# Strategic Asset Allocation and the Myth of Passive Investing

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-04-28

## Transcript

Echtes passives Investieren im wörtlichen Sinne dieses Begriffes gibt es nicht.
Passive Investing does not exist.
Wenn es einen Index gibt, der den Namen Mogelpackung verdient, dann ist es in Nasdaq ein Wunder.
Da kann ich nur drüber lachen.
Der ultrarationale Gerd Kommer spricht über Bauchgefühl.
Finde ich auch spannend.
Hätte ich mir vor Jahren auch nicht träumen lassen.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Hallo und herzlich willkommen zu Asset Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.
Ich bin Christian Beröhl und heute habe ich für dich nochmal Gerd Kommer.
Hallo Gerd, willkommen zurück.
Freut mich sehr, Christian.
Ist ja für viele Menschen in den letzten zehn Jahren so die erste Annäherung, auch durch deine Werke, Weltportfolio und zwar häufig so zwei Komponenten.
Sehr, sehr beliebt.
MSCI World als Basisbeimischung MSCI Emerging Markets.
Gerne gemischt im Format 70-30.
Das ist etwas...
Womit Menschen ja doch über die letzten zehn Jahre, auch vielleicht, wenn man jetzt bei Corona reingegangen ist, die letzten fünf Jahre sehr, sehr gut gefahren ist.
MSCI World lange Zeit deutlich besser gelaufen.
Letztes Jahr haben wir dann gesehen, die Schwellenländer können es ja doch.
70-30 eigentlich eine schöne Sache.
Aber wenn wir in die Medien schauen, lesen wir ja eine ganze Menge Headlines momentan mal, wie riskant ist der MSCI World.
Hat 70-30...
noch so eine Zukunft.
Jetzt hat sich sogar Thomas Kehl von Finanzfluss von 70-30 verabschiedet und hat gesagt, nee, er macht jetzt 50-30-20, glaube ich war es, also 50% MSCI World, 30% Emerging Markets, 20% Europa.
Wie siehst du diesen Shift und insbesondere, weil das halt auch wirklich viele Hörer nach wie vor im Depot haben, wie siehst du 70-30?
Also letzten Endes ist das richtig, ist das immer noch richtig.
Viele Wege führen nach Rom.
Es gibt natürlich auch viele Wege, die nicht nach Rom führen, aber ein 70-30-Portfolio ist einer der Wege, die nach Rom führen.
Das optimale Portfolio gibt es nur rückwärts gerichtet und da kann ich nur drüber lachen.
Also es ist immer toll, darüber zu reden, was in den letzten 10, 20 oder 50 Jahren am besten gelaufen ist.
Wir leben vorwärtsgerichtet, hat mal ein Philosoph Sören Kierkegaard gesagt.
Das Leben wird verstanden, rückwärtsgerichtet, muss aber vorwärtsgerichtet gelebt werden.
Und diese 70-30-Asset-Allokation, die du beschrieben hast, die wäre nach wie vor richtig.
Was ich persönlich so ein bisschen suboptimal finde, aber suboptimal heißt nicht schlecht, sondern einfach, es heißt...
suboptimal, nicht ganz optimal in meiner Sicht, ist 70% USA, 30% Tech.
Oder noch mehr Tech, also MSCI World ETF.
Und dann noch ein Nasdaq 100 ETF drauflegen, dann habe ich nämlich noch mehr Tech und noch mehr USA.
Okay, also das sind ja nochmal die größten Positionen im MSCI World, nochmal verdoppelt.
Also S&P 500 und Nasdaq und dann vielleicht noch ein S&P Information Technology dazu, weil es noch nicht reicht, ist dann halt irgendwie eine Sektorwette.
Aber 70-30 impliziert ja...
irgendwie ja schon so einen normativen Charakter.
Warum eigentlich genau 70-30?
Wenn wir uns mal anschauen, Schwellenländer produzieren heute je nachdem, welche sozusagen Währungskonvertierungsmethode von nationalem Bruttoinlandsprodukt auf eine einheitliche Währung der globalen Messung.
Da muss ich den Dollar nehmen.
Wenn ich indische Rupien nehmen würde, würde was anderes rauskommen.
Je nachdem, wie man das macht, Kaufkraftparitäten adjustiert oder nicht, produzieren Schwellenländer zwischen 30 und 50 Prozent der Wirtschaftsleistung heute.
Zwischen 30 und 50 Prozent.
Schwellenländer sind nicht irgendeine Nischenveranstaltung, so exotik a la Thailand, wo man mal in Urlaub hinfährt.
Nein.
Wenn man mal einen Moment lang nachdenkt und sich vergegenwärtigt, dass da Indien und China dazu gehören, die zwei größten Länder bevölkerungsmäßig der Welt mit Abstand, die auch dazu noch verdammt schnell wachsen und weniger Demografieprobleme haben.
China hat auch ein Demografieproblem, großes, aber es ist nicht so groß wie das.
Wie in Europa oder in Japan.
wie das in allen Industrieländern sozusagen zusammengenommen.
Es gibt einzelne Industrieländer, die wesentlich besser demografisch dastehen als China.
UNSA beispielsweise.
Zum Beispiel, ja, genau.
Aber dann kann man noch vieles andere sagen, weniger Staatsverschulungen, auch bei China und so weiter.
Also insgesamt makroökonomisch stehen Schwellenländer in Summe deutlich besser da als Industrieländer.
Und das zeigt sich auch an ihrem Wachstum und so weiter.
Und Arbeitsschutzgesetze und bla bla bla, alles.
Und wenn ich das alles zusammennehme, also eine Gruppe von Ländern, die bis zu 50% der Weltwirtschaftsleistung produzieren und im Grunde genommen von ihrer makroökonomischen Struktur her besser aufgestellt sind wie wir und dann sage, die möchte ich nicht im Portfolio haben oder nur mit 5%, dann kann ich nicht von der Welt AG sprechen, weil ich einen großen Teil dieser Welt AG nicht im Portfolio hätte.
Großer Teil der Welt AG, der Industrieländer, macht ja nun auch intensive Geschäfte in den Schwellenländern.
Breit aufgestellt.
Das ist jetzt nicht wie bei jedem Unternehmen, wie bei Unilever beispielsweise, die 50 bis 60 Prozent ihrer Umsätze als britisches Unternehmen in Schwellenländern machen.
Aber das ist ja doch ein signifikanter Teil, auch bei deutschen Unternehmen, vor allem ein Teil, wo Wachstum ja auch herkommt.
beispielsweise bei Siemens sich deutlich erhöhen, gerade wenn wir es aufs Indien-Geschäft anschauen.
Aber diese Logik, die ich so oft höre, ja, Nvidia exportiert ja auch in Schwellenländer oder Unilever und so weiter und alle großen börsennotierten Unternehmen exportieren in andere Länder und auch und so weiter, die ist ja im Grunde genommen self-defeatig.
Also sie sagt, Du, Gerd, oder wer auch immer, Lieschen Müller, du brauchst nicht den Schwedenländer zu exportieren, weil Microsoft auch nach Indien exportiert, seine Software nach Indien verkauft.
Deine etablierten Unternehmen sind schon da.
Aber wenn das stimmt, und es stimmt ja, warum dann nicht going the full Monty, also den zweiten Schritt, den ersten Schritt habe ich ja schon getan.
Ich freue mich darüber, dass Microsoft auch nach Südkorea, nach China, nach Brasilien, und nach Polen exportiert und vielleicht dort auch fertigen lässt und so weiter.
Wenn das stimmt und wenn ich das als etwas Positives sehe, dann würde ich doch sagen, okay, mehr von etwas Positiven ist doch wünschenswert.
Dann gehe ich den letzten und den zweiten Schritt auch noch und sage, okay, dann hole ich mir die Unternehmen in diesen Ländern.
Der weltgrößte Chip-Hersteller ist ein taiwanesisches Unternehmen.
Dann hole ich mir die auch noch ins Portfolio.
Und ich vergebe mir ja dabei nichts.
Also diese Logik ist im Grunde genommen self-defeating.
Denn wenn du sie zu ihrer logischen, ultimativen Konsequenz führst, dann musst du in Schwellenländer investieren.
Weil sie ja sagt, es ist gut, dass die SAPs dieser Welt nicht nur Umsätze in Deutschland produzieren.
Warum?
Muss ich dann 70-30 machen?
Warum sage ich dann nicht gleich, okay, dann nehme ich halt ein All World, MSCI All Country World beispielsweise.
Da sind Schwellenländer und Industrieländer drin.
Ich muss mir auch keine Gedanken darum machen, wo wird jetzt was gerade einklassifiziert.
Südkorea, das prominenteste Beispiel.
bei Fuzzi ein Industrieland, bei MSCI irgendwie ein Schwellenland, sondern ich habe alles drin.
Aber ich habe dann keine 70-30, sondern die Schwellenländer haben dann irgendwie so 12, 13 Prozent, je nachdem, wie ich sie definiere in so einem All-World.
Ist das also zu wenig oder ketzerisch gefragt?
Ist 70-30 eine Strategie, die nicht schon wieder so ein bisschen aktiv irgendwie ist?
Da rennst du bei mir offene Türen ein.
Also Stichwort aktiv versus passiv.
Ich sage seit zehn Jahren, und das ist aktenkundig, echtes passives Investieren im wörtlichen Sinne dieses Begriffes gibt es nicht.
Passive Investing does not exist.
Irgendeiner vor 30, 40 Jahren, wahrscheinlich war es irgendein Fondsmanager aus der aktiven Branche, der neidisch war auf den Erfolg von Indexfonds, hat mal die Unterscheidung aktives Investieren, passives Investieren eingeführt.
Es lässt sich nicht herausfinden, wer dieser Mensch war.
War ein guter Marketer, weil am Anfang aktiv investieren wurde nur positiv gesehen, weil aktives Handeln ist immer besser als passiv sein.
Wer will schon passiv sein?
Aber um zum Punkt zu kommen, echtes passives Investieren im wörtlichen Sinne gibt es nicht.
Jeder passiver Investor muss laufend aktive Entscheidungen treffen.
Ich brauche glaube ich das nicht erklären.
Ich glaube, das ist schon ein wichtiges Thema, was wir auch nochmal aufdröseln sollten, dass ja auch...
Diejenigen, die sich als passive Investoren definieren, gerade weil sie deine Bücher gelesen haben, ja eine ganze Menge Entscheidungen getroffen haben.
Welche Entscheidungen sind das?
Fängt ja schon an, was definiere ich als die Welt?
Genau, also dass du irgendwann mal in deinem Leben sagst, jetzt fange ich an, in die Welt AG zu investieren oder von aktiv auf passiv zu wechseln.
Jetzt verkaufe ich meine Immobilie und kaufe mir stattdessen für die 400.000 Euro, die ich verdient habe.
ein Welt-AG-Portfolio.
Ich mache einen Sparplan oder auch keinen Sparplan.
Ich gewichte die Schwellenländer mit 30% oder 10%.
Ich tue noch Unternehmensanleihen rein oder ein Gold-ETP oder ein Bitcoin-ETP oder ein Hard-Wallet-Investment.
Und dann irgendwann mal höre ich auf zu arbeiten, dann muss ich entsparen.
Also lauter aktive Entscheidungen, die deine Vermögenswerte und darunter natürlich auch die Kapitalmarktanlagen betreffen.
Und wenn du ein MSCI World ETF verkaufst und sagst, okay, ich setze jetzt alles auf Nasdaq 100, weil ich in der Welt einen Artikel über den sogenannten Wunderindex Nasdaq 100 gelesen habe, schon wieder eine aktive Entscheidung, obwohl ich nach wie vor passive Produkte benutze.
Vorher ein MSCI World ETF.
passives Produkt, nachher ein Nasdaq 100 ETF, passives Produkt.
Über den Wunderindex haben wir eine schöne Folge gemacht mit Denise Koch.
Großartiger Index, aber es ist halt kein Marktbarometer, sondern es ist ein Börsenbetreiberindex und damit ja auch ein Machtinstrument, das dieser Börsenbetreiber entsprechend einsetzt, wie man ja gerade daran erkennt, dass am Regelwerk herumgeschraubt wird, um es dann ein bisschen angenehmer zu machen.
wenn dann SpaceX oder OpenAI oder Anthropic demnächst an die Börse kommen.
Solche Geschichten passieren da und mir dreht sich da so leichter Markung um, weil das nur eine abgemehlte Form von aktivem Management ist.
Also da wird es dir dann zu viel?
Ja, da sagst du, das ist der aktive Grad, den man vermeiden kann, indem man weiterhin in breit diversifizierten Produkten macht, die zumindest in sich genommen.
passiv sind, aber allein die Entscheidung dafür, was mache ich, nehme ich in Aqui, nehme ich in Aqui-Immi, wie rebalance ich, wenn ich zwei, drei Komponenten habe, mache ich das jährlich, mache ich das mal bestimmter Grenzen, wo liegen diese Grenzen, selbst wenn man sich ein Regelwerk gibt, diese Regelwerkdefinition.
Die ist zunächst mal aktiv.
Genau.
Und ich komme gleich dann wieder zum Thema aktiv-passiv.
Aber das kann ich mir jetzt nicht verkneifen.
Also wenn es einen Index gibt, der den Namen Mogelpackung verdient, dann ist es der Nasdaq 100.
Warum?
Es ist kein Tech-Index.
Er wird aber regelmäßig von allen möglichen Leuten als Tech-Index oder quasi Tech-Index vermarktet.
Wenn ich in den letzten 10, 20 oder 30 Jahren einen echten US-Tech-Index oder Global-Tech-Index gegen den Nasdaq 100 gestellt hätte, hätte dieser echte Tech-Index, zum Beispiel der MSCI World Information Technology oder der MSCI USA Information Technology, den Nasdaq 100...
Wobei Information Technology ja nicht Tech-komplett ist.
Da fehlt ja dann eine Alphabet, da fehlt eine Meta, die sind Communications, da fehlt eine Amazon-Tech-Konzern, der tummerweise zu viele Waren verkauft im E-Commerce und deswegen als zyklischer Konsum gilt.
Also insofern, wenn du das natürlich am Ende zusammenfasst und sagst, wo habe ich die höchste Konzentration von Tech-Werten abseits der Sektorschubladen, dann hat der Nasdaq 100 natürlich schon mal Argumente, auch wenn er nicht...
pure Tech ist, sondern eben ein Wachstumswerte-Index ist oder einfach ein Index von Unternehmen, die sich für Wachstumswerte halten, die sich dieses Siegel umhängen wollen, wie beispielsweise ja auch Walmart von der Neiße an die Nasdaq gewechselt ist.
Deswegen Börsenbetreiber-Index mit allen Vorteilen und allen Nachteilen, aber eben kein Marktbarometer wie der MSCI USA, wie der S&P 500, wobei der ja auch so ein paar...
aktive Elemente hat, was die Einbeziehung angeht.
Es ist nicht so extrem wie beim Nasdaq 100.
Okay, parken wir das Thema mal und kommen zurück zum Thema Aktiv-Passiv-Unterscheidung.
Also ich glaube, wir haben gezeigt, dass niemand wirklich ein passiver Anleger sein kann.
Das ist einfach nicht möglich.
Und vielleicht noch eine kleine Anekdote.
Es gibt Hedgefonds, die sogenanntes High-Frequency-Trading praktizieren, HFT.
Diese Hedgefonds, halten einzelne Wertpapiere nur noch Bruchteile von Sekunden.
Bruchteile von Sekunden.
Die legen zum Beispiel Wert darauf, dass sie in New York, in Manhattan sozusagen physisch nur 100 Meter entfernt ihren Server stehen haben.
Je kürzer die Leitung ist, ist nochmal ein Vorteil von ein paar Hundertsten.
Relativ zur Neise oder zur Nasdaq-Börse.
Also da spielt wirklich sozusagen die Geschwindigkeit von Strom, wie der fließt, Kann da quasi ein Handels- und Trading-Vurteil bedeuten.
Und mit welchem Produkt traden diese HFT-Hedgefonds am meisten?
Mit S&P 500 ETFs.
Mit einem passiven Produkt.
Also die hyperaktive Strategie, die Wertpapiere nur noch Bruchteile von Sekunden hält, findet keine fundamentale Analyse mehr statt.
geschieht nahezu oder zum allergrößten Teil mit passiven Produkten.
Und das zeigt nochmal die Absurdität dieser sozusagen, man macht passives Investieren, weil man passive Produkte benutzt.
Also es funktioniert hinten und vorne nicht, diese Terminologie und diese Logik.
Am Ende des Tages sind wir alle aktive Investoren, einige mehr aktiv als andere.
ein großer Verfechter von Buy and Hold.
Also mit anderen Worten, slow your trading down.
Reduziere es und halte breit diversifizierte Wertpapiere möglichst Jahrzehnte.
Lebe aktiv, investiere passiv.
Das ist ein Slogan von Zendepot.
Vor 10, 15 Jahren finde ich einen guten Slogan.
Aber nichtsdestotrotz, du hast ja auch schon dieses passive Investieren auch genutzt als Opener, um damit rauszugehen und in den Details dann doch recht komplexen Werken einfach einen Stempel draufzupacken.
Kannst du an dir selber feststellen, wie sich deine...
Meinung, dein Stil des passiven Investierens, die Interpretation dieses Begriffs passiv über die Zeit verändert hat?
Ja, ich glaube schon.
Und die Diskussion, die wir gerade zu diesem Wortpaar aktiv versus passiv hatten, ist da so ein kleiner Indikator.
Also wenn man sich mit irgendeinem neuen Thema befasst und das faszinierend findet, ob das jetzt Fliegen fischen heißt oder Tango tanzen, ich tanze gerne Tango und das ist dann faszinierend.
dann neigt man dazu am Anfang, das so ein bisschen allzu dogmatisch zu sehen.
Also je größer die Begeisterung ist, desto größer ist auch der Dogmatismus am Anfang.
Man glaubt, es müsse hier sozusagen so eine reine Lehre geben, den einen richtigen Weg.
Und wer dann noch tiefer einsteigt und vielleicht sozusagen ein wirklich rationaler Mensch ist, wirklich rational heißt, zu akzeptieren und bereitwillig zu akzeptieren, dass man nicht die letztgültige Wahrheit entdeckt hat und auch eigene Fehler zuzugeben und so weiter, dann merkt man nämlich, nein, nein, auch beim passiven Investieren, wie auch beim Tango-Tanzen, gibt es nicht nur einen Weg.
Und diese Vorstellung, dass John Bogle, der berühmte John Bogle, der Gründer von Vanguard, in den 1970er Jahren sozusagen mal definiert hat, was passives Investieren ist.
Nämlich du musst dir einen S&P 500 Indexfonds kaufen.
Nein, sogar ETFs sind nicht erlaubt.
Es muss ein klassischer Indexfonds sein und kein internationales Investment.
Also du bist Ami, aber du brauchst kein internationales Investment.
Das glauben ja heute noch viele Amis.
Das entdecken sie ja erst so langsam.
Genau.
Und wenn überhaupt noch eine Beimischung, dann halt ein langfristiger US-Staatsanlein-Fonds.
Und das ist es.
Das ist einfach zu einfach.
Und auch wenn, das ist simplifizierend, das ist im Grunde genommen, Leute für nicht fähig dazu zu lernen einstufen und auch zu sagen, nein, die Wissenschaft, vergiss es, sie darf bis jetzt existieren, 1970, aber alles, was danach kommt, wird jetzt ignoriert.
Stell dir mal vor, das würde in der Medizin gemacht werden oder in der Physik.
Dieser Dogmatismus, den habe ich für mich überwunden.
Und dann kam irgendwann mal sozusagen das große Thema der Factor-Forschung, dass eben der Aktienmarkt, der globale Aktienmarkt nicht so ein einfacher Eintopf ist, in dem im Grunde genommen 10.000 kleine Mosaikstückchen sind, die eigentlich alle identisch sind.
Nein, nein, da gibt es ein paar Muster.
Das ist nicht...
sozusagen so eindeutig wie in der Mathematik oder in der Physik oder in der Geologie, wo wir 30.000 Jahre oder 3 Millionen Jahre Daten haben, sondern wir sprechen hier von einem sozialen Konstrukt.
Märkte sind soziale Phänomene, die sich verändern, weil Menschen sich verändern und so weiter.
Aber es sind Muster da und möglicherweise auch Muster, die man mit wissenschaftlichen Methoden für sich nutzen kann.
Eine endgültige Gewissheit wird es da nie geben.
Momentum, Value, Quality, Size, Factor.
Folge gemacht mit Manuel Bermes von MSCI, wobei ja die MSCI-Indizes auch nur eine Interpretation von Faktoren sind, die natürlich irgendwie auf Handelbarkeit optimiert sind, sich dann schon ein bisschen von diesen Multifaktor-Modellen entfernt haben, die wir aus der Wissenschaft kennen.
Aber wenn man das jetzt mal so Revue passieren lässt, also am Anfang war der Welt-ETF oder 70-30, schöne, einfache Geschichte.
Faktor-Investing gegangen und schon da haben ja manche gedacht, ach, jetzt wird es ja beim Komma doch irgendwie kompliziert.
Der war doch eigentlich der Fels der Einfachheit.
Und dann ging es ja noch weiter.
Dann hast du vor drei Jahren gesagt, jetzt mache ich einen...
eigenen ETF mit Gewichtung nach Marktkapitalisierung und BIP, verschiedenen Faktoren, Einzelaktiencap bei einem Prozent.
Also abgesehen davon, dass das ganz schön viele aktive Prämissen sind, wie du gerade gesagt hast.
Ist das natürlich was, wo Leute schon denken, wird ja immer komplizierter.
Warum?
Das war doch so schön mit dem MSCI All Country World.
Braucht es da wirklich mehr?
Also ich muss gleich zu meiner Entschuldigung Folgendes vorbringen.
Also von mir gibt es fünf Investmentbücher, da gibt es noch zwei Immobilienbücher.
Also die fünf Investmentbücher, du hast ja anfangs geschildert, so ein bisschen Baukastensystem, also von ganz einfach bis anspruchsvoller und dann so ein klein bisschen, eins für ältere Anleger und eins für Menschen, die schon viel Geld haben, aber es schützen möchten und so weiter.
Und diesen fünf Büchern kommt nur in einem einzigen Factor-Investing vor.
Das schon mal vorausgeschickt.
Also ich stehe immer noch für plain vanilla einfaches passives Investieren, sogenanntes passives Investieren.
Und die meisten Videos, die meisten Social Media Posts, vier von meinen fünf Büchern und so weiter sagen das.
Also das ist nicht so, dass ich...
Das heißt, du hast dich nicht verabschiedet vom...
klassischen Index, der nach Marktkapitalisierung gewichtet, der nicht kappt, der sagt, hey, let your winners run und wo man sagt, also, wenn es da irgendwelche Übergewichtungen, Untergewichtungen gibt, die sich vielleicht fundamental nicht rechtfertigen lassen, baut sich das im Laufe der Zeit ab, so wie wir es 1990 in Japan gesehen haben und Gewicht von 40 auf 10% runtergegangen in den 90er Jahren trotzdem, weil USA und Europa quasi in die Bresche gesprungen sind, hat man in den 90er Jahren einen sehr guten Aktienmarktrandeten einfangen können.
Genau.
Also es kriegt nach wie vor, um im Papstbild zu bleiben, kriegt nach wie vor die Absolution.
100 Prozent.
Aber die Welt, das ist auch schon jetzt sozusagen zum zweiten oder dritten Mal gesagt, ist eben dann doch komplexer.
Und ein, wenn man so will, Nachteil der Marktwirtschaft ist, das Beste aller Gesellschaftssysteme ist, weil es am wenigsten Armut produziert und am meisten Reichtum und am meisten ökonomische Freiheiten lässt.
Die Marktwirtschaft hat auch den leider großen Nachteil, dass sie Unübersichtlichkeit produziert.
Es gibt halt plötzlich nicht nur eine Kryptowährung, sondern 20.000.
Es gibt nicht nur einen Tennisschläger und einen Automobilhersteller.
sondern Vielfalt und diese Vielfalt, die Wettbewerb bedeutet und Fortschritt bedeutet und Wettbewerbsdruck für die Anbieter, Auswahl, Choice für die Nachfrage, heißt halt auch Unübersichtlichkeit und I can't have it both ways.
Also du kannst nicht die Marktwirtschaft haben.
mit ihrem großen Wachstum, mit ihrer Wohlstandsschaffung und gleichzeitig die Übersichtlichkeit des Sozialismus.
Sorry, it doesn't work.
Genau, deswegen ist ja so dieser kapitalisierungsgewichtete Index so eine tolle Sache, sondern der nutzt ja diesen Preismechanismus einfach aus, um die einzelnen Anteile...
festzulegen, um den Markt abzubilden, repräsentativ.
Und da könnte man ja eigentlich sagen, da ist ein Haken dran.
Das ist es doch.
Warum muss es was anderes geben?
Warum muss es ein Faktormodell da drin geben?
Warum sagt man, wie du das bei deinem Get-Commer-Multifaktor-Equity machst?
Also Gewichtung nach Marktkapitalisierung, ah nee, das ist jetzt nicht gut genug.
Wir müssen jetzt nach Marktkapitalisierung und BIP.
und also ja, Let Your Winners Run ist ja eine schöne Sache, aber wenn die Rosen über 1% wachsen, schneiden wir ihnen die Köpfe ab und düngen damit das Unkraut, um das mal mit einem Bild von Peter Lynch zu sagen.
Genau, aber das Bild ist so ein bisschen schief.
Keinen Rosen werden die Köpfe abgeschnitten, sondern es wird dafür gesorgt, dass nicht nur Rosen da sind, sondern auch Orchideen, Tulpen und andere schöne Gewächse.
So, und ne, der Punkt ist der, dass Passive Investing kam aus der Wissenschaft.
Aus der Wissenschaft.
Das kann ich nicht stark genug betonen.
In den 1970ern, wenn man sich diese, da gibt es viele Bücher drüber, tolle Bücher, wie sozusagen Index Investing entstanden ist, Passive Investing entstanden ist, nachdem Wissenschaftler gesagt haben, Da muss es eine bessere Mausefalle geben.
Also es hat Forscher gegeben, die gezeigt haben, aktives Management unterperformt systematisch.
Es gab noch keine Indexfonds, aber es gab Indizes, Indexes.
Den SP500, den Dow Jones und so weiter.
Und 90% aller aktiven Manager schlagen den Index nicht.
Das kann doch wohl nicht wahr sein.
Dann kam in den 70er Jahren die Erfindung des Indexfonds, an der auch John Bogle sozusagen in der zweiten Reihe dann beteiligt war.
Und das war aus der Wissenschaft abgeleitet.
Universitätsprofessoren und Doktoranden haben diese Erfindung vorgenommen.
Und gegen den Widerstand der Finanzbranche letztlich über viele Hürden und mit vielen Verzögerungen.
Und dann kam irgendwann in den 80er und 90er Jahren, also nochmal 10, 15, 20 Jahre später, kamen Leute daher, Eugene Farmer ist einer davon, den ich vorhin schon erwähnt habe, und gesagt haben, sozusagen breite Plain Vanilla Marktkapitalisierungsbasierte Indexmodell ist auch nicht unbedingt Die letzte Erkenntnis, weil es eben in diesem großen Topf 10.000 Aktien weltweit gibt es Muster, den Small Cap Effekt, den Value Effekt und so weiter.
Und wenn es diese Muster gibt, also einigermaßen stabile Zusammenhänge zwischen Risiko und Rendite, die man auf statistischer Basis nicht durch anspruchsvolle Stock Fundamentalanalyse, sondern mit Computersortierung sozusagen ganz billig, kostenlos.
identifizieren kann, so wie man große Menschen, ich brauche jetzt also keinen Psychologen oder Mediziner, um einen großen Menschen, der 1,90 groß ist, von einem 1,70 großen Menschen unterscheiden.
Die lasse ich sozusagen an der Kamera vorbeilaufen.
Kostenlos und zack, die großen gehen links und die kleinen gehen rechts.
Und dann kamen die Leute und haben gesagt, diese Muster gibt es.
Und in den historischen Daten zeigen diese Muster also attraktive Risiko-Rendite-Kombinationen.
Also für das gleiche Risiko mehr Rendite als Beispiel.
Und warum das nicht ausnutzen?
Warum nicht die erste tolle Mausefalle, den Indexfonds verbinden mit dieser neuen Erkenntnis und so weiter?
Und das ist Factor-Forschung.
Und dass diese Mehrrenditen aus Value, aus Quality, aus Momentum, aus Small Size, aus Low Volatility, Low Acid Growth und so weiter sozusagen auch selber instabil sind.
Also mit anderen Worten, die kommen nicht jedes Jahr zuverlässig.
Und dass es auch eine Minderheit von Wissenschaftlern gibt, die das kritisch sehen.
Also die sagen, nee, das glauben wir nicht.
So wie es in der Medizin, Krebsbehandlung, unterschiedliche Meinungen gibt.
In der Physik, in der Geologie.
Nicht jeder Faktor ist unumstritten.
Man kann über den Small Cap Faktor gerade in diesen Zeiten...
nicht nur, weil er zu schlecht gelaufen ist, das ist ein blödes Argument, aber inwieweit es für kleine Unternehmen mit diesem Regulierungsrahmen angesichts der Investitionen in Technologie überhaupt noch möglich sein wird, erfolgreich am Markt zu agieren, in der Breite.
Kann man darüber diskutieren?
Du hast gesagt, Faktoren sind ein wichtiger Renditetreiber, muss man reinnehmen.
Du hast erklärt, warum du einen Einzelaktiencap bei einem Prozent nimmst, was ja schon relevant ist, weil wenn wir in so einem globalen Index sehen, da haben wir ja...
Immerhin, so aktuell eine Nvidia mit 4,4 Prozent, eine Apple mit 4 Prozent.
Und also die Top Ten im MSCI All Country World liegen alle über einem Prozent.
Das ist also schon eine Regel wieder, die ein starker Eingriff in das passive Investieren ist.
Und wir haben mal ausgerechnet, wenn ich 1926, also warum 1926?
Es gibt eine US-Aktienrendite-Datenbank, die 1926 beginnt.
Es sind jetzt fast 100 Jahre.
Das ist die...
längste Monatsrenditendatenreihe hoher Qualität, die nicht nur aus zwei Aktien besteht, auf der Welt.
Deswegen hat Bessenbinder mit seinen Forschungen auch 1926 angefangen.
Also deswegen wird man immer 1926 oder 1927 für amerikanische Daten, weil das halt diese Datenbank ist, die sehr hohe Qualität hat und eben relativ weit zurückgeht.
Für europäische, die meisten anderen Ländern gibt es nur Monatsrenditedaten, die bis in die 1970er Jahre zurückgehen.
Danach sind es, früher sind es nur Jahresrenditedaten oder nur Monatsrenditedaten für fünf Aktien oder sowas.
Das ist nicht genug.
Jedenfalls auf der Basis dieser Datenbank, wenn man da folgende Strategie, aktive Strategie, regelbasierte Strategie praktizieren würde.
Ich kaufe immer am 1.
Januar die zehn größten Aktien im US-Markt.
Also heute wäre das Nvidia, Apple.
Alphabet und so weiter, die bekannten Verdächtigen.
Aber 1926 waren es natürlich andere Unternehmen.
Standard Oil, also die größte Ölgesellschaft heute teilweise in Exxon drin.
Und immer im ersten Januar, also einmal im Jahr, alle zwölf Monate, schaue ich wieder, wer sind die zehn größten Aktien im US-Markt und wenn sich eine Veränderung ergeben hat, dann trade ich.
Also aus meinem Portfolio von den zehn größten aus dem letzten Jahr.
haue ich dann zwei raus, die nicht mehr zu den zehn Größten gehören und ersetze sie.
Wenn ich diese Strategie, let's call it the Mac-10-Strategy, Magnificent-10-Strategy, in den letzten 100 Jahren, 99 Jahren produziert hätte, hätte ich den US-Gesamtmarkt unterperformt.
Sogar Vorkosten und Vorsteuernachteilen.
Weil ich immer ein paar Werte drin hatte, die dann eben keinerlei Interaktionen mehr gebracht haben.
Generell, weil die zehn größten Aktien der Welt, Schlechter performen im Schnitt, im statistischen Schnitt, nicht in den letzten 15 Jahren.
Oder weil halt auch 10 Werte einfach zu wenig breitig sind.
Genau.
Und wie gesagt, wahrscheinlich weil wir im Prinzip so eine Art Small Cap Effekt haben.
Also der Small Cap Effekt ist ja nicht so zu definieren, ja die kleinsten 10 Aktien sind die besten der Welt, sondern tendenziell rentieren Aktien mit sinkender Marktkapitalisierung besser.
That's it.
Historisch.
In den letzten 99 Jahren.
Und in den USA nicht in den letzten 15 Jahren, in anderen Ländern auch in den letzten 15 Jahren so, aber egal.
Und ich will damit nur sagen, letzten Endes, dass die größten Unternehmen tendenziell die besten sind, stimmt einfach nicht historisch.
Netzwerkeffekte, Skaleneffekte, also das, was man sagt, okay, warum ist Microsoft so toll oder nehmen wir jetzt mal Meta, weil jeder Facebook haben möchte und weil dein Nachbar Facebook hat, nimmst du auch Facebook nicht, weil du glaubst, Facebook ist das beste Produkt, sondern weil es dein Nachbar hat.
Diese Skaleneffekte und Netzwerkeffekte, die hat es ja vor 100 Jahren genauso gegeben in der Eisenbahn.
In anderen Industrien natürlich.
Also du willst halt einfach mit dem 1% sozusagen den Gini-Koeffizienten verbessern, du willst die Gleichverteilung ein bisschen annähern.
Weil ich sehe, dass große Aktien historisch gesehen kleine nicht outperformt haben, haben aber zu Klumpenrisikobildung beigetragen.
Und den Klumpen, da sind wir natürlich so bei dem klassischen Thema, was momentan so durch alle Gazetten geht, schon seit ein, zwei Jahren.
Hilfe der US-Big-Tech-Klumpen im MSCI-World.
Und wenn man jetzt mal in deinen ETF reinschaut und einfach mal diese ganzen einzelnen Stellschrauben, die du gerade eingeordnet hast.
und nur auf das schaut, was drin ist, dann fällt im Vergleich zum MSCI All Country World vor allem eins auf, das Gewicht der USA ist deutlich geringer, nicht über 60%, sondern so um die 45%.
Und wenn man dann guckt, was machen die anderen, dann kann man sagen, naja, also die 15%, die da fehlen, die hast du so halbwegs...
gleich verteilt auf die anderen Länder, manche Länder ein bisschen stärker, da spielt das BIP dann rein, China-Anteil hat sich verdoppelt, Deutschland-Anteil ist auch etwas stärker, als wenn man es einfach nur hätte durchrieseln lassen.
Aber man könnte ja jetzt bösartig sein und sagen, naja, der Komma, der hat jetzt hier so ein hochintellektuelles, sophistiziertes Modell vorgelegt, um eigentlich nur eins zu machen, den US-Anteil im Weltportfolio runterzukriegen.
Er hätte auch einfach sagen können, Leute, macht nicht mehr 70-30, sondern macht eine Beimischung im MSCI World Ex-US, dann habt ihr es auch justiert.
Also letzten Endes wollen wir mit diesem ETF nach wie vor ein Welt-AG-Investment darstellen, also ein 100% Aktienportfolio, ein Welt-AG-Portfolio mit einer moderaten Mehrrendite, moderate Mehrrendite.
bis 1,5 Prozentpunkte per annum nach Kosten unserer ETF-Fraktion.
Das ist ja nicht mehr moderat.
Also wenn man sagt, Renditevorsprung von 1,5 Prozent ist ja schon mal recht ambitioniert.
Also relativ zu den Ansprüchen, die aktive Fondsmanager haben, ist es moderat.
Also die sagen ja...
Wenn du bei 1,5 Prozent einfach mal über 20, 30 Jahre siehst, dann kommen da...
Durch das Compounding ganz ordentliche Summe.
Insofern ist es schon hoher Anspruch.
Du nimmst mir fast die besten Argumente aus dem Mund, weil du so ein schlauer Kopf bist.
Durch das Compounding, durch den Zinseszinseffekt macht ein relativ moderater, auf ein Jahr gesehen eigentlich irrelevanter Renditevorteil, ob du jetzt 20% oder 21% in einem guten Jahr verdienst.
Können ja dann nochmal minus 19 statt minus 20 sein.
Den Durchschnitt gibt es ja nur selten.
Seit 1970, glaube ich, im MSCI World, war die Jahresrendite nur in sechs Jahren zwischen 5 und 10 Prozent.
Also um diesen Mittelwert rum.
Genau, der Durchschnitt ist ein mathematisches Konstrukt, tritt aber in der Realität seltenst auf.
Ja, also mein lieber Freund Dirk Hagemann sagt dazu immer schön, der See war im Durchschnitt einen Meter tief, aber die Kuh ist trotzdem erst offen.
Absolut, da ist was dran.
Aber auch wenn du jetzt minus 20% statt minus 19% hättest, davon geht die Welt dann auch nicht mehr weiter unter.
Auf ein Jahr macht dieses eine Prozent oder anderthalb Prozent nicht den Kohlfett, aber auf die Dauer macht es ihn fett.
Und das ist so ein bisschen die ökonomische Logik dahinter.
Wir wollen nicht grundsätzlich anders investieren.
Es ist ein Welt-AG-Investment.
Das kann jeder sehen, dass unser ETF hoch korreliert mit dem ACWI EMI oder ACWI.
Du hast ja auch gesagt, aber durch diese ganzen kleinen schönen algorithmischen Elemente, die eben keinen teuren Fondsmanager erfordern, glauben wir, dass wir auf lange Sicht diese moderate Outperformance haben.
erzeugen können bei gleichem oder leicht geringerem Risiko in den letzten zwei, dreiviertel Jahren, seit der vorher existiert, haben wir ein leicht...
Da kommen wir gleich drauf.
Auf Kosten, auf Risiko, auf Performance, wie dieses Ziel bislang erreicht wurde.
Aber ich will nochmal zurück auf dieses Thema Ex-USA.
Das fällt ja schon auf.
Ist das etwas, dass du sagst, Mensch, also ich habe in diesem MSCI World oder MSCI-Aqui-Universum echt ein Problem mit dem Klumpen USA?
Oder ist das etwas, wo du sagst, ich habe einfach dieses Modell durchlaufen lassen mit Faktoren, mit BIP-Gewichtung, mit CAP und da kam halt raus, dass die USA entsprechend geringer gewichtet sind?
Gut, dass du insistierst, dass wir diesen Punkt...
adressieren, sonst hätte ich das beinahe übergangen.
Wenn ein Empire Rising und Falling hat und es hat vorher 5% von meinem Portfolio gemacht, geht jetzt auf 1%, weil es einen 80%igen Verlust hatte, dann ist das jetzt nicht weiter dramatisch.
Aber wenn diese Portfolio-Komponent, die ein Rising und Falling erlebt, 80% Gewicht hat in meinem Portfolio, dann ist es dramatisch.
Und diesen Fall, diesen Black Swan Fall, den möchte ich vermeiden.
Und ich kann ihn nicht komplett vermeiden, ich möchte kein Country Picking machen, aber ich fühle mich einfach, mein Risikomanagement Bauchgefühl geht nicht.
schön konform mit 70% in einem Land.
Der ultrarationale Gerd Kommer spricht über Bauchgefühl.
Finde ich auch spannend.
Hätte ich mir vor Jahren auch nicht träumen lassen, als ich dein Buch zum zweiten Mal gelesen habe.
Finde ich spannend.
Bedeutet natürlich auch, dass es wieder eine Entscheidung gibt.
gegen Amerika an der einen Stelle eine Entscheidung für was anderes ist und du hast ja dann versucht, diese Entscheidung dann irgendwie doch so ein bisschen evidenzbasiert zu treffen mit diesem Faktor, dass du sagst, da kommt es ja eigentlich her, nicht nur nach Marktkapitalisierung Gewichten, sondern nach BIP auch die andere Hälfte.
Wobei also dieses Gewichten nach Bruttoinlandsprodukt von Aktienmärkten, das hat sich mir...
ehrlich gesagt noch nie erschlossen.
Warum sollte man das machen?
Weil wenn ich dann diese Länder so gewichte, habe ich ja in diesen Ländern trotzdem wieder die Kapitalisierungsgewichtung der einzelnen Aktien.
Und außerdem hänge ich ja, wenn ich jetzt das Gewicht von Nvidia und Apple und Microsoft und allen möglichen addiere, nicht im US-Länderanteil, sondern das ökonomische Exposure, ist ja viel geringer.
Insofern ist es nicht eigentlich eher mit diesem BIP so der Versuch zu sagen, naja, ich will das, was ich mir vorgenommen habe, irgendwie so ein bisschen nachakademisieren, so ein bisschen intellektualisieren, dass es nicht zu sein nach Bauchgefühl aussieht?
Wenn du das so verschmitzt ausdrücken möchtest, mag sein.
Also die amerikanischen Verfassungsväter, es waren keine Frauen dabei in dem speziellen Fall, haben 1776 eine Vorstellung gehabt, wie ein freies, demokratisches, rechtsstaatliches Land auszusehen hat und haben dann auch Leute befragt und so weiter und das dann in ein sozusagen Regelwerk gegossen.
Checks und Balances, eine Verfassung und so weiter.
Also mit anderen Worten, du musst, und so funktioniert Wissenschaft zum Teil auch, eine Vorstellung haben und dann baust du dafür quasi eine Methodik und so weiter.
Ich breche mir da keinen Sacken aus der Krone, als wenn ich konzidiere, zugebe sozusagen, ja, im Endeffekt wollten wir eine aus der fundamentalen Realität und nicht aus völliger Willkür abgeleitetes sozusagen Methode haben, die in der realen Volkswirtschaft verankert ist, die dazu führte, dass die USA eben nicht diese 70 Prozent wie im MSCI World haben oder gute 60 Prozent im ACWI, sondern irgendwo deutlich weniger.
Wenn wir jetzt eine 100% BIP-Gewichtung hergenommen hätten, die aber durch die Hintertür dann auch wieder Marktkapitalisierungselemente hätte, dann wären wir ja auf 30%.
Das wäre lustig.
Ich habe mir das mal angeguckt.
Die MSCI berechnet tatsächlich einen BIP-gewichteten Akwi.
Dann hätte man 27% USA und 17% China.
Genau.
Das wäre schon heftig gewesen.
Und aus genau diesem Grund, weil letzten Endes Ein Produkt, das sich an breite Bevölkerungskreise richtet, mit einer solchen China-Wette, ob man es jetzt Anti-USA-Wette nennen will, das könnte man so ein bisschen bezweifeln, aber es ist eine China-Wette, das hätte nicht funktioniert.
Also das haben wir das Thema USA gemacht, jetzt kommen wir zurück zu deinen realistischen Erwartungen.
Da hast du gesagt, also so 1,5 Prozent, 1 Prozent.
pro Jahr.
Das wäre gut, wenn man jetzt mal reinguckt.
ETF ist vor fast drei Jahren gestartet.
Extrem erfolgreich, was die Mittelflüsse angeht.
Also über eine Milliarde Euro.
Glückwunsch auf jeden Fall dazu.
Das ist zum Niederknien.
Wenn wir jetzt auf die Performance gucken.
As we speak, Ende März haben wir rund zwei Prozentpunkte Differenz zum FTSE All World allerdings nach hinten.
Das ist ein Rückstand.
Und wenn man jetzt einfach mal diese drei Jahre Revue passieren lässt, dann war nur in der Phase um den Liberation Day 2025 der breite Ansatz beim Komma-ETF besser.
Geringere Verluste dadurch den vorherigen Vorsprung des All World wieder kompensiert.
Und seitdem ist es wieder ein bisschen...
Aufgegangen.
Sind drei Jahre zu wenig, um den Mehrwert hier zeigen zu können oder ist es einfach noch nicht der Markt?
Also in diesen zwei, drei Vierteljahren haben wir kumulativ eine Rendite von irgendwo 38 bis 40 Prozent gehabt.
Das war insgesamt trotz Liberation Day und so weiter eine gute.
Aktienzeit, vor allen Dingen weil 23 und 24 noch sehr gute Jahre waren.
25 war schon...
In absoluten Zahlen brauchen wir nicht drüber zu reden.
Und da wird man auch jetzt nicht sagen, ich habe nur 28, nur 38 gemacht und nicht 40%.
Aber es geht ja darum, riesiger Aufwand und am Ende war das Passive doch besser.
Also wir haben den MSCI World oder eigentlich ist unsere Benchmark der ACWI EMI, also ein globaler marktkapitalisierungsgewichteter Index und darauf gibt es ja auch ETFs, der auch die Schwellenländer mit drin hat, nach Marktkapitalisierung.
Ganz moderat, sagen wir jetzt einen Prozentpunkt unterperformt, kumulativ in diesen zwei, drei Vierteljahren.
Bei weniger Risiko, wir haben weniger Maximum Jordan gehabt, nicht dramatisch weniger, aber doch erkennbar.
Aber das sind natürlich dann auch schon Themen.
Die man sehr genau nachgucken muss.
Vom Gefühl her war es schon sehr identisch.
Wenn man die sogenannte Sharpe Ratio, also letztlich einfach nur die Rendite geteilt durch die Volatilität ausrechnet.
waren wir vorne.
Ich frage mich immer, welcher Privatanleger kann mit dem Begriff Volatilität als Risikomaßstab auch einfach für das gefühlte, für das wahrgenommene Risiko wirklich in der Praxis was anfangen?
Akademisch ist das alles toll, aber Maximum Drawdown ist schon eher was, was näher an der Wirklichkeit dran ist.
Wenn du reinguckst ins Depot und siehst, das, was ich mal investiert habe, ist jetzt gerade zum falschen Zeitpunkt reingegangen.
20% weniger wert, aber Volatilität anders.
Also insofern Sharp Ratio, ja, sehr akademische Diskussion.
Aber schlussendlich, wenn du beim Arzt bist, kriegst du auch ab und zu mal so eine medizinische Kennzahl zu hören, wo der Arzt sagt, ich bin jetzt nicht sicher, ob es jeder Patient versteht, aber ich muss es halt auch mal gesagt haben.
Und ganz bedeutungslos ist es dann doch nicht.
Schlussendlich, ich würde mal sagen, die zwei, dreiviertel Jahre, die wir jetzt haben, sind, wie du angedeutet hast, einfach eine zu kurze Zeit, um ein finales Urteil zu sprechen.
Grob gesagt, in den ersten, sagen wir 60 Prozent dieser Zeit, oder die erste Hälfte, ein bisschen mehr als die Hälfte, hatten wir immer noch einen Kontext, der letzten Endes...
ungünstig war für unsere ETF-Strategie.
Ein Kontext, der da lautete, US-Aktien und Tech-Aktien outperformen alles.
Also vor allem Big Tech.
Erst in der zweiten oder nicht ganz, also in den letzten 40% der Zeit von diesen zwei, dreiviertel Jahren kippte das so ein bisschen und um die Liberation Day Zeit, also praktisch jetzt vor einem Jahr, März, April 2025, ganz kippt, ist vorübergehend ganz stark.
US-Aktien und Tech-Aktien brachen weit stärker ein damals als der restliche Aktienmarkt, aber seitdem hat sich so wieder so ein bisschen angelegen.
Also in der zweiten Hälfte von diesen zwei, dreiviertel Jahren hatten wir sozusagen ein per saldo normales Bild.
Tech-Aktien haben nicht outperformt, US-Aktien haben auch nicht outperformt.
Das ist nämlich das normale Bild.
Aber Reversion to the mean hatten wir noch nicht.
Und Reversion to the mean, Regression zum Mittelwert, also das Zurückpendeln zu langfristigen Durchschnitten, das wird bedeuten, wenn es denn geschieht, und ich glaube daran, und viele Fachleute glauben auch daran, dass Tech-Aktien und US-Aktien going forward weiter unterperformen werden.
Wie stark und sozusagen, ob das in den nächsten 12 Monaten der Fall ist oder in den nächsten 60 Monaten, also sozusagen wie sich diese Rückannäherung an die normalen Bewertungsgegebenheiten vollziehen wird, manifestieren wird.
Also wie der Rückweg zur Normalität kommt, das weiß man nicht.
Es ist schnell, langsam und so weiter.
Aber US-Aktien und Tech-Aktien sind heute immer noch sehr hoch bewertet.
Der sogenannte, und das wird nicht ewig, also die Theorie hinter diesem ETF besagt, es wird diese Regression zum Mittelwert geben.
Tech-Aktien werden nicht outperformen, US-Aktien werden nicht outperformen, sie haben es auch nicht.
Ist ja in irgendeiner Hinsicht eine Prognose.
Geht so ein bisschen vom prognosefreien Investieren weg.
Ich würde sagen, das Gegenteil.
Also sozusagen zu glauben, dass US-Aktien und Tech-Aktien entgegen der empirischen Evidenz outperformen, insbesondere risikoadjustiert outperformen, das ist die Prognose.
Wir sagen ja nur, nein, sie werden es nicht tun.
Und wenn ich sage, sie werden es nicht tun, sie haben es aber in den letzten 15 Jahren und haben deswegen sozusagen so ein Bewertungsprämium angehäuft.
Das ist wie wenn du hast zwei Marathonläufer A und B.
Objektiv in unserem Gedankenexperiment, bitte nicht Realität anlegen, sind sie objektiv genau gleich gut.
Genau gleich gut.
Und jetzt haben wir einen konkreten Marathon und der A ist bei Kilometer 15 um drei Kilometer vorne.
Der ist im ersten Drittel des Marathons losgelaufen wie ein Wahnsinniger und hat einen relativ gesehen ungeheuren Vorsprung.
nach einem Drittel, aber du weißt, beide sind gleich gut, dann würdest du doch logischerweise ableiten, das kann so nicht weitergehen.
Der B wird ihn wieder einholen.
Und wahrscheinlich der Gestalt, dass der A irgendwann etwas langsamer wird.
Genau, weil er einfach sozusagen...
Weil er über seine Möglichkeiten gelaufen ist, weil er overpaced hat.
Und das wäre dann das Narrativ, was aber auf der Zeitachse...
schwierig einzuordnen ist, weil wenn das Gewicht Amerikas sinkt, müssen halt andere irgendwie in die Bresche springen.
Und das würde ja bedeuten, dass zum Beispiel Europa doch mehr Investoren anziehen kann.
Es gibt keine grundsätzlich schlechten Aktienmärkte.
Europa hat ein Wachstumsproblem, ein realwirtschaftliches Wachstum, aber es ist auch viel günstiger bewertet.
Aber vielleicht auch nicht nur ein realwirtschaftliches Wachstumsproblem, sondern auch ein Wahrnehmungsproblem, dass Europa sich international sehr, sehr schlecht verkauft.
Und immer dann, wenn so dieser Moment kommt, wo internationale Investoren sagen, so wie in diesem Frühling 2025, jetzt müsste man eigentlich mal diesen europäischen Aufbruch spielen.
Europe's Awakening tut Europa ganz viel, um diesen Ausbruch wieder zu verstolpern.
Und das strahlt natürlich auch auf Bewertungen aus.
Japan war ja auch sehr lange sehr günstig bewertet.
Und nachdem wir jetzt in den letzten zwölf Monaten, zumindest in Lokalwährung, diese Kursanstiege hatten, auch mit Blick auf fiskalische Maßnahmen, ist es ja auch nicht mehr so.
Günstig zumindest, gemessen an der eigenen Historie.
Japan ist ein wunderbares Beispiel, wenn du die Zeit zum Beispiel von 1960, aber du kannst auch 1970, da beginnt der MSI Japan-Index, hernimmst.
Bis heute hatte Japan eine sehr gute Rendite.
Höher als Deutschland von 1950 bis heute, sogar höher als die USA.
War halt nur zwischenzeitlich mal 30 Jahre unter Wasser.
Wenn du Coast Average gemacht hast, immer schön, regelmäßig, weil, wie der Uwe Jennerz sagt, die Ente kackt am Ende, haben wir natürlich in Japan jetzt dann auch eine gute Rendite.
Also in Japan war sozusagen die gute Phase ganz stark, das ist wie unsere Marathonläufer, der in den ersten 20 Jahren, also 1960 bis 1980 oder Ende der 80 Jahre, also die ersten 30 Jahre, je nachdem, Und danach kam so der Durchhänger und so weiter.
Und auch da haben wir Regression zum Mittelwert.
Und das Japan-Bashing, was wir gerne haben, auch in der Financial Community, wenn du dir wirklich mal die historischen Daten anschaust, ist nicht gerechtfertigt.
Insofern, auch das spricht wieder für internationale Diversifikation.
Wie man sie macht, ob man sie selbst aktualisierend macht oder ob man sie mit einem...
komplexeren Werk von unterschiedlichen Stellschrauben macht, muss jeder selbst entscheiden.
Eine Entscheidung trifft man natürlich auch, wenn man sich mit deinem ETF beschäftigt, eine Entscheidung für höhere Kosten.
Also man kennt ja...
den Komma als denjenigen, der eine ganze Generation von Anlegerinnen und Anlegern erzogen hat, zum kritischen Blick auf die Kosten.
Jetzt selber bei dem eigenen ETF hältst du auch mal ein bisschen mehr die Hand auf, 0,45% per annum.
Das ist ja deutlich mehr als diese 0,1 irgendwas, die es für Welt-ETFs ansonsten momentan üblicherweise gibt.
Genau, also schlussendlich, wenn man unseren ETF mit den korrekten, Vergleichs-ETFs, Benchmark-ETFs vergleicht, dann wird man feststellen, nein, die 45 Basispunkte oder 0,45% sind völlig im Rahmen.
Was will ich damit sagen?
Unser ETF ist ein Multifaktor-ETF.
Faktor investieren ist stets teurer.
Warum?
Weil mehr Breite, ich meine, du kannst natürlich sagen, du hast 4.250 Unternehmen drin, diese Ultradiversifikation, die sich ja schön liest, aber am Ende muss man auch sagen, also ich glaube, so knapp 300 Unternehmen machen auch schon mal 50% des Portfolios und die kleinsten 2.000 machen irgendwie 7% aus.
Also die Vielzahl kann es nicht sein, oder?
Also die Technologie, die dahinter steckt, sowohl was den Index anbelangt, als auch quasi die Implementierung dieser Technologie ist einfach anspruchsvoller.
Das Portfoliomanagement, auch wenn es ein algorithmisches Portfoliomanagement ist oder ein passives Portfoliomanagement ist, ist anspruchsvoller, als es bei einem MSCI World ist.
Also mit anderen Worten, da ist einfach...
sind anspruchsvollere Vorgänge, anspruchsvollere, mehr Personen und mehr Technik involviert.
So wie halt eine S-Klasse anders konstruiert ist, anspruchsvoller konstruiert ist, ist es auch ein größeres Auto als ein Polo.
Gut, dann finde ich den Vergleich gegenüber dem All-Country-World-Index ein bisschen unfair.
Ich habe versucht, also so ein bisschen rechtfertigen.
Also wenn wir Wenn wir Preisvergleiche machen und die sind selbstverständlich gerechtfertigt, ich bin derjenige, du hast es auch Gott sei Dank zu Recht betont, der seit über 20 Jahren Kostenbewusstsein predigt und die Finanzbranche dafür schimpft, mehr als jeder andere, glaube ich, geschimpft hat, dafür, dass sie einfach viel zu teuer ist.
Aber im Endeffekt Preisvergleiche sind nur dann sinnvoll, wenn ich wirklich die berühmten Äpfel mit Äpfeln vergleiche.
Und unser ETF muss mit einem Multifaktor-ETF verglichen werden.
Und wenn du das tust, und es gibt nochmal je nach Zählweise 20, also wenn ich ein Small Value, das ist auch schon ein Multifaktor-ETF.
Und wenn ich da sage, okay, ich berücksichtige auch, dass wir Schwellenländer mit drin haben, dann erklären sich diese 0,45 plötzlich.
Sie sind teuer gegenüber einer Investor World ETF, nicht Äpfel mit Äpfeln vergleichen.
Nein, und zum anderen wollen wir ja auch eines nicht vergessen, dass wir im Bereich der aktiven Fonds, beziehungsweise derer, die vorgeben, aktiv zu sein, häufig ja dann doch Index-Schmuser sind, auf einem ganz anderen Gebührenlevel, nach wie vor sind, dann leben wir irgendwo zwischen 1,5 und 2 Prozent, dann häufig inklusive Betriebskommissionen.
Aktiv gewinnt der Aktienfonds, der in Deutschland domiziliert ist, der DWS-Top-Dividende von der Deutschen Bank von 1,45 Prozent.
Also das Dreifache von unserem bei schlechterer Performance.
Ja, also das wollen wir auch nicht vergessen.
Jetzt sind wir schon fast am Ende dieses Gesprächs.
Wobei ich muss sagen, wir könnten eigentlich noch ein, zwei Stunden miteinander plaudern.
Und wir haben ein paar...
ganz neue Seiten von dir kennengelernt.
Bauchgefühl beispielsweise.
Jetzt muss ich es natürlich auf die Spitze treiben.
Wir haben jetzt eigentlich nur über ETFs gesprochen, die ja Verpackung von Aktien sind, aber über den Inhalt da drin haben wir sehr selten gesprochen.
Ein paar Firmen haben wir erwähnt.
Hat der Gerd Kommer eigentlich wirklich selbst nur ETFs im Portfolio oder gibt es nicht doch so das eine oder andere Unternehmen, wo du sagst, aus dem Bauchgefühl oder aus der Faszination für die Produkte, für das Geschäftsmodell und du sagst, hey, da kann ich mich so begeistern, da lege ich mir einfach mal, auch wenn es nur spaßeshalber ist, ein paar Aktien hin?
Jetzt muss ich so ein bisschen irgendwie die Trantüte und der Langeweile sein.
Nein, ich habe tatsächlich...
Seit Jahrzehnten keine Einzelaktien mehr im Portfolio.
Ich hatte mal von den Banken, bei denen ich arbeite, da gab es Mitarbeiteraktien, die bekamen so einen großen Discount und der Vorgesetzte schaute auch so ein bisschen schräg, wenn man keine kaufte.
Fühlte sich da, aber die habe ich dann rausgehauen, so schnell es ging, nachdem die Mindesthaltefrist abgelaufen war.
Also den Trade-Off durch den Discount mitgenommen und das Geld auch wieder in ETF.
Absolut, ja.
Aber ich habe einen Einzelwert, nämlich mein eigenes Unternehmen und da zocke ich ganz wild.
Da habe ich den größten Teil meines Geldes drin.
In diesem Einzelwert ist es ein super micro small cap.
Und du siehst also, ich...
bin in dem Sinne auch ein Einzelwertanleger.
Dann habe ich auch noch stark konzentrierte Wette auf mein Humankapital, also meine persönliche Arbeitskraft.
Also in dem Sinne gehe ich auch Einzelwertanleger ein.
Vor ein paar Jahren habe ich dann angefangen, in kleinem Umfang in Bitcoin und Ethereum, aber auf ETF oder ETP-Basis zu investieren.
Bin da jetzt noch nicht so zum schnellen Multimillionär geworden durch meine Krypto-Investments.
Also für mich ist, und ich bin selbstverständlich auch in Anleihen ETFs investiert, habe auch in Bankguthaben etc.
Aber das ist es dann eigentlich schon, ich hatte mal Immobilieneigentum, das habe ich dann aber verkauft, weil ich einfach sage, ich kann mein Geld risikoärmer und profitabler Und vielleicht auch stressfreier.
Und stressfreier, mit weniger Arbeit, indem ich es nicht in Immobilien investiere, weil es einfach für mich persönlich da attraktivere Alternativen gibt.
Ja, wichtiger Punkt.
Und irgendwann vielleicht begegnet dir doch mal ein Unternehmen, wo du das Produkt gerne magst und vielleicht sagst, ach Mensch, da möchte ich auch Aktionär sein.
Ich wünschte, ich hätte vor 20 Jahren in BlackRock, also viel Geld in BlackRock investiert.
BlackRock ist ja einer der größten Gesellschaften, ein börsennotierter Gesellschaft von Scalable.
Ja, und auch Marktführer bei ETFs unter anderem und weltgrößter Vermögensverwalter.
Ja, du merkst es, wir hätten noch eine ganze Reihe Themen auf der Agenda gehabt, aber das soll es für heute gewesen sein.
Gerd, vielen Dank an dich, dass du vorbeigekommen bist.
Vielen Dank für dieses intensive Gespräch.
Vielen Dank an dich fürs Zuhören.
Ich hoffe, du konntest was mitnehmen.
Und wenn das so ist, dann sag es doch gerne weiter.
Gib uns Sterne und schreib uns in die Kommentare.
Vielleicht hast du ja auch noch irgendwie eine kontroverse Meinung zu dem, was Gerd hier gesagt hat.
Oder ein paar andere Themen, über die wir mit Gerd unbedingt beim nächsten Mal sprechen sollen.
Oder vielleicht auch.
mit anderen Gästen.
Das war's für heute.
In diesem Sinne, Tschüss aus Berlin.
