# The Evolution and AI Risks of Vertical Marketplaces

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-04-11

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Samstag, der 11.
April.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker mit Trading Flatrate Portfolioanalysen und natürlich 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben im Tagesgeldkonto.
In unserem Deep Dive sprechen wir heute mal nicht über eine Firma, sondern über eine Branche, die in den letzten Jahren lange extrem gut gelaufen ist, in den letzten Monaten nicht mehr so gut, weil es KI-Sorgen gibt.
Und zwar geht es um Kleinanzeigenportale, wie zum Beispiel Scout 24 bei uns oder die Baltic Classifies Group in den baltischen Staaten oder die Swiss Marketplace Group in der Schweiz.
Das sind alles Firmen, die ziemlich starke Marktpositionen haben, extrem hohe Margen haben, aber es gibt eben gerade die Sorge, dass vielleicht in Zukunft man nicht mehr auf Immo-Scout nach Immobilien sucht, sondern einfach ChatGPT danach fragt.
Wie man gerade auf diese Risiken schauen kann, wie diese Kleinanzeigenbusinesses generell funktionieren und welche spannenden Player es vielleicht unter Ordnado noch gibt, das alles habe ich mal wieder mit Laurenz Malteninaber besprochen.
Ihr kennt ihn vielleicht schon von unseren anderen Deep Dives, unter anderem zu MTU oder John Deere.
Wenn er nicht bei uns im Podcast ist, berät Lawrence mit seiner Firma LMN Capital übrigens den Fonds Compound Interest, der langfristig in Compounder an der Börse investiert und damit genug der Vorrede und rein in die Folge.
Lorenz, es gab immer eine Zeit, an die wir uns hier in Hamburg schmerzlich erinnern.
Da waren nicht die großen internationalen Tech-Konzerne die führenden Firmen der Welt oder so die relevantesten Wirtschaftsfirmen, sondern auch viele Medienhäuser, Gunner und Jahr, Bertelsmann, Axel Springer und so weiter.
Und ein Grund dafür war auch, dass sie einfach sehr profitable Kleinanzeigengeschäfte hatten.
Und die sind in den letzten Jahren eigentlich immer mehr ins Internet gewandert.
Es gibt ja mittlerweile auch viele Firmen.
Scout 24 bei uns, gibt in den baltischen Staaten die Baltic Classifieds Group, ganz viele andere.
Willst du mal so ein Abriss geben, wie sich diese Branche, über die wir heute sprechen wollen in den letzten Jahren entwickelt hat?
Ja, total gerne.
Wobei das ja auch schon die letzten Jahre fast vielleicht ein bisschen kurz ist, für die letzten Jahrzehnte.
Ich habe letzte, ich habe gestern tatsächlich eine Statistik gelesen.
Seit den 60er Jahren geht es für die Zeitungsverlage bergab, weil die Fernsehhäuser eben die Eyeballs wegziehen.
Und genau, und das hat sich dann eben in den 90ern drastisch beschleunigt.
Also die Goldgrube für viele Zeitungsverlage war eben dieses klassische Kleinanzeigengeschäft, wenn ich heute ganz viel Classified sage, das ist das englische Wort, genau.
Und das war eben super profitabel.
Das waren im Grunde genommen deren Goldgruben und die sind dann ins Internet gewandert.
Manche Medienhäuser haben das super begleitet, andere wieder nicht.
Aber heute, wir nennen sie Classified.
Eigentlich sind es vertikale Marktplätze, die eben ein gewisses Inventory haben.
In dem Fall sind es dann meistens eine Art von Service oder einfach nur ein Listing.
Das nennt man in der Branche eben Inventar oder Inventory.
Und die haben dann eine Attention, eine Aufmerksamkeit, eine Relevanz von Kundengruppen, die da drauf schauen.
Und das muss man eben eher mit sowas wie einer Ebay, einer Amazon, Mercado Libre vergleichen und nicht so sehr drüber nachdenken, wie so ein.
Das ist ja eben so eine Kleinanzeige.
Das sind heute richtige Marktplätze, die auch immer mehr Services versuchen, da dran zu packen.
Ganz früher wurde sowas in der Kirche angeschlagen.
Dann kam das eben irgendwann in die Zeitungen, wo man dann einfach wirklich Seitenweise diese Kleinanzeigen hatte, wo man für jedes Wort, für jeden Buchstaben bezahlt hat.
Und der Verlag hat im Grunde genommen ja null Grenzkostkosten dafür.
Also gedruckt wurde das Ding eh, die Kunden haben häufig für die Zeitung selber bezahlt.
Und ja, da kamen dann eben bei manchen Zeitungen grob die Hälfte der Erlöse einfach aus diesen, der Hälfte der Umsätze aus dem Bereich.
So, und dann hat in den 90er Jahren relativ früh das Internet im Grunde genommen, diese Kleinanzeigen vom Trägermedium weggezogen.
Und Scout24, was du ja auch gerade schon kurz angesprochen hattest, wurde eben 96 gegründet, damals mit Geld von Beisheim, der ja die WHU mit gegründet hat und finanziert hat.
Und zum Beispiel in den USA auch cool, gleiches Jahr, auch 96 wurde Craigslist gestartet.
Das Spannende ist, manche Verlage sind das einfach mitgegangen oder haben sich da relativ früh in den frühen 2000ern schon reingekauft.
Also Springer zum Beispiel, die kennen die meisten ja irgendwie nur so über die Bild-Zeitung.
Die haben sich ein riesiges Sammelsurium an Kleinanzeigenportalen in ganz Europa zusammengekauft.
Also zum Beispiel Stepstone gehörte mit dazu, denen gehörte der große Kleinanzeigen-Player in Frankreich, was dann auch dazu geführt hat, dass die irgendwann von der Börse genommen wurden, zusammen mit dem Großaktionär, dem Döpfner und Private Equity.
Das Spannende ist, dass die meisten von diesen Webseiten gar nicht so cool ausgesehen haben.
Die hatten es, haben es einfach irgendwie nur geschafft, lokale Monopole aufzubauen und die dann immer weiter auszuweiten.
Und dann gibt es meistens einfach so einen lokalen Champion pro Kategorie pro Land.
Das ist dann hier zum Beispiel in Deutschland Scout 24.
In Norwegen ist es FinNO, in Schweden ist es Blockhead, in Spanien ist es Idealister.
Das war jetzt mal so ein bisschen mehr in die Real Estate-Ecke gedacht.
Und da kommt auch meistens kein anderer Player rein.
Also weder globale noch lokale.
Also, du hast immer wieder so Versuche, zum Beispiel gerade im Real Estate-Bereich von den Maklern selber.
Das gab es in den UK ein paar Mal, das gab es in Norwegen, was zu gründen und dann zu sagen, so, hey, wir haben ja, das ist ja eigentlich unsere Inventar, wir tragen das jetzt nach draußen.
Das hat aber irgendwie nie funktioniert, weil die Kunden dann doch so gewohnt waren, auf Kleinanzeigenportale zu gehen.
Google hat das in verschiedensten Ländern immer mal wieder probiert, Facebook auch.
Das hat fast nie geklappt.
Wenn es geklappt hat, dann war es irgendwie ein General Marketplace, der irgendwie in so eine Kategorie reingekommen ist.
In die, was diese Kategorien heißt, dann kommen wir gleich nochmal kurz drauf.
Genau.
Und das, was jetzt so die letzten zehn Jahre passiert ist, in verschiedensten Ausprägungen und was auch weiter passiert gerade, ist, dass diese Portale versuchen, von, wir sind nur ein Kleinanzeigen, vielleicht mit ein paar Bildern und so, wegzukommen und mehr Services anzubieten.
Das ist zum einen, um sich weiter zu differenzieren und seinen Burggraben weiterzumachen, aber zum anderen auch, um die Pricing-Spirale weiterzudrehen.
Und dann hast du eben eine Suche, Vergleichssachen, Matching, du hast eine Lead-Generierung, du hast eine Finanzierung.
Lead-Generierung heißt zum Beispiel bei einer Immo-Scout, die wird noch Strom angeboten, die wird noch DSL angeboten, die wird Umzug angeboten, im Zweifelsverkriegst du auch noch ein Handwerker.
Das ist im Grunde dieses immer weiterer Ausbauen.
Ein Scout hat da zum Beispiel auch noch, hat schon in 2014 Flowfact dazu gekauft.
Das ist ein CRM für Makler.
Der Makler läuft auf deiner Software, passt bei dir, packt seine Ananzeigen bei dir drauf, der ist schon ziemlich locked in.
Sie haben sich letztes Wochenletztes Jahr Sprengnetter gekauft, die bieten Daten an zu Immobilienbewertungen zum Beispiel.
Damit kannst du einfach noch besser aussteuern, hä, zu welchem Preis solltest du das hier anbieten.
So, also Ökosystem aufbauen, tiefer in die Transaktion rein, ist im Grunde um die letzten zehn Jahre.
Das hört sich jetzt nett an, das explodiert aber auch manchmal.
Open Door oder auch eine Zillow, die das für eine Kleinanzeigenportal für Real Estate in den USA sind, die haben auch versucht, sehr tief da reinzugehen, haben sich voll auf die Nase gelegt.
Die haben dann für Milliarden Häuser gekauft.
Und das sind dann gar nicht so viele, weil ich meine, wenn du Häuser für eine halbe Million im Schnitt kaufst, dann bist du bei 1000 Häusern schon bei 500 Millionen und bei gerade mal 5000 Häusern bist du, ich komme bei zweieinhalb Milliarden.
Und die hatten dann eben riesige Abschreibungen, weil sie gerade in 2021 damit angefangen hatten, schön das Inventar, in dem Fall wirklich physisches Inventar hatten.
Jo, und dann wurden eben Immobilienpreise nach unten korrigiert und dann war das relativ hässlich in Summe.
Und deswegen hat die Branche daraus gelernt, sie versuchen zwar mehr Services anzubieten, am langen Ende geht aber möglichst Asset-Light und einfach diejenigen, die die Assets halten, gebraucht waren, Händler, Immobilienbesitzer, die können weiterhin das Preisrisiko tragen.
Der Services drumherum kommen immer mehr von solchen Anbietern.
Genau.
Und häufig zu vergessen.
Ah ja, genau.
Das wäre doch wichtig.
Es gibt im Grunde um fünf Kategorien.
Aus Generalisten, das ist sowas wie Kleinanzeigen hier in Deutschland oder Idealo.
Dann hast du, dann hast du im Grunde genommen Real Estate, Jobs, Autos und Finanzen und Energie.
So, das ist so grob.
Und da gibt es meistens pro Land einen großen Champion, einen zweiten, der auch noch ein bisschen Geld verdient.
Alles, was danach kommt, ist unprofitabel.
Oder gerade so Break-Even.
Und jetzt hast du also dieses wachsende Servicegeschäft angesprochen.
Es kommt ja auch ein bisschen daher, das hast du auch schon angesprochen.
Meistens haben diese Plattformen ja einen sehr lokalen Burggraben.
Also stell ab mal der Immobilie auf Immo-Scout, weil da alle suchen und ich suche auf Immo-Scout, weil da alle Immobilien sind und das ist einfach sehr schwer für einen Konkurrenten dann da zu challengen.
Gleichzeitig heißt es für Immo-Scout aber auch nur, weil sie jetzt in Deutschland führend sind, sind sie noch bei Weibem nicht in Spanien oder Frankreich oder im anderen Land führend.
Da gibt es ja oft auch einen führenden Anbieter.
Das heißt, es ist wahrscheinlich schwerer als in anderen Geschäftsmodellen, woanders hin zu expandieren.
Und ich muss es eigentlich schaffen, in einem Bestandsmarkt, wo ich ja schon sehr hohen Marktanteil habe, trotzdem weiter zu wachsen.
Und das mache ich eben einerseits über Preiserhöhungen, das macht der Scout 24 auch relativ gut.
Ich glaube, jetzt, man kriegt es immer mehr im Umfeld mit.
Vor ein paar Jahren war es noch eher ungewöhnlich, dass man dieses Plus-Abo da bei Immo-Scout hatte.
Mittlerweile kriegt man eigentlich keine Wohnung mehr, wenn man dieses Plus-Abo nicht hat.
Aber es ist ja so auch ein bisschen aus der Not gebohrt, dass man dieses Service-Geschäft geht.
Und das ist auch so eine große Sorge bei diesen Kleinanzeigenportalen, die Frage, wie lang kann man eigentlich diese Preiserhöhungen treiben und sind diese Servicegeschäfte dann wirklich so ein kalkulierbar wachsendes Geschäft wieder oder ist es dann eigentlich ein viel unattraktiveres Geschäft.
Die Classifieds im Großen und Ganzen sind historisch ganz tolle Geschäfte gewesen.
Die sind die letzten 20 Jahre irgendwie low double-digits gewachsen, eine Zeit lang durch Volumen und jetzt aber schon seit Jahren eher durch Preiserhöhungen.
So und die verstecken das dann auch immer so ein bisschen so, du, letztes Jahr gab es als neuen Tier das Goldmodell und jetzt gibt es das Partinum und dann nächstes Jahr gibt es irgendwie Tier 1, 2, 3.
So und dann werden die Leute immer so ein bisschen weiter hochgesellt.
Und das ist natürlich genau die Frage, wie lange kannst du dieses Spiel spielen.
Die Services, die da drum kommen, die meisten haben es hingekriegt, dass die nicht besonders dilutive sind.
Die sind alle sehr darauf inzentiviert, ihre Margen hochzuhalten.
Und ich meine, so eine Scout 24 hat über 60 Prozent Ebeta-Marge.
Und deswegen sind die Servicegeschäfte meistens nicht Margendalutive.
Also es ist nur so, die haben nicht denn um das Umzugsunternehmen, die vermitteln dir das.
Das ist genau so einfach nur ein Marktplatz von Services und sie selber providen den nicht.
Dennoch ist eben die Frage, wie lange geht das Preiswachstum?
Und wie ich dann, also das Modell ist relativ simpel, du hast gerade schon selber gesagt.
Volumen mal Preis, beziehungsweise mal Preis pro Service mal Anzahl der Services.
So, das Volumen ist bei fast allen Playern hier, sag ich mal, in Europa oder auch in den USA eher erschöpft.
Darüber kriegst du kein Wachstum.
Die Economies wachsen jetzt eigentlich auch nicht, sind eher stagnierend, so von der Anzahl der von der Bevölkerung her.
Das heißt, du spielst das Ganze über Pricing.
Da musst du im Grunde rechnest dir mal aus, was verdient der durchschnittliche Makler.
Also es ist quasi sein Profit Pool.
Wie viel davon muss er abgeben an das Classifieds?
Und das ist super unterschiedlich, je nach Vertical, also bei einem Autohändler ist das ein anderes Spiel als bei einem Immobilienmakler.
Es ist bei einem Immobilienmakler in München ein anderes Spiel als bei einem Immobilienmakler in Westfalen, wo ich herkommt.
So, und entsprechend muss man sich das relativ gut anschauen.
Dann kannst du eben auch noch diese Pricing-Kurven, da kannst du eben schauen, okay, wie viele Leute sind in welchen Paketen, wie zum Beispiel ist die Penetration von dem CRM-Modul, was kann man da noch so machen.
Scout zum Beispiel hat irgendwie ungefähr 25.000 professionelle Kunden.
Die haben sie aber auch schon seit Jahren.
Da steigt einfach der Preis weiter.
Was da jetzt die letzten Jahre im Grunde genommen das Wachstum getrieben hat, waren eben die Privatkunden.
Da haben sie ein paar hunderttausend.
Das funktioniert aus meiner Sicht aber auch nur solange wie der Markt relativ eng ist.
Also aktuell gibt es mehr Wohnungssuchende und Haussuchende als Angebot.
Entsprechend kann man da auch aggressiv preisen.
So muss man das im Grunde genommen analysieren.
Und dann hast du eben zum Beispiel in so Fällen wie bei Baltech Classified oder Multiply, hast du wahrscheinlich noch ein bisschen mehr Room for Pricing, als ich jetzt einschätzen würde bei einer Scout 24.
Genau, dann gibt es ja andere Player wie so eine Gruppe Prokusch, hatten wir bei einem Podcast in Polen, dieses Jobanzeigenportal, was da führende ist, der natürlich ein bisschen mehr Wirtschaftswachstum nochmal.
Und ein Faktor, der auch sehr auffällig ist in der Branche, es treiben sich viele Private Equities rum.
Also schon gesagt, Axel Springer hat ja da diesen großen Deal mit KKR gemacht, die dann Stepstone und so weiter übernommen haben.
Und es gibt ja generell auch viele von denen, die jetzt an der Börse sind, die was zusammengekauft haben.
Scout 24 kauft immer wieder zu.
Wie würdest du so da ein bisschen drauf schauen?
Also wahrscheinlich gibt es ja einmal zwei Bereiche.
Einerseits kannst du Service-Leistungen zukaufen, die du dann in deinem Produkt integrierst.
Und andererseits, was Scout24 jetzt gemacht hat, zum Beispiel in Spanien haben sie zugekauft.
Und das heißt, sie gehen in ein anderes Land.
Hast du so eine Art und Weise, wie du solche Übernahmen einordnest?
Das ist tatsächlich relativ tricky, weil du auf ein Einzelfall schauen musst.
Du hast jetzt gerade Scout 24 genommen, nehmen wir die mal als Beispiel.
Also die haben sich Flowfact gekauft, das hatte damals eine niedrige Penetration.
Das hat die haben wenig Geld dafür bezahlt und sie haben es relativ gut geschafft, das an ihre bestehende Kundenbasis auch zu verkaufen.
Du hast im Grunde genommen deine Takerate am Profit Pool der Makler erhöht.
So, jetzt haben sie eben, wie du gesagt hast, diese Sprengleiter-Aququisition zum Beispiel auch gut bis tiefer ins Ökosystem.
Du hast nicht übertrieben viel dafür bezahlt.
Diese Akquisition in Spanien beispielsweise, da haben sie irgendwie ein bisschen über 150 Mio für bezahlt.
Was jetzt für jemanden, der 400 Millionen, über 400 Millionen im Jahr verdient, okay ist, ja.
Kann man sich leisten.
Die Frage, was ist, was kriegst du dafür?
Sie haben ungefähr 60 Millionen Umsatz dafür gekriegt, bei 11 Millionen EBITDA.
Das heißt, 14 Mal über einen Daumen gepeilt.
Aber das Spannende ist natürlich, das Asset, was wir gekauft haben, hat nur eine 18% EBITDA-Marge im Vergleich zum Gruppenschnitt über 60 Prozent.
Wenn du das jetzt eben hoch kriegst, ja, sagen wir, Umsatz bleibt gleich, du würdest auf diese, sagen wir mal, 60 Prozent E-Bit-Dar-Marge kommen, du bist irgendwie über 36 Millionen, dafür hast du 150 bezahlt.
Das hört sich jetzt erstmal nicht doof an.
Die Frage ist eben, schaffst du das, weil die beiden Assets, die sich da gekauft haben, sind Nummer 2 und 3 im Markt mit deutlichem Abstand zum Marktführer.
Idealister ist der Marktführer.
So, jetzt die frame das so, okay, Eintritt in den neuen Markt, okay, du kannst wahrscheinlich Schutzkostensynergien heben, dann wird das wahrscheinlich attraktiver.
Zu 14 Mal ist jetzt auch nicht komplett unattraktiv, aber es wird dann wahrscheinlich nochmal besser.
So, deswegen, also da kannst du quasi sagen, es sind eigentlich ganz gute Sachen.
Bei dem letzten ist jetzt noch ein Fragezeichen dran, aber wahrscheinlich nicht bescheuert.
Deswegen muss man da immer so ein bisschen ein Blick drauf haben und das einzeln bewerten.
Da kann man nicht einfach so sagen, Tag-Ins im selben Markt sind meistens gut.
Wenn du einen aufkommenden Wettbewerber rausnimmst, meistens auch gut, wenn du es nicht zu viel dafür bezahlst.
Neue Märkte, neue Verticals, muss man da mal so schauen, ob das funktioniert.
Aber zum Beispiel, der hat Multiply, Unternehmen, wo ich investiert bin, Voll Disclosure, das ist so ein Classified Player aus Italien.
Die haben das zum Beispiel die letzten Jahre ganz gut gemacht.
Die haben aus einer größeren Gruppe raus, sowohl in Spanien als auch in Frankreich zugekauft und haben die Geschäfte mit ihrem Team relativ schnell umgedreht.
Quasi, das war vorher eher so ein bisschen angestaubt und jetzt ist der Staub weg.
Letztes Jahr haben die sich ja VeriVox gekauft, da haben sie über einen Daumen gepeilt, neun Mal für bezahlt.
Da gehen sie jetzt davon aus, dass sie auch nochmal ein bisschen was rauskriegen können, dass sie da auch deutlich was dran machen können, an den Operations und an der Profitabilität und nicht mehr so viel Abstand zum Marktführer Check 24 zu haben.
Bevor wir vielleicht nochmal tiefer beim Multiply einsteigen, wenn wir jetzt nochmal auf die Gesamtbranche zurückschauen, haben wir jetzt einmal besprochen, was das Geschäft eigentlich so attraktiv macht, auch dass sie jahrelang sehr gut gelaufen sind.
Wenn man jetzt aber mal an der Börse schaut, also jetzt in sozusagen den gestandenen Märkten gibt es ja so um die sechs große Player, würde ich sagen, Baltic Classified Group, Multiply Hamnet, die sind immer so eine Milliarde wert.
Dann ging jetzt eher vor kurzem die Swiss Marketplace Group an die Börse, die ist zu drei Milliarden wert und dann gibt es Vent und Scout 24 mit so 4,55 Milliarden.
Und die sind alle eigentlich zwischen 2023 und Mitte 2025 sind sie extrem gut gelaufen.
Und seitdem haben die aber alle zwischen 30 und 60 Prozent verloren.
Und liegt sicher auch bestimmt daran, dass sie relativ hoch bewertet waren, aber auch daran, dass es eben große KI-Sorgen gibt mittlerweile.
Wie würdest du diese KI-Sorgen einschätzen?
Oder gibt es aus deiner Sicht auch noch andere Themen, die dir gerade mitspielen?
Wie ist so deinem Blick gerade?
Ja, du hast ja jetzt zwei Themen ein bisschen aufgemacht.
Die sind schon sehr gut gelaufen gewesen.
Und ja, alle von denen haben sich operativ gut entwickelt, weil die eben die Preiserhöhung durchgezogen haben und ihre Margen noch ein bisschen aufgegangen sind.
Aber diese Multiple-Expansion ist jetzt zurückgekommen.
Und dafür gibt es ein paar Gründe.
Also, erstmal, warum ist die, ist der Multiple überhaupt so aufgegangen?
Weil der Markt angefangen hat, das Ding so zu preisen, als würdest du sagen: so, so guck mal, das wächst irgendwie hoch einstellig, niedrig zweistellig, super stabil, wie in Bonn.
Das heißt, ich kann das wie in Bond-Preisen.
Das ist im Grunde genommen, der Cashflow ist für immer eingeloggt.
Und dann macht dein Multiple eben irgendwie, geht dann eben auf 30 Mal Ebit da.
So.
Was ja irgendwie eine 3% bis 2% Free Cashflow-Hield nach Steuern irgendwie so über den Daumen gepeilt impliziert.
So, und dann brauchst du eben das Wachstum, damit du irgendwie auf eine Marktrendite so kommst.
Aber wenn das Wachstum gekommen wäre, wärst du sogar über eine Marktrendite gewesen.
Also 2% plus sagen wir so 10% Wachstum, bis irgendwie bei 12% erwarteter Rendite.
So, jetzt ist eben das eine, was du gerade gesagt hast, AI-Sorgen.
Also passiert jetzt durch AI mit diesen Portalen das, was Zeitungen im Grunde genommen passiert ist, wie es du disintermediiert.
Und da hast du jetzt verschiedenste Antworten drauf.
Also ich habe mit quasi allen von diesen Playern irgendwie Kontakt gehabt und die sind alle so, die haben quasi keinen Traffic von irgendwie OpenAI oder irgendeinem Chat-Agent.
Wir sehen das aktuell nicht, wenn dann, wir werden denen auch unsere Daten nicht geben.
Wenn dann bieten wir uns irgendwie als Plugin in die Super-App von ChatGPT an, werden aber auch aufpassen, dass sie uns nicht alles abgreifen.
Das Spannende ist da zum Beispiel auch einfach, wenn du dir das anbieten.
Also, ich habe letzte Woche war ich noch in Italien bei Multiply und habe mit dem CEO gesprochen und er meint immer so, über 90% unseres Traffics kommt über die Webseite und nicht über eine App.
Und da wird man, also vor zehn Jahren hätte ich jedem E-Commercer gesagt, du hast keine App, bist du besteuert.
Also du hast da schon Kundenkomplett langsam ihr über Verhalten ändert.
Das ist natürlich nur, das macht das langsamer, aber stützt dich nicht langfristig.
So, und schlussendlich weiß ich nicht.
Also, also das muss ich bei fast allen Geschäftsmodellen aktuell sagen, wesig nick, weil AI, wenn manche Sachen, die da im Silicon Valley gerade erzählt werden, so kommen, wie sie da erzählt werden, dann haben wir ganz, ganz, ganz große Themen und dann ist das das Kleinste.
Aber ich glaube schon, dadurch, dass die Portale diese hohen Markenbekanntheit haben, das Inventar seit Jahren besitzen und eben diesen Kunden zu, die Kunden einfach alle zu denen kommen, glaube ich nicht, dass das gebrochen wird.
Will See, aktuell gibt es wenig Anzeichen und du kennst down, ich weiß nicht, was in fünf Jahren passiert.
Weiß aber, glaube ich, keiner.
Der andere Punkt, also das sind die beiden Punkte, die du angesprochen hattest, dann gibt es noch so drei und vier, würde ich sagen.
Der dritte Punkt, der hängt an dieser Multiple-Expansion.
Da haben wir vorhin schon drüber gesprochen, die Pricing Power wird einfach hinterfragt.
Da hat man angenommen, dass es ganz, ganz lange geht.
Jetzt merkt man langsam, dass es da so kreative Lösungen gibt und dass es wirklich sehr lokale Monopole sind.
Also zum Beispiel in der Gegend, wo ich aufgewachsen bin, in Westfalen, da sind Großteile des Inventars auf Kleinanzeigen und eben nicht aufs Scout.
So, da gibt es Umgehungslösungen oder hier in München machen die meisten Makler, schicken erstmal alles einfach an ihre Kundenliste.
Also du hast da schon Scout, kommt nicht immer alles an.
So, das ist Pricing Power-Thema.
Und dann gibt es das vierte Thema, das sind eben so diese Sondersorgen pro Segment, nicht.
Also im Autobereich, was macht ein selbstfahrendes Auto mit Auto, Inventar?
Kaufen die Leute überhaupt noch Autos?
Wie funktioniert das?
Besitzt man das?
Besitzt weiterhin einfach Google das.
Und wenn du sagst, ich will meinen VAMO nicht mehr, dann hängt Google das an den nächsten um.
Keine Ahnung.
Dann, das ist natürlich schon immer schon die letzten zehn Jahre das Thema, kommt Meta irgendwie und macht mit seinem Marktplatz diese ganzen Geschäftsmodelle irgendwie kaputt.
Das Spannende ist, also ich habe dieses Jahr, ich habe Swiss Marketplace Group in Zürich besucht, ich habe Multiply besucht.
Ein Bekannter von mir hat noch mit Aufsichtsräten in dem Bereich gesprochen.
Die sehen alle diese Bedrohung und reagieren und versuchen, versuchen darauf zu reagieren mit dem, was sie gerade an Informationen haben.
Und das ist auf der einen Seite hast du eine Chance, dass deine Marge sich ausweiten kann, noch weiter ausweiten kann oder sie oder sie noch stabilisiert werden kann.
Und auf der anderen Seite musst du eben schauen, was das für dein Top-of-Funnel heißt, ne?
Weil das ist ja am langen Ende die Sorge, dass Leute dann einfach auf ChatGPT gehen und sagen, ich hätte gerne.
Wie gehst du aus den Investorensicht damit um?
Also sagst du jetzt, und es ist ja auch so, dieses KI-Risiko ist einfach extrem schwer einzuschätzen.
Es geht auch in beide Richtungen.
Kann ja auch sein, dass jetzt Scout 24 ein Tool entwickelt, wo sie nochmal stark davon profitieren.
Ist dann auch deine These, ich kann es nicht einschätzen, in so einem Bereich, wo ich das Gefühl habe, die sind technisch eigentlich gut aufgestellt, das Management wirkt agil.
Dann gehe ich davon aus, das gleicht sich aus.
Oder sagst du, ich gebe einfach jetzt bei jeder Firma, die irgendwie in diesen Bereichen ist, wo KINE betrogen sein könnte, nochmal 20 Prozent Margin of Safety drauf, weil ich sage, das ist ein zusätzliches Risiko, das gab es vorher nicht und das ziehe ich jetzt nochmal ab.
Für mich ist aktuell eine Firma, wo das Management nicht sinnvoll über AI nachdenkt, kaum investierbar, weil du einfach, ich glaube schon, dass das relativ große Veränderungen nach sich ziehen wird.
Jetzt manche sagen, okay, wir haben eine super AI in zwölf Monaten, okay, dann haben wir, dann wird sich unsere Wirtschaft drastisch verändern.
Wenn das aber lange, länger dauert und sich langsam durch die Wirtschaft frisst, wie das die meisten Innovationen so machen, dann hast du, glaube ich, eine Chance, darauf zu reagieren.
Dann ist eben die Frage, ist da ein Geschäft, kannst du mit deinem Geschäftsmodell sinnvoll darauf reagieren oder nicht.
Ich schaue mir dann eben an, okay, was machen die Management-Teams?
Wie stellen sie sich darauf ein auf diese Veränderungen?
Das ist das eine.
Das andere ist eben, siehst du früher Warnsignale in den Metriken, zum Beispiel gehen die Besuche der Webseiten runter?
Fragezeichen.
Steigt der Anzahl, steigt der Traffic von Agents?
Ist der Traffic von Agents genauso profitabel wie bisher?
Oder musst du an die mehr abdrücken als an Google?
Weil das Spannende ist ja schon, diese ganzen Classified machen diese Margen, obwohl Google seit 20 Jahren versucht, denen das Geschäft abzugraben und die irgendwie natürlich auch Paid Advertising machen.
Und vielleicht hast du einfach dann mehr.
Vielleicht hast du dann eine ChatGPT, eine Gemini, eine Claude, irgendwelche chinesischen Modelle, vielleicht auch mal irgendwas Europäisches, who knows und ganz viele Agents, die auf einmal nicht mehr so viel Markt gemacht haben, wie das eine Google aktuell hat.
Was ich auch, du meintest schon Management, was ich in dem Stellenanzeigenbereich oder Kleinanzeigenbereich insgesamt ganz spannend finde.
Man hat es ja mit Check 24 in Deutschland, woher würde ich sagen, schon einer der besten deutschen Gründer auf jeden Fall ist oder eines der besten deutschen Gründerteams.
Multiply sind ja auch noch immer die Gründer an Bord.
Auch so ein bisschen unter dem Radar eigentlich.
Und generell fliegen diese Kleinanzeigenportale immer so ein bisschen unter dem Radar.
Also selbst Scout 24 an der Börse jetzt bei Kleinanlegern oder bei Privatanlegern gar nicht so ein Riesenthema, obwohl es unter den ganzen Digitalfirmen in Deutschland jetzt im Vergleich zum Zelando oder Delivery Hero eigentlich deutlich besser gelaufen ist.
Bei Multiply, die gibt es ja schon relativ lange.
Das Business kennen, glaube ich, wenige.
Und es ist auch nicht nur Kleinanzeigen.
Willst du mal erklären, was die machen und ein bisschen, wie die aufgestellt sind?
Ja, das ist so ein bisschen so eine Unique Story.
Also Multiply, früher Grupo Motui Online ist ein italienisches Unternehmen.
Haben die beiden Gründer, der Marco und der Alessandro 2000 gestartet und dann 2008 auch gelistet.
Den beiden gehört immer noch knapp über 30 Prozent an der Company.
Und ich folgt der Firma jetzt seit 2011, meine ich.
Genau, und die haben eine relativ wilde Story durchgemacht.
Also die sind quasi als Broker, sag ich mal, Kleinanzeigenportal, Marktplatz für Mortgages, also für Hypothekenkredite gestartet.
Auf dem Pfad sind sie quasi groß geworden, haben dann zeitgleich noch ein Geschäft aufgebaut, wo sie Teile von diesen Prozessen digitalisiert haben für die Banken.
Also einige Banken haben ja nicht unbedingt die modernste IT-Struktur, plus relativ teure Mitarbeiter.
Und dann haben die eben angefangen, Teile der Prozesse auszusourcen.
Und das hat Multiply quasi gemacht.
So, da sind die gelistet, schön mitten in die Finanzkrise rein.
Kurz danach gab es dann die Euro-Krise 2011.
Und was so faszinierend war, ist, dass die Gründer dann schon immer die Chancen genutzt haben, um daraus einfach noch zuzukaufen, neue Geschäftsbereiche aufzubauen.
Also 2011 Umsatz runter, was machen die, fangen neue Geschäftsbereiche an.
Und das ist eben nicht klassisches Classified, so das sehr, sehr tricky ist, sondern auch, wir machen Hypothekenkredite, ja, dann machen wir jetzt auch noch Privatkredite.
Und und und haben dann ganz viel zugekauft.
Die sind jetzt aktuell Marktführer für Hypothekenkredite, Personal Loans.
Für Versicherungen sind sie die Nummer zwei in Italien und haben dann irgendwann das Idealo von Italien gekauft für einen kleinen Betrag.
Das hat nämlich nicht so gut funktioniert.
Da war ich dann auch mal vor Ort, da hat man sich nicht so gewundert, warum das nicht so gut funktioniert ist, weil eine Firma, die einstellige Millionen im Jahr verdient hat, hatte eben einen Campus, da ist so manche Uni-neidisch, so mit Basketballcords und so war so ein U-Haus und so ein Teich drumherum, also einen relativ großen Teich, da gab es auch so Boote und so eine Insel in der Mitte und so.
Also das war schon ordentlich.
Genau, und da sind Marco und Alex, die die beiden Gründer und haben das dann einfach mal gerade gezogen und dann hat sich eben auch die Akquisition sehr, sehr schnell gerechnet.
In deren Outsourcing-Business, wo sie quasi Prozesse für die Banken abnehmen, haben die auch Geschäfte in Rumänien, also haben sie es ausgesourct nach Rumänien und nach Sizilien, weil da ein größeres Lohndelta ist.
Ich war in Rumänien mal vor Ort, ja, da ist eben so ein Factory-Building.
Das siehst du eben nicht, dass da irgendwie viele Leute sitzen, die irgendwie Kredite prüfen für italienische Banken.
Und dann waren wir morgens da, wollten da mittags raus zum Lunch und dann durften wir uns einen von zwei Regenschirmen ausleihen, die sie dafür alle 200 Mitarbeiter hatten.
Vielleicht auch einen Tacken zu liegen.
Aber genau, das haben die, das machen die jetzt seit über 20 Jahren.
Die wachsen mit 20 Prozent im Jahr mit Akquisitionen.
Die kaufen Aktien zurück, wenn es opportunistisch Sinn ergibt.
Die kauft machen Akquisitionen, wenn es Sinn ergibt.
Und die Jungs, obwohl sie jetzt dann mittlerweile das auch schon sehr lange machen und jetzt auch in den 50ern sind, haben einfach sehr, sehr, sehr viel Freude, es weiterzumachen.
Also, ich meine, für über 200 Millionen letztes Jahr Verivox zu kaufen und dann zu sagen, so okay, wir machen ein neues Land auf mit neuer Kultur und gehen daran.
Das muss man, da muss man Lust drauf haben und die sind eben auch echt viel vor Ort.
Also das ist jetzt so ein bisschen so die Geschichte und das Geschäftsmodell.
Im Vergleich zu den meisten anderen, die wir, über die wir bisher gesprochen hatten, sind die noch nicht so weit auf der Monetarisierungskurve.
Also gerade mal 10 Prozent der Hypotheken in Italien werden online abgeschlossen.
Also da geht auch volumenstechnisch noch so einiges.
Die machen in ihrer Broking Division gerade mal so 30 Prozent Marge gegen 60 Prozent von Scouts, auch da noch ordentlich Potenzial.
Die Bilanz ist jetzt durch die Virivox-Übernahme ein bisschen unsauberer geworden.
Wir sind jetzt irgendwie so bei zweimal Netto-Verschuldung.
Ja, und dann gibt es eben noch diese stille Option, die so mancher General Classifieds in Europa hat.
Nämlich die Wettbewerbsverstöße von Alphabet.
Also Idealo hat Google auf dreieinhalb verklagt und hat jetzt irgendwie so knapp 400 gekriegt, zugesprochen bekommen.
Multiply hat die auf einen ähnlichen Betrag verklagt und das Urteil steht noch aus.
Keiner weiß, wann das kommt und wie es ausgeht.
Es ist ein italienisches Gericht, was das am langen Ende entscheidet.
Vor der EU-Kommission hat Alphabet ja schon verloren.
Die wurden ja gefeind dafür und die haben das dagegen geklagt und haben dagegen verloren.
Ich glaube, das ist eigentlich eine ganz spannende Optionalität, die, glaube ich, nicht sinnvoll eingepreist ist.
Ich muss ehrlich sagen, ich kannte Multiplayer gar nicht, bevor du quasi geschrieben hast, dass die auch noch ein Player sind, die ich fast vergessen hätte bei der Classified-Folge.
Ich habe es immer auch mal angeguckt und mir ist natürlich auch dieses Business Process Outsourcing, also wo sie für Banken andere Dinge übernehmen oder Dienstleistungen übernehmen, wie zum Beispiel die Abwicklung von so Schadensprüfungen.
Und da ist mir aufgefallen, dass das Geschäft relativ stark schwankt.
Also zum Beispiel im BPO-Insurance, wo es ja für Versicherungen Schäden prüft, da ist, glaube ich, der Umsatz im letzten Jahr 17 Prozent gesunken, weil es 2024 relativ viele Schadensfälle gab.
Und natürlich ist das auch so ein Geschäft, wo alle klassischerweise sagen, okay, wenn du irgendwie jetzt Schäden bearbeitet hast mit Sachbearbeitern in Rumänien, das wird dir in zwei, drei Jahren komplett von KI abgenommen werden.
Ja genau, das ist jetzt eben Versicherung, Versicherungsbewertung, ja, okay.
Dann machst du aber zeitlich noch Origination bei Mortgages.
Also das gleicht sich irgendwie aus, lange die Kurve und das ist sie bisher.
Also ich meine, solange die Kurve tendenziell nach oben zeigt, bin ich da ganz happy.
Und ich meine, die haben jetzt letztes Jahr zwar knapp 270 Millionen Umsatz im PPO-Bereich gemacht.
Und das ist eine Verdopplung seit 2019, also in knapp sechs Jahren.
Das ist irgendwie so 12% Wachstum-PA.
So über die Schwankungen hinweg und auch 2024, wo dann die eine Businessline ein bisschen runterkam, sind sie trotzdem irgendwie mit knapp 10% gewachsen.
Also da mache ich mir jetzt nicht so die Sorgen.
Ja, AI ist da ein Thema.
Haben wir auch viel drüber diskutiert.
Ich habe jetzt noch nicht den Weisheit letzter Schluss da.
Das ist eben, Investing ist immer taking risks.
In dem Fall konkret machen die Prozesse für regulierte Entities, wo die Fehlerquote unter 1% liegt, also eher so 0,1 Prozent.
Das sind auch relativ lang aneinandergereihte Prozesse.
Also nicht so von wem wurde der, also das ist ja von welche Parteien haben teilgenommen an dem Schaden beispielsweise.
Wie groß ist der Schaden?
Was wurde davon von der von der von der Policy gecovert?
Zu welcher Vertragswert statt?
Ist der an, der Kostenvoranschlag korrekt?
So, das heißt, du hast mehrere gar nicht so unkomplexe Prozessschritte hintereinander.
Und was die jetzt für sich gemacht haben, also im Grunde genommen, sie haben sich, sie nennen es Plattformen, ich weiß noch nicht genau, ob es wirklich eine Plattform ist.
Ich muss dann nochmal mit denen intensiver dazu sprechen, was sie aber gebaut haben, ist eine Toolbox.
Wir haben gesagt haben, okay, wir haben versucht, unsere Prozesse so gut aus dem, so gut wie möglich zu modellieren und zu sagen, okay, wo können wir AI jetzt schon einsetzen?
Und haben dann im Grunde abgekapselte Module gebaut, wo du Model unterschiedliche Models reingehen setzen kannst.
Du kannst du ein Open-Source-Model nehmen, du kannst OpenAI reinplugen, du kannst Claude reinpacken, was auch immer.
Um dann zu sagen, okay, dem Prozessschritt haben wir jetzt quasi mit AI automatisiert.
Und sie glauben aktuell, sie wissen es noch nicht so genau, weil sie auch da gerade in vielen Gesprächen mit ihren Kunden sind, dass sie entweder drastisches Volumenwachstum sehen werden, was sie auch glauben, was sich im Umsatz widerspiegeln wird, weil sie von den Preisen runterkommen, oder dass sich ihre Margen ausweiten.
Sie sehen jetzt aktuell nicht, dass da, also es gibt da natürlich AI-First-Wettbewerber, die dir auch sagen, das wird alles ganz toll mit AI klappen.
Und das kann ein Risiko sein, dass das AI-First passieren wird und dass es die Kunden sogar reinsourcen.
Aktuell habe ich da keine starken Signale für, dass das jetzt super schnell passiert.
Aber wie gesagt, AI ändert sich schnell, nicht.
Also das, ich nutze das jeden Tag und ich würde sagen, meine Token Usage geht verdoppelt sich fast monatlich.
Also entsprechend you never know.
Aber das im Grunde mehr so das Risk-Taking, was du machst, wenn du investierst.
Also wir haben jetzt hier einen Unternehmen, das hat einen Enterprise Value, also Market Clap plus Netto Verschuldung, sagen wir mal so um die 1,8 Milliarden, wenn man ein, zwei Adjustments macht.
Und die dieses laufende Jahr wahrscheinlich irgendwie so 150 Millionen Cashflow produzieren werden.
Das heißt, du bist irgendwie so bei so einem 12er Multiple.
Das ist das günstiger als eine Scout 24.
Ich mag es immer, wenn du Eigentümer hast, weil die im Zweifelsfall auch nicht so in der Lage sind, das BPO, wenn sie sagen, Risiko, da kommt ein, das BPO-Geschäft ist in zwei Jahren nichts erwert, werde ich versuchen, das zu verkaufen.
Oder irgendwas anderes damit zu machen.
Das kriegst du als die meisten angestellten Manager können sowas nicht so schnell umsetzen, wie das ein Gründer kann.
Das ist für mich auch ein Risikoschutz da.
So, aber wie gesagt, zwölfmal Cashflow mit dem Wachstumsprofil, der Historie, dem Geschäftsmodell.
Man könnte ja auch argumentieren mit Blick auf KI, dass man sagt, wahrscheinlich ist das bei den Banken jetzt gar nicht so ein Riesenkostenfaktor im Vergleich zu dem, was dann so ein Versicherungsthema bringt, deshalb lagern sie es ja auch aus.
Das heißt, im Zweifel werden sie es auch nicht reinholen, wenn sie da 5% sparen können, weil es eh gar nicht so relevant ist, sondern sie wollen es lieber auslagern und dann der Schwankungspunkte nicht angesprochen habt.
Das ist ja eigentlich in Zeiten von KI sogar positiv, also wenn die Sachen mehr durch KI abgewickelt werden, muss ich mir nicht mehr so viele Gedanken um Personal auf- und Abbau machen, wenn das mal schwankt, sondern kann so ein bisschen konstantere Margen wahrscheinlich fahren in dem Bereich.
Genau, das Gegenargument dazu ist natürlich, okay, wenn BPO, wenn jemand, wenn wirklich jemand einen 100% AI-Prozess delivern kann, mit einer ähnlichen Fehlerquote, weil das kannst du ja eben als Bank oder Versicherung, kannst du es dir eben nicht leisten.
Wenn deine Fehlerquote nicht 0,1% ist, sondern 1% ist, dann zerlegst du dir deine Bilanz relativ zügig.
Entsprechend muss jemand, der neu reinkommt, sagen, du, by the way, ich habe hier zwar ein AI-First-Prozess, aber ich habe hier eine gute Historie, die dir zeigt, dass meine Fehlerquote besser ist als die von Multiply.
Und jetzt musst du dich dazu committen, das schnell auszurollen.
Well, Tough Sell.
Zumal, wie gesagt, also die Jungs haben das, also die Gründer haben das Thema im Blick.
Die setzen in BPO auf das Thema, die empowern ihrer Leute, das umzusetzen.
Ich glaube, wenn du sagst, wenn jetzt ein Wettbewerber kommt, der 100% AI macht, kommt zu der Bank und sagt, hey, wir können das so und so machen.
Zweifelsfall sagt die Bank so, hey, lieber aktueller Outsourcer, kannst du das auch.
Kannst du vielleicht auch nochmal mit deinem Preis ein bisschen runterkommen.
Das sind dann wahrscheinlich eher so die Diskussionen, die du da hast, nicht.
Aber im BPO-Geschäft, das ist jetzt aktuell, ich würde sagen, so ein Drittel der Contribution roughly.
Entsprechend ist das doof, wenn das jetzt auf einmal null wäre.
Aber sagen wir halt, das wäre auf einmal null, das Broken-Geschäft würde noch 100% so stehen.
Dann sind wir bei einem 17er Multiple ungefähr.
Was für das Geschäft fair ist, aber nicht total günstig.
Nur dann bist du wahrscheinlich, also dann hast du wahrscheinlich immer noch keinen Geld verloren.
Was ja nach meinem Dafürhalten so das Beste ist.
Weil also das Wichtigste ist, dass du einfach mit dem Investment Case wahrscheinlich kein Geld verlierst.
You never know.
Die Sicherheit kriegst du nie, aber das, so würde ich darüber nachdenken bei der Company.
Und wenn wir jetzt nochmal auf VeriVox zum Abschluss schauen, die wurden ja eigentlich in den letzten Jahren relativ stark von Check24 abgehängt in Deutschland.
Das heißt, man kauft sich jetzt eigentlich so ein Player, der nicht gerade die Einfluss der Marktstellung hat.
Wie guckst du auf die Übernahme?
Als das so announced wurde, war ich nicht hundertprozentig begeistert davon, weil ich das Vertical für nicht nur einfach halte und du eben eine sehr klare Nummer 2 bist.
Jetzt ist der Preis dafür ganz okay gewesen.
Und die beiden Gründer haben einen guten Track-Rekord dafür.
Das haben sie jetzt in Frankreich und in Spanien gezeigt, nicht die besten Geschäfte auf einen guten Pfad zu bringen.
Deswegen ist das auch die Annahme, die ich hier oder den Benefit aus der Doubt, den ich denen gebe, nachdem ich sie jetzt irgendwie seit zehn Jahren oder sorry, 15 Jahre habe Operaten sehen, ist das, ja, sei gerade der Benefit aus der Doubt.
Und ist das, wenn die VeriVox morgen komplett abschreiben müssten, wovon ich nicht ausgehe, dann haben sie immer noch ihre Verschuldung im Griff, was mir wichtig ist.
Und damit glaube ich nicht, dass das als ein Risiko, aber kein essentielles und du musst eben Risiken eingehen, wenn du Erfolg haben möchtest.
Und in dem Fall, speziell bei VeriVox, glauben die, dass sie eine gute Chance haben, irgendwie nicht mehr so weit abgehängt, hinter Check 24 zu sein.
Check 24 ist ja auch wirklich einer der härtesten Competitors, den man, glaube ich, haben kann.
Also auch was jetzt, wir haben ja schon das Service-Geschäft angesprochen, die haben dann irgendwie mit der C24-Bank einfach eine eigene Bank hochgezogen und so.
Also die haben schon einfach sehr, sehr gut exekutiert in den letzten Jahren.
Heißt das gar nicht, dass VeriVox so eine schlechte Firma war.
Ja, aber also ich glaube jetzt, wenn du da Teil von Pro7 warst, ist und bist du jetzt vielleicht nicht unbedingt der Hauptfokus von denen, dieses Geschäft so gut wie möglich zu entwickeln.
Und ich glaube, da ist jetzt deutlich mehr Fokus drauf und deutlich mehr Energie drauf, da ein gutes, gutes Produkt hinzulegen.
Und ich meine, Check 24 ist ein guter Wettbewerber.
Aber das ist zum Beispiel auch ein Punkt, den ich eigentlich ganz cool finde, ganz gut finde, dadurch, dass sie jetzt in mehreren Märkten sind.
Sie vergleicht, sie sehen im Grunde genommen in jedem Markt die Entwicklung.
Und das heißt, wenn jetzt zum Beispiel in Deutschland AI auf einmal anfängt, richtig Marktanteile zu gewinnen, dann kannst du eben schauen, okay, wie gehen die Deutschen damit um und wie kriegen wir das auf Frankreich, Spanien, Italien übertragen.
Gibt es zum Abschluss noch irgendwelche Themen, die wir vergessen haben, jetzt rund classified Business, Runde Multiply, irgendwas, was wir bei dem Thema noch nicht abgedeckt haben?
Das Wichtige ist, man muss eben auf die Relevanz schauen.
Also wie viel Webseiten, Impressions haben die, wie viel sind die Downloads, also im Grunde genommen verändert sich da was in der Marktstellung.
Und sonst, also wie gesagt, das ist eine Branche, die hat einen AI-Exposure.
Das sieht die Branche an sich bisher noch nicht so.
Der Markt preist es aber ein.
Das hat eine Chance, hat aber auch ein Risiko, ja, wenn der ein oder der andere richtig ist.
Ich glaube, dass mittlerweile das Pricing bei den meisten von denen so ist, dass das AI-Risikrisiko ein bisschen zu sehr eingepreist ist.
Ich mag damit total falsch liegen.
Also AI entwickelt sich rasant und so rasante Entwicklungen kriegt der menschliche Kopf meistens nicht so richtig gut verarbeitet.
Und ich glaube aber, wenn man diese Dinge wie Superintelligenz und so, wenn die so kommen, wie es jetzt angekündigt wird, dann werden sich sehr viel mehr Jobs verändern, als nur diese Kernportale.
Und das impliziert ein Risiko für Fastides Unternehmen.
Deswegen habe ich lieber ein Unternehmen, die das angehen, als ein Unternehmen, die sagt, ach, ich vermiet Wohnungen.
Interessiert mich nicht.
Ich würde sagen, das ist ein gutes Schlusswort.
Das ist auch eine gute Branche, sich anzugucken, eben um diese Dynamiken zu verstehen.
Freue ich mich auf unserem nächsten Deep Dive und dann hören wir uns demnächst wieder.
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Wir hören uns dann am Montag wieder und vergesst nicht, Laurenz Nienaber auf LinkedIn zu folgen.
Link dazu ist in der Beschreibung.
Außerdem noch ein kleiner regulatorischer Hinweis.
Und zwar ist Lorenz Firma gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der NFS.
Mehr Infos gibt es dazu auf der Website von Laurentz, lmncapital.de
