# Strategic Pivots in Tech, Consumer, and Finance Sectors

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-05-06

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 6.5.
Mein Name ist Timon Wunderlich und das ist ohne Aktien wird schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker mit einem der besten YouTube-Accounts in Deutschland.
Neben Interviews mit Top-CEOs gibt es dort auch ein neues Format jeden Donnerstag.
wo einmal die wichtigsten Events der Woche eingeordnet werden.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Am 26.04.
wurde zum ersten Mal ein Marathon in unter zwei Stunden gelaufen.
Und das in Adidas schon.
Pascal erzählt euch, was das mit der neuen Strategie der Marke zu tun hat.
Und dann will eine kleine Kautabakfirma zusammen mit dem Ex-Fox-News-Moderator Tucker Carlson den Nikotinbeutelmarkt übernehmen.
Aber erstmal die News.
Nachdem am Montag Iran und USA sich weiter beschossen hatten, ist der DAX gestern trotzdem mehr als anderthalb Prozent gestiegen.
Dass die Situation nicht weiter eskaliert ist, hat Anleger wohl beruhigt.
Dabei gab es noch mehr Gegenwind.
Die Aktie vom Medizintechnikanbieter Fresenius Medical Care hat über 10 Prozent verloren und damit nur noch einen Börsenwert von knapp 10 Milliarden Euro.
Grund für den Kursverlust.
waren die Zahlen fürs erste Quartal.
Der Nachsteuergewinn lag mit knapp 250 Millionen Euro zwar nur leicht unter den Erwartungen, aber das Geschäft in den USA hängt.
Seit Corona gibt es dort weniger Behandlungen, weil dadurch die Sterblichkeit von Fresenius-Patienten gestiegen ist.
CEO Helen Gieser versucht zwar mit einem riesigen Sparprogramm gegenzusteuern und hat allein im letzten Quartal 64 Kliniken dichtgemacht, aber das reicht dem Markt momentan nicht.
Dazu kommt noch, dass das Geschäft in China auch unter Druck steht.
Ein bisschen Hoffnung macht eine neue Dialyse-Maschine, die jetzt in den USA ausgerollt wird.
Auch Shopify hat gestern Zahlen fürs erste Quartal veröffentlicht und die Aktie ist sogar um über 10% gefallen.
Dabei ist der Umsatz mit mehr als 30% auf über 3 Milliarden Dollar gestiegen und lag damit über den Erwartungen.
Auch das Gross Merchandise Volume, also das Warenvolumen aller Käufe, die über Shopify liefen, lag zum ersten Mal über 100 Milliarden Dollar.
Der Ausblick fürs laufende Quartal hat enttäuscht.
Shopify rechnet jetzt nur noch mit einem Wachstum in den hohen 20ern.
In den letzten vier Quartalen waren es noch über 30 Prozent.
Dazu kommen höhere Kosten.
Bei einer Aktie, die mit dem 70-fachen vom erwarteten Gewinn bewertet wird, reicht das schon für ordentlich Druck.
Weiter in Nordamerika gab es auch Zahlen von PayPal.
Die waren besser als erwartet.
Der Umsatz ist um 7 Prozent gestiegen.
Allerdings muss man genauer hinschauen.
Das Gesamtzahlungsvolumen ist 10% gestiegen, das klassische Checkout-Geschäft wächst aber kaum noch.
Das zeigt, dass Apple Pay oder Klarna Paypal in den letzten Jahren ordentlich unter Druck gesetzt haben.
Der neue CEO Enrique Loris ist erst seit März im Amt, zieht jetzt aber die Konsequenzen.
20% der Belegschaft sollen abgebaut werden.
Das sind über 4.500 Jobs und das Geld soll direkt in KI reinvestiert werden.
Hier sieht der neue CEO Nachholbedarf.
Für die Aktie ging es um die 10% nach unten, das lag aber auch an einem schwachen Ausblick.
Und apropos KI-Investitionen, es gab auch eine Chip-Meldung rund um Apple.
Die suchen gerade nach Alternativen zu TSMC aus Taiwan und haben dafür erste Gespräche mit Intel und Samsung geführt.
Konkrete Aufträge gibt es hier noch keine, aber der Grund ist klar.
Apple hat gerade einen echten Chip-Engpass.
Der KI-Boom hat die Nachfrage explodieren lassen, sodass sie bei Mac Mini und Mac Studio nicht bedient werden kann.
Dazu kommt das geopolitische Risiko.
Wenn China Taiwan angreift, ist Apple in ernsten Schwierigkeiten, wenn es von TSMC abhängig wäre.
Intel würde einem Apple-Auftrag enorm helfen.
Die bauen gerade ihr Auftragsproduktionsgeschäft neu auf.
Darum ist die Aktie gestern um die 10% gestiegen, obwohl der Deal noch längst nicht sicher ist.
Rüber nach Großbritannien, da hat HSBC neue Zahlen für das letzte Quartal gebracht.
Und der Vorsteuergewinn lag mit knapp 9,5 Milliarden Dollar leicht unter den Erwartungen.
Und dafür gab es drei Gründe.
Einmal hat die Bank 300 Millionen Dollar zur Seite gelegt, weil die Lage im Nahen Osten die Wirtschaft belastet.
Dann gab es noch einen Betrugsfall bei einem Unternehmen, dem die Bank indirekt Geld geliehen hat.
Laut Financial Times geht es dabei um den Kreditgeber Market Financial Solutions.
Die sind vor ein paar Wochen pleite gegangen und das hat HSBC jetzt wohl 400 Millionen Dollar gekostet.
Insgesamt werden damit im ersten Quartal schon fast anderthalb Milliarden Dollar an Kreditausfällen erwartet.
Das sind 50% mehr als im Vorjahr.
Und dann kommt noch dazu, dass der CEO George Alhedri die Firma aus einzelnen Märkten rausziehen will und versucht, die Bank agiler aufzustellen.
So eine neue Organisation kostet natürlich am Anfang auch und der Börsenwert ist nach der Meldung um die 5% auf 300 Milliarden Dollar gefallen.
Und auch bei zwei anderen Banken gab es News.
Die Unicredit hat gestern offiziell ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt.
Sie bietet knapp eine halbe Unicredit-Aktie für jede Commerzbank-Aktie.
Das sind aktuell aber knapp 5 Milliarden Euro weniger als die 40 Milliarden Euro Börsenwert von der Commerzbank.
Noch bevor das Angebot über die Ticker gegangen ist, war gestern Commerzbank-Chefin Bettina Orlop hier bei uns in Hamburg auf der Bühne des OMR-Festivals.
Da ging es auch um die Übernahmepläne, denn die hat es auch vor dem offiziellen Angebot schon gegeben.
Allop hat gesagt, dass Unicredit das Geschäftsmodell der Commerzbank trotz 10 Gesprächen noch nicht so ganz verstanden hat und in Unicredits Übernahmepräsentation würden ganz viele falsche Sachen drinstehen.
Unicredit und Commerzbank waren beide gestern um die 5% im Plus.
Und es gab noch eine Übernahmemeldung.
Vodafone kauft den fast 50% Anteil von C.K.
Hutchinson am gemeinsamen Mobilfunkanbieter Vodafone 3 für fast 6 Milliarden Dollar.
Vodafone 3 ist der größte Anbieter in ganz Großbritannien und gehört damit zu 100% zu Vodafone.
Die Aktie ist gestern leicht gefallen.
Die von CK Hutchison ist um die 5% gestiegen.
Und zum Abschluss gab es dann noch Zahlen vom größten Bierbrauer der Welt, Anheuser Busch InBev.
Die haben zum ersten Mal seit 2023 wieder mehr Bier verkauft.
Analysten waren davon ausgegangen, dass der Absatz noch weiter zurückgeht.
Aber vor allem in Mexiko und Südamerika wurde ordentlich Corona und Michelob getrunken.
Und damit konnten die schwachen Zahlen aus USA und China ausgeglichen werden.
Der Börsenwert ist um die 10 Prozent auf fast 160 Milliarden Dollar gestiegen.
Bei Adidas ist Running in den letzten Jahren zu einem der Top-Prios geworden.
Wie gut das vorangeht, verrät euch Pascal.
Vor paar Tagen ist das erste Mal ever ein Mann einen Marathon unter Wettkampfbedingungen in weniger als zwei Stunden gelaufen.
Auch der Zweitplatzierte ist unter zwei Stunden geblieben.
Und dann wurde am gleichen Tag auch noch der Weltrekord der Frauen gebrochen.
Alles in Adidas-Schuhen.
Wie Noah letzte Woche schon erzählt hat, gab es neben dem sportlichen Erfolg auch starke Quartalszahlen.
Der Umsatz ist im ersten Quartal 2026 um 14 Prozent auf über 6 Milliarden Euro gestiegen und das bei steigenden Margen.
Trotzdem ist die Aktie in den letzten zwölf Monaten um fast 30 Prozent abgerauscht.
Ein Grund dafür kann sein, dass immer mehr Analysten glauben, dass der Hype rund um Retro-Schuhe wie den Samba ein Ende finden könnte.
Man sieht das daran, dass das Schuhbusiness im letzten Quartal nur 4% gewachsen ist.
Aber vielleicht ist das nur die halbe Wahrheit, denn der Sieg beim Marathon in London von Sebastian Save war auch ein Sieg für die aktuelle Adidas-Strategie.
Adidas hat viel in die Entwicklung seines Top-Laufschuhs Pro Evo 3 gesteckt.
Das Paar kostet zwar schlanke 500 Euro, hat einen eingebauten Carbonrahmen, wiegt so gut wie nix und je nach Quelle sollen Profis bis zu 2 Minuten Zeitvorteil gewinnen.
Also für einen Alltagsläufer sind die Schuhe eher nicht gedacht.
Aber der Erfolg des Pro Evo 3 färbt sich auf das günstigere Massenmodell Adiziro Evo SL ab.
Ende 2025 kam der Schuh schon ziemlich nah an die Marke von fast 10 Millionen verkauften Paaren ran.
Gleichzeitig ist Running laut dem CEO Björn Gulden im ersten Quartal um fast 30 Prozent gewachsen.
Und für den ist das keine Überraschung.
Schon im März sagte Gulden, dass Running seit drei Jahren für Adidas eine Priorität ist.
Rund um Adiziro bauen die Franken deshalb ein ganzes Franchise auf.
Adizero soll für Reduce to Zero stehen, also auf das Wesentliche reduziert, um maximale Performance zu ermöglichen.
Aber wie funktioniert ein Franchise bei Laufschuhen?
Adidas geht dort vor wie bei den Retroschuhen, die sich in Samba, Gazelle, Spezial und Campus unterscheiden lassen.
Jeder Retroschuh hat unterschiedliche Materialien, Qualitäten und Preispunkte.
Bei Adizero sieht es so aus.
Ebene 1 Profischuhe wie der Pro Evo 3, Ebene 2 Volumentreiber wie der Evo SL.
Ebene 3 Adiziro-Trainingsschuhe, also für Pumper, die auch laufen möchten.
Und Ebene 4 ist frisch dabei, Schuhe speziell entwickelt für Para-Athleten.
Das ist spannend, weil Adidas mit Nike weiterhin einen großen Konkurrenten im Laufbusiness hat und Nike ein ähnliches Entwicklungspotenzial bei Carbon-Schuhen hat.
Gleichzeitig gibt es auch kleine Konkurrenten wie Hoka und On, die um Marktanteile kämpfen.
Es wird also nicht ruhiger und Adidas muss seine Position verteidigen.
Nach den Quartalszahlen ging es in jedem Fall für Adidas um fast 10% nach oben.
Trotzdem ist Adidas gerade nur mit ca.
27 Milliarden Euro bewertet, was dem 17-fachen des erwarteten Gewinns entspricht.
Und Noah hat es euch letzte Woche schon gesagt.
Verglichen mit dem geplanten mehr als 2 Milliarden Euro operativen Gewinn wirkt das aktuell ziemlich günstig.
Zumal noch die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr gespielt wird.
14 Teams, also rund ein Drittel aller Teams, treten in Adidas an.
Aber Sport ist und bleibt eben auch ein Trend-Business.
Wenn der Trend für eine Marke abflacht, kann es schnell bergab gehen.
Das hat man in den letzten Jahren extrem gut gesehen.
Ich sag nur Nike, Under Armour, Lululemon.
Moralisch gesehen schwierig, aber für wiederkehrende Umsätze gibt es natürlich kaum ein besseres Produkt als eins, das süchtig macht.
Zigarettenfirmen verkaufen seit über einem Jahrhundert das gleiche Produkt und wenn sich ein Kunde an einen Geschmack und eine Marke gewöhnt hat, wechselt er ja selten.
ist die Anzahl der verkauften Zigaretten in den USA von über 200 Milliarden Stück in 2020 auf unter 150 Milliarden Stück in 2024 gefallen.
Grund sind Gesundheitsrisiken und dass es jetzt eben vermeintlich gesündere Alternativen gibt.
Über eine davon haben wir hier schon ein paar Mal gesprochen.
Nikotinbeutel klemmt man sich zwischen Lippe und Zahnfleisch und während 2024 in den USA knapp 14 Milliarden dieser Pouches verkauft wurden, sollen 2028 schon 40 Milliarden sein.
Das ist ein Trend, der noch über Jahre so weiterlaufen könnte.
Sehen kann man das in Schweden.
Dort haben Snooze, das sind auch Nikotinbeutel, die auch Tabak enthalten, schon vor knapp 30 Jahren angefangen, dem Zigarettenmarkt Kunden wegzunehmen.
Heute konsumieren mehr Schweden Snooze als Zigaretten.
Die USA stehen jetzt ungefähr da, wo Schweden Anfang der 2000er war.
Der mit Abstand größte Player in den USA ist Philip Morris.
Und die haben 2022 Swedish Match für 16 Milliarden Dollar übernommen und dabei auch deren Beutelmarke.
Sünden.
In den USA kommen die jetzt auf über 60% Marktanteil, aber Philip Morris macht 40 Milliarden Dollar Umsatz und die Beutel machen davon weniger als 7% aus.
Selbst mit starkem Wachstum ist das also nur ein mittelgroßer Teil vom Business.
Direkter kann man den Trend bei Turning Point Brands spielen.
Das ist mit anderthalb Milliarden Dollar eine viel kleinere US-Firma, die ihr Geld eigentlich mit Long Papers für Joints und Kautabak und Schnupftabak macht.
Das Long Paper Business bricht zwar gerade ein, Aber sie konnten durch die Geschäfte ein Vertriebsnetz zu vielen US-Tankstellen aufbauen.
Und das nutzen sie jetzt, um zwei eigenen Nikotinbeutelmarken großzuziehen.
Im Gesamtjahr 2025 hat die Firma knapp 500 Millionen Dollar Umsatz gemacht.
Das Wachstum kommt inzwischen fast komplett aus den Pouches.
Die zwei Marken heißen Free und Alp und wurden erst in den letzten drei Jahren gegründet.
Sie haben aber schnell Marktanteile aufgebaut, unter anderem, weil Alp ein 50-50-Joint-Venture mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson ist.
Tucker hat eine der größten Polizendungen der Welt mit Millionen von Aufrufen pro Folge und macht Werbung für die Beutel.
Weil die Marken so jung sind, ist es auch ein bisschen schwer zu prognostizieren, wie stark die wachsen werden.
Fürs laufende Jahr geht das Management von knapp 50% Wachstum in dem Bereich aus und will das auch bis 2030 halten, um bis dahin 10% Marktanteil zu haben.
Trotzdem ist der Kurs in den letzten drei Monaten um knapp 30 Prozent eingebrochen und das KGV liegt bei 25.
Grund sind Sorgen rund um die FDA, also die US-Behörde, die alle Nikotin-Produkte zulassen muss.
Letzten Monat wurde veröffentlicht, dass die bei neuen Beuteln zögerlicher wird, unter anderem wegen Sorgen, dass die Beutel mit ihrem Fucht- und Minzgeschmeckern auch Jugendliche anziehen könnten.
SYNN hat hier für viele Produkte schon eine volle Zulassung und darf deswegen auch in Supermärkten und über Großhändler verkaufen.
Free und Alp werden aktuell fast nur über Tankstellen, Online- und Tabakshops vertrieben, weil viele Großhändler nur FDA-autorisierte Produkte führen wollen.
Im schlimmsten Fall wird die Zulassung aber nicht nur verzögert, sondern komplett abgelehnt.
Dann müssten sie die Produkte komplett einstellen.
Das wirkt aktuell nicht extrem wahrscheinlich, sollte man aber auf dem Schirm haben.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstars bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute.
Adios.
