# Global Market Volatility, AI Chip Demand, and Geopolitical Trade Shifts

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-05-16

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Die abgelaufene Woche war leider eine Bärenwoche.
Du hast deine Wette gewonnen.
Gestern an Himmelfahrt sah es für mich ja noch ganz gut aus.
Es war eine echte Achterbahnfahrt.
Eigentlich waren ja zum Beispiel die Bilanzen, und es war die Hochsaison der Bilanzsaison in dieser Woche, die wir im DAX bekommen haben, sehr, sehr gut ausgefallen.
Doch sehr viele Unternehmen, die besser als erwartete Zahlen vorgelegt haben, teilweise wurden die Prognosen angehoben.
Das hat aber alles nichts geholfen, weil der Iran-Krieg uns wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und der Ölpreis weiter gestiegen ist.
Und so sind wir am Ende der Woche mit einem Minus von 1,6 Prozent aus der Woche gegangen.
Es war auch nicht alles toll.
Es gab Münchener Rück und Hannover Rück.
Die Zahlen waren nicht so gut.
Aber was noch dazu kam, bisher haben die Aktienmärkte ja so ganz lässig diese Inflationszahlen, den Ölpreis weggesteckt.
Und nur an den Anleihenmärkten sah man, dass die Zinsen stiegen.
Und diese Woche sind die Zinsen so stark gestiegen, dass auch der Aktienmarkt mal aufgewacht ist und gedacht hat, huch, da ist ja was.
Und was ist passiert?
Die 10-jährige Bundesanleihe ist jetzt weit über 3 Prozent.
3,1, das ist der höchste Stand seit 2011.
Noch fieser ist es in Amerika.
Da haben wir die 30-jährige amerikanische Anleihe 5,12.
Das ist der höchste Stand seit 2007.
Und man muss sich nur mal die Verschuldung anschauen, um zu sehen, was da gerade passiert.
39 Billionen.
Und wenn ich nur einen Prozentpunkt höhere Zinsen zahlen muss, weil die Zinsen hochgehen, einen Prozentpunkt.
390 Milliarden Dollar mehr Zins.
Und da weiß ich, da würde ich als Aktienmarkt auch denken, Da muss der Trump auf jeden Fall jetzt was tun, um diese Renditen wieder runterzubringen.
Vor allem, weil es natürlich dann auch die Finanzierung der vielen KI-Rechenzentren viel, viel teurer machen könnte und auch diesen Boom möglicherweise ausbremsen könnte.
Aber unser Thema der Woche ist Trump, der in China walte zum Besuch.
Ein Besuch, der hohe Erwartungen vorher geweckt hatte, die aber nicht erfüllen konnte.
Zum Beispiel im Hinblick auf den Iran-Krieg.
Da hatte ich mir persönlich auch mehr erhofft, mehr Fortschritte zu einem.
Erlösung, die gab es nicht.
Da gab es nur vorsichtige Äußerungen, dass beide Seiten sich einig waren, dass man die Straße von Hormuz öffnen möchte und dann auch offen halten möchte, ohne dass da irgendein Mauthäuschen vom Iran hingestellt wird.
Das war es dann aber auch schon.
Der Weg dahin blieb unklar.
Da war nicht klar, ob der Iran jetzt, beziehungsweise ob China jetzt auf den Iran einwirken wird als seinen Partner und ihn da quasi ein bisschen mehr Druck ausüben wird, ihnen in Richtung einer Lösung zu bewegen.
Und deswegen war es ganz enttäuschend, weil der Ölpreis dann auch eben entsprechend durch die Decke ging und wieder deutlich zugelegt hat.
Und der eben diese Reaktion gezeigt hat, dass man einfach mehr erwartet hat und diese Erwartung nicht erfüllt wurde.
Die Märkte haben eine eindeutige Sprache gesprochen.
China wird kein politisches Kapital einsetzen, um den Iran zu einem Frieden zu bringen.
Das zweite Problem, was ich noch viel krasser fand, und was die Märkte auch noch nicht so richtig beachtet haben, ist das...
Thema Taiwan, da hat ja China relativ deutlich gesagt, dass es da zu einem größeren Konflikt kommen könnte, wenn Amerika da falsch reagiert und sich möglicherweise in die innerchinesischen Sachen einmischt.
Und Taiwan ist ja für die Weltwirtschaft gleich in dreifacher Hinsicht eine schwierige Sache.
Zum einen sitzen in Taiwan die ganzen Chips.
60 Prozent aller Chips und 90 Prozent dieser intelligenten Chips kommen aus Taiwan.
Und wenn da irgendwas schiefläuft, wäre die gesamte Lieferkette für den KI-Boom dahin, könnte man sagen.
Das Zweite, Taiwan ist eins der Sachen, wo China sagt, die gehören zu uns und die wollen wir langfristig an uns binden.
Das ist schon schwierig.
Und das Dritte, was ich aber noch viel krasser finde, wenn Amerika jetzt...
klein beigeben würde und seinen Schutzmachtstatus für Taiwan weggibt, weil es geht nämlich noch darum, dass Trump noch einen Waffendeal nach Taiwan genehmigen muss.
Und wenn er sagen würde, nee, nee, wir liefern keine Waffen mehr in Taiwan, dann würde man sehen, dass Amerika nicht mehr als Schutzmacht zur Verfügung steht.
Das wäre auch möglicherweise für Europa nicht so toll, weil man dann sieht, okay, für so einen Deal wird auch das hergegeben.
Und deswegen ist es eine schwierige Sache.
Und das haben die Märkte meines Erachtens noch nicht so richtig eingepreist, dieses Risiko.
Trump hat öffentlich komplett geschwiegen, überhaupt nichts dazu gesagt.
Das zeigt auch, dass er ganz schlechte Karten momentan hat in all diesen Konflikten, in die er verwickelt ist.
Auch in dem Handelskrieg, den er ja angezettelt hatte mit der ganzen Welt vor allem, aber mit China durch die Zölle, die er im letzten Jahr erhoben hatte.
Und China hat damals ja postwendend dann mit seltenen Erden und der Einstellung der Exporte reagiert.
Danach herrscht dann sowas wie ein...
Waffenstillstand.
Und da hat man sich ja auch mehr erhofft jetzt in Sachen Handel.
Da gab es ein zwar Deals, die Trump natürlich für sich selber als fantastische Deals bezeichnet.
Da ist er mal wieder der Einzige.
200 Boeing-Bestellungen, da hat der Markt 500 erwartet.
Und ein paar Sojabohnen wurden auch noch bestellt.
Und Energie, die die Chinesen momentan sowieso nicht aus der Straße von Haumbus bekommen.
Naja, das war es dann aber auch schon an fantastischen Deals in Sachen Handelskrieg.
Da ist man nicht wirklich strategisch vorangekommen.
Da hat man nicht wirklich einen großen Handelsdeal vorgestellt oder vorbereitet.
Da kann man momentan wirklich nur hoffen, dass dieser ...
Waffenstillstand in diesem Handelskrieg erst mal verlängert wird.
Mehr ist momentan nicht zu hoffen.
Ich würde noch eine Sache mir angucken.
Europa, wo saß Europa?
Dieses Gipfeltreffen sah aus, als ob das so eine G2 über die Welt entscheidet.
Wir als Europäer hatten überhaupt keine Chance.
Das kann man sagen, na gut, was positiv ist und Waffenstillstand beim Handel, das ist für uns insofern positiv, weil es ja jetzt keine neue Lieferkettenproblematik gibt.
Aber es kann ja auch sein, dass sie irgendwann doch einen Deal schließen und dann sitzen wir als Europäer so zwischen den Stühlen, wissen nicht, koppeln wir uns von China ab, koppeln wir uns nicht ab, folgen wir den Amerikanern.
Es ist wahnsinnig kompliziert und deswegen sollte dieses Treffen nochmal gezeigt haben, Europa muss wieder stärker werden, damit sie demnächst auch mit am Tisch sitzt oder zumindest nicht der Eindruck entstehen kann, dass da zwei für die gesamte Welt irgendwie einen Deal aushandeln.
Und deswegen sollte das nochmal ein Wack-Weckruf auch in Europa sein.
Mein Bulle der Woche ist Infineon.
Man hat mit Partizipizieren können an diese Halbleiter-Rallye, die es weltweit gibt.
Natürlich getrieben vom KI-Boom.
Infineon liefert Leistungshalbleiter, die in Rechenzentren als energiesparende Chips eingesetzt werden können.
Da hat man eine Zusammenarbeit mit Nvidia.
Davon profitiert Infineon seit Jahresbeginn ein Plus von 73%.
Auch mal nach oben, auch wenn es an diesem Freitag etwas Gewinnmitnahmen gab.
Auch das Autogeschäft bei Infineon kommt langsam wieder ein bisschen in Fahrt.
Und man strukturiert intern um.
Möglicherweise schafft Infineon dann irgendwann wieder das Allzeithoch aus dem Jahr 2000.
Aus dem Boom von damals bei über 80 Euro.
Zwischenzeitlich in der Finanzkrise war die Aktie ja 35 Cent gefallen.
Seitdem hat man sich ordentlich vervielfacht.
Kommen wir zu meinem Bär der Woche.
Mein Bär der Woche ist RTL Group.
Da gab es Zahlen, die waren ja nicht so besonders gut.
Das Werbegeschäft ist im ersten Quartal um 6,5 Prozent eingebrochen.
Und JP Morgan sagt jetzt, für dieses Jahr wird es nichts mehr mit einem Plus.
Sie rechnen jetzt sogar für das Gesamtjahr mit einem Minus beim Werbungssatz.
Das Zweite ist...
RTL hat ja zuletzt so eine riesen Dividende ausgezahlt und das war zwar schon zwei Wochen her, aber es gibt immer noch so Nachwehen, da hat mich JP Morgan auch einfach das Kurs hier runtergesetzt, obwohl das eigentlich schon lange weg ist, weil halt diese Ausschüttung den Kurs reduziert und das beides hat dazu geführt, dass die Aktie diese Woche 9% gefallen ist.
Aber möglicherweise ist das ja auch in Einschießgelegenheit, weil dieser große Abschlag durch die Dividende, das könnte vielleicht zu viel gewesen sein.
Nächste Woche im DAX.
Ich setze mal wieder auf steigende Kurse.
Vielleicht gibt es ja doch mal Fortschritte im Iran-Krieg.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Der DAX ist so schlecht gelaufen.
Da würde ich sogar mal mitgehen.
Zum Allen Video gibt es nächste Woche.
Das könnte noch mal einen positiven Schub geben, auch wenn wir im DAX wenig KI haben.
Das war es für diese Woche bei DefNow Champions im TV.
Wir sagen Tschüss.
Und wir wissen, wie es weitergeht an den Börsen, was Nvidia macht.
Der hört auch in den Podcast rein.
Ab Dienstag bei Welt und überall, wo es Podcast geht.
