# Netflix Strategic Evolution & Market Leadership

**Podcast:** Aktien fürs Leben
**Published:** 2026-05-06

## Transcript

Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis.
Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung.
Alle Angaben sind ohne Gewehr.
Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar.
Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung.
Hallo und herzlich willkommen.
zu einer neuen Folge von Aktien fürs Leben, dem Vermögenspodcast von Kapital.
Hier ist Timo Pache und ich habe wieder einen Gast bei mir im Studio, nämlich Tobias Kramer.
Tobias ist da und wie immer, wenn Tobias da ist, eine Sonderfolge, Open End und nur ein Unternehmen.
Lehnen Sie sich zurück, packen Sie die Chips hin, nehmen Sie sich vielleicht noch eine Vorspeise mit dazu, stellen Sie die Cola kalt, wir bingen uns jetzt durch eine Unternehmensgeschichte.
die so schwer zu toppen sein wird.
Ich hoffe, es wird uns so gut gelingen, wie dem Unternehmen, über das wir heute Abend reden werden.
Wie oft nutzt du eigentlich Netflix, Tobias?
Boah.
Also ich weiß, dass es bei Apple TV eben in der ersten Reihe oben ist.
Ich nutze da aber verschiedene Streaming-Services.
Ich wüsste jetzt nicht, wann ich Netflix das letzte Mal ...
Und was ich das letzte Mal auf Netflix geguckt habe, eine ganz erstaunliche Entwicklung von diesem ganzen Streaming-Thema ist ja, dass der Konsum wahnsinnig steigt und man mitunter dann die Serientitel oder die Filmtitel, mit denen man sich dann eben beschäftigt hat und mit denen man Freizeit verbracht hat, dann gar nicht mehr so genau rekapitulieren kann.
Ich muss aber im Moment in der Tat sagen, dass ich mich sehr, sehr gerne auch in den Mediatheken aufhalte.
wo wir jeden Monat so 17,52 Euro zahlen, nämlich über den Rundfunkbeitrag.
Und bin schon der Meinung, dass auch bei ARD und ZDF vieles Spannende zu finden ist.
Also ob nun die Tatorts, ob nun Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs.
Und von daher kann ich dir bei Netflix im Moment nicht sagen, ich weiß, dass ich dieses Baseball-Auftakt-Game verpasst habe.
Aber das ist doch lustig, dass wir, also mir geht es ja so ähnlich, wir haben auch diverse Abos, wir haben Apple TV, wir haben Netflix natürlich, wir haben Magenta TV.
Man verliert auch so ein bisschen den Überblick, wo man dann eigentlich was genau gesehen hat.
Du hast wahrscheinlich auch noch Amazon oder Amazon Prime, das haben wir zum Beispiel nicht.
Die Kinder wollen immer noch Disney haben, da weigere ich mich, sage ich so, es reicht jetzt langsam.
Oh, Disney hatte ich ja schon mal gesagt, glaube ich.
Disney ist eine ganz große Enttäuschung, war für mich ja ein ganz schrecklicher Moment.
Du sagst es gerne häufiger hier jetzt, dann sage ich meinen Kindern, dass sie diese Podcast-Folge machen.
Also Disney, muss ich wirklich sagen, das ist höchstens mal, wenn man ein gutes Argument, zum Beispiel ein gutes Zeugnis hat, um in bestimmten Phasen dieses Disney zu aktivieren.
Aber Disney hat zumindest beim letzten Mal, als ich es dann probiert hatte, eine ganz miserable Tonqualität.
Zu Hause bei mir lege ich dann Wert auf einen gewissen Sound.
Und insbesondere beim König der Löwen weiß ich eben, dass bei der Startszene normalerweise mein Subwoofer wirklich anfängt zu rödeln.
Und ich hatte dann in freudiger Erwartung mir eben König der Löwen eingelegt bzw.
angemacht, weil ich diese Anfangssequenz so schön finde.
Und dann kam der Elefant durchs Bild und nichts passierte.
Was ist denn jetzt hier los?
Da war alles in Ordnung.
Dann bin ich allein aus Protest nochmal dahin gegangen, dass ich mir diesen Tonträger, mit dem Netflix ja dann mal angefangen hat, also mit dem Versand von DVDs und Blu-rays, dass ich so ein Ding mal eingelegt habe, um zu gucken, liegt es jetzt möglicherweise an der Technik oder liegt es dann eben an Disney Plus und es lag an Disney Plus.
Also beim Sound wird da eine andere Qualität offenbar durchgescheucht.
Oder kannst du dann verschiedene Qualitäten möglicherweise abonnieren.
Das geht ja bei Netflix auch.
Das ist glaube ich etwas, was Spotify macht, oder?
Netflix auch.
Bei Netflix.
Ich habe mir extra die Abo-Modelle nochmal angeguckt.
Da wird differenziert zwischen normaler und Top-Premium, was auch immer, High-End, Quality, Übertragungsqualität.
Ja, da haben wir normalerweise das Beste.
Disney hast du gespart.
Okay, wir reden heute über Netflix, weniger über unsere Konsum- und Sehgewohnheiten, wobei vielleicht auf die ein oder andere Serie werden wir schon eingehen, das glaube ich auch.
Aber ansonsten reden wir über dieses wahnsinnig erfolgreiche Unternehmen, was gerade mal, obwohl es ja so eine Wirkmacht entwickelt hat und ja nicht nur unsere Fernsehgewohnheiten verändert hat, sondern tatsächlich eine ganze Industrie verändert hat, eine Kulturszene verändert hat, werden wir reden vor allen Dingen über das Unternehmen und natürlich, wie es sich für diesen Podcast gehört, auch am Ende über die Anlegerperspektive.
Wir werden quasi in der Buffett-Woche, wo wir diese Sendung ja aufnehmen, auch die Buffett-Frage stellen.
Do we have a great company?
Richtig, genau.
Auch auf diese Frage werden wir zurückkommen.
Und ich würde sagen, wir fangen einfach mal an.
Legen wir los.
Wie immer beginnen wir mit dem Gründer.
Und das ist in diesem Fall Reed Hastings.
Ein, das kann man jetzt schon sagen, ziemlich faszinierender Typ, der mich in seiner Radikalität und Nerdigkeit ein bisschen an Apple-Gründer Steve Jobs erinnert hat.
Kannst du das nachvollziehen?
Von der Art und Weise, wie seine Geschichte erzählt wird, ja.
Allerdings habe ich relativ wenig zum Thema Arschlochfaktor bei ihm gefunden.
Ja, wobei so die Unternehmenskultur, das ist ja so ein ambivalentes Ding.
Ja, die ist härter, aber wir haben eben in einem Vorgespräch darüber gesprochen, dass ich dieses Buch zu den Netflix-Management-Strategien und Principles nur angefangen habe zu lesen, weil es mich im Urlaub eben nicht so fasziniert und gefesselt hat, wie ich eigentlich dachte, dass ich das tun würde.
Ich finde es auch sehr ehrenwert, dass du in deinem Urlaub solche Bücher lesen willst.
Ja, grundsätzlich machen solche Unternehmergeschichten ja schon Spaß.
Ich dachte eben, es würde ein bisschen mehr auf ihn gehen und wir kommen nachher noch zu einem Buch, was ich vielleicht eher hätte lesen sollen, nämlich dem Buch von seinem Wingman, von dem Begleiter auf zahllosen Autofahrten.
Und dazu kommen wir dann noch, denn Mark Randolph ist jetzt noch nicht das Thema, der wird aber noch wichtiger werden.
Aber wir waren ja bei Steve Jobs und Retastings und dieses Thema Arschlochfaktor, das ist eben bei ihm schon anders, weil auch wenn sich Netflix von Menschen trennt, dann war auch in dem Hörbuch schon zu erkennen, dass die ihm danach trotzdem einigermaßen wohlgesonnen sind.
Also dass es im Positiven in irgendeiner Form geschieht und das Positive.
kann im Zweifelsfall auch finanzieller Natur sein, wo man sich dann eben großzügig zeigt, was in den USA eben nicht so unbedingt üblich ist.
Also von daher, die Begleitmusik über ihn, die ist wesentlich freundlicher und alles, was man so sonst noch über ihn hört und was du gleich noch erzählen wirst, ist eben auch so, dass es eher so dieses Philanthropische und so weiter und was er jetzt so macht, bei welchem Bereich von AI er sich auch engagiert.
Das sind alles nur, also man denkt wenig.
Ja, das stimmt.
Und bei Steve Jobs weiß ich noch sehr, sehr genau, dass ich die Walter Iconson-Biografie gehört habe.
Und ich weiß noch, ich bin durch die Gegend gelaufen.
Was für ein Mistkerl und so weiter.
Und das ging mir sehr häufig so und bei Retasting eben nicht.
Der wurde geboren am 8.
Oktober 1960 in Boston, Massachusetts.
Und zwar in eher wohl situierten Verhältnissen.
Sein gleichnamiger Vater.
Wilmot Reed Hastings war Rechtsanwalt und diente unter US-Präsident Richard Nixon auf verschiedenen Positionen in der damaligen US-Regierung Anfang der 70er Jahre.
Nach der Schule studierte Hastings an einem College in Brunswick Mathematik.
Was ich auch schon total interessant finde, ich habe immer Respekt vor Menschen, die Mathematik studieren, noch dazu, wenn sie danach dann in die Wirtschaft gehen.
Die Beginien mit einer gewissen Skepsis.
Also ich habe Respekt erstmal.
1983 machte er seinen Bachelor und ging dann für zwei Jahre nach Afrika, genauer gesagt nach, das nannte man damals noch, Swaziland.
Heute heißt es, ich habe extra nochmal nachgeguckt, Eswatini.
wo er an Schulen Mathematik unterrichtete.
Und die Erfahrungen in Afrika, das hat er zumindest selber mal gesagt, in seinen autobiografischen Notizen, waren für seine spätere Unternehmerkarriere noch ganz wichtig.
Direkter Kontakt, direktes Feedback, wenig Bürokratie.
Also von daher immer sehr, sehr direkt, ehrlich.
Ja, und dieses Improvisieren können.
Das hat er irgendwann gesagt.
Wenn man mit 10 Dollar in Afrika anfängt, dann schreckt einen danach auf jeden Fall keine Unternehmensgründung mehr.
Und da hat er, glaube ich, schon einiges mitgenommen.
Und dieses Improvisieren können, nicht so sehr nach Regeln zu arbeiten, sondern im Zweifelsfall einfach zu entscheiden und zu gucken, was passiert, das ist, glaube ich, für Netflix noch sehr, sehr wichtig später.
Nach den zwei Jahren in Afrika.
Geht er allerdings nochmal zurück an die Uni und zwar nach Kalifornien und studiert in Stanford Computerwissenschaften.
Also erst Mathe, dann Computerwissenschaften.
1988 macht er da seinen Master.
Und da habe ich dann doch schon gedacht, okay, der versteht zumindest das von Algorithmen.
Ja, wenn man die Spezialisierung dann einfach so gesagt bekommt, dann denkt man sich, okay, 1988 Spezialisierung von Reed Hastings, künstliche Intelligenz.
So, und ich dachte ja, Bevor ich mich mit dem Mann ein bisschen intensiver beschäftigt habe, okay, Netflix, das ist vor allen Dingen eine Management- und Marketinggeschichte, aber es ist eben auch eine sehr, sehr nerdige Geschichte, wo es darum geht, wie man Filme oder irgendwie Inhalte streamt und ordentlich aufbereitet an Nutzer verbreitet.
Dazu kommen wir ja lustigerweise an der Stelle, wo dein Nutzungsverhalten mit Netflix damals begonnen hat, nämlich bei einer spektakulär.
erworbenen und dann auch ausgerollten Serie.
Wir müssen so ein paar Cliffhanger hier natürlich heute auch einbauen, gerade bei Netflix.
Absolut.
Ja, nach dem Abschluss in Stanford arbeitete Hastings zunächst bei verschiedenen Unternehmen in der Computerbranche und gründete dann allerdings 1991, das fand ich auch sehr interessant, sein erstes eigenes Unternehmen, dem er den schönen Namen Pure Software gab.
Das finde ich tatsächlich sehr, sehr schön.
Ich habe dann gedacht, okay, was macht man mit Pure Software?
Das war nicht so sehr Microsoft oder SAP, sondern es war ein Unternehmen, das Tools anbot, sehr nerdig, mit denen man Fehler in Programmcodes finden und beheben konnte.
Und auch das, also ich komme heute aus einem Teamtelefonat raus, wo unser Techniker, der im Moment eine Neuaufstellung da verantwortet, mal so ein bisschen erzählt hat und er eben auch erzählt hat, wie er im Moment künstliche Intelligenz dabei...
damit er schneller ist, aber damit in der Tat genau das gemacht wird, was Pure damals gemacht hat.
Nämlich eine Software bereitzustellen, die Fehler im Programmcode aufspielt.
Debugging Tools ist der Begriff dafür.
Und das macht ja heute Cloud, das macht OpenAI mit verschiedenen Programmen, von denen ich aber sowas von keine Ahnung habe.
Aber auch da.
Wir reden hier über das Jahr 1991, also 35 Jahre her, als die Möglichkeiten eben noch auf einem ganz, ganz anderen Level und auf einer Diskette zu finden waren.
Stimmt.
Und damit war er so erfolgreich, dass er schon nach wenigen Jahren mit Pure Software zu den 50 größten Softwareunternehmen der USA gehörte.
Auch das muss man erstmal hinkriegen.
Gut, jetzt gibt es viele Softwareunternehmen in den USA und 50 ist jetzt auch nicht nur 5 oder Top 10.
Aber trotzdem, 1995 ging man damit an die Börse und ich habe schon gedacht, okay, also du hast Mathematik studiert, du hast noch ein Master in Computerwissenschaft, du warst zwischendrin zwei Jahre in Afrika.
Ich hätte jetzt nicht gesagt, das ist der geborene Unternehmertyp und Gründer.
Aber mit so einer Karriere nach 35 Jahren schon den ersten Börsengang, also nach 35 Lebensjahren den ersten Börsengang hingelegt zu haben, finde ich schon beeindruckend.
Das zweite Interessante an Pure Software, zumindest wenn man dieses eher autobiografisch angelegte Buch von ihm liest, ist ja, dass er selber im Rückblick festgestellt hat, was sie alles falsch gemacht haben bei Pure Software.
Was natürlich mit der Expansion und der Größe zu tun hat, er erzählt, wie sie angefangen haben, Regeln aufzustellen für das richtige Verhalten im Büro, für die Präsenz von Tieren und Hunden im Büro.
Urlaubsregelungen, für Spesenabrechnungen, für Reiserichtlinien, für Dienstreisen.
Er erzählt, wie es ihn aufgeregt hat, dass einmal ein Vertriebsmitarbeiter für einen wichtigen Termin in Washington ins Fünf-Sterne-Hotel gleich beim Weißen Haus eingecheckt hat, weil der Kunde dort auch eingecheckt war für 700 Dollar die Nacht.
Und er sagt, um Gottes Willen, das kann doch wohl nicht wahr sein.
Also gab es eine neue Reiserichtlinie.
Und so ist dieses Unternehmen immer mehr zu so einem Konzern eben geworden.
Und er schreibt ja dabei auch selber, dass er bei Pure Software zu einem Manager geworden ist, den er selbst verabscheut hätte.
Und das ist dann eben schon was ganz Spannendes.
Also er bezeichnet sich da selber als kontrollierend, prozessbesessen, als unkreativ und eben genau das.
Wir haben Regeln eingeführt für jede Situation, in der irgendjemand irgendeinen Fehler gemacht hat.
Und am Ende hatten wir ein Handbuch.
das an eine Regierung erinnerte.
Genau, kommt einem bekannt vor, wenn man schon mal in einem Konzern gearbeitet hat.
Oder mit den deutschen Steuerbehörden zu tun hatte.
Oder das.
1996 wurde Pure Software verkauft an den größeren Wettbewerber Atria.
Und das Interessante ist, dass es nicht einfach so passiert, sondern das war dann auch die bittere Lehre für Reed Hastings.
Der Konzern ist nach der eigenen Wahrnehmung von Hastings einfach zu langsam geworden, zu behäbig und hat nicht mehr mithalten können bei technologischen Trends, neuen Entwicklungen.
Sie haben auch nicht mehr die besten Leute bekommen, überhaupt.
hatte er, glaube ich, das Gefühl, von ziemlich viel Mittelmaß umgeben zu sein.
Und so ist Pure Software so ein bisschen ins Hintertreffen geraten und am Ende ein Übernahmeziel geworden.
Das war die erste kurze, man muss sagen, es ging ja alles in allem nur um fünf Jahre, aber doch sehr eindrucksvolle erste Unternehmer-Episode von Reed Hastings.
Und dann saß er also Mitte, Ende der 90er Jahre, 1996, 1997 wieder zu Hause.
Und hat sich überlegt, was er wohl als nächstes machen wird.
Und naja, wie das damals so üblich war in der Zeit.
Ich war damals, naja, ich habe damals Abi gemacht.
Ich war noch nicht so viel mit VHS-Kassetten und so.
Aber jedenfalls, das war die Zeit damals von VHS-Kassetten.
Man ging damals in Videotheken und ließ sich dann eben, man schnüffelte sich da irgendwie durch diese Auslagen.
guckte irgendwie, welche Filme man noch nicht gesehen hat.
Es gab damals, ich erinnere mich, das gab es auch bei uns lange noch im Viertel bis in die Nullerjahre hinein, so eine Videothek, wo man sich dann diese komischen Chips raussuchte.
Und damit vorne an die Theke gehen und dann, genau.
Diese mit Magnet festgemachten Dinger, die an der Video, vor der Videokassette, bei uns war das clever gemacht.
Da musste man ansonsten ja immer die Videokassetten rausnehmen, da dann reinfummeln, da wäre das Plastik ja in kürzester Zeit.
Ja, egal.
Auf jeden Fall ging man dann nach vorne, hat sich einen aktuellen Film ausgelöst.
Bei unserer Videothek am U-Bahnhof Gesundbrunn war das so, dass wenn man diesen aktuellen Film wo man also als Videothek davon ausgehen konnte, dass man den am gleichen Tag noch mal ausleihen kann.
Wenn man den bis 20 Uhr zurückgebracht hatte, dann hat man noch einen zweiten älteren Film ausleihen dürfen, was bei meiner Mutter und mir dazu geführt hat, dass wir uns immer irgendwelche Filme abends, ab 17, 18 Uhr reingezogen haben, ich dann losgefetzt bin, um die Videokassette zurückzubringen.
Natürlich zurückgespult, denn das hat ja ansonsten auch eine Mark extra gekostet.
Und wir uns dann immer noch den nächsten James Bond, den wir noch nicht gesehen hatten, ausgeliehen haben und wir uns so gemeinsam durch die James-Bond-Filme getankt haben.
Genau, das war die Zeit.
Bei unserer Videothek gab es immer noch Popcorn vorne am Tresen.
Das roch immer total gut da.
Und es war aber trotzdem irgendwie immer so ein etwas absurdes Geschäft, wenn der dann da hinten irgendwie anfing so rumzuprökeln in diesen Schränken, in diesen Ausziehschränken, um die Kassetten da rauszuziehen.
Aber das war eben der damalige Tonträger, beziehungsweise Bild- und Tonträger und dann DVDs.
Aber erstmal war Reed Hastings genau in so einer Videothek unterwegs, der Kette Blockbuster, die damals in den USA der Marktführer waren und hat sich da ab und zu mal Filme ausgeliehen.
Und daran erinnere ich mich auch schmerzlich, wenn man diese Filme dann nicht rechtzeitig, so wie du, weil du diesen Incentive hattest, dass du danach noch einen zweiten Film quasi kostenlösst.
Ja, das heißt natürlich nicht, dass mir das bei dem blöden Bonn-Film dann nicht passiert ist, dass sie dann gelegentlich bis Dienstag zu Hause rumlagen.
Richtig.
Und was kostete das dann?
Das war ein günstiger Film.
Also die teuren Filme haben immer 4 Mark gekostet.
Und dann haben die älteren Filme 2 Mark gekostet.
Und ich hatte den ja umsonst.
Und bis ich hätte ihn dann...
bei einer Samstagsausleihe ja nicht mehr zurückgeben können, also erst Montag.
Aber Dienstag hat dann einfach zwei Mark extra gekostet, die ich übrigens bezahlen muss.
Nicht deine Mutter.
Die hat natürlich nicht meine Mutter bezahlt, sondern jetzt für die Rückkehr bist du zuständig.
Die hat die erste Ausleihung bezahlt.
Junge, wenn du das verpennst.
Aber Reed Hastings kramt irgendwann, räumt auf bei sich zu Hause, entdeckt eine alte Videokassette, die er offensichtlich nicht zurückgebracht hatte.
Er musste 40 Dollar Strafgebühr zahlen.
Das war natürlich eine saftige Sache.
Aber letztlich, Waren es vielleicht zehn Tage oder 14 Tage?
Ich bin bei sowas total sauer.
Wenn mir sowas passiert, dann bin ich total sauer.
So, das sagt er auch.
Das ist ja eine Sauerei.
Warum?
Er hat sich das dann natürlich so ein bisschen überlegt und festgestellt, naja, wahrscheinlich, er wird nicht der Einzige sein, dem es so geht.
Und das Unternehmen macht einen ordentlichen Teil seines Gewinns, wahrscheinlich gar nicht mit der regulären Ausleihgebühr, sondern mit den Kunden, die zu verdödelt sind, die Kassetten rechtzeitig zurückzubringen.
Und dafür dann eine Strafgebühr zahlen mussten.
Und da hat er sich überlegt, verdammt, das muss doch auch noch anders gehen.
So, das ist die Geschichte, die er selber erzählt, wie er zu seinem nächsten Unternehmen gekommen ist.
Es gibt allerdings auch eine andere Variante.
Genau, das ist auch deswegen ganz spannend, weil das hat er ja unter anderem im Buch, aber auch im Fortune Magazine erzählt, wo ein Zitat herstammt, I remember the fee because I was embarrassed about it.
That was back in the VHS days and it got me thinking.
Und da kommen wir zu einem anderen Protagonisten, nämlich zu Mark Randolph, der auch ein Buch geschrieben hat und darin ausführt, dass die Geschichte vielleicht nicht die ganze Wahrheit sei.
Denn die Netflix-Idee sei entstanden und hatte nichts mit Mahngebühren zu tun, als die beiden zusammen in ihrem Auto auf der Fahrt nach Sunnyvale waren.
Und da war es eben so.
Netflix hat das selber auch anfangs Mahngebühren berechnet und von daher, die Geschichte ist irgendwo so emotional zwar wahr, also ist ein sehr, sehr gutes Geschichten erzählen, aber...
Ich wollte es gerade sagen, das ist doch konstituierend für das nächste Unternehmen, das Geschichten erzählen und das sehr gute Geschichten erzählen und diese Geschichte ist einfach sehr, sehr gut.
Und vor allen Dingen, genau, also was die beiden eben gesucht haben, ist eine Internet-Idee, wo man mit einem klaren Prozess, eben auch Dinge dann erledigen kann.
Und das war ja im Grunde genommen diese Videothek, die wie ein Fitnessstudio funktioniert quasi, indem man nämlich eine regelmäßige Gebühr zahlt.
Und bevor wir jetzt das nächste Kapitel einläuten, vielleicht noch ein paar Worte zu Mark Randolph, der der erste CEO von Netflix war und eben auch die zweite Figur, ohne den Netflix eben nie passiert wäre.
Bisschen älter als Hastings, 1958 geboren und ja, hier geht es eben vor allen Dingen darum, dass er beruflich einen anderen Weg eingeschlagen hat, nämlich vor allen Dingen bei einem Musikverlag auch gearbeitet hat.
Und das war für ihn zwar eine unglamouröse Erfahrung im Versandhandel, aber auf der anderen Seite eine extrem wichtige Lehrzeit, die dann später eben genau auf das Netflix-Modell an...
gewendet wird.
Und ja, vor Netflix war er Gründer von einem Softwareunternehmen und bei der Gelegenheit haben sie sich eben kennengelernt, denn das Unternehmen, was er gegründet hatte oder mitgegründet hatte, wurde von Pure übernommen, also von Hastings Firma und so lernen sich die beiden kennen und fangen dann eben auch an, zusammen Auto zu fahren und ziemlich viele Autofahrten zu machen und bei den Autofahrten auch ziemlich viele Businessmodelle durchzusprechen und naja.
Eine dieser Ideen war dann eben die Gründung von Netflix.
Und er beschreibt es eben in diesem Buch, was er geschrieben hat.
That Will Never Work.
Vor allen Dingen diese Autofahrten, die die beiden gemacht haben.
Und er erzählt dabei, dass er und Hastings gemeinsam von Santa Cruz zum Piuatria-Hauptsitz in Sunnyvale gependelt seien und Randolph dann immer die Ideen rausgehauen hat.
Customized Hundedosenfutter, personalisierte Baseballschläger, personalisiertes Shampoo.
Und bei jeder Idee war Hastings quasi der Advokat des Diaboli und hat dagegen geredet.
Eine sachliche Gegenargumentation.
Und das geschah bis zu dem Tag im Frühjahr 1997.
An dem Tag brachte Randolph ein paar CDs mit, beziehungsweise DVDs.
Ja, Tobias, du bist ja jetzt irgendwie so ein bisschen schon vorangeprescht mit der DVD-Episode, weil erstmal war es ja eigentlich so, dass sie in diesen Wochen und Monaten, wo sie so ihre verschiedenen Business-Ideen diskutiert und ausgetüftelt haben, dass sie erstmal gedacht haben, wir könnten es ja tatsächlich mit dem üblichen Produkt damals machen.
das es damals auf dem Markt gab, nämlich VHS-Kassetten.
Genau, und da war der Advo Akatas Diaboli natürlich sofort da und hat dann eben auch mal zu bedenken gegeben.
Ja, der ist zum Post Office richtig gegangen und hat mal nachgefragt, was wird es denn kosten, jetzt hier so eine VHS-Kassette zu verschieben.
Da haben sie ihm gesagt, ja, so drei bis vier Dollar.
Und dann hat er gesagt, okay, verdammt, also mit der üblichen Ausleihgebühr von eben drei bis vier Dollar und drei bis vier, das wird nicht funktionieren.
Und dann hat er das wieder eingesammelt, die Idee.
Aber dann kam Marc eben ein paar Wochen später mit dem nächsten großen Ding daher, nämlich diesen kleinen silbrigen Scheiben, die aussahen wie eine CD, aber eben gar nicht mehr eine CD sein würden, sondern auf die, Stichwort DVD, du hast es gesagt, ein ganzer Film passen würde.
Das war damals noch so richtig im Anfang und es gab noch nicht viele DVDs, es gab auch noch nicht viele DVD-Player, aber es war schon klar, okay, die VHS-Kassette, die wird der technische Standard von gestern sein.
Ich habe mich mal ganz kurz in die Zeit versucht zurückzubeamen, um auch jüngeren Zuhörern klarzumachen, dass der Gedanke, sowas dann irgendwann mal übers Internet zu streamen, da alles andere als realistisch war.
Ich weiß es eben deswegen, weil ich habe, glaube ich, so Mitte der 90er zu Hause angefangen, im Internet zu surfen.
Und das war eben dieses typische Modem-Geräusch, was die Älteren eben noch kennen und was die Jüngeren möglicherweise nicht kennen und dann mal Ältere fragen sollten.
Das sind so ganz eigenartige Geräusche.
Da gibt es sogar, glaube ich, auf YouTube Videos, wo dieses Tonsegment eingespielt wird.
Ist es nicht mit Boris Becker die AOL-Kampagne gewesen?
Ich bin doch schon drin.
Ja, das war dann eben auch so ein Aushäufer, aber auch die Datendurchsatzraten, das muss man sich ja auch immer in Erinnerung rufen, die waren eben so gering, also ein Film wäre da überhaupt kein Vergnügen gewesen und der Spotify-Song, der heute eben in einer Sekunde heruntergeladen ist, der hätte damals wahrscheinlich auch drei, vier Minuten auf der Datenkompression und der Dateigröße gebraucht.
bis er dann eben heruntergeladen worden wäre.
Also das war eine komplett andere Zeit.
Von daher musste man irgendwie daran denken, wie kann ein Ton und oder Datenträger von A nach B kommen.
Und da war eben der Postal Service eine ganz gute Idee für die USA.
Und in Deutschland hat das Geschäft dann auch stattgefunden, eben mit der Deutschen Post, aber den hat man gebraucht.
Genau, erstmal brauchte man die DVDs als Datenträger, die man dann statt für drei bis vier Dollar für 30 Cent, versenden konnte, weil da hatte man dann bei einer Verleihgebühr von drei bis vier Euro und abzüglich der anderen Kosten zumindest noch die Aussicht auf ein bisschen Marge.
Was ich auch interessant finde, das verstehe ich auch schon, dass sie erst mal gedacht haben, ja, wir können es ja mit dieser VHS-Kassette machen.
Sie haben sich natürlich so ein bisschen, wir hatten es ja vor ein oder zwei Folgen von Jeff Bezos und Amazon, sie haben sich natürlich so ein bisschen auch Amazon angeguckt.
Die kamen damals, weil genau die Zeit, wo Jeff Bezos mit Amazon angefangen hat, in seiner berühmten Garage und angefangen hat, Bücher zu versenden übers Internet.
Und haben die sich natürlich wahrscheinlich gedacht, ja, Bücher und...
VHS-Kassetten sind ja ungefähr das gleiche, nur es macht halt einen Unterschied, ob du für 20 Dollar ein Buch verkaufst oder für drei bis vier Dollar eine VHS-Kassette verleihst.
Deswegen ging dieses Modell dann so einfach nicht auf, aber sie hatten dann ja die Lösung gefunden und im Mai 1998 nahm Netflix dann tatsächlich den Betrieb.
auf als erster Online-DVD-Verleiher und Versender mit etwa 30 Mitarbeitern und einem Angebotsbestand von 925 Filmen, was damals so ziemlich das gesamte Programm war, was man auf DVD bekommen konnte.
Und das war dann etwas, wo man auch damit gestartet hat, dass man Pay-Per-Rental gemacht hat.
Denn der Preis pro Ausleihe betrug 4 Dollar und da kam dann nochmal Zwei Dollar Versandkosten obendrauf.
Also ein Film hat dann eben sechs Dollar gekostet.
Aber man war nicht an diese starren Rückgabezeiten gebunden.
Man musste die natürlich irgendwann zurückgeben, aber das war einigermaßen großzügig, dieses Zeitfenster.
Und hatte man nicht so eine Art Abo-Modell auch tatsächlich, wo du gesagt hast, du hast so eine Art Flatrate?
Das kam dann relativ schnell danach hinterher, wo man in der Tat eine Flatrate hatte und zu einem bestimmten Preis.
eine bestimmte Anzahl von DVDs zu Hause haben durfte.
Das ist ganz wichtig.
Man durfte sie zu Hause haben.
Also selbst wenn ich sie dann vergessen habe, habe ich irgendwann mal eine Erinnerung bekommen als Kunde.
Aber es hat mich kein extra Geld gekostet.
Ich hatte also ein Paket, zum Beispiel für 15, jetzt mal in Euro gesprochen.
Für 15 Euro durfte dafür drei DVDs haben und wenn ich mit einer DVD durch war, habe ich die in den Umschlag gepackt, habe sie zurückgeschickt und dann habe ich automatisch die nächste DVD bekommen.
Also ich war dann für zwei, drei Tage nur mit zwei zu Hause.
Aber das hat insgesamt damals wirklich sehr, sehr gut funktioniert und man konnte so eben auch aktuelle Filme gucken.
Nicht immer genau den Film, den man haben wollte, denn auch die deutschen Ausleiher hatten genau das Problem, was du eben schon bei Netflix angesprochen hast.
Wenn du 900 Filme hast, dann kann es eben sein, dass die Top Gun Ausleih Anstrengungen, denen von Lion King unterlegen sind und Lion King eben ewig weg ist und du vielleicht auch mal ein, zwei Wochen darauf warten musst, bis der dann...
dich als Abonnenten erreicht.
Ich finde das mit dem Abo-Modell nur deswegen interessant, weil es ja erstens so eine Art Tribut war an dieses 40-Dollar-Trauma mit Blockbuster.
Es bewahrt dich vor diesen hohen Strafgebühren.
Es bietet dir als Kunde eine gewisse Kalkulierbarkeit.
Du weißt ungefähr, was da an Kosten auf dich zukommt, wenn du dich da anmeldest für so ein Abo.
Umgekehrt bietet es dir als Unternehmen natürlich auch eine super Kalkulierbarkeit.
Wenn du nach einem Jahr dann deine ersten paar tausend und nach zwei Jahren bereits, und das war ja hier bei Netflix der Fall, die waren ja, oder bei drei Jahren, ziemlich erfolgreich damit, schon 400.000 Abonnenten hattest und die haben alle irgendwie so ein Abo abgeschlossen für ein paar Dollar im Monat, dann kannst du damit ja schon ganz gut kalkulieren, was da reinkommen wird.
Genau, das ist so.
Das Problem damals war noch, dass die Automatisierung der Systeme eben noch nicht ansatzweise so war, dass es wirklich schnell ging.
Also aus den 30 Mitarbeitern, von denen du eben schon erzählt hast, sind dann eben im Jahr 2000 120 Mitarbeiter geworden.
Das war ja nun auch so eine komische Zeit.
Also im September 1999 hatte man aufs Abo-Modell umgestellt.
Also da kamen Kunden richtig rein.
Da musste dann aber auch angepasst werden.
Dann kommen immer Wachstumsschmerzen.
Man hat wirklich Schwierigkeiten, das auch zu kalkulieren.
Das Geld ist in der Regel knapp.
Aber Geld war ja 1999 kein Problem.
Weil es war ja total leicht, indem man alleine sein Unternehmen in eine Dotcom-Endung umbenannte beim Firmennamen.
viele zig oder auch hunderte Millionen einzusammeln.
Und das endete dann relativ plötzlich im März 2000 und machte erforderlich, dass man sich den Gegebenheiten anpasste.
Das war aber nicht immer so ohne weiteres möglich.
Und vor dieser Herausforderung stand im Jahr 2000 eben auch Netflix.
Richtig, sie mussten ihre Verluste decken, weil das Unternehmen wuchs zwar kräftig, aber sie machten immer noch irgendwie 50 bis 60 Millionen Dollar Verlust mit dem, was sie da an Umsatz produzierten.
Und da entstand schon so eine ganz interessante, nächste traumatische Erfahrung vielleicht für Reed Hastings, weil sie sich entscheiden mussten, sich von einem Drittel ihrer Belegschaft zu trennen, nämlich von etwa 40 Mitarbeitern.
Und sie damals vor der Frage standen, okay, wie machen wir das?
Wie wählen wir die aus?
Nach welchen Kriterien?
Wie besprechen wir das mit denen?
Was bieten wir denen auch an?
Und das waren, das schildert er ja auch in seinem Buch, ziemlich bewegende Tage und Stunden, wo sie dann, wie man sich das so vorstellt, in einem amerikanischen Unternehmen der Reihe nach die Mitarbeiter vor die Nachricht gesetzt haben, dass man sich von ihnen trennen möchte.
Die interessante Erfahrung daraus war hinterher, dass sie festgestellt haben, dass sie mit zwei Drittel der Belegschaft am Ende ein besseres Arbeitsklima hatten, dass sie produktiver waren, dass sie schneller waren, dass sie mehr Arbeit bewältigen konnten.
Und das Ergebnis war, so ungern er sich im Vorhinein von diesen 40 Mitarbeitern getrennt hat, wie er gesagt hat.
So stellte er im Nachhinein eigentlich fest, dass es eigentlich gar nicht so schlecht ist, so einen Cut zu machen, wenn man dann die besten Mitarbeiter halten kann.
Und das war zumindest für Netflix und den weiteren Verlauf eine ganz wichtige Wegmarke, würde ich sagen.
Genau, das war sehr wichtig und das ist auch etwas, was man sich dann auch vielleicht selber klar machen kann.
In dem Moment, wo sowas passiert, ist es für die, in dem Fall 40 Leute, die entlassen werden, natürlich nicht so angenehm.
Da hängen auch Freundschaften, da hängen Beziehungen innerhalb des Unternehmens dran.
Aber wenn man sowas offen und deutlich kommuniziert, dann ist man im Grunde genommen bei zwei Schicksalssituationen.
Bei dem eigenen Schicksal und auch bei dem unternehmerischen und dem Schicksal von Kollegen.
Die Menschen, die raus sind, die sind ja dann raus.
Die Menschen, die da sind, die sagen dann aber, verdammte Axt, jetzt müssen wir aber wirklich auch konzentriert zur Sache sein.
Nicht, dass uns das hier nochmal passiert.
Nicht, dass es mir möglicherweise auch beim nächsten Mal passiert.
Also Gas geben und das ist dann eben auch passiert.
Und das war eben in der Folge einer Entwicklung, die im September 2001 ihren Stimmungstiefpunkt hatte, nach dem Angriff des 11.
Septembers.
Die aber vor allen Dingen auch mit einem anderen Moment, der sehr wichtig war, für Netflix in Kombination steht.
Bevor sie diese Mitarbeiter entlassen haben, hatten sie einen anderen Termin auch noch einzuhalten, denn man hat schon um diese Mitarbeiter gekämpft.
Man kämpfte aber auch ums Überleben und deswegen sind Hastings und Randolph in ein Flugzeug gestiegen und nach Dallas geflogen.
Und das Ziel dieses Flugs war das Hauptquartier von Blockbuster.
Also jener Videothekenkette, die überhaupt den Anlass angeblich...
geliefert hat für die Gründung von Netflix.
Genau, und die eben mal nicht 120 Mitarbeiter hatten, sondern 60.000, die auch nicht mehr ein paar hunderttausend oder Millionen Umsatz gemacht haben, sondern 6 Milliarden US-Dollar.
Also die beiden fliegen dahin und waren so mit der Vorstellung unterwegs, dass Blockbuster Netflix für 50 Millionen Dollar kauft.
Und dachten sich das so, dass die Marke Netflix als Online-Präsenz von Blockbuster weiterzuführen wäre.
Was ja irgendwie auch, fand ich, eine ganz smarte Idee war.
Also ehrlicherweise das Videothekengeschäft, das war ja offensichtlich nicht für den CEO von Blockbuster, der glaubte, dass das noch eine goldene Zukunft haben wird.
Aber von außen betrachtet, wenn du sagst, okay, dieser ganze Online-Handel wird gewinnen, dann...
konnte man mit etwas Vorausschau schon auf den Gedanken kommen, wir brauchen auch so etwas.
Sonst werden uns Unternehmen wie Netflix irgendwann das Wasser abgraben.
Und deswegen fand ich die Idee von denen zu sagen, hey, lass uns doch an den Platzhirschen verkaufen und wir bieten uns da an quasi als deren künftiger Online-Arm gar nicht so doof.
Ja, das hat allerdings John...
Antijoko, der damalige Blockbuster-CEO, der von 1997 bis 2007 dort tätig war und in dieser Zeit eine kumulierte Gesamtvergütung mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bereich von 100 bis 120 Millionen Dollar bekommen hat, der wurde etwas anders begegnet.
Der hat sich zwar empfangen, der hört sich das auch alles an.
Und dann?
ist in verschiedenen Aufbereitungen dieses Meetings zu lesen.
Dann hat er gelacht.
Und er hat Hastings und Randolph also ausgelacht.
Er sagt, der Dotcom-Hype ist vorbei.
Es sei alles sowieso komplett übertrieben.
Und das Angebot sei ein Witz.
Für 50 Millionen Dollar hätte Blockbuster ein Unternehmen kaufen können, was heute, was ich nicht so entwickelt hätte, könnte man diverse Sachen so sagen, aber was heute eine Mark...
Kapitalisierung von 381 Milliarden US-Dollar hat.
Also seit diesem Angebot von Hastings und Randolph an Blockbuster sich von diesem Wert ausgehend ver 7.626 facht hat.
Die beiden verlassen also das Hauptquartier mit leeren Händen und dann eben auch mit einer stillen Entschlossenheit die Geschichte schreiben würde, denn In der Folge lief das Ganze ein bisschen anders.
Wir greifen jetzt mal ein paar Jahre in die Zukunft.
Wir begeben uns mal ganz kurz ins Jahr 2010.
In dem meldete Blockbuster Insolvenz an.
Bis dahin hatte Netflix einige Entwicklungen durchlaufen, die wir gleich noch besprechen werden.
Aber Blockbuster hat viel zu spät reagiert.
Naja, und 2020 gab es aus dieser ganzen Insolvenzmasse noch eine einzige Blockbuster-Filiale in Bend in Oregon.
Als die dann auch geschlossen hat, war Netflix bereits mit 130 Millionen Abonnenten auf dem Weg zur absoluten Weltmarktführerschaft.
Ja, genau.
Ich habe gar nicht geguckt, ob Mr.
Antioco noch lebt.
Aber es wäre eigentlich ganz interessant, mit ihm nochmal ein Gespräch darüber zu führen, ob er noch irgendwas dazu zu sagen hätte.
Tut er, er ist auch immer noch tätig.
Aber wenn es Awards für verpasste Chancen gäbe, dann...
würde der definitiv fürs Jahr 2001 ausgezeichnet werden.
Also die beiden reisen wieder ab, sind so ein bisschen zerknirscht in den Tagen danach, dass ihr smartes Angebot leider nicht den Anklang gefunden hat, den sie vielleicht bei mir gefunden hätten.
Aber dann kommt genau dieser Einschnitt.
Dann kommt genau dieser Einschnitt, man stabilisiert sich auf der Ebene und dann geht es weiter.
Und dann geht es weiter und vor allen Dingen, man wächst, man stabilisiert die Geschäfte, man hat weiter wachsende Abonnentenzahlen und zwar deutlich wachsende Abonnentenzahlen.
2002 macht man 50 Millionen Umsatz.
Und wagt sich dann auch tatsächlich an die Börse.
Was ja nach der Erfahrung von Dallas echt so eine Kampfansage ist, zu sagen, okay Leute, ihr wolltet uns nicht, dann gucken wir jetzt mal, wer von uns beiden der Gewinner sein wird.
Genau, es war der 23.
Mai 2002.
Netflix IPO findet statt.
Ausgabepreis ist 15 Dollar.
Und die 15 Dollar von damals, die haben jetzt nicht so viel mit den 90 Dollar von heute zu tun.
Darauf wird Timo gleich noch eingehen.
Dem Unternehmen gelingt es damit 82,5 Millionen US-Dollar einzunehmen.
Ein bisschen mehr als der Umsatz zu dieser Zeit war, aber das passiert ja heute gelegentlich auch noch.
Und hatte zu diesem Zeitpunkt auch nochmal wichtig 600.000 Abonnenten.
Jetzt müssen wir aber, bevor wir nochmal auf diese ganzen Börsengeschichte von Netflix kommen, einmal die Unternehmensgeschichte zu Ende erzählen.
Und da muss man ja sagen, das Faszinierende an Netflix ist ja, dass sie, das wird uns jetzt gleich noch mehrfach begegnen, nicht einmal ihr Geschäftsmodell über den Haufen werfen, sondern in den 15, 20 Jahren zwischen der Unternehmensgründung 1997, 1998 Und dann Ende der 10er Jahre, also 2018, 2019, 2020, das im Grunde genommen drei- oder viermal machen.
Und das finde ich schon total faszinierend.
Also sie fangen an mit dem DVD-Versandverleih.
Und dann kommt er aber in den Jahren drauf, also ab 2003, 2004, 2005, das Internet wird immer schneller, die Übertragungsgeschwindigkeiten verbessern sich.
Stichwort Breitband-Internet.
stellt man fest, okay, wir brauchen jetzt gar nicht mehr die DVDs, irgendwann werden wir in der Lage sein, diese Filme tatsächlich, und jetzt kommt das entsprechende Verb, zu streamen.
Also im Grunde genommen, ich kriege den Film aus der Telefonleitung im Grunde genommen ins Haus geliefert und auf den Fernseher in irgendeiner Form gebeamt.
Und das merken sie natürlich und fangen deswegen an, 2005, 2006 schon technisch dieses Streaming-Geschäft zu entwickeln, in das man dann offiziell 2007, mit einem relativ kleinen Angebot am Anfang einsteigt unter dem Markennamen Watch Now.
Das finde ich ganz lustig, dass man nicht gleich irgendwie gesagt hat, okay, das heißt jetzt alles Netflix, sondern es war damals Watch Now.
Und die rechte Inhaber, das waren natürlich die großen Filmstudios, die Produktionsgesellschaften von Serien und Kinofilmen.
Die fanden das jetzt erstmal nicht so ganz nachvollziehbar und fanden das wahrscheinlich auch, haben schon den Braten gerochen, dass das irgendwie nicht gut für sie ist, hatten aber selber ja überhaupt nicht die technischen Voraussetzungen und das Know-how, das man brauchte, um diese eigenen Filme dann über das Internet tatsächlich an Endkunden distribuieren zu können, sondern das hatte ja nun mal jetzt schon Netflix.
Und dann haben sie sich doch auf diese Deals eingelassen, die Rechte zum Streaming auch an Netflix abzutreten.
Und so ist man ins Streaming-Geschäft reingekommen.
Genau, das ging im Januar 2007 los und richtete sich dann eben an die Nutzer, die 18 Dollar bezahlt haben.
Das war damals einer der Monatspreise, 18 Dollar für drei DVDs gleichzeitig.
Und mit denen ging es los.
Die haben nämlich für ihre 18 Dollar noch obendrauf etwas bekommen.
18 Stunden monatliche Streaming-Zeit inklusive.
Free war damals noch nicht und das hat sich dann eben geändert, nämlich schon in 2008.
Da wurde Streaming dann für alle Abostufen und unbegrenzt angeboten.
Aber, Timon hat es schon gesagt, eben für noch ein sehr, sehr kleines Angebot von Titeln.
Dieses ganze Thema Lizenzierung in dem Bereich, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen, was da für einen Rattenschwanz dranhängt.
Wie viele Anwaltskanzleien sich mit dieser Thematik beschäftigen, ist es unvorstellbar, weil dann eben total viele Bereiche, und ihr erlebt es dann selber, wenn ihr mit Netflix auf eurem Telefon, irgendwo hinreist und dort Netflix aufmacht.
Denn dann ist ein ganz anderes Angebot da, dann sind ganz andere Titel da, denn dann seid ihr in einem anderen Land.
Und das hat auch was mit den Rechten zu tun.
Also 2008 für alle Stufen unbegrenzt.
Zwischenzeitlich gab es noch so einen anderen Meilenstein.
Das 2007 war eben geprägt davon, dass schon Streaming angefangen hat, aber das Kerngeschäft eben immer noch lief und man im Februar 2007 die eine Milliarde DVD verschickt hat.
Und der war im Grunde genommen auch der Meilenstein, den man erreicht hat.
Und danach fing es an zu droppen und weniger zu werden und die Nutzergebohnheiten sich zu ändern.
Total, aber ich finde es auch ganz süß, dass sie dieses DVD-Verleihgeschäft noch bis in die 20er Jahre dieses Jahrzehnts fortgesetzt haben.
Ich weiß gar nicht, ob es jetzt tatsächlich in den USA beendet wurde, aber ich habe eine Zahl gefunden, 2022 haben sie immerhin noch 146 Millionen Dollar mit DVD-Verleih gemacht.
Und im Jahr 2007 gab es noch einen anderen relativ wichtigen Moment, der dann eben auch dazu geführt hat, dass so etwas wie Streaming populärer wurde.
Ein Gerät, von dem wir noch gar nicht wussten, dass wir es brauchen könnten, wurde angekündigt und dann später auch auf den Markt gebracht.
Und ja, es war das iPhone.
Und hier gab es eben ein Zusammentreffen von Streaming-Lounge, eine Smartphone-Revolution, die zusammenfielen.
Und Netflix war eben das Unternehmen, das sich selber den technologischen Boden bereitet hatte und damit in der Lage war, sehr, sehr variabel auf verschiedene Dinge zu reagieren.
Das Breitbandinternet fing an, die USA zu durchdringen.
Es gab auf einmal andere Bildschirme, andere Monitore zu Hause und auch im Büro, aber zu Hause ist dafür schon wichtiger.
Und Netflix hatte einfach mit diesem 2007er Start des Streamings ein wirkliches Bomben-Timing.
Das stimmt.
Ich finde aber, das Interessante ist ja, wenn ich mich nochmal an diese Videotheken-Geschichte erinnere, dann weiß ich noch.
Mit Videotheken, Video ausleihen und so.
Das hat bei mir so angefangen, keine Ahnung, weiß ich nicht, als ich nach Berlin gekommen bin, 2003, 2004.
Und wir dann diese besagte Videothek bei uns um die Ecke hatten.
War das eine Blockbuster oder eine freie Videothek?
Eine freie Videothek.
Aber irgendwann hatte man das Sortiment auch so ein bisschen durch.
Man wusste, okay, da gibt es jetzt irgendwie diese neuen Filme und die sind dann immer wahnsinnig begehrt und vergriffen.
Und da muss man sich da auf Wartelisten im Zweifelsfall sogar eintragen lassen.
Ich erzähle das nur, weil so ein bisschen stelle ich mir das vor, war das dann doch wahrscheinlich auch 2008, 2009, 10 fortfolgende.
Die haben sich dann zwar diese Rechte eingekauft, das waren harte Verhandlungen mit den großen Produktionsgesellschaften, aber auch dort ist es ja nicht so, dass das Angebot unendlich groß ist, zumal du die ganzen alten Schinken ja im Zweifelsfall vielleicht erstmal nochmal digitalisieren musstest und fürs Streaming fit machen musstest.
kam, wie ich finde, relativ schnell offensichtlich Netflix auch auf die Idee, okay, wir haben jetzt diese ganzen Filme eingekauft, die Rechte eingekauft, das ist wahnsinnig mühselig, das ist teuer.
Warum fangen wir nicht auch an, unser eigenes Zeug zu produzieren?
Diese Mühseligkeit wurde ja vor allen Dingen auch noch dadurch ergänzt, dass man ab 2010 angefangen hat, sich nicht auf die USA zu beschränken, sondern nach Kanada gegangen ist in 2010, in 2012 nach Lateinamerika, in die Karibik, nach Europa gegangen ist und dann in 2014 Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und die Schweiz auch zumindest mal gestartet hat.
fällt eben etwas rein, was dann eben als nächster Strategieschwenk auch bezeichnet werden kann.
Als der dritte dann im Grunde.
Dass man nämlich von der Videothek zum Hollywood-Studio wird oder zumindest die Hollywood-Studios beauftragt, da etwas für sie zu machen.
Aber dann die Rechte vollumfänglich an den Produzierten.
Serien oder auch Filmen zu haben.
Aber das Interessante ist ja auch dort, am Anfang haben sie die dann beauftragt, inzwischen produzieren sie das Ganze ja sogar in-house oder im Zweifelsfall, auch darauf kommen wir ja gleich, sie übernehmen die Dinge am liebsten auch noch.
Und jetzt sind wir eben bei Timo im Privathaushalt angekommen und zwar bei einer Serie, die am 1.
Februar 2013 in den USA gestartet ist und die mit einer relativ denkwürdigen Szene beginnt.
Als nämlich der Hauptprotagonist nach draußen kommt in einer Nacht, wo ein Hund angefahren wurde, er das Ganze für sich diagnostiziert, er den Hund in den Arm nimmt und erwürgt.
Das stimmt, die Rede ist von Kevin Spacey in seiner Rolle als Frank Underwood.
Wir reden über House of Cards und tatsächlich ist das die Serie, die wir als allererstes im Haushalt Hache geguckt haben von Netflix.
Und wir waren relativ spät.
Also ich glaube, wir haben die erste Staffel quasi noch verpasst, aber alle um uns herum haben schon darüber geredet natürlich.
Wir haben es nur zeitlich nie auf die Kette gekriegt, das sozusagen zeitnah zu gucken.
Hatten dann aber den Vorteil, dass wir quasi die erste Staffel am Stück durchgucken konnten, was natürlich super war.
Und was für uns tatsächlich...
Augen öffnend waren in der Serienrezeption.
Wir machen das hier einfach live on tape, weil ich habe jetzt mal schnell, während Timo geredet, hat Wikipedia angeworfen.
Und bei Wikipedia steht im englischsprachigen Eintrag für Frank Underwood, dass er der demokratischen Partei zugehörig war.
Ach siehste sogar, es war sogar offiziell so.
Das habe ich gar nicht mehr so in Erinnerung.
Ich dachte, man hat es immer gemutmaßt.
Aber super Serie.
Ich bin damals auch ein großer Fan von Kevin Spacey geworden.
Nichtsdestotrotz war das, glaube ich, für Netflix auch in Deutschland und in Europa international der Durchbruch, um als eigener Fernsehproduzent, Serien-Filme-Produzent wahrgenommen zu werden.
Bis dahin war man eben sozusagen ein Abspielkanal für fremde Filme, für gute Filme.
Aber mit Netflix hat man zum ersten Mal diese Duftmarke hinterlassen, wir können.
Wir können großen Kinostoff aufbereiten und zwar auf eine Art und Weise, wie man es zum damaligen Zeitpunkt so auch noch gar nicht gesehen hatte.
Genau, man war eben in einer Situation, dass Studioverträge ausliefen, dass Preise sehr, sehr deutlich gestiegen sind und der Verhandlungsmacht der Studios wollte man eben etwas entgegensetzen.
Man war noch nicht groß genug, um wie in der aktuellen Zeit auch mal so eine Studios zumindest zu versuchen, käuflich zu erwerben und damit eben auch den rechte Katalog.
Aber man war in einer Situation, wo man Gelder hatte und eben in der Lage war, auch umfangreiche Geldbeträge mal in, also nicht mal, aber in eine solche Serie zu investieren.
Genau.
Netflix erlangte damit mit House of Cards ab 2013 mehrere Emmy-Auszeichnungen.
Es gab ja, glaube ich, insgesamt fünf Staffeln.
Die ganze Serie wurde ja auch zum Ende hin ziemlich wild.
Aber gut, es gab weitere Serien wie Orange is the New Black, die ziemlich einen Kultstatus gewonnen haben.
Und 2018 gab es für die erste Sportdokumentation von Netflix sogar einen Oscar.
Bei House of Cards will ich aber dann doch nochmal ein bisschen ansetzen.
Denn da ist etwas passiert, was nicht nur Neuland war vor dem Hintergrund, dass man selber produziert hat, sondern es geht auch darum, wie.
man produziert hat und auf Basis welcher Informationen man produziert hat.
Und da sind wir nun in der Situation, dass Netflix bis 2012 eben schon einige Jahre im Streaming-Business hinter sich gebracht hat.
Das waren schon sechs Jahre bis Ende 2012 ins Land gegangen und man hatte eben Daten.
Und diese Daten hatte man auch schon ein Jahr früher, nämlich nach fünf Jahren, als es in Hollywood eben so war, dass da eine Serie angeboten wurde.
die sich damit beschäftigte, die britische Originalserie House of Cards von 1990 nochmal neu zu verfilmen und auf die USA der frühen Zehnerjahre zu übertragen.
Und dann hat man sich das angeguckt und dabei spielt jetzt Ted Sarandos eine ganz, ganz wichtige Rolle, der damals und auch heute noch Head of Content von Netflix war und ist.
Der hat sich, wie gesagt, mit der Serie beschäftigt und der sah das Potenzial für eine amerikanische Neuadaption.
Der Regisseur David Fincher, den viele von euch wahrscheinlich deswegen auch kennen, weil er Filme wie Fight Club, Seven, The Social Network gedreht hatte, der hatte das Projekt bereits entwickelt und stand in Verhandlungen mit HBO und AMC.
Das waren damals die beiden unbestrittenen Heimatstätten.
für Prestige TV.
HBO war damals ja mit Sex and the City schon mal in die eigenen Produktionen gegangen.
Aber die waren eben so ein bisschen anders gelagert.
Das war noch so klassisch und man hat das früher immer so gemacht, dass es sogenannte Test-Screenings gab.
Die gab es übrigens bis in die frühen Zehnerjahre.
Ich habe an einem Test-Screening in Las Vegas teilgenommen.
Netflix war damals aber schon cleverer, denn die haben sich nicht so sehr auf Test-Screenings verlassen, sondern sie wussten, etwas über ihre Nutzer.
Die anderen Sender wollten also zunächst mal eine Pilotfolge haben, bevor sie sich verpflichteten.
Das war der übliche Weg.
Und Netflix ging eben anders ran.
Sarandos sagte Fincher und den Produzenten zu, ohne einen einzigen Piloten direkt zwei, nicht eine, zwei komplette Staffeln zu bestellen.
Er hat Geld zugesagt in Höhe von 100 Millionen US-Dollar.
Er hat 26 Episoden bestellt, was ein damals irrsinniger Deal war.
Ted Sarandos hatte sich aber sehr, sehr gut vorbereitet.
Die Netflix-Daten haben eindeutig gezeigt, dass Nutzer die Finchers Filme, also nochmal, Fight Club 7, Social Network, die die gerne hatten, dass die gleichzeitig überdurchschnittlich häufig die britische Originalserie gestreamt hatten.
Kevin Spacey-Fans waren obendrein auch noch mit dabei und überlappten dann mit diesen Gruppen.
Also die wussten relativ klar, dass das eigentlich funktionieren müsste.
Und das habe ich jetzt bei der Recherche auf diese Sendung nicht nochmal gefunden, beziehungsweise ich habe es dann beim letzten finalen Check auch wieder vergessen, da nochmal nachzugucken.
dann eben so in die vorhanden gegangen ist, dass er ein Budget von 100 Millionen Dollar hatte für Serien.
Und er hat dieses Budget komplett in House of Cards gepackt und kam dann eben zum nächsten Board Meeting und wurde gefragt nach dem Motto, was er denn gemacht hat.
Er hat eine Serie gekauft.
Wie viel?
Für 100 Millionen.
Das ist alles.
Das ist alles Geld.
Das war alles Geld, was man eben für diesen Serientopf dann eben vorgesehen hatte.
Und davon war dann eben eine Serie.
Also er hat in der Situation sehr, sehr viel auf die Karte der Datenheuristik gesetzt.
Und das war eben für Hollywood komplett neu.
Und das war dann wirklich auch eine Revolution.
Kein Netzwerk hatte jemals so viel Vertrauen in Datenpunkte.
statt in Piloten gesetzt und für Netflix war es dann auch eine Geburtsstunde, auch einer gewissen Überlegenheit, weil wenn man dann mitbekommt, dass sowas funktioniert und was funktioniert, kann man ja ganz andere Sachen machen.
Orange is the New Black war noch einer dieser Piloten in dem Bereich, aber mit Narcos, wo man eben wusste, naja, das wird wahrscheinlich viele der Mexikaner in den USA interessieren.
Oder Stranger Things.
Naja, da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie man das damals so rausbekommen hat.
Aber es war eine Serie, wo man auf Seiten von Netflix darauf gesetzt hat, dass diese Serie funktioniert.
Und die Reaktion der Filmindustrie auf Stranger Things war zunächst komplett gedämpft.
Und auch bei Netflix wäre es fast durchgefallen.
Aber...
Also man hat sich dafür entschieden und dann heute ist es eben so, dass Stranger Things eine der meistgesehenen Serien in der Geschichte von Netflix ist.
Die Serie hat mehr als 100 internationale Auszeichnungen gewonnen und naja, dann gibt es ja immer so Bewertungen, was hat es dem Unternehmen eigentlich gebracht und man geht hier davon aus, dass es 12 Milliarden US-Dollar in Form von Erlösen durch gebundenen Abonnenten eingebracht hat.
Also eine Wahnsinnskohle.
Also das Interessante an Netflix, dass sie ja dann, du hast das vorhin schon so angedeutet oder schon angerissen, parallel zu dieser Serienentwicklung und eigenen Stoffentwicklung, Eigenproduktion, haben sie dann eben international expandiert.
Und das finde ich ja auch so faszinierend.
Sie haben Inhalte produziert, die überall auf der Welt oder fast überall auf der Welt zumindest funktionieren.
Und 2011, 2012 kamen die ersten Länder dazu, 2014 40 Länder, unter anderem auch in Deutschland und dann eben 2016 130 Länder nochmal gleichzeitig, in denen man seine Inhalte anbot.
Dann zu dem damaligen Zeitpunkt war man dann in 190 Ländern vertreten und konnte dann natürlich Noch ein nächster Entwicklungsschritt sagen, okay, wenn wir jetzt in so vielen Märkten vertreten sind, können wir zumindest für die Märkte, die eine gewisse kritische Größe haben, dann auch tatsächlich mal Produktionen für die regionalen Märkte in Auftrag geben und nicht nur unsere House of Cards amerikanischen Produktionen dort ausrollen.
Das geht auch noch.
Das ist der Skalierungseffekt, den man da in den Zahlen von Netflix gleich sehen wird.
Aber sie haben eben auch noch angefangen, deutsche Serien zu produzieren.
Oder Gott weiß was für sie.
Eine französische.
Bei uns zu Hause hieß die immer nur Lupin.
Aber es heißt Lupin.
Lupin?
Ja, und da geht es um einen sehr netten Räuber.
Ah ja, okay.
Aber kann ich mir ja auch mal angucken.
Hast du sonst noch einen guten Tipp gerade?
Also für mich sind es ja wirklich immer die Klassiker.
Also ich muss schon sagen, Breaking Bad ist ein absoluter Kracher.
Ja, fand ich aber auch krass.
Habe ich auch geguckt, aber fand ich schon krass.
Okay, dann kommt jetzt der nächste Kracher.
Natürlich Dexter.
Brutale Serie.
Das war dann meine Serie, wo ich das erste Mal wirklich auch teilweise bis drei Uhr nachts dann weitergebingt habe, weil ich nicht aufhören konnte.
Ich habe dann irgendwann die Taktik entwickelt, immer zur Mitte einer Folge aufzuhören.
Da war es nämlich meistens erstaunlich leicht.
Okay, interessante Taktik, ja.
Kann ich mir vorstellen.
Man fängt ja immer an der gleichen Stelle an.
Das ist ja auch so eine Geschichte, die bei einer Videokassette zwar auch funktioniert hat, aber mitunter bei den DVDs nicht so locker war, wenn sich der DVD-Player dann auf einmal ausgestellt hat.
Der war dann eben nicht bei Minute, keine Ahnung, 23 einer Serienfolge oder bei Minute 46 eines Films.
Das ist dann immer ein bisschen nervig und das hat bei Netflix immer mal geklappt.
Die merken sich ja dankenswerterweise dann auch sehr faszinierend, diese erste Erfahrung, wenn man auf dem Fernseher aufhört, etwas zu gucken und auf dem iPad dann weitergucken kann.
Tolle Sache.
Also das sind alles so Dinge, die dann in den Zehnerjahren so stattgefunden haben.
Nutzungsgewohnheiten, die sich geändert haben.
Und ja, das alles ziemlich faszinierend.
Und dieses ganze Thema der Internationalisierung ist natürlich auch wirklich nach wie vor eine Herausforderung.
Das Thema Lizenzrechte bleibt eben, trotzdem erhalten.
Es wird geringer, weil man eigene Inhalte hat.
Und eine andere Sache, über die man sich dann bei diesem ganzen Digitalthema vielleicht auch nicht so immer spontan Gedanken macht, es gibt nicht nur unterschiedliche Filmrechte in Ländern.
Es gibt auch unterschiedliche Altersfreigabesysteme und Durchsetzungsvarianten vom Kinderschutz.
Es gibt Datenschutzgesetze, es gibt unterschiedliche Werbevorschriften.
All das muss in irgendeiner Form dann lokalisiert werden und dafür braucht man dann schon so ein paar Leute.
Netflix ist eine beeindruckende Geschichte der Expansion und Netflix ist aber auch das, was man wahrscheinlich auf so Business School als Case Study sich anschauen kann.
Eine Geschichte über...
Wie schaffen Unternehmen es immer wieder, mit unterschiedlichen Marktbedingungen oder sich verändernden Marktbedingungen klarzukommen und sich neu zu erfinden?
Oder wenn es nicht gleich eine Neuerfindung sein muss, dann aber zumindest neu aufzustellen und zu behaupten in einem Markt, der schon umkämpft ist.
Und da ist Netflix, glaube ich, schon ein sehr, sehr, sehr, sehr spannendes Beispiel, weil man eben… wir haben es jetzt gesagt, drei, vier Mal in gerade mal 20 Jahren etwa, sein Geschäftsmodell komplett über den Haufen gekrempelt hat.
Und ich schon die Frage an dieses Unternehmen hätte, okay, was waren die Voraussetzungen dafür, dass dieses Unternehmen das hinbekommen hat?
Aber das ist ja eine Herausforderung, vor der viele andere Unternehmen auch stehen, die es aber nicht so gut hinbekommen.
Aber es ist doch tatsächlich eine Form der Unternehmenskultur, die der Reed Hastings offensichtlich hinbekommen hat, dass er gesagt hat, in diesem Unternehmen gibt es nur Mitarbeiter, die wirklich, eine Lehre aus der Erfahrung von 2001, die wirklich zu 150 Prozent für dieses Unternehmen brennen und die sich voll einsetzen.
Dieses Unternehmen wurde ja dann entwickelt nach dieser Erfahrung von damals und der Erfahrung, die er bei Pure Software gemacht hatte, dass er gesagt hat, ich will nie wieder in einem Unternehmen arbeiten, wo ich wie so ein fürchterlicher Angestellter Manager bin und irgendwie Reisekostenrichtlinien kontrolliere.
Und deswegen hat er für Netflix ja etliche Regeln erlassen, die alle darauf hinauslaufen, es gibt in diesem Unternehmen keine Regeln.
Das finde ich total faszinierend.
Ich habe das mir gerne angeguckt.
Also ja, wir versuchen die richtigen Mitarbeiter einzustellen, aber wenn wir feststellen, dass diese Mitarbeiter nicht, die sind nett, die sind gut, die machen auch eine ordentliche Arbeit, aber sie machen nicht die exzellente Arbeit, die wir in dem Job auf der Position brauchen, dann trennen wir uns auch wieder von diesen Mitarbeitern.
Wir fangen nicht an, Urlaubstage zu zählen.
Wir geben auch nicht Urlaubstage vor, sondern wir stellen es unseren Mitarbeitern frei, sich zu überlegen, wie viel Urlaub sie wohl brauchen und dann dürfen sie diesen Urlaub nehmen.
Das klingt erstmal total verlockend, aber es ist ehrlicherweise auch ziemlich, ich sag mal, fordernd von den Mitarbeitern.
Und sie werden sich wahrscheinlich sehr genau überlegen, ob sie jetzt wirklich 10 Tage oder 14 Tage Urlaub nehmen oder vielleicht auch nur 3 oder 4 Tage reichen.
Und so eine Unternehmenskultur hat Reed Hastings bei Netflix etabliert.
Er hat das Ganze im Grunde genommen in einem Rulebook formuliert, in Folien, die er irgendwie auch dann ein paar Jahre später veröffentlicht hat und die dann im Silicon Valley auch einen großen Kultstatus entwickelt haben.
Die sind auch herunterladbar.
Den Link werden wir in den Shownotes haben und das kann sich dann in der Tat jeder herunterladen.
Richtig, genau.
Es gibt keine Urlaubstage, es gibt aber auch keine Kontrolle über die Urlaubstage.
Es gibt keine Reiserichtlinie und es gibt keine Kontrolle über die Reiserichtlinie.
Aber jeder ist aufgefordert, natürlich in voller Verantwortung für das Unternehmen zu handeln und sich im Zweifelsfall selbst ein bisschen einzugrenzen in dem, was man so tut oder meint tun zu müssen.
Großartig fand ich die Regel, niemand kommt nackt zur Arbeit.
Ganz wichtiger Punkt.
Aufrichtigkeit unter allen Umständen, auch gegenüber Führungskräften.
Jeder kann jedem alles sagen.
Es sollte einigermaßen höflich sein, aber sachliche Kritik bis hin zum CEO sollte vorgebracht werden.
Ich kann jetzt nicht sagen, wie das dort gelebt wurde, aber es war auf jeden Fall eine Unternehmenskultur, die sehr stark darauf getrimmt war, sich selbst immer wieder in Frage stellen, herausfordern und auch alles überdenken zu können.
Und das finde ich schon sehr, sehr faszinierend.
Und das hat hervorragend funktioniert und das hat seinen Kulminations- und Explosionspunkt im Grunde genommen im Jahr 2020 gehabt.
Das war ein Jahr, wo Netflix so geboomt hat, wie eigentlich nie zuvor.
Und dann bewegte sich die Welt auf einmal gar nicht mehr.
Ab März 2020 stand alles still.
Welt war im Lockdown.
Alle waren zu Hause.
Naja, was sollen sie machen?
Im Frühjahr 2020 gewann Netflix 16 Millionen neue Abonnenten in nur einem Quartal hinzu.
Zum Jahresende 2020 über...
schritt man zum ersten Mal die 200-Millionen-Abonnenten-Marke.
Also der Weg kannte nur eine Richtung.
Bei Kunden, bei Umsätzen und beim Aktienkurs.
Unternehmerisch ging es dann erstmal weiter, aber das Ganze drehte sich in einem Jahr, was ja generell für die Tech-Werte nicht so erfreulich war, im Jahr 2022.
Im ersten Quartal war es dann nämlich so, dass Leben langsam zurückkehrte.
Und Netflix das erste Mal seit über einem Jahrzehnt, da hatten sie einen kleinen Managementfehler gemacht, ein Minus bei den Abonnenten feststellen mussten von 200.000.
Und auch im Q2 ging es nochmal weiter.
Nicht mit 200.000 Abonnenten weniger, nö, mit 970.000.
Und das war eine Situation, die man, naja, als so etwas wie eine...
zumindest eine Chance des Jahrzehnts bezeichnen muss, denn darauf reagiert die Aktie dann schon sehr, sehr heftig und fiel von damals zunächst 690 Dollar auf 175, hat also 75 Prozent innerhalb weniger Monate verloren.
Netflix verlor 50 Milliarden Marktkapitalisierung an einem Börsentag, da war also eine Menge los und wir kommen ja auch nochmal zu Kursentwicklungen in der jüngeren Zeit.
Wenn ich sage übrigens 175 Dollar und 690 muss man aus der heutigen Perspektive sagen, dann nehmen wir uns einfach mal eine 10er Stelle weg, sagen 69 und 17,50 Dollar, denn das sind die um einen Aktiensplit bereinigten Kurse, die sich dank eines 10 zu 1 Splits eben auch im Kopf sehr, sehr leicht rechnen lassen.
Das ist wie für diesen Podcast gemacht.
So, Gründe für den Einbruch vielleicht auch nochmal kurz, bevor wir dann in der Tat mal wieder zu einem Wechsel, zu einem proaktiven Wechsel.
von Netflix kommen, der auch für viel, naja, viel Emotionalität gesorgt hat.
Es gab nach Covid Normalisierung.
Die Menschen sind wieder nach draußen gegangen.
Die sind wieder ins Kino gegangen.
Und dann haben lustigerweise auch tatsächlich andere Unternehmen mitbekommen.
Dieses Streaming, das ist eine ganz interessante Sache.
Apple TV und Amazon waren schon da, haben aber auch ihre Initiativen hochgefahren.
Und noch mit dazu kam Disney Plus, HBO Max.
Und naja, so war es auf einmal so, dass da relativ viele Angebote waren.
Und naja, es gab auch eine mangelnde Preisdisziplin.
Netflix hat jahrelang Preise erhöht, ohne den von Kunden wahrgenommenen Mehrwert entsprechend zu steigern.
Und es hat dann eben auch zu einer Kündigung von Abos geführt.
Und dann hat man eben irgendwie auch noch eine andere Sache festgestellt.
Es gab da etwas, was Netflix nicht so richtig cool fand.
Irgendwann mehr.
Es gab 100 Millionen Haushalte, die Netflix genutzt haben, ohne dafür zu bezahlen.
Das hatte einen Hintergrund, den Netflix selbst in die Welt getwittert hatte.
Und dieser Grund hieß Love is sharing a password.
Und dabei ging es also darum, dass man...
quasi unternehmensseitig dazu aufgefordert worden war, doch mit Freunden auch sein Passwort zu teilen und anderen das auch zugänglich zu machen.
Das hatte man 2017 in die Welt getwittert, hat die ganze Aufschwungphase in 2020, 2021 und so weiter mitgenommen.
Und in 2022 hat man irgendwie so gedacht, möglicherweise müssen wir diese Taktik mal einmodden.
Und damit ging es dann in der Tat los, dass man in 2022 schon angefangen hat, das mal zu testen.
Denn was macht man als ein Unternehmen mit ganz, ganz vielen Kunden, wo es ganz, ganz viele Datenpunkte gibt?
Man kann sich so einen Markt einfach mal rausnehmen.
Das hat man Mitte 2022 gemacht.
Das war dann übrigens auch eine Begleitmusik zu diesem gesamten Absturz.
Man hat in Lateinamerika nämlich getestet, was passiert da eigentlich?
Und während die Aktie noch abgestürzt ist, wusste man bei Netflix also schon, naja, das hat schon Auswirkungen, aber die Nettoauswirkungen sind positiv.
Und deswegen hat man im ersten Quartal 2023 in Kanada, Neuseeland, Portugal, Spanien die sogenannte Extra Member Option eingeführt, wo man Nutzern angeboten hat, zum Beispiel für 8 Dollar Aufpreis, dann eben.
noch andere Leute mit dazu zu packen.
Und im Mai 23 hat man das dann in die USA, nach Großbritannien, nach Australien.
Und ich könnte jetzt noch 100 weitere Länder aufzählen, aber das mache ich zur Verkürzung dieses Podcasts mal nicht.
Also da war dann eben etwas, wo man auch ein weiteres Mal eine Taktik geändert hat und einfach gesagt hat, naja, es ist jetzt hier ein bisschen übertrieben, wie das Ganze gemacht wird.
Und deswegen, lassen wir das mal bleiben.
Und das ist deswegen so spannend.
Gleich.
Timo meldet sich schon.
Jetzt muss ich dranbleiben.
Am 23.
Mai hat man damit angefangen, das einzuführen.
Und in der Woche, die am 28.
Mai 2023 endete, hatte man 117% mehr Neuregistrierungen als in der Woche zuvor, wo es noch dieses Password-Sharing gab.
Die Kunden...
Bleiben da natürlich dran.
Und 117 Prozent klingt es wahrscheinlich sehr dynamisch.
Aber um mal eine andere Zahl zu nennen, am Tag des 26.
und des 27.
Mai gab es jeweils nahezu 100.000, also anderthalb ausverkaufte Olympiastadions, neue Sign-Ups pro Tag.
Und das waren dann eben auch die größten Anmeldetage in der Netflix-Geschichte.
Ich wollte ja nur...
zu bedenken geben, dass ich nicht glaube, dass das irgendwie unbeabsichtigt war, dass das denen so passiert ist, dass die auf einmal 100 Millionen Nutzer weltweit zusätzlich hatten, die aber noch gar nicht so richtig registriert und zahlende Kunden waren, sondern ich glaube, das war eine Form von Guerilla-Marketing, um die Leute erstmal anzufüttern.
Und dann irgendwann, wenn sie so richtig süchtig sind und sagen, oh, dieses Produkt, auf das will ich auf keinen Fall mehr verzichten, dann irgendwann die Bezahlschranke runter zu machen und zu sagen, so Leute, ihr findet das Produkt so toll, dann könnt ihr doch jetzt so einen kleinen Obolus mal dafür abdrücken.
Bei mir im Umfeld war das immer total normal, dass die Leute in der Tat dieses Account geshared haben.
Und dann haben mir alle Leute mal ganz stolz erzählt, dass sie nur vier Euro für Netflix bezahlen.
Und dann ging das eben los.
Aber ja, also das war auf jeden Fall so.
Und ich weiß nicht, ob man sich selber gedacht hat, wir füttern die mal an und danach ziehen wir ihnen den Stecker wieder raus.
Auf jeden Fall haben sie es an irgendeinen Punkt gemacht.
Manchmal unterschätzt man ja auch, nennen wir es mal, Fehlgebrauch.
Missbrauch war es ja effektiv nicht, aber Fehlnutzung, die muss man dann irgendwann mal registrieren.
Da muss man auch mal sagen, Leute, so funktioniert es nicht.
Jetzt reicht es.
Wir sind ja ein profitorientiertes Unternehmen und wir sind auch nicht nur euch, sondern auch unseren Aktionären gegenüber verpflichtet.
Machen wir das mal so, wie es eigentlich gedacht war.
Nämlich, dass ihr Einzelmitgliedschaften haben könnt, dass ihr Familienmitgliedschaften haben könnt.
Also wir haben da irgendwie so diese Dinge, wo wir auf 4 Devices, glaube ich, Downloads machen können.
1999 pro Monat, werbefrei.
Irgendwie sowas, ja klar.
So sind wir auch.
Tobias, Profit ist ein sehr gutes Stichwort bei Netflix.
Was mich wirklich beeindruckt hat bei diesem Unternehmen ist, Die Umsatz- und Gewinnentwicklung.
Der Umsatz 2016, also wir gehen nochmal ein bisschen zurück, lag bei etwa 8,8 Milliarden US-Dollar.
Also schon sehr, sehr ordentlich, wenn wir uns nochmal kurz daran erinnern, dass die im Grunde genommen 2002, 2001 hatten sie glaube ich 50 Millionen.
Also das war auch schon ein ganz ordentliches Wachstum.
So, dieser Umsatz ist gestiegen von 2016, wie gesagt, 8,8 Milliarden auf 2025 45,3 Milliarden US-Dollar.
Also ungefähr eine Verfünffachung innerhalb von Pi mal Daumen zehn Jahren.
Der Gewinn aber, und da muss ich sagen, das ist echt mal Skalierung, ist gestiegen von 190 Millionen US-Dollar ungefähr.
im Jahr 2016 auf knappe 11 Milliarden US-Dollar nachsteuern, was ja einer Verfünfzigfachung, also wir haben eine Verfünffachung des Umsatzes und eine Verfünfzigfachung des Gewinns, was mir ja schon eine gewisse Indikation gibt darüber, wie sehr sich die Inhalte von Netflix gut über 190 Länder verbreiten und monetarisieren lassen.
Naja, was eben der Punkt ist, was eben so toll an digitalen Geschäftsmodellen ist, wenn du diese Kosten, also beispielsweise House of Cards.
100 Millionen.
Die hast du eben einmal und die schreibst du dann vielleicht in irgendeiner Form ab oder wie immer du damit umgehst, ist eigentlich relativ egal.
Aber wenn du Kosten von X hast, also sagen wir mal ein Zehntel davon, also 10 Millionen, dann macht es sich eben schon bemerkbar, ob du jetzt eben 11 Millionen einnimmst und damit profitabel bist oder.
ob du 15 Millionen einnimmst und damit mal saumäßig profitabel bist.
Und das geht natürlich auch noch weiter.
Und das ist in der Tat das Faszinierende.
Also ich habe hier Zahlen vor mir zu liegen, wie üblich von Guru Focus, die die letzten 15 Jahre abbilden.
Ich beginne jetzt mal im Jahr 2012.
Da ist man bei 3,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, was ja schon ein Hammer ist.
Und man ist bei einer Nettomarge von 0,5 Prozent.
In dem Jahr, auf das Timo eben abgestellt hat, ist das Unternehmen angekommen bei 8,8 Milliarden und 2,11 Prozent Nettomarge, was dann zu den knapp 190 Millionen führt.
Wenn man nochmal ein bisschen weiter geht und ich gehe jetzt mal ganz bewusst ins Jahr 2019, also vor Covid, ist man bei 20 Milliarden und bei knapp über 9 Prozent Nettomarge, also bei 1,8 Milliarden US-Dollar Gewinn.
Und hier in diesen zwei Jahren sieht man sehr schön, was passiert, wenn auf einmal Kunden abschließen ohne Ende.
Von 19 auf 21 steigt der Umsatz von 20 auf knapp 30 Milliarden US-Dollar.
Der Gewinn steigt von 1,9 knapp auf 5 Milliarden US-Dollar, auf 17 Prozent Marge.
Da kam natürlich noch so ein kleiner Effekt dazu, den man in der Covid-Zeit ruhig auch mal anführen kann.
Es war ja nicht nur einfacher, die Leute zu Hause zu lassen und damit mehr Geld ausgeben zu lassen für Streaming, also mehr Menschen, die das Angebot nutzen.
Es war gleichzeitig auch ziemlich schwierig, neue Produktionen hinzubekommen.
Und damit sind die Produktionskosten dann in dem Jahr mal ein bisschen anders ausgefallen, was man dann in 2022 und auch noch ein bisschen in 2023 gesehen hat.
Als die Nettomarge, also in dem Jahr, als die Aktie um 75% fiel, war die Nettomarge nicht etwa bei 4 oder 8%.
Die blieb relativ stabil bei 14%, denn in 2022 war es so, dass 31 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht wurden und 4,5 Milliarden übrig blieben.
Also ein 10%iger Gewinnrückgang bei einer irgendwie noch gearteten 6-prozentigen Umsatzsteigerung.
Und überhaupt ist es so, dass der Umsatz von Netflix bisher in keinem Jahr zurückgegangen ist, sondern es im Moment sich auch anschickt, nochmal weiter ordentlich zu wachsen.
Jetzt mal die letzten Quartalzahlen dazu.
12,25 Milliarden war der Quartalsumsatz in Q1,26 verglichen mit dem Vorjahr, wo es 10,5 Milliarden waren.
Also auch eine sehr, sehr ordentliche Steigerung von knapp 20%.
Bei der Marge würde ich jetzt in der Tat im Moment nicht so genau auf der Quartalsebene gucken.
Dann nehmen wir mal die letzten zwölf Monate.
Da liegen wir bei dem Unternehmen im Moment bei einem Umsatz von 47 Milliarden US-Dollar bei 13,3 Milliarden US-Dollar net.
Profit und damit bei einer Marge von 28,5 Prozent.
Und die ist deswegen wichtig, weil ich in einem Rechenmodell, was ich vor zwei Jahren mal bei EchtgeldTV zu einem sogenannten Wachstumscase für Netflix formuliert habe, das irgendwie als ein Fernziel ausgegeben habe, dass die irgendwie vielleicht mal auf 30, eine 30-prozentige Marge kommen könnten.
Allerdings hatte ich das erst für das Jahr 33 in Aussicht gestellt und die sind jetzt eben fast da.
Also das ist schon sehr, sehr beeindruckend, was da passiert und das waren jetzt viele Zahlen.
Von daher gehen wir noch mal ein bisschen auf die Geschäftsentwicklung ein, damit wir nicht nur hier mit Zahlen um uns schießen, sondern auch mit dem, was in dieser Zeit eigentlich alles so passiert ist.
Denn es gab ja Phasen von Netflix an der Börse.
Es gab 2002 bis 2007 DVD-Verleih.
War das klassische Geschäft.
Es ging weiter mit der zweiten Phase dieser Streaming Transition von 2007 bis 2013.
Da fing man dann eben an und die Aktie stürzte zwischenzeitlich auch mal ab, weil man einen Managementfehler gemacht hat.
Wer das mal nachschauen will, dem sei das Wort Quickster ans Herz gelegt und hat sich davon aber dann auch eben sehr, sehr schnell wieder erholt.
Ja, dann gab es den Original Content Pivot.
Den Wechsel dahin, dass man House of Cards gemacht hat, dass man dann innerhalb weniger Zeit auch Kurse verdoppelt hat und dass man auch im Bewertungsbereich in Höhen gegangen ist, wo ich dann immer anfange mich zu schütteln, denn das KGV war Ende 2016 mal auf eine schlanke 309 gestiegen und da ist dann eben irgendwann auch erreicht, dass die Luft dann eben irgendwann dünn wird.
Weil eben nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich die Gewinne nun in jedem Jahr verdoppeln oder verdreifachen, sondern eine gewisse Entwicklung zwar haben werden, aber bei 309 muss schon ein bisschen mehr passieren.
Es ist ja in den letzten Wochen einiges los gewesen bei Netflix.
Du hast jetzt schon die Quartalszahlen für das erste Quartal genannt.
Da kommen wir gleich nochmal drauf.
Ich will nur kurz noch erwähnen, weil das ja in diesem Podcast für die Historiker unter euch auch immer noch relevant ist.
Die Aktiensplits, die passen ja eigentlich zu jeder dieser Phasen, die du da gerade geschildert hast.
Also 2004 gab es einen Aktiensplit im Verhältnis 2 zu 1.
2015, also jetzt sind wir schon in dieser Original-Streaming-Phase, die da hochkommt, gab es einen Aktiensplit im Verhältnis 7 zu 1.
Das heißt, wir haben immerhin schon mal aus einer Aktie, die wir vielleicht 2002, 2003 für um die 15, 20 Dollar noch gekauft haben, haben wir zu diesem Zeitpunkt dann schon 14 Aktien gemacht und 2025, also noch gar nicht lange her, Ende letzten Jahres, gab es nochmal einen dicken Aktiensplit, nämlich im Verhältnis 10 zu 1.
Das heißt aus meiner einen Aktie, die ich vorausschauend im Jahr 2002 gekauft habe für um die 15 Dollar, sind dann jetzt 140 Aktien geworden, die zum aktuellen Kurs von 92,44 Dollar oder um die 90 Dollar, sage ich mal, etwa 13.000 Dollar wert sind.
Das ist ja schon eine ganz ordentliche Steigerung meines eingesetzten Kapitals, nämlich ungefähr eine für 850-Fachung.
Ich hoffe, ich habe mich hier nicht verrechnet.
Das ist ja sehr, sehr ordentlich, aber man stellt sich dann halt automatisch die Frage, Wie geht es denn jetzt wohl weiter?
Und du hast gerade gesagt, schon 2016 bei dem 300, was war es, 9er KGV, hast du dich so ein bisschen geschüttelt und gesagt, wie können die denn bitte schön ihre Marge weiter steigern, um diese Bewertung dann in die Zukunft fortschreiben zu können oder irgendwie halten zu können?
Moment, also wie sie die Marge weiter steigern können, das ist schon ein Thema, was einigermaßen klar ist.
Nur manchmal ist es ja eben so, dass dieses Kostolani-Sprichwort mit dem Hund und der Leine so eben da ist.
Und ich sage mal, also der Köter ist jetzt mal richtig weit weggelaufen.
Genau, so.
Und jetzt ist natürlich, das hat sich alles irgendwie dann eingependelt in den Jahren danach.
Und heute haben wir ein KGV von für dieses Jahr ungefähr 26, steht hier in meinen Notizen.
Also das ist schon ordentlich runtergekommen.
Die Aktie ist ein bisschen in ihre Bewertung von damals hineingewachsen.
Und trotzdem würde man sich ja jetzt fragen, okay, wie geht es jetzt weiter?
Und können die tatsächlich ihre Margenzuwächse und Umsatzzuwächse, die sie in den vergangenen Quartalen und Jahren so noch realisieren konnten, können sie die noch in den kommenden Monaten und Quartalen so fortsetzen?
Und da war ja das erste Quartal 2026 schon interessant, weil die Zahlen waren rückblickend sehr, sehr gut.
Aber der Ausblick war dann eher so ein bisschen verhalten und hat ja viele Investoren eher enttäuscht.
Das Unternehmen hat es tatsächlich gewagt, die Prognosen nicht anzuheben, nachdem die Zahlen in der Tat sehr, sehr gut waren.
Ich habe eben aus einer Sendung vom 21.02.2024 mir mal meine Notizen angeguckt, wo mir auf Basis der Kommunikation der Zahlen für 23 etwas aufgefallen ist, was ich so eben noch nicht hatte und wo ich wirklich rausgeschrieben habe, weil ich das so cool fand, was die da so erzählen.
Und das betrifft eben eine sehr, sehr gute Kommunikation von Potenzialwachstum.
Ich mache selten drei Ausrufezeichen, da sind drei Ausrufezeichen hin, da sieht jetzt keiner, deswegen muss ich es sagen.
Und was sie da so erzählt haben, das lese ich jetzt einfach mal vor, habe ich auch bei echt, glaube ich, mindestens schon zweimal gemacht, aber ich finde es wirklich sensationell.
Und ich habe mir dummerweise nicht aufgeschrieben, wer es gesagt hat, aber es hat eben jemand von Netflix gesagt und ich lege jetzt mal los.
Wenn wir weiterhin gute Arbeit leisten und uns kontinuierlich verbessern.
Und uns gleichzeitig in neuen Bereichen wie Werbung und Spielen etablieren, glauben wir, dass wir viel mehr Raum zum Wachsen haben.
Der Markt für Pay-TV, Film, Spiele, Markenwerbung hat ein Volumen von 600 Milliarden Dollar.
Markenwerbung.
Netflix macht heute nur etwa 5% dieses adressierbaren Marktes aus.
Unser Anteil am Fernsehkonsum liegt in allen Ländern immer noch unter 10%.
Aber alles beginnt mit dem Verbraucher.
Denn wenn wir unsere Mitglieder begeistern, können wir mehr Engagement, Umsatz und Gewinn erzielen als unsere Konkurrenz.
So schaffen wir ein immer wertvolleres Unterhaltungsunternehmen für unsere Mitglieder, Inhalteproduzenten und Aktionäre, das im Laufe der Zeit wachsen und stärker werden wird.
So, und da ging es dann eben los, dass ich mir angeguckt habe, wie hoch eigentlich der Umsatz zum damaligen Zeitpunkt war und was das so bedeutet hat.
Der Umsatz damals betrug 33,7 Milliarden US-Dollar.
Das müsste das Jahr 2023 gewesen sein.
Auf Basis der anzunehmenden Nutzer, die man damals hatte, entspricht es einem Annual Revenue Per User, einem sogenannten ARPU von 135 Dollar.
Und so bin ich dann jetzt eben rangegangen und habe gesagt, nun gut, machen wir mal eine Sache.
Wir setzen das Umsatzwachstum pro Nutzer mal bei 12,5 an, weil man eben noch weitere Leistungen mit dazu nimmt und man das ganz interessanter macht und weil vielleicht auch noch Sport mit dazu kommt und so weiter.
Und darüber hinaus auch ein Kundenwachstum von 10 Prozent auf dann 675 Millionen Nutzer, die es dann werden sollten.
habe ich unterstellt 30 Prozent.
Durch diese Maßnahmen bin ich zunächst mal 10 Jahre, 135, um 12,5 Prozent pro Jahr wachsen lassen.
Gleichzeitig das Ganze von 675 Millionen zahlen lassen, bedeutet dann 297 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Bei einer 30-prozentigen Marge führt das zu einem Nettogewinn von, richtig, 89 Milliarden.
Das sind ja Apple-Regionen.
Das ist ein Wachstum von 18 Prozent pro Jahr.
Wenn man jetzt unterstellt, dass man nach dem Aktiensplit 4 Milliarden Aktien hat, dann entspricht das einem Gewinn pro Aktie von 22,25 Dollar im Jahr 2023.
Und bei einem KGV von 20 bis 25 würde das dann eben einen Aktienkurs bedeuten von 445 bis 560.
Damals, als wir das aufgenommen haben, war der Aktienkurs bei umgerechnet 57,50 Dollar.
Also hat schon noch viel Potenzial gezeigt, aber da war eben auch eine starke Anstiegsphase des Kurses gerade hinter uns liegen.
Aber bezogen auf das, was ich in den Raum gestellt habe, auf Basis dessen, was Netflix aufgeführt hat, ist es im Moment eben so, bei der Marge sind sie schon nahezu.
Beim Kundenwachstum sind sie extrem gut weiterhin unterwegs und insofern sehe ich nicht, dass diese Schätzungen, die als Bull und Wachstumscase aufgemacht wurden, total unrealistisch sind.
Also vor dem Hintergrund ist dann dieses Herangehen 20er, 25er KGV, also wo man schon ein bisschen runter geht von den Leveln, die man im Moment noch zu zahlen bereit ist.
Also so eine 500 beim jetzigen Aktienkurs.
Der ja gerade mal bei 90 steht.
Genau, ist als Kursziel etwas, was durchaus realistisch ist.
Und dann gehe ich eben auf die Ist-Betrachtung auch nochmal rauf und dann sind wir genau bei der Buffett-Prüfung.
Und eben sagt nach dem Motto, the great company is es.
Und die Frage, die sich dann stellt, is it a great company at a fair price?
Und dieser fair price, da bin ich eben rangegangen und habe gesagt, also wenn so ein Unternehmen noch so wachstumsstark ist.
Und wenn man auch mit einer, also die Schätzungen von Analysten sind partiell so 20%, da mache ich sogar einen Abschlag drauf und sage mit 15%, kalkulieren wir das mal nur im Kopf mit 15% pro Jahr, 15% bedeutet bei einem 10 Jahre in diesem Bereich stattfindenden Wachstum eine Vervierfachung der Gewinne.
Und bei so einem Unternehmen sage ich dann eben, wenn ich dieses Potenzial sehe und dem es zutraue und da eben eine Managementphilosophie auch dahinter ist, die in das Unternehmen reingetragen wurde, dann traue ich das dem zu.
Und dann würde ich im Zweifelsfall sagen, Fair Price, Fair Price ist ja für mich dann meist so, wo ich nochmal so ein bisschen da hänge und denke, das ist aber viel.
Da ist ein KGV von 30 nicht zu teuer, was bei einer Vervierfachung der Gewinne eben in 10 Jahren bei 7,5 liegen würde.
auf Basis dessen, was es ist.
Also das würde immer noch bedeuten, dass da Luft ist.
Würde bedeuten, 30er KGV für die Schätzung für 2026 bei 359 108 Dollar.
Das wäre ein fairer Preis.
Wenn man sagt, man will das Ganze ein bisschen preiswerter haben und man will das Zeichen preiswert, das ist eher so das, was ich dann mag, wo ich dann auch ganz gerne anfange, mal tätig zu werden, dann ist man bei einem Kurs von Passend 90 Dollar.
25er KGV, 359 sind ungefähr 90.
Und wenn man dann sagt nach dem Motto, man will auch mal die Drops in irgendeiner Form abfischen können, dann ist man bei einem Faktor 20 aus meiner Sicht bei dem Unternehmen gut aufgehoben.
Und das wäre dann ein Kursniveau von 72.
Sag mal, und jetzt sind wir schon so richtig tief eingestiegen.
Du bist da so ein bisschen wie der Hund mit der Leine irgendwie vorangeprescht.
Du hast mir ja in einer Sendepause gesagt, ich soll mir jetzt mal ein bisschen aufs Gas drücken.
So, du willst heute Abend noch Fußball gucken.
Ja, ich gucke heute Abend noch Fußball.
Ich will nicht nur, ich werde heute Abend noch Fußball gucken.
Ich will nur zwei Fragen stellen.
Reed Hastings zieht sich jetzt zurück, komplett, aus dem Unternehmen.
Gut, es gibt Ted Sarandos, der ist jetzt aber auch nicht mehr 15, der ist auch schon lange dabei.
Und?
Der Warner Brothers Deal, wo sie sich wirklich bemüht haben, drei, vier Monate richtig viel Geld auf den Tisch legen wollten, am Ende über 80 Milliarden Cash, geht am Ende nach Hause mit der Alison Family und Paramount Sky Dance.
So, da können jetzt die Reaktionen der Aktionäre und der Investoren, war ja erstmal super, dass der Kelch an uns vorbeigegangen ist.
Die Aktie ist erstmal deutlich gestiegen wieder.
Nicht ansatzweise so stark, wie sie vorher unter der Befürchtung, dass dieser Deal zustande kommen könnte, gefallen ist.
Richtig.
Ich will noch eine Sache dazu ergänzen.
Also ich bedauere den Deal vor dem Hintergrund, was für eine Macht sich gerade bei der Ellison-Familie sammelt, die sehr Trump-treu agiert.
Inhand dieser Familie.
Finde ich ehrlicherweise zum Kotzen.
Punkt eins.
Punkt zwei ist, als Netflix-Aktionär, glaube ich an verschiedenen Stellen, dass es nicht so schlecht ist, weil im Grunde am Kapitalmarkthorizont das eine oder andere Wölkchen schon zu sehen ist und man eigentlich auch ganz gut damit bedient ist, dass man diesen Deal zu...
deutlich höheren Konditionen von einem anderen Unternehmen aus der Hand genommen bekommen hat.
Und jetzt in einer Situation ist, dass ein Unternehmen, was über Bande natürlich auch von Oracle, einem Unternehmen, wo auch diverse Falten auf den Stirn von Aktionären und von Marktteilnehmern zu sehen sind, eben eine Finanzierung erstmal zu bewerkstelligen ist, die jetzt auch nicht mal so eben locker gewuppt werden kann.
Vor dem Hintergrund ist die größere Baustelle jetzt erstmal von Netflix weg, die das aus dem Cashflow ganz gut hätten machen können.
Ich würde mir ja jetzt eigentlich von diesem Unternehmen wünschen, das ist aber in dem Kapitalmarkthandbuch insbesondere in den USA gar nicht so richtig vorgesehen, dass die jetzt mal so ein paar Kartalle Puffer anfressen, weil...
Wir hatten ganz schön lange keine ernsthafte Krise an den Kapitalmärkten mehr.
Ich würde mir bei Netflix eigentlich wünschen, dass sie irgendwann darauf warten, dass dieses Asset, was jetzt gerade für einen horrenden Preis über den Tisch gegangen ist, als Distressed Asset bei ihnen irgendwann für ein Fünftel dessen, was da gerade ausgegeben worden ist, also irgendwie für 20 Milliarden bei ihnen landet, was sie dann zielgerichtet aus der Portokasse, also aus der etwas aufgeblähten Portokasse, bezahlen könnten.
Stattdessen haben sie sich dafür entschieden, Aktienrückkäufe zu machen, was ich jetzt nicht total aus dieser Welt finde bei der Bewertung, weil ich sie eben für grundsätzlich günstig halte, aber jetzt auch nicht so ideal, als dass man nicht sagen könnte, ey, lass uns mal irgendwie so eine bestimmte Menge Geld bis hoch zu einem Jahresumsatz an Liquidität bei uns haben.
Da gibt es ja Unternehmen, die da viel mehr Liquidität mit sich rumtragen in Erwartung einer Krise.
Vielleicht sollte man nochmal die erste Folge von Aktien fürs Leben überhaupt hören.
Warren Buffett, Berkshire Hathaway.
In einem zeitlichen Umfeld, wo ja die Buffett HV auch noch gar nicht so lange zurückliegt, wir in einer Situation sind, dass sowas vielleicht ein ganz guter Tipp wäre.
Aber du hast ja nach Schwächen und nach Risiken auch nochmal gefragt.
Gut, dann nennen wir nochmal ein paar, weil das eben vielleicht zu bullisch war mit den 500 Euro, die ja in 23 so erreicht werden könnten.
Der Wettbewerb wird in der Tat besser.
Also ich bin vorgestern gerade passiert.
Gerade in der Diskussion zu Hause, ob wir Netflix nicht mal in der Tat ein paar Monate abstellen, weil nämlich die am Anfang angesprochenen Mediatheken des Öffentlich-Rechtlichen oder meine vorhandene Amazon Prime Mediathek eben auch ganz, ganz gute Sachen haben und die sind jetzt auch nicht so ganz ohne Geld unterwegs.
Also von daher, Disney kommt ja gerade, also auch wenn Familie Pache eben noch nicht dort tätig ist.
Nee, da weigere ich mich.
Warten wir mal die nächste Zeugnisvergabe ab.
Da kann eben was passieren, aber die geben gerade Gas mit Marvel, mit Star Wars, mit Pixar, mit National Geographic und so weiter.
Musst du jetzt nicht alles erwähnen.
Amazon ist sowieso klar, auch Apple macht da weiter.
Contentkosten ist vielleicht also auch auf der Seite von Netflix ein Thema.
20 Milliarden Dollar, das ist dann schon mal auch für Netflix ein ordentliches Thema.
Wobei ich dann auch immer wieder sage, naja okay, das ist aber im Zweifelsfall auch das, wo man am ersten Mal so ein bisschen vielleicht auf die Bremse treten kann.
Und dann Dinge ausprobieren kann.
Wobei, Sparexperimente bei Netflix haben historisch immer Abonnenten gekostet.
Ein weiteres Risiko, muss man eben auch sagen, Wachstumsverlangsamung in gesättigten Märkten.
Also diese 15 Prozent, die ich da so in den Raum gestellt habe, ist jetzt auch nicht so, dass es mal eben locker ist.
USA- und Kanada-Wachstum stagniert.
Die Q2-Prognose zeigte eine Verlangsamung in der Prognose von 13 Prozent Year-to-Year-Wachstum.
Also von daher, da gibt es eben auch Risiken.
Also Retastings würde ich eher als Sentimentrisiko betrachten.
Also von daher, ich glaube, das war schon auch langfristig dann vorbereitet.
Und ja, sagen wir mal so, das letzte Mal, als ein großer CEO bei einem großen Unternehmen gegangen ist, die letzten beiden Male, die mir jetzt spontan so einfallen, da war das gar nicht so richtig schlecht.
So ein Übervater war Steve Jobs.
Die Apple-Aktie ist im Grunde genommen erst mit der Übernahme von Tim Cook wirklich in den Hyperbel-Flug übergegangen.
Und Microsoft hat es auch sehr gut getan, als Steve Ballmer damals dann abgetreten war.
Also von daher, ich würde es da nicht überdramatisieren.
Ich glaube, dass der auch weiterhin in irgendeiner Form erreichbar bleibt.
Aber hoffe für Netflix, dass es nicht so laufen wird, wie es bei Starbucks.
gelaufen ist, wo der Gründer ja das ein oder andere Mal zurückkommen musste.
So, also von daher, das sind eben so Themen und da natürlich Regulatorik bleibt eins.
Also in Europa zum Beispiel gibt es wachsende Inhaltsvorschriften, Mindestquoten für lokale Inhalte.
Frankreich zum Beispiel verlangt 30 Prozent europäische Inhalte.
Aber da ist Netflix durch die internationale Aufstellung inzwischen auch in der Lage, das zu bewerkstelligen und gut aufgestellt.
Last but not least, Ein Punkt, von dem ich aber auch glaube, dass der auch zeitnah zu lösen sein wird, ist das Thema Piraterie.
Der eine oder andere, der wird vielleicht schon mal darauf hingewiesen worden sein, dass ein Netflix-Abo in der Türkei oder in Thailand, was man über einen VPN mitunter abschließen kann, ich habe es zweimal versucht, ich habe es nicht geschafft, was aber an mir liegen kann, dass man da in die Situation kommt, dass man eben auch bei den Abo-Preisen wahrscheinlich nochmal ein bisschen was hat bei...
missbräuchlicher Verwendung der eigenen Herkunft.
Also VPNs, illegale Streaming-Seiten, das ist nochmal etwas, womit man sich beschäftigt, aber das ist, glaube ich, nachgelagert.
Und nachdem dieses Unternehmen jetzt in den letzten Monaten auch nochmal deutlich unter seinen All-Time-High zurückgefallen ist, in der Spitze um 40 Prozent, aber immer noch 30 Prozent darunter notiert, ist es eben ein Moment.
wo man sich das Ganze mal genauer anschauen kann, ob es nicht interessant ist.
Es ist nicht das Minus aus dem Jahr 2012 von 80%.
Es ist nicht das Minus aus dem Jahr 2022 von 75%.
Aber 30% bei den grundsätzlich eben positiven Aussichten sind aus meiner Sicht ein interessantes Kursniveau, um mal für sich zu sagen.
Also eigentlich ist die gemessen an den Wachstumschancen, die langfristig noch da sind.
Auch da nochmal, was man mit Spielen noch weitermachen kann, ist nicht ansatzweise ausgereiht.
Der Markt Spiele ist viel größer als der Filmmarkt.
Was man an Werbemöglichkeiten auch noch an der einen oder anderen Stelle hat, da wird Netflix auch noch nicht am Ende sein.
Und das ist insbesondere in den gesättigten Märkten wiederum ein totales Thema, weil da die Haushalte vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle mal gucken, was mache ich eigentlich mit meiner Mitgliedschaft?
Ich glaube nicht, dass sie sie abschaffen werden, vielleicht werden sie ein bisschen downskippen und dann eben Netflix die Möglichkeit geben, da vermarkbare Inhalte zu machen und darüber dann wiederum Erlöse zu erzielen.
Also von daher, tolles Unternehmen, nicht nur at a fair price, sondern einigermaßen günstig.
Tobias, das war mal wieder eine fantastische Folge, es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Wir hatten viele Zahlen.
Ich hoffe, alle sind einigermaßen dran geblieben und sind von den ganzen Zahlen, mit denen insbesondere ich mal wieder um mich geschmissen habe, nicht komplett überfordert.
Würde mich freuen.
Ich glaube aber, das erwarten unsere Hörer auch.
Deswegen mögen sie diesen Podcast und dieses Format, weil sie wissen, dass sie hier von dir vor allem sehr, sehr viele Zahlen im Zweifelsfall an den Kopf geschmissen bekommen, aber mit denen man ja auch immer ganz schön was anfangen kann.
Und sollte jemand unseren Disclaimer nicht gehört haben, sei an dieser Stelle auch nochmal gesagt, das ist trotzdem keine Anlageberatung, sondern nur eine persönliche Meinung.
Und dummerweise trifft auch auf meine Meinungen zu, was auf die meisten Meinungen zutrifft.
Es kann auch komplett anders laufen.
Das war Aktien fürs Leben, der Vermögens-Podcast von Capital.
Heute mit Tobias Kramer und mit mir, Timo Pache.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Ich hoffe, es hat euch und Ihnen wieder viel Spaß gemacht und wir sagen bis zum nächsten Mal.
Tschüss aus Berlin.
Tschüss.
