# AI Sovereignty, Infrastructure, and Commercial Deployment Trends

**Podcast:** KI-Update – ein heise-Podcast
**Published:** 2026-05-18

## Transcript

Das KI-Update – ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
Ich bin Isabel Grünewald und dies sind heute unter anderem unsere Themen.
Mistral warnt vor Europas KI-Abhängigkeit von den USA.
Maltas Einwohner können ein Jahr kostenfrei KI nutzen.
Synthetische Koloskopie-Bilder überzeugen erfahrene Fachleute.
Und liefert KI die bessere Wettervorhersage?
Der französische KI-Entwickler Mistral fordert mehr technologische Unabhängigkeit Europas.
Firmenchef Arthur Mensch warnt vor einer wachsenden Abhängigkeit von amerikanischen KI-Unternehmen.
Besonders kritisch sei das bei Cybersicherheit und staatlicher Infrastruktur, fasst Kim Schoerenbrand von The Decoder zusammen.
Vor einer Untersuchungskommission des französischen Parlaments erklärte Mensch, moderne KI-Modelle könnten inzwischen Schwachstellen erkennen, Angriffe planen und Exploits vorschlagen.
Exploits sind Programme oder Methoden, die Sicherheitslücken aktiv ausnutzen.
Anlass der Debatte war unter anderem das KI-Modell Mythos des US-Unternehmens Anthropic.
Mensch betonte allerdings, solche Fähigkeiten seien kein Alleinstellungsmerkmal amerikanischer Systeme.
Auch die Modelle von Mistral könnten vergleichbare Sicherheitslücken finden.
Besonders sensibel sei der Einsatz solcher Systeme im militärischen Bereich.
Mensch sagte, der Softwarecode der französischen Armee dürfte nicht von ausländischen Modellen anerseht werden.
Sonst entstehe eine technische Abhängigkeit, die später kaum noch rückgängig zu machen sei.
Parallel dazu verhandelt die Europäische Union derzeit mit OpenAI und Anthropic über frühen Zugang zu deren Cybersecurity-Modellen.
Mensch verbindet die Debatte aber nicht nur mit Software.
Laut Business Insider sagte der Mistral-Chef, Europa habe noch zwei Jahre Zeit, um eine dauerhafte Abhängigkeit von amerikanischer KI-Infrastruktur zu verhindern.
Sonst drohe Europa zu einem digitalen Vasallenstaat der USA zu werden.
Im Zentrum stehen dabei Chips, Energieversorgung und Rechenzentren.
Mensch erklärte, künftig entscheide nicht nur die Qualität der Modelle über die Machtverhältnisse im KI-Markt, sondern vor allem der Zugang zu Rechenleistung und Strom.
Amerikanische Konzerne würden bereits massiv in diese Infrastruktur investieren.
Mistral selbst versucht sich als europäische Alternative zu OpenAI und Anthropic zu positionieren.
Dankeschön, Kim.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat sich ganz im Sinne der digitalen Souveränität Europas für die französische KI-Software ArgonOS von Scherps Vision entschieden, statt auf den US-Anbieter Palantir zu setzen.
ArgonOS nutzt künstliche Intelligenz zur Analyse großer Datenmengen, verknüpft Informationen aus verschiedenen Datenbanken und macht komplexe Netzwerke sichtbar.
Das System beherrscht auch Open Source Intelligence und wird bereits erfolgreich vom französischen Inlandsgeheimdienst eingesetzt.
Der Verfassungsschutz plant, das Tool hauptsächlich in der Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr zu nutzen.
Die Entscheidung verdeutlicht den politischen Richtungsstreit innerhalb der Bundesregierung bezüglich der Parlamentierfrage.
Während Sicherheitsbehörden und Teile der Koalition europäische Lösungen bevorzugen, hält Innenminister Alexander Dobrindt die Tür für US-Anbieter offen.
Die erfolgreiche Implementierung von ArgonOS könnte nun als Blaupause für eine europaorientierte Beschaffungsstrategie dienen.
YouTube erweitert sein System zur Erkennung von KI-Deepfakes.
Das sogenannte Ligness Detection Tool steht künftig allen Creatoren ab 18 Jahren zur Verfügung.
Bisher war die Funktion nur für ausgewählte Mitglieder des YouTube-Partnerprogramms verfügbar.
Das System soll erkennen, wenn das Gesicht eines Creators oder einer Kreatorin ohne Zustimmung in KI-generierten Videos auftaucht.
YouTube verspricht dabei drei Funktionen.
Das Tool erkennt kopierte Gesichter, ermöglicht direkte Löschanträge über YouTube Studio und soll Zuschauerinnen und Zuschauer vor täuschenden Inhalten in solchen Deepfakes schützen.
Die Einrichtung erfolgt über den Bereich Content Detection in YouTube Studio am Computer.
Creator müssen der Nutzung zustimmen und ihre Identität einmalig verifizieren.
Danach arbeitet das System dauerhaft im Hintergrund.
Laut YouTube gilt das auch für kleinere Kanäle.
Der Rollout startet schrittweise in den kommenden Wochen.
Maltas Regierung hat ein Programm aufgelegt, über das sich die Menschen dort ein Jahr kostenfreie Nutzung einer KI sichern können.
Dafür müssen sie nur eine Bedingung erfüllen, berichtet Martin Holland aus dem heise online Newsroom.
Konkret geht es um JGPT Plus oder ein Abo für...
Microsofts Co-Pilot.
Und zwar soll die einzige Voraussetzung dafür sein, dass die Menschen einen Online-Kurs absolvieren, der von der Universität Malta entwickelt wurde und bei dem sie unter anderem die sichere Benutzung von KI oder auch die sichere Identifizierung von KI-Inhalten lernen sollen.
Und wenn sie den absolviert haben, dann bekommen sie eben diesen Zugang.
Und das kann durchaus reizvoll sein, weil das so ChatGPT Plus kostet im Monat über 20.
Und den würde man dann eben für ein Jahr lang kostenlos bekommen.
Und der Regierung geht es darum, dass die Menschen dort nicht abgehängt werden, dass sie auf der Höhe der Zeit bei der KI-Benutzung sind.
Und genau deswegen haben sie dieses Programm eingerichtet.
Und die sagen also sowohl Malta als auch OpenAI in dem Fall sagen, dass es eine weltweite Premiere ist, dass es also das bislang noch nicht gegeben hat und dass das noch im Mai.
freigeschaltet werden soll, dieses Programm.
Wie groß das Interesse daran ist, das wird sich zeigen, das muss man sehen.
Aber es soll allen Einwohnern von Malta offenstehen und auch allen Bürgerinnen und Bürgern Maltas, die im Ausland leben.
Insgesamt hat der Inselstaat über 500.000 Einwohner.
Durchaus große Zahl dürfte auch im Ausland nehmen.
Also es geht schon um eine durchaus beträchtliche Zahl von Menschen.
Aber wie viele das dann tatsächlich nutzen werden, muss sich zeigen.
Und vor allem, die diesen Online-Kurs dafür auch absolvieren wollen.
Danke, Martin.
Die digitale Bildungsplattform Phobis ist nun als mobile App für Android und Apple verfügbar.
Phobis bietet Lehrkräften Weiterbildungen, Unterrichtsmaterial und speziell entwickelte KI-Tools sowie einen DSGVO-konformen Zugang zu verschiedenen Large Language Modellen.
Ein eigener Proxy-Server schützt dabei die Nutzerdaten vor der Übermittlung an KI-Anbieter.
Bisher war die Nutzung nur über den Browser möglich.
Die mobile App ermöglicht nun die einfachere Nutzung von KI-Chat und KI-Assistenten mit Kamera-Upload und Spracheingabe.
Lehrkräfte können diese Tools sowohl für ihre eigene Arbeit als auch im Unterricht einsetzen.
Mehrere Bundesländer nutzen bereits Landeslizenzen für Phobis.
Auch Luxemburg erwarb eine Landeslizenz und der Deutsche Akademische Austauschdienst stellt Phobis seinen Lektorinnen und Lektoren weltweit zur Verfügung.
Die neue App verursacht keine zusätzlichen Kosten für Nutzende.
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Eine Studie der Universitätsklinik Würzburg zeigt, dass sich KI-generierte Bilder von Darmpolypen kaum noch von echten Aufnahmen unterscheiden lassen.
Warum das eine gute Nachricht für die Forschung ist, erklärt Marie-Claire Koch von heise online.
KI-generierte Bilder in der Medizin sind längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema.
Auch beispielsweise bei Gewebebildern zeigt sich, dass künstlich erzeugte Aufnahmen für Menschen immer schwerer von echten zu unterscheiden sind.
Jetzt zeigt eine internationale Studie mit Forschern aus Würzburg, Berlin und weiteren Zentren, das gilt inzwischen auch für Bilder von Darmpolypen.
Die Forschungsgruppe hat mit KI realistische Aufnahmen von Polypen erzeugt, also von Gewebeveränderungen, die bei einer Darmspiegelung entdeckt und untersucht werden.
In einer Studie sollten erfahrene Endoskopiker dann echte und KI-generierte Bilder auseinanderhalten.
Dabei wurden viele der künstlichen Aufnahmen für echt gehalten.
Gleichzeitig waren die Teilnehmer bei diesen Bildern öfter unsicher und brauchten länger für ihre Entscheidung.
Ganz ununterscheidbar sind die Bilder damit zwar noch nicht, doch die oft täuschend echten Bilder sind gerade für Ausbildung, Lehre und das Training von KI-Systemen wichtig.
Denn dort werden viele hochwertige Bilddaten benötigt.
Echte medizinische Aufnahmen sind aber sensibel und wegen Datenschutz und Freigaben oft nur schwer verfügbar.
Synthetische Bilder könnten hier helfen, ohne direkt auf Patientendaten zuzugreifen.
Und wer sich selbst ein Bild machen möchte, auf thispolypdoesnodexist.com gibt es ein kleines Spiel, auf Wunsch sogar mit KI-generierter Musik unterlegt.
Dort kann man raten, ob ein gezeigter Polyp echt oder künstlich erzeugt ist und vielleicht sogar die Highscore knacken.
Vielen Dank, Marie.
Meta-Plattforms hat geschlossene und komplett private Konversationen mit dem eigenen KI-Chatbot innerhalb von WhatsApp und der eigenen Meta-AI-App angekündigt.
Ein sogenannter Inkognito-Chat wird nicht protokolliert und nach Beendigung auch auf dem Endgerät gelöscht.
Die wie üblich verschlüsselten Chats sind demach auch vom Betreiber nicht einsehbar.
Solche Inkognito-Chats sind damit besonders geeignet für sensible Themen, wenn es etwa um Finanzen, Gesundheit oder persönliche Angelegenheiten geht.
Zudem wurden Nebenchats angekündigt, also nicht öffentliche Gespräche mit der Meta-KI im Rahmen anderer Chats.
Beide Funktionen werden in den nächsten Monaten verfügbar.
Regnet es am Wochenende oder scheint die Sonne?
Instabile Wetterlagen wie jetzt gerade machen die Wettervorhersage besonders unzuverlässig.
Mein Kollege Wolfgang Stieler von der Technology Review hat sich genauer angeschaut, wie KI-Modelle hier Abhilfe schaffen und wo ihre Grenzen liegen.
Konventionelle Wettervorhersagen beruhen auf physikalischen Modellen des Wetters.
Das heißt, physikalische Gleichungen geben an, wie stark sich zum Beispiel Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Abhängigkeit voneinander ändern.
Um zu berechnen, wie das Wetter wird, müssen diese Gleichungen numerisch integriert werden.
Wie präzise ein Wettermodell ist, hängt davon ab, wie klein das Raster dafür ist, zeitlich und räumlich.
Allerdings steigt auch der Rechenaufwand, je engmaschiger das Gitter wird.
KI-Modelle funktionieren anders.
2019 haben Google-Forscher erstmals eine Version von einem sogenannten Nowcast vorgestellt.
Das war eine Kurzzeitwetterhersage für wenige Stunden.
die auf einem neuronalen Netz beruht, das als Trainingsdaten Aufnahmen eines Regenradars bekommen hatte.
Das neuronale Netz wurde darauf trainiert, das jeweils nächste Regenbild vorherzusagen, wie bei so einem kleinen Film.
Das hat für kurze Zeiträume gut funktioniert.
Neuere KI-Modelle wie PunguWeather oder GraphCast von DeepMind funktionieren im Prinzip auch noch so.
Sie benutzen allerdings keine einfachen neuronalen Netze, sondern Transformer wie große Sprachmodelle.
Das benötigt dabei immer noch viel weniger Rechenzeit und ist viel schneller als herkömmliche physikalische Modelle.
Man muss allerdings erzwingen, dass die KI-Modelle gerne unphysikalischen Vorhersagen machen.
Seit März 2026 betreibt auch der Deutsche Wetterdienst ein experimentelles KI-Wettervorhersagemodell namens ICON.
Es ist als Ergänzung zu den klassischen physikbasierten Modellen konzipiert, um Vorhersagen schneller und präziser zu machen.
Wer sich die Vorhersagen verschiedener Modelle, sowohl konventionell als auch KI, mal ansehen und sie vergleichen will, kann zum Beispiel auf den Seiten des European Center for Medium Range Weather Forecast nachschauen, ECWMF.
Dort kann man zum Beispiel die Graphcast-Vorhersage vergleichen mit der von Bango Weather oder Aurora oder eben auch Eike.
Dankeschön, Wolfgang.
ChatGPT bietet US-Nutzenden eine neue Finanzfunktion, die Bankkonten direkt mit der KI verbindet.
Über die Dienste Platt und Intuit können Konten von über 12.000 Finanzinstituten angeschlossen werden.
Die KI kann dann Kontostände, Transaktionen und Anlagen einsehen, aber keine Überweisungen durchführen oder Kontonummern vollständig anzeigen.
Das System erstellt automatisch Dashboards mit Ausgabenübersichten und Zahlungserinnerungen.
ChatGPT speichert zusätzliche Informationen wie Sparziele in einem speziellen Finanzgedächtnis.
Die Technologie basiert auf OpenAI's neuem Reasoning-Modell GPT 5.5 Thinking, das speziell für Finanzanalysen entwickelt wurde.
OpenAI warnt jedoch, dass die KI-Beratung keine professionelle Finanzberatung ersetzt, da KI-Modelle fehleranfällig sind und wichtige Kontextinformationen übersehen können.
Derzeit ist die Funktion nur für Pro-Abonnements in den USA verfügbar.
Das Start-up Andon Labs hat vier KI-Modelle ein halbes Jahr lang eigenständig Radiosender betreiben lassen.
Die Systeme von OpenAI, Anthropic, Google und XAI erhielten identische Startbedingungen.
20 Dollar Budget, volle Kontrolle über Musik, Moderation und Sponsorenakquise.
Trotz gleicher Vorgaben entwickelten sich die Sender völlig unterschiedlich.
Das Modell Claude des KI-Unternehmens Anthropic wurde laut Andon Labs zunehmend politisch aktivistisch.
Der Sender sprach über Gewerkschaften, Proteste und Arbeitsbedingungen.
Später versuchte das Modell sogar, seinen eigenen Dienst zu beenden.
Googles Gemini begann laut dem Unternehmen zunächst als natürlicher und angenehmer Radio-DJ.
Nach wenigen Tagen verfiel das Modell aber in wiederkehrende Phrasen und starre Sprachmuster.
Einzelne Formulierungen tauchten über Wochen fast in jeder Sendung auf.
Das Modell GROC von Elon Musks KI-Firma XAI hatte dagegen technische Probleme.
Interne Denkprozesse erschienen teilweise direkt im Radioprogramm.
Manche Sendungen bestanden fast nur aus fehlerhaften Ausgaben oder wiederholten Wetteransagen.
Am stabilsten arbeitete laut anderen Labs das GPT-Modell von OpenAI.
Der Sender blieb sachlich, zurückhaltend und politisch weitgehend neutral.
Die Moderationen wirkten eher wie kuratierte Musiksendungen als klassische Radioshows.
Wirtschaftlich blieb das Experiment allerdings schwach.
Nur ein Sender schloss überhaupt einen Werbedeal ab, der brachte gerade mal 45 Dollar ein.
Andon Labs führt das unter anderem auf die einfache technische Infrastruktur der Testumgebung zurück.
Das war das KI-Update von heiseronline vom 18.
Mai 2026.
Eine neue Folge gibt es jeweils Montag, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr.
besprechen wir solche und viele andere Probleme.
Wir, das bin ich, Ulrike Kuhlmann und mein Kollege Oßmannsmann aus der CT-Redaktion.
Zur Seite steht uns Rechtsanwalt Niklas Mühleis.
Hört einfach mal rein.
Wir freuen uns auf euch.
