# Geopolitical Risks, Logistics Disruption, and Crypto Tax Reform

**Podcast:** Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
**Published:** 2026-05-05

## Transcript

Das sind die Finanzthemen des Tages.
Wir sprechen über den tiefen Fall eines Rüstungskonzerns, das Amazon-Problem der Deutschen Post und die beeindruckende Rallye von Micron.
Im Thema des Tages erklären wir euch, wie die neue deutsche Kryptosteuer aussehen könnte und was das für euch als Bitcoin-Bodler bedeutet.
Und in der True AD tritt sich alles um einen Mittelständler aus Deutschland, der gerade eine Mega-Chip-Fantasie erlebt.
Alles auf Aktien, der tägliche Börsenshot.
Es begrüßen euch Daniel Eckert und Lea Oetjen aus der Weltwirtschaftsredaktion.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Heute ist Dienstag, der 5.
Mai und wir wünschen euch einen ungebremsten Start in den Tag.
Die Gemengelage von wieder auflammenden geopolitischen Risiken und der Sorge vor einem 9-Zoll-Streit hat den DAX gestern ausgebremst und ins Minus gedrückt.
Der Leitindex ging nach einer wilden Berg- und Talfahrt am Ende 1,2 Prozent leichter aus dem Handel und zwar unter der Marke von 24.000 Punkten.
Der Erholungsversuch vom Donnerstag, also vor dem verlängerten Wochenende, ist damit jetzt erstmal wieder verpufft.
Nicht ganz so übel sah es, zumindest zum Börsenschluss, auf der anderen Seite des Atlantiks aus.
Der Dow Jones Industrial, der Standardwerte, verlor 1,1 Prozent.
Der ist also auch ausgebremst worden.
Aber der S&P 500, der bürste nur 0,4 Prozent ein.
Und der Nasdaq 100, der gab sogar nur 0,2 Prozent ab.
Nach den vielen Rekorden der vergangenen Tage sind das ja eher verkraftbare Rücksetzer.
Andreas Lipko, Chef-Marktanalyst von CMC Market, erklärte die Verluste so, Zitat, es bleibt dabei, die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen, Zitat Ende.
Tja, und von diesen Nachrichten aus dem Nahen Osten, da gab es gestern ja einige.
Erstmals seit Beginn der Waffenruhe scheint die Lage am Persiengolf wieder zu eskalieren.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es nach offiziellen Angaben zu einem iranischen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in der Hafenstadt Fujairah, bei dem ein Großbrand ausbrach.
Gleichzeitig fingen die Luftabwehr drei Raketen ab, eine weitere schlug im Meer ein.
Parallel meldeten Sicherheitsbehörden Treffer auf zwei Schiffen vor der Küste sowie einen Angriff auf einen Tanker.
Und damit ist aus der angespannten Lage wieder eine offene militärische Konfrontation geworden.
Auslöser dieser Eskalation ist offenbar, wie sollte es auch anders sein, die Straße von Hormuz.
Nach dem Versuch der US-Marine, die iranische Blockade der wichtigen Schifffahrtsroute zu durchbrechen, kam es erstmals wieder zu den direkten Angriffen zwischen den beiden Konfliktparteien.
Der Iran rechtfertigt sein Vorgehen mit angeblich illegalen Passagen von US-Schiffen.
Und die USA wiederum, die verschärft jetzt ihren Ton deutlich.
Präsident Donald Trump drohte dem Iran im Falle weiterer Angriffe mit Zitat Vernichtung und untermauerte auch nochmal seinen Plan mit dem Project Freedom, über das wir ja gestern hier schon ein bisschen ausführlicher gesprochen hatten.
Puh, diese Rhetorik.
Für die Märkte ist die Entwicklung unmittelbar relevant.
Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Energiehandels.
Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte durch diese Meerenge.
Entsprechend reagierten auch die Preise gestern wieder.
Der Ölpreis der Nazi-Sorte Brent, der kletterte abermals über die Marke von 114 Dollar.
Und auch der Volatilitätsindex WIX, der stieg um mehr als 7 Prozent, was auf steigende Unsicherheit ja geradezu Angst hindeutet.
Und Unsicherheit und vielleicht auch Angst sind auch die Stichworte, um jetzt mal hier genauer auf die Einzelwerte zu schauen.
Mit ganz viel Unsicherheit zumindest sind die Motorentitel in die neue Woche gestartet.
Wie erwartet haben die Lastwagen- und Autoaktien gestern allesamt verloren.
Die erhöhten US-Zölle auf die in die USA exportierten Fahrzeuge setzten die Kurse da kräftig unter Druck.
BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Porsche, Traton und Daimler Truck gaben bis zu 3,5 Prozent nach.
Ja, und auch die Aktien des Logistikkonzerns DHL Group, die frühere Deutsche Post, büßten ein knapp 7,3 Prozent und fanden sich dann am Ende des DAX wieder.
Grund ist Amazon.
Der Konzern gab gestern bekannt, sein Logistiknetzwerk über Amazon Supply Chain Services für Unternehmen außerhalb des eigenen Marktplatzes zu öffnen.
Damit tritt Amazon nicht mehr nur als Großkunde der Branche auf, sondern noch stärker als direkter Wettbewerber, besonders im nordamerikanischen Paket, Fracht und Fulfillment-Geschäft.
Entsprechend gerieten auch dann Wettbewerber wie UBS und FedEx deutlich unter Druck.
UBS verlor mehr als 10 Prozent und FedEx 9 Prozent.
Aber auch für DDRL ist es heikel, weil der Konzern ja nicht nur Pakete zustellt, sondern mit Express, Luftfracht und den Supply Chain Lösungen genau in den Feldern Geld verdient, in denen Netzwerkdichte, Auslastung und Routenmix über die Marge entscheidet.
UPS und FedEx trifft dieselbe Sorge noch direkter, weil ihr Kerngeschäft ja noch stärker an den US-Markt gebunden ist.
Aber wenn Amazon jetzt freie Kapazitäten an andere Händler verkauft, geraten die Preise und damit natürlich auch die Konkurrenz kräftig unter Druck.
Ganz anders bei...
Evotec, jetzt sind wir mal vollkommen in einer anderen Branche.
Die Aktie legte gestern fast 5% zu und diesmal gibt es dafür einen konkreten Grund.
Gemeinsam mit dem Partner Almiral hat das Unternehmen einen sogenannten präklinischen Entwicklungskandidaten ausgewählt.
Das ist der Punkt, an dem aus vielen getesteten Molekülen eines übrig bleibt, das weiter Richtung Medikament entwickelt wird.
Besonders auffällig dabei ist das Tempo.
Nur zwei Jahre.
Vom ersten Treffer bis zu diesem Kandidat.
Das klingt jetzt erstmal nicht ganz so erquicklich, aber das gilt in der Branche wirklich als sehr schnell.
Für Anleger ist es wichtig, weil es einfach zeigt, dass die Plattform von Evotec funktioniert.
Das Unternehmen nutzt KI, Chemie und Labortests, um schneller zu Ergebnissen zu kommen.
Und dazu kommt noch ein finanzieller Effekt, der auch nicht ganz unspannend ist.
Für solche Fortschritte erhält Evotec nämlich viel Geld vom Partner.
Und insgesamt können pro Programm bis zu 230 Millionen Euro plus Umsatzbeteiligung da zusammenkommen.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat derweil zum Jahresstart die hohen Erwartungen nicht erfüllt.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwar um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, lag damit aber unter den Analysenschätzungen von rund 2,3 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis entwickelte sich besser.
Es legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu.
Die Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent und das lag im Rahmen der Erwartung.
Das Unternehmen setzt nun auf eine Beschleunigung im zweiten Quartal.
Treiber sollen höhere Auslieferungen von Waffen und Munition sowie Abrufe der Bundeswehr bei Militärfahrzeugen sein.
Rheinmetall hält deshalb an seinem ambitionierten Jahreszähl fest.
Plus 40 bis 45 Prozent beim Umsatz und eine operative Marge von knapp 19 Prozent.
Hoffnung dafür macht der Auftragsbestand, der mit 73 Milliarden Euro auf Rekordniveau liegt.
Und damit ist auch erklärt, warum die Aktien nachbörslich dann gar nicht so stark unter Druck kam.
Ein anderer Rüstungskonzern, der ist gestern so richtig runtergegangen, da brachte ein Short-Seller-Bericht, nämlich CSG massiv ins Straucheln.
Diese Aktie verlor zeitweise mehr als ein Viertel ihres Wertes und schloss rund 14 Prozent im Minus bei rund 16 Euro.
Auslöser war ein Bericht von Hunterbrook Media, die zuvor Short-Positionen aufgebaut hatten und Zweifel...
an den Produktionsangaben des Unternehmens äußern.
CSG wies die Vorwürfe umgehend zurück.
Doch der Schaden am Kurs, der ist erheblich.
Die Aktie liegt inzwischen deutlich unter dem IPO-Preis von 25 Euro und hat seit ihrem Hoch mehr als die Hälfte an Wert verloren.
An Wert verloren hat in den vergangenen Monaten auch der Bitcoin.
Doch die wichtigste Kryptowährung meldete sich jetzt immer mit einem kleinen Lebenszeichen zurück.
So kletterte der Kurs gestern zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten wieder über die Marke von 80.000 Dollar.
Wow.
Und auch Micro Technology setzte die beeindruckende Rallye fort und gehört erneut zu den stärksten Tech-Werten an der Wall Street bzw.
dann auch an der Nasdaq.
Allein seit dem Tief im März hat die Aktie schon um rund 84% zugelegt.
Seit April 2025 hat sie sich sogar mehr als verneunfacht und notierte zuletzt bei 573 Dollar.
Stark.
Und dann müssen wir aber jetzt noch unbedingt über den großen Übernahmekrimi sprechen.
Die Schlacht um die Commerzbank spitzt sich nämlich weiter zu.
Unicredit hat sich gestern bei der Hauptversammlung mit 99,55 Prozent auf...
eine Kapitalerhöhung geeinigt.
Das ist ja die zentrale Voraussetzung für ein offizielles Angebot für die Commerzbank.
Und genau dieses offizielle Angebot soll dann auch heute folgen.
Und damit wird dann aus einer monatelangen Annäherung erstmals ein konkreter Übernahmeversuch.
Unicredit hält ja bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank und will den nächsten Schritt gehen, hin zu einer vollständigen Kontrolle.
Ja, ich sage voraus, das wird nochmal richtig spannend.
Auffällig ist...
Dabei die Diskrepanz im Ton, während die Führungsriege rund um CEO Andrea Auchsell öffentlich die Vorteile eines Zusammenschlusses betont, lässt die Bank selbst in internen Unterlagen erhebliche Risiken auf, von möglichen Kunden- und Mitarbeiterverlusten bis hin zu Integrationsproblemen, die Managementkapazitäten binden könnten.
Genau diese Unsicherheiten dürften den heutigen Schritt begleiten und entscheiden, wie hoch.
Die Hürden für den Deal tatsächlich sind, zumal Commerzbank, Politik und Arbeitnehmer weiterhin Widerstand leisten.
Und noch eine andere Übernahme beschäftigte gestern die Märkte.
Die GameStop-Aktie verlor 10 Prozent, nachdem das Unternehmen eine Übernahme von eBay für 56 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht hatte.
Ein Vorhaben, das größer ist als GameStop selbst, das zuletzt ja nur rund 11 Milliarden Dollar wert war.
Während die eBay-Aktie um 6 Prozent zulegte, reagierten die Investoren bei GameStop aber eher skeptisch.
Die Finanzierung wirkte unklar, die strategische Logik, merkt Konkurrenz für Amazon, wirkte ambitioniert.
Der Markt las den Plan.
Eher als riskante Wette, denn als realistisches Szenario.
Ja, und von diesen Traumtänzereien geht es ganz schnell zu den Terminen.
Die schnappe ich mal jetzt.
In Hamburg startet heute die OMR, wo Holger und Nando für AAA am Start sind.
Außerdem veröffentlicht Unicredit die Zahlen für das erste Quartal und will, wir hatten es gerade schon erwähnt, das offizielle Angebot für die Commerzbank vorlegen.
Und auch weitere Unternehmen aus Europa öffnen ihre Bücher.
Darunter Atra Networks, Springer Nature, Fraport, Anheuser Busch Inbev, Norma, Geberit, Elmos, Secunet, Hugo Boss, Raiffeisenbank International, Schaeffler, HSBC, Fresenius Medical Care, Biontech, Ferrari und AXA.
Aus den USA kommen Zahlen von Cummins, Electronic Arts, Pfizer, PayPal und AMD.
Und zur Hauptversammlung laden heute SAP.
Deutsche Post, DHL, Hennes & Mauritz, American Express und Bristol-Myers-Quibb.
Seit Jahren erzählen wir euch hier, dass ihr Gewinne, die ihr mit Gold, Silber und Krypto nach zwölf Monaten Haltefrist erzielt habt, nicht versteuern müsst.
Und es stimmt ja, denn so ist die Gesetzeslage in Deutschland.
Aber zumindest bei Bitcoin und anderen Kryptowerten könnte sich das nun ändern, denn im Ministerium von Finanzminister Lars Klingbeil wird wohl ein Gesetzesentwurf erarbeitet, der die Haltefrist abschafft.
Das hat der SPD-Chef und Fiesekanzler vergangene Woche in der Bundespressekonferenz angedeutet.
Und unser Weltkollege Carsten Seibel, der hat ebenfalls Informationen, dass da wirklich etwas vorbereitet wird im Ministerium.
Also steuerfreie Gewinne aus Krypto könnten in Deutschland bald der Vergangenheit angehören.
Rekapitulieren wir aber erstmal, wie denn die aktuelle Regelung eigentlich aussieht.
Also, wer Kryptowerte länger als 365 Tage hält und dann beim Verkauf einen Veräußerungserlös erzielt, muss darauf keine Steuern zahlen.
Geregelt ist diese einjährige Haltefrist in § 23 des Einkommenssteuergesetzes.
Da liegen.
Bitcoin, Ether und andere Kryptowerte praktisch in der gleichen Kiste wie Goldmünzen, Luxusuhren und edle Weine.
Für all diese sogenannten anderen Wirtschaftsgüter gilt, wer innerhalb von zwölf Monaten verkauft und Gewinn macht, der muss den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.
Es gibt da allerdings eine jährliche Freigrenze von 1000 Euro.
Aber wer diese anderen Wirtschaftsgüter länger hält und Gewinn macht, der muss eben keine Steuern zahlen.
Für manche Politiker ist die Steuerfreiheit von Krypto ein Privileg.
Schließlich muss die Veräußerungserlöse aus Aktien ja immer versteuert werden.
Egal, ob ich die Aktien jetzt zehn Tage oder zehn Jahre halte.
Und da fällt dann Abgeltungssteuer an plus Soli.
Ja, und auch von meinen geliebten Dividenden werden ebenfalls Abgeltungssteuer und Soli abgezogen.
Wie auch immer.
Die Einordnung von Krypto in diese Kategorie.
Die gleiche Box praktisch wie Gold und Silber und andere, das ist in § 23 des Einkommenssteuersatzes geregelt und ist so vor gar nicht allzu langer Zeit juristisch bestätigt worden, nämlich im Februar 2023 vom Bundesfinanzhof BfH.
Das Aktenzeichen dieses Urteils, das stellen wir euch in die Shownotes.
Da kommt der Finanzminister also etwas in Erklärungsnot.
Andererseits kann Klingbeil darauf verweisen, dass fast alle Staaten Kryptogewinne besteuern.
Und einer Berechnung vom letzten Jahr zufolge waren allein bis 2024 in Deutschland mehr als 47 Milliarden Euro an Kryptogewinnen aufgelaufen.
Kein Wunder, dass es bei der Klamm-Haushaltslage gerade so ein bisschen Begehrlichkeiten weckt.
Außerdem dürft ihr nicht vergessen, dass der Fiskus jetzt viel besser Einblick in die Kryptobestände der Anleger hat.
Dafür sorgt DAC8, also diese EU-Richtlinie, die besagt, dass Börsennamen, Steuer-ID und Transaktionsvolumen direkt an das Bundeszentralamt für Steuern abgeben müssen, weitergeben müssen.
Und das Finanzamt, das hat dann zehn Jahre Zeit, die Daten abzugleichen.
Der Fiskus weiß also mittlerweile deutlich mehr als früher.
Die Frage ist jetzt natürlich, welche Besteuerung könnte denn in Zukunft greifen?
Und das ist nämlich alles andere als trivial, denn auch in der politischen Debatte und bei Fachpolitikern gehen die Konzepte da weit auseinander.
Manche wollen Krypto wie Aktien besteuern, also mit Abgeltungssteuer und Soli.
Andere wiederum, die wollen einfach die Haltefrist abschaffen und Gewinne praktisch ab Tag 1 mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.
Die Frage ist außerdem, ob es da einen Bestandsschutz gibt oder ob die Steuer auch möglicherweise für frühere Gewinne gilt.
Lasst uns das mal in zwei konkreten Szenarien durchspielen, damit klarer wird, was auf euch als Kryptohalter zukommen könnte.
Ja, genau.
In Szenario 1, da werden Kryptos ebenso behandelt wie Aktien.
Da würde die Spekulationsfrist komplett gestrichen.
Kryptowährungen würden dann rechtlich Wertpapieren gleichgestellt sein und wären anders als jetzt bei sonstigen Wirtschaftsgütern nicht mehr vorzufinden.
Die Folge?
Statt der Steuerfreiheit nach einem Jahr würden dann von jedem Euro Gewinn, egal ob nach 10 Tagen oder 10 Jahren, verschallt 25% ans Finanzamt abgeführt werden.
Plus Soli sind es dann 26,375%.
Das hat einen potenziellen Vorteil.
Da Gutverdiener ja häufig einen Grenzsteuersatz von 42 Prozent haben, wäre die Steuerlast mit effektiv 26,375 Prozent gedeckelt.
Dennoch, die Steuerfreiheit nach einem Jahr, die wäre unwiederbringlich weg.
Und bei 1000 Euro Gewinn könnten dann so knapp 264 Euro an Steuern abgehen.
Das Hodeln, das wird dann finanziell weniger attraktiv, da die Zeitkomponente kein...
Es könnte aber noch deutlich schlimmer kommen.
In Szenario 2 könnten nämlich Krypto weiterhin als privates Veräußerungsgeschäft geführt werden, aber die zeitliche Befristung fällt weg.
Das könnte gehen, indem die Politik eine Haltefrist von 0 Jahren ins Gesetz schreibt.
Die Folge, jeder Gewinn muss mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert werden.
Von 1.000 Euro Gewinn könnten dann bis zu 420 Euro an den Fiskus gehen.
Der Knackpunkt in beiden Szenarien ist, ob es einen Bestandsschutz für Altgewinne gibt.
Und das ist nicht so einfach anscheinend, wie oft behauptet.
Wir haben da mal Juristen gefragt und die Antwort lautet, naja, ihr könnt euch vorstellen, wenn man Juristen fragt.
Zwei Juristen, drei Meinungen.
Aber es ist nicht so einfach.
Die beruhigende Nachricht, also rückwirkende Steuern auf die Gewinne der vergangenen zehn Jahre, die sind verfassungsrechtlich schwierig durchzusetzen.
Sollte die Haltefrist fallen, dann ist eine Übergangsregelung wahrscheinlich.
Ihr dürft also erwarten, dass der Gesetzgeber einen Stichtag definiert, zum Beispiel den Tag der Gesetzesverkündung.
Alle Coins, die ihr vor diesem Tag gekauft habt, würden dann möglicherweise Bestandsschutz genießen und ihr könntet sie nach einem Jahr Haltefrist weiterhin steuerfrei verkaufen, also zum Beispiel auch noch 2028.
Oder 2038 oder 2048.
Nur Neuinvestitionen, die ja ab dem Stichtag tätig, die würden dann dem neuen Recht unterliegen.
Und das könnte dazu führen, dass es vorher nochmal eine Turschlusspanik gibt und viele Anleger versuchen, ihre Position vor dem Stichtag nochmal massiv auszustocken, um sich die Steuerfreiheit für die Zukunft zu sichern.
Und ein kleiner Schönheitsfehler beim Bestandsschutz.
Von den zig Milliarden Krypto-Gewinnen, die aus Käufen vor dem Stichtag resultieren, hätte der Fiskus dann gar nichts.
Und irgendwie kann man dann ja schon skeptisch sein, ob sich das Finanzministerium sich das so einfach entgehen lässt oder ob da nicht doch noch irgendwie dann eine bessere Idee in Anführungsstrichen aufkommt.
Und daher ist es keineswegs ausgeschlossen, dass die Politik einfach eine Haltefrist von null Jahren in das Gesetz schreiben wird und ihr gezwungen seid, auch Altgewinne zu versteuern.
Das würde dann zwar mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht führen, aber die Politik, die wird sich vielleicht sagen, versuchen kann man es ja mal.
Wir halten euch da auf dem Laufenden, welch Steuerlast auf euch zukommt.
Fast fünf Monate lang hatte ich jetzt einen Ohrwurm von Schneeflocken in Kalabrien.
Und wer nicht weiß wieso, der sollte sich unbedingt nochmal unsere Weihnachtsfolge anhören.
Heute ist das Lied in meinem Kopf aber von einem echten Klassiker verdrängt worden, nämlich von Mambo Number Five.
Und keine Sorge, ich singe jetzt nicht.
Und wenn, dann wäre ein Spotify-Hörer namens Mambo Man schuld.
Der hat sich nämlich mit einem ganz besonderen Wunsch heute bei uns gemeldet.
Kein Fan von Podcasts.
Vielleicht wäre LPKF Laser und Electronics mal eine interessante AAA-D.
In jedem Fall weiter so.
Zitat Ende.
Ja, und wer so nett einen Themenwunsch äußert, dem wird der Wunsch natürlich sofort erfüllt.
So ist es, denn so viel schon mal vorab, das lohnt sich auch.
Da steckt nämlich gerade mächtig Fantasie drin.
Aber holen wir jetzt erstmal alle ab.
LPKF.
Laser & Electronics ist ein Tech-Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitern und sitzt in Gabsen bei Hannover, also ganz um die Ecke bei mir.
Es entwickelt und fertigt Lasersysteme, die Aktien notieren im Prime-Standard der deutschen Börse.
Ja, das ist wirklich so ein börsennotierter deutscher Mittelständler.
Aber, und das macht die Sache wesentlich spannender, der Maschinenbauer, der hat eine revolutionäre Technik zur Bearbeitung von Glas entwickelt.
Und damit ein hartnäckiges Problem gelöst.
Glas gilt als ein idealer Werkstoff, nur lässt es sich in hauchdünner Form kaum präzis bearbeiten.
Das LIDE, das LIDE-Verfahren, das soll das ändern.
LIDE steht für Laser Induced Deep Edging und ist eine laserbasierte Tiefenätzung.
Klingt wahnsinnig kompliziert, ist es wahrscheinlich auch, heißt aber, dass das Verfahren quasi Glas bearbeitbar macht und das war dort, wo es bisher an physikalische Grenzen geraten ist.
Entsprechend groß waren auch die Visionen und die Ziele des Unternehmens in sämtlichen Sektoren, von Displays über Medizintechnik bis hin zu Halbleitern.
Ja, doch erstmal blieben die Aufträge aus und das vielleicht nicht mal, weil die Idee falsch war, sondern weil der Markt noch nicht so weit war.
Das klassische Timing-Problem gelaufen ist, für einen Mittelständler ist es schwer, parallel Technologie zu entwickeln, Märkte zu schaffen und den Vertrieb global hochzufahren.
Ja, das war so 2017 und danach hat sich schon einiges getan.
Mittlerweile fokussiert sich das Unternehmen eher auf die Felder, die dem Durchbruch am nächsten sind, für Displays und vor allem natürlich auch Halbleiter.
Dort wurde die Technik immer weiter verfeinert, Maschinen gebaut, Pilotprojekte gestartet.
Das Problem, sichtbare Umsätze gibt es kaum, aber die Lernkurve, die zeigt auf jeden Fall nach oben.
Und jetzt verschiebt sich die Lage.
Im Halbleiterbereich stoßen die bisherigen Verfahren an physikalische Grenzen, getrieben durch den Bedarf an immer leistungsfähigeren Chips für KI-Rechenzentren.
Beim sogenannten Hybrid Bonding, also dem Stapeln von KI-Chips, zählt jedes Detail.
Oberflächen müssen extrem glatt sein, Materialien stabil bei Hitze.
Und Glas erfüllt genau diese Anforderungen.
Und plötzlich wirkt da die alte Idee wieder hochaktuell.
LPKF hat sich in dieser Nische früh positioniert.
Ein dichtes Patentportfolio, enge Kontakte entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette, Pilotprojekte mit großen Playern.
Das ist die strategische Ausgangslage.
Entscheidend ist jetzt der Übergang.
Warburg Research sieht genau an dieser Stelle jetzt die Bruchkante der Story.
Die Analysts betonen, dass die Fantasie rund um Glassubstrate dem Auftragseingang aktuell deutlich vorausläuft.
Zwar sei die technologische Position stark, doch die Industrie befinde sich noch immer in einer sehr frühen Phase.
Kurzfristig sei daher kaum mit positiven Überraschungen zu rechnen.
Der Übergang in echte Volumenproduktion dürfte sich laut Warburg noch Jahre hinziehen.
Die Branche müsse erst Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Kostenstrukturen in den Griff bekommen, bevor größere Stückzahlen realistisch werden.
Und das gilt eben auch für LPKF Laser.
Entsprechend erwarten die Analysten eine breitere Marktdurchstrengung erst ab 2028, wahrscheinlich jedoch erst gegen Ende dieses Jahrzehnts.
Daraus ergibt sich für Anleger eine klassische asymmetrische Wette.
Im positiven Szenario zieht die Nachfrage mit der nächsten Chip-Generation an oder ein großer Player sichert sich die Technologie direkt.
Beides würde den Kurs treiben.
Im negativen Szenario bleibt LIDE, oder wie auch immer es ausgesprochen wird, weiter in der Pilotphase hängen.
Schon 2021 waren die Erwartungen so groß, dass die Aktie auf fast 30 Euro glättete damals.
Und dann kam der tiefe Fall.
Seit Jahresbeginn hat das Papier aber wieder kräftig zugelegt, nämlich 255%.
Allein gestern lag das Plus bei 28%.
Aber bei einem Kurs von 21 Euro halten die meisten Experten das Potenzial erstmal für ausgereizt.
Ja, die Frage bleibt, ob es dieses Mal jetzt der echte Durchbruch ist oder nur der nächste Anlauf.
Unabhängig davon könnte es auch möglich sein, dass einer der Halbleiterriesen oder einer der großen Zulieferer das Unternehmen aus Gabsen kauft und das Potenzial der Technik in anderen Bereichen erschließt.
Schließlich ist LPKF Laser ja kaum mehr als eine halbe Milliarde Euro wert.
Und da reden wir also von einem echten Small Cap.
war alles auf Aktien.
Wir freuen uns immer über Feedback, deshalb schickt uns eine Mail an www.888welt.de oder hinterlasst uns eine Bewertung.
Per E-Mail hat uns eine Frage von Alfred erreicht zu den US-Zöllen auf Autos und Lastwagen aus der EU.
Er möchte wissen, ob es langfristig nicht sinnvoll ist, gerade jetzt in die Motorbranche zu investieren und begründet, Zitat, Die Amtszeit von Trump ist ja beschränkt.
Ich gehe stark davon aus, dass sich das Zollthema in einigen Jahren wieder normalisiert haben wird.
Diese These haben wir dann gestern direkt mal an Frank Schwope weitergeleitet.
Er ist Automotive Consultant und Lehrbeauftragte der Fachhochschule des Mittelstands in Köln.
Daher gibt er natürlich jetzt hier keine Anlageempfehlung ab.
Er beantwortet aber die Frage von Alfred dennoch sehr deutlich, wie ich finde.
Er sagt nämlich, Zitat, das größte Problem sind nicht die amerikanischen Zölle.
Das Problem sei mit der Disruption durch E-Mobilität und Ende der Dekade durch das breite Ausrollen des Autonomfahrens viel größer.
Laut Frank Schrupe drängen zudem viele chinesische Hersteller in die weltweiten Automobilmärkte und der chinesische Markt wird damit für die westlichen Hersteller immer, immer, immer schwieriger.
Hinzu kommt, Zitat, die chinesischen Hersteller sind technologisch teilweise überlegen und die chinesischen Autokäufer patriotischer.
Zitat Ende.
Ja, dann wäre das immerhin geklärt.
stellt sich jetzt noch eine Frage, nämlich was heute bei Defner und Zschäpitz abgeht.
Ja und der Zschäpitz, der kündigt es so an, ich zitiere ihn mal wörtlich, ich werde von der OMR berichten und wir ziehen unsere Bilanz zu ein Jahr GroKo.
Klingt für mich vielversprechend und das wird auch mit Sicherheit die weitere Woche hier bei AAA.
Daher abonniert uns, sprecht über uns und empfehlt uns euren Freunden.
Wir hören uns dann morgen wieder, ab 5 Uhr bei Welt und überall, wo es Podcasts gibt.
