# AI Chip Boom, Nuclear Energy, and Market Shifts

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-04-30

## Transcript

Den Krieg im Nahen Osten hat die Börse fürs Erste abgehakt.
Stattdessen dreht sich alles wieder um KI, wodurch sogar der Dino unter den Chip-Aktien ein fulminantes Comeback erlebt.
Eng damit verbunden der Hype um modulare Atomreaktoren, von dem auch ein bislang wenig erfolgreiches Investment der reichsten Frau Deutschlands profitieren könnte.
Dazu, welche Kohleaktie sogar die Tech-Titanen alt aussehen lässt.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Und damit willkommen zu Beyond the Noise.
Finanzen mit Fokus statt Firlefanz.
Vom Wetter her war der April ja eher launisch.
An der Börse hingegen war es schon ein Wonnemonat, vor allem in den USA.
Der S&P 500 hat 15 der letzten 20 Handelstage im Plus beendet, 6 neue Allzeithochs markiert und gegenüber dem Tief vom 30.
März zeitweise mehr als 12% zugelegt.
Zwar ist der Konflikt im Nahen Osten noch immer nicht gelöst, die Straße von Hormuz nach wie vor blockiert und der Ölpreis weiterhin dreistellig, aber statt auf den Krieg blickt die Wall Street auf KI.
Das Motto dabei, Chip Chip Hurra!
Die Nachfrage nach Rechenleistung, Halbleitern und Speichermedien ist so immens, dass sogar Intel plötzlich nicht mehr nur von der Hoffnung auf bessere Zeiten lebt, sondern tatsächlich steigende Umsätze und zweistellige Marschen melden kann.
Die Aktie des Chip-Dinos hat sich binnen vier Wochen mehr als verdoppelt und ist bei Kursen um 80 Dollar nun viermal so teuer wie im vergangenen Sommer.
als die US-Regierung mit knapp 10% eingestiegen ist.
Mit einem Buchgewinn von 27 Milliarden Dollar ist Donald Trumps Finanzspritze für den langedarbenden Halbleiterhersteller.
Damit stand jetzt eines der profitabelsten Industrieinvestments der US-Geschichte.
Gleichzeitig bleibt Intel ein Mahnmal für alle Stockpicker.
Denn erst mit dem Anstieg der letzten Tage hat die Aktie ihr bisheriges Hoch aus dem Internet-Hype übertroffen.
Wer Anfang 2000 eingestiegen ist, musste 26 Jahre warten, um wieder in die Gewinnzone zu kommen.
Während der 30-Werte umfassende Philadelphia Semiconductor-Index, an der Wall Street nur Sox genannt, sich seit damals per Saldo verachtfacht hat.
Ein ähnliches Schicksal werden mit Sicherheit auch einige Protagonisten des aktuellen Chip-Booms erleiden.
Vorsicht deshalb vor allzu viel Conviction.
Können wir als Privatanleger wirklich einschätzen, welche Halbleiterhersteller auch im nächsten und übernächsten Zyklus zu den Gewinnern zählen werden?
Zumal ja auch der Sektor insgesamt am Tropf der Hyperscaler hängt, die derzeit ihren kompletten Cashflow in Rechenzentren pumpen.
Zugegeben, momentan scheint wenig dafür zu sprechen, dass der Hype bald endet.
Doch früher oder später ist die Chip-Wirtschaft bislang noch immer in den berühmt-berüchtigten Schweinezyklus zurückgekehrt und bekanntlich lauten die vier gefährlichsten Worte beim Investieren ja This time is different.
Wer also einen Chip-ETF wie den Phanec Semiconductor im Depot hat und sich beim Einstieg eine Rebalancing-Regel zurechtgelegt hat, der sollte diese nicht der FOMO opfern, sondern konsequent umsetzen.
Wobei ja auch ein gewöhnlicher Weltportfolio-ETF schon genügend Chip-Exposure bietet.
Im MSCI All Country World Index etwa kommen Halbleiteraktien jetzt auf einen Anteil von über 14 Prozent.
Genauso viel wie alle Banken und Versicherer aus der ganzen Welt zusammen.
Für die Angst, etwas zu verpassen, gibt es also überhaupt keinen Grund.
Die größte Gier herrscht derweil bei Börsengängen.
Über die bis zu 2 Billionen Dollar Unternehmenswert, die Elon Musk's SpaceX zum IPO im Juni anstrebt, da hatten wir ja schon gesprochen.
Nun sorgt Matt Anthropic ein weiterer Börsenaspirant für Furore.
Der Entwickler von Claude, dem zurzeit wohl disruptivsten KI-Tool, bekommt frisches Kapital von Alphabet.
Auf einer Bewertung von 350 Milliarden Dollar will die Google-Mutter zunächst 10 Milliarden Dollar in den OpenAI-Konkurrenten stecken.
Und bei Erreichen gewisser Milestones könnten noch weitere 30 Milliarden zusätzlich fließen.
Das haben Spekulanten im inoffiziellen Handel über die Blockchain-Plattform Jupiters Pre-Stocks zum Anlass genommen, den Firmenwert von Anthropic erstmal auf eine Billion...
Dollar hochzuzocken.
Und auch an der Nasdaq herrscht Partystimmung.
Mit X-Energy debütierte dort am Freitag ein weiteres Unternehmen, das modulare Atomreaktoren entwickelt, prädestiniert für die dezentrale Stromversorgung von Rechenzentren.
Eigentlich sollten die Aktien ja zu 16 bis 19 Dollar platziert werden.
Aber angesichts der immensen Nachfrage wurde der Emissionspreis kurzerhand auf 23 Dollar angehoben.
Und selbst das war noch zu günstig, denn im börslichen Handel kletterte der Kurs dann sogar auf über 30 Dollar.
Macht in Summe 9 Milliarden Dollar Marktwert für ein Unternehmen, das noch kein einziges Projekt am Netz hat, sondern dieses Jahr mit dem Bau der ersten Anlagen beginnen will, die dann 2030 den Betrieb aufnehmen sollen.
Pures Wagniskapital also, auch wenn X-Energy bereits namhafte Partner und Kunden gewinnen konnte.
Darunter den US-Chemieresen Dow, den britischen Versorger Centrica sowie Amazon.
Der Tech-Titan ist zugleich übrigens einer der größten Investoren von X-Energy.
Also wieder mal ein feiner Kreislaufdeal, der aber auch zeigt, wie kritisch das Thema Energie für die langfristige Perspektive der Hyperscaler ist und welche Rolle die hierzulande verpönte Nukleartechnologie dabei spielt.
Aus regulatorischen Gründen ist X-Energy bislang nicht in Deutschland handelbar.
dürfte die Aktie bald in den einschlägigen Themen-ETFs von Fanag, WisdomTree und UBS auftauchen, die dann auch gleich die gesamte atomare Wertschöpfungskette abbilden.
Vom Uranabbau über Kraftwerkskomponenten und Wartung bis hin zu Kleinreaktor-Ventures wie Oklo oder Newscale.
Wer sich hier engagiert, sollte allerdings einen ähnlich langen Atem mitbringen wie Amazon und Co.
Und die hohe Volatilität des Sektors spricht eher für einen Sparplan als für ein Einzelinvestment.
Dazu rückt der Börsengang von X-Energy auch eine deutsche Firma in den Fokus.
Denn für seinen Brennstoff benötigt das Nuklear-Startup hochreinen Kohlenstoff.
Und dieser Spezial-Grafit kommt von SGL Carbon aus Wiesbaden.
Bereits im Januar wurde ein erster Drei-Jahres-Vertrag im Gesamtvolumen von 100 Millionen Dollar besiegelt und obendrein gibt es Absichtserklärungen für weitere Lieferungen.
Kein Wunder also, dass die SGL-Aktie dieses Jahr bereits 40% zugelegt hat.
Langfristig hat sich die vielbeschworene Technologieführerschaft für die Aktionäre aber nicht ausgezahlt.
Im Gegenteil, seit 2009 ist der Kurs um drei Viertel abgerutscht.
Damals war nach Volkswagen und BMW auch BMW-Großaktionärin Susanne Klatten höchst selbst mit 30% bei SGL eingestiegen.
Getragen von der Vision, Carbon als Leichtbauwerkstoff für die Automobilindustrie zu etablieren.
Doch die große Verheißung, die mit Prestigeprojekten wie den Elektro-BMWs i3 und i8 ihren Anfang genommen hatte, die hat sich eben nie erfüllt.
Carbon blieb in der Massenfertigung zu teuer und zu komplex.
Bilanz der Fehleinschätzung mit 850 Millionen Euro ist der Konzernumsatz von SGL heute nur noch halb so hoch wie 2012.
Gleich mehrfach rutschte das Unternehmen in die Verlustzone.
Und auch 2024 und 2025 waren wegen der Restrukturierung des Carbongeschäfts tief rot.
Entsprechend mager ist nun die Bewertung.
Aktuell wird SGL Carbon nur mit zwei Dritteln vom Umsatz bezahlt.
Sofern dieses Jahr tatsächlich der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen gelingen sollte, liegt darin durchaus ein gewisser Hebel.
Doch nach den Enttäuschungen der Vergangenheit ist das Misstrauen der Börse durchaus nachvollziehbar.
Für eine nachhaltige Trendwende braucht es weitere Großaufträge, vor allem aus den zukunftsträchtigen Sektoren Energie und Halbleiter.
Nur so kann die ambitionierte Strategie SGL Growth 2030 untermauert werden.
Nicht enttäuscht, sondern begeistert hat dagegen wieder einmal Coca-Cola.
Der Softdrink-Krise schafft weiterhin das, woran derzeit fast alle Food- und Beverage-Konzerne scheitern.
Mehr Volumen zu höheren Preisen.
Was fürs erste Quartal 2026 in Summe zu 10% mehr Umsatz und mit 35% auch einem neuen Rekord bei der operativen Marge geführt hat.
Folgerichtig wurde auch die Prognose fürs Gesamtjahr angehoben.
Der Gewinn je Aktie soll um 8 bis 9 Prozent steigen.
Ziemlich prickelnd für ein so reifes Unternehmen, das vor allem für seine Dividende geschätzt wird, die im März zum 64.
Mal in Folge erhöht wurde und nun für 2,7 Prozent Rendite sorgt.
Doch auch die Aktienperformance kann sich sehen lassen.
Mit einem Plus von 45% hat Coca-Cola in den vergangenen 5 Jahren klar besser abgeschnitten als der S&P 500 Consumer Staples.
Der konnte nämlich nur rund 30% zulegen.
Und trotzdem, es geht noch besser.
Denn The Coca-Cola Company ist ja nur die globale Markenplattform und die Graalshüterin der geheimen Rezeptur.
Doch es gibt da ja auch noch die Abfüller, die aus dem in Atlanta produzierten Konzentrat ein Getränk machen und die Distribution vor Ort übernehmen.
Und der US-Platzhirsch unter den Abfüllern lässt in den letzten Jahren sogar Tech-Aktien alt aussehen.
Der Kurs von Coca-Cola Consolidated, gehandelt unter dem prestigeträchtigen Börsenkürzel Coke, hat sich seit April 2021 nahezu versiebenfacht.
Dennoch ist die Abfüllaktie mit dem 24-fachen des erwarteten Gewinns ähnlich bewertet wie der Mutterkonzern.
Nur die Dividende ist mit einem halben Prozent ziemlich mager.
Dafür gibt es aber großvolumige Aktienrückkäufe.
Binnen fünf Jahren ist die Anzahl der ausstehenden Anteile um ein Fünftel geschrumpft.
Mehr über Coca-Cola Consolidated und die anderen Abfüllaktien erfährst du übrigens in unserem zweiteiligen Asset-Class-Deep-Dive rund um den Mythos Coca-Cola.
Und das war's für heute.
Vielen Dank, dass du dabei warst und wenn du etwas für dich mitnehmen konntest, dann sag's gerne weiter, lass ein Abo da.
Und schreib was in die Kommentare, was du über den Chip-Hype denkst, ob du Atomenergie für einen aussichtsreichen Satelliten im Depot hältst und welche Kohleaktie dein Favorit ist.
Hab einen schönen Start in den Mai.
Bis nächste Woche.
Tschüss aus Berlin.
