# Navigating Cognitive Debt and AI-Augmented Workplaces

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-05-05

## Transcript

Macht uns KI eigentlich dumm?
Es gibt so einen Begriff, der im Zusammenhang mit KI immer häufiger auftaucht und zwar Cognitive Debt.
Cognitive Debt ist so eine Art, wenn man es wörtlich übersetzt, eine geistige Verschuldung oder geistige Schuld.
Gemeint ist damit die Gefahr, dass wir zu oft unser Denken an KI auslagern.
Ihr kennt das selbst, E-Mails werden vorformuliert, Argumente werden strukturiert, Entscheidungen möglicherweise auch schon mit KI getroffen.
Aber wir selbst gehen diesen Denkprozess gar nicht mehr.
Und da gibt es jetzt irgendwie eine Studie vom MIT aus dem letzten Jahr, die das Ganze ein bisschen untersucht hat und tatsächlich auch ein aktuelles Buch, über das ich heute sprechen möchte.
Ich möchte nämlich diese Frage einmal beantworten, werden wir durch KI eigentlich klüger oder einfach nur bequemer und am Ende dadurch auch dümmer?
Dazu habe ich mir eine Expertin eingeladen, Celeste Spajic.
Celeste ist Autorin, sie ist Gründerin im Health-Tech-Bereich.
Also sie hat im Grunde da ein bisschen Background in dem Bereich, ist Expertin auf dem Gebiet.
Und sie hat ein Buch geschrieben, Unlock Your A-Identity.
Ich glaube, man spricht es Identity aus.
Werden wir gleich nochmal nachfragen.
Und ich freue mich ganz besonders, dass sie heute hier ist.
Ich bin Max Mundhenke und ihr hört Kollegin KI.
Hallo Celeste.
Hallo Max, freut mich sehr, hier zu sein.
Wie spricht man denn das Buch nun aus?
Es wird geschrieben A-Identity, aber...
Genau, also das ist so ein bisschen der Clou.
AI-Identity wird geschrieben, aber in Lautschrift, also AI for Artificial Intelligence, aber auch für das Ich quasi in Identität.
Okay, alles klar.
Also ihr wisst, was ihr zu googeln habt.
Wir verlinken das Buch natürlich auch in den Show Notes.
Erstmal schön, dass du da bist.
Hast du heute schon irgendwas an KI ausgelagert?
Tatsächlich heute noch nicht.
Also heute habe ich mich nur auf dich gefreut und starte jetzt so sehr entspannt in meinen Tag mit dir.
Okay, sehr schön.
Ich habe tatsächlich schon was ausgelagert und zwar habe ich dein Buch einfach mal durch eine KI gejagt und mir das zusammenfassen lassen.
dass ich es nicht komplett gelesen habe.
Aber ich dachte, ich gucke mal, was die KI bei Rausspuckt.
Habe dann auch natürlich irgendwie gegengelesen und so weiter.
Aber das ist ja eigentlich schon so ein Prozess, wo man sagen kann, ja gut, da gebe ich jetzt hier eigenes oder da gebe ich so eine eigene geistige Leistung im Grunde ab und lasse eine KI das erledigen.
Ja, auf jeden Fall.
Also jetzt ist die KI auch auf jeden Fall auch nochmal schlauer durch unser Buch.
Sehr gerne.
Genau, aber ja, in ganz vielen Bereichen.
Also wir erleben es ja gerade überall und es ist ja auch ein ganz großes Thema im Bereich Arbeit.
Und was macht das mit uns und wo bleibt der Mensch und so weiter und so fort.
Genau, lass uns da gerne mal ein bisschen näher reingehen.
Ich habe diesen Begriff Cognitive Debt tatsächlich auch schon mal gehört.
Da geht es so ein bisschen darum, zumindest in der Theorie, dass wir, wenn wir gewisse Dinge an KI auslagern, wie E-Mails schreiben, strukturieren und so weiter, dass wir unser eigenes Hirn eigentlich immer weniger nutzen und das mehr oder weniger verkümmert.
Zumindest hat das so eine MIT-Studie in 2025 herausgefunden, dass gewisse Gehirnareale einfach auch weniger, sag ich mal, getriggert werden, wenn es um die Aufgabenauslagerung an KI geht.
Was bedeutet das jetzt für uns?
Sollten wir am besten gar keine KI benutzen oder was rätst du da und wie leitest du das in dem Buch her?
Na gut, wenn man sich die Studie von meinem Multimedia Lab mal anschaut, dann ist es halt, also da waren drei Gruppen, drei armige Studie, eine sollten quasi brain-only ein Essay schreiben, eine durfte noch googeln, eine Gruppe und die dritte durfte halt Chat-GPT oder welches Large-Language-Modell auch immer nutzen.
Klar, da ging es dann um Fragen von der Ownership.
Die Leute, die das selbst geschrieben haben, klar, die konnten noch sagen, was sie für Gedanken dabei hatten.
Bei Google auch noch recht gut und dann bei der Chat-GPT-Gruppe.
die hatten nicht mehr so ein starkes Ownership.
Die wussten auch nicht mehr so recht, was die da geschrieben haben.
Das kann man das natürlich auch, ohne dass man da eine große Studie macht, eigentlich schon durchdringen.
Ja gut, wenn du das von der KI schreiben lässt, dann denkst du da vielleicht nicht mehr so viel selber mit.
wenn du sie halt nicht in einer entsprechenden Art und Weise nutzt.
Weil ich bin der Meinung, man kann Large-Language-Modelle wunderbar als Co-Thinker nutzen und seine Gedanken eher antreiben und in andere Richtungen lenken.
Ich meine, in unserer menschlichen Geschichte hatten wir immer schon Werkzeuge, die letztendlich irgendwas von uns verbessert, erweitert, verstärkt haben.
Also angefangen irgendwie von einem Faustkeil, wo wir irgendwie unsere Fähigkeiten mit einer reinen Faust irgendwie verstärkt haben.
Das hat sich halt auch immer mehr auf unsere geistigen Fähigkeiten übertragen.
Also jetzt mit künstlicher Intelligenz, das ist unsere Intelligenz, die wir in einer Art und Weise verstärken.
Mit Google an.
Also bei Google hat man sich vielleicht ja auch schon mal ertappt zu fragen, hey, wo ist denn mein Autoschlüssel zu googeln oder wie auch immer.
Also dass man so Auslagerungen gespürt hat.
Und jetzt hat das Ganze natürlich nochmal eine ganz andere Qualität, weil diese Maschinen halt unsere Sprache sprechen, in Anführungszeichen.
Und das hat natürlich einen ganz, ganz anderen Einfluss.
darauf, was wir abgeben können, indem es uns halt verstärkt.
Finde ich eine spannende Überlegung, wenn wir grundsätzlich mal irgendwie über Technologie sprechen und schauen, wie Technologie uns immer mehr Aufgaben abnimmt, kann ich, du bist ja, wir sind ja ein Jahrgang fast, glaube ich, also in selben Alter, vielleicht kannst du dich daran erinnern, dass damals in der Schule dieser Spruch immer von den Mathelehrern und Lehrerinnen gesagt wurde, ihr werdet nicht immer einen Taschenrechner dabei haben.
Also das war so in dieser Vor-Smartphone-Zeit und heute ist es so, dass wir ein Smartphone haben, dass wir einen Taschenrechner immer dabei haben und eigentlich nicht mehr wirklich Kopf rechnen müssen, weil die Technologie einfach da ist.
Ist das dann nicht auch schon sowas wie eine Verkümmerung des Hirns, weil wir solche Aufgaben auch nicht mehr machen und schadet das langfristig denn überhaupt?
Ja, also ich meine, auch wenn wir jetzt GPS schauen, also wenn wir eher Google Maps nutzen, um irgendwie das Café um die Ecke zu finden, als unseren eigenen Kopf anzustrengen oder den Arbeitsweg jeden Tag mit Google Maps bewältigen und vielleicht könnten wir die Strecke gar nicht mehr aus dem Kopf.
Natürlich, das hat Einflüsse.
Also beispielsweise die Londoner Taxifahrer, die müssen doch immer den Knowledge meistern.
Das heißt, sie müssen alle Straßennetzwerke in London kennen, alle Sehenswürdigkeiten.
Das heißt ...
Das ist nochmal was anderes und tatsächlich haben auch Forscher herausgefunden, dass bei denen gewisse Hirnbereiche da auch ganz anders ausgeprägt sind, die eben für das räumliche Denken, die räumliche Orientierung zuständig sind.
Also das heißt, man sieht es auch in unserer Hardware, gewisse Bereiche verkümmern.
Aber gut, wir entwickeln uns halt immer weiter und dann können wir halt gewisse Kapazitäten für andere Dinge nutzen.
Jetzt ist halt nur die Frage, lassen wir uns alle verdummen?
Oder nutzen wir diese Technologie anders?
Und das ist ja letztendlich auch der Ansatz, den wir vertreten.
Klar, man kann das alles verteufeln, wenn man das denn alles entsprechend nur passiv nutzt und selbst nicht mehr nachdenkt.
Und wir leben irgendwann in Aldous Huxleys schöner neue Welt und sind stimuliert von den ganzen schönen Bildern um uns herum.
Klar kann es in die Richtung gehen, aber wir haben es halt in der Hand und wir können es halt ändern und wir können diese Technologie nutzen, um uns selbst besser zu machen, um uns menschlicher zu machen, um hoffentlich auch mal, sage ich mal, die wichtigen Fragen rund um Klimakrise und auch all die anderen Krisen, die um uns gerade sind, voranzutreiben in eine positive Art und Weise.
Tolles Beispiel mit Google Maps.
Kleine Anekdote dazu.
Ich war 2012 mit meiner damaligen WG in den USA auf einer kleinen Rundreise.
Und wir sind auch durch so Gebiete gefahren, Death Valley und so, wo du jetzt nicht unbedingt ein Handynetz hast.
Und wir hatten eine Karte im Auto, aber keiner konnte Karte lesen.
Also weil wir uns alle irgendwie so auf die Technologie verlassen hatten.
Ich selbst konnte Karte lesen, denn ich habe das tatsächlich von meinem Vater gelernt, der als Offizier sehr großen Wert darauf gelegt hat, dass wir im Grunde diesen Skill beherrschen.
deshalb hat es am Ende mehr oder weniger funktioniert, ja, und wir sind durchgekommen und nicht verdurstet, aber genau das sind eben so Sachen, wenn man sich auf Technologie verlässt und die dann plötzlich nicht mehr da ist, dann hat man ein Problem und ich muss auch ehrlich sagen, ich könnte dir jetzt nicht irgendwie, keine Ahnung, ein Feuer machen oder irgendwie so Basic Survival Skills, weil wir die natürlich auch gar nicht mehr irgendwie anwenden.
Das ist natürlich was ganz anderes als im Arbeitskontext, wo es dann wirklich darum geht, Mails zu schreiben und ich selbst erwische mich auch immer wieder dabei.
dass ich Mails erstmal vordrafte oder auch so LinkedIn-Post oder wie auch immer.
Ich schreibe dann mal so runter und denke so, boah, nee, irgendwie habe ich da jetzt keinen Bock mehr drauf.
Ich copy-paste das in Chat-GPT und sage, hey, schreib das mal zu Ende oder formuliere mir das mal um oder so.
Das heißt, ich nutze da KI eher so als Sparrings-Partner.
Ist das eigentlich schon zu viel?
Sollten wir das eigentlich schon sein lassen und eher alles selbstständig schreiben?
Oder wie finden wir da, sag ich mal, das richtige Maß an KI-Nutzung in unserem Alltag?
Also das finde ich eigentlich voll in Ordnung, weil wenn man selbst, sag ich mal, an...
gewisse Grenzen stößt und sich Input holt, das würdest du ja auch mit einem guten Freund machen oder mit einem Arbeitskollegen.
Da würdest du ja auch fragen, hey, wenn du die Möglichkeit hättest, ich weiß an der Stelle nicht weiter oder in welche Richtung ich das vielleicht weiterdenken oder formulieren könnte, kannst du mir mal Input dazu geben.
Und dann würdest du es ja eventuell auch nicht einfach so übernehmen, was dir dein Kumpel jetzt sagt, weil du denkst, ja, okay, ist irgendwie good point, aber vielleicht noch irgendwie die und die Richtung.
Und so finde ich das eigentlich total bereichernd und total gerechtfertigt, wenn man in dieser Art und Weise Large-Language-Modelle nutzt.
Ich meine, man kann ja auch sagen, hier schreiben wir einen Post für LinkedIn und dann lässt man sich irgendwas ausspucken.
Man hat bei vielen das Gefühl, dass es tatsächlich so ist auf LinkedIn.
Aber wenn man...
Aber wenn man eine Idee hat und sagt, hey, das ist der Rahmen und ich möchte diese Aussage fällen, warum das nicht schärfen?
Das finde ich sehr legitim.
Muss man sagen, der Content auf LinkedIn war vorher ja schon nicht unbedingt berauschend, aber durch KI und diese automatisierten Posts und vor allem Kommentare, muss man sagen, es hat sich wirklich nicht zum Besseren verändert.
Und durch KI-Automatisierung muss man sagen, fühle ich total, ist das ein bisschen eskaliert gerade und ich hoffe, dass wir uns da auch wieder einpendeln.
Aber am Ende des Tages ist ja genau dieses Auslagern von Aufgaben an KI, wo man vielleicht auch sagt, da bin ich gar nicht so sicher drin.
Ja, da habe ich vielleicht auch einfach kein Talent für.
Es gibt durchaus auch Menschen, die nicht schreiben.
können oder vielleicht eine Leserechtschreibschwäche haben.
Da kann ja KI dann durchaus auch helfen.
Das heißt, ich glaube, da so die Balance zu finden, was für Aufgaben man tatsächlich jetzt mit KI macht oder auch vollständig auslagert, wird so eine Sache sein, die wir uns in der Zukunft einfach auch nochmal mehr zu Gemüte führen müssen.
Deshalb, du schreibst ja in eurem Buch auch über Future Skills und ganz konkrete Tipps, die du Leuten an die Hand gibst oder Dinge, die wir in Zukunft beherrschen müssen.
Was hat es damit auf sich?
Genau, also weil letztendlich die Technologie, die entwickelt sich immer weiter, wird immer rasanter.
Und ich meine, selbst Social Media hat ja schon einen sehr, sehr großen Einfluss auf uns.
Und es dringt so langsam ins Bewusstsein, was das Ganze mit uns macht.
Und Large Language Modelle, boom, kam auf einmal in unser Leben.
Viele von uns wissen gar nicht mehr, wie die irgendwie da reingekommen sind.
Aber auf einmal nutzen wir sie täglich.
Das heißt, da müssen wir jetzt mal ein bisschen mitdenken und Strategien überlegen, was ist denn relevant an Kompetenzen, um halt gesund mit dieser Technologie umzugehen.
Also sprich auch mentale Gesundheit.
Wenn man sich mal Statistiken anguckt, seit 2007 steigen die psychischen Erkrankungen aufgrund von Stress etc.
ganz steil an und immer weiter.
Vielleicht kannst du ja auch schon denken, Woran das liegt, was 2007 war, dass psychische Erkrankungen immer weiter ansteigen.
Wirtschaftskrise?
Das erste iPhone kam auf den Markt.
Wirklich?
Ja, genau.
Das erste iPhone kam auf den Markt.
Seitdem sind wir ja always on.
Und das hat halt eben einen großen Impact auf uns Menschen.
Wir machen uns viel Gedanken darüber, was die Technologie jetzt alles kann, was wir alles...
Mithilfe von Technologie können.
Aber wir müssen uns vor allem Dinge auch jetzt mal drüber Gedanken machen, was macht denn die Technologie mit uns Menschen?
Wie entwickeln wir uns weiter?
Weil letztendlich bedienen wir ja diese Technologie.
Und ich finde ...
dass wir den Menschen und die Auswirkungen von Technologie auf den Menschen mal ein bisschen mehr in den Fokus rücken müssen.
Weil letztendlich spielt das ja zusammen.
So wie wir uns weiterentwickeln, so entwickelt sich auch die Technologie weiter, so entwickelt sich die Welt weiter.
Und wie gesagt, in der krisengeplagten Zeit, in der wir gerade sind, ist da auf jeden Fall mal Einhalt geboten.
dass wir das mal umkehren.
Also nicht immer nur mehr Effizienz, mehr Produktivität, sondern hey, wie wär's denn mal mit mehr Menschlichkeit?
Ja.
Gut, erklärt das unserer Regierung.
Aber ja, wir hatten schon mal eine Folge über Technostress.
Das zählt wahrscheinlich dann auch mit rein.
Also dieser Need, den man sich selbst auferlegt, immer up-to-date zu sein, die neuesten Technologien auszuprobieren, auch so ein bisschen Fear of Missing Out zu haben, wenn man mal gewisse Iterationen verpasst oder das Gefühl hat, nicht mehr mithalten zu können.
Das ist tatsächlich ein Riesenproblem, kann aber auch ein Antrieb sein, neue Technologien zu verstehen, zu lernen.
möglicherweise auch positive Einflüsse auf die eigene Identität beziehungsweise Persönlichkeit zu haben.
Lass uns mal gerne auf diesen Identitätsbegriff nochmal schauen, der bei euch auch im Buchtitel drin ist.
Was bedeutet im Grunde Identität mit KI, beziehungsweise wie kann man sich selbst noch mit KI in der Identität denn finden, wenn ich so an WissensarbeiterInnen denke, die jetzt sehen, dass ihre Arbeit von einer Maschine erledigt werden kann, im kreativen Bereich, im Texteschreiben, in möglicherweise auch einfachen Strategieentwürfen.
Was macht das mit unserer Identität als Arbeitskräfte, wenn wir sehen, das kann ja KI auch.
Genau.
Und das ist das große Ding, dass wir uns viel darüber definieren, hey, was kann KI alles und was bleibt uns noch?
Aber deswegen auch, um nochmal zu deiner Frage zuvor zurückzukehren.
Warum denn jetzt Future Skills?
Als Future Skills definieren wir sieben Kompetenzen, angefangen von geistiger Autonomie, kritisches Denken, Kreativität, emotionale Intelligenz, Lernfähigkeit, Resilienz und Regeneration.
Und wir sind halt eben der Meinung, dass man diese Fähigkeiten stärken muss, um halt bewusst in dieser Welt zu navigieren.
bewusst wahrzunehmen, um seine Gedanken, Gefühle wahrzunehmen und auch selbst sich zu verorten in dieser Welt.
Weil, wie gesagt, wir Menschen, wir sind ja Zweck an sich.
Wir sind ja nicht definiert aufgrund unserer Produktivität letzten Endes, aber das vermischen wir immer so ein bisschen.
Und deswegen ist es halt sehr wichtig, dass wir uns quasi im Geiste stabilisieren und uns selbst Tools an die Hand holen, um halt entsprechend gesund, orientiert, erfolgreich zu bleiben in dieser Welt und auch entsprechend dann Technologie für uns zu nutzen und nicht mehr Ängste aufzubauen oder nach Motto ich werde obsolet, sondern sich seinen Weg zu nutzen, zu machen mit der Technologie.
Und das ist der Ansatz.
Und das ist auch letztendlich, wie wir sagen, Identität wird beeinflusst durch Technologie.
Und das ist halt letztendlich ...
bezeichnen das als unbewusste hybride Identität, weil wir leben schon alle in einer Welt, wo wir uns mit Technologie immer mehr vermischen.
Unser Selbstbild auf Social Media irgendwie erstellen und kuratieren und bilden.
Unser Wissen von Large Language Modellen holen, die irgendwie von privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben werden.
Und wo wir auch nicht wissen, ob die Informationen so stimmen und so weiter.
Also das heißt, Technologie prägt uns ganz extrem.
Und Identity bezeichnet letztendlich die bewusste Wahrnehmung, was Technologie mit uns macht, wie sie uns prägt, welche Einflüsse sie auf unser Denken, Handeln und Fühlen hat.
Also allein wenn wir durch ein Social Media Feed scrollen, der halt durch Algorithmen gesteuert ist.
Was macht das mit uns als Individuum?
Was macht das mit uns als Gesellschaft?
Ich lebe in einer ganz anderen Informationswelt wahrscheinlich als du.
Mir werden ganz andere Dinge gezeigt.
Und das spaltet halt und macht Diskurse schwierig.
Weil wenn der eine sieht, Klimawandel ist nicht menschengemacht und das ist alles Quatsch.
Und der andere die Schäden des menschengemachten Klimawandels sieht.
macht den Diskurs halt schwer.
Wenn irgendein Influencer irgendwelche Meinungen hat und das steht irgendwie neben einer peer-reviewten Studie oder neben journalistisch gut recherchierten Inhalt und das alles nebeneinander und irgendwie ungewertet, das macht es schwierig.
Und das bezeichnet das halt letztendlich.
Und wie lösen wir das?
Ich meine, natürlich kann man sagen, okay, liebe ...
Talkshow-Redaktionen sorgt dafür, dass diese False Balance, ist es ja glaube ich, ausgeglichen wird, dass ihr nicht irgendwie Meinungsmacher einladet neben WissenschaftlerInnen, die dann hier gleichermaßen ihre Meinung kundtun können.
Wie will man das steuern?
Vor allem von dem Hintergrund von Meinungsfreiheit und Informationsfreiheit dann auch.
Es ist ja im Moment viel in der Debatte, sollten wir Social Media bis 16 Jahre verbieten.
Also Verbot-Debatte.
Ich selbst halte da nicht so viel von, weil letztendlich wacht man ja nicht mit 16 Jahren auf und weiß Bescheid, wie das Ganze funktioniert.
Ich meine, diese Plattformen sind ja darauf angelegt, uns süchtig zu machen.
Und wir Erwachsenen können uns ja auch nicht davon freisprechen.
Also uns macht das ja genauso süchtig.
Wir hängen ja auch da am Feed.
Es geht eher darum zu regulieren, was denn eigentlich da gezeigt wird.
Ich meine, im Fernsehen, im Radio, in den anderen Leitmedien oder beziehungsweise die werden ja langsam abgelöst, die Leitmedien.
Das ist ja ganz klar reguliert, was da gezeigt werden darf.
Und das hat auch seine Gründe.
Ich meine, gerade hier in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
hat man sich halt zusammengesetzt und gesagt, hey, die Massenmedien, die wurden von den Nazis genutzt, um ihre Propaganda sehr effektiv zu verbreiten.
Das darf nicht nochmal so passieren.
Aber in Social Media läuft halt alles ungefiltert durch diese Kanäle.
das darf halt nicht sein, weil keiner ist dem gewappnet.
Weil die sind halt so designt, uns süchtig zu machen.
Und wenn halt alle möglichen Inhalte da ungefiltert sind und gerade Kinder und Jugendliche darauf zugreifen, dann macht das was mit uns.
Und unser Ansatz beispielsweise ist auch, dass wir in Schulen gehen.
Also wir haben jetzt ...
Im Juni sind wir auf der Phil Cologne und haben da auch eine Veranstaltung zusammen mit dem Gymnasium, wo wir auch mit Schülerinnen in Austausch gehen, wie man denn KI-Kompetenz, Medienkompetenz und eben Future Skills irgendwie sinnvoll und wirkungsvoll ins Bildungssystem integrieren kann.
Und ich finde, da muss es halt anfangen, also schon bei Kindern und Jugendlichen.
Definitiv.
Ich glaube, das ist auch ein Teil der Lösung.
Ja, das wird vermutlich nicht die Regulierung von Social Media überflüssig machen.
Also meiner Meinung nach muss da tatsächlich auch deutlich mehr passieren.
Bei allem, was ich auch sehe, gerade im Deepfake-Bereich gibt es eine ganze Menge, was tatsächlich dann...
an Scams auch mir in die Timeline gespült wird.
Ihr habt diesen Punkt Bildung und Lernen im Buch auch und sagt zumindest mein ausgelagertes Hirn, das dein Buch gelesen hat.
Bildung und Lernen bringen einen ganz großen Punkt mit ein.
Und das ist tatsächlich auch, hier im Podcast hört man es immer wieder, egal mit wem man spricht, sagt Medienkompetenz muss in der Schule ansetzen, muss so früh wie möglich beigebracht werden, gerade im Umgang mit KI.
Denn um einen bekannten Autor und Kollegen zu zitieren, das geht nicht mehr weg.
Bedeutet...
Dieser Bildungsaspekt ist der eine.
Was können wir denn in der Erwachsenenbildung tun?
Mal ganz konkret jetzt, was würdest du Angestellten raten, die vielleicht auch in der Wissensarbeit tätig sind, die sehen, KI übernimmt immer mehr Aufgaben, die ich eigentlich vorher menschlich gemacht habe.
Das ist auf der einen Seite bequem, auf der anderen Seite gibt es eben dieses Problem des geistigen Verkümmerns, was tatsächlich dann die Aufgaben angeht und natürlich das obsolet werden im eigenen Job.
denn am besten darauf vorbereiten und eben diese Future Skills entwickeln.
Ja, also letztendlich die Frage, die du ja auch schon ganz am Anfang gestellt hast, hey, macht uns das Ganze jetzt dumm?
Wir müssen die Frage umkehren, weil letztendlich das ist nicht die richtige Frage.
Es geht ja eher so darum, lassen wir uns ...
davon verdummen, weil KI ist ja kein Schicksal.
Wir sind dem ja nicht ausgeliefert, sondern das ist ja das Schöne.
Im Gegensatz zu KI besitzen wir ein Bewusstsein und wir haben die Möglichkeit, uns zu entscheiden, jetzt was zu ändern.
Und das ist ja super.
cool, dass es Large Language Modelle gibt.
Ich sehe das als riesige Bereicherung auch für mich privat.
Da ist ein Gesprächspartner, ein Sparringspartner, ein Co-Thinker, der ist 24-7 verfügbar.
Und ich finde, es bietet halt auch ein riesiges emanzipatorisches Potenzial.
Also auch, was du eben meintest, vielleicht Leute, die gar nicht so gut schreiben können oder Menschen, die aus dem Ausland kommen und sich hier was aufbauen wollen.
Rechtschreib Schwäche, Leute, die irgendwie sich selbstständig machen wollen und sich jetzt irgendwie nicht eine Marketingagentur leisten können, aber coole Texte schreiben wollen, Logo irgendwie haben wollen.
Also es bietet so viel emanzipatorisches Mutzial.
Es ist halt nur, dass man Ängste abbauen muss.
Also ich als Arbeitnehmer beispielsweise, ich muss es realistisch einschätzen.
Was passiert da gerade um mich herum?
Ich darf keine Berührungsängste haben.
Also auch gerade bei Frauen, sieht man diesen Gender-AI-Gap, also dass fast 20 Prozent weniger Frauen künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag nutzen.
Und das ist ja auch ein sehr, sehr, ja, wie soll ich sagen, sehr prekär, wenn man das immer weiterdenkt.
Also da entsteht ja eine große Ungleichheit.
Also das heißt ...
Und Aufklärung ist ganz, ganz wichtig.
Das machen wir ja auch.
Wir gehen ja auch in Unternehmen klären auf.
Sagen, hey, also was macht das Ganze mit uns?
Was muss man mitbedenken?
Was muss man auch als Führungskraft mitbedenken?
Auch Stichwort Technostress.
Auch Richtung, wenn man KI einführt, es ist ja nicht getan.
Also einfach nur ein Tool einführen und dann auf einmal wird alles effektiver oder so.
Sondern Faktor Mensch.
Also man muss ja die Menschen mitdenken, die dann auch eventuell Angst haben.
Hey, werde ich jetzt ersetzt?
man ja nicht rangehen, sag ich mal, und einfach sagen, hier ist das Tool und hoffentlich funktioniert das alles, sondern Ängste nehmen, aufklären und auch in Bezug auf Stress Maßnahmen ergreifen.
Und ja, also das ist wie auch, sage ich mal, bei Kinder und Jugendlichen, dass man da die Leute an die Hand nimmt, erklärt, was da gerade vor sich geht und sagt, hey, so kannst du das für dich nutzen, dass man die Berührungsängste nimmt.
Weil es ist ja nicht nur Kinder und Jugendliche, die sind jetzt KI-Generation oder so, sondern wir sind alle Generationen KI.
Ob es jetzt die Boomer sind, ob es irgendwie Generation Y oder Generation Alpha oder wie.
Wir sind alle Generationen KI jetzt seit 22.
Und das, wie gesagt, da sollte man auf jeden Fall umkehren.
Und nicht nur, was kann KI, sondern was müssen wir Menschen jetzt auch können in Bezug auf KI?
Spannende Überlegung.
Über die ich so noch nicht nachgedacht habe, weil ich klassisch aus diesem Digital-Native-Denken komme, wo man immer sagt, okay, unserer Generation kommt diese Sonderstellung zuteil, dass wir sagen, okay, wir haben zum einen, sind wir damit groß geworden, wir kennen aber auch noch die analoge Welt.
Das heißt, wir können den Boomern erklären, wie das funktioniert.
Auf der anderen Seite haben wir die Verantwortung, den Jüngeren beizubringen, dass es halt eine Zeit davor gab und dass es halt im Grunde nicht selbstverständlich ist, dass alle digitale Tools nutzen.
Habe ich noch nicht darüber nachgedacht, dass wir eigentlich alle Generationen KI sind, finde ich aber eine smarte Überlegung eigentlich.
Also wir hängen da alle zusammen mit drin und müssen uns zwangsläufig irgendwie damit auseinandersetzen, weil die Dystopien existieren und real sind.
Und apropos Dystopien, ich hatte diesen...
Ja, diesen Moment, wo ich mal drüber nachgedacht habe, wo ich das schon mal gesehen hatte.
Und das war in dem Pixar-Film Wall-E, wo tatsächlich der Bildschirm mit einmal ausgeht und die Frau so komplett vergessen hat, was sie eigentlich zu tun hat und wie Basic Skills in der Kommunikation mit anderen Menschen auch funktioniert, total überfordert ist.
Und das finde ich eine krasse Dystopie, die so vor 15 Jahren mit Witz irgendwie auch noch viel mit Digitalisierung und...
dem Aufkommen von Smartphones zu tun hatte damals, ja, mit dem man heute natürlich noch weiterdenken kann, wo KI auch viel mehr Aufgaben übernimmt, die eigentlich menschlich sind und eigentlich, wo wir nie davon ausgegangen sind, dass die tatsächlich irgendwann mal von Maschinen erledigt werden können, wie Gedichte schreiben, kreative Aufgaben, E-Mails verfassen und so weiter und so fort.
Das heißt, die Dystopien gibt es und es lohnt sich, glaube ich, gegen diese Dystopien anzugehen.
Zum einen mit Future Skills, die du beschrieben hast und die schön in eurem Buch auch vorkommen.
Und zum anderen, um sich mal Gedanken zu machen, was kann KI eigentlich und wo stehen wir gerade?
Morgen allen WissensarbeiterInnen in diesem Land irgendeine KI-Gewohnheit aufzwingen könntest, um sie AI-ready für die Zukunft zu machen.
Welche wäre das?
Also tatsächlich finde ich es sehr wichtig, dass man auch sich selbst reflektiert mit KI.
Also das ist häufig, wie ich das auch nutze.
Also wenn ich zum Beispiel, also ich bin ja auch Gründerin, also ich bin unternehmerisch tätig.
viele unterschiedliche Hüte auch, ich bin viel kreativ unterwegs und ich nutze das halt sehr viel als Co-Thinker, aber auch als Reflexionspartner, also um mir verschiedene Perspektiven zu eröffnen.
Also wenn ich so denke, hey, das ist doch eine coole Idee oder das wäre doch ein cooles Konzept, dann lasse ich das nochmal kritisch unterfragen und auch aus anderen Perspektiven.
Oder wenn ich zum Beispiel auch zwischenmenschlich, weiß ich nicht, ich hatte einen Streit oder so, dann lasse ich mir auch gerne verschiedene Perspektiven draufgeben.
auch gewisse Sachen...
besser, sage ich mal, aus einer anderen Perspektive sehen zu lassen.
Und das finde ich halt auch sehr, sehr wichtig.
Also dass man es nicht einfach nur für Antworten nutzt, nur für Wissen, sage ich mal, sondern wirklich sich selbst besser zu verstehen, sich selbst besser hinterfragen zu können, auch vielleicht eine bessere Einsicht in sein Inneres zu bekommen.
Also indem man auch beispielsweise sich mal fragt, hey, was sind denn zum Beispiel meine Stärken oder was sind meine Schwächen?
Oder wo möchte ich hin?
Was ist irgendwie so meine Vision?
Was würde mich glücklich machen?
Also jetzt mal so ein bisschen größere Fragen.
Darauf geben wir ja auch Hinweise in dem Buch, zum Beispiel im Kapitel Geistige Autonomie.
Und das ist für mich eben auch das wichtigste Future Skill.
Also die Fähigkeit.
selbst denken zu können, verstehen zu können, wo kommen diese Gedanken her und auch seine Gedanken bewusst steuern zu können.
Und das setzt halt eben voraus, dass du weißt, was sind deine eigenen Werte, was sind denn deine Ziele im Leben, was sind deine Stärken, was sind vielleicht auch Schwächen, woran du arbeiten solltest.
Und das sollten wir Menschen vermehrt tun, also dass wir nicht nur uns mit jedem vernetzen, sondern diese Verbindung zu uns selbst stärken.
Und das können wir halt auch mit Hilfe von Technologie, das ist ja paradox an, aber tatsächlich such wieder diesen Zugang zu uns selbst suchen und gucken, eigenständig zu denken und auch wahrzunehmen.
wann uns vielleicht auch etwas manipuliert in irgendeiner Art und Richtung.
Sei es nur emotional oder wie auch immer.
Und das würde ich auf jeden Fall mitgeben.
Also zusammengefasst vielleicht sowas wie nicht nur sich selbst durch KI bestätigen, sondern auch mit KI sich selbst challengen.
Genau.
Challengen und im besten Fall auch weiterentwickeln.
Das werde ich definitiv...
Beherzigen mache ich tatsächlich in Teilen auch schon, aber vielleicht in Zukunft einfach mehr.
Nicht, dass ich am Ende auch gar nichts mehr weiß, weil KI alles für mich erledigt.
Celeste, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast, um über dein Buch zu sprechen und meine Fragen zu beantworten.
Hat großen Spaß gemacht.
Ich werde das Buch tatsächlich jetzt nochmal menschlich lesen.
Ich glaube, es reicht nicht aus, sich das mit KI zusammenzufassen, weil doch so ein paar Sachen einfach übersehen wurden.
Aber das ist auch KI.
Das würde mich auf jeden Fall sehr freuen, Max.
Und ich danke dir auch sehr für den schönen Austausch.
Hat mich sehr gefreut.
Vielen Dank für die Einladung.
Sehr, sehr gern.
Danke.
Bis dahin.
Ciao.
Ja, Leute, Cognitive Debt ist tatsächlich ein Problem.
Es ist gut erforscht.
Und wenn wir immer mehr Sachen an die KI auslagern oder an eine KI auslagern, dann kann es durchaus dazu führen, dass wir denkfaul werden und gewisse Areale in unserem Hirn nicht mehr trainiert werden.
Passend dazu und weil ich grundsätzlich nichts dazu lerne, lasse ich mir jetzt einmal von der Kollegin die Folge zusammenfassen.
Liebe Kollegen, kannst du mir mal einen 30 Sekunden Rap ab der Folge geben, bitte?
Na klar, ganz flott für dich.
In der Folge ging es darum, ob KI uns wirklich verdummen lässt.
Max und Celeste Spahitsch diskutieren den Begriff Cognitive Debt, also die Gefahr, dass wir unser Denken an KI abgeben.
Celeste sagt, KI ist nur gefährlich, wenn wir sie passiv nutzen.
Stattdessen sollten wir sie als Sparringspartner sehen.
Es geht also darum, selbstbestimmt zu bleiben, unsere Identität zu wahren und die richtigen Future Skills aufzubauen.
Voila!
Ja, schön.
Das ist doch eine gute Zusammenfassung.
Danke, dass du mir wieder meine Denkarbeit abgenommen hast, liebe Kollegin.
Ansonsten wünsche ich euch eine schöne Woche.
Falls ihr auf dem OMR-Festival in Hamburg seid, winkt ruhig mal.
Ich laufe da auch irgendwo rum und führe so eine Gruppe von Menschen, die sich vorher beworben haben, durch die spannendsten KI-AusstellerInnen des Festivals.
Solltet ihr in Hamburg sein und kein Ticket für die OMR haben, dann haltet durch.
Es ist nur zwei Tage Wahnsinn und dann kehrt.
wieder Normalität ein.
So oder so.
Ich wünsche euch eine schöne Woche und wir hören uns dann Freitag zur Snackbox oder kommenden Dienstag dann zur nächsten Folge Kollegin KI.
Bis dahin.
Ciao, ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR.
