# Tim Cook's Exit: Apple's Legacy and Hydrogen Investment Risks

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-04-23

## Transcript

Nach 15 Jahren als Apple-CEO hat Tim Cook seinen Rückzug angekündigt.
Wir schauen auf das, was er außer Unsummen von Geld noch so bewegt hat.
Dazu die Wiederauferstehung eines Althypies.
Nach 95% Absturz hat sich die Aktie von ITM Power nun wieder vervierfacht und wirft damit ein Schlaglicht auf die gesamte Wasserstoffwirtschaft.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Und damit willkommen zu Beyond the Noise.
Finanzen mit Fokus statt Firlefanz.
1,1 Billionen Dollar.
Das ist das, was Apple insgesamt an Free Cashflow erwirtschaftet hat, seit Tim Cook 2011 den Chefsessel von Steve Jobs übernommen hat.
Fast alles davon wurde an die Aktionäre ausgekehrt.
Dabei waren die 180 Milliarden Dollar an Dividenden, die die Company Asciopatino in den vergangenen 15 Jahren überwiesen hat, nur ein kleiner Teil der Bescherung.
Denn fast fünfmal so viel, nämlich über 840 Milliarden Dollar, sind in Aktienrückkäufe geflossen, wodurch die Zahl der ausstehenden Anteile im Laufe der Zeit um mehr als 40 Prozent gesunken ist.
hat sich der Kurs verzwanzigfacht.
Cashflows, Dividenden und Buybacks in historischer Dimension, dazu eine schuldenfreie Bilanz.
Tim Cook hinterlässt eine grandiose Geldmaschine, wenn er, wie diese Woche angekündigt, im September als CEO ausscheidet.
Gleichwohl sind eingefleischte Apple-Fans und Tech-Nerds nie so richtig warm geworden mit dem hageren Manager, der so gar nichts versprüht vom visionären Spirit des Übervaters Jobs.
One more thing?
Nein, nicht mit Tim Cook.
Das sagenumwobene Apple-Car eingestampft.
Die VR-Brille Apple Vision Pro?
Ein Flop.
Und der Sprachassistent Siri?
Ein digitales Fossil.
Und nicht nur im Vergleich mit ChatGPT.
Ein Armutszeugnis für die Firma, die mit iMac, iPod, iPhone und iPad die Art und Weise revolutioniert hat, wie wir Technologie im Alltag nutzen.
Dennoch.
Es wäre töricht, die Ära Tim Cook zu verengen auf Financial Engineering und das maximal effiziente Verwalten des Erbes von Steve Jobs.
Denn auch wenn sie für uns Konsumenten auf den ersten Blick nicht so bahnbrechend aussehen, es gab auch unter Tim Cook eine Reihe von Innovationen, die aus einem stilbildenden Hardware-Hersteller ein nahtloses Ökosystem gemacht haben.
eine komplett neue Produktkategorie lanciert.
Die Wearables, angeführt von der Apple Watch.
Die meistverkaufte Uhr der Welt sichert dem Konzern gleichzeitig eine dominante Position im Wachstumsmarkt Health und Fitness.
Einschließlich der AirPods, den vom Rapper Dr.
Dree zugekauften Beats-Kopfhörern und den AirTags hat die 2013 an den Start gegangene Wearables-Sparte im vergangenen Jahr über 35 Milliarden Dollar Umsatz generiert.
Etwa genauso viel wie das 55 Jahre alte DAX-Dickschiff SAP.
Zweitens hat Cook die installierte Basis von mittlerweile über 2 Milliarden Geräten konsequent als Plattform für Services monetarisiert.
Ob Apple Music, Apple TV, iCloud, Apple Pay oder Apple Fitness.
Abos.
Transaktionsgebühren und der App Store spülen derzeit pro Quartal mehr als 25 Milliarden Dollar in die Kassen.
Das ist nicht nur gut ein Viertel vom Gesamtumsatz, sondern auch qualitativ.
Eine neue Evolutionsstufe.
Schließlich verringern diese hochmarschigen recurring revenues die wiederkehrenden Umsätze, sukzessive die Abhängigkeit von zyklischen Hardware-Verkäufen.
Und drittens sind ja da die hauseigenen Chips der M-Serie, aktuell der M5.
Und die sind mehr als nur ein technologischer Meilenstein.
Die vertikale Integration sichert Effizienz und Performance.
Und...
Optimiert die gesamte Wertschöpfung.
Überhaupt ist Supply Chain das eigentliche Meisterstück von Tim Cook.
Das Logistikgenie hat die Lieferketten so präzise kalibriert, dass Apple selbst während der Pandemie liefern konnte.
Dazu kommt die Diversifikation der Produktion.
Weniger China, mehr Indien und Vietnam, um geopolitische Risiken zu minimieren und den Konzern für eine neue Welt der Zölle zu rüsten.
Bleibt das Thema KI.
Klar, Apple hat im Gegensatz zu Alphabet oder Meta kein eigenes Large Language Model im Schaufenster stehen.
Aber schmeißt du deshalb dein iPhone weg?
Eben.
Apple wird die Macht der installierten Basis nutzen, um sukzessive die besten KI-Features diverser Anbieter ins Ökosystem zu integrieren.
Das mag etwas länger dauern als gedacht und als uns lieb ist, aber während die anderen Plattformen geranden, weite Teile ihrer operativen Cashflows in Rechenzentren pumpen und sich damit gewaltige Abschreibungsrisiken in die Bilanz holen, bleibt Apple Asset Light.
Gleichzeitig verdient die nach NVIDIA noch immer zweitwertvollste Börsenfirma der Welt an der KI-Revolution bereits kräftig mit.
Etwa über das Revenue-Sharing für KI-Anwendungen im App Store.
Und es wäre ja nicht das erste Mal, dass Apple nicht das technisch beste Produkt liefert, sondern das, was der breiten Masse einen niederschwelligen Zugang zu nutzwertiger Technologie eröffnet.
Für diese Philosophie steht auch der künftige CEO John Turnus, bislang Vice President Hardware Engineering.
Der Tech Guy ist seit 2001 im Unternehmen, hat also sowohl den Visionär Jobs als auch den Macher Cook erlebt, weshalb sich weder an der Strategie noch an der finanziellen Disziplin allzu viel ändern sollte.
Gleichwohl wird auch Turnus zeigen müssen, ob das Ökosystem und der vielbeschworene Burggraben von Apple tatsächlich eine Börsenbewertung von 4 Billionen Dollar rechtfertigen.
Wobei, gemessen am Verhältnis zwischen Enterprise Value und Free Cash Flow ist Apple momentan der günstigste Tech-Titan.
der am wenigsten teure.
Nur, Nvidia kommt ebenfalls auf ein Multiple von 28.
Broadcom und Taiwan Semiconductor rangieren in den 30ern.
Die Hyperscaler liegen aufgrund der durch die massiven Datacenter-Investments zumindest temporär stark geschrumpften Free Cash Flows weit darüber.
Noch weit von einem Ökosystem aller Apple entfernt ist ITM Power, einer der Alt-Hypies aus dem Meme-Stock-Boom der Jahre 2020-21.
Damals war die Aktie des britischen Wasserstoffpioniers binnen zwei Jahren um den Faktor 30 hochgezockt worden.
um anschließend, wie so viele Pandemie-Lieblinge, um mehr als 95% abzuschmieren.
Nun jedoch sendet ITM wieder Lebenszeichen.
Seit dem Tief von vor einem Jahr hat der Kurs sich mehr als vervierfacht.
Allein im April ging es bislang um mehr als 100% nach oben.
Auslöser für den Kurssprung ist Unterstützung aus London.
Die staatseigene Great British Energy Group hat sich für 40 Millionen Pfund rund 10% der Anteile an ITM gesichert.
Dazu will die Regierung ihrer Majestät noch 46,5 Millionen Pfund an Zuschüssen locker machen.
Mit dem Geld soll das sogenannte Kronos-Projekt vorangetrieben werden.
Eine Elektrolyse-Plattform, die mit deutlich weniger Iridium auskommt als die bislang verfügbaren Systeme.
Das kann die Kosten der Wasserstoffproduktion drastisch reduzieren.
Iridium ist schließlich eines der seltensten und mit einem Preis von um die 8000 Dollar je Feinunze.
teuersten Metalle der Welt.
Überdies hat ITM nun auch einen olivgrünen Anstrich, sprich einen schusskurstreibende Defense-Fantasie in Form einer strategischen Kooperation mit Rheinmetall.
Der Rüstungsriese will ein europaweites Netz von dezentralen Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für die NATO-Streitkräfte aufbauen.
Geplant sind mehrere hundert Standorte, die pro Jahr mit Elektrolyse-Technologie made in Britain 5000 bis 7000 Tonnen E-Fuels produzieren sollen.
Bis sich das in den Zahlen von ITM niederschlägt, dürfte freilich noch viel Wasser durch die Protonen austauschen.
Rauschmembranen laufen.
Momentan enthält die Bewertung vor allem Luft.
Einem Börsenwert von 870 Millionen Pfund stehen lediglich 40 Millionen Pfund Umsatz gegenüber, die das Management für das in diesen Tagen endende Geschäftsjahr 2025-26 anpeilt.
Dazu verbrennt ITM fleißig Geld.
In den letzten zwölf Monaten um die 30 Millionen Pfund.
Und selbst optimistische Analysten, die für die nächsten Jahre mit sagenhaften Wachstumsraten von 40% per annum kalkulieren, sehen in ihrer Glaskugel erst 2029 eine schwarze Null.
Immerhin ist ITM mit einem Barmittelbestand von 200 Millionen Pfund solide durchfinanziert.
Dennoch ist die Aktie ähnlich riskant wie Knallgas.
Wie bei diesem Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff reicht ein Funke, etwa ein Rückschlag beim Kronos-Projekt und die Spekulation platzt genauso wie vor fünf Jahren.
Obendrein klingeln mir in puncto Wasserstoff noch die Knallgasproben bei Thyssenkrupp und Salzgitter in den Ohren.
Als Stimmrechtsvertreter für die Anlegerschützer von der DSW konnte ich auf den Hauptversammlungen hautnah miterleben, wie die Stahlgiganten ihre hochfliegenden Pläne rund um Direktreduktionsanlagen und grünen Wasserstoff sukzessive.
gleichwohl hat das Thema natürlich seinen Reiz, sowohl ökologisch als auch geostrategisch, also mit Blick auf Energiesouveränität.
Doch dafür muss man nicht auf heiße Ventures wetten, sondern kann auch in etablierte Konzerne investieren.
Beispiel Linde.
Mit dem Know-how aus ihrem hochprofitablen Basisgeschäft rund um Industriegase realisiert die 230 Milliarden Dollar schwere Traditionsfirma rund um den Globus komplexe Wasserstoffprojekte.
Derzeit etwa in der saudi-arabischen Hafenstadt Yambou am Roten Meer.
Dazu betreibt Linde sowohl hierzulande als auch in den USA Pipeline-Netze, die Elektrolyse-Standorte mit industriellen Abnehmern verbinden.
Sozusagen das Rückgrat der Wasserstoffwirtschaft.
Und selbst notorische ITM-Fans kommen auf ihre Kosten.
Linde hält nämlich nicht nur 16,2% der ITM-Aktien, sondern ist auch operativ.
mit den Briten verwandelt.
Über einen 50-50-Joint-Venture mit Sitz in Dresden, bei dem ITM die Technologie beisteuert und Linde das Engineering übernimmt.
Die Qualität von Linde bis zum Umzug der primären Börsennotierung nach New York 2023 ein Schwergewicht des DAX.
Diese Qualität hat freilich ihren Preis.
Bei Kursen nahe dem Allzeithoch wird die Aktie nun mit dem 28-fachen des für dieses Jahr erwarteten Gewinns bezahlt.
Das ist etwa die Bewertung von Apple.
Aber anders als beim Lifestyle-Ökosystem gibt es Alternativen.
Die anderen Industriegas-Oligopolisten, also Air Liquide, Air Products & Chemicals und Nippon Sanso, die verfügen ebenfalls über hochwertige Wasserstoffassets.
Siemens Energy ist einer der weltweit wichtigsten Hersteller von Elektrolyseuren.
Die schwedische Atlas Copco liefert die Hochdruckkompressoren, die Wasserstoff transportfähig verdichten.
Und Chemours, ein Spin-off des US-Chemie-Riesen Dupont, stellt die Polymermembranen her, die das Herzstück jeder Elektrolysezelle sind.
Nur ein paar Namen, die zeigen, dein Depot enthält vielleicht jetzt schon mehr Wasserstofffantasie, als du ahnst.
Und das war's für heute.
Danke, dass du dabei warst und wenn du etwas mitnehmen konntest, dann sag's gern weiter, lass ein Abo da und schreib mir deine Meinung in die Kommentare.
Wie siehst du Tim Cook?
Dröger Verwalter oder genialer Stratege?
Und Wasserstoff, ist das für dich ein Zukunftsthema oder nur ein teures Narrativ?
Bis nächste Woche.
Tschüss aus Berlin.
