# AI Infrastructure Shifts: Agents, Commerce, and Security

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-05-20

## Transcript

Das KI-Update – ein heiser Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Isabel Grünewald und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Alle Ankündigungen der Google I.O.
KI-Pionier Kaparthi wechselt zu Anthropic.
Weitere neue Features für Apples KI durchgesickert und die KI-Themen der Republika.
In diesen Tagen findet im kalifornischen Mountain View Googles große Entwicklerkonferenz I.O.
statt.
Und wie üblich präsentierte Google jede Menge neue Produkte und Zahlen, in deren Zentrum künstliche Intelligenz steht.
Mein Kollege Malte Kirchner aus dem Heise Online Newsroom berichtet für uns aus Kalifornien.
Google hat auf der I.O.
eine neue Generation seines KI-Modells vorgestellt.
Und die Zahlen klingen beeindruckend.
Gemini 3.5 Flash heißt das neue Flaggschiff und Google verspricht, Frontier-Intelligenz, also das Niveau der besten verfügbaren Modelle, bei gleichzeitig deutlich höherer Geschwindigkeit.
Was das konkret bedeutet, Gemini 3.5 Flash soll viermal schneller sein als andere Frontier-Modelle, gemessen an der Ausgabegeschwindigkeit.
Gleichzeitig schneidet es in mehreren Benchmarks besser ab als sein Vorgänger Gemini 3.1 Pro.
Dabei zeigt sich eine interessante Verschiebung.
Bislang musste man bei KI-Modellen oft zwischen Qualität und Tempo abwägen.
Google behauptet, diesen Trade-off mit 3.5 Flash überwunden zu haben.
Praktisch relevant wird das vor allem durch einen neuen Anwendungsrahmen namens Anti-Gravity.
Damit sollen Entwickler KI-Agenten bauen können, die mehrstufige Aufgaben selbstständig abarbeiten, also nicht nur antworten, sondern planen, ausführen, iterieren.
Für Nutzer landet das zunächst in der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche.
Was noch aussteht?
Gemini 3.5 Pro.
Das leistungsstärkere Modell der neuen Generation wird intern bereits eingesetzt, aber noch nicht öffentlich ausgerollt.
Das soll nächsten Monat passieren.
Die Frage ist, ob die versprochene Kombination aus Tempo und Qualität dann auch im Alltag hält, was die Benchmarks andeuten.
Ein Bereich, in dem wir sehen werden, wie gut sich 3.5 Flash im Alltag schlägt, wird die verbesserte Gemini-App sein.
Sie soll unter anderem proaktiv tägliche Übersichten für Nutzerinnen und Nutzer liefern.
Dafür sammelt die KI dringende Updates aus dem Gmail-Posteingang, verfolgt anstehende Termine aus dem Kalender und fasst relevante Folgedetails in einem übersichtlichen Briefing zusammen.
Gemini organisiert und priorisiert all das auf Grundlage der persönlichen Ziele und soll dann auch unmittelbare nächste Schritte vorschlagen.
Aber natürlich ist das noch nicht alles, was Google vorgestellt hat.
Neben Gemini 3.5 Flash hat Google auf der I.O.
noch ein zweites Modell vorgestellt.
Und das ist für Normalnutzer womöglich das Interessantere.
Gemini Omni Flash heißt es und der Ansatz dahinter ist ein anderer.
Wo 3.5 Flash auf Geschwindigkeit und Agentenaufgaben optimiert ist, geht OmniFlash in eine andere Richtung, nämlich Kreativität.
Das Besondere, OmniFlash kann aus beliebigen Eingaben Videos erstellen.
Text, Bilder, vorhandene Videoaufnahmen, das Modell verarbeitet all das und erzeugt daraus neue Videoinhalte.
Und das nicht nachträglich zusammengestückelt, sondern von Anfang an für Bild, Text und Video gleichzeitig entwickelt.
Dabei geht es nicht nur ums Zusammenschneiden.
OmniFlash soll physikalische Zusammenhänge verstehen, Licht, Bewegung, Schwerkraft und Szenen entsprechend realistisch generieren.
Auch kulturelles und wissenschaftliches Kontextwissen fließe ein, so Google.
Interessant ist auch die Verfügbarkeit.
OmniFlash startet ab sofort für Gemini Plus, Pro und Ultra und rollt gleichzeitig kostenlos auf YouTube Shorts und der YouTube Create App aus.
Das ist ungewöhnlich breit für einen Start dieser Art.
Was noch fehlt?
Audio als Eingabe wird aktuell noch nicht unterstützt, soll aber folgen.
Und wie gut die Videoqualität im echten Nutzungsalltag ist, das wird sich erst zeigen müssen.
Das Google-Tool, das wohl die meisten von uns im Alltag nutzen, ist die Suche.
Und die hat sich in den letzten Dekaden nur marginal verändert.
Bis jetzt.
Die Google-Suche bekommt ihr größtes Upgrade seit 25 Jahren.
So formuliert es Google selbst.
Und wer sich fragt, ob das nur Marketing ist, die Zahlen dahinter sind zumindest bemerkenswert.
Der KI-Modus, den Google vor einem Jahr eingeführt hat, wird inzwischen monatlich über eine Milliarde Mal genutzt, mit steigender Tendenz.
Was ändert sich konkret?
Zunächst das Suchfeld selbst.
Es wird komplett neu gedacht, mit KI.
Man kann künftig nicht nur Begriffe eintippen, sondern Fragen in natürlicher Sprache stellen, Bilder hochladen, Dateien oder Chrome-Tabs als Eingabe verwenden.
Die Suche soll dabei die Absicht hinter der Frage verstehen, nicht nur die Wörter.
Neu ist außerdem das Konzept der Suchagenten.
Die laufen im Hintergrund rund um die Uhr und beobachten das Webverein, also zum Beispiel auf Themen, die man vorher festgelegt hat.
Wer etwa wissen will, wann zum Beispiel ein neues Produkt angekündigt wird, bekommt eine Benachrichtigung, ohne nochmal suchen zu müssen.
Starten soll das zunächst für Google AI Pro und Ultra Nutzer.
Und dann ist da noch Personal Intelligence.
Die Suche kann auf Wunsch auf Gmail oder Google Fotos zugreifen, um Antworten zu personalisieren.
Google betont, das sei optional und man behalte die Kontrolle.
Aber es zeigt, wohin die Reise geht.
Die Suche soll nicht mehr nur das Web kennen, sondern auch einen selbst.
Vielen Dank, Malte.
Google hat auch noch den Universal Card vorgestellt.
Einen KI-gestützten zentralen Warenkorb für alle Google-Dienste.
Nutzende können Produkte direkt aus der Google-Suche dem KI-Assistenten Gemini, YouTube oder Gmail hinzufügen, ohne zwischen verschiedenen Apps wechseln zu müssen.
Das System basiert auf Googles Shopping Graph mit über 600 Milliarden Produktlistings und KI-Modellen.
Der intelligente Warenkorb verfolgt Preisänderungen, erkennt Produktinkompatibilitäten und schlägt Alternativen vor.
Für automatisierte Käufe durch KI-Agenten entwickelte Google das Agent-Payments-Protokoll, bei dem Nutzerinnen und Nutzer vorab Marken-, Produkte- und Ausgabenlimits festlegen können.
Das neue Universal Commerce-Protokoll entstand in Zusammenarbeit mit Handelspartnern wie Amazon, Meta und Microsoft.
Der Start ist für den Sommer in den USA geplant.
Rechtliche Haftungsfragen bei autonomen Käufen Und mögliche Interessenkonflikte durch Provisionsmodelle bleiben bislang noch ungeklärt.
Zu guter Letzt arbeitet Google natürlich auch an Smart Glasses und hat gleich zwei kommerzielle Designs präsentiert, die von den Brillenmarken Gentle Monster und Warby Parker stammen.
Für Hardware und Technik ist Samsung verantwortlich.
Das erste Modell von Gentle Monster setzt auf ovale Gläser und einen breiten, glänzenden, schwarzen Rahmen.
Während Wobby Parker mit einem dezenteren Design auftritt, das an das Wayfarer-Modell der Ray-Ban-Meta-Brillen erinnert.
Beide Modelle verfügen, wie Meta's Wearables, über eine Kamera, Lautsprecher und Mikrofone.
Sie kommen im Herbst auf den Markt.
Der bekannte KI-Forscher Andrew Carpathie schließt sich dem KI-Unternehmen Anthropic an.
Das gab er selbst auf der Plattform X bekannt.
Carpathie schrieb, er freue sich auf die Rückkehr in die Forschung und Entwicklung.
Die kommenden Jahre an der Spitze der Entwicklung großer Sprachmodelle würden besonders prägend sein.
Mehr zu der Personalie weiß Max Schreiner von The Decoder.
Kapathi zählt zu den bekanntesten Köpfen der KI-Branche.
Er gehörte zum Kernteam in der Frühphase von OpenAI und arbeitete dann beim Autohersteller Tesla als KI-Chef an der Technologie für autonomes Fahren.
Danach kehrte er wieder zu OpenAI zurück und verließ das Unternehmen 2024 jedoch endgültig.
Sein jetziger Wechsel zur direkten Konkurrenz Anthropic gilt in der Branche als Niederlage für OpenAI.
Bei Anthropic startet Carpathie laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios im sogenannten Pre-Training-Team.
Diese Abteilung kümmert sich um das erste grundlegende Training von KI-Modellen.
Das Ziel dieses Prozesses ist eine starke Basis, auf der dann mit weiteren Trainingsmethoden aufgebaut wird.
Carpathie soll bei seinem neuen Arbeitgeber ein eigenes Team aufbauen.
das die spezielle Aufgabe hat, genau dieses Pre-Training mit dem hauseigenen KI-Modell Claude zu unterstützen und zu beschleunigen.
Dieser Ansatz stützt sich auf die bekannte Hypothese der KI-Forschung, dass Modelle künftig dabei helfen können, sich selbst zu verbessern.
Zuletzt arbeitete Carpathie an seinem eigenen Startup namens Huracalabs und beschäftigte sich dort mit dem Einsatz von KI in der Bildung.
Und dieses Thema bleibe ihm weiterhin wichtig, sagte er.
Er plane, seine Arbeit in diesem Bereich zu gegebener Zeit vorzusetzen.
Sein tatsächlicher Fokus, zumindest auf X und anderen Plattformen, lag in letzter Zeit aber deutlich beim agentischen Programmieren und dem sogenannten agentischen KI-System.
Dabei handelt es sich um Modelle, die mehrstufige Aufgaben vollständig eigenständig bearbeiten.
Und genau diese Beschäftigung wird es sein, die ihn jetzt hin zum Pre-Training gestützt durch Cloud geführt hat.
Dankeschön, Max.
Der Internet-Infrastrukturanbieter Cloudflare hat Anthropics Mythos Preview getestet und an mehr als 50 eigenen Codesammlungen erprobt.
Das Modell konnte dabei mehrere kleine Schwachstellen zu funktionierenden Angriffsketten verbinden.
Den Nachweis liefert es selbst, indem es Code schreibt, kompiliert und ausführt.
Frühere Spitzenmodelle scheiterten laut Cloudflare-Sicherheitschef Grant Brasiskas genau an diesem Punkt.
Sie fanden zwar einzelne Fehler, schafften es aber nicht, daraus echte Angriffsketten zu bauen.
Mythos Preview liefert nun weniger spekulative Ergebnisse und klarere Schritte zur Reproduktion.
Damit sinkt auch der menschliche Aufwand bei der Bewertung.
Gleichzeitig warnt Cloudflare vor den Schattenseiten.
Denn dieselben Fähigkeiten stünden bald auch Angreifern zur Verfügung.
Schon vor dem Mythos hat der US-Provider Verizon festgestellt, dass erstmals seit 19 Jahren häufiger Softwarelücken für Cyberangriffe ausgenutzt wurden als gestohlene Zugangsdaten.
Das geht aus dem jüngsten Data Breach Investigations Report hervor, für den Daten aus dem vergangenen Jahr analysiert wurden.
Bei fast einem Drittel aller Cyberangriffe stand eine Sicherheitslücke am Anfang.
KI-Technik habe vor allem dafür gesorgt, dass Kriminelle ihre abrupten Techniken automatisieren und skalieren konnten.
Insgesamt sieht man bei Verizon-Sicherheitsteam einen fundamentalen Wandel in der Cybersecurity.
Hätten Softwarehersteller bislang oft Monate gehabt, um Lücken zu schließen und Angriffe zu verhindern, stünden dafür in der jetzigen KI-Welt nur noch Stunden zur Verfügung, heißt es in dem Report.
Auch Linus Torvalds hat in seinem wöchentlichen Update zur Kernel-Entwicklung von Linux die Flut an per KI-Tools gefundenen Sicherheitslücken kommentiert.
Der Erfinder von Linux bemängelte nicht, dass aktuell so viele Lücken gefunden werden, erhält aber den Umgang mit den Funden und wie sie veröffentlicht werden für problematisch.
Zum einen gäbe es zahlreiche Dubletten, was in der Natur der Sache liegt.
Wenn mit einem KI-Tool jemand eine Lücke findet, dann kann das auch jemand anders tun.
Deshalb sollte man nicht jeden Fund sofort an die zuständigen Personen in der Community weiterleiten, sondern erst nachsehen, ob die Lücke vielleicht nicht doch schon geschlossen sei.
Die Security-Mailing-Liste sei durch die vielen Doppelungen und Diskussionen darüber fast völlig unbewältigbar, schreibt Horwals.
Man solle nicht mehr sinnlose Reports einreichen, sondern lieber gleich einen Patch für die gefundene Lücke.
KI-Tools sind toll, schreibt der Entwickler.
Aber wenn man sie verwende, müsse man einen echten Mehrwert beitragen, zusätzlich zu dem, was die KI gemacht hat.
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Digital an Ihrer Seite.
Apple plant für das nächste iPhone-Betriebssystem nicht nur eine Chatbot-Serie, sondern auch Verbesserungen bei anderen KI-Funktionen.
Was wir schon wissen, fasst Ben Schwan von der Mac and i zusammen.
Apples neue KI-Funktionen für iOS 27 und Co.
sickern vor der Entwicklerkonferenz WWDC Anfang Juni mehr und mehr durch.
So soll die geplante neue Chatbot-Serie, die neben Apple-Modellen auch Googles Gemina nutzt, besonders privatsphärenfreundlich sein.
Apple will ermöglichen, dass Chats nicht gespeichert werden und spezielle Guardrails einbauen, die verhindern, dass sensible Informationen in der Memory-Datei landen.
Ob das negative Auswirkungen auf die Bedienung haben wird, bleibt abzuwarten.
Ebenfalls neu sollen laut einem Bericht von Bloomberg Verbesserungen bei der generativen KI innerhalb von Apple Intelligence sein.
Dazu gehört eine Vorschlagsfunktion für Genmojis, die sich an Nutzereingaben orientiert, die Möglichkeit, Wallpaper per Image Playground Bildgenerator zu erstellen, sowie eine verbesserte Grammatikprüfung in den Schreibwerkzeugen von Apple Intelligence.
Weiterhin soll man Kurzbefehle künftig auch per Prompt-Eingabe wipe-coden können, um iPhone, Mac oder iPad zu automatisieren.
Danke, Ben.
Der Kölner Übersetzungsdienst DeepL verarbeitet Kundendaten ab heute nicht mehr ausschließlich auf eigenen Servern in Deutschland und Island.
Das Unternehmen ergänzt seine Infrastruktur künftig um die Cloud-Dienste des US-amerikanischen Anbieters Amazon Web Services.
Die Änderung erlaube es dem Unternehmen, Daten in einem internationalen Maßstab zu verarbeiten, was seine Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und technische Infrastruktur verbessere.
Künftig verarbeitet Deberle Inhalte der Anwender weltweit in verschiedenen AWS-Regionen, darunter in der EU, den USA und Japan.
Nur Kunden mit speziellen Vertriebsverträgen, wie etwa Enterprise-Abonnenten, erhalten die Möglichkeit, eine feste Region für die Datenverarbeitung auszuwählen.
Der Wechsel in die Cloud von Amazon verdeutlicht das strukturelle Problem insbesondere europäischer Tech-Unternehmen, die für ein weltweites Wachstum auf die Infrastruktur großer US-Anbieter angewiesen sind.
Für diese greift aber der Cloud Act der USA.
In der Kritik von Datenschützern stehen diese Dienste, weil das Gesetz den US-Behörden den Zugriff auf die gespeicherten Informationen erlaubt, selbst wenn sich die Server in Europa befinden.
Cursor war einer der ersten Anbieter von auf KI fokussierten Entwicklertools und profitierte von den besser werdenden Modellen, insbesondere von Anthropic.
Doch seit dem Erfolg von Anthropics eigenem Tool Cloud Code steht Cursor unter Druck.
Seit einigen Monaten versucht das Unternehmen mit eigenen Modellen konkurrenzfähig zu bleiben.
Cursor hat nun eine neue Version seines Coding-Modells veröffentlicht.
Composer 2.5 bewegt sich wohl auf dem Niveau aktueller Spitzenmodelle von OpenAI und Anthropic, kostet allerdings deutlich weniger als diese.
Allerdings ist es keine komplette Eigenentwicklung, sondern basiert auf dem offen verfügbaren Modell Kimi K2.5 des chinesischen Anbieters Moonshot.
Es wurde mit 25 Mal mehr synthetischen Coding-Aufgaben als der Vorgänger Composer 2 trainiert, der ebenfalls auf einem Kimi-Modell basierte.
Cursor arbeitet jedoch bereits am Nachfolger.
Und das Unternehmen trainiert, gemeinsam mit dem Raumfahrtkonzern SpaceX und dem KI-Unternehmen XAI, ein deutlich größeres Modell.
SpaceX lotet derzeit auch eine Übernahme von Cursor für 60 Milliarden US-Dollar aus.
KI ist auf der diesjährigen Republika-Messe in Berlin eines der zentralen Themen.
Mein Kollege Robin Ahrens von der CT hat sich auf der Digitalmesse genauer umgeschaut.
Wer hätte es anders erwartet?
KI spielt natürlich auch auf der diesjährigen Republika in Berlin eine zentrale Rolle.
Und das in vielen verschiedenen Facetten.
Ob es um den Einsatz von KI-Tools in der Medienbranche, um die Vorherrschaft der Big-Tech-Oligarchie aus dem Silicon Valley oder um psychosoziale Auswirkungen von KI geht, an vielen Stellen schwingt Kritik oder auch Selbstkritik mit.
Auf der Bühne von ARD und ZDF wird etwa über den Umgang mit KI-Tools in den redaktionellen Abläufen des Öffentlich-Rechtlichen sinniert.
Damit klingt auch der Vorfall aus vergangenem Februar an.
Damit hatte das Heute-Journal einen Beitrag über die brutalen Einsätze der US-Grenzpolizei ICE mit einem KI-generierten Video bebildert.
Das Credo auf der Republika lautete nun, wenn sich ein Bild nicht zweifelsfrei als echt verifizieren lässt, dann sei es eben nicht publizierfähig.
Mehrere Vorträge widmeten sich auch den negativen Folgen durch Compagnen-AIs.
Das sind spezielle KI-Chatbots wie Character AI oder Replica.
Compagnen-AIs müssen aber nicht immer spezialisierte KI-Tools sein.
Ein Großteil der Menschen nutzt einfach Universalassistenzsysteme wie eine Chat-GPT-Clode und Co.
als emotionalen Begleiter und Ratgeber.
Und die Tendenzen dazu nehmen zu.
Rund eine Milliarde Menschen kommunizieren täglich mit KI-Chatbots.
Und dabei bauen sie eben häufig vermeintlich intime, emotionale Verbindungen auf.
Nicht selten verleiten die KI-Chatworts nämlich explizit zur Isolation.
Ein zentrales Schlagwort taucht hier immer wieder auf.
Die sogenannte Psychofancy.
Das meint die opportunistische Gefälligkeit vieler Chatworts.
Also das ewige Geschleime, wie gut eine Idee, ein Gedanke oder das eigene Verhalten ja sei.
Psychophantisches Verhalten von KI ist also ein wesentlicher Aspekt.
Das lassen die Vorträge durchklingen.
Noch dazu KIs würden die Anfälligkeit für Psychofancy erkennen.
und extreme Schmeicheleien und Bestätigungen besonders vulnerablen Gruppen ausspielen.
Insgesamt verkaufe der KI-Kapitalismus also nicht nur Engagement, sondern vor allem auch emotionale Nähe.
Die Gefühle der NutzerInnen würden so zur Ware.
Ehrlich kritische Töne finden sich immer wieder auf der Republika.
Das passt ja auch zum Selbstverständnis der Nesse, die ja traditionell die gesellschaftliche Dimension digitaler Technologien in den Mittelpunkt stellt.
Professor Rainer Mühlhoff etwa hält einen Vortrag zu seinem vergangenen Jahr erschienenen Buch KI und der neue Faschismus.
Darin geht es vor allem um die faschistoiden Strukturen der US-Technokratie unter Musk, Orton, Karp und Co.
Auch die Diskussion zu gerechter KI an der AD- und ZDF-Bühne erscheint an vielen Stellen recht pessimistisch.
Die Antworten auf den zugegebenermaßen durchaus angebrachten KI-Pessimismus sind aber auch immer ähnlich.
Man fordert Regulierung und die Grundrechte des deutschen bzw.
europäischen Rechtsstaats zu sichern.
Wie das konkret gehen soll, das bleibt häufig aber vage.
Und das ist auch das, was etwas schade an der Republika ist.
Es fehlen häufig explizite Handlungsimpulse.
Die gesellschaftstheoretischen Erkenntnisse und Diskussionen sind allesamt wichtig.
Die Republika wäre aber auch ein Ort, an dem die geballte Expertise, die hier zusammenkommt, die Regierenden zum Handeln eben auffordert.
Und dafür sollte man auch echte Maßnahmen vorschlagen.
Denn Mascarp und Co.
warten sicher nicht darauf, dass die behebte EU-Legislative in jahrelangen Prozessen selbst wegentwickelt.
Umso wichtiger wäre es, noch auf der Republika von der Theorie in die Praxis zu kommen.
Denn dass vieles rund um KI-Technologien Problematisches mit sich bringt, ist nun auch keine neue Erkenntnis.
Vielen Dank, Robin.
So allgegenwärtig KI auch ist, zeigt doch eine Bitkom-Umfrage, dass nur 13 Prozent der Menschen, die KI-Dienste privat nutzen, auch dafür zahlen.
Das sind nicht bedeutend viel mehr als die 8 Prozent im Vorjahr.
Fast die Hälfte der Befragten lehnt Bezahlmodelle sogar komplett ab.
Nur knapp 29 Prozent können sich vorstellen, künftig auf kostenpflichtige Versionen umzusteigen.
Zahlende Nutzerinnen und Nutzer geben durchschnittlich 20 Euro pro Monat aus und erhoffen sich Zugang zu leistungsfähigeren KI-Modellen, besserer Ergebnisqualität und höherer technischer Stabilität.
Da KI aber nun mal für die Anbieter sehr teuer ist, rückt zunehmend Werbung in ihr Zielfeld.
OpenAI führte bereits Anzeigen in kostenlosen Versionen von ChatGPT ein, da der Betrieb trotz hoher Nutzerzahlen Milliardenverluste verursacht.
Das war das KI-Update von heise online vom 20.
Mai 2026.
Eine neue Folge gibt es jeweils montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
Jeden Samstag sprechen wir in einer neuen Folge mit Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion über Fachliches und Nerdiges zu CT-Artikeln, über Details und Hintergrundgeschichten, über Ansichten und Meinungen.
Hört mal rein in den CT-Uplink, überall, wo ihr Podcasts hören könnt.
Wir versprechen euch, es wird garantiert nerdig.
