# Market Shifts: AI Costs, Pricing Strategies, and Sector Realignment

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-04-29

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Mittwoch, der 29.
April.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird natürlich unterstützt von Scalable Capital.
Dem Broker, der übrigens auch einen der besten YouTube-Accounts meiner Meinung nach in Deutschland hat.
Neben Interviews mit Top-CEOs gibt es heute auch ein neues Format jeden Donnerstag, wo einmal die wichtigsten Events der Woche eingeordnet werden.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Und bei uns gibt es heute schlechte Nachrichten rund um OpenAI und Spotify.
Den Hotelangriff von Airbnb haben wir eingeordnet.
Und was sonst noch an der Börse los war, das erzählt euch jetzt erstmal Christoph.
Es gab gestern, wie so oft gerade, sehr viele Zahlen und überraschend starke kamen von Coca-Cola, die übrigens auch in meinem Depot sind.
Der Umsatz ist um 12 Prozent gestiegen und war damit wie der Gewinn über den Erwartungen.
Für das Gesamtjahr erwartet die Firma jetzt ein bisschen mehr Gewinn als bisher.
Ein Treiber, Coca-Cola, verkauft in den USA vermehrt kleinere Flaschen und Dosen.
Das klingt vielleicht unspektakulär, ist aber eigentlich eine ganz smarte Preisstrategie, weil Coca-Cola dadurch pro Liter mehr Geld verlangen kann, ohne den Listenpreis anzuheben.
Außerdem interessant, Coca-Cola sieht gerade deutlich, was die k-förmige Wirtschaft bedeutet.
Premium-Marken wie Fairlife, die laufen stark, weil höhere Einkommen nicht so großen Druck spüren.
Gleichzeitig kämpfen günstigere Segmente, weil die Leute da mehr aufs Geld schauen.
Die Aktie ist um die 5% gestiegen.
Nicht so gut sieht es mal wieder aus bei UPS.
Und zwar hat die Aktie leicht verloren, obwohl die Zahlen eigentlich solide waren.
UPS steckt gerade mitten in einem großen Umbau und hat sein Netzwerk stark automatisiert.
Allein dieses Quartal hat UPS 600 Millionen Dollar an Kosten gespart.
Im Gesamtjahr sollen es drei Milliarden sein.
Ab dem zweiten Quartal will UPS dann wieder zum Wachstum zurückkehren.
Der Markt war ein bisschen enttäuscht, dass UPS die Ziele nur bestätigt und nicht angehoben hat.
Das wird als Unsicherheit für den weiteren Jahresverlauf interpretiert.
Auch eher schwache Zahlen und 5% Verlust gab es beim schwedischen Atlas Copco.
Wir hatten die schon länger nicht im Podcast, das ist aber mit 80 Milliarden Dollar Börsenwert die drittwertvollste Firma in Schweden und eigentlich bekannt für Druckluftkompressoren und dafür, dass die Aktie langfristig sehr stabile Renditen geliefert hat.
Spannend ist in der aktuellen Zeit aber auch, dass Atlas Copco Pumpen und Vakuumsysteme an die Chipbranche liefert.
Und damit natürlich von KI profitiert.
Der Vakuum-Bereich, der genau die Sachen beliefert, die Chip-Fabriken brauchen, hat letztes Quartal den Auftragseingang um mehr als 30 Prozent gesteigert.
Auf der anderen Seite haben andere Bereiche enttäuscht, vor allem Kompressoren und Industrietechnik.
Und eine leichte Enttäuschung gab es dann auch noch von Novartis.
Im letzten Quartal ist der Umsatz um 5 Prozent gesunken.
Der Gewinn ist noch deutlicher gefallen.
Damit hat der Pharmakonzern auch schlechter abgeschnitten als gedacht.
Das Problem, seit letztem Jahr leidet Novartis darunter, dass Patente von Medikamenten in den USA abgelaufen sind.
Zum Beispiel ist das Herzmittel Entresto betroffen, das mehrere Milliarden Umsatz gemacht hat.
Da ist der Umsatz um die 40 Prozent eingebrochen.
Bei anderen Mitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist, waren es sogar um 60 bis 65 Prozent.
In Europa werden in den nächsten Monaten auch Nachahmerprodukte auf den Markt kommen.
Trotzdem will Novartis seine Jahresziele erreichen.
Gestern ging es mit der Aktie aber leicht abwärts.
Neben den ganzen Zahlen ist eine große Nachricht vom Ölmarkt gekommen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen zum 1.
Mai die OPEC und damit auch das erweiterte Bündnis OPEC+.
Nach 60 Jahren Mitgliedschaft.
Der Hintergrund ist ein bisschen komplex.
Einerseits gibt es schon seit Jahren Spannung zwischen den VAE und Saudi-Arabien.
Die Emirate wollten nämlich mehr produzieren und investieren.
Die Saudis dagegen haben das Angebot lieber gedrosselt.
Könnte langfristig sogar den Ölpreis drücken, falls die VAE dann wirklich mehr produzieren.
Dass wir über einen Anstieg von um das 27-fache innerhalb eines Jahres sprechen, das kommt eigentlich nie vor.
Aber heute ist es soweit, denn den gab es bei Rivian.
Fairerweise geht es da nicht um den Aktienkurs oder den Umsatz der Firma, sondern um das Gehalt von CEO Scaridge.
Er hat 2025 400 Millionen Dollar verdient nach um die 15 Millionen in den Jahren davor.
Das Grundgehalt liegt dabei nur bei einer Million Dollar.
Dazu gibt es noch eine Million Bonus.
Der Rest sind zum Großteil auf Aktienoptionen und Aktienprämien aufgeteilt.
In den nächsten Jahren könnte das Gehalt sogar noch weiter steigen.
Im allerbesten Fall könnte es in zehn Jahren auf 4,5 Milliarden Dollar steigen.
Dafür müsste Rivian 175 Milliarden Dollar Börsenwert erreichen.
Zurzeit sind es knapp 20 Milliarden.
Aber auch die 400 Millionen Dollar sind schon einzigartig.
Die CEOs von GM oder Ford haben um die 25 Millionen Dollar bekommen.
VW-Chef Blume 8,5 Millionen Dollar.
Dabei hat VW letztes Jahr 9 Millionen Autos verkauft.
Rivian 42.000.
Und apropos VW, in Deutschland war gestern auch kein guter Börsentag.
Bei Bayer gab es Anhörungen vom obersten Gerichtshof in den USA rund um den Glyphosatstreit.
Und das ist wohl nicht so ganz gut gelaufen, wie ihr hofft.
Aktie war 5% down.
Beim Labordiagnostik-Konzern KIAGEN ging es nach schwachen Zahlen 10% runter.
Lichtblick war die IT-Firma Innet, von der ich euch am 23.
März mal erzählt habe.
Die Aktie ist 10% gestiegen, weil sie in Australien einen großen Auftrag zur Erneuerung...
des Fahrkartensystems im öffentlichen Nahverkehr gekriegt haben.
Einige News gab es gestern auch auf der Tech-Welt und was da los war, hat sich Noah angeschaut.
Ja, leider gab es in der Tech-Welt gestern nicht so viel Gutes zu berichten.
Angefangen hat eigentlich alles mit OpenAI.
Dort hat nämlich das Wall Street Journal geleakt, dass sie ihre internen Nutzer- und Umsatzziele verfehlt haben.
Und die Finanzchefin macht sich schon Sorgen, dass OpenAI auf dem aktuellen Wachstumsweg die ganzen eigenen Verpflichtungen nicht erfüllen kann, also die ganze Rechenleistung, die sie ja schon bestellt haben.
Grund für die schwache Performance ist wohl, dass Gemini und Claude Marktanteile gewinnen.
Ich habe selbst dieses Jahr mein JetGPT-Abo gegen eins von Claude getauscht und das scheint öfter zu passieren.
Zwar könnte das neue 5.5-Modell das wieder ändern, aber einfach ist die Lage gerade nicht.
Getroffen hat das an der Börse gestern vor allem Firmen, die Nähe zu OpenAI haben, zum Beispiel Oracle, wo OpenAI ja Rechenleistung für 300 Milliarden Dollar bestellt hat.
Oder auch Softbank, die große Investor bei OpenAI sind, die haben sogar um die 10% verloren.
Ähnlich hart bergab ging es dann auch noch bei Spotify.
Die wollen dieses Quartal nämlich nur 6 Millionen Premium-Abos gewinnen und würden damit auf 299 Millionen kommen.
Klingt viel, Investoren haben aber gehofft, dass sie die 300 Millionen Marke knacken.
Das wäre jetzt auch ein kleineres Problem, wenn dann mehr Leute kostenlose Abos haben und Spotify dort viel Werbung verkauft.
Der Werbeumsatz war aber letztes Quartal auch schwächer als gedacht.
Dazu war auch die Marge ein bisschen schwächer und was Spotify dazu gesagt hat, fand ich ganz spannend.
Und zwar wird ja gerade überall darüber diskutiert, dass Firmen vielleicht nicht mehr neue Mitarbeiter anstellen, aber dafür einfach extrem viel Geld für Rechenleistung und für KIs ausgeben.
Und genau das ist bei Spotify schon der Fall.
Sie haben im letzten Quartal mehr Geld ausgegeben und sogar weniger Mitarbeiter gehabt, aber hatten eben ziemlich hohe KI-Kosten.
Und die KI nutzen sie dann zum Beispiel, um neue Features zu entwickeln, was langfristig das Wachstum treiben soll.
Kurzfristig hat es aber eher auf die Margen gedrückt und das hat der Börse nicht gefallen, vor allem weil das Wachstum ja eben auch eher enttäuschend war.
Jetzt muss man natürlich sagen, dass das alles Jammern auf extrem hohem Niveau ist, aber mit einem KGV von 30 ist Spotify eben auch auf hohem Niveau bewertet.
Und auf ein hohes Niveau gelaufen ist in den letzten Jahren auch die Aktie von Corning.
Alleine in den letzten zwölf Monaten hat die 250 Prozent zugelegt.
Wirklich krass.
Grund ist vor allem, dass Corning zum Beispiel einen Riesendeal mit Meta gemacht hat und die für sechs Milliarden mit neuesten Glasfaserkabeln ausstatten wird.
So profitiert Corning dann vom KI-Boom, obwohl sie ja eigentlich nur ein Glashersteller sind.
rund um diese Themen, also Glasfaserkabel und so, ist letztes Quartal auch 40% gewachsen.
Problem war aber, dass das restliche Business so gut wie gar nicht wächst und die 40% sind zwar viel, aber auch ungefähr so viel, wie eh erwartet wurde.
Und entsprechend hat die Aktie dann gestern nach dem ganzen Anstieg der letzten Wochen um die 10% verloren.
Nachdem ich heute sehr viel über schlechte Tech-Nachrichten gesprochen habe, hat sich Timo nochmal angeschaut, ob es bei Airbnb vielleicht bessere gibt.
Das Wachstum bei Airbnb ist in den letzten Jahren immer schwächer geworden.
2022 ist man noch mit 40% gewachsen, letztes Jahr ging es nur noch 10% nach oben.
Auch CEO Brian Chesky hat letzten September gesagt, dass er mit dem Wachstum nicht glücklich ist und deshalb neue Geschäftsbereiche aufbauen will.
Den Anfang davon kann man jetzt sehen.
Im Oktober hat Airbnb nämlich in New York, Los Angeles, Paris und Madrid angefangen, Hotels auf ihre Plattform zu holen.
Das Ganze ist erstmal nur ein Test und es geht nur um kleine Hotels.
Teilweise gab es die auch schon vor auf Airbnb.
Was jetzt neu ist, ist, dass die Firma die Hotels wirklich selber anspricht, niedrigere Gebühren als die Wettbewerber Booking.com und Expedia verspricht und es gibt jetzt auch zum ersten Mal einen extra Hotelchef.
Der Move soll jetzt zwei Probleme auf einmal lösen.
Erstens kann Airbnb damit in Städten Geld verdienen, in denen das Kernmodell aktuell schwierig ist.
In New York zum Beispiel wurden 2023 strenge Regeln gegen Kurzzeitvermietungen eingeführt.
Und Airbnb hat selbst zugegeben, dass dadurch Millionen von Buchungen verloren gegangen sind.
Und zweitens kommt man über Hotels an den 1600 Milliarden Dollar großen Markt für Geschäftsreisende ran.
Die wollen nämlich meistens Hotels.
Im letzten Quartal haben Hotels prozentual nur einen einstelligen Anteil an allen gebuchten Übernachtungen bei Airbnb ausgemacht.
Der Bereich ist dafür aber auch doppelt so schnell gewachsen wie das Kerngeschäft.
Wenn wir optimistisch davon ausgehen, dass der prozentuale einstellige Anteil 5% bedeutet, ganz Airbnb weiter mit 10% wächst und das Hotelgeschäft weiter doppelt so schnell, dann würde es ca.
8 Jahre brauchen, bis das Geschäft 10% ausmacht.
Damit der Bereich also wirklich relevant wird, muss Airbnb aggressiver werden.
Also entweder sie übernehmen andere Player.
2019 hatten sie schon die Plattform Hotel Tonight für 400 Millionen Dollar gekauft.
Das Business ist seitdem aber kaum gewachsen.
Oder sie gehen in den Preiskampf mit dem Wettbewerb und verlangen niedrigere Gebühren, sodass die Hotels auf ihre Plattform wechseln.
Darauf scheint es auch hinaus zu laufen.
Die beiden Platzhirsche in dem Markt Booking.com und Expedia verlangen von kleinen, unabhängigen Hotels 15-30% Provision pro Buchung.
Airbnb soll laut dem neuen Hotelchef Jesse Stein deutlich darunter liegen.
Trotzdem...
muss man erstmal das riesige Hotelnetz von Booking einholen.
Dazu kommt, dass die großen Hotelketten wie Marriott und Hilton selbst versuchen, kleine Hotels in ihre Netzwerke zu holen und dadurch von der anderen Seite Druck auf den Markt machen.
Ich finde an dem ganzen Thema ja eher spannend, dass Airbnb damit jetzt stärker auf einen Markt setzt, denn die Börse wegen KI-Sorgen schon stark abgeschrieben hat.
Die Sorge ist, dass Hotelvergleiche und Buchungen eben auch von KI abgedeckt werden.
Airbnb ist dagegen ein bisschen geschützter, weil es die Ferienwohnungen oft exklusiv auf der Plattform gibt.
Aber die Aktie von Booking ist deshalb in letzter Zeit nicht so gut gelaufen und die 140 Milliarden Dollar Börsenwert entsprechen dem 17-fachen vom erwarteten Gewinn.
Airbnb kommt mit 80 Milliarden Dollar auf ein erwartetes KGV von fast 30 und das, obwohl Booking in den letzten drei Jahren stärker gewachsen ist.
Wenn man also nicht so an die KI-Disruption glaubt, wirkt das aktuell wie die fairere Wette.
Was kostet denn das?
Die Nacht dreht sich schon so um die 20.000 Euro rum.
Pro Nacht?
Pro Nacht.
Das ist schon arg, ey.
Das ist schon crazy.
Das war Ohne Aktien wird schwer, produziert von Potsdam bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Bis dahin, alles Gute, adios.
