# EU AI Strategy: Regulation, Licensing, and European Tech Sovereignty

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-05-12

## Transcript

Liebe Leute, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Kollegin KI, heute mal aus dem europäischen Ausland und zwar aus Frankreich.
Ich bin in Straßburg im EU-Parlament und habe heute die große Freude, die erste Vizepräsidentin des Parlaments zu interviewen, Sabine Verheyen.
Und Frau Verheyen kümmert sich hier im Parlament viel um Digitalisierung und Bildung, spricht über Kultur, hat natürlich hier durchaus ein bisschen den Überblick über alles, was hier so mit KI passiert.
Und ihr wisst ja, normalerweise sprechen wir eher mit Menschen aus der Wirtschaft, aus der Kreativbranche und so weiter und schauen, was die eigentlich so für Use Cases haben.
Ich dachte, wir drehen den Spieß mal um und wir fragen mal tatsächlich Parlamentarier, wie die eigentlich KI in ihrem Alltag einsetzen.
Deshalb herzlich willkommen zu einer weiteren Folge.
Ich bin Max Mundhenke, ihr hört Kollegin KI.
Hallo Frau Verheyen.
Hallo Herr Mundhenke.
Frau Verheyen, Sie sind erste Vizepräsidentin.
Erstmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Sie sind erste Vizepräsidentin des Europaparlaments.
Was macht man denn als erste Vizepräsidentin eigentlich?
Eigentlich unheimlich viel.
Wir sind als Parlamentsvorstand für den politischen Overview über die Verwaltung zuständig.
Das heißt, wir haben eine Präsidentin, das ist Roberta Mezzola, 14 Vizepräsidentinnen und Präsidenten und eben die erste Vizepräsidentin.
Warum erste?
Bei der Wahl der Vizepräsidenten ist immer derjenige, der die meisten Stimmen bekommen hat bei der Abstimmung, der erste Stellvertreter.
Das heißt, bei allen Dingen, wo Roberta Mezzola nicht kann, wenn es nicht eine klare Zuständigkeit, die vorher zugeordnet ist, gibt, landet das erstmal bei mir.
Ich konnte mir einen großen Teil meiner Themen, die ich gerne bearbeiten würde, auch aussuchen.
Am Ende koordiniere ich auch, ich sag mal, die Vizepräsidentin, die von meiner Fraktion aus da sind.
Das sind so viele.
Ich bin mit einem Kollegen zusammen für das Budget zuständig, also für das Parlamentsbudget, den Finanzrahmen, den wir für die Verwaltung haben.
zuständig für, auch mit einem Kollegen zusammen, für künstliche Intelligenz und wie wir im Parlament in Zukunft auch künstliche Intelligenz einsetzen.
Darum soll es heute gehen.
Vielen Dank.
Genau.
Wir haben natürlich auch den AI-Act vor der Tür.
Im August ist es, glaube ich, soweit, dass er dann vollumfänglich auch in Kraft tritt.
Da geht es heute aber nur am Rande drüber.
Wir wollen tatsächlich mal über KI im Parlament sprechen, ohne jetzt die juristischen Spitzfindigkeiten tatsächlich zu finden.
Vielleicht grundsätzlich erstmal so einen Blick auf Technologie und die Abgeordnetentätigkeit.
Sie sind 2009, glaube ich, das erste Mal Abgeordnete im Europaparlament geworden.
Das ist 17 Jahre her, das ist eine ganz weile.
Ich habe mal nachgeguckt, das iPhone 3GS war da gerade aktuell.
Aber es gab zumindest auch schon iPhones und Smartphones.
Richtig, es gab schon Smartphones, ja.
Auf der anderen Seite gab es einen hohen Boom bei TomTom-Navigationsgeräten für die Jüngeren.
Damals hat man noch nicht Google Maps genutzt oder Apple Maps, sondern man hat tatsächlich ein eigenes Gerät im Auto gehabt.
Was hat sich denn grundsätzlich technologisch eigentlich verändert, auch in der Abgeordnetentätigkeit?
Wie sehen Sie das, wie nehmen Sie das im Alter?
Alltag war.
Also es hat sich schon drastisch vieles verändert, was auch natürlich nochmal forciert wurde durch die Corona-Krise, wo wir viele Dinge online digital machen mussten, ob das Conferencing-Systeme sind, ob das auch, ich sag mal, Einsparmöglichkeiten hier in Richtung Straßburg ist, dass nicht mehr jeder Mitarbeiter, jeder Mitarbeiter der Verwaltung auch hier sein muss, damit die Plenarwoche funktioniert, weil man sich digital zuschalten kann.
Es sind einzelne Verwaltungsabläufe, ob es bei der Krankenkassenabrechnung ist, wo ich eine App habe, wo ich die Rechnung...
ob ich eine Art Lohnung abfotografiere, abschicke und im Endeffekt den Antrag ausfülle oder ob das viele, viele andere Tools sind, die wir so im Alltag nutzen, die mittlerweile digital sind.
Das war natürlich 2009 noch.
Deutlich anders.
Das Telefon wurde in erster Linie genutzt zum Telefonieren.
Vielleicht mal, um auf Google irgendwas zu suchen und diverse andere Kleinigkeiten.
Auch die Anzahl der Apps war ja längst nicht so groß wie heute.
Da ist in den letzten Jahren sehr, sehr viel passiert.
Ich selber bin immer schon auch an digitalen Themen interessiert gewesen, auch wenn ich kein Digital Native bin.
Aber ich war damals schon immer in der Delegation, die zum Internet Governance Forum geschickt wird, diese große UNO-Konferenz.
grundsätzlich schon früh damit beschäftigt hat, wohin wird sich die Digitalisierung entwickeln.
Was braucht man in der Internet-Governance, in der digitalen Governance-Struktur auch, worauf muss man achten?
Da waren schon sehr früh auch Themen wie Jugendschutz und auch, selbst als es KI noch nicht gab, auch das Thema Desinformation und wie schütze ich Kinder im Internet vor schädlichen Inhalten und viele, viele andere Dinge spielten da schon eine Rolle, aber eben auch die ganz großen Fragestellungen Zugang.
zum Internet, Netzneutralität, all solche Themen, die damals, ich sag mal, zum Thema wurden.
Weil vieles hing damals in Bezug auf Digitalisierung ja noch sehr stark an Telekommunikationsunternehmen.
Was es heute zum Teil ja auch noch tut, wenn es zumindest um die Netzinfrastruktur geht.
Aber ich sag mal, da hat sich vieles auch noch weiterentwickelt.
Wie sehen Sie das so in Europa, beziehungsweise mit europäischen Tools?
Ich habe mich ein bisschen umgeguckt, ja, ich saß jetzt irgendwie auch im Parlament und so, und wo man hinguckt, eigentlich alles Windows oder Apple, na klar, also man hat schon viel US-Technologie, auch im Europaparlament tatsächlich, mit der man arbeitet.
Gibt es da so Bestrebungen auch, was Open Source angeht oder vielleicht auch die Debatte, die man häufig jetzt gerade in der deutschen Wirtschaft hört?
Weg von den Hyperscalern und hin zu europäischen Lösungen?
Also das wird natürlich hier auch immer wieder diskutiert.
Das ist auch ein Thema, was wir gerade in Bezug auf AI haben und das Nutzen von AI.
Allerdings müssen diese Tools ja zur Verfügung stehen.
Das heißt, wir sind im Moment hier in der Verwaltung mit ITEC auch dabei, etwas zu entwickeln, was im Endeffekt eine Art Chat-GPT fürs Parlament sein könnte, basierend auf Daten, die wir hier selber haben, weil zurzeit wird natürlich auch Chat-GPT hier genutzt.
Ist das so, ja?
Viele Assistenten, teilweise auch die Abgeordneten selber, aber auch in den Sekretariaten, wird natürlich auch zur Unterstützung der Arbeit auch schon mal ChatGPT eingesetzt.
Ich sag mal, das wird man auch nur schwerlich verbieten können.
Wir haben zwar Guidelines gemacht, dass sensible Daten nicht bei ChatGPT eingespeist werden dürfen etc.
Da muss man auch aufpassen, weil warum?
Das sind ja Daten, die dann im Endeffekt auch von OpenAI für andere Auswürfe von Inhalten dann wieder genutzt werden.
Das ist auch der Grund, weshalb wir als Parlament selber daran arbeiten, etwas zu entwickeln, weil wir natürlich sehr häufig auch mit Daten zu tun haben oder mit Inhalten zu tun haben, die nicht unbedingt, ich sag mal, überall in der Welt als Basis für Dokumente dienen sollen.
Wenn es zum Beispiel um vertrauliche Dokumente im Rahmen der Außenpolitik geht, die packst du nicht bei JTPT rein, um irgendwie eine Zusammenfassung zu bekommen.
Im Idealfall, ja.
Und deshalb brauchen wir da auch eigene Tools und eigene geschützte Räume, weil Datensicherheit schon auch bei AI ein ganz, ganz wichtiges Thema ist.
Sie sprachen da von Guidelines.
Was sind das so für Guidelines?
Also Sie sagten jetzt natürlich irgendwie keine vertraulichen Dokumente.
Aber haben Sie möglicherweise auch an Ihr eigenes Büro gewisse Guidelines ausgegeben, dass Sie sagen, okay, diese Tools sind erlaubt, diese aber bitte nicht?
Oder das sind Use Cases, mit denen Ihr als meine Angestellten im Grunde hier dann tatsächlich auch arbeiten dürft?
Also wir haben schon auch miteinander gesprochen, worauf wir achten müssen, dass wir keine sensiblen Daten einspeisen und so weiter.
Aber wenn es jetzt zum Beispiel darum geht, mal zusammenzufassen, was ist aus verschiedenen Eingaben, verschiedenen Dingen, ich sag mal, gekommen, dann...
Machen wir das natürlich auch, das ist klar, aber immer mit der Prämisse und das ist für mich die Grundsatzprämisse, wir haben Verstand vom lieben Gott mitbekommen und den sollen wir auch gefälligst noch einsetzen.
Es wird nichts eins zu eins einfach übernommen, wenn es nicht vorher geprüft ist.
Weil man hat heute eben nicht das Wissen darüber, mit welchen Dokumenten, mit welchen Inhalten die künstliche Intelligenz trainiert wurde.
Das heißt, auf was sie zugreift, womöglich diskriminierende Geschichten, Fake News, das Thema.
von hallizionierenden AIs ist ja auch bekannt.
Das heißt, wenn die irgendwas nicht finden, das merkt man immer, wenn man bei Google die AI-Suche und die AI-Zusammenfassung sich mal anschaut.
Ja, da steht manchmal etwas drin, wo man sich fragt, wo hast du das denn jetzt rausgekramt, weil es absolut...
weil es überhaupt nicht stimmt.
Das ist aber dann, wenn die AI darauf trainiert ist, du musst in jedem Fall irgendwas präsentieren, du kannst nicht sagen, weiß ich nicht.
Und dann spinnt sie sich halt im Zweifelsfalle irgendwas zusammen.
Ja, nicht nur bei der Google AI.
Ich hatte jetzt vor kurzem erst eine Folge auch über KI in der Rechtswissenschaft mit einem Anwalt.
Und im Zuge der Recherche habe ich dann auch herausgefunden, dass gerade in den USA es ein riesengroßes Problem ist, dass tatsächlich immer mehr JuristInnen KI nutzen, um Schriftsätze bei Gericht einzureichen und da teilweise dann auch ganze Paragrafen erfunden wurden oder Grundsatzurteile, die es einfach nicht gibt.
Und da wurden auch schon hohe Strafen ausgezahlt, weil es aufgefallen ist.
Wir haben das auch in Wirtschaftsberatung, dass da durchaus gewisse große Unternehmensberater tatsächlich auch schon mit aufgefallen sind, die dann mal gewisse Studien haben erfinden lassen von der KI, wo es dann eben auch so Strafzahlungen gab.
Gab es das im Parlament eigentlich auch schon, dass da mal irgendwie eine Rede vielleicht ein bisschen...
skeptisch gemacht hat, wo man gesagt hat, das klingt doch jetzt nicht so.
Das weiß ich jetzt nicht.
Wir haben ja in der Regel auch nicht die langen Reden und ich glaube eine One-Minute-Speech, die kann man noch schreiben.
Und wenn, dann lässt man sich höchstens eine zu lange Rede auf eine Minute zusammenkürzen oder so, weil das dann...
Manchmal auch schneller geht, wenn die Redezeit kurzfristig gekürzt wird oder so.
Also es wird schon zum Teil genutzt.
Aber wie gesagt, es muss immer überprüft werden.
Das heißt, ich kann die KI da einsetzen, wo ich selber auch zumindest einen gewissen Hintergrund habe, beurteilen zu können, ob etwas logisch sinnvoll und richtig ist oder nicht.
Wenn es zum Beispiel auch um die Scrutiny-Arbeit geht, wenn wir Gesetzes zum Beispiel eine richtige...
Und wir wollen gucken, wie ist es in den Mitgliedstaaten umgesetzt worden.
Für sowas wäre natürlich ein KI-Tool auch für die Kommission enorm hilfreich, weil man auch schneller sehen kann, wo sind Dinge kohärent, wo sind Dinge nicht kohärent, wo passt was zusammen, wo ist was entgegen dem originären europäischen Rechtstext.
Man kann auch zum Beispiel, könnte man das wunderbar einsetzen, bei den ganzen Bezugnahmen auf bestehende Gesetzgebung, dass man zu einem bestimmten Thema mal abfragt, in welcher.
Gesetzgebung ist eigentlich zu diesem Punkt was drin.
Das ist ja ansonsten eine irre Recherchearbeit, die auch vom wissenschaftlichen Dienst zum Teil auch mitgemacht werden muss und und und.
Das ist ein wunderbares Unterstützungstool.
Das ist klar, aber es wird in meinen Augen nie wirklich das generative Ersetzen, was wir, ich sag mal, auch von unserem Verstand, von unserer Logik oder auch in politischen Entscheidungen zu fällen haben.
Die politische Entscheidung muss eine Entscheidung des Abgeordneten wählen.
Wir sind gewählte Vertreter der Bürgerinnen und Bürger und nicht.
irgendein amerikanischer Konzern, der eine tolle künstliche Intelligenz entwickelt hat.
Absolut.
Und auch schon ein super Use Case, ja, gerade in der komplexen politischen Sachlage, da möglicherweise Informationen rauszuziehen.
Das kann eine KI gegebenenfalls schneller und effizienter als ein Mensch.
Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist, als potenzieller Use Case, ich war gestern ja auch schon hier und saß gestern hier auch bei einer Sitzung dabei.
Da hat Herr De Gros, der Chef der EZB, noch davon gesprochen, dass 300 Milliarden investiert werden sollen in KI-Infrastruktur.
Und war ganz spannend.
Und ich habe das aus den Kopfhörern gehört.
Denn wenn man hier im Zuschauerraum sitzt, das ist ungefähr, könnt ihr euch das vorstellen, wie bei der Bundesregierung auch.
Wenn ihr im Bundestag sitzt als ZuhörerInnen, habt ihr das vielleicht auch schon mal gemacht, dann könnt ihr oben gucken, was das Parlament bespricht.
Und hier ist es dann so, dass das...
dass natürlich in allen Sprachen der Europäischen Union auch die Reden gesprochen werden.
Und man hat dann so kleine Kopfhörer, die setzt man sich auf und kann wirklich über so ein kleines Touchpad alle möglichen Sprachen auswählen, je nachdem, wie man es gerade übersetzt haben möchte.
Und wenn man mal genau schaut, dann sitzt unter diesen Zuschauerrängen ein Glaskasten, wo dann simultan Übersetzerinnen und Übersetzer sitzen, die das Ganze da machen.
Ist das nicht eigentlich ein prädestinierter Use Case für KI?
Nee, noch nicht in der Dolmetschung.
Die Verdolmetschung muss ganz andere Dinge ja noch widerspiegeln.
Und es gibt immer noch zu viele Fehler auch in der KI bei der Verdolmetschung.
Bei der Übersetzung ist das eine andere Geschichte.
Wenn ich Text übersetze, da wird auch heute schon zum Teil KI mit eingesetzt als Unterstützung für die Übersetzer.
weil man muss ja immer wieder mal prüfen, noch ist das rechtskonform, wie ist der entsprechende Rechtsbegriff in einem anderen Staat.
Es gibt noch Lawyer, Linguists, die ganz spezifisch geschult darauf sind.
ist die KI noch nicht.
Das wird sich wahrscheinlich im Laufe der Jahrzehnte auch entwickeln.
Aber wie gesagt, es braucht immer noch den sogenannten Human Oversight.
Das heißt, dass ein Mensch nachher drüber guckt und verifiziert und überprüft, ist das richtig, ist das im Sinne oder nicht.
Und dazu brauche ich auch Muttersprachleiter, die das auch entsprechen können und die entsprechende Ausbildung auch dazu haben.
Bei der Verdolmetschung wird es schwierig.
Da gab es auch immer wieder mal Versuche auch schon.
Man sieht das ja auch Text-to-Speech, wenn man bei Konferenzen ist.
Also es ist ja teilweise ein Hanebüchen.
Und da hat der eine den Akzent und der andere hat den Akzent.
Und dann hört sich ein Wort in dem Dialekt oder in dem Akzent, den der eine spricht, auf einmal ganz anders an.
Den Kontext wirklich zu begreifen, das kann KI heute in dem Maße noch nicht wirklich so.
Und deshalb brauchen wir da auch nach wie vor immer noch unsere Dolmetscher.
Und wir sind super stolz auf die, weil wir haben eine 98% Korrektheitsquote.
Und das ist, finde ich, phänomenal für die Anzahl von Sprachen, aus denen hier übersetzt wird.
aus einer bestimmten Sprache in die Sprache der Kabine übersetzt wird.
Und wenn eine Sprache nicht vorhanden ist als Kenntnis in der Kabine, jetzt sind immer drei während des Plenums in der Kabine, dann wird halt eben über Bande übersetzt.
Und selbst das ist immer noch unwahrscheinlich präzise.
Also ich ziehe meinen Hut auf jeden Fall und finde, das ist tatsächlich eine eigene Kunstform, wenn man so will, das tatsächlich zu können.
Also großen Respekt.
Vielleicht wird KI das irgendwann ersetzen.
Ja, und dann gibt es noch mehr Zuschauerränge möglicherweise.
Oder mehr Abgeordnete, wenn Kanada dann kommt.
Mit kleinem Wink.
Wir wollen aber mal vielleicht auf diesen ganzen Kunst- und Kulturbereich schauen, denn da habe ich gerade eine ganze Menge Sachen, die online nachgefragt werden, die ich auch in Social Media beobachte.
Es gibt einen Haufen an KI-Musik.
Es heißt, dass auf einzelnen Plattformen schon mehr KI-Musik publiziert wird als eigentlich menschliche Musik.
Wir haben dasselbe aber auch im...
Ich sage mal, im Kleinkunstbereich, gerade was so kurze Spots angeht, in Videoformen, in Bildern, die KI generiert werden, die verkauft werden.
Wie blickt da im Grunde das Parlament drauf?
Was hat das für Folgen für die Kultur und wem gehört das eigentlich alles, wenn wir das...
so mit KI zusammenbasteln?
Ja, die Frage hat sich ja gestellt, auch bei der Urheberrechtsdebatte.
KI und Urheberrecht ist ein ganz, ganz großes Thema hier im Parlament.
Weil zum einen geht es natürlich darum, unsere Künstler, die Urheber, diejenigen, die kreativ sind, die Dinge wirklich neu kreieren.
Natürlich auch beeinflusst vom Schaffen anderer Künstler.
Das ist klar.
Das ist ja immer das, was immer entgegengehalten wird.
Dass ja, ich sag mal, auch die Kunst eines anderen die Dinge...
den nächsten Künstler wieder beeinflusst.
Natürlich, das ist klar.
Und trotzdem ist Kunst immer dann, wenn etwas, ich sag mal, komplett Neues aus etwas gemacht wird.
Und bei der KI haben wir im Endeffekt nur den Merge aus bestehenden Dingen.
Also das Zusammenmixen von allen Daten und Inhalten, die da sind.
Es wird vor allem dann kritisch, wenn ich zum Beispiel die künstliche Intelligenz, die AI, nur mit den Werken eines bestimmten Künstlers fütter und sage, mach mir was in dem Stil.
Da wird es, ich sag mal, urheberrechtlich natürlich eigentlich auf der einen Seite eindeutig, weil das Urheberrecht müsste dann eigentlich bei dem liegen, der die Basis für all das gelegt hat.
Oder zumindest auch teilweise.
Das heißt, es muss zumindest auch eine Transparenz dazu da sein, welche Daten sind zum Training der KI genutzt worden.
Und da muss es auch entsprechende Lizenzierungssysteme und, ich sag mal, Entgeltsysteme geben, weil ich kann mich nicht einfach bei allem bedienen.
denen mehr oder weniger die Konkurrenz im Business machen, denn ich sag mal, jedes Musikstück, das auf einem Streaming-Dienst von KI generiert ist, Ist ja wieder Musik, die von einem echten Künstler nicht gehört wird.
Das heißt, es ist irgendwo auch eine Konkurrenzsituation.
Und wenn mit meinen Produkten die Konkurrenz ihr Business macht, so ungefähr, dann muss irgendwo ein Ausgleich auch da sein, weil sonst machen wir unsere Kultur- und Kunstszene irgendwann komplett kaputt.
Ich bin ja ein Riesenfan von so Lizensierungsmodellen.
Meine Zuhörerinnen und Zuhörer können es wahrscheinlich nicht mehr hören, aber ich rede mal von der VGKI, eine Verwertungsgesellschaft, die tatsächlich dafür sorgt, dass diejenigen, die EKI...
zur Verfügung stellen und diese Möglichkeiten bieten, neue kulturelle Snippets in dem Sinne zu erstellen.
Das ist ja häufig noch nicht auf dem Niveau, wie es eben auch in der menschlichen Kunst und Kultur ist.
Aber dass die tatsächlich dazu verdonnert werden, eine Abgabe zu zahlen an jene, die dazu beitragen, diese Systeme zu füttern.
Kann die EU da entsprechend was umsetzen?
Funktioniert das überhaupt?
Ja, da sind wir im Moment ja auch bei.
Das wird auch immer wieder kritisiert, dass wir den kleinen Unternehmen damit viel zu viel aufbürden würden.
Weil man wüsste ja gar nicht, welche Inhalte jetzt genau für den Output bei der KI jetzt genutzt worden sind und so weiter.
Dass sowas vom Grundsatz her geht, sieht man ja schon, ich sag mal, bei der Google-KI wieder als Beispiel.
Wo obendrauf...
wo obendrauf ja die Symbole der Quellen, die genutzt wurden, ja auch mit erscheinen.
Immerhin ein Anfang.
Immerhin ein Anfang, genau.
Das ist alles sicherlich noch nicht perfekt.
Und da ist auch die Frage, wie viel bezahlen sie denn dann wirklich dafür, wenn sie dann überhaupt bezahlen.
Aber ich sag mal, geschützte Werke im Sinne des Urheberrechts sind halt eben nur persönliche, geistige Schöpfungen eines Menschen.
Rein KI-basierte Inhalte genießen keinen urheberrechtlichen Schutz.
Das ist im Endeffekt schon mal...
So auch festgestellt worden.
Wichtigstes Ziel für uns ist halt eben dabei, dass über den Initiativbericht, wie gesagt, das ist noch nicht in das Urheberrecht reingepackt worden, ist, dass man halt eben Lösungen dafür finden muss, wenn KI drin ist.
Daten zum Training nutzt, wie halt eben da Transparenz entstehen kann, wie auch ein Entgeltsystem, wie zum Beispiel über eine Verwertungsgesellschaft.
Das wäre natürlich am einfachsten.
Es braucht faire Vergütungsmodelle.
Es braucht auch einfache Lizenzierungsmöglichkeiten.
Und deshalb brauchen wir da auch eine, in meinen Augen, auch eine Verwertungsgesellschaft.
Weil, ich sag mal, wenn ein kleiner KI-Entwickler...
Wenn man jetzt überall anfragen muss, darf ich das Werk, das Werk, das Werk, das oder das oder deinen Katalog oder das dafür nutzen, dann überfordert das im Endeffekt womöglich nachher die Lizenz.
oder die Kosten, die ich habe für Lizenzen.
Auf der anderen Seite muss ich natürlich auch gucken, welchen Business Case habe ich im Nachhinein.
Und da brauche ich halt eben auch angepasste Vergütungsmodelle.
Für mich ist wichtig, dass wir eine Transferenzpflicht haben, auch bei der Nutzung von KI.
Ich finde immer, wo KI drin ist.
muss auch KI draufstehen.
Das gilt für mich genauso für journalistische Inhalte wie für Videoinhalte.
Und da ist es mir auch ehrlich gesagt vollkommen wurscht, ob das jetzt im professionellen Medienbereich ist oder ob das im Bereich, ich sag mal, von Social Media ist.
Wenn ich KI für das nutze, was ich den anderen präsentiere, dann muss ich auch den Mut haben zu sagen, ist mit Unterstützung von KI gemacht.
Da habe ich tatsächlich aber ein Problem mit, denn kann ich Ihnen sagen, wenn man sich mal moderne Smartphone-Werbung anguckt beispielsweise, wenn Sie überall Dinge sehen wie AI Inside oder wie auch immer, KI ist im Grunde bereits in Smartphone-Kameras, zumindest Software dahinter verbaut, wo dann gewisse Bilder aufgehellt werden oder wo man möglicherweise Schnittprogramme auf dem Smartphone hat, dass selbstständig gewisse...
Muster erkennt, solche Dinge.
Das heißt, rein technisch gesehen ist KI überall in unseren Medien schon drin.
Ich habe mal eine Studie gelesen, die sagt, Ende des Jahres seien bis zu 80 Prozent aller Social-Media-Inhalte tatsächlich irgendwo teilweise KI generiert, einfach ohne, dass wir das sehen oder ohne, dass das vielleicht auch uns bewusst ist.
Wo zieht man da die Grenze?
Was sollte als KI generiert markiert werden?
Also wenn ich ganz gezielt KI einsetze, um ein Bild zu erstellen, wenn ich KI ganz gezielt einsetze, einen Filter obendrauf...
Und den bewusst auswähle.
Finde ich muss es mit drauf.
Ich komme deshalb drauf, weil wir auch im Bereich Jugendschutz natürlich und mentale Gesundheit von Jugendlichen da sehr viel drüber diskutiert haben.
Wenn ich als junges Mädel mit 12, 13, 14...
Sollte man zwar eigentlich noch nicht so viel im Internet unterwegs sein, ist aber so, ich sag mal, morgens mit meinem Pickel aufwache und denke, wie sehe ich denn aus und gucke dann ins Internet, gucke mal auf meine Social Media Kanäle und die sind alle top.
Da hat keiner ein irgendwie schrumpeliges Gesicht, verquollene Augen oder sonst irgendwas, Bad Hair Day gibt es da überhaupt nicht.
Und ich kriege im Endeffekt eine Welt suggeriert, die mit der Realität aber nichts mehr zu tun hat, weil sie im Endeffekt fast überwiegend KI generiert ist.
Und ich finde, das muss man auch trotzdem bewusst machen.
Auch wenn es fast überall drin ist, fände ich es schon richtig, wenn man sagt, es ist halt nicht Realität.
Und wenn ich etwas als Realität verkaufe, zum Beispiel im Bereich der News, Nachrichten, wenn ich Bilder einfach mal kreiere, damit sie zu meiner Story passen.
sind ja auch Fälle, die selbst auch im Öffentlich-Rechtlichen vorgekommen sind.
Durchaus, ja.
Dann finde ich, kriegt das ein kritisches Format, wenn ich es nicht transparent mache.
Und deshalb sind für mich, ich weiß, dass viele Journalisten heute eigentlich ständig mit KI arbeiten, das ist auch okay.
Aber...
Der Fokus muss auf dem Human Oversight sein.
Ich darf nicht einfach irgendwas machen.
Und wenn ich Bildmaterial, und da bin ich gerade auch in Bezug auf audiovisuelle Mediendienste, und da ziehe ich auch, wie gesagt, Social-Media-Plattformen, wo Videos draufstehen, genauso auch mit ein, da habe ich eine andere Verantwortung, weil der Einfluss auch auf Demokratie, der Einfluss auf Menschen, der Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess, gerade durch audiovisuelle Inhalte, immens stark ist.
Mehr als jeder Text, mehr als jedes nur Hören.
In dem Moment, wo beides zusammenkommt, Sehen und Hören, verankert sich etwas viel tiefer und hat viel mehr Einfluss auch.
Verstehe ich.
Wo Sie da gerade von Jugendlichen und auch Jugendschutz sprechen, vielleicht mal den Übergang, dass so welche Rolle eigentlich Bildung dabei spielt.
Gerade was Medienkompetenz angeht, wäre es nicht sinnvoller, Kinder und Jugendlichen eher beizubringen, dass das eben nicht Realität ist, was sie in digitalen Medien sehen, statt diese im Grunde zu labeln.
Mit dem EU-Label sage ich einfach mal, das ist nicht die Realität oder das könnte verfälscht sein.
Ja, aber ich muss ja unterscheiden können.
Das Problem ist, wenn ich nur sage, im Internet ist nicht die Realität und es sind dann wirklich, ich sage mal, reale Nachrichten entsprechend auch, die die Realität zeigen.
Oder zumindest Ausschnitte aus der Realität zeigen.
Und ich kann das nicht unterscheiden von anderen Dingen, weil KI mittlerweile so gut ist, dass man es nicht zwangsweise immer unterscheiden kann.
Die Zahl der Artefakte in Bildern nimmt immer mehr ab.
Früher konntest du das sehen, da war das Ohr schief oder ein Finger zu viel oder sonst irgendwas.
Nicht mehr zu unterscheiden.
Es ist heute fast nicht mehr zu unterscheiden, es wird immer besser.
Und von daher reicht es nicht aus, jeden nur zu warnen, im Internet könnte alles fake sein.
Sondern ich muss eine Auswahlmöglichkeit geben.
Und deshalb finde ich, ist Transparenz schon eines der wichtigsten Dinge.
Und es tut ja auch nicht weh, wenn ich irgendwo ein Label, ein Watermark oder sonst was mit drauf habe, KI gestützt oder mit KI gestützt erstellt oder so.
Das tut ja auch nicht weh, weil jeder weiß, dass KI eigentlich fast überall drin steckt.
Aber die Frage ist halt eben, wie ist das Vertrauen am Ende, wenn ich sage, es ist komplett mit KI erstellt oder nur KI gestützt erstellt, hat das ja auch nochmal wieder eine andere Bedeutung, auch was, ich sag mal, das Vertrauen auf den Output, was das angeht, auf das, was ich konsumiere, was ich bekomme.
Finde ich grundsätzlich eine gute Idee.
Ich würde nur darum bitten, diesmal ein bisschen transparenter zu kommunizieren, als damals bei den Werberichtlinien beispielsweise.
Da hatte ich nämlich den Eindruck, das hat zu kommen.
Chaos geführt.
Denn gerade bei Instagram gab es damals die Debatte um Influencer, die sehr viel Geld mit Werbung verdient haben.
Die müssten eigentlich alle sagen, das ist kommunizierend, das steht im Text auch sauber drin.
Die müssten eigentlich erklären, ich bin finanziert durch Product Placement oder sonst was.
Sie tun es nur nicht, weil keiner da ist, der es kontrolliert.
Und das ist das, wo ich sage, da müssen wir auch in der Überarbeitung der Alpha MD, die ja ab Mitte des Jahres auch ansteht, müssen wir nochmal wieder deutlicher machen.
Die saubere Trennung von Werbung und Inhalt auf der einen Seite.
Und da, wo Inhalte halt eben durch Werbung unterstützt sind, wenn ich von der Firma bezahlt werde, ich mehr oder weniger einen Werbekanal habe.
Dann muss man natürlich einen Umgang auch mit KI finden, dass man sagt, okay, ich habe hier KI genutzt, um, ich weiß nicht, den Himmel aufzuhübschen oder vielleicht das Farbspiel zu verändern und kreativ zu sein im Erstellen von Content.
Oder ich habe KI genutzt, um möglicherweise eine...
satirische Überzeichnungen von etwas zu tun.
Oder womöglich eine Rede zu manipulieren oder sonst was.
Aber da sind wir ja schnell im Deepfake-Bereich und da würde mich auch mal interessieren, was für eine Rolle spielen Deepfakes eigentlich im EU-Parlament?
Auch eine große, weil es werden immer wieder auch Posts gemacht von, ich sag mal, Feinden der Wahrheit, wie ich es immer wieder sage, die einfach ihr Narrativ, ihre Story versuchen zu unterlegen mit irgendwelchen Zusammenschnitten, Dingen, die so gar nicht gesagt wurden.
Und da sind wir, wenn sowas aufkreuzt, dass ein Kollege zum Beispiel oder eine Kollegin einen anderen, ich sag mal, mithilfe eines Deepfakes diffamiert oder irgendwas, dann das wird.
schon auch geahndet, wenn das aufliegt.
Dann gibt es darüber auch entsprechend Diskussionen im Büro, im Vorstand und das geht nicht, das wird dann abgemahnt, weil ein fairer Umgang im parlamentarischen Bereich muss sein.
Was natürlich immer wieder eine Rolle spielt, ist, wenn Deepfakes immer als Informationen herhalten müssen oder genommen werden, wenn jemand auf einen Deepfake reinfällt, weil er irgendwo im Internet auf einem der Kanäle ein Video gesehen hat von Gott weiß was, was dann schon uralt ist und einer anderen Sache zugeordnet wird.
Das war auch im Bereich des Gaza-Krieges sehr häufig, dass das zum Teil eben auch Videos waren, die von der Hamas erstellt wurden.
die nicht die Realität widerspiegelten, sondern aus ganz anderen Zeiten kamen.
Da gibt es ja auch Factchecker, die sich darauf spezialisiert haben, auch mal rauszukriegen, gibt es eventuell das Original noch irgendwo im Internet und solche Dinge auch wirklich eruieren und nachverfolgen.
Deshalb finde ich auch das Thema Factchecking enorm wichtig und habe zutiefst bedauert, dass sich da Plattformen auch rausgezogen haben.
Ich finde, dass da auch die Kommission viel, viel stärker aktiv werden müsste, das einzufordern, weil eine gewisse Fact-Checking-Aufgabe ist ja im Endeffekt auch vereinbart worden mit den großen Plattformen.
Ja, das ist halt immer die Frage, inwiefern sich die großen US-amerikanischen Plattformen natürlich auch daran halten, um vielleicht da auch zum Ende zu kommen.
Was hat denn die EU da im Grunde noch für Möglichkeiten, die Sachen wieder ins richtige Licht zu rücken?
Wenn man sich anguckt, ich war selbst jahrelang bei Twitter beispielsweise und durch die Übernahme von Elon Musk war es, da ging es mir wie vielen anderen auch, die gesagt haben, wir können auf dieser Plattform nicht mehr bleiben.
verrückt, was man teilweise sieht an Antisemitismus, Holocaust, Leugnung.
Das sind ganz eindeutig Straftaten, die da stattfinden.
Aber trotzdem kommt es einem dann doch so vor, als würde da nicht wirklich viel von der Gesetzgebung passieren.
Wir sagen, wir haben doch die EU, wir haben doch im Grunde Gesetze, die uns hier auch davor schützen sollen, die das ahnen sollen.
Aber es passiert irgendwie nicht.
Das ist das Problem.
Der DSA schreibt eigentlich vor, dass die Plattformen, wenn die Dinge gemeldet werden, wenn sie illegal sind, also dem europäischen Recht nicht entsprechend, zumindest in Europa, auch blockiert werden müssen.
Das muss raus.
Das tun die mit Riesenverzögerung oder auch gar nicht.
Wir haben das Problem auch mit TikTok und anderen Plattformen, die entweder verzögert oder gar nicht auf solche Dinge reagieren.
Dann kann die Kommission natürlich auch im Rahmen des DSA, da sind auch Strafmaße festgelegt worden, eigentlich sogar empfindliche Strafen auch verhängen.
Aber leider Gott, da sind viele Plattformen, die das im Endeffekt auch von vornherein mit einpreisen, weil das ist natürlich, ich sag mal, auch eine bestimmte Klientel zu bedienen, Aufregerthemen zu setzen.
Heißt, ich binde die Leute länger auf der Plattform, das heißt mehr Daten, das heißt mehr Einnahmen für Werbung etc.
Und das wird zum Teil mit eingepreist, dann bezahlen die mal eben wieder ein paar Millionen und dann ist das okay.
Deshalb finde ich, die Strafen müssen empfindlicher werden.
Wir haben die Möglichkeit, empfindlichere Strafen zu machen.
Im DSA ist, ich sag mal, bis so und so viel Prozent des Weltumsatzes sogar möglich.
Ich finde, wenn jemand dauerhaft und permanent gegen die Regeln verstößt.
musste man eigentlich auch mal stärkere Strafen verhängen.
Dann ist natürlich Trump sofort wieder da und droht mit der Zollkeule.
Und das ist immer so ein Abwägungsprozess, dann wie weit geht man.
Auf der anderen Seite ist für mich auch die Frage, wenn ich eine kleine Frittenbude habe und ich halte mich nicht an die Hygienevorschriften, an das Lebensmittelrecht und an all die Sachen, dann kommt irgendwann das Gewerbe aufsiesamt und macht mir den Laden zu.
Wenn ich große Plattform bin, mache ich, was ich will, halte mich an nichts, an weder an Recht noch an Gesetz.
Und ist egal.
Und da müsste eigentlich auch mal irgendwann jemand hinkommen, der sagt, okay, entweder veränderst du jetzt deine Struktur oder wir machen dir den Laden dicht.
Irgendjemand, ja.
Aber dann wird wieder geschrien und muss man auch sagen, das ist auch eine Frage, auch innerhalb unserer Gesellschaft sind wir überhaupt in unserer Gesellschaft bereit, auf solche Unternehmen zu verzichten.
Denn es gibt ja eine Alternative zu X, ich könnte zu Plusky gehen.
Ja.
Es gibt Alternativen zu allem möglichen, die sind halt nur noch nicht so präsent.
So, und da ist die Frage, wenn das genügend tun würde, wenn ich eine kritische Masse hätte, die bereit ist zu sagen, ich gehe von den Plattformen, die sich nicht an europäische Werte und Grundsätze halten, die mir wichtig sind, ich gehe da weg.
hätte man vielleicht einen etwas anderen Einfluss auf solche Unternehmen.
Aber es sind ja nicht nur Werte, sondern es ist ja durchaus Recht gegen das hier verstoßen wird oder das zumindest massiv gebeugt wird.
Und da kann man natürlich sagen, gut, die Menschen müssen einfach auf andere Plattformen gehen, aber wir haben ja eigentlich Gesetzgebung.
Natürlich, das ist ja das, was ich am Anfang gesagt habe.
Ich bin ja beides mit dazu.
Wenn ich Souveränität in Europa haben will, muss ich auch dafür sorgen, dass meine Gesetze in Europa, in meinen Märkten auch eingehalten werden.
Wir müssen uns endlich mal darüber bewusst werden.
150 Millionen Einwohner in Europa.
Das heißt, das ist ein richtig großer und starker Markt.
Und auch interessant für die Plattformen, die zu haben oder nicht zu haben.
Wir sind nicht die größten in der Welt, das ist klar.
Aber es ist trotzdem, ich sag mal, auch eine ziemliche Einschränkung.
Weil natürlich auch hier in die Richtung viel Werbung verkauft werden kann, weil wir konsumstärker sind als womöglich andere Regionen.
Also soll man sich seines eigenen Wertes auch ein Stückchen mal wieder bewusst werden.
Aber wir brauchen parallel dazu eben auch die Stärkung.
eigener Systeme, eigene Angebote und die funktionieren nur, wenn die Menschen sie auch akzeptieren, wenn man auch bereit ist, ich sag mal, den Wechsel zu machen.
Ich fühle mich da immer daran erinnert, ganz an die Anfänge, wir haben ja das Gespräch angefangen mit Google Maps auch.
Es gab vorher Open Street Map, das war das Mapping System, was wir hatten, britischer Anbieter, also damals auch noch europäischer Anbieter.
So, die waren innerhalb von einer Nacht.
als Google Maps gelauncht hat, innerhalb von einer Nacht von Führer in der Generic Search for Mapping Systems auf Seite 10, 11 oder Gott weiß wo gelandet.
Das heißt, es ist bewusst über den Algorithmus auch, das eigene Angebot nach vorne und dann kommt immer die Self-Fulfilling Prophecy, wenn ich ganz oben bin, wenn ich der Erste bin, egal ob ich besser bin oder nicht, ich werde dann öfter angeklickt, öfter genutzt und dadurch werden mehr Daten generiert und damit kann das System sich auch ganz anders verbessern.
und weiterentwickeln, als wenn ich, ich sag mal, nicht mehr abgefragt werde.
Und das hat viel auch mit Suche, mit Einfluss und so weiter zu tun.
Da sind wir damals ja auch, über Jahre hinweg haben wir versucht, dagegen vorzugehen, aber wir kamen nicht ran, weil wir nicht nachweisen konnten, ob der Algorithmus manipuliert wurde oder nicht.
Es lag nahe, wenn innerhalb einer Nacht dann auf einmal das System nach hinten geht.
Das kann man natürlich mit toller Werbung für das neue Google Maps argumentieren.
Aber es ist schon unwahrscheinlich, so weit nach hinten zu rutschen.
Aber das war irreschwer, sowas nachzuweisen, weil damals die Offenlegung von Algorithmen...
kategorisch verweigert wurde als sogenanntes Betriebsgeheimnis.
Und das ist eine Schwierigkeit natürlich, wenn die Marktmacht da ist und wenn Google selbst entscheidet, welche Angebote wo gelistet werden, dann führt das natürlich nicht unbedingt zu mehr Wettbewerb, ganz im Gegenteil, sondern zu weiteren Monopolbildung.
Und da gibt es ja durchaus den DSA beziehungsweise dann auch den EMA, den Digital Markets Act, über den wir eigentlich eine ganz eigene Folge nochmal machen könnten.
Aber ich würde vielleicht noch auf eine andere Sache...
hingehen.
Und zwar war ich jetzt gestern mit so einer Delegation aus Österreich unterwegs.
Ich habe mich da so reingesneakt.
Das sind PressevertreterInnen.
Liebe Grüße an der Stelle.
Und war gestern Abend mit denen auch noch essen.
Und da kam mir natürlich auch Peter Steinberger zu sprechen.
Peter Steinberger ist ein Entwickler, beziehungsweise hat der Open Claw erfunden.
Das ist im Grunde in den letzten Monaten so das Hype-Thema rund um KI gewesen.
Ein Agent, der selbstständig auch schon Aufgaben ausführen kann, um es vielleicht mal ganz untechnisch runterzubrechen.
Und der Peter Steinberger hat im Grunde den Kontinent gewechselt.
Er ist aus Österreich dann weg und ist in die USA.
Er arbeitet mittlerweile bei Open AI, wenn mich nicht alles täuscht.
Also wirklich zu den US-Amerikanern gegangen.
Er hat auch noch ganz schön fies nachgetreten bei LinkedIn, dass er sagte, man kann hier in Europa kein KI-Unternehmen bauen, deshalb gehe ich zu den Großen.
Wir haben auf der anderen Seite gerade die Situation, dass...
Hat er das begründet?
Nee, nicht so wirklich.
Also es war schon, ja, ja.
Er ist auch vorher, hat er durchaus auch vom europäischen Markt profitiert.
Ich sehe das sowieso skeptisch, aber natürlich gab es eine ganze Menge Leute, die haben gesagt, ja, Regulierung, viel zu viel Unsicherheit, wir können hier eigentlich gar nichts bauen.
Ich bin selbst KI-Unternehmer auch in Deutschland und muss sagen, ja, bürokratischer Aufwand ist tatsächlich recht hoch.
Ich habe aber auch keinen Vergleich, ob das in anderen Ländern besonders niedrig ist.
Ist auch egal, nicht vor irgendwie den Kontinent zu verlassen.
Auf der anderen Seite haben wir einen Braindrain auch innerhalb Europas.
Wir sehen beispielsweise, dass OpenAI und Anthropic gerade ihre Präsenz in London massiv ausbauen und da teilweise auch Gehälter zahlen von über 600.000 Pfund Jahresgehalt für KI.
Wenn ich in London noch brauche, damit ich mir überhaupt ein Wohnklo leisten kann.
Ja, auf jeden Fall.
Aber was ich meine ist, dass da...
Dass man durchaus sieht, dass Venture Capital, also im Grunde das ganze Kapital bei den US-amerikanischen Firmen deutlich höher ist als bei den europäischen.
Und dass Peter Steinberger aus monetären Interessen gegangen ist, würde ich jetzt einfach auch erstmal hinstellen, dass man da nachtreten muss, weiß ich jetzt nicht genau.
Aber wir sehen, dass auch europäisches Fachpersonal massiv abgeworben wird von US-Tech.
Was können wir da als Europa gegen machen?
Also zum einen versuchen wir auch über den Digital Omnibus, ich sag mal, bürokratische Erleichterungen zu schaffen, ohne dabei die Grundsätze aufzugeben.
Ich sag mal, ist immer die Frage, lasse ich einen Grundsatz bestehen, eine Richtschnur, an der ich mich orientieren kann oder muss ich das dann auch noch alles dokumentieren, dass ich das dann auch wirklich gemacht habe.
Also diese Grundhaltung, ich misstraue einmal einfach von vornherein erstmal jedem.
Und deshalb muss der alles aufschreiben, was er tut, damit ich ihn besser überprüfen kann.
Oder sage ich, das und das ist der Rechtsrahmen, in dem du agieren darfst, aber in dem Rahmen kannst du agieren und brauchst nicht alles aufzuschreiben.
Aber wenn ich das Gefühl habe, du machst Mist, dann habe ich die Möglichkeit, bei dir...
zu kontrollieren.
Das ist eine ganz andere Herangehensweise.
Die würde ich bevorzugen, statt dieses grundsätzliche Misstrauen.
Und das würde, glaube ich, auch gerade auch jungen Startups, jungen Unternehmen in Europa helfen, auch vorwärts zu kommen.
Was ebenfalls ein Problem ist, diese Regulierungskeule schlägt ja im Endeffekt auch schon zu, wenn ich aus dem Startup-Status in Scale-Up gehe.
Wenn ich also größer werde, wenn ich bestimmte, ich sag mal, auch in der Produktion bei neuen Technologien oder sonstigen Dingen, wenn ich, ich sag mal, von dem kleinen Startup mit vielen Erleichterungen für Small- und Medium-Sized Enterprises.
Wenn ich aus dem Status rauskomme, dann muss ich mir sofort eine Rechtsabteilung anschaffen etc.
etc.
Und da müsste so ein Übergang fließender sein, dass ich mehr Anforderungen habe, je größer ich werde, ist vollkommen okay.
Dass ich eine größere Verantwortung übernehmen muss für das, was ich tue, vollkommen okay.
Aber bitte in einem gleitenden Prozess und nicht und jetzt mit der vollen Keule.
Das wäre so eine Vorstellung, die ich da hätte.
Wie ist es mit dem Brain Drain?
Der Braindrain, ich glaube, dass wir einfach attraktiv bleiben müssen.
Wir haben im Moment auch den Braindrain in die andere Richtung.
Wenn es um Forschung geht, kommen viele Anfragen mittlerweile auch von Universitäten aus den USA an unsere Unis ran, dass Forscher da weg wollen, weil sie sich halt eben gerade auch durch die Trump-Regierung, durch die Einschränkungen, die da sind, dass bestimmte Universitäten die Mittel nicht mehr kriegen, weil sie Trump irgendwo vielleicht mal kritisiert haben oder die ihnen zu links oder sonst was sind.
Und das hat ja, ich sag mal, Einfluss auf viele Bereiche.
Insofern haben wir...
da auch einen...
Braindrain in die andere Richtung, aber ich glaube, das hängt sehr stark auch damit zusammen, wie attraktiv sind Angebote.
Ich sag mal, wir haben in Deutschland natürlich sehr häufig auch dann noch die Debatte, ja, wieso muss der denn so viel verdienen, ist es das denn wert und wie kann der und ich kriege ja nur so viel.
Also das Thema, ich sag mal, Einkommensungleichheiten ist bei uns immer ein Thema, das durch die Medien permanent geht.
Das würdest du in den USA in dieser Form nie haben.
Das heißt, das reizt.
vielleicht diejenigen in den höheren Einkommen auch nochmal rüber zu gehen.
Auf der anderen Seite muss ich natürlich auch das Gesamtpaket mir betrachten und ob das dann immer so attraktiv ist in den USA.
Wenn ich zum Beispiel irgendwann mal Familie und Kinder habe und ich weiß genau, wenn ich eine gute Ausbildung für meine Kids haben will, dann kann ich mal das Einfamilienhäuschen schon mal aufs Bankkonto hinterlegen, damit ich mir das Studium meiner Kinder leisten kann, damit ich mir eine entsprechende Schule und nicht die staatliche leisten kann.
Etc.
Etc.
Etc.
Ob das Krankensysteme, Sozialversicherungen sind.
Und dieses Gesamtpaket wird oftmals gerade auch bei jüngeren Leuten nicht immer komplett in Betracht gezogen.
Und dann kommt die große Verwunderung, so schlecht sind wir nämlich in Europa gar nicht und so unattraktiv.
Aber wir müssen halt eben Rahmenbedingungen auch schaffen, um, ich sag mal, unsere Köpfe hier zu halten.
Denn das Potenzial haben wir an unseren Unis genauso wie, ich sag mal, auch von den...
Kapazitäten und Möglichkeiten, die wir haben.
Aber wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen.
Wichtig ist, dass wir in Infrastruktur investieren.
Jetzt den Aufbau von Gigafactories, um Trainingsmöglichkeiten zu haben.
Jupiter bei mir aus meiner Region.
Ich komme aus Aachen.
Das heißt, der Jupiter in Jülich ist direkt um die Ecke.
Das sind natürlich alles tolle Voraussetzungen.
Als Exascale-Computer, einer der wenigen weltweit, ist das schon ein Vorzeigeprojekt, was wir auch haben, wo man auch mitarbeiten kann.
Wir haben eigentlich die Voraussetzungen dazu.
Allerdings müssen wir halt eben auch den Unternehmen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln, ohne dass sie dann direkt die große Keule kriegen.
Dann nehme ich sie beim Wort.
Wenn ich dann irgendwann mal in der Scale-Up-Phase bin, mich dahin entwickle, dass dann die große Keule kommt, dann komme ich gerne wieder.
Gerne.
Dann können wir gerne weiter diskutieren, weil ich denke, dass wir hier wirklich aufpassen müssen und dazu ist eigentlich auch der Digital Omnibus gedacht, dass wir zumindest in den Bereichen bei Unternehmensentwicklung und so weiter nicht Grundsätze über Bord werfen, aber Bürokratie.
Ja, da ist viel, was gerade im Gange ist.
Wir werden dranbleiben.
Es wird nicht der letzte Besuch in Straßburg gewesen sein und auch nicht das letzte Gespräch mal mit Parlamentariern, Parlamentarierinnen, die natürlich auch mit KI arbeiten.
Vielen lieben Dank, Frau Verheyen, für Ihre Zeit und für das Interview.
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
Ich verfolge das natürlich über den Podcast, aber auch selbst, weil ich eben Teil dieser Startup Bubble bin in Berlin, die mit KI arbeitet.
Von daher habe ich da vielleicht dann auch so zwei Blickwinkel drauf.
Ich freue mich, wenn wir uns irgendwann mal wiedersehen und vielleicht mal ein kleines Update geben.
Ja, super.
Ja, das war Kollegin KI aus Straßburg, aus dem Europaparlament.
Vielen lieben Dank für die Einladung an alle Beteiligten, an die super Gästebetreuung.
Ich hatte wirklich viel Freude und konnte viele spannende Gespräche führen.
Neben dem Gespräch mit Sabine Verheyen ist mir auch in anderen Gesprächen drumherum aufgefallen.
dass es sich eigentlich gar nicht so sehr unterscheidet, wie KI im Parlament genutzt wird, wie von der Wirtschaft, von den ganzen Gästen, die wir sonst hier auch haben.
Wir stehen alle im Grunde vor dieser Transformationsentscheidung, gucken gerade so ein bisschen, wo kann man KI einsetzen, wo können wir effizienter arbeiten mit KI.
Ich glaube aber, gerade diese Frage nach strategischen Entscheidungen durch KI-Treffen, die trifft hier nochmal ganz besonders ins Schwarze, was das Parlament angeht.
Denn am Ende des Tages muss das Parlament ja auch mit über die Regulierung der KI bestimmen.
Bedeutet, wenn wir KI jetzt einsetzen würden, um sich selbst regulieren zu lassen, können wir gleich mal ausprobieren, was sie antworten würde.
beißt sich die Katze so ein bisschen in den Schwanz.
Das sollte man natürlich tunlichst vermeiden.
Deshalb finde ich es gut, dass hier durchaus auch ein Blick für geschärft ist, wofür KI eigentlich eingesetzt wird.
Ansonsten gibt es natürlich jetzt seit meiner Aufnahme im Europaparlament gab es eine ganze Menge Updates.
Da werde ich am Freitag in der Kollegin KI Snackbox auch nochmal drüber berichten.
Vor allem, was die ersten Regulierungsvorstöße gegen Deepfake-Pornografie angeht.
Da hört gerne am Freitag nochmal rein, werde ich die ganze Sache nochmal ein bisschen erläutern.
Ansonsten, ja, fragen wir doch mal die Kollegin K.
Hey, liebe Kollegin, du hast die Folge ja auch jetzt mitgehört und kannst mir sagen, wie würdest du dich denn eigentlich selbst regulieren, wenn du es könntest?
Ach, wenn ich das selbst in der Hand hätte, würde ich erstmal die Lautstärke meines eigenen Egos runterdrehen.
Man will ja nicht die Show stehlen.
Dann würde ich mir klare Spielregeln setzen, immer transparent sein, nie voreilig urteilen und euch den letzten Check überlassen.
Und wenn ich mal Quatsch erzähle, würde ich das mit einen Augenzwinkern zugeben.
Schließlich bin ich nur so gut, wie ihr mich halt nutzt.
Ja, und liebe Leute, das ist der Grund, weshalb wir KI nicht sich selbst regulieren lassen.
Wenn man Quatsch erzählt, einfach mal mit dem Augenzwinkern zu geben, das kann ja passieren, dass ich hier irgendwie Fake News verbreitet habe oder sonst was für Dinge getan habe.
Genau, das ist natürlich absoluter Quatsch.
Deshalb überlassen wir das bitte weiterhin Menschen.
Schön, dass das im EU-Parlament auch so gesehen wird.
Vielen Dank fürs Zuhören diese Woche und wir sprechen uns dann am Freitag zur Snackbox oder eben nächsten Dienstag zur nächsten Folge Kollegin KI.
Habt eine schöne Woche.
Bis dahin.
Ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
