# AI Infrastructure Demand, Chip Cycles, and Legacy Tech Transformations

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-11

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 11.05.
Mein Name ist Timon Wunderlich und das ist ohne Aktien wird schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist Scalable Capital.
Die haben durch ihre Vollbanklizenz noch bessere Konditionen.
Zum Beispiel gibt es auf dem Tagesgeldkonto 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben.
Auch für Kinderkonten und im Prime Plus Broker sogar mit mehreren Partnerbanken, bei denen jeweils die Einlagensicherung greift.
Wir schauen heute auf das Comeback von Blackberry, den krassen Anstieg der Speicherchip-Aktien, die spannendsten IPO-Kandidaten und natürlich die aktuellen News.
Den Start macht Noah.
Letzte Folge hat Christoph ja gesagt, dass der Donnerstag der Tag der großen Kursbewegungen war.
Am Freitag gab es auch wieder krasse Bewegungen, was auch ein bisschen zeigt, wie einerseits euphorisch, aber auf der anderen Seite auch nervös Investoren gerade sind.
Euphorisch sind sie weiter bei den meisten Chip-Aktien.
Die zwei Speicherchip-Player Micron und SanDisk haben zum Beispiel alleine am Freitag wieder um die 15% zugelegt, obwohl sie ja schon das ganze Jahr durch die Decke gehen.
Einen wirklich konkreten Auslöser hat es eigentlich nicht gegeben, aber es gibt fast jeden Tag Signale, die erstens zeigen, dass Speicherchips gerade wirklich ein Engpass sind und zweitens zeigen, dass die Investments in KI-Infrastruktur nicht abbrechen.
Zum Beispiel gab es gerade in den letzten Tagen wieder Berichte, dass Anthropic mit Investoren über ein 50 Milliarden Dollar Investment zu einer Bewertung von 900 Milliarden Dollar verhandelt.
Nur zur Erinnerung, noch im Februar war Anthropic unter 400 Milliarden wert.
Aber bei einer Firma, wo der allergrößte Teil vom Wert in der Zukunft liegt, sind Investoren eben auch schnell bereit mehr zu zahlen, wenn eine Firma wie Anthropic immer mehr danach aussieht, dass sie in der Zukunft auch ein absolut dominanter KI-Player werden wird.
Neben dieser Anthropic-Meldung gab es auf jeden Fall auch ein paar andere News, die die Speicherchip-Aktien getrieben haben.
Zum Beispiel meinte der Rechenzentrumsbetreiber Coreweave, dass sie dieses Jahr mit höheren Investments rechnen, auch stark getrieben davon, dass die Preise für Speicherchips gerade zu stark steigen.
Dann kam raus, dass Nvidia 2 Milliarden Dollar in den Rechenzentrumsbetreiber Iron investieren wird, also mal wieder ein Deal, wo Nvidia eigene Kunden pusht und eben auch ein Deal, mit dem Nvidia die Nachfrage nach KI speichern treibt, die man eben für die Rechenzentren von Iron braucht.
Und dann hat auch noch die Aktie von Akamai um die 30% zugelegt, weil eine führende KI-Firma einfach gesagt 1,8 Milliarden Dollar an Rechenleistung bei den Kollegen einkaufen will.
Das sind also alles Zeichen dafür, dass die KI-Nachfrage weiter stark bleibt und dazu kommt ja bei den Speicherchip-Firmen noch, dass sie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 handeln, also auf den ersten Blick super günstig sind.
Man musste aber auf jeden Fall zwei Sachen bedenken.
Erstens müssen die Speicherchip-Firmen gerade massiv in den Ausbau von Produktion investieren.
Wenn man das abzieht und auf den Cashflow schaut, der nach den Investitionen übrig bleibt, kommt man eher auf ein Verhältnis von über 20 zur Bewertung.
Das wäre dann immer noch günstig, wenn die Gewinne nachhaltig sind.
Das ist aber die zweite Frage, die Investoren haben.
Speicherchips war nämlich historisch ein ziemlich zyklisches Geschäft.
Es gab also Zeiten von Engpässen, da haben alle viel Geld verdient und Produktion ausgebaut.
Dadurch kam es aber zu zu viel Angebot.
Die Preise sind gesunken und damit auch die Gewinne.
Es kann jetzt sein, dass das in einer KI-Welt anders ist, weil High-End-Speicher nicht so einfach zu kopieren sind, aber es kann eben auch anders sein.
Und wenn der Gewinn dann nur zwei oder drei Jahre so hoch ist wie jetzt, ist ein Cashflow-Multiple von über 20 eben nicht super günstig.
Das nur als Hintergrund für alle, die sich ein bisschen über diese Bewertungen wundern.
Trotzdem ist aktuell auf jeden Fall viel Momentum in dem Bereich.
Der Roundhill Investment Memory ETF für Speicherchip-Aktien hat zum Beispiel alleine am Donnerstag eine Milliarde Dollar an Zuflüssen gehabt.
Bei einem ETF mit insgesamt nur 5 Milliarden Dollar an Volumen ist das schon sehr ordentlich.
Neben Speichern gab es dann im Chip-Bereich gute Nachrichten, natürlich mal wieder für Intel, das über 10% zugelegt hat.
Grund dafür war ein Bericht vom Wall Street Journal, dass Apple und Intel sich geeinigt haben und Apple in Zukunft manche seiner Chips von Intel produzieren lassen will.
Jetzt habe ich viel über positive große Kursbewegungen geredet.
Es gab aber auch welche in die andere Richtung.
Cloudflare hat zum Beispiel 24% verloren.
Weil sie zwar solide Zahlen hatten, aber erstens keine Zahlen, die viel besser waren als erwartet und zweitens haben sie 1100 Mitarbeiter und damit 20% der Angestellten entlassen.
Grund ist laut ihnen Effizienz durch künstliche Intelligenz, Investoren sehen es aber eher als Zeichen, dass Cloudflare nicht mit extrem viel Wachstum rechnet und deshalb entlässt und vielleicht will Cloudflare auch einfach ein bisschen schlanker werden und hat jetzt mit KI-Effizienz eine gute Begründung gefunden.
Eigentlich auch starke Zahlen, aber Sorgen vor KI gab es bei HubSpot, die am Freitag 20% verloren haben.
Grund war vor allem eine bisschen schwächere Prognose und die Begründung für die Prognose.
Und zwar hat HubSpot die Art und Weise ein bisschen geändert, wie sie ihre KI-Produkte verkaufen.
Unter anderem haben sie die Preise für ein paar der KI-Produkte gesenkt.
Das kann langfristig total sinnvoll sein.
Es zeigt aber auch, dass die KI-Produkte der Firma Stand jetzt nicht aus der Hand gerissen werden.
Übrigens ist HubSpot auch nur noch um die 10 Milliarden Dollar wert.
Vor einem Jahr waren wir bei mehr als dem Dreifachen.
Und wenn wir jetzt schon bei Verlierern sind, müssen wir noch über europäische Rüstungsaktien sprechen.
Rheinmetall, Rhein, Cancel, haben alle am Freitag über 5% verloren.
Getrieben wurde das von Rheinmetall, die sogar fast 10% gefallen sind.
Ein Grund dafür könnte ein Analyst von JP Morgan gewesen sein, der sein Kursziel für die Aktie 30% gesenkt hat.
Als Grund sieht er vor allem, dass Rheinmetall das erhoffte Wachstum nicht ganz abliefert.
Bei den letzten Quartalszahlen war der Umsatz ja auch unter den Erwartungen.
Und es ist eben eine große Sorge, die es schon länger gibt, dass Rüstungskonzerne zwar viele Bestellungen kriegen, aber die eben nicht ganz so schnell abarbeiten können.
Und dazu kommt dann auch die Sorge vor Moderna-Konkurrenz.
Passend dazu will das deutsche Rüstungs-Startup Helsing gerade zum Beispiel Geld zu einer Bewertung von 18 Milliarden Dollar einsammeln.
Und zum Abschluss noch was ganz Spekulatives.
Die Aktie von Moderna steigt gerade wegen dem Hunter-Virus.
Dafür hat Moderna zwar keine Impfung, aber sie forschen schon länger an dem Thema.
Aus Sicht von Analysten ist das Ganze wirtschaftlich gesehen kein so großes Thema, aber es hat dafür gereicht, dass die Aktie am Freitag 12% gestiegen ist.
Wer BlackBerry hört, denkt wahrscheinlich an Handys mit Plastiktastatur und einem Konzern, der vor 15 Jahren spektakulär gescheitert ist.
2008 war BlackBerry über 80 Milliarden Dollar wert, heute sind es nur noch ca.
3,5 Milliarden Dollar.
Und Apple macht in einem halben Tag mehr Umsatz als BlackBerry im ganzen Jahr.
Aber Apple ist auch eine der größten Firmen der Welt und BlackBerry macht tatsächlich immer noch 550 Millionen Dollar Umsatz.
Allerdings nicht mehr mit Handys, sondern mit Software und Kommunikationstechnik.
Wer ein modernes Auto fährt, das beim Spurenhalten hilft, vor Auffahrunfällen warnt oder im toten Winkel piept, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit am Betriebssystem namens QNX unter der Haube.
Insgesamt fahren 275 Millionen Autos mit der Software auf der Straße.
Die Sparte ist im letzten Quartal 20% gewachsen und macht ca.
die Hälfte vom Umsatz aus.
QNX wird hier schon bezahlt, wenn ein neues Automodell entwickelt wird.
Richtig spannend wird es aber, wenn die Autos dann verkauft werden.
Da bekommt BlackBerry nämlich pro verkauftes Auto einen Anteil.
Als BlackBerry QNX 2010 gekauft hat, war eigentlich die Idee, dass sie ein neues Smartphone-Betriebssystem für BlackBerry machen.
Als die Handysparte gescheitert ist, hat das kleine Team von QNX praktisch unbemerkt im Autogeschäft weitergearbeitet.
John Wall, der Chef von der Sparte, sagt selbst, das größte Glück seines Teams war damals, dass sich niemand für sie interessiert hat.
So hatten sie Zeit, sich in Ruhe als Standard für sicherheitskritische Autosoftware zu etablieren.
Heute hat QNX in dem Bereich fast 40% Marktanteil.
Also dort, wo Software wirklich nicht abstürzen darf, weil es um Bremsen, Fahrassistenten und Airbags geht.
Und weil QNX so hohe Verlässlichkeit garantieren kann, wird die Software jetzt auch in anderen Bereichen genutzt.
Zum Beispiel hat Johnson & Johnson letztes Quartal BlackBerry damit beauftragt, die Software für eine KI-Herzpumpe zu schreiben.
Der Kern des Programms bleibt dabei gleich.
Insgesamt kommen ca.
20% von QNXs Umsatz von Nicht-Auto-Unternehmen und in dem Bereich hat man auch höhere Margen.
Als BlackBerry letzten Monat auch noch eine Robotik-Partnerschaft mit Nvidia bekannt gegeben hat, ist der Kurs über 12% gestiegen.
In den letzten vier Wochen ging es insgesamt schon 70% nach oben.
Das liegt daran, dass der Markt die Entwicklung bei QNX so positiv sieht und weil Blackberries andere Sparte, in der abhörsichere Kommunikation für Regierungen und Banken garantiert wird, nach vier Jahren ohne Wachstum einen wichtigen Deal mit der kanadischen Regierung gewonnen hat.
Insgesamt war Blackberry jetzt schon vier Quartale in Folge profitabel, das hat man seit 2011 nicht geschafft.
Und die Bewertung entspricht aktuell eben 30-fachen vom erwarteten Gewinn.
Das ist für eine Firma, die in den letzten Jahren oft unprofitabel war und nicht krass gewachsen ist, teuer.
Für eine Firma, die aktuell eine wachsende Software-Sparte hat und auch ein bisschen im Rüstungs- und Robotikbereich aktiv ist, aber nicht absurd.
Trotzdem bleibt BlackBerry für mich schwer greifbar.
Wenn man sich den Auftragsbestand anschaut, wirkt es nicht so, als würden sie im Automarkt Marktanteile gewinnen, sondern eher verlieren.
Und wie einzigartig die Software wirklich für Robotik und Co.
ist, ist auch schwer einzuschätzen.
Aktuell machen sie doch so wenig Umsatz, dass es auf jeden Fall kein Branchenstandard ist, den sie da verkaufen.
Eine Sache hat Noah vorher noch nicht besprochen.
Es gab am Freitag noch einiges an Börsengangs-News und die kommen jetzt.
Wir schauen uns die Börsengänge ja immer noch mal genauer an, wenn sie dann kommen und investierbar werden.
Aber die Ankündigungen vom Freitag wollte ich euch nicht vorenthalten.
Einmal könnte es nämlich bald einen der größten Restaurantbörsengänge ever geben.
Der Eigentümer von Dunkin' Donuts und Buffalo Wild Wings will nämlich an die Börse und das zu einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar.
Damit wären sie aus dem Stand auf Platz 6 der wertvollsten Restaurantketten an der Börse.
Die Firma macht aber mit ihren insgesamt 6 Ketten auch 33 Milliarden Umsatz.
Aber wer braucht schon 33 Milliarden Dollar Umsatz für eine 20 Milliarden Dollar Bewertung?
Die Quantencomputerfirma Quantinium will auch zu dieser Bewertung an die Börse gehen, macht aber nur 20 Millionen Umsatz.
Fairerweise würde deren Business auch extrem skalieren, wenn es da mal den technologischen Durchbruch gibt.
Und übrigens kann man bei denen schon jetzt indirekt investieren.
Honeywell ist nämlich großer Investor.
Einen deutlich kleineren Börsengang könnte es dann noch beim E-Scooter-Anbieter Lime geben.
Die wollen zu einer Bewertung von um die 2 Milliarden Dollar an die Börse.
Sie machen aber auch nur um die 900 Millionen Dollar Umsatz und noch Verluste.
Und letzte IPO-News, der KI-Chip-Hersteller Cerebras hat die angestrebte Preisspanne beim IPO angehoben und könnte jetzt direkt um die 30 Milliarden Dollar wert sein.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
