# AI Shifts, Retail Strategy and Energy Drink Market Dynamics

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-04-10

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Informationen und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 10.
April.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital.
Wir beenden die Woche mit der Frage, ob Celsius gerade von Konkurrenz überrollt wird oder ob sie vielleicht doch ein ganz smartes Energy Drink Imperium aufbauen.
Außerdem geht es um die Jugendsportstrategie vom neuen Footlocker-Eigentümer.
Und davor gibt es natürlich die actual News.
Ich war ja letzte Folge noch überrascht, dass die Börse auf den Waffenstillstand mit dem Iran so reagiert hat, als hätte man eine stabile Friedenslösung gefunden, obwohl die Straße von Hormus ja weiter ziemlich schwer befahrbar ist und der Iran sogar Geld für die Durchfahrt verlangt.
Gestern ist die Stimmung dann wiedergekippt, was neben der Straße von Hormus auch an Israel liegt, die den Libanon weiter massiv angreifen.
Die Stimmung wurde gestern Abend aber zumindest mal ein bisschen besser, nachdem rauskam, dass es wohl direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon gibt.
Wie sich diese Situation rund um die Straße von Hormus gerade entwickelt, kann man übrigens ganz gut an einem kleinen ETF aus Amerika sehen, nämlich dem Breakwave Tanker Shipping ETF.
In dem sind jetzt keine Schifffahrtsaktien, sondern Futures, die abbilden, wie viel es kostet, einen großen Öltanker zu chartern.
Und das sind genau die Tanker, die dann auch durch die Straße von Hormus fahren.
Und die Kosten dafür sind eben seit dem Krieg durch die Decke.
Das hat dazu geführt, dass der ETF alleine dieses Jahr fast 800% Rendite gemacht hat, also wirklich absurd.
Dazu muss man wissen, dass er noch ziemlich klein ist und gerade mal 50 Millionen Dollar an Volumen hat.
Das liegt an sehr hohen Kosten und einer ziemlich komplexen Struktur.
Aber um die Lage abschätzen zu können, ist er eben ein ganz hilfreicher Datenpunkt.
Und gestern zum Beispiel ist er wieder um die 20% gestiegen.
Noch mehr als 20% hat in den letzten paar Tagen Intel zugelegt.
Erst hat ja die Meldung Intel gepusht, dass sie an der neuen Chipfabrik von Musk mitarbeiten, an der Terrafab.
Dann kam gestern noch raus, dass Intel einen Deal mit Alphabet gemacht hat.
Und Google wird auch in Zukunft die CPUs von Intel nutzen.
Außerdem wollen die beiden gemeinsam einen neuen Chip entwickeln.
Fairerweise muss man sagen, dass es nicht nur an Intel liegt, dass sie gerade so viel Rückenwind kriegen, sondern auch daran, wie sich die KI-Welt entwickelt.
Und zwar war es ja früher einfach so, dass es bei KI vor allem um das Training der KI ging.
Und da waren CPUs eher irrelevant und es ging vor allem um die GPUs von Nvidia und anderen.
Jetzt geht es aber immer mehr um die Anwendung von KI und darum, dass KI-Agenten effizient miteinander arbeiten und dafür eignen sich dann auch CPUs wieder sehr gut.
Und damit hat Intel einfach wieder eine stärkere Marktposition.
Neben dem Intel Google-Deal hat gestern CoreWeave seine Partnerschaft mit Meta ausgebaut und wird Meta bis 2032 mit Rechenleistung für entspannte 21 Milliarden Dollar versorgen, also wirklich mal wieder eine absurde Summe.
Dass die Aktie von CoreWeave danach nicht zugelegt hat, könnte daran liegen, dass Corbeav gleichzeitig angekündigt hat, dass sie Fremdkapital einsammeln werden.
Und zwar zu einem Zinssatz von um die 10 Prozent.
Das ist also schon relativ teuer und zeigt einfach, dass das Business einiges an Risiken hat.
Rückenwind für die ganze KI-Branche gab es dann außerdem noch vom Amazon-CEO Andy Jesse.
Der hat nämlich wieder seinen jährlichen Aktionärsbrief geschrieben.
Und er hat ganz klar geschrieben, dass KI ein krasser Wendepunkt ist und man in solchen Phasen als Firma viel investieren muss, und zwar so viel, wie man sinnvollerweise irgendwie kann.
Als Argument dafür, dass wir gerade nicht in der Blase sind, hatte er übrigens unter anderem eine KI-Statistik.
Drei Jahre nachdem die Amazon Cloud, also AWS gestartet ist, hatte sie einen hochgerechneten Jahresumsatz von ca.
60 Millionen Dollar.
Nach drei Jahren in der aktuellen KI-Welle hat AWS mit seinen KI-Produkten schon 15 Milliarden Dollar an hochgerechnetem Jahresumsatz.
Das wird also gerade 260 Mal schneller adoptiert.
Fairerweise hinkt dieser Vergleich natürlich ein bisschen, weil AWS ja schon viele Kunden hat, an die sie dann auch die KI-Produkte verkaufen.
Krass ist es trotzdem.
Und krass war auch, was er zum Chip-Business meinte.
Und zwar hat er gesagt, dass das KI-Chip-Business von Amazon on fire ist und viel größer sein wird, als die meisten denken.
Er meinte sogar, dass es als eigenständiges Business schon 50 Milliarden Dollar Jahresumsatz machen würde, damit wäre Amazon eine der größten Chipfirmen der Welt.
Und er meinte auch, dass Amazon darüber nachdenkt, Chips an externe Firmen zu verkaufen und nicht nur innerhalb von AWS an die eigenen Kunden.
An der Börse kam das gestern alles sehr gut an.
Die Aktie hat um die 5% zugelegt und es lohnt sich übrigens wie immer auch den ganzen Brief zu lesen.
Findet ihr einfach auf der Investor-Relations-Seite von Amazon.
Aber es gab gestern nicht nur gute KI-Nachrichten.
OpenAI hat zum Beispiel ein großes Rechenzentrumsprojekt im Vereinigten Königreich erstmal gestoppt.
Als Grund dafür haben sie hohe Energiekosten und regulatorische Unsicherheit genannt.
Außerdem keine guten Nachrichten gab es in einem ganz anderen Business für 7-Eleven, die am 5% verloren, weil 7-Eleven eigentlich seine 13.000 Läden in den USA und Kanada als eigenständige Firma an die Börse bringen wollte.
Das haben sie jetzt aber bis auf mindestens 2027 verschoben, weil die Zahlen gerade nicht so gut sind und man dann keine gute Bewertung für die Firma kriegen würde.
Und zum Abschluss noch zwei kleinere Deal-Meldungen.
Und zwar hat Unilever die Supplement-Kummibärchenmarke Grüns gekauft.
Der Preis ist nicht bekannt, aber Grüns wurde gerade mal 2023 gegründet, ist also keine drei Jahre alt, wurde letztes Jahr von Investoren trotzdem schon mit einer halben Milliarde bewertet.
Der Kaufpreis sollte jetzt also in Richtung von einer Milliarde liegen.
Und um ähnliche Summen geht es auch bei Nike, die stehen nämlich wohl kurz davor, 2027 bis 2031 den Matchball für die Champions League zu stellen.
Seit 2001 hat es immer Adidas gemacht, aber Nike hat wohl eine sehr hohe Zahlungsbereitschaft und könnte um die 40 Millionen Euro pro Jahr zahlen.
Das ist circa doppelt so viel wie Adidas bisher gezahlt hat.
Pascal hat sich mal in den App-Stores der Amis umgeschaut und ist mal wieder auf Sport gestoßen natürlich.
Wer den amerikanischen App-Store öffnet, findet ganz vorn KI-Apps wie ChatGPT oder Claude.
Aber vor kurzem kam eine App ohne viel KI dazu.
DIX Sporting Goods.
Die App des 17 Milliarden Dollar schweren Sportartikel Einzelhändlers ist nämlich auf X viral gegangen.
Wer bei Dix pro Tag 10.000 Schritte oder ein 30-Minuten-Workout aufzeichnet, kriegt drei Loyalitätspunkte und 300 davon bringen ein 10-Dollar-Gutschein für Dix.
Aber auch ohne die Aktion ist die App sehr erfolgreich.
Dadurch hat Dix regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und kann genau aus den Daten ablesen, was die treusten Kunden wollen.
Und sie haben bei den treuen Kunden außerdem eine spannende Zielgruppe entdeckt.
Ich werde hin und wieder gefragt, was der nächste Sporttrend sein wird.
In den USA wird es mit großer Wahrscheinlichkeit Jugendsport.
Glaubt man dem Espen-Institute, dann ist der Markt schon jetzt 40 Milliarden Dollar schwer.
Und genau das hat Dix Sporting Goods schon vor 10 Jahren gesehen.
2016 haben sie die App Game Changer gekauft, eine Streaming- und Statistikplattform für Jugendsportarten, die monatlich 4 Millionen Amis nutzen und im Schnitt 45 Minuten auf der Plattform verbringen.
Zahlen wie bei Social Media.
Zwar macht die App selbst nur 150 Millionen Dollar Umsatz, aber Dix kann sich so als das kommerzielle Zentrum für Jugendsport platzieren.
Und Kunden mit Game Changer und Loyalitäts-App geben im Schnitt doppelt so viel aus wie Kunden nur mit Dix-App.
Neben den Apps sollen die Stores noch krasser werden.
Dix Sporting Goods hat schon jetzt 35 sogenannte House of Sports.
In diesen Stores können Kunden ihre Baseball-Schläger testen, auf einem Eishockeyfeld neue Stöcke ausprobieren, an Wänden klettern oder eine Runde Fußball zocken.
Bis 2028 sollen es 100 dieser Stores sein.
Und dann gibt es ja noch das Thema Foodlocker.
Für rund 2,4 Milliarden Dollar hat Dix den strauchelnden Sneaker-Einzelhändler 2025 gekauft.
Dix hat so relativ günstig Zugriff auf eine Firma mit 8 Milliarden Dollar Umsatz und einer jungen urbanen Zielgruppe gekriegt.
Dix hat 10 sogenannte Fastbreak-Stores eröffnet.
Bei denen sind 30% des Inventars rausgeflogen.
Das macht die Stores übersichtlicher und die Kunden schlagen wieder zu.
Das soll nun auf einige der 3200 Filialen in 20 Ländern ausgerollt werden.
Und schon 2026 will Dix bis zu 150 Millionen Dollar operativen Gewinn mit Foodlocker machen.
Aber es ist auch eine indirekte Wette auf die Wiederauferstehung von Nike.
Vor der Übernahme machte Foodlocker 60% des Umsatzes mit Nike-Produkten.
Wenn es Dix aber schafft, Foodlocker wieder profitabel zu machen, könnte das ein ziemlich smarter Deal gewesen sein und die Firma wird ein internationaler Player.
Dazu gibt es die Firma gerade für 17 Milliarden Dollar und damit das 13-fache des Gewinns.
Der Schnitt der letzten 20 Jahre ist ein KGV von 16.
Hey Kinder, wie cool, dass ihr dabei sind.
My name is Norbert.
Wir machen jetzt ein richtig cooles Dino-Party-Workout.
Und wir legen direkt los.
3, 2, 1.
Los geht!
Pascal hat es gerade gar nicht erwähnt, aber Dix ist nicht nur eine krasse Sportfirma, sondern langfristig gesehen auch eine wirklich krasse Aktie gewesen.
Wer nämlich 2002 investiert hat, hat bis heute im Schnitt über 20% im Jahr gemacht und damit insgesamt fast 9000 Prozent.
Es gibt nicht viele Aktien, die nichts mit Tech zu tun haben und noch besser gelaufen sind.
Ein Beispiel ist der Energy Drink Hersteller Celsius.
Der hat alleine in den letzten 10 Jahren fast 5000 Prozent Rendite gemacht.
Das sind eher so 50 Prozent im Jahr.
Von der Performance in der Vergangenheit hat man natürlich heute nichts, aber man hat vielleicht was davon, dass Celsius in den letzten drei Monaten 30% verloren hat an der Börse.
Den Grund dafür habe ich vor ein paar Tagen auch schon mal nebenbei erwähnt und zwar hat Costco vor kurzem einen eigenen Energy Drink gestartet, der wirklich extrem stark nach Celsius aussieht und eben nur halb so viel kostet.
Dazu kommt, dass Costco selbst wichtiger Kunde von Celsius ist und um die 10% vom Umsatz ausmacht.
Und Eigenmarken von Costco sind auch kein Nischenthema.
Insgesamt macht ihre Marke Kirkland um die 90 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr.
Das ist deutlich mehr als Unilever oder Mondoless und circa auf einem Niveau mit Proctor <unk> Gamble, also wirklich massiv.
Jetzt ist natürlich die große Frage, wie sich das auf Celsius auswirken wird.
Eine These könnte sein, dass sie nach und nach die 10% Umsatz verlieren, die jetzt von Costco kommen.
Eine andere These könnte sein, dass es noch schlimmer wird und auch andere Celsius-Kunden auf die Kirkland Drinks umsteigen, die bisher Celsius gar nicht bei Costco gekauft haben.
Man könnte aber sicher auch die These aufstellen, dass der Effekt ziemlich begrenzt sein wird.
Ich habe mir für meinen neuen Podcast CaryTale in den letzten Wochen ziemlich viel über die Geschichte und Strategie von Red Bull angelesen und bei denen gab es im Grunde seit Start auch immer sehr viel Konkurrenz, auch von großen Firmen, von Firmen, die günstiger waren.
Und trotzdem ist Red Bull heute immer noch Marktführer und hat ja letztes Jahr schon wieder ein Rekordjahr.
Ich werde also relativ entspannt, was die direkte Crossco-Konkurrenz für Celsius angeht.
Spannender ist aber noch ein anderes Thema, nämlich die interne Konkurrenz innerhalb von Celsius.
Die haben nämlich letztes Jahr Alani Nu gekauft und die USA und Kanada-Bereiche von Rockstar Energy.
Seit diesem Kauf ist das Wachstum von Alani Nu auch wirklich massiv gestiegen und es war ziemlich sicher eine sehr gute Übernahme.
Gleichzeitig, und das ist ein Problem, hat aber das Wachstum bei Celsius nachgelassen.
Und es gibt Sorge, dass sich die beiden ein bisschen kannibalisieren.
Celsius glaubt es nicht, sie begründen das bisschen schwächere Wachstum eher damit, dass sie sich bei der Kernmarke Celsius auf die wichtigsten Geschmäcker fokussieren und deshalb auch die Produktanzahl ein bisschen reduzieren.
Das soll langfristig helfen, drückt aber natürlich kurzfristig ein bisschen aufs Wachstum.
Trotzdem ist es sicher ein Thema, das man im Blick behalten sollte.
Außerdem schon Investoren sehr genau auf das starke Wachstum bei Alani Nu.
Das kommt nämlich unter anderem auch daher, dass Alaninu genau wie Celsius jetzt auch in die Distribution von Pepsi aufgenommen wurde.
Bei Celsius hat es aber vor ein paar Jahren massive Probleme gebracht, weil Pepsi erst zu viel bestellt hat, dann Inventar abbauen musste und so ist das Wachstum eingebrochen.
Natürlich glauben sie, dass sie das Ganze jetzt besser drauf haben und auch aussteuern können, aber es ist natürlich ein Risiko, dass auch die Börse beschäftigt.
Insgesamt finde ich die Übernahmestrategie stand jetzt aber ziemlich smart.
Rockstar, Celsius und Alaninu haben alle ein bisschen andere Zielgruppen und gleichzeitig kann Celsius so seine insgesamte Marktmacht natürlich ausbauen.
Und die aktuelle Bewertung von 9 Milliarden Dollar entspricht circa dem 20-fachen vom erwarteten Gewinn.
Das ist jetzt nicht super günstig, wirkt für eine Firma mit weit über 10% Wachstum, aber auch nicht extrem teuer.
You have so much energy.
Energy!
Power Running, Power, Lifting Power, Sweeping Power, Dating Power, Eating Power, Laughing Power, Spawning Baby.
Da gibt es nämlich die nächste Deep Dive-Folge, geht unter anderem um Scout24 und andere Kleinanzeigenfirmen und die Frage, ob sie von KI bedroht werden oder ob es da gerade eine beide Dippchance gibt.
Also auf jeden Fall reinhören.
Und ansonsten geht's hier am Montag wieder wie gebunden weiter.
Bis dahin, alles Gute, adios.
