken und die digitalen Angebote sind noch zu klein, um das alleine aufzufangen.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
