# Adidas Strategy, Bond Yields & ETF Portfolio Optimization

**Podcast:** Leben mit Aktien | Der Podcast für Anleger mit Weitblick
**Published:** 2026-05-20

## Transcript

Bevor es losgeht, dieser Podcast ist keine Anlageberatung, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung.
Die Hosts oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Anlageentscheidungen, die sie aufgrund der im Podcast gehörten Informationen treffen.
Leben mit Aktien.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Mit Christian Wirröl und Horst von Butler.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leben mit Aktien, dem Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Ich bin Horst von Butler.
Und ich bin Christian Weröl.
Und du, Horst, warst mal wieder unterwegs vor Himmelfahrt in Herzogenaurach und hast dort ein faktenreiches, aber auch ziemlich unterhaltsames Interview mit Björn Gülden geführt, der ja seit 2023 an der Spitze von Adidas steht.
Gülden hat gute Zahlen vorgelegt gerade, aber der...
Aktienkurs von Adidas zieht da nicht so mit.
Zumindest nicht so, wie das sein Energiepegel eigentlich vermuten lassen würde.
Deswegen gehen wir mal auf ein paar Kernsätze aus dem Interview ein und schauen vor der WM auf den größten deutschen Sportartikelhersteller.
Außerdem widmen wir uns dem Dauerbrenner-Welt-Portfolio.
Das ist ja eine Grundsatzfrage.
die ja irgendwie eigentlich immer geklärt ist, aber dann doch nicht geklärt.
Also alle sagen immer, ja, MSCI World, FTSE Oil World, eigentlich ist alles klar, aber doch so viel ist unklar.
Und deswegen machen wir da noch keinen Deep Dive, aber einen Mini-Deep Dive für alle, die sich doch nochmal grundsätzlich aufstellen wollen.
Und uns erreichen ja auch immer wieder einige Nachfragen.
Christian, es ist ja ein interessanter, wie heißt es ja, Aktien fürs Leben, aber es ist ja ein interessanter Moment gerade an den Anleihenmärkten.
Und wir haben gerade auch...
in der Redaktion der Wirtschaftswoche darüber gesprochen.
Anleihen sind für uns ja auch sehr wichtig.
Ein interessantes Momentum.
Und ein Kollege fährt diese Woche nach London und trifft unter anderem Liz Truss.
Und da klingelt es ja auch bei dir nochmal, nicht?
Ja, das war eine großartige Zeit.
Also Liz Truss hat ja immerhin zwei.
großartige Punkte in ihrer Regierungszeit erreicht.
Sie war die letzte Premierministerin, die noch von Queen Elizabeth ernannt wurde.
Und gleichzeitig hat sie sich nicht länger gehalten als ein Salatkopf.
Denn nachdem sie ja den Plan hatte, die Staatsausgaben ausufern zu lassen, gleichzeitig aber die Steuern zu senken, sind die Renditen britischer Staatsanleihen durch die Decke gegangen.
Und sie hat sich dann wirklich nicht länger halten können als dieser Salatkopf.
ist mit ihrem Namen verbunden, also der Trust-Moment, auch wenn in anderen Ländern man die Anleihenmärkte zu stark herausfordert.
Wir hatten das bei Donald Trump kurz erlebt, auch wenn es eine ganz andere Lage war.
Nun ist aber noch was passiert.
Es sieht gerade, also die Anleihenmärkte verhalten sich ja sowieso anders als die Aktienmärkte derzeit.
Was ist da los?
Erklär es uns.
In kurzen Knappen setzen wir immer.
Naja, also Anleihen sind auch wichtig für diejenigen, die keine haben, denn an den Anleihenmärkten werden eben die Kosten festgelegt.
Und da sind Staatsanleihen nun mal die Referenz, auch für Unternehmensanleihen.
Und wir sehen ja zunehmend Unternehmensanleihen-Emissionen auch im Kontext der Investments der Hyperscaler in neue Datacenter.
Und da ist es natürlich schon mal bemerkenswert, dass wir global jetzt einen Anstieg der vor allem langfristigen Renditen sehen.
Also man kann jetzt auf die 30-jährigen Staatsanleihen schauen, da ist es besonders signifikant.
Wir in Großbritannien auf die 6 Prozent zu.
Da sind wir in Japan bei den 4 Prozent.
Da ist dann die Liquidität nicht so groß.
Deswegen der Standard sind ja die Zehnjährigen.
Das ist eigentlich die Benchmark.
Da sind wir in Deutschland jetzt auch über 3 Prozent.
Da sind wir in Großbritannien über 5 Prozent per annum.
Und in den USA haben wir alleine in der letzten Woche auch 30 Basispunkte dazugelegt.
Das heißt, Geld wird teurer und das drückt natürlich aus.
dass die internationalen Investoren vor allen Dingen dieses Inflationsproblem jetzt zunehmend auf die Agenda nehmen.
Man fordert eben Risikoprämien dafür, dass das Geld höchstwahrscheinlich durch steigende Preise weniger wert ist und natürlich auch Risikoprämien dafür, dass Staaten weiterhin lieber Geld ausgeben als bei den...
Ausgaben zu sparen.
Also fassen wir zusammen, für die Aktienmärkte ist dieses Inflationsproblem, wie es so immer schön umschrieben wird, klingt so ein bisschen wie dieser Roman von Judith Herrmann, Sommerhaus später.
Man blendet das so ein bisschen aus.
Die Anleihenmärkte haben das auf dem Radar.
Interessant ist natürlich auch, dass Großbritannien gerade durch eine politische Krise geht und man sieht natürlich, dass in vielen Ländern die Verschuldung einfach steigt, dass viele jetzt auch gegensteuern und ihren fiskalischen Spielraum auch wirklich schon ausgereizt haben.
Und man sich ja immer wieder fragt, wie können diese Länder, ob es jetzt Italien, Frankreich oder Großbritannien ist oder auch die USA, wie können die eigentlich von diesen Defiziten von vier bis sieben runter, wenn die teilweise chronisch sind.
Übrigens ein Szenario, was ja wirklich auch in Deutschland...
droht, weil wir tun immer nur so, als ob das so übergangsweise ist, dass wir ja, wir haben jetzt das Sondervermögen und müssen mehr für Verteidigung ausgeben.
Ich sehe einfach, bis 2030 steht da jetzt eine Billion neue Schulden, aber ist ja nicht so, dass wir 2031 dann plötzlich sagen, ja, jetzt müssen wir diese 200 Milliarden Schulden nicht mehr machen und das ist, glaube ich, auch etwas, ich schaue da immer so ganz gerne nicht in den Rückspiegel, aber in die Glaskugel sozusagen für Deutschland, was da passiert, weil noch haben wir diesen fiskalischen Spielraum, aber ich finde, wir nutzen ihn nicht.
intelligent genug.
Also wir verspielen ihn gefühlt seit Corona zu leichtfertig.
Ja, die Gesamtverschuldung Deutschlands ist noch recht entspannt im internationalen Vergleich.
Aber wir fahren natürlich jetzt auch Defizite und zwar strukturelle Defizite.
Insbesondere, wenn wir dann auch noch die Sozialversicherung mit berücksichtigen.
Und das ist jetzt ein globales Thema geworden.
Und wenn Geld teurer wird, dann schlägt das natürlich auch auf die Bewertung von Aktien durch.
Insbesondere auf die Bewertung von Technologieaktien.
Denn rein...
In der Theorie, von der Erklärung her, ist ja der Aktienkurs der Barwert aller künftigen Cashflows.
Und jetzt sind ja bei Technologiewerten gerade vor dem Hintergrund künstliche Intelligenz die künftigen Gewinne ziemlich weit in der Zukunft.
Das heißt, man muss sie recht stark abwenden.
Zinsen von der Laufzeit her.
Und wenn dann natürlich der Abzinsungssatz, der Referenzsatz, die Staatsanleihenrendite entsprechend steigt, sind die künftigen Cashflows heute weniger wert.
Das heißt, Aktien fallen rein aus dieser theoretischen Erwägung schon logischerweise.
Kann man noch nicht ganz sehen an den Märkten, würde ich sagen.
Der Freitag war schon deutlich.
Aber natürlich, dieser Rendite...
den wir insgesamt gesehen haben, ja wirklich auch auf neue Mehrjahreshochs, teilweise in Europa seit 2010, dann müssen wir sagen, das reflektiert sich am Aktienmarkt noch nicht.
Also tatsächlich, wenn ich 6% in der Gegenwart habe, brauche ich nicht ein paar mehr.
Manche würden sagen, dann brauche ich nicht Versprechungen auf mehr Rendite in der Zukunft.
So dieses Spatz in der Hand Phänomen, glaube ich.
Ich glaube, an den Anleihen müssen wir dranbleiben.
Das ist mitnichten abgehakt.
wir ja auch diesen Kipppunkt auf dem Ölmarkt haben, also die ganzen Öltrader waren irgendwie immer Ende Mai soll da was passieren.
Und das Lustige ist, man segelt da so oder man dümpelt so ein bisschen weiter und ab und zu passieren so ein paar Schiffe diese Straße von Hormuz und man überlegt so, was muss man eigentlich machen.
Nach dem Motto, man hat so jeden Tag ein Quantum Trost und dann wieder große Sorgen.
Und ja, ein bisschen schlafwandlerisch, finde ich, verfolgen wir den Ölmarkt.
Also da wird einiges passieren.
Bevor wir uns aber da vertiefen, Christian, ganz kurz noch ein paar Sätze zum Börsengang des Jahres.
Denn da gibt es noch keine Details, aber zumindest ein Datum.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
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Mehr auf allianz.de slash Vermögen Ja, SpaceX will jetzt definitiv an die Nasdaq.
Alles andere wäre natürlich auch für eine Technologiebörse ein Desaster gewesen, wenn sich SpaceX...
jetzt entschlossen hätte, an die konkurrierende New Yorker Börse, an die New York Stock Exchange, an die NYSE zu gehen.
Und ein Datum gibt es auch schon, den 12.
Juni.
Der Börsenprospekt soll vielleicht schon diese Woche kommen.
Dann kann man auch mal endlich so einen Deep Dive in die Fundamentals machen.
Bislang können wir ja eigentlich nur immer so mit den Umsatzschätzungen arbeiten, die da so institutionell kursieren.
Also irgendwie 25 Milliarden Dollar dieses Jahr, was dann also ein Kursumsatzverhältnis bei...
2 Billionen Bewertung.
von 80 impliziert.
Aber auf die Details gucken wir später.
Ein Detail gibt es schon und zwar das künftige Börsenkürzel.
Das wird lauten SPCX.
Ist irgendwie auch logisch.
Du hast hier im Skript noch so eine Rakete aus diesem Emoji-Reservoir reingemacht.
Das ist aber von dir.
Das ist hoffentlich nicht in der Kürze drin, oder?
Das wäre nämlich interessant, wenn ich das künftig google.
Das würde sich Elon Musk sicher total wünschen.
So eine kleine Rakete ist hier.
Ach, die hast du für mich gemacht, damit ich weiß, über welches Thema wir sprechen.
Nein, das habe ich deswegen gemacht, weil ich einfach in das Skript immer was reinkopiere, was ich schon mal irgendwo geschrieben habe.
Und das hatte ich auf Twitter auch schon, aber für diejenigen, die nicht dort sind.
Es gibt eine kleine Geschichte hinter diesem Kürzel SPCX.
Das war nämlich bis April gar nicht frei, sondern das gehörte ausgerechnet einem ETF, der auf SPACs, also auf Börsenmäntel und auf Börsengänge fokussiert war.
Ja, der ist 2020 an die Börse gegangen, damals bis Mitte 21 abgegangen wie eine Rakete, hat aber dann eine ziemlich unsanfte Landung erlebt und dümpelt weit, weit, weit hinter dem S&P 500.
Aber wir sind ja nicht abergläubisch, oder?
Nein, also wir warten nach dem Kürzel auf die Details und dann wirst du uns erklären, ob man oder wie man überhaupt als deutscher Anleger davon partizipieren kann.
Ist ja mal so ein bisschen schwierig, aber vielleicht.
Wird schwierig, aber wenn die Formalien erfüllt sind, wird die Aktie natürlich mit dem Börsengang, mit der Erstnotiz dann auch in Deutschland.
Und es ist ja so ein Sentimenttest, finde ich auch so.
Es ist ein Sentimenttest und auch einfach ein Test für die Aufnahmefähigkeit der Märkte.
Wir haben da so einen kolportierten Unternehmenswert von 1,75 bis 2 Billionen Dollar.
Also so eine halbe deutsche Volkswirtschaft.
Ja, genau.
Oder etwas weniger als eine halbe Erfurt.
Und es sollen halt nur 5 Prozent der Aktien platziert werden.
Aber 5 Prozent von 1,75 bis 2 Billionen Dollar sind eben auch 70 bis 100 Milliarden Dollar Emissionswohnungen.
Und irgendwer muss eben auf den Knopf drücken und muss diese Aktien auch kaufen.
Da wird natürlich viel über Privatanleger gehen.
ETFs spielen zumindest nach so einer gewissen Wartefrist.
In der Nasdaq werden das 15 Tage sein.
Bei der Indexaufnahme auch eine Rolle.
Aber es wird ein Test, das absorbiert sehr viel Kapital.
Man kann eben auch jeden Dollar nur einmal ausgeben.
Klingt banal, ist aber so.
Und die Frage ist, Wo fließt dieses Kapital ab?
Beziehungsweise wo kann es dann eben nicht mehr hinfließen?
Trifft vielleicht dieses Basics-Francy am Ende dann auch vielleicht andere Hyperscaler?
Wir bleiben auf jeden Fall da dran.
Jetzt ziehen wir uns erstmal die Turnschuhe an und laufen nach Herzogenaurach.
Christian, warst du schon mal in Herzogenaurach?
Nein, leider nicht.
Nur vorbeigefahren mit der Deutschen Bahn.
Was man leicht kann, tatsächlich vorbeifahren mit der Deutschen Bahn, weil man kommt da mit der Bahn gar nicht hin.
Als ich das dann so gebucht habe, dann hat man in seiner Bahn-App so, bis Erlangen kann man fahren und dann stand da irgendwie ein Bus.
Und dann meinte ich, das kann doch nicht sein, ist da irgendwie Schienenersatzverkehr.
Nein, es ist tatsächlich ein altes Thema, dass Herzogenaurach keinen großen Bahnhof hat, zumindest keinen, der angemessen wäre.
Da sitzt ja immerhin.
Drei wichtige Unternehmen, neben Adidas ist das Puma und dann der Autozulieferer Schaeffler.
Es gibt da tatsächlich immer noch große Busdienste der verschiedenen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter dann aus Nürnberg oder Erlangen oder den anderen Gegenden dahin fahren.
Und es gibt wohl auch immer eine Diskussion um diesen Bahnanschluss seit Jahrzehnten.
Die letzte Strecke sollte bloß einmal über den Campus von Adidas verlaufen.
Und da hat dann Adidas mal gebremst.
In China hätte man wahrscheinlich längst eine Magnetschwebebahn gebaut.
Keine Ahnung.
Ich stand da und meinte, das kann doch wohl nicht wahr sein.
Wir waren also bei Björn Gülden, der seit Anfang 2000...
2023 Adidas führt.
Er kam ja von Puma und es war kurz nach diesem sensationellen Weltrekord.
Sebastian Save war ja Ende April als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden gelaufen in Adidas-Schuhen.
Ich durfte sie natürlich anfassen.
Die sind so unfassbar leicht.
Die wiegen ja irgendwie ein bisschen über 90 Gramm.
Also sind viel leichter, als man denkt.
Das ist da wirklich nur so ein Stofflappen auf einer sehr dicken Sohle.
Die sind ja auch richtig teuer.
Die kosten 400 Euro.
400 oder 500 Dollar.
Also sehr teuer.
Und sind die aber dann nach einem Lauf auch durch?
Nein, das glaube ich nicht.
Und man muss auch nochmal sagen, das war ja tatsächlich für die angefertigt.
Auf diesen Rekord, sagte Gülden, hat die Branche seit 20 Jahren hingearbeitet.
Das ist wirklich so eine historische Wegmarke.
Das ist so wie 100 Meter unter 10 Sekunden.
Aber es geht eben nicht nur um diesen einen Schuh, sondern es geht um das System dahinter.
Also diese jahrelange Forschung, Planung, Ernährung, Psychologie, Technologie.
Weil du musst dir vorstellen, das, was sie dort machen, das wollen sie später kommunizialisieren.
Also diesen Schuh werden sie nur ein paar tausend verkaufen.
Also es geht da nicht um den Verkauf, sondern von dieser Technologie zu lernen.
Ja, von der Technologie zu lernen.
natürlich auch was fürs Image.
Ja, das zieht ganz unser Leben hoch.
Die Nachricht, dass das eben in Adidas Erfolg ist, die zahlt auf die Marke ein.
Und das sendet einfach auch die Botschaft, Adidas macht Innovationen für Sportler, eben nicht nur für Leistungssportler, sondern da will halt auch der ambitionierte Privatläufer dann vielleicht nicht gleich mit dem Adisero Adios Pro Evo 3 laufen, aber mit anderen Schuhen.
Das spielt natürlich rein, dieser Innovationsgedanke ist.
wahnsinnig wichtig, insbesondere wenn wir auf den großen Antagonisten schauen, nämlich auf Nike, wo man ja so ein bisschen das Gefühl hat, das Sentiment für den Sport ist so ein bisschen verloren gegangen.
Da werden wir auch gleich drauf kommen, weil da sieht es ja auch bei den Umsätzen anders aus.
Kurz nochmal zur Konzernzentrale.
Ich war nämlich noch nie bei Adidas, ich war mal bei Puma vor einigen Jahren, aber diese Adidas Campus, diese World of Sports, das ist wirklich der Hammer.
Das ist 59 Hektar, Nucleus ist so eine ehemalige US-Kaserne.
Aber die haben tatsächlich so eine zentrale Sicht dahin gebaut.
Die sieht vor einigen Jahren aus wie ein Stadion, heißt auch Arena.
Die steht so auf Stelzen und ist wirklich ein spektakulärer Bau mit Treppenkonstruktion.
Und du siehst überall auch so Anspielungen auf Laufbahnen.
Die sind dann so blau gemalt.
Die Kantine ist so halb in einen Hügel gebaut.
Du hast dort natürlich dann Paddel-Tennis-Anlagen, Fußball.
Einfach sehr viele Mitarbeiter aus Dutzend Nationen.
Alles ist Sport und ist eine beeindruckende Anlage.
Wir waren an dem Tag in dem Adidas Archiv erst.
Und Christian, du hättest wirklich, es hätte dir Spaß gemacht.
Ich hatte den...
Ein Fußballschuh von 1954 in der Hand, also mit dem dieses Tor geschossen wurde.
Ich weiß nicht, ob das der Finalschuh, aber es war einer dieser legendären Schuhe, die auch verewigt wurden in diesem Film, der über die WM gedreht wurde.
Henry Kohl hätte gesagt, der Mantel der Geschichte.
Ich hatte das Trikot, was Messi anhatte.
Ich konnte den Schweiß von Messi riechen, was die Spanier im Finale anhatten.
Also die haben da wirklich in diesem Archiv zehntausende Sachen archiviert.
Fußbälle, Turnschuhe, ganz tolle auch Alten.
alte Kartons sozusagen, wo die alten Modelle draufstehen.
Da waren wir und danach, das war Vergangenheit, und danach waren wir im Innovationslabor.
Da durften wir auch nicht fotografieren.
Und das ist spannend, weil da wurde an dem Tag zum Beispiel eine Delegation aus den nordischen Ländern, also die Skilanglauf, und die haben da praktisch das Material getestet, was vermutlich dann irgendwie im nächsten Winter oder in zwei Jahren zum Einsatz kommt.
Und wir durften uns so ein paar Sachen anschauen, zum Beispiel irgendwie wirklich so Kühlkissen, die so künftig...
Die werden im Motorsport eingesetzt, die dann Körper so ein paar Grad runterkühlen.
Mit so Thermojacken praktisch.
Die ziehen die Rennfahrer an, um ihre Körper runterzukühlen, weil die so aufhitzen.
Ist natürlich ein Material, was irgendwann in einigen Jahren in die Masse kommt, wenn wir unsere Körper wegen des Klimawandels runterkühlen müssen, weil draußen 40 Grad ist.
Also sehr spannend in diesem Innovationslabor zu sein.
Das ist immer interessant, wie etwas, was für das High-End...
erfunden und entwickelt wird, dann so im Laufe der Zeit sukzessive den Eingang in den Alltagskonsum findet.
Das ist so wie früher mit den elektrischen Fensterhebern.
Anfang der 80er Jahre war das was, was in der S-Klasse war.
20 Jahre später auch im Polo ganz normal.
Also die haben da Laufbahn, wo wirklich dann der Originalbelag dann für den nächsten Lauf irgendwie getestet wird.
Sie haben dort so eine Fußballtretmaschine, damit die...
Fußballschuhe getestet werden, Kühlkammern.
Ist wirklich beeindruckend.
Toll, dass es sowas gibt.
Ja, Björn Gülden wuchs in einer Sportlerfamilie auf.
Und vielleicht ja mal zu ein paar zu seinen Aussagen.
Und dann kommen wir mal auf das Unternehmen.
Vor der WM, aber auch seine Strategie.
Das Interessante ist, ihm wird ja so ein bisschen vorgeworfen, dass er bisher keine Strategie vorgelegt hat.
Und das haben wir ihn auch gefragt.
Er erinnert so ein bisschen an dieses Buch Your Strategy Needs a Strategy.
Und da sagt er natürlich, Leute, das ist jetzt Quatsch, das ist Unsinn.
Ich kann hier mit 10.000 Mitarbeitern kein Unternehmen wirklich mit Instinkt und aus dem Bauch steuern, das mache ich nicht.
Und dann sagt er ganz ketzerisch, soll ich einen Satz wie Own the Game über alles schreiben?
Ist das eine Strategie oder nur ein Claim?
Und das war seine Kernbotschaft.
Ich zitiere, die Zeit, in der sich die ganze Welt hinter einfachen Sätzen versammeln kann, ist vorbei.
Ich weiß in Herzogenaurach nicht besser, was in Indien oder Mexiko funktioniert.
die müssen uns sagen, was sie brauchen und wir müssen helfen, das Ganze zu finanzieren.
Dafür brauche ich keine populistischen Sätze, die wir auf Folien schreiben.
Naja, Populismus zeigt ja ganz gut, dass es nach wie vor funktioniert, die ganze Welt hinter einfachen Sätzen zu versammeln.
Er hat halt gerade kein Narrativ, das seine Strategie und seinen Approach irgendwie greifbar macht.
Die Zahlen gehen im Moment noch recht.
Ja, es ist einfach so ein Vertrauensding.
Gemessen auch an dem, was er als Turnaround geschafft hat.
Das ist ja wirklich beeindruckend.
Und natürlich, wenn er sowas sagt wie, ich brauche nicht so einen Satz wie on the game, finde ich das wohltuend in Zeiten, in der nahezu jede Pressemitteilung von Unternehmen irgendein Transformationsprogramm oder Zukunftsprogramm mit so Bullshit-Buzzwords wie fit for growth enthält oder ich weiß noch, in dieser Nachhaltigkeitsepoche, da war man so lead and green.
sowas.
Also wenn es sich reimt, dann wird es besonders peinlich.
Insofern, klar, allerdings eine Strategie ist ja mehr als Buzzwords und Investoren wollen ja auch nicht, dass er jetzt nur irgendwie Überschriften präsentiert, sondern eine Vision, an welchen Stellen Adidas in den nächsten drei bis fünf Jahren angreifen will, an welchen Stellschrauben man drehen will, um das Unternehmen von der Wertschöpfung her weiterzuentwickeln.
Da ist eben wenig gekommen.
Genau, und da sagt er eben, das hat habe ich natürlich.
Ich bin viel analytischer und strategischer als alle sagen.
Aber interessant, er sagte noch was anderes und da haben wir oft drüber gesprochen.
Er sagt, es geht eben um Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, weil er sagte, in den letzten sechs, sieben Jahren hatte jemand eine Strategie, als Covid kam oder als Russland die Ukraine überfallen hat, als Donald Trump die Strafzölle erhob, aber er sagte, wir waren die Ersten, die einen Plan für China hatten und die Produktion damals auch verlagert haben.
Also das ist das Interessante, weil er sagt, in den meisten Strategien macht man sich nicht mehr ehrlich, wie die Welt ist und er sagt, ich will nur mich ehrlich machen, wie die Welt ist.
Damit kommen wir aber zu dem Zeitpunkt.
zweiten Punkt und das ist seine Botschaft.
Ich stelle das einfach nur mal so dar, weil es einfach sehr erfrischend ist, das zu hören, statt nur diese verschachtelten CEO-Sätze.
Weil du musst dir auch vorstellen, so ein Gespräch mit ihm, das ist schon, also erstmal dieses nordische Dutzen hat er die ganze Zeit in seinem Slang, du musst dies machen, du musst das machen und der redet halt, wie ihm das Herz gewachsen ist.
Also das ist eigentlich sehr erfrischend, ihn zu hören.
Er sagt, er steuert gegen und das kennt man auch schon aus der Autoindustrie oder anderen Branchen, dass er einfach mehr Autonomie und Freiheit für die einzelnen Märkte zulässt.
Zitat, es gibt nicht mehr die eine Lösung und die Idee für die ganze Welt.
Auch globale Produkte kann man nicht mehr durchsetzen.
Man kann heute nicht mehr alles aus einem Headquarter entscheiden.
Zitat Ende.
Das heißt, keine klassische Hierarchie-Pyramide mehr, sondern eine Matrix-Organisation, die Produkt, Marketing und Kreativ sehr bewegend steuert.
Und er hat ein Beispiel genannt.
Er sagt zum Beispiel, kommt gerade sehr viel Kreativität aus China.
Sie hatten da so eine Jacke, das Chinese Track Jacket.
Das war eigentlich nur für das chinesische Neujahrsfest kreiert worden.
Dann kam plötzlich große Nachfrage aus den USA und Europa.
Das hing da auch, das hat diese komischen Verschlüsse, weißt du, diese chinesischen Verschlüsse.
Naja, und da haben sie sich schnell umgesteuert und haben gemerkt, okay, das kam halt aus China, wäre in Herzogenaurach nie entwickelt worden.
Und dann steuern sie halt gegen.
Über 90 Prozent dessen, was Adidas in China verkauft, sagt Goldens, stammt aus China.
Und 60 Prozent von allen Designs...
die in China verkauft werden, werden auch in China designt und sie werden nicht mehr in Herzogen auch vorgelegt.
Das heißt, es gibt sehr viel mehr Macht in die lokalen Teams.
Die haben ja fünf Creation Centers, sozusagen weltweit, eins in den USA.
Und so steuern sie halt dann auch große Märkte wie Mexiko, wie Lateinamerika.
Und das ist ein grundsätzlich anderer Ansatz, der ja schon auch eine Blaupause ist für andere Branchen, dass man sagt, wir können halt nicht mehr in einem Headquarter.
Das heißt nicht, dass man das genauso macht, aber dass man eigentlich sich aufteilt für die Welt und mehr, ich meine, die Zuliebungen, Lieferern nennt es Local for Local.
Das ist dann nur eine Produktionsfrage.
Aber man sieht hier sehr viel auch Verantwortung in der Kreativität im Design vor Ort.
Ja, das kommt so ein bisschen auf so einen alten Spruch dann raus, wenn wir in Überschriften denken.
Think global, act local.
Ist das dann so.
Das war auch mal, glaube ich, so ein Management-Buzzwort vor 20 Jahren.
Das stimmt.
Insbesondere in China ist es natürlich sehr wichtig.
Das war ja für Adidas ein sehr wichtiger Markt.
Bis Ende 2019 haben die...
23 Quartale in Folge da zweistelliges Umsatzwachstum gehabt.
Teilweise hat China mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz des Konzerns beigetragen.
Das auch noch bei sehr hohen Margen.
Aber dann gab es halt erst diesen Xinjiang-Boykott im Kontext Baumwolle.
Dann kam Covid, dann dieser Gua Chao-Trend.
Also, dass die Chinesen wirklich lokale Marken bevorzugt haben, auch beim Konsums und gewissen Nationalismus oder zumindest Nationalstolz gezeigt haben.
Und dann ist der Umsatzanteil ja auf 15 Prozent eingebrochen.
Gülden definitiv eine Reaktivierung geschafft, wobei man natürlich auch sagen muss, wenn du so viel lokal entwickelst, ist der Aufwand vielleicht ein bisschen höher, als wenn du das zentral machst.
Und das musst du auch dann Investoren kommunizieren, dass es zumindest am Anfang mal braucht, bis du wieder auf das alte Marge gehob bist.
Weil du musst ja deine Lager- und Lieferketten auch anders organisieren, wenn du sagst, okay, da kommt ein Trend künftig irgendwie aus den USA und wir müssen das anpassen.
Und Lager, Reorganisation, Lieferketten, Kalibrierung, das sind erstmal Kosten, das drückt auf die Marge.
Bevor wir auf den großen Konkurrenten Nike kommen, noch ein ganz interessantes Kulturwanderthema, weil wir haben gefragt, was haben sie denn am meisten verändert in ihren dreieinhalb Jahren bei Adidas?
Und dann sagte er, Leute, die Nein sagen.
Nachfrage, meinen Sie, weil Sie die Leute, die Nein sagen, rausgenommen haben oder weil mehr Leute wieder Ja sagen?
Und da sagt er, nee, also eine Mischung natürlich.
Und ihm ist ganz wichtig, er sagt, Leute, die Nein sagen, so kommt man auf keine Idee, viele Konzepte werden nicht umgesetzt.
Und er sagt, Adidas hat gegenüber vielen anderen Marken den Riesenvorteil der Skalierbarkeit, aber zu oft war uns der Plan wichtiger als das, was uns der Markt...
gespiegelt hat, da nutzt man den Vorteil nicht.
Also er hat gedacht, wir waren zu oft irgendwie, wir machen jetzt rote Schuhe und die Welt wollte aber gelbe Schuhe, so hat das erklärt und dann haben wir gedacht, nee, wir halten jetzt nicht an unserem Plan fest, dann machen wir auch gelbe Schuhe oder auch bei diesen Marathonschuhen hat er gesagt, wir haben den jetzt fertig, funktioniert der, ja, dann fliegt doch einfach runter nach Kenia zu diesen ganzen Läufern und wenn denen der Schuh gefällt, dann machen wir ihn.
Und das ist so, der redet halt so und man merkt richtig, wie so eine ganze Konzernzentrale dadurch auch aufgescheucht wird.
Das ist einfach seine Art zu managen.
Ob das in fünf Jahren aufgeht, weiß man nicht, aber es ist ein interessanter Kontrast zu Kaspar Rohrstedt.
Ja, auf jeden Fall.
Also das machen wir jetzt nicht nochmal auf und die Frage, ob Kaspar Rohrstedt dem Konzern...
die Kreativität ausgetrieben hat und dann eine Marke, die einfach auch einen Mythos braucht, nur noch aus Excel-Sheets gemanagt wurde.
Das lassen wir jetzt mal sein.
Wir sehen einfach heute, es hat in vielerlei Hinsicht einen Turnaround gegeben, nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch kulturell und von der Nähe zum Sport her.
Er hat sich auch eingehend zu Nike geäußert, was ja sehr selten ist, dass man sich so...
dezidiert äußert, weil irgendwann kam er drauf und fragte ihn eigentlich, warum Adidas in den USA nie so erfolgreich war auf dem wichtigen amerikanischen Markt.
Und dann sagte er, Nike hat die Kultur dort immer gelebt, sind näher an dem Kunden dran.
Zitat, die Amerikaner interessiert es halt nicht, wie Bayern gegen Dortmund spielt.
Das war so die Denke von Adidas.
Und dann haben wir gefragt, wie wollen sie das drehen in den USA?
Und dann sagte er ganz entwaffnend, Zitat, Ich will das gar nicht drehen.
Ich will sicherstellen, dass wir in den USA wieder als Sportmarke gesehen werden.
Das ist die Kernaufgabe des US-Managements.
Wir können denen nicht aus Deutschland vorsetzen, was Amerikaner über Adidas denken und kaufen sollen.
Das heißt, sie investieren dort mehr, sie sponsern mehr, sie nehmen richtig Geld in die Hand.
Er glaubt nicht, dass sie in seiner Zeit als CEO, das hat er uns explizit gesagt, wirklich aufholen können zu Nike, also dort die Nummer 1 werden.
Der Anspruch ist, das in allen Märkten zu werden, bis auf USA.
Aber sein Ziel ist es, das Geschäft in den USA zu verdoppeln.
Dafür nehmen sie halt wirklich kräftig Geld in die Hand.
Sie haben ja beide Teams im Finale der College-Meisterschaft im American Football gesponsert.
Das sind beides Adidas-Teams.
Aber College-Meisterschaft hört sich jetzt ein bisschen nach Amateursport an.
Aber da reden wir dann halt auch schon über Budgets, die so je vereint zwischen 20 und 30 Millionen Dollar liegen.
Und wenn man sich da gerade gegen Nike hochbietet, die müssen ja auch was tun.
Das wird am Ende für alle teurer.
Das ist ja auch die Entwicklung, die wir generell im Spitzensport sehen, auch im Fußball, was die Ausrüstung für die großen Mannschaften angeht, dass diese Deals wirklich immer, immer teurer sind, den Marketingaufwand brutal nach oben ziehen.
Das musst du halt erstmal verdienen.
kommt es halt auch dazu, dass du ein neues Bayern-Trikot im Performance-Modus für 150 Euro verkaufst und da ist noch nichts beflockt und da ist noch kein Patch drauf.
Also interessant ist wirklich, mit welchem Respekt ihr über Nike spricht.
Also es war keine Lästerei.
Wir haben ihn auch wirklich gefragt.
Er hat sozusagen durch die Blume gesagt, was auch das Problem von Nike ist.
Und viele Nike-Aktionäre wissen ja auch, da ist ja auch jemand, ich habe seinen Namen jetzt nicht, aber dieses Urgestein aus einiger Zeit dran, reichen wir nach.
Und Björn Gülden hat gesagt, Nikes Leistung war über 50 Jahre wirklich gut.
Im Kern ging es darum, American Culture im Sport.
vor allem Basketball plus Hip-Hop, in die Welt zu exportieren.
Was sich in New York verkauft hat, lief auch in Shanghai gut.
Das hat jahrzehntelang funktioniert, inzwischen aber nicht mehr, weshalb Nike Probleme hat.
Das Interessante ist praktisch sozusagen so, ein Produkt für die ganze Welt, was er für Adidas ja auch beantwortet hat, dass das nicht mehr geht, dass man das anders entwickeln muss.
Das war seine Analyse, dass das auch das Problem von Nike ist.
Du kannst eben nicht mehr sagen, hier, dieser Basketballschuh funktioniert überall.
So ist ja Nike groß geworden.
Da gibt es ganze Filme zu dem Air Jordan.
Und das muss man wahrscheinlich Nike auch beantworten, wenn sie nicht mehr amerikanische Kultur überall hin exportieren kann.
Ja, hoffen wir, dass das in anderen Bereichen noch geht mit den globalen Marken.
Wenn wir mal an Coca-Cola denken oder im Bierbereich, an Heineken.
Das ist ja auch was, was man zum Beispiel als iPhone-Funktionär schätzt.
Das Heineken funktioniert auch überall.
Sagt man halt auch, okay, Heineken, das ist eine globale Marke, die kannst du ausrollen, du hast nicht dieses Zerklüftete.
Aber andererseits sehen wir natürlich starke regionale Trends und auch eine Coca-Cola reagiert ja gerade in diese.
Geschäft auch mit den Abfüllern immer sehr stark auf lokale Trends, die dann unterhalb dieser globalen Marke angesiedelt sind.
Es ist auf jeden Fall spannend, dieser Vergleich Adidas versus Nike.
An der Börse ist es ja ziemlich eindeutig gelaufen.
Adidas ist ja in einem kontinuierlichen Abwärtstrend und außer dem Narrativ.
Ja, die kommt schon wieder.
Sowas kann ja nicht völlig versumpfen.
Fällt einem einfach wenig am Unternehmen auf, warum der Kurs jetzt drehen muss.
Sie sitzen immer noch auf gigantischen Vorräten.
Da können Sie sich entscheiden, wollen Sie die verramschen, um auch wieder Free Cashflow freizusetzen?
Oder warten Sie einfach noch ein bisschen ab?
Aber die werden ja auch nicht besser und werden auch nicht modisch.
Oder du musst halt die Schuhe 30 Jahre im Lager lassen.
Dann kannst du sie als Retro-Original wieder verkaufen.
Aber das ist strategisch eine Sackgabe.
und der neue CEO hat ja auch eingeräumt, dass dieser fundamentale Turnaround länger dauert, als man ursprünglich angenommen hat.
Adidas, wiederum die Aktie, war ja jetzt zuletzt bei den guten Zahlen gestiegen, war das auch ganz interessant.
Die lag ja Anfang des Jahres so bei knapp 170, war im März dann deutlich gefallen, auf 130, pendelt jetzt so zwischen 140 und 150, also kommt auch nicht so wirklich vom Fleck.
Also es macht dann so keinen Satz, aber so ein Setzlein halt nur.
Es fehlt auch so der Drive, den du gerade beschrieben hast.
Und das Interessante ist ja, dass im ersten Quartal der Umsatz von um 14 Prozent gestiegen ist von Adidas auf 6,6 Milliarden Euro.
Das heißt, die sind gut ins Jahr gestartet.
Auch das Betriebsergebnis hat sich verbessert.
Und schon im vergangenen Jahr war Adidas schneller gewachsen als die Konkurrenz.
So, und wir haben ihn gefragt, was ist jetzt mit Ihrem Aktienkurs?
Brauchen Sie vielleicht doch die Story, was du gesagt hast, um diese Strategie deutlich zu machen?
Und da sagte er, und das war wirklich interessant, völlig entwaffnend, Zitat.
Man muss das aktuelle Umfeld betrachten.
Wenn man nicht gerade Waffen oder KI verkauft, vertritt man zurzeit keine attraktive Branche am Kapitalmarkt.
Der gesamte Konsumgütersektor ist angesichts der zahlreichen Unsicherheiten derzeit nicht sehr beliebt.
Aber ich bin überzeugt, wenn wir unser Geschäft weiterhin so erfolgreich betreiben, bekommen wir den Aktienkurs nach oben.
Und dann fragt man ihn, das muss Sie doch stören.
Es ist doch deutlich gefallen sozusagen seit Februar 2025.
Und dann sagte er, ja, stört mich, ich habe auch selbst Asidas-Aktien, aber im Ernst, Zitat, als unsere Aktie bei 250 Euro stand, hatten wir nicht mal die Hälfte von unserem heutigen Ergebnis.
Nur war die Welt damals eine andere.
Irgendwann normalisieren sich die Dinge wieder.
Aber die Profitabilität in unserem Sektor ist insgesamt gesunken.
Unser Hauptkonkurrent verdient heute die Hälfte wie früher.
Ich glaube, das erklärt ganz interessant die Fantasie, die früher drin war.
Die Fantasie, die drin war, die dann auch reinkam, als Gülden übernommen hat.
Da war die Adidas-Aktie ja vorher kurz unter 100 gefallen.
Das war dann einfach, juhu, da ist mal wieder jemand, der Sport lebt und der jetzt...
mit ein paar Kniffen tatsächlich dieses Unternehmen revitalisiert.
Dann kam die Retrowelle.
Man hat dieses GZ-Geschäft viel, viel profitabler abgewickelt bekommen, als man befürchtet hatte.
Und dann ist die Aktie halt wirklich mal zweieinhalb gegangen.
So funktioniert halt Börse.
Da kann man jetzt nicht einfach so diese Umsatzfaktoren reinnehmen.
Und da hat man gesehen, okay, jetzt kommt halt nichts nach.
Und ja, das Umfeld ist schwierig.
Und ja, so ein Satz, wir machen halt keine Waffen oder KI, der gehört sich.
als Entschuldigung natürlich an, ist aus dem Mund eines CEO nicht glücklich.
Der wird dir normalerweise rausgestrichen, so ein Satz.
Ich finde es cool, dass es drin bleibt.
Man muss halt auch wirklich zugeben, er hat ja nicht ganz Unrecht, wenn wir einfach mal auf die Sektorbewegung gucken, vielleicht noch Energie dazu nehmen.
Aber generell ist zyklischer Konsum etwas, was an der Börse im Grunde seit diesem Pandemie-Peak nicht mehr gern gesehen wird in der Breite.
Vielleicht zum Abschluss noch, wie ist denn die Aktie aus deiner Sicht gerade bewertet?
Naja, also aus meiner Sicht, gemessen an der Erwartung von Adidas für dieses Jahr, haben wir hier ein KGV von 15.
Das ist tatsächlich billiger als das, was wir so 2018 bis 2020 gesehen haben, wo ja das Umfeld auch intakt war, Adidas gut performt hat.
Da haben wir eine Bewertung mit dem 20- bis 30-fachen Gewinn gehabt.
Jetzt muss man das natürlich immer mal auch einordnen.
Und wir haben ja nicht als Pianur Nike, sondern wir haben ja auch diese jungen Angreifer, die wesentlich stärker wachsen, wie beispielsweise On Runnings.
Ja, die sind jetzt auch 40 Prozent unterm Hoch aus 2024, wachsen aber viel stärker als Adidas.
Im ersten Quartal 26 Prozent plus.
von On ist höher, 21 Prozent versus Adidas 15 Prozent.
Alles In absoluten Zahlen auf niedrigem Niveau, aber interessant auch bei ON.
Die Bewertung ist seit 2023 kontinuierlich gefallen von Faktor 70 auf aktuell Faktor 22.
Bei wohlgemerkt viel höherem Wachstum.
Und da sieht man natürlich auch, dass irgendwo vielleicht das Potenzial für Adidas aus der Bewertungssicht da limitiert ist, weil Investoren einfach nicht mehr bereit sind, nach all dem, was passiert ist und nach all dem, was im Umfeld so los ist, Sportmarken so üppig zu bezahlen, wie man das in der Vergangenheit gemacht hat.
Und da hilft dann eben auch kein WM-Jahr, auch wenn diese dann natürlich wieder sehr sichtbar sein wird.
Und da helfen dann leider auch keine Marathon-Rekorde.
Die beflügeln natürlich, aber sie beflügeln nicht notwendigerweise einen Aktienkurs.
Kaufst du trotzdem das neue Trikot?
Das ist mir zu teuer, glaube ich.
Bei mir ist es zu sehr 90s.
Also ich meine, es ist ja komplett das 1990er Trikot und ich fand das Trikot, was wir bei der letzten Europameisterschaft hatten, sehr schön.
Werde also kein neues kaufen, aber vielleicht am Samstag vor dem Pokalfinale könnte ich mich doch noch für das neue Bayern-Trikot entscheiden.
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, immer wieder erreichen uns Fragen und Nachfragen, wie man sein Depot strukturiert.
Ganz grundsätzlich, so das Basisportfolio.
Einzelaktien sind ja schön und gut und auch gut fürs Leben.
Und mal hat man Glück, mal hat man Pech.
Aber es braucht halt ein gutes Fundament, sozusagen das Grundrauschen.
Und natürlich reden wir hier im Podcast immer wieder auch über ETF-Strategien.
Auch ganz grundsätzlich.
Wir sprechen über den FTSE All World, den MSCI World und seine Klumpen, über ETFs für Schwellenländer, über bestimmte Regionen und Länder, über Dividendenstrategien, Momentum- und Value-Ansätze oder auch, Christian macht es sehr gerne, über die mehr oder weniger sinnvollen Themen ETFs.
Man kann aber sein Depot nicht nur aufstellen, sondern irgendwann auch over-engineeren.
Und schnell sieht so ein ETF-Portfolio aus wie so ein unaufgeräumter Dachboden.
Man hat dann das Gefühl, da muss eigentlich fünf Dinge mal wieder raus und dann habe ich doch nur drei.
Und deswegen wollten wir das Thema Weltportfolio aus Aktien nochmal aufgreifen, weil das Aktienanleihenfass machen wir übrigens nicht auf.
Also wir sprechen nicht über die Frage, wie man 80-20, 70-30, 60-40...
Das werden wir an anderer Stelle nochmal machen, wenn wir das Thema Anleihen machen.
Wobei du hast inzwischen sowieso einen anderen Favoriten, glaube ich, bei der Aufstellung.
Ja, ich war ja immer auch dafür, dass zum Beispiel Gold ins Portfolio gehört und generell alternative Investments.
Und da gibt es seit dem letzten Jahr vom Chief Investment Officer von Morgan Stanley halt dann auch die Formel 60-20-20 ist das neue 60-40, also weiterhin Aktienanteil 60%, dann 20% Anleihen und 20%.
Gold und Alternatives, wobei natürlich bei all diesen Prozenten immer klar ist, die Asset Allocation, also insbesondere die Verteilung zwischen dem, was halbwegs sicher und schwankungsarm und liquide weggepackt werden soll und dem, was dann wirklich langfristig Rendite bringen soll, diese Asset Allocation.
Die hängt sehr stark am persönlichen Risikobewusstsein, an der persönlichen Risikobereitschaft und natürlich auch an den Zielen und Wünschen, sprich an dem, was an Leben drumherum ist.
60, 20, 20 ist das neue 60, 40.
Das klingt so ein bisschen wie dieser Claim, wenn man 50 wird, dass 50 das neue 40 ist.
Ich finde, das ist das neue 30.
Ich war am Wochenende feiern, du, das ging immer noch super.
Du stehst hier topfit, sommerlich gekleidet, kaum ist es über 10 Grad, läuft Christian hier in Shorts rum.
Nein, zurück zum Weltportfolio.
Also, wir setzen natürlich auch voraus, dass alle mindestens 10 bis 15 Jahre an der Börse investiert sein wollen und das Geld nicht demnächst für einen neuen SUV, eine Bullthauptküche oder eine schicke Altbauwohnung brauchen.
Ist ganz interessant.
Ich hatte mal einen Vermögensverwalter kennengelernt, der hat mir gesagt, wie der seine Gespräche führt.
Und der hatte mal so ein junges Pärchen, die wollten so einen mittleren sechsstelligen Betrag anlegen.
Und als erstes hat er die gefragt, wollen Sie heiraten?
Und da haben die gefragt, was tut das bitte zur Sache?
Und was ändert das?
Und dann hat er gesagt, alles.
Und dann haben sie gefragt, wieso?
Na ja, wenn sie heiraten, brauchen sie demnächst vielleicht eine gemeinsame Wohnung.
Und sie wollen vielleicht eine Wohnung kaufen.
Vielleicht haben sie in drei Jahren ein Kind, dann suchen sie jetzt schon nach einer größeren Wohnung oder sie wollen vielleicht in fünf Jahren ein Haus bauen.
Und wenn wir jetzt über diese Geldsumme reden und das Lustige ist, alle fragen sich immer so, es geht nur um die WKN.
Nein, es geht tatsächlich einfach um den Lebensentwurf für die nächsten 10 bis 15 Jahre, um die Risikoneigung, wie du gesagt hast, aber auch um die Lebenspläne.
Das wollen wir jetzt hier nicht in der Tiefe machen, aber das muss man sich klar machen, auch wenn man immer Fuzzi Oil World, Fuzzi Oil World sagt.
Es ist einerseits einfach, aber eben dann doch nicht so einfach.
Und wir wollen es jetzt hier nochmal machen, weil es ist ja tatsächlich einiges passiert.
Auf der einen Seite ist es ja richtig, man könnte sagen, nehmt einen ETF auf die ganze Welt zu möglichst niedrigen Kosten ins Depot, macht's gut, habt noch ein schönes Leben.
So einfach könnte man es sich machen und viele sind danach glaube ich auch raus.
Das stimmt auch.
Es ist ja auch so.
Damit hat man vielleicht nicht unbedingt alles zu 100% richtig gemacht, aber man ist dem Optimum sehr nahe gekommen und man hat vor allen Dingen nicht so viel Zeit verdüdelt und auch nicht Geld, weil man dies und das ausprobiert hat.
Das ist der einfache, das ist der direkte Weg.
Und bei diesem ganzen Over-Engineering, da musste ich gerade noch an einen Auszug aus dem rheinischen Grundgesetz denken, nämlich Marit Jod, ever not so oft.
Also nicht zu viel dran rumschrauben.
Und das gilt vor allem für viele, die vielleicht sagen, sie haben mal...
irgendwie einen Betrag gerade geerbt, also ob es jetzt 10.000 oder 20.000 sind.
Und da machen übrigens auch acht ETFs ja gar keinen Sinn, wenn man einen fünfstelligen Betrag hat.
Also es macht einfach nicht Sinn, das so aufzuteilen.
Und es ist natürlich auch einfach für die eigene Lebensfreude sehr viel einfacher, nur einen ETF zu haben.
Trotzdem erlebe ich immer wieder auch so, dass viele sagen, Mensch, ich wollte jetzt nochmal einen größeren Betrag anlegen.
Ich habe das gerade geerbt oder ich habe gerade was flüssig.
Und dann fragen die irgendwie ChatGPT oder Claude.
sind also halbglücklich danach, weil sie unsicher sind, ob sie die richtigen ETFs dort empfohlen haben.
Und deswegen wollen wir hier einmal nochmal durchgehen, denn es ist ja auch immer wieder die Rede, obwohl es so einfach ist, gibt es manche Klumpenrisiken, man muss aufpassen, welche Kürzel, was sich dahinter verbirgt, will man es thesaurierend haben, ausschüttend und so weiter.
Das mit den Klumpen ist doch großartig.
Für dich als Chefredakteur, wenn du irgendwie sagst, hey, ich brauche mal wieder irgendwas aus dem Finanzressort mit Reichweite, schreib dir einfach wieder einen Artikel über Klumpen.
Wie riskant ist der MSCI World?
Ich sehe das ja immer, wie die dann auch gerankt sind, wie das wieder gespiegelt wird auf Social Media.
Das erzielt halt Reichweite, ist halt immer ein bisschen schade.
Deswegen machen wir das bei der Wirtschaftswoche auch nicht.
Nicht so effekthascherisch.
Nochmal, die Welt ist nicht genug, heißt es bei James Bond.
An der Börse ist es natürlich genau umgekehrt.
Aber kommen wir nochmal zur Basis, Christian.
Und man hat es oft genug gesagt, egal ob es jetzt developed ist oder emerging oder welche Labels die Länder haben, die ja teilweise auch noch nicht passen.
Fangen wir mal mit der Basis einfach an.
Ja, das ist eben so.
All World, MSCI, All Country World.
Breite Diversifikation, 2000 bis 4000 Werte aus allen Ländern, aus allen Sektoren.
Ja, aber es gibt eben diese Klumpenbildung.
Und wenn wir jetzt mal gucken, was sind denn das eigentlich für Klumpen?
Dann können wir drei Klumpen ausmachen.
Der erste Klumpen, jetzt alle Zahlen mal am Beispiel des MSCI All Country World, sind eben 64 Prozent USA.
Das ist erstmal ein Brett, allerdings relativiert sich das natürlich nach dem Economic Exposure.
Was ist das?
Wenn man also einfach guckt, wo sind die Unternehmen ansässig, wo ist das Domizil der Hauptsitz, sondern wo machen sie ihre Umsätze.
Wenn wir also uns den MSCI All Country World vorstellen, wie eine einzige riesige Welt AG, die in allen Ländern vertreten ist und in allen Sektoren agiert.
dann haben wir einen US-Umsatzanteil in dieser Welt AG von 44%.
Das ist schon mal ein Drittel weniger als das, was nach Domizilland als US-Exposure draufsteht.
Wenn man in DAX-Konzerne investiert, da investiert man ja auch nicht in Deutschland, weil die ja teilweise natürlich Großteil ihrer Umsätze...
woanders machen.
Gleichzeitig natürlich, wenn das Economic Exposure, das MSCI wirklich quartalsweise auf Basis der Geschäftsberichte neu berechnet, wenn das in den USA geringer ist, ist es natürlich in allen anderen Regionen der Welt entsprechend höher verglichen mit dem Gewicht.
im MSCI World nach Domizil.
China beispielsweise nach Domizil 2,5 Prozent, kommt aber auf ein Economic Exposure von 10 Prozent.
Insofern zu sagen, im MSCI All Country World ist mir zu wenig China, stimmt halt nicht, was die realwirtschaftliche Bedeutung angeht, sondern nur den juristischen Sitz.
Man muss sagen, dieser Klumpen wurde ja auch nicht vom Weltsicherheitsrat einmal beschlossen und man kommt davon nicht mehr runter, sondern das ist ja einfach sozusagen der Spiegel der Gewinne.
Also weil viele dieser Unternehmen halt so stark und glücklich sind, Es ist ein Spiegel der Börsenwerte zunächst.
Und die sind wiederum in Leinen mit den Unternehmensgewinnen.
Das darf man auch nicht vergessen, dass die USA seit der Finanzkrise von der Performance her so nach oben weggezogen sind.
Das hat natürlich vor allem mit der Gewinndynamik zu tun.
Über die Hälfte der Aktienkurs-Performance seit der Finanzkrise lässt sich erklären mit Gewinndynamik.
Die anderen Faktoren, Währung, Oder auch diese Multiple Expansion, also höhere KGVs, tragen weniger als die Hälfte zu dieser Performance dabei.
Und wir haben es ja auch jetzt wieder gesehen in der Quartalssaison, wie outstanding die Wachstumsdynamik der börsennotierten Unternehmen in den USA ist.
Zweiter Klumpen, haben wir hier immer wieder erwähnt, wird gesagt, ach man hat diesen Tech-Klumpen und das stimmt von den Zahlen 31% oder stimmt es nicht?
Ja, man sagt dann 31% Technologie steht doch im Factsheet.
Ja, das ist richtig, aber das was da im Factsheet steht, ist nur der IT-Anteil.
Das ist Hardware, Software plus Chips, angeführt natürlich dann von NVIDIA, Broadcom, Apple, Microsoft.
Aber das ist eben noch nicht alles, denn die Hyperscaler, also Alphabet und Meta, sind ...
In der Schublade Kommunikation, die hat auch nochmal 9%.
Dann Amazon und Tesla, die man ja auch als Tech-Wert sieht, zusammen knapp 4%, stecken in der Schublade zyklischer Konsum.
Macht also in Summe schon mal einen Tech-Anteil von 44%.
Und dann muss man ja auch noch diese ganzen industriellen KI- und Technologie-Profiteure wie Siemens Energy, G.I.
Vanova, Prismian, Caterpillar dazu rechnen.
Und dann ist man bei...
Deutlich über 50% Tech-Exposure.
Das ist eine ordentliche Hausnummer.
Allerdings wollen wir nicht vergessen, dass Tech eben auch den größten Anteil an der Wertschöpfung hat und dass die Investitionen in Tech...
der Motor des aktuellen Wirtschaftsbooms, gerade in den USA, aber auch in Ländern wie Südkorea und Taiwan sind.
Genau, also Wertschöpfung ist das Stichwort.
Ich meine, die verdienen ja nicht nur Geld, sondern die investieren ja auch gerade.
Ist ja nicht so, dass das irgendwelche Dotcom-Buden sind, die von Fantasie leben, sondern da sind ja auch reale Werte hinter neben der Fantasie.
Der dritte Klumpen wird oft gesagt und unter verschiedenen Kürzeln ja auch subsummiert, sind die Einzelwerte.
Du bist ja auch Freund von Akronymen oder wir reden jetzt oft von den Magnificent Seven, aber manchmal werden sie auch anders tituliert.
Ich habe früher mal versucht, Amamant oder sowas zu etablieren, ist mir alles nicht gelungen.
Du bist halt Kudos an den Robert Armstrong, der mit Taco einfach einen Begriff geprägt hat, der in die Welt gegangen ist oder Jim Cramer mit den Fangakten.
Aber ich bleibe dann einfach mal bei den nüchternen Zahlen.
Wir haben eben gesagt, MSCI All Country World 2500 Einzelwerte.
Aber die zehn Größten, übrigens allesamt aus dem Tech-Sektor, haben zusammen über 25% Gewicht.
Allein Nvidia...
5,6 Prozent, Apple 4,3, Alphabet 4,2.
Das heißt also in Summe über 16 Prozent.
Ein Sechstel von deinem Geld stecken in ganzen drei Firmen.
Auch das ist ziemlich viel.
Das kann man als windschief bezeichnen.
Aber unsere Hörerinnen und Hörer...
kennen ja inzwischen Hendrik Bessenbinder, Finanzprofessor an der Arizona State University, der ja eben nachgewiesen hat, dass das nichts Besonderes ist, sondern historische Normalität, dass nämlich wenige Aktien mit exzeptioneller Performance für die Wertschöpfung von Aktionären unter dem Strich verantwortlich sind und dass eben die historische Aktienrendite nicht irgendwie gleich verteilt ist, sondern die meisten Unternehmen vernichten.
Viele müssen einfach die Flops kompensieren und das, was wir am Ende aus Performance aus den Aktienmärkten haben, aggregiert, das resultiert aus gerade mal 4% der einzelnen Aktien seit den vergangenen 100 Jahren.
Regel Nummer zwei ist dann ja immer, oder Regel 1b ist, ich möchte das irgendwie ergänzen, zum Beispiel in Emerging Markets.
Da hat man dann so abgespeichert, ja, da findet ja das Wachstum der Zukunft statt, da kommen Milliarden Menschen, die werden auch alle Konsumenten.
Kann man auch über einen ETF abbilden, aber ganz so einfach ist es auch nicht.
Wir haben ja vor zwei Wochen ausführlich darüber gesprochen, dass diese Definition von Emerging Markets schwierig ist.
Noch höheres Tech Exposure nur mit anderen Firmen.
Zwei Drittel Taiwan, Südkorea, China.
Eben keine klassischen Emerging Markets.
Wir hatten über den Western Tree True Emerging Markets als eine mögliche Beimischung gesprochen.
Aber klar ist natürlich, man muss auch nicht unbedingt beimischen.
Wir haben, glaube ich, viele Argumente genannt, warum.
warum der All-Country-World weiterhin eine solide langfristige ETF-Basis ist.
Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass er extrem günstig investierbar ist.
Also die Total-Expense-Ratios liegen inzwischen durchweg unter 0,2 Prozent und häufig bei dem 0,1x ist das x auch dann sehr klein.
Aber wenn man eben eine Strategie durchhalten will, muss man sich damit wohlfühlen und wer sich an den Klumpen stört und sich eben nicht auf dieses selbst aktualisierende System vom Index verlassen will, der kann und sollte das Basis-Investment nachwürzen.
Und wie kann ich denn nachwürzen?
Also dann muss ja die USA auf einem anderen Weg ausschließen und das war vor zehn Jahren nicht so einfach.
Inzwischen geht es aber.
Ja, also es ist quasi Globalisierung ohne USA.
Das, was wir geopolitisch auch so als Vision diskutieren, kann man im Portfolio umsetzen.
Es gibt schon länger Produkte auf den MSCI World, Ex-USA, aber...
Das sind dann eben nur die sogenannten Industrieländer.
Aber seit einigen Wochen gibt es jetzt wirklich die ganze Welt ohne Amerika, nämlich den FUZI All World.
Ex-USA ETF von X-Trackers mit, man höre und staune, einer Gesamtkostenquote von auch nur 0,15 Prozent.
Und wer das beimischt, der erhöht dann quotal das Gewicht in allen anderen Ländern.
Heißt also dann 17 Prozent Japan, 8 Prozent Taiwan, 8 Prozent China, 8 Prozent Kanada, 8 Prozent Südkorea.
Ist natürlich ein Produkt, was man wahrscheinlich separat als...
Just-One-Lösung, niemals kaufen würde, auf die USA verzichten im Portfolio.
Also so sehr kann man ja mit den politischen Veränderungen dort gar nicht fremdeln, dass man dieses Potenzial nicht nutzen will.
Aber es ist eben ein großartiges Produkt zum systematischen Nachwürzen, zum Nachjustieren des Länderanteils mit allen Einschränkungen, über die wir gesprochen haben.
Und natürlich auch Ein geringeres direktes Tech Exposure.
Damit reduziert sich auch dieser Klumpen zugunsten anderer Branchen, insbesondere Finanzen, denn Finanzwerte sind mit 22 Prozent das Schwergewicht in diesem Ex-USA.
Ist das tatsächlich auch besser, als wenn ich sage, ich hole mir so ein MSCI Emerging Markets ETF und noch einen?
Eurostock 600, also irgendwie ETF, also dass ich Europa mir noch ein bisschen spiele und Schwellenländer.
Kannst du auch machen, wenn du den Emerging Markets und Europa nimmst, dann erhöhst du halt relativ vor allem das Gewicht von Südkorea, Japan und China sowie von Europa und reduzierst nicht nur die USA, sondern auch eben den asiatischen Raum, also insbesondere Japan.
Wenn man das will, kann man das auch machen, wenn man sagt, Japan ist ja nun doch recht präsent an Nummer 2, unangefochten im Index, dann wäre das eine Möglichkeit.
Man sollte halt nur im Hinterkopf halten, dass wirkliche Schwellenländer-Exposure, was man da hat.
ist dann eher gering.
Nee, weil tatsächlich, wenn wir über Schwellenländer ETFs gesprochen haben, ist uns ja immer wieder aufgefallen, man hat dann manchmal zum Beispiel zu wenig Indien auch drin oder zu wenig Japan oder Lateinamerika.
Aber was heißt denn dann zu wenig?
Ich frage ja nur nach.
Dann hast du halt irgendwie in deinem All-Country-World 2% Indien.
Und dann sagst du, ist mir das zu wenig.
Ändert das wirklich etwas an deinem Leben, wenn du in der Gesamt...
dann am Ende 3% hast.
Dann gehst du halt hin und sagst, ich mache jetzt nochmal 1% meines Kapitals dabei in Indien.
Endet das an deinem Leben was?
Endet das an deiner Performance was?
Nein, das werden hinterher Rundungsdifferenzen.
Also wenn man dann das beimischen will, wenn man dann wirklich eine Conviction hat, dann muss man es auch wirklich so machen, dass es signifikant wird.
Dann reden wir halt bei so einem Ländermarkt auch über 5%.
Und dann ist vielleicht plötzlich mit der Conviction schon gar nicht mehr so weit her.
Halten wir also fest.
Wenn man diese Klumpen reduzieren will, muss man ja nicht.
Wenn man das will, kann man das über ein FTSE O-World X USA ETF 50 tun.
Auf einfachste Weise.
Man kann es auch anders machen.
Man kann es alles auffieseln.
Es kann ja auch sein, dass du sagst, ich habe eine spezielle Meinung zu Südkorea.
Das Land, das ist eben nicht nur Samsung und SK Hynix, sondern da gibt es strukturelle Reformen.
Diese Shebol-Struktur.
die ja wirklich über lange Jahre auch auf dem Markt gelastet hat.
Diese miese Governance, das wird sich irgendwann auflösen.
Wenn man dazu eine Conviction hat, ja, dann kannst du auch sagen, hey, ich packe mir jetzt 5% Südkorea dazu.
Aber wenn man einfach diese Klumpen angehen will, in möglichst simpler und effizienter Form, dann ist es zum Beispiel so ein Ex-USA-Produkt eine Möglichkeit, wenn man denn bei diesen Klumpen wirklich ein Problem für sich hat.
Kommen wir mal von den Regionen weg.
Dann gibt es ja immer noch so klassische andere, Strategien und Ansätze, die man spielen kann.
Und da fällt mir ein, Value, Momentum und Dividende.
Fangen wir mal mit Value an.
Macht das Sinn, dass ich das auch noch irgendwie abbilde?
Ja, ist natürlich ein Thema bei diesen vermeintlich hohen Bewertungen, über die immer gesprochen wird.
Auch wenn die Bewertungen gerade zum Beispiel im Tech-Sektor an der Nestec heute deutlich, deutlich, deutlich geringer sind, als wir das im Jahr 2000 gesehen haben.
Also liegt es natürlich nahe, wenn man das Gefühl hat, huch, es ist alles so teuer, dass man fokussiert Aktien mit niedriger Fundament.
fundamentaler Bewertung beimischt.
Da sind wir dann bei Value.
Und Value war ja zuletzt eine Performance-Rakete.
Darf man nicht vergessen.
50% in 12 Monaten.
Das lag an wenigen Aktien halt.
MSCI World Value, da denkt man so, ach, das sind die günstig bewerteten Aktien.
Und jetzt hat der plötzlich den Nasdaq 100 übertroffen.
Liegt aber an der Rallye bei Micron plus 640%, Intel plus 400% und Cisco plus 85%.
Und allein diese drei KI-Profiteure machen nun über 20 Prozent vom Portfolio aus.
In Summe kommen diesen beiden...
Tech-Sektoren, IT und Kommunikation auf 45 Prozent.
Da muss man halt sagen...
Also auch ein Klümpchen habe ich da wieder drin.
Aber die Frage ist halt...
Und vor allem nicht so ein Klümpchen, den man normalerweise unter Value verstehen würde.
Wenn da jetzt, was weiß ich, 30 Prozent Pharma und 20 Prozent Basiskonsum drin wären, würde man sagen, wow, das ist eigentlich logisch für Value.
Aber dann hätte es natürlich auch nicht die Performance.
Aber wird dann so eine Micron dann eigentlich rausgenommen bei einer neuen Zusammensetzung, weil man sagt, das ist kein Value mehr, weil die ist einfach echt teuer geworden.
Und dann fällt ja meine...
Rakete aus und ich kriege das als Anleger gar nicht mit.
Ja, vielleicht, das kann sein.
Also die Indizes werden ja halbjährlich überprüft und dabei ist halt nicht jetzt relevant, dass man einfach die absolut günstigsten Aktien aus dem breiten Markt herausfischt, über alle Branchen, sondern es wird zunächst bei dieser halbjährlichen Überprüfung erstmal die Sektorgewichtung im Mutterindex MSCI World zugrunde gelegt und Dann wird diese mit Titeln aufgefüllt, die nach Value-Kriterien innerhalb ihres Sektors am günstigsten abschneiden.
Also wird quasi aufgefüllt mit den günstigsten Werten.
Aber dadurch hat ein Value-ETF zwangsläufig bis auf weiteres einen Tech-Klumpen, nur eben tendenziell mit anderen Aktien.
Also halten wir fest, der Value-ETF hat dadurch auch einen eigenen Tech-Klumpen nicht.
Also ein Tech-Klumpen bloß mit anderen Aktien.
US-Dominanz ist mit 48 Prozent weniger ausgeprägt als im MSCI World.
Ja, kann man beimischen, wenn man das möchte.
Ja, also der Performance hat dieser sektorneutrale Ansatz richtig gut getan.
Aber wenn man eine Diversifikation zum tech-lastigen Weltportfolio sucht, ist der ETF die falsche Frage.
Ich hole mir halt ein anderes Klümpchen rein.
Was kann ich denn stattdessen machen, wenn ich sage, okay, ich habe die große Basis, den FTSE All World.
Hab vielleicht USA-Klumpen reduziert, möchte jetzt allerdings doch noch irgendwas ergänzen.
Irgendwas mit Hintergrund günstigere Bewertungen, zielführende Interpretation des Value-Ansatzes momentan sicherlich Dividendenrendite.
Grundsätzlich natürlich kritisch, da eine hohe Dividendenrendite, haben wir oft drüber gesprochen, eben kein Qualitätsmerkmal ist, sondern tendenziell ein Warnsignal.
Deshalb entweder Qualitätskriterien oder eine ausreichende Breite.
Und welche ETFs kommen da denn in Frage?
Weil uns war ja, wir hatten ja in einer frühen Folge mal, als der Fun Egg Morningstar Dividend Leaders neu zusammengesetzt wurde, darüber gesprochen, wenn man...
verschiedene Dividenden-ITFs sich anschaut, dass die Performance sehr unterschiedlich war.
Und das hängt natürlich immer von den Kriterien ab, die Sie zugrunde legen.
Und das muss einem klar sein, wenn man sich so einen Dividenden-ITF kauft.
Grundsätzlich erstmal ist es wichtig, es sollte einer, der global Dividenden abbildet.
Nicht nochmal da das Thema Region reinpacken, oder?
Wenn wir in der ersten Instanz darüber reden und wenn wir sagen, man will das Ganze möglichst schlank halten, dann würde global Sinn machen.
Insbesondere, es gibt jetzt auch da ja Europa-Produkte, Ex-USA-Produkte, weil diese Mechanismen einfach auch einen möglichst breiten Pool brauchen, aus dem man aussuchen kann.
Und gerade bei dem Morningstar, den du angesprochen hast, der ja nun sehr konzentriert ist mit 100 Aktien nur, wo es rein über die Dividendenrendite kommt, zusammen mit einer Ausschüttungsquote unter 75 Prozent und Dividende auf fünf Jahre positiv.
Da hast du einfach Filter und da kommt am Ende eine Rangliste raus und dafür brauchst du einen guten Aktienpool.
Da gehören meiner Ansicht nach die USA da rein.
Interessant ist ja, dass obwohl die USA im Universum sind bei diesem Fun-Act-Morning-Star-Dividend-Leaders, wir trotzdem keinen US-Klumpen haben, sondern dass gemeinsam auf die USA und die Eurozone nur 50% entfallen, dass man also da auch wirklich eine breite Diversifikation hat.
Also das wäre eine Möglichkeit.
Es gibt da noch den Vanguard All World High Dividend Yield ETF.
Die WKNs posten wir wie immer in die Show Notes.
Das gilt auch für die anderen Papiere, über die wir gesprochen haben.
Der ist ja rein fokussiert auf hohe Dividendenrenditen.
Die Warnsignale oder Prüfstellen hast du gerade genannt.
Das heißt, die Sortierung entsteht dadurch, dass die alle Aktien absteigend nach Dividenden...
Rendite sortieren.
Ja, und dann so lange Aktien ins Portfolio packen, bis das Portfolio 50 Prozent der Kapitalisierung des Gesamtindex widerspiegelt.
Ja, ist also auch sehr breit, nur eben mit Unternehmen, die Dividende zahlen und dann auch eine entsprechende Rendite haben.
Das Ganze gewichtet nach Börsenwert.
Und ja, 2300 Positionen sind da drin und da ist auch kein Einzelwertklumpen dabei, sondern die Top Ten haben rund 10% Gewicht.
Nur ist also so die Dividenden-Value-Spielart für denjenigen, der es wirklich ultrabreit machen möchte.
Dann gibt es noch den LNG Global Quality Dividend.
Die kriegen ja alle mal toll, aber man muss wirklich gucken, was da drin ist.
Was ist denn die Systematik von diesem ETF?
Ja, was interessant ist, dass die Grundgesamtheit schon eine andere ist.
Die gehen nämlich auf den FUZI Global Developed Markets.
Das ist ein All-Cap-Index.
Das heißt, da sind auch Small-Cap...
Werte mit dabei, allerdings keine Aktien aus Ländern, die von Fuzzi als Schwellenländer klassifiziert werden.
Südkorea ist also dementsprechend dabei.
Und auf dieses riesige Universum werden dann Ausschlusskriterien angewendet.
Also wenn die Dividende über zehn Jahre gesunken ist, die Eigenkapitalrendite negativ ist, die Qualität, sprich die Profitabilität zu gering ist, der finanzielle Hebel, sprich die Verschuldung zu hoch ist oder die Dividendenrendite zu niedrig ist.
in Relation zum Sektor, dann fliegt das alles raus.
Übrig bleiben dann momentan 959 Werte, die, und da ist der nächste spannende Detail, halbjährlich gleichgewichtet werden.
Es ist also wirklich ultrabreit angelegt.
hat wie fast alle Dividendenstrategien einen Fokus auf Finanzwerte.
Da gibt es viele, die zahlen halt auch viel Dividende, sie sind relativ gering bewertet.
30% Finanzen, 20% Industrie, nur 5% Tech, 30% US-Anteil, 20% Euro-Anteil.
Da sieht man, das ist wirklich eine sehr breite Qualitätsselektion.
Passt damit auch zu diesem Fokus, den viele haben, die sich an den Klumpen stören, weniger Tech.
weniger USA.
Ich sage nicht, dass das unbedingt der Weisheit letzter Schluss ist, aber wenn man sich damit wohler fühlt, dann sollte man das machen.
Ja, ist ja wichtig, dass man sich mit der Strategie wohl fühlt, sonst kann man sie nicht durchhalten und gleichzeitig darf das Wohlfühlen nicht dazu führen, dass man irgendwelchen Unsinn macht und das ist halt mit diesen drei Produkten alles noch im Rahmen.
Man hat hier nicht das immense Risiko, dass man in irgendwelche Dividendenfallen tappt, allein schon durch die breite, aber auch durch die Qualitätskriterien, die da reingenommen sind.
Man muss sich halt darüber im Klaren sein, das sind Beimischungen, mit denen sich die Durchschnittsbewertung im Portfolio reduziert, auch der Einfluss einzelner Titel.
Der Preis ist eben dann deutlich erhöhter Anteil an Finanzaktien.
Und dann darf man sich halt auch nicht beschweren, wenn man weniger Tech hat und Tech weiterhin durch die Decke geht.
Darf man nicht hinterher sagen, was ist denn das jetzt für ein Mist?
Warum hebt man ein ETF hier nicht mit ab, wenn der S&P 500 mal wieder einen Rekordstand hat?
Also, ich glaube, das ist als Teil 1 vom Weltportfolio, das können wir hier mal stehen lassen.
Du hast über weitere Länder wie Lateinamerika, Indien oder Singapur gesprochen, wenn man das möchte.
Du hast gesagt, Vorsicht vor der Themenfondsfalle, dass man nicht auf jeden Mist aufsteigt.
Es wird ja für jeden Mist ein ETF aufgelegt.
Deswegen mag ich die Themenfonds so.
Man kann immer darüber reden, wenn zum Ende halt auch aus meiner Sicht meistens...
Ja, braucht man nicht.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran.
Ist Ihr Unternehmen bereit und fit für die nächste Generation?
Eine erfolgreiche Nachfolge braucht mehr als Zahlen.
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Kann man natürlich machen, wenn man Mining, Defense, aber vielleicht ist es auch zu kompliziert.
Halten wir das erstmal fest, dass man sich so aufbauen kann.
Ich habe jetzt zum Schluss noch eine Frage.
Was ist denn, wenn jetzt jemand mal wirklich richtig Cash hat?
Also wenn jemand sagt, ich habe jetzt gerade hier etwas geerbt oder verkauft und habe dann irgendwie eine Million oder sogar mal zwei Millionen.
Man kann das doch jetzt nicht alles.
auf ein ETF packen.
Vorausgesetzt mal so die Vorstellung, ich habe eine Wohnung und habe die abbezahlt.
Oder kann man das?
Oder sollte man das dann auf mehrere All-World-Produkte aufteilen oder auf mehrere Depots?
Also man kann das durchaus auf einen ETF verteilen.
Es ist ja jetzt natürlich für den Einzelnen sind zwei Millionen extrem viel Geld.
Aber man sieht ja im institutionellen Bereich Tickets in ETFs, die deutlich größer sind.
Also insofern, das lässt sich schon machen.
Sollte natürlich dann ein ETF sein, die auch entsprechendes Volumen haben.
Aber natürlich, wer sich einfach wohler damit fühlt, auch auf verschiedene Anbieter zu verteilen.
Kann man dann auch mehrere Töpfe haben, spricht vielleicht auch einiges dafür, wenn man es dann hinterher entspart.
Die Frage ist auch immer, investiert man das auf einmal oder macht man es in Tranchen oder eine Mischung daraus?
Wobei auch da einerseits die Empirie sehr eindeutige Antworten gibt.
Timing.
Nämlich am Ende positiver Erwartungswert heißt, alles in den Markt bollern.
Aber Geldanlage ist eben keine Mathematik, sondern man muss damit auch klarkommen, man muss das auch aushalten.
Uns ist natürlich auch immer wichtig, Die Frage, inwieweit das, was man da investiert, jetzt neu, das komplette Vermögen ist oder ob das bereits draufkommt auf ein bestehendes Vermögen, inwieweit man auch schon Erfahrung hat als Anleger, nicht jetzt was Wissen angeht, sondern wie man reagiert, wenn es wirklich mal rappelt.
Ob man sowas wie letztes Jahr den Liberation Day gut aushält, ob das extremer nervlicher Stress ist, ob man das vielleicht sogar systematisch genutzt hat, um Cash dort zu investieren.
Das fließt da alles rein.
Deswegen bin ich immer sehr, sehr vorsichtig, wenn es heilt, du musst jetzt alles in den MSCI All Country World stecken.
Lump Sum Investment, ansonsten bist du nicht rational.
Das ist mir zu kurz gesprungen.
Verstehe ich.
Und noch eine andere Frage, beimischen, was heißt das für dich eigentlich?
Also wenn ich einen FTSEO-Walt habe und ich möchte jetzt Ex-USA beimischen oder ein bisschen Dividende, heißt das dann immer so 10%?
Also wenn du wirklich was ändern willst am Gesamtprofil, kannst du das ja auch simulieren.
Wenn du zum Beispiel Tech und Finanzen angleichen willst, wenn du den Anteil der USA Richtung 40 bis 45% nehmen willst, dann sind wir da auch etwa bei einer 60-20-20-Lösung, also 60%.
All Country World, 20% Ex-USA und 20% Dividende.
Damit würde man das erreichen.
Wenn man jetzt andere Beimischungen hat, die spezieller sind, gerade so Sektoren, reden wir natürlich tendenziell über deutlich geringere Quoten.
Aber man muss sich halt fragen, wann es nicht irgendwann auch zu gering wird.
Warum mischt man dann bei?
Es kann ja sein, dass man sagt, ich packe jetzt mal ein bisschen Geld da rein, weil mich interessiert, wie dieser Sektor läuft.
Und irgendwie glaube ich daran, aber auch nicht so ganz, dass ich richtig Geld reinpacken will.
Dann ist das so eine Spaßgeschichte.
Aber um wirklich das Chance-Risiko-Profil zu ändern, muss es ja irgendwie schon signifikant sein.
Und wenn ich lese, dass Menschen dann sagen, ja, ich habe jetzt meinem Portfolio auch ein Prozent Gold beigemischt, dann muss einem klar sein, ja, ist schön, ist vielleicht auch ein gutes Gefühl.
was man dabei hat, wenn es dann auch sogar noch physisch ist, vielleicht wirklich dieses Prepper-Szenario, aber wirklich am Chance-Risikoprofil, an der Performance, an der Volatilität, am Drawdown, ändert sich durch diese homöopathische Beimischung gar nichts.
Also ich denke da immer an diesen einen Claim, den ein Stromanbieter mal hatte, weil einfach, einfach, einfach ist.
Auf der anderen Seite für manche ist es vielleicht auch ein bisschen langweilig und das Schöne ist ja, es gibt ja diese ETFs, weil manche trauen sich ja nicht an Einzelaktien, aber vielleicht mit ETFs.
ein bisschen was auszuprobieren.
Wir machen jetzt hier erstmal einen Punkt und werden natürlich zu dem Thema das perfekte Weltportfolio nochmal ein Update geben.
Wir danken erstmal für Ihre Zeit und für Ihre Treue.
War eine lange Folge, war ja aber auch viel Stoff, wir haben viel erlebt und wir machen hier eine kleine...
Pause.
Die Folge muss zwei Wochen halten.
Eine Pfingstpause, das heißt, teilen Sie sich diese Folge gut auf.
Es ist natürlich ein bisschen spät, das jetzt am Ende der Folge, diese Informationen zu geben.
Wir sollten das in die Shownotes packen.
Wir packen es in die Shownotes.
Beipackzettel.
Also Sie haben Stoff für zwei Wochen, weil wir eine Pfingstpause machen und dann hören wir uns hoffentlich dann Anfang Juni wieder.
Machen Sie es gut.
Leben mit Aktien.
Ein Vermögenspodcast der Wirtschaftswoche.
Nach einer kurzen Unterbrechung geht es gleich weiter.
Bleiben Sie dran!
Fast sechs Jahre ist der Absturz von Wirecard jetzt her.
Aber wie sind eigentlich die letzten 48 Stunden davor abgelaufen?
Ich bin Solveigode.
Und ich bin Ina Karabas.
Wir sind die Host von Handelsbutt Crime, dem Podcast über die spannendsten Streitfälle der deutschen Wirtschaft.
Wir bringen die Mails, Chatnachrichten und Fotos der letzten 48 Stunden von Wirecard live auf die Bühne.
Und jetzt gibt es neue Termine.
Anfang Juni kommen wir auch nach Hamburg, Frankfurt und Köln.
Tickets gibt es auf handelsrad.com-crimelive.
Wir freuen uns auf euch.
