# German Economic Divergence and Market Volatility

**Podcast:** Deffner und Zschäpitz – Der Wirtschafts-Talk von WELT
**Published:** 2026-04-25

## Transcript

Herzlich willkommen zu Defner und Schäpitz.
Mein Name ist Defner, Dietmar Deffner.
Mein Name ist Schäpitz, Holger Schäpitz.
Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar.
Die Moderatoren und der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
Zusätzlich zu unserem großen Podcast bekommt ihr jeden Samstag ein Defner und Schäpitz Update mit Ausblick.
Anders als dienstags, kurz und knapp, denn Zeit ist Geld.
Und wir lassen immer eine Uhr mitlaufen, damit keiner hier zu viel redet.
Und das Ganze gibt's freitags auch schon bei Weltfernsehen live um 17.45 Uhr.
Und jetzt rein in die Show.
Es war eindeutig eine Bärenwoche in der letzten Woche.
Der DAX hat 2,3 Prozent verloren.
Heute vor einer Woche, da war noch die Freude groß über die Öffnung der...
Straße von Hormuz allein, das währte nur kurze Zeit.
Am Wochenende war es schon wieder geschlossen, seitdem die Iran-Sorgen, die wieder Überhand nehmen.
Es geht nicht voran bei den Verhandlungen.
Immer wieder neue Eskalationsdrohungen.
Das alles hat den Ölpreis in die Höhe schießen lassen in dieser Woche um 18 Prozent.
Und der DAX kam entsprechend unter Druck.
Und ich habe meine Wette gewonnen.
Und nicht nur das, du hättest mal auf den Bären hören sollen, weil nämlich Amerika, da haben wir letzte Woche drüber gesprochen, ist im Plus diese Woche.
Nix mit Minus, der S&P leicht im Plus und der Nesdaq so noch stärker, weil die haben eine richtig tolle Berichtssaison.
Und was man auch sehen kann in dieser Woche, wenn die Energiepreise hoch sind, dann leiden wir besonders stark darunter.
Und Deutschland ist der große Verlierer.
Da müssen wir auch nochmal drüber reden.
Ja.
Unser Thema der Woche.
Deutschland, wir müssen reden, könnte man sagen.
Nicht nur der DAX-Schwächer in dieser Woche.
Das IFO-Geschäftsklima, das wir heute bekommen haben, immerhin der wichtigste Konjunkturindikator in Deutschland.
Das wichtigste Frühbarometer.
9000 Unternehmen werden da gefragt.
Und dieser IFO-Geschäftsklima-Index ist heute auf den tiefsten Stand seit Mai 2020 gefallen.
Und das war Mai 2020, die Zeit, als die Corona-Pandemie uns im Würgegriff hatte.
Und daraufhin folgte ja eine fette Rezession.
Und was droht jetzt?
Möglicherweise wieder ein Ende des Aufschwungs, den wir uns erhofft hatten.
Und möglicherweise im zweiten Quartal auch schon wieder ein Minusquartal und möglicherweise auch noch Schlimmeres.
Der Pessimismus beim IFO-Geschäftsklima geht wirklich quer durch alle Branchen.
Man beurteilt sowohl die aktuelle Lage wie die weiteren Aussichten schlechter.
Die energieintensive Industrie ist natürlich schlecht gelaunt, der Konsum auch, weil der Verbraucher aufgrund von höheren Energiekosten sein Geld zurückhält.
Und das zieht sich aber auch durch die anderen Branchen.
Also die Stimmung ist sehr, sehr schlecht und darüber müssen wir reden.
Da hast du recht und du hast ja schon angedeutet, zweites Quartal.
könnte wirklich ein Minusquartal werden.
Wir dürfen ja nicht vergessen, dass A, wir die Feiertage dieses Jahr so günstig haben, dass wir an einigen Feiertagen auch auf Wochenende fallen, dass wir sowieso mehr arbeiten müssen.
Und das Zweite, dass wir eben noch Schulden machen.
Und wenn ich mir jetzt noch mal das Kontrastprogramm anschaue, Amerika, Verbraucherstimmung kam auch heute raus.
Bombig.
Wenn ich mir angucke, Unternehmensstürburg, Amerika, der Einkaufsmanager-Index.
gestiegen.
Also man sieht, selbst mit den gleichen schlechten Rahmenbedingungen, die die Amerikaner ja genauso haben wie wir, schaffen die das irgendwie nach oben zu bringen.
Und wir sind irgendwie in so einer nöligen Stimmung und kriegen es irgendwie nicht hin.
Da muss wirklich was passieren, lieber Defner.
Ja, und wie antwortet die Politik?
Mit einem Tankrabatt, den der Bundestag heute gegen den Rat aller Ökonomen beschlossen hat.
Ich habe vor genau vier Wochen hier Lars Klingbeil für seine Reformrede gelobt, wo er unter anderem gesagt hat, wir können als Staat nicht mehr jede Krise und jedes Problem mit noch mehr Geld lösen.
Aber davon hat er sich ganz schnell verabschiedet.
Jetzt wird wieder versucht, diese Krise mit Geld zuzuschütten.
Aber man schüttert sozusagen Öl ins Feuer.
Man heizt ja quasi den Verbrauch.
beim Öl oder Benzin durch diesen Tankrabatt noch an.
Also man setzt ein Preissignal des Marktes außer Kraft.
Und das ist natürlich total irrsinnig.
Vor allem in Zeiten leerer Kassen, wo man das Geld ...
Immerhin sind es ja für diese erste Runde Tankrabatt.
Und die zweite wird ja garantiert folgen, weil da hat man dann auch nicht den Mut, wieder zurückzufahren.
Für diese erste Runde wären es ja schon fast 2 Mrd., die man da investiert quasi.
Und das ...
ist eben keine Investition, sondern das fehlt dann bei Investitionen in Infrastruktur und in andere Dinge, die wir uns eigentlich vorgenommen hatten.
Also vollkommen das falsche Signal.
Vor allem fehlt das Preissignal.
Du hast ja schon gesagt, dass dann die Leute gar nicht merken, dass da was passiert.
Und spätestens, wenn der Sommerurlaub ausfällt, weil kein Benzin mehr da ist, dann werden die Leute kapieren, oh, ist doch was anders.
Und dass man nicht alles mit Preisen lösen kann.
Ich meine, ich habe dir das damals ja schon gesagt, dass wir über Klingbeil hier diskutiert haben.
Es ist einfach die Grundlage der politischen Ökonomie, dass es immer irgendwie, die Politik denkt immer, ich muss was tun.
Und was tun heißt immer irgendwie mit Geld und dann merken das die Leute und so weiter.
Und was mich auch in dem Zusammenhang wirklich genervt hat, ist, der IWF hat ja in der vergangenen Woche eine Studie vorgelegt und da konnte man sehen, dass die Staatsquote, das ist jenes Geld, was durch die Hände des Staates fließt, bei über 50 Prozent.
bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus noch sein muss.
Früher haben wir ja gesagt, Helmut Kohl, wir erinnern uns, bei 50 Prozent fängt Sozialismus an.
Das kann immer nur eine Ausnahme sein in einem Krisenjahr.
Aber mittlerweile haben wir uns damit abgefunden, dass der Staat nimmt, dass der Staat gibt.
Und wenn die Leute das mitbekommen, dass es irgendwie dem wird genommen, dem wird gegeben, warum soll ich da Eigeninitiative machen?
Und dann rufe ich natürlich, wenn ich in der Tankstelle das sehe, nach dem Staat und sage, komm.
Hilf mir mal aus, anstatt irgendwie die Sache selbst zu bekommen.
Und das muss man sich nicht wundern, wenn das passiert, wenn man die Leute vorher so konditioniert.
In der Tat.
Aber es gibt ein wenig Hoffnung.
Auch in der Politik gab es zum Beispiel zwei Unionsabgeordnete aus dem Bundestag, die in dieser Woche ein eigenes Steuerkonzept vorgelegt haben.
Und das sind immerhin zwei studierte Ökonomen.
Auch sowas gibt es im Bundestag.
Man höre und staune.
Und man höre vor allem auf sie.
Denn sie haben ein Steuerentlastungskonzept vorgelegt, das sie durchgerechnet haben.
wo es eine Steuerentlastung von 25 bis 30 Milliarden geben könnte für den Steuerzahler, unter anderem durch Subventionsabbau.
Und das wäre doch mal ein Anfang.
nicht so richtig dran.
Da wird wahrscheinlich lange diskutiert, wer was kriegt, wem was genommen wird.
Und der Verbraucher ist in Deutschland so nölig.
Selbst wenn wir ihm 20 Milliarden mehr gibt, dann wird Zeit gespart.
Ich würde sagen, was für mich wichtig wäre, wirklich ein Zielbild zu formulieren, zu sagen, wir haben verstanden, dass Krise ist.
Wir wollen die Rahmenbedingungen so ändern, dass ihr, liebe Unternehmen, hier bleibt, hier investiert.
Und ihr, liebe Verbraucher, könnt euch darauf verlassen, dass wir solche Voraussetzungen schaffen, dass ihr auch euren Job weiter behaltet.
Das wäre für mich das Wichtigste und nicht irgendwelche Diskussionen um Steuerreformen oder irgendwas anderes.
Ja, und dann gab es noch ein anderes Hoffnungssignal für Deutschland aus der Softwarebranche.
SAP, unser Vorzeigekonzern, immer noch ist ja mächtig unter die Räder gekommen.
Der Kurs hat sich halbiert vom Allzeithoch wegen der Angst vor KI, das KI-Software frisst.
Aber die Quartalszahlen...
zum abgelaufenen Quartal zeigen.
SAP lebt noch, ist noch nicht wegdisruptiert.
Man ist in der Cloud-Sparte wieder auf den Wachstumspfad beim Cloud-Wachstum zurückgegangen.
Also die Wachstumsrate ist wieder gewachsen.
Und der Auftragsbestand war auch okay.
Analysten haben das gelobt und die Aktie ist wieder angesprungen.
Das macht doch Hoffnung.
Ja, er lebt noch, würde ich da sehen.
Ich habe einen Bär der Woche und da ist, ja, das ist Beiersdorf, siebeneinhalb Prozent verloren.
Und die Aktie gilt ja so ein bisschen als Witwen- und Waisenpapier und die hat sich vom Hoch...
Halbiert.
Das muss man wirklich hinbekommen als Mittel mit weißem Papier.
Was ist das Problem?
Nivea ist das Problem.
Jeder kennt es, aber das kaufen immer weniger Leute.
Und ich muss zugeben, ich habe auch, die Preise sind so stark angehoben worden von Nivea, dass ich auch mittlerweile die Eigenmarke von DM kaufe, Balea.
Und da sieht man, wo das Problem ist, dass die Leute halt nach so hohem Preisanstiegen das nicht mehr machen.
Und außerdem haben sie noch Ärger mit dem Handel und werden ausgelistet, weil sie halt zu hohe Preise nehmen wollen und die Leute es nicht mehr kaufen wollen.
Und deswegen ist es ein Problem.
Und deswegen Bär der Woche, Defna.
Aber ich schmiere meine Nivea-Creme noch ins Gesicht.
Sehr schön.
Der letzte, ja.
Nächste Woche, da glaube ich, dass der DAX wieder steigt.
Er hat ja jetzt wieder was auf die Mütze bekommen.
Und ich hoffe mal, dass in Sachen Iran-Verhandlungen jetzt doch mal was vorangeht.
Das könnte dann auch wieder für Kaufimpulse beim DAX sorgen.
Da würde ich dir sogar zustimmen, weil nächste Woche haben wir richtig große Berichtswoche mit richtig großen Örnigen.
Ich glaube, das wird positiv überraschend.
Und da wird es nach oben gehen.
Und dann haben wir noch Notenbangen.
Auch da wird kein Störfeuer kommen.
Insofern glaube ich auch, es wird...
Hoch gehen zumindest eine Einsicht, aber dann ist es eher ein schlechtes Zeichen.
Das war es auf jeden Fall für diese Woche bei Defner und J-Pits in TV.
Wir sagen Tschüss.
Und wer wissen will, wie es weitergeht und ob es hoch oder runter geht, der hört auch den Podcast immer dienstags bei Welt und überall, wo es Podcast geht.
