# AI Disruptions, Value Investing, and the Australian Millionaire Factory

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-04-07

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Dienstag, der 7.
April.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital.
Und weil wir am Samstag ja viel über das Kreditgeschäft der Nubank in Brasilien gesprochen haben, wollte ich nochmal darauf hinweisen, dass Scalable Capital auch ein Kreditangebot hat.
Aktuell gibt es Kredite schon ab 3,24% Zinsen pro Jahr im Prime Plus Broker und das ohne großen Kreditprozess und für ein Volumen von bis zu 100.000 Euro.
Das funktioniert, weil Scalable die Wertpapiere in eurem Depot beleidigt.
Mehr Infos wie immer auf scalable.capital slash OAWS.
Und wir starten die verkürzte Börsenwoche mit einer australischen Millionärsfabrik und einer Cigarbat-Aktie in Zeiten von KI, aber erstmal, was die letzten Tage so an der Börse los war.
Seit Donnerstagabend waren die Börsen in Europa und in USA ja geschlossen.
In Europa machen sie heute wieder auf.
In den USA ging es gestern Nachmittag los, aber trotz geschlossenen Börsen ist einiges passiert.
Erstens bleibt die Lage rund um den Iran-Krieg leider sehr angespannt.
Trump hat am Wochenende nochmal seine Deadline verschoben und gedroht, dass er am Dienstag alle großen Kraftwerke und Brücken im Iran angreifen wird, wenn sie die Straße von Homus nicht öffnen.
Das Ganze kam kurz, nachdem die USA nach mehr als einem Tag Suche einen Kampfjet-Piloten retten konnten, der vom Iran abgeschossen wurde.
Aber es gibt auch gute Nachrichten.
Am Wochenende sind zum Beispiel 21 Schiffe durch die Straße gefahren und damit so viele wie seit Beginn des Krieges nicht mehr.
Und es waren nicht nur iranische Schiffe, sondern auch welche aus dem Irak und Indien, mit denen der Iran wohl Deals gemacht hat.
Dazu meinte der Ryanair-Chef Michael O'Leary in einem Interview mit der Wirtschaftswoche noch, dass er nicht davon ausgeht, dass sich der Konflikt noch so lange ziehen wird.
Er ist natürlich kein Geopolitike-Experte, aber zumindest jemand, der über den Ölpreis sehr nah am ganzen Thema dran sein muss.
Übrigens sieht er das Ganze für Ryanair erstmal sogar als Chance, weil sie sich für ein Jahr gegen die Preise abgesichert haben und gleichzeitig viele jetzt eher in Europa reisen, statt weiter wegzufliegen.
Und auf die Frage, was passiert, wenn Kerosin doch langfristig teurer bleibt, hat er übrigens ernsthaft geantwortet, wenn, wenn, wenn, wenn meine Tante Hoden hätte, wäre sie mein Onkel.
Neben dieser Aussage von Michael O'Leary gab es in den letzten Tagen noch ein paar andere Headlines, die ich erstmal für einen verspäteten April-Chat gehalten habe, die dann aber doch echt waren.
Zum Beispiel hat OpenAI für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag den Technologie- und Business-Podcast TBPN gekauft, der es erst nach 2024 gestartet, in der Techbubble sehr beliebt und hat auch krasse Gäste.
Trotzdem hat er nur um die 70.000 Zuschauer pro Folge.
Und wie er OpenAI genau helfen soll, ist mir nicht transparent.
TBPN ist nämlich schon bekannt dafür, sehr tech-freundlich zu sein und TBPN erreicht aktuell auch nur eine sehr nerdige Zielgruppe, die OpenAI so auch schon erreicht.
Auf jeden Fall ist mein Vermögen auf dem Papier seit dem Deal um ein paar Grüßenordnungen gestiegen.
Und ich fand noch spannend, wie trocken sich der legendäre Tech-Analyst Ben Thompson zu dem Deal geäußert hat.
Es ist ganz einfach ein Deal, der keinen Sinn macht, meinte er.
Die letzte kuriose News der letzten Tage kam dann natürlich noch von Musk, und zwar müssen die Investmentbanker, Anwälte und Berater, die am Börsengang von SpaceX arbeiten, wohl Abos von Krog kaufen, also von seinem KI-Chatbot.
Manche Banken haben wohl sogar schon Abos für zig Millionen abgeschlossen und Krog in ihrer IT-Systeme integriert.
Fairerweise haben sie das aber auch mehr als drin, wenn sie bei dem Börsengang die üblichen Gebühren kriegen.
Es gab nämlich jetzt auch noch einen Bloomberg-Artikel, laut dem die Bewertung beim Börsengang bei 2000 Milliarden Dollar liegen soll.
Und ich kann mir außerdem gut vorstellen, dass die Investmentbanker auf dem Deal zu einem Boni für die Gebühren kriegen, ihnen aber nichts abgezogen wird, weil sie intern mit den KI-Chatbots Kosten auslösen.
Insofern ganz smarte Lösung von Musk.
Und wenn wir schon bei Banker Boni und IPOs sind, die Financial Times hat gestern berichtet, dass der deutsche Bank-CEO Christian Seewing mittlerweile deutsche Bankaktien im Wert von 15 Millionen Euro hat und ihm stehen über die nächsten Jahre nochmal Aktienboni im Wert von 25 Millionen Euro zu.
Weniger Boni gibt es vielleicht für die Investmentbanker, die OpenAI betreuen.
Die Information hat nämlich am Sonntag berichtet, dass die Finanzchefin dort zweifelt, ob die Firma bereit ist, dieses Jahr schon an die Börse zu gehen.
Bei diesen ganzen absurden Meldungen aber zum Abschluss noch drei Deal-News, die weniger absurd sind.
Zum Beispiel hat KKA 23 Milliarden Dollar für seinen neuesten Private Equity Fonds eingesammelt und damit so viel wie noch nie für einen PIF mit Fokus auf Nordamerika eingesammelt wurde.
Das ist außerdem vor allem im aktuellen Umfeld ein gutes Zeichen, wo es ja viele Zweifel rund um Private Equity und vor allem Private Credit gibt.
Dann gab es schon Ende letzter Woche Gerüchte, dass Amazon die Satellitenfirma Globalstar für um die 10 Milliarden Dollar kaufen könnte.
Damit würde Amazon dann noch direkter mit SpaceX und Starlink konkurrieren.
Und sie müssten übrigens auch mit Apple verhandeln, denen gehören nämlich 20% der Globalstar-Aktien.
Und letzte Meldung kommt aus dem Medizinspace.
Und zwar hat gestern die Aktie von Soleno Therapeutics 30% zugelegt, weil die vom Konkurrenten Neurocrine für 3 Milliarden Dollar aufgekauft werden.
Spannend fand ich, worum es bei der Übernahme geht, und zwar vor allem um ein Medikament gegen das Prada-Willy-Syndrom.
Das haben in den USA nur um die 10.000 Menschen und es führt zu einem extremen obsessiven Hunger.
Mitte der 2030er Jahre soll das Medikament dagegen schon um die 2 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machen.
Am Samstag haben wir hier ausführlich darüber geredet, wie Nubank den Bankenmarkt in Südamerika aufrollt.
Genau das gleiche oder zumindest was ähnliches passiert gerade in Australien.
Dort macht es aber keine neue Bank, sondern das Goldman Sacks Australiens und mehr dazu gibt es jetzt von Christoph.
Das Goldman Sacks der Australier ist die Macquarie Group, die man in der Szene auch als Millionärsfabrik kennt.
Es gibt sogar ein Buch über die Bank mit dem Titel.
Und das nicht nur, weil man mit der Aktie seit dem Börsengang 1996 über 10.000 Prozent Rendite gemacht hat und damit über 17% im Jahr, sondern vor allem, weil die Banker dort bei den Deals wohl sehr attraktiven Boni kriegen.
Das ist auch möglich, weil man die Bank eben eher mit Goldman Sachs als mit der Sparkasse vergleichen kann.
Das Geld kommt vor allem aus dem großen Energie- und Rohstoffhandel, dem Asset Management und dem Investmentbanking.
Insgesamt hat Macquarie im letzten Geschäftsjahr einen operativen Gewinn um die 3 Milliarden Dollar gemacht.
Davon kommen 40% aus dem Rohstoff- und Energiebereich.
Knapp 25% kommt vom Asset Management.
Macquarie investiert weltweit in Flughäfen, Mautstraßen oder Stromnetze.
Auch in Deutschland waren sie immer wieder aktiv.
Über Fonds waren sie zum Beispiel lange am Warnotunnel in Rostock beteiligt und damit an der ersten Mautpflichtigen Straße Deutschlands und ein von Macquarie geführtes Konsortium hat 2012 Open Grid Europe gekauft, also das größte deutsche Fernleitungsnetz für Gas.
15% vom operativen Gewinn kommt vom Investmentbanking und 20% aus dem klassischen Retail-Geschäft.
Das ist der Sparkasenteil.
Obwohl der Bereich aber eher nicht zur DNA der Bank passt, soll er jetzt das große Wachstum bringen.
Der australische Bankenmarkt wird nämlich seit Jahrzehnten von vier riesigen Instituten dominiert, und zwar ganz klassisch mit viel Business in Filialen.
Genau da unterscheidet sich McQuery.
Sie haben keine Filialen, sondern machen alles digital und bieten anders als die etablierten Filialbanken einfach 4,75% Zinsen.
Die Konkurrenz lockt oft mit Zinsen, die an Bedingungen geknüpft sind.
Laut Verbraucherschützern verpassen aber 70% der Kunden diese Boni, weil sie sich nicht drum kümmern.
Klingt erstmal nach einer simplen Strategie, die funktioniert aber.
In nur wenigen Jahren ist der Marktanteil bei Hypotheken von 0 auf 7 Prozent gestiegen.
Dazu haben sich die Einlagen in vier Jahren mehr als verdoppelt.
Aber das Wachstum muss man auch bezahlen.
Die Bank wird gerade mit 50 Milliarden Dollar bewertet und damit dem 18-fachen des erwarteten Gewinns.
Goldman Sachs oder JP Morgan kriegt man für weniger als das 15-fache vom Gewinn.
Die Deutsche Bank gibt es für weniger als das Zehnfache.
Die 18er Multiples sieht man sonst eher bei Playern wie der Nubank.
Und in der letzten Samstagsfolge haben wir ja ausführlich darüber gesprochen, wie krass die wächst.
Trotzdem so oder so eine spannende Bank, die man im Blick behalten kann.
Ja, so sieht ein Million aus.
Nicht höher und nicht weniger.
Und du siehst, das sind keine Smartys, das sind echte Scheine, meine Leute.
Wir suchen ja eigentlich die ganze Zeit nach Firmen, die von KI profitieren.
Es gibt aber auch Firmen, die unter KI leiden und trotzdem, gerade weil sie mittlerweile ziemlich günstig sind, vielleicht ein gutes Investment sein könnten.
Und genau so eine Firma hat heute Timon dabei.
Die französische Firma Teleperformance ist der größte Callcenter-Betreiber der Welt.
Und die Aktie ist schon seit Ende 2021 am Fallen und mittlerweile fast 90 Prozent vom Rekord hoch entfernt.
Die Nachfrage bei Callcentern war während der Pandemie gestiegen und wegen dem starken Wachstum war TP damals mit einem erwarteten KGV von ca.
40 ordentlich teuer bewertet.
Nach dem Ende der Pandemie haben Investoren angefangen zu verkaufen.
Dann kam Ende 2022 die erste Chat-GPT-Version raus und seitdem gibt es die berechtigte Sorge, dass das Business in ein paar Jahren komplett tot ist.
Erste Anzeichen davon gab es Anfang 2024, als Klana als eine der ersten großen Firmen bekannt gegeben hat, dass ihr KI-Chatbot die Arbeit von 700 Callcenter-Mitarbeitern erledigt.
2025 ist der Umsatz dann zum ersten Mal seit über 20 Jahren gefallen.
Zwar nur um nicht mal 1%, aber es zeigt, wo die Reise hingehen könnte.
Das könnte vor allem bei einer Firma kritisch werden, die 4 Milliarden Dollar Schulden hat.
Andererseits macht Teleperformance um die 500 Millionen Euro Nachsteuergewinn.
Die aktuelle Bewertung von 3 Milliarden Euro entspricht also nur den Sechsfachen davon.
Es gibt außerdem über 9% Dividendenrendite und sie haben angefangen, Aktien zurückzukaufen.
Und nur weil ein Business schrumpft oder zumindest bedroht ist, heißt es ja nicht, dass es ein schlechtes Investment sein muss.
Warum Buffett hat am Anfang seiner Karriere ja sogar Cigarbuts gemacht, also eigentlich schlechte Firmen, die aber super günstig sind.
Und auch Teleperformance lockt trotz der großen Risiken Investoren an, die den Preis attraktiv genug finden.
Richard Pisina ist vor kurzem groß bei der Firma eingestiegen.
Er ist auch als Investor bekannt, der sehr genau auf den Preis schaut.
Sein Name wird vielen nichts sagen.
Seine gleichnamige Firma verwaltet aber 80 Milliarden Dollar und konzentriert sich auf Unternehmen, die kurzfristig unter Problemen leiden, bei denen er aber in Zukunft noch eine Chance sieht.
Und Pisina hat mit seinen Fonds 2023 erste Aktien von Teleperformance gekauft.
Damit dürfte er ordentlich im Minus sein.
Trotzdem hat er die Position Ende letzten Jahres noch vergrößert und hält mittlerweile 10% der Aktien.
Pisina ist sich nicht so sicher, dass bessere KI-Chatbots den Kundensupport automatisch verschwinden lassen.
Jedenfalls nicht in dem Ausmaß wie der Markt ist ein Preis.
Grund ist, dass TP seit Jahren mit seinen Kunden zusammenarbeitet und dadurch die meisten Daten aus Gesprächen gesammelt hat und sich auch schon in der Vergangenheit auf neue Technologien wie die ersten klassischen Chatbots einstellen konnte.
Die kamen schon 2016 raus.
Pisina geht außerdem nicht davon aus, dass die meisten Unternehmen selbst versuchen werden, eine eigene KI rauszubringen, weil es mit großen Investitionen einhergeht und vom Kerngeschäft ablenkt.
Das war einer der Hauptgründe, warum die meisten Firmen ihre Callcenter überhaupt ausgelagert haben.
Niemand kann sagen, wie Teleperformances Geschäftsmodell in ein paar Jahren aussieht.
Das sagt auch Pisina.
Laut Pisina ist das einzige, was man wirklich kennt, der Preis, den man bezahlt hat.
Und der scheint bei der aktuellen Bewertung für einen Unternehmen, das seinen Umsatz über die letzten 25 Jahre mehr als verzwanzigfachen konnte, günstig.
Vor allem, weil Teleperformance nicht mal unbedingt wieder wachsen muss, damit die Rechnung aufgeht.
Es reicht, wenn das Geschäft langsamer schrumpft, als der Markt es erwartet.
Pick up the phone and start dialing.
I want you to deal with your problems by becoming rich.
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei OMR.
Euch einen guten Start in die verkürzte Börsenwoche.
Bis morgen.
Adios.
