# AI Disruptions, Geopolitical Tension and Global Retail Giants

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-04-13

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Montag, der 13.
April.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Sponsor dieses Podcasts ist natürlich Scalable Capital, dem im Prime Plus Broker eine Trading Fed Rate 2,5% Zinsen aufs Tagesgeld, auf ein unbegrenztes Guthaben sogar und sogar mit mehrfacher Einlagensicherung, weil sie da mit verschiedenen Partnerbanken zusammenarbeiten.
Mehr Infos gibt es für immer in der Beschreibung.
Wir starten die neue Woche mit zwei der erfolgreichsten Einzelhändler, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind und anders als Lidl oder Aldi eben auch an der Börse sind.
Außerdem geht es um den wachsenden Börseneinfluss von Enthropic und leider auch um die gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA.
Es hat in den letzten Jahren immer wieder so ein paar Personen und Firmen gegeben, die teilweise mit nur einer Aussage mit nur einem Tweet die Börsen echt stark bewegt haben.
Früher war das immer Elon Musk, dann Trump, dann Nvidia.
Und dieses Jahr kommt immer mehr eine andere Firma dazu, nämlich Enthropic, also die Kollegen hinter Claude.
Die neuen Modelle von denen, also vor allem Claude Code, sind ja schon das ganze Jahr einer der großen Treiber dahinter, dass die Softwareaktien so abschmieren, weil man einfach sieht, dass so allgemeine KI-Modelle schon ziemlich viele Aufgaben erledigen können, die bisher eben Software macht.
Letzte Woche hat Enthropic bzw.
Claude dann noch eine ganz andere Branche bewegt.
Und zwar haben sich in den USA die CEOs der größten Banken getroffen, weil Enthropic ein neues Modell entwickelt hat, das extrem gut darin ist, Fehler in Software zu finden und damit auch sehr hilfreich für Hacker sein könnte, Sicherheitslücken zu finden.
Deshalb hat Entthropic dieses Claude-Mythos-Modell bisher auch noch nicht frei veröffentlicht, sondern nur ein paar Firmen zugänglich gemacht, zum Beispiel JP Morgan.
Und die haben eben gesehen, dass es unfassbar stark ist.
Und für Banken ist sowas natürlich ein Riesenthema, weil solche Sprünge bei den Fähigkeiten von KI-Modellen die Cyber Security-Risiken erstmal ordentlich anheben.
Gleichzeitig haben letzte Woche vor allem am Freitag Palo Alto, Cloudflare, Okta, CrowdStrike und die ganzen anderen großen Cyber Security-Aktien ordentlich verloren, weil es eben Sorge gibt, dass sie einfach durch KI ersetzt werden.
Fairerweise könnte man eigentlich auch argumentieren, dass durch solche Tools der Bedarf nach Cyber Security-Lösungen eigentlich stark ansteigt.
Vor allem weil CrowdStrike und Palo Alto zwei der wenigen Firmen sind, die eben schon jetzt Zugang zu dem Modell haben und gemeinsam mit Enthropic daran arbeiten sollen, das Ganze sicher zugänglich zu machen.
Jetzt habe ich viel darüber gesprochen, wie Enthropic die Kurse nach unten treibt.
Sie hat am Freitag aber auch den Kurs von CoreWeav um 10% nach oben getrieben.
Sie haben nämlich einen neuen Multimilliarden-Deal mit dem Cloud-Anbieter abgeschlossen und werden dann für diese Summen Rechenleistungen von CoreWeav nutzen.
Alle, die Claude selbst ein bisschen intensiver nutzen, dürften darüber auch happy sein.
Gerade in den US-Arbeitszeiten sind die neuesten Modelle nämlich schon relativ oft nicht verfügbar.
Neben Enthropic gab es dann noch eine KI-Nachricht, die aus europäischer Sicht ein bisschen nachdenklich macht.
Und zwar pusht der Staat in Japan seit 2022 die Chip-Firma Rapidus, die in ein paar Jahren die modernsten Chips produzieren soll, also im Grunde direkter Konkurrent zu TSMC oder Intel.
Das ist vor allem auch spannend, weil TSMC selbst ja als staatliches Projekt gestartet wurde.
Letzte Woche hat Japan jedenfalls nochmal 4 Milliarden an Förderungen für Rapidus genehmigt.
Insgesamt sind sie jetzt schon 16 Milliarden.
TSMC gibt dieses Jahr aber auch 50 Milliarden für Investitionen aus, verglichen damit sind das also immer noch Peanuts, aber trotzdem deutlich mehr als oft in Europa passiert.
Dort gab es am Freitag übrigens keine großen News.
In Deutschland haben nur Rüstungsaktien relativ stark verloren, wahrscheinlich ausgelöst durch die Friedensverhandlungen.
Am Wochenende gab es in Islamabad ja direkte Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, unter anderem mit JD Vance.
Damit waren das auch die hochrangigsten Verhandlungen zwischen den beiden Staaten seit 1979.
Es hat aber leider trotzdem nicht gereicht.
JD Vance ist nämlich wieder abgereist und hat davor verkündet, dass die beiden sich nicht einigen konnten.
Das große Problem war wohl, dass der Iran nicht bestätigen wollte, nie wieder Atomwaffen zu entwickeln.
In Reaktion auf die Meldung ist der Bitcoin direkt um die 2% abgestürzt.
Die anderen Börsen waren ja gestern geschlossen, aber wird spannend, wie sich das Ganze heute entwickelt.
Bevor wir jetzt mit so schlechter Stimmung in die Börse starten, habe ich aber noch drei gute Nachrichten dabei.
Und zwar hat der CEO von Lomentum gesagt, dass die Firma bis 2027 ausgebucht ist und sie zwar die Produktion ausbauen, aber trotzdem der Nachfrage nicht hinterherkommen.
Kurz zur Erinnerung, was Lomentum macht, die sind einer der Marktführer für optische Datenübertragung.
Das ist gerade so das nächste große Thema in der KI-Rechenzentrumswelt.
In Reaktion darauf ist die Aktie von Konkurrenten Coherent am Freitag fast 10% gestiegen.
Lomentum ist nur minimal gestiegen.
Fairerweise könnte das daran liegen, dass die Aktie in den letzten zwölf Monaten schon über 1500% zugelegt hat.
Bei Coherent waren es gerade einmal magere 450 Prozent, noch magerere 130 Prozent, gab es im selben Zeitraum für TSMC, über der habe ich ja vorher schon gesprochen.
Die Aktie hat am Freitag auch nochmal leicht zugelegt.
Da gab es nämlich neue Zahlen.
Und TSMC ist letztes Quartal 35% gewachsen und im März sogar 45%.
Damit sieht es also sehr, sehr gut aus, dass sie das Jahresziel von 30% Wachstum easy schaffen.
Und zum Abschluss hat Trump noch einen Post über Palantir abgesetzt, wo er geschrieben hat, dass die Produkte von denen sehr gut für den Krieg geeignet sind.
Das wirklich absurde an dem Post war aber, dass er hinter Palantir noch PLTA geschrieben hat, also den Börsenticker der Firma.
Und nachdem die Aktie letzte Woche 14% verloren hat, damit die schlechteste Woche seit einem Jahr hatte, könnte man fast glauben, dass Trump da den Kurs treiben wollte.
Geholfen hat es auf jeden Fall nichts.
Die Aktie hat am Freitag nochmal um die 2% verloren.
Und auch bei Palantir gibt es eben die großen Sorgen vor KI-Konkurrenz.
Ich war während meinem Zivildienst mal in einem Jumboladen in Bulgarien.
Wir waren dort auch sehr lange unterwegs, weil man die Kinder sehr schwer aus dem Laden rausgekriegt hat.
Aus irgendeinem Grund habe ich mir die Firma dahinter nie genauer angeschaut.
Die ist nämlich auch an der Börse, aber zum Glück hat das jetzt mein Kollege Timon nachgeholt.
Noah redet ja sehr viel über den Discounter-Action aus den Niederlanden, aber Jumbo ist in seinem Heimatmarkt eben noch dominanter.
Hat eine fast dreimal so hohe Marge und kriegt trotzdem nur ein Drittel der Bewertung.
Da wurde 1986 als Spielzeugladen in Athen gegründet, hat sich später zum Alles-Store für günstige Produkte entwickelt.
Im Schnitt kosten die Sachen nämlich 5 Euro und verkauft wird alles außer frische Lebensmittel und große Elektrogeräte.
Das Unternehmen macht mittlerweile über eine Milliarde Euro Umsatz und durch die Finanz-, Euro und Corona-Krise hat das Management gelernt, extrem vorsichtig zu sein.
Jumbo hat keine Schulden, fast 400 Millionen Euro Cash auf der Bilanz.
Und das Zentrallager hält immer Waren für die nächsten sieben Monate.
Das will der Gründer so, der hält auch noch fast 20% an dem über 3 Milliarden Euro schwierigen Unternehmen und ist auch noch operativ dabei.
Heute gibt es neben Griechenland auch Filialen in elf anderen Ländern und der Discounter hat insgesamt 130 Läden, wobei knapp ein Drittel Franchise-Partnern gehören.
Das Geschäft mit Franchis-Nehmern wächst übrigens auch stärker als das mit den eigenen Läden.
Und einer der Franchise-Nehmer will dieses Jahr sogar nach Kanada.
Aber zurück zur Anzahl der Läden.
130 klingt vielleicht erstmal nicht viel, vor allem nicht gegen die über 3000 von Action.
Aber ein Store hat über 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein typischer Action nur 1.000.
Der Einkauf ist dadurch was anderes.
Während man bei Action auch mal spontan für ein paar Minuten shoppen geht, ist ein Einkauf in einem Jumbo eher ein Event für den ganzen Tag.
Die Stores sind meistens am Stadtrand, haben ein Riesen einen riesen Angebot und man muss einmal durch den ganzen Store laufen, um zum Ausgang zu kommen.
Also genau das, was auch Noah erlebt hat.
Trotzdem ist das schnell wachsende Action ein Risiko.
Die haben letztes Jahr nämlich auch erste Stores in Rumänien geöffnet und haben ähnliche Produkte.
Stärkere Wettbewerb könnte die Profitabilität senken.
Dies ist bei Jumbo mit einer Nachsteuermarge von über 25 Prozent für einen Discounter extrem hoch.
Und ein Drittel vom Gewinn geht an die Investoren, dadurch gibt es momentan knapp 5% Dividendenrendite.
Fairerweise wächst Jumbo auch deutlich langsamer als Action.
In den letzten 10 Jahren nur um die 7%.
Bei Action waren es über 20.
Aber dafür hat man eben die Dividendenrendite und ein KGV von nur 10.
Also, was der Gründer von Jumbo in den letzten Jahren aufgebaut hat, ist auf jeden Fall beeindruckend.
Es ist aber nichts gegen das, was Tadashi Yanai aufgebaut hat.
Der hat mit circa 30 den kleinen Klamottenladen von seinem Vater übernommen und ist bis heute Großaktionär von Fast Retailing bzw.
von Uniclo.
Und damit ist er mit 60 Milliarden Dollar Privatvermögen auch der mit Abstand reichste Mensch Japans.
Er ist aber noch nicht der reichste Self-Met-Milliardär im Textilhandel.
Das ist Amancio Ortega mit Inditex.
Der ist 130 Milliarden Dollar schwer und damit doppelt so reich wie Tadashi.
Was ihn aber noch viel mehr stören dürfte, ist, dass Inditex mit 40 Milliarden Dollar auch doppelt so viel Umsatz macht wie Uniclo.
Das könnte sich aber ändern, wenn Uniclo das Ziel von seinem Gründer erreicht, nämlich 3000 Milliarden Yen Umsatz alleine in den USA.
Das sind um die 20 Milliarden Dollar.
Das wäre das Zehnfache von dem, was sie aktuell in den USA machen.
Und übrigens wollen sie das nicht nur in den USA erreichen, sondern auch in Europa.
Das krasse Wachstum brauchen sie aber auch, um die Bewertung zu rechtfertigen.
Mit 145 Milliarden Dollar ist Uniclo aktuell nämlich das 50-fache vom erwarteten Gewinnwert.
Also schon wirklich eine ziemlich saftige Bewertung.
Dafür, ob das gerechtfertigt ist, ist die entscheidende Frage, wie realistisch die Zukunftspläne von Tadashi Yanai sind.
Der ist übrigens immer noch CEO, obwohl er schon 77 ist.
Erstmal muss man dazu sagen, dass es bei Uniclo wirklich super läuft, was bei der Bewertung ja irgendwo auch logisch ist.
Am Freitag hat die Aktie zum Beispiel wieder über 10% zugelegt, weil sie in letzter Zeit überall sehr solide gewachsen sind, zwischen August und Februar zum Beispiel 15%.
International sind sie sogar über 20% gewachsen und in Nordamerika sogar um die 30% und gemeinsam machen Nordamerika und Europa damit jetzt mehr Umsatz aus als China, nämlich knapp über 20 Prozent.
Nur Japan ist dann mit 30% noch größer.
Zu dem Erfolg muss man aber auch sagen, dass es wirklich lange gedauert hat, bis Uniclo international so erfolgreich geworden ist.
2001 sind sie zum Beispiel viel zu schnell in UK expandiert und gescheitert.
Und 2005 haben sie schon erste G-Versuche in den USA gemacht.
Das war aber auch nie so wahnsinnig erfolgreich.
Uniclo hat immer gut in so Städten wie New York oder San Francisco funktioniert, aber für die 20 Milliarden Dollar Umsatz muss man eben auch andere Regionen knacken, die ein bisschen amerikanischer sind.
Dort kennt niemand Uniclo und zweitens hatten sie am Anfang bestimmte Probleme.
Zum Beispiel waren japanische Produkte in der Regel viel zu klein geschnitten für US-Amerikanische Kunden.
Das hat Uniclo aber geändert und sie passen jetzt auch das Sortiment an.
In den Läden in Texas gibt es zum Beispiel Designs von lokalen Künstlern und man kann sich auch die Flagge von Texas aufs Shirt drucken lassen.
Und die große These muss eben sein, wenn Uniclo dann mal halbwegs bekannt sind, dass sie dann auch in den USA genau mit den Argumenten erfolgreich werden, die sie auch in Asien und Europa erfolgreich machen.
Also einfach günstige Mode mit ziemlich guter Qualität und eher so Staples, die immer modern sind und nicht irgendwelche Trendpieces.
Das Schöne ist, wenn sie mit dem Modell erfolgreich werden, hat das einen deutlich größeren Burggraben als zum Beispiel bei Zara, weil solche Staples in der Qualität zu dem Preis zu produzieren, braucht einfach Skaleneffekte und das können junge Firmen nur schwer abbilden.
Kurz gesagt, UniClo ist sicher ein Modell, das langfristig noch Potenzial hat, vor allem international, aber bei der aktuellen Bewertung muss man schon wirklich ziemlich langfristig dran glauben, um dann auch relevant Luft nach oben zu haben.
Sie gehen einfach an ihren Schrank und greifen sich diese plumpen blauen Pullover zum Beispiel, weil sie der Welt damit sagen wollen, dass ihnen ihre Kleidung nicht so wichtig ist wie ihre Persönlichkeit.
Aber was sie nicht wissen, ist, dass dieser Pullover nicht einfach blau ist, auch nicht Türkis oder Lapis.
Er ist nämlich Azur.
Das war ohne Aktien wird schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Wir hören uns morgen wieder.
Euch einen guten Start in Woche.
Bis dahin, alles Gute, adios.
