# Market Shifts: AI Efficiency, GLP-1 Disruption, and Geopolitical Risk

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-05-20

## Transcript

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Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über die neue KI-Offensive von Alphabet, robuste Zeiten für die Baumärkte und das Milliardenprojekt von OHB.
Im Thema des Tages dreht sich alles um ein Medikament, das die Gewohnheiten ganzer Volkswirtschaften auf den Kopf stellen kann.
Und in der AAA-Idee verraten wir euch, wie euch euer Körper dabei helfen kann, Fehler an der Börse zu vermeiden.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Daniel Eckert und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Blick auf die Märkte Heute ist Mittwoch, der 20.
Mai und wir wünschen euch einen erwartungsvollen Start in den Tag.
Erwartungsvoll dürft ihr heute auf jeden Fall sein, denn heute nach Börsenschluss legt Nvidia seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vor.
Und Nvidia ist ja nicht nur der Antreiber der Rallye rund um künstliche Intelligenz.
sondern als größte Börsenfirma der Welt auch so etwas wie die Gallionsfigur unserer Ära.
Das hast du schön gesagt.
An den US-Börsen war gestern vor den Nvidia-Zahlen aber erstmal Vorsicht angesagt.
Vergangene Woche hat es ja noch Rekorde geregnet und gestern hat die Wall Street dann aber den dritten Tag in Folge nachgegeben.
Der S&P 500 bröckelte am Dienstag 0,7 Prozent ab.
Der tech-lastige Nasdaq 100 büßte 0,6 Prozent ein.
Und auch bei den Einzeltiteln gab es Licht und Schatten.
Qualcomm und Amazon sowie Broadcom verloren bis zu 3 Prozent und die Halbleiteraktien Micron, Arm und Amazon.
Und Intel legten bis zu 5,6 Prozent zu und gehörten damit auch zu den größten Gewinnern.
Auch Alphabet verlor mehr als zwei Prozent.
Dabei will die Google-Mutter nun im KI-Wettlauf wieder offensiver angreifen.
Auf seiner Entwicklerkonferenz I.O.
hat der Konzern mit Gemini 3.5 Flash ein neues KI-Modell vorgestellt, das vor allem beim Programmieren und bei autonomen Agenten deutlich leistungsfähiger sein soll.
Gleichzeitig verspricht Google niedrigere Kosten als die Konkurrenz von OpenAI und Anthropic.
Der Konzern will solche KI-Agenten künftig direkt in die Google-Suche integrieren.
Nutzer sollen damit Aufgaben automatisiert erledigen lassen können, etwa Informationen recherchieren, Produkte finden oder auch Buchungen durchführen.
Besonders wichtig ist dabei der Fokus auf Geschwindigkeit und Effizienz, denn viele KI-Anbieter kämpfen inzwischen mit Engpässen bei Rechenleistung und hohen Betriebskosten.
Ihr wisst es.
Für Google geht es dabei aber um deutlicher...
mehr als nur um eine neue Funktion.
Der Konzern versucht damit jetzt aufzuholen und seine Position zu stärken, nachdem OpenAI und Anthropic zuletzt ja vor allem im boomenden Geschäft mit KI-gestützter Softwareentwicklung vorbeigezogen waren.
Einmal mehr präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag stärker als die Wall Street.
Das ist ja so ein Trend, der sich in den vergangenen Tagen ausgebildet hat.
Ja, und nach einem starken Start gab der DAX zwar einen Teil der Gewinne wieder ab, ging dann aber noch mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent aus dem Handel.
Und zwar bei 24.401 Zählern.
Insgesamt wirkte der Handel beidseits des Atlantiks jedoch ziemlich nervös.
Ein Grund sind die anhaltenden Spannungen im Persischen Golf und ein anderer und damit durchaus zusammenhängender der hohe Ölpreis und die weltweit steigenden Zinsen.
US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit Militärschlägen und stellte einen möglichen Angriff bereits für die kommenden Tage in Aussicht.
Man könne nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe entwickelt, erklärte Trump.
Gleichzeitig behauptete er, Teheran dränge auf eine Einigung.
Konkrete Belege dafür nannte er jedoch nicht und eine offizielle Reaktion aus dem Iran blieb zunächst auch aus.
Ja, schwierig ist dabei vor allen Dingen das ewige Hin und Her in Washington und an der Börse macht ja Hin und Her bekanntlich Taschen leer.
Ja, noch kurz zuvor hatte Trump nach eigenen Worten einen verdienstig geplanten Angriff ausgesetzt und dies mit Zitat ernsthaften Verhandlungen begründet, um die mehrere Golfstaaten gebeten hätten.
Einerseits gibt es also weiter Hoffnung auf Diplomatie, andererseits hält die Gefahr einer schnellen Eskalation die Ölpreise und auch die geopolitische Nervosität hoch.
Man weiß nicht so richtig, was man bekommt.
Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich immer mehr wichtige Auslandsgläubiger aus dem US-Anleihemarkt zurückziehen.
China hat seine Bestände an US-Staatsanleihen schon im März 2026 auf rund 652 Milliarden Dollar reduziert.
Das ist der niedrigste Stand seit der Finanzkrise 2008.
Und auch Japan baute seine Position zuletzt deutlich ab und hielt im März noch etwa 1,2 Billionen Dollar an Treasuries.
Insgesamt bleiben die ausländischen Bestände mit 9,25 Billionen Dollar enorm.
Das muss man sagen, der Greenback ist einfach die Weltwährung.
Die Entwicklung zeigt aber, dass selbst traditionelle Großgläubiger vorsichtiger werden.
Ausgerechnet in einer Phase, in der die USA wegen hoher Defizite besonders stark auf Käufer ihrer Anleihen angewiesen sind.
So und jetzt kommt hier ein Übergang aus der Hölle.
Auf Käufer angewiesen ist auch Home Depot und die weltweit größte Baumarkette zeigt sich dieser Tage trotz schwächerer Konsumlaune robust.
Das geht aus dem Quartalszern hervor und Die hat das Unternehmen gestern vorgelegt.
Demnach hat der Konzern den Umsatz im ersten Quartal um 4,9 Prozent auf 41,8 Milliarden Dollar gesteigert.
Gleichzeitig zeigt sich aber, dass Verbraucher vorsichtiger werden.
Die Zahl der Kundentransaktionen ging zurück, während der durchschnittliche Warenkorb pro Kunde stieg.
Das deutet darauf hin, dass weniger gekauft wird, dafür aber gezielter und teurer.
An der Börse kamen die Zahlen.
Insgesamt sagen wir mal ordentlich an, die Aktie legte um 0,9% zu.
Der deutsche Baumarktriese Hornbach, der gewann fast 2%, denn der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025-2026 um 3,8% auf 6,4 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis mit 264,7 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahr lag.
Belastet wurde der Baumarkt und Baustoffkonzern vor allen Dingen durch höhere Personal- und Betriebskosten.
Gleichzeitig gewann Hornbach Marktanteil hinzu und profitierte von besseren Margen.
Für das laufende Jahr bleibt das Management allerdings vorsichtig und erwartet operativ bestenfalls eine Seitwärtsbewegung.
Noch wesentlich düsterer war die Stimmung gestern bei Otto Bock.
Der Orthopädie-Technik-Spezialist geriet an der Börse massiv unter Druck.
Die Aktie verlor zeitweise bis zu 14 Prozent und schloss schließlich bei knapp 11 Prozent im Minus.
Auslöser war ein kritischer Bericht des Lehrverkäufers Grizzly Research, der ausgerechnet am Tag der Hauptversammlung veröffentlicht wurde.
Darin greift Grizzly unter anderem die Bilanzierungs- und Finanzierungspraktiken sowie das Russlandgeschäft des Prothesenherstellers an.
Der Short-Seller wettet nach eigenen Angaben auf weiter fallende Kurse und sieht den fairen Wert der Otto-Bock-Aktie bei lediglich 30 Euro.
Deutlich unter dem IPO-Preis von Oktober 2025, denn da war Otto-Bock für 66 Euro pro Aktie an die Börse gegangen.
Besonders sensibel reagierten die Anleger aber auf das Russlandgeschäft und die Verschuldung des Mehrheitsaktionärs Georg Neder.
Laut Börsenprojekt erzielte Otto Bock im ersten Halbjahr 2025 rund 8,8 Prozent des Umsatzes in Putins Reich.
Und Grizzly argumentiert zudem, dass Russland operativ wichtiger sein könnte, als bislang öffentlich überhaupt dargestellt worden war.
Gleichzeitig verweisen Kritiker auf hohe private Schulden.
Neders, der für den Rückkauf von Anteilen vom Finanzinvestor IQT Kredite aufgenommen hatte, der Konzern weist die Vorwürfe zurück und betont, dass erstens das Russland-Geschäft sanktionskonform sei und zweitens Autobog finanziell unabhängig von einzelnen Aktionären operiere.
An der Börse bleibt jedoch vor allen Dingen eins hängen, das Vertrauen der Investoren ist angeschlagen.
Ganz anders das Bild bei OHB.
Der Satellitenhersteller aus meiner Geburtsstadt Bremen gehört zu den stärksten Werten am deutschen Markt.
Die Aktie sprang nach der Ankündigung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens mit dem Rüstungs- und KI-Spezialisten Helsing um rund 25 Prozent.
Gemeinsam wollen sich die Unternehmen um das milliardenschwere Bundeswehrprojekt SPOK 2 bewerben, ein satellitengestütztes Aufklärungssystem der nächsten Generation.
Bereits die erste Ausbaustufe SPOK 1 wurde mit einem Volumen von bis zu 2,7 Milliarden Euro vergeben.
Anleger setzen nun darauf, dass OHB mit seiner Raumfahrtkompetenz und Helsings KI-Technologie bei einem der wichtigsten europäischen Verteidigungs- und Raumfahrtprojekte der kommenden Jahre eine Schlüsselrolle spielen könnte.
KI-Drohnenspezialist Helsing, der ist ja nicht an der Börse, soll aber jetzt bei einer neuen Finanzierungsrunde mit 18 Milliarden Dollar bewertet werden.
Das ist schon doll.
Was ist sonst noch wichtig?
Die Bundesregierung startet die Reprivatisierung von Unipar und sucht damit einen Ausweg aus einer der größten Rettungsaktionen der Energiekrise 2022.
Der Bund hält aktuell noch gut 99 Prozent an dem Energiekonzern.
Langfristig soll der Anteil aber auf 25 Prozent plus eine Aktie sinken.
Im Raum stehen sowohl ein Börsengang als auch ein Verkauf von Investoren.
Interessenten könnten sich bis Mitte Juli melden.
Mögliche Abschlüsse wären laut Berichten aber erst im November denkbar.
Mit einem aktuellen Börsenwert von rund 18 Milliarden Euro gehört Uniper inzwischen wieder zu den stabileren Energieunternehmen Europas, auch weil sich das Geschäft nach den Turbulenzen rund um russisches Gas deutlich erholt hat.
Die Börse reagierte äußerst positiv auf die Nachricht.
Die Aktie legte fast 12 Prozent zu.
Gefragt waren ansonsten noch die Aktien, die in den vergangenen Wochen unter Druck geraten waren.
Dazu gehörten neben Rüstungswerten auch zahlreiche Software-Titel.
Rheinmetall setzte seine jüngste Erholung mit einem Plus von rund 3% fort.
Noch stärker liefen Software-Aktien.
SAP, Nemethek und Atos Software gewannen zwischen 6 und 13,5%.
Anleger griffen dabei gezielt bei zuvor abgestraften Software-Werten zu.
Auf der anderen Seite kam es dann zu Gewinnmitnahmen bei den bisherigen Jahresgewinnern aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solar.
Infineon verbilligte sich zum Beispiel um 2,6 Prozent.
SMA Solar ging sogar um fast 10 Prozent runter, allerdings nachdem sich die Aktie im laufenden Jahr fast verdoppelt hatte.
Ebenfalls knapp 11 Prozent verloren Ströhr.
Laut Bloomberg droht dort die mögliche Übernahme durch einen Finanzinvestor zu scheitern.
Und dann mache ich nochmal schnell die Termine für heute.
Heute richtet sich ja der Blick vor allem, wir haben es jetzt ganz oft schon betont, auf die Quartalszahlen von Nvidia.
Der Chipkonzern gilt ja als der Taktgeber des KI-Booms und entsprechend genau werden heute auch die Anleger auf Nachfragemargen und den Ausblick für Rechenzentren und die KI-Infrastruktur schauen.
Weitere Zahlen gibt es von Target, Intuit, Analog Devices, Hasbro und Marks & Spencer.
Hauptversammlungen halten unter anderem die Commerzbank ab, die ja weiter im Zeichen der Abwehr gegen die Unicredit Ambition steht.
Außerdem laden Hapagloid, Unipa, Brenntag, ProSiebenSat1, 1&1, BlackRock, Amazon, McDonald's, Citigroup und Euronext ihre Aktionäre.
Und das Statistische Bundesamt veröffentlicht neue Daten zu Erzeugerpreisen und zum Auftragsbestand der Industrie.
Das Thema des Tages.
Heute.
Überraschen wir euch mal im Thema des Tages mit Einzelaktien, die für eine technologische und gesellschaftliche Revolution stehen.
Wir reden nicht über KI und nicht über den Weltraum-Hype, aber es geht um eine Innovation, die unseren Alltag mittelfristig sogar stärker verändert als die beiden, KI und Space Economy.
Das ist eine steile These.
Naja, vor einiger Zeit war das Thema ja schon wirklich groß.
Es war von einer großen Innovation die Rede, aber dann ist es ein bisschen still geworden.
Es geht um GLP-1-Medikamente wie OZAMPIC, VEGOVI, Manjaro und ZAPBound, mit denen Menschen deutlich abnehmen, die dann aber auch den Appetit dämpfen.
Und das ist längst nicht mehr nur ein Pharmathema, denn sie verändern unser Essverhalten und darüber hinaus auch das Konsumverhalten generell.
Damit geht es dann auch um die Wachstumsperspektiven.
ganzer Branchen.
Jim Reed von Deutsche Bank Research, der hat dazu eine spannende kurze Studie erstellt, wie sich die Spritze auf den Konsum auswirkt.
Da gab es ja schon einige Vermutungen in der Vergangenheit.
Aber die Studie zeigt nun, dass GLP1 das Verhalten von Millionen Menschen innerhalb weniger Monate sichtbar verändert.
Die Deutsche Bank hat aktuelle und frühere Nutzer in den USA befragt.
Und der Befund, diese Medikamente verändern den Konsum nicht nur während der Einnahme der Arznei.
Viele neu erworbenen Gewohnheiten bleiben auch danach erhalten.
Und das ist der wirklich spannende volkswirtschaftliche Punkt.
Die Zahlen, die sind wirklich krass.
Ein Beispiel.
Vor dem Medikament gingen 55 Prozent der aktuellen GLP-1-Nutzer in...
Restaurants essen.
Während der Einnahme sind es dann nur noch 31 Prozent, also mehr als 20 Punkte weniger.
Und der Besuch von Fastfood-Restaurants und Cafés, der fällt in der Untersuchung sogar von zwei Drittel auf 37 Prozent.
Und nicht nur das.
Snacks, Alkohol, all das geht deutlich runter und erholt sich dann nicht mehr.
Und jetzt das Entscheidende.
Bei früheren GLP-1-Nutzern springt das Verhalten nicht wieder zurück auf das frühere Niveau.
Wer GLP-1 abgesetzt hat, geht danach zwar teilweise wieder häufiger raus, aber nicht so oft wie vor der Einnahme.
Und der Konsum von Snacks und Alkohol bleibt deutlich unter dem alten Niveau.
Das ist wichtig und irgendwo auch logisch.
Es geht ja nicht nur um weniger Kalorien oder eine kurzfristige Abnahme bei den Spritzen.
Es geht ja vor allem um neue Routinen und einen langfristig gesünderen Lebensstil.
GLP-1 bringt also einen Umbruch unseres Konsums mit sich.
Gleichzeitig ist das natürlich ein riesiger Markt für die Pharmahersteller.
Die Deutsche Bank schreibt, dass die GLP-1-Nutzung jetzt circa 10 Prozent der US-Bevölkerung erreicht hat.
Und zur Erinnerung, in den Vereinigten Staaten leben schon jetzt fast 350 Millionen Menschen.
Davon 10 Prozent, das ist wirklich krass.
Bis 2030 könnten Schätzungen zufolge mehr als 20 Prozent der US-Bürger sogar GLP-1-Arznei nehmen, auch weil Pillenversionen die Abnehmenspritze ergänzen und dadurch die Hemmschwelle senkt.
Dann würden wir also von mindestens 70 Millionen Patienten reden.
GLP-1-Medikamente, die bringen Gewinner und Verlierer mit sich.
Und das ist der Punkt, an dem ihr als Anleger hellhörig werden müsst.
Die offensichtlicheren Gewinner sind natürlich die Hersteller.
Eli Lilly ist dann momentan der aggressivste GLP-1-Profiteur.
Maun Jara und Sepp Bown treiben das Wachstum massiv.
Lilly meldete für das erste Quartal 2026 ein Umsatzplus von 56 Prozent.
Genau vor allem wegen dieser Produkte.
Für das Gesamtjahr hat Lilly die Jahresprognose angehoben.
Sie rechnen mit Erlösen von 82 bis 85 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 35,50 bis 37 Dollar.
Und Lilly hat noch einen zweiten Hebel, die Pipeline.
Da geht es um Orphokliprom.
Das ist eine orale GLP-1-Therapie.
Wenn die Pille kommt, könnte der Markt noch breiter werden, weil viele Menschen die Tablette der Spritze vorziehen, verständlicherweise.
Und Analysten trauen Lilly auf 12-Monats-Sicht an der Börse ein Plus von 26 Prozent zu.
Der zweite naheliegende Gewinner ist Novo Nordisk.
Osempik und Vigowi haben den Markt ja überhaupt erst zum Massenphänomen gemacht.
Novo ist ein Kernname für das Thema, auch wenn die Aktie ihren Status als Platzhörig längst verloren hat.
Aber strategisch bleibt Novo einer der zentralen Spieler in der GLP1-Medizin.
Und die Dänen sind ja auch bei der oralen Variante mit am Start, also bei der Abnehmpille.
Und jetzt zu den möglichen Verlierern.
Und da wird es für Konsumaktien ungemütlich, wenn sich Menschen weniger...
Snacks einwerfen, dann betrifft das die ganze Kalorienindustrie, so nennen wir sie mal.
Ein Verlierer oder zumindest potenzieller Verlierer ist daher Mondelez.
Das sind die mit den 90 Gramm Milka-Schokoladentafeln.
Aber Mondelez steht nicht nur für Milka, sondern zum Beispiel auch für Oreo, Toblerone und die Tuck-Kekse.
Das ist ein Portfolio voller Impulskäufe und kleiner Belohnungsmomente.
Weil GLP1 genau diesen Impuls reduziert, könnte aus einem medizinischen Trend ein struktureller Gegenwind für Süßwaren und Snacks wachsen.
Ein weiterer Kandidat, der leiden könnte, ist Domino's Pizza.
Die in der Pappe gelieferte Pizza ist bequem, aber auch kalorienreich.
Die Bestellung folgt oft einem spontanen Impuls.
Genau dieses Konsumverhalten sieht die Deutsche Bank unter Druck.
Wobei man schon fair bleiben muss.
Das heißt nicht, dass das Geschäft von Domino's oder Mondelez über Nacht einbricht, aber dass sich deren Perspektive eintrübt.
Damit stehen dann auch die Preissetzungsmacht und die internationale Expansion zur Disposition.
Interessant sind aber auch möglicherweise unerwartete Gewinner.
Da sind insbesondere Pharmagroßhändler, die an steigenden Medikamentenvolumina verdienen können.
Ein Beispiel ist die Firma McCasson aus Irving in Texas.
Die Verteilung von Arzneien ist neben Gesundheitsdienstleistungen einer der Schwerpunkte der Firma.
Man könne die 1833 gegründete Firma also quasi als Schaufelhersteller des GLP-1-Booms bezeichnen.
Man soll das Bild des Schaufelherstellers ja nicht überstrapazieren, aber hier passt es schon ganz gut.
Anders als die Forschenden und Pharmafirmen, die ja immer ein hohes Risiko mit Medikamentenneuentwicklungen eingehen, liefert McKesson die Infrastruktur und steht so für verlässliche Cashflows.
Zusammen mit wenigen anderen Konzernen bildet McKesson ein quasi unantastbares Oligopol im US-Arzneimittelvertrieb.
Krankenhäuser und Apotheken kommen an McKesson praktisch nicht vorbei.
Das zurückliegende Geschäftsjahr, das endliche für die Texaner im März, berachte ein Umsatzwachstum von 12 Prozent und beim Gewinn je Aktie ein Plus von 18 Prozent mit sich.
Laut Ausblick soll der Gewinn je Aktie in diesem Jahr um weitere 13 bis 16 Prozent steigen.
Experten trauen den Texanern auf zwölf Monatssicht sogar ein Kurspotenzial von rund einem Viertel zu.
Hallo.
Ja, ich bin der André.
Also ich habe mir dieses Elektroauto gekauft.
Und damit will ich ja auch mal wohin fahren.
Dann ist der Akku aber nicht immer ganz voll.
Und dann bleibe ich halt lieber zu Hause.
Reichweitenangst kann jeden treffen.
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Und gut.
Die menschliche Psyche funktioniert unter Druck wie ein Fluchtreflex.
Schnell, emotional, selten, rational.
Und dieser Reflex, der kann manchmal auch schon durch einen stark steigenden Kurs ausgelöst werden.
Wow, hättest du gedacht, dass ich mal sowas Tiefgründiges hier sage?
Wenn hier jemand bei AAA im Ansatz sowas wie Tiefgründigkeit besitzt, dann bist du das, oder?
Ja, aber du hast es schon gesagt, Anleger kaufen nicht mehr unbedingt, weil sie ein Unternehmen jetzt analysiert haben, sondern weil andere bereits kaufen, weil plötzlich überall über Bitcoin gesprochen wird und weil auf Reddit aus Kleinanlegern scheinbar Millionäre werden.
Ja, genau dieses Phänomen beschreibt ja die Fear of Missing Out, kurz FOMO.
Der Finanzforscher...
Josef Bonaparte, auch ein sehr schöner Name, der hat dafür sogar einen eigenen FOMO-Index entwickelt.
Er misst Suchanfragen wie Buy Stock, Get Rich Quick oder Bitcoin Price und damit die digitale Spur kollektiver Euphorie.
Die Ergebnisse seiner Studie fallen ernüchternd aus.
In Phasen besonders hoher FOMO erzielen Aktienmärkte im Schnitt niedriger Renditen von maximal 2%.
Gleichzeitig sinkt die Volatilität.
Der Grund, Märkte wirken kurzfristig ruhiger, weil plötzlich alle dieselbe Geschichte glauben.
Heißt, die Unsicherheit, die verschwindet nicht.
Sie bewegt sich nur im Gleichschritt.
Besonders problematisch wird das bei den risikobereinigten Renditen.
Die sogenannte Sharpe Ratio, also der Ertrag pro Risikoeinheit, fällt in Hochphasen der FOMO laut Studie um rund 4%.
Anleger werden damit nicht nur impulsiver, sondern treffen messbar schlechtere Entscheidungen.
Genau deshalb versuchen viele Investoren inzwischen ihre eigenen Reflexe bewusst auszubremsen.
Etwa durch automatisierte Sparpläne, feste Regeln, den bewussten Verzicht auf ständige Kursbeobachtung oder aber auf ein ganz neues Phänomen am Markt.
Du sagst es und es landet da gerade ein Trend in der Finanzwelt, der lange belächelt wurde.
Zwischen Trading-Apps, Krypto-Chats und Performance-Coachings taucht plötzlich ein Begriff auf, der eher nach Yoga-Studio klingt als nach Börsenparkett, nämlich Breathwork.
Gemeint sind gezielte Atemtechniken, die Anleger davor schützen sollen, impulsiv aus FOMO zu handeln.
Und weil die Welt der Neuropsychologie für den Börsenerfolg wichtiger ist, als jetzt viele von euch denken können, nehmen wir euch in diese neue Welt mal mit.
Wir haben mit Corinna Holzner gesprochen, selbst Traderin und eine zertifizierte Atemtrainerin.
Ihr zentraler Punkt.
Die meisten Anleger scheitern nicht am fehlenden Wissen, sondern an ihrem mentalen Zustand unter Stress.
Sobald Druck entsteht, übernimmt im Gehirn die Amygdala, also der Bereich, der für Angst und Reflexreaktion zuständig ist.
Genau dort setzt Breathwork an.
Laut der Expertin ist der Atem die einzige direkte Verbindung zum autonomen Nervensystem.
Sie hat uns daher gezielte Techniken für unterschiedliche Situationen im Trading-Alltag verraten.
Etwas gegen Panik, etwas gegen Übermut und etwas gegen impulsive Käufe.
Da ist zum einen das Box Breathing als Universalwerkzeug der US Navy Seals.
Der Ablauf sei simpel.
Anleger atmen vier Sekunden ein, halten die Luft für vier Sekunden, atmen vier Sekunden aus und halten weitere vier Sekunden inne.
Dieser Schritt wird am besten vor Börsenbeginn und vor wichtigen Entscheidungen eingesetzt.
Er bringt Fokus und reduziert die Atemfrequenz.
Dann gibt es noch das Trading Sci.
Anleger machen einen doppelten Atemzug durch die Nase, gefolgt von einem langen Ausatmen durch den Mund.
Das ist der Notfallknopf für akute Stressmomente am Bildschirm oder am Handy und wirkt in unter 30 Sekunden.
Und das belegt sogar eine Studie von der Stanford University.
Außerdem solltet ihr den Traders Breath kennen.
Das ist ein bewusster Atemzug vor jedem Klick, quasi der Filter zwischen Impuls und Order.
Der Atemzug trennt strategische Entscheidungen vor emotionalem Reflex.
Zum Abschluss des Tradings ist zudem ein Reset wichtig.
Ja, mit drei bis fünf Minuten am Ende der Trading Session kann ein Anleger das psychologische Feierabendsignal einläuten.
Damit ist der Stress nicht den ganzen restlichen Tag noch verschleppt.
Gut möglich, dass einige von euch den Breathwork-Exkurs hier belächeln oder kritisieren, dass wir hier mal wieder keine Einzelaktie vorgestellt haben.
Psyche und Börsenerfolg müssen einfach gemeinsam betrachtet werden.
Das zeigen wirklich wissenschaftliche Studien.
Du sagst es.
Forscher der University of Cambridge fanden bereits 2016 heraus, dass besonders erfolgreiche Trader ihren eigenen Herzschlag außergewöhnlich gut wahrnehmen konnten.
Gewissermaßen als biologisches Frühwarnsystem für Stress, Risiko und Überhützung.
Und genau dort setzen er auch die Atemtechniken an.
Studien des Rutgers-Psychologen Paul Lehrer zeigen, dass langsames Atmen mit etwa sechs Atemzügen pro Minute Herzschlag, Blutdruck und Nervensystem stabilisiert.
Gleichzeitig steigt die sogenannte Herzfrequenzvariabilität, ein zentraler Marker dafür, wie gut Menschen unter Stress ruhig und rational bleiben können.
Oder einfacher gesagt, der Körper reagiert kontrollierter, wenn der Markt chaotisch wird.
Das war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an AAA at Welt.de, hinterlasst uns eine Bewertung oder schreibt uns bei Instagram.
Vor allem die Spotify-Kommentare haben uns gestern mal wieder ordentlich unterhalten.
Ein Hörer fand nämlich, dass es die schwächste Folge des Jahres war.
Und wir, lieber Daniel, wir sind ohnehin das schwächste Host-Duo.
Und weißt du auch warum?
Äh, erzähl.
Weil du es gewagt hast zu erwähnen, dass ein MSCI World eine starke US-Gewichtung hat und Anleger durchaus über ETFs diversifizieren können.
Ui.
Ja, ui, kannst du laut sagen.
Und ich habe es gewagt zu erwähnen, dass Frauen mehr und mehr in ETFs investieren und bin daher eine, Zitat, nervige Feministin.
Ja, so schnell kann es gehen.
Würde ich sagen, ich bin zwar definitiv eine stolze und meinetwegen auch nervige Feministin, aber ich muss ja gestehen, dass es mir wirklich wahnsinnig schwerfällt, solche Kritik ernst zu nehmen.
Ja, weil generell gilt ohne Klarnamen und mit einem KI generierten Bild kommentiert sich sowas leichter.
Daher bleiben wir jetzt erstmal bei den Hörern, die uns eine E-Mail schreiben.
Marcel hat uns zum Beispiel geschrieben, er hat in jüngster Vergangenheit überraschend seinen Vater verloren und dazu erstmal unser tiefstes Mitgefühl und Beileid, lieber Marcel.
Jetzt aber zu seiner Frage, er schreibt, Zitat, nun ist meine Mutter alleine.
Meine Eltern hatten nie was mit Geldanlage am Hut und fragen uns jetzt, wie wir das Kapital sinnvoll anlegen können.
Und da meine Mutter schon Rentnerin ist, kommt ein klassischer ETF ja nicht in Frage.
Oder?
Zitat Ende.
Doch.
Das kommt in Frage, lieber Marcel.
Natürlich geht es in der Rente nicht mehr um den langfristigen Vermögensaufbau, aber das schließt ja nicht automatisch aus, nicht in ETFs investieren zu können.
Daniel, der Eckart hier, mein schlechtester, nee, was hat er gesagt?
Schwächster Hauspartner, hat vor kurzem in der Welt am Sonntag dazu ein Musterportfolio für Rentner gebastelt.
Das besteht zu 40 Prozent aus einem ausschüttenden Vanguard FTSE All World, zu 30 Prozent aus einem Renten-ETF wie dem JP Morgan Euro Corporate Bond oder dem monatlich ausschüttenden Vanguard Euro Corporate Bond, zu 15 Prozent aus einem Dividendenfonds wie dem VanEck Morningstar DM Dividend Leaders oder zu 15 Prozent aus einem Geldmarktfonds.
So kann man es machen.
Und diese Anlagestrategie, die soll regelmäßige Auszahlungen ermöglichen, bei denen das Vermögen nicht zu schnell aufgezehrt wird.
Denn nun geht es ja auch darum, auf alle Wechselfälle des Lebens vorbereitet zu sein.
Falls euch diese Musterportfolios für andere Altersklassen interessieren, sagt gern Bescheid, dann posten wir euch den Artikel auf Instagram.
Schaut da auf jeden Fall mal rein und danach abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns morgen wieder ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
