# Energy Hedges, China's Dilution, & Nestlé's Pivot

**Podcast:** Asset Class
**Published:** 2026-04-02

## Transcript

Die Straße von Hormos ist weiterhin dicht und ExxonMobil teurer als Nvidia.
Ist Energie jetzt das neue Tech?
Und wo sind die Schaufelverkäufer des Ölrausch?
Dazu, wieso vom chinesischen Wirtschaftswachstum kaum etwas bei Aktionären ankommt.
Und warum Nestlé Kitcat vermisst und Wasser loswerden will.
Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.
Kapitalanlagen bergen Risiken.
Du entscheidest, in was du investierst.
Nicht zuletzt, wegen des wieder erstarkten Dollars notiert der MSCI All Country World Index in Euro gerade einmal 5% unter seinem Hoch.
Keine Spur also von einem allgemeinen Börsenbeben, wie manche Schlagzeilen beschwören.
Wer dennoch Crash Vibes spürt, kann die Ostertage nutzen, um zu überlegen, ob das Depot wirklich zum Nervenkostüm passt.
Denn natürlich könnte es noch weitaus schlimmer kommen, wenn der Krieg am Golf länger anhält, die Energiepreise weiter steigen und die Lieferketten für Öl, Gas and Chemikalien sich nicht bald wieder sortieren.
Das zeigt der Blick in die Historie.
Nach dem irakischen Überfall auf Kuwait im August 1990 ist der seinerzeit noch ziemlich Japan-lastige MSCI World auf D-Mark-Basis binnen zwei Monaten um rund 20 Prozent abgerutscht.
Ausgebügelt war dieser Rücksetzer erst Ende 1991, nachdem eine internationale Militärallianz Saddam Husseins Truppen aus dem Emirat vertrieben hatte.
Im Zuge des nach dem Yom Kippur-Krieg 1973 von den arabischen Ölstaaten verhängten Embargos, sagte der Weltindex aus deutscher Perspektive sogar um zeitweise 40% ab.
Erst Anfang der 1980er Jahre starteten die Aktienmärkte wieder richtig durch.
Und in der Zwischenzeit hatte die Inflation ein Fünftel der Kaufkraft gefressen.
Bekanntermaßen wiederholt sich Geschichte sich nicht.
Aber sie könnte sich reimen.
And wer sich für ein solches Szenario rüsten will, landet unweigerlich bei Energieaktien, den Gewinnern des ersten Quartals.
Allein seit Kriegsbeginn hat der mit Öl- und Gas-Multis wie ExxonMobil, Chevron, Shell oder total bestückte MSCI World Energy Index in Euro rund 15 Prozent zugelegt.
Gegenüber Ende 2025 liegt das Brennstoffbarometer sogar mehr als 40 Prozent im Plus.
The Rally sorgt für merkwürdige Verhältnisse.
So wird ExxonMobil nun mit dem 21-fachen des Gewinns bewertet den Analysten für 2026 im Konsens erwarten.
Damit kommt der größte Ölkonzern der westlichen Welt auf ein leicht höheres Kursgewinnverhältnis als der Chip Champion Nvidia.
Keine Frage.
Die Schätzungen sind noch ziemlich defensiv und setzen einen Ölpreis voraus, der im Jahresdurchschnitt so bei 75 bis 80 Dollar liegt.
Etabliert sich das Barrel dagegen über der 100-Dollar-Marke würde der Gewinn von Axon Mobil wohl 20 bis 25% höher ausfallen.
And the KGV legen nur noch bei 17.
Eine Gleichung mit vielen Unbekannten, also die indes zeigt.
Energieaktien haben sich übrigens wesentlich zuverlässiger as 1973 or 1990 als geopolitische Versicherung bewährt.
Gleichzeitig ist der Bewertungsspielraum für Big Oil ziemlich dünn geworden.
And when the Lage am Golf wie auch immer entspannen sollte, können die Kurse durchaus nochmal prozentual zweistellig durchsacken.
Insofern gilt hier dasselbe, was wir vor einigen Wochen, nämlich in der Folge vom 5.
Rebalancing nicht vergessen.
Mittel bis langfristig bleibt der Energiesektor hingegen aussichtsreich.
Denn selbst wenn es bald zu einem Waffenstillstand kommen und die Straße von Hormos wieder offen sein sollte, spricht wenig für nachhaltige Stabilität am Golf.
Umso mehr dürfte deshalb künftig in die Erschließung von Ölvorkommen in anderen Regionen investiert werden.
Ein potenzieller Profiteur ist TGS, einer der weltweit führenden Anbieter von geophysikalischen Daten.
Vor allem zur Beschaffenheit des Meeresbodens.
Den vermessen die Norweger mit eigenen Seismic-Schiffen.
Abnehmer für die auf diese Weise entstehenden digitalen Karten sind vor allem Ölexplorer.
Die bereiten damit ihre oft 50 bis 100 Millionen Dollar teuren Offshore-Boarungen punktgenau vor.
Dazu sind die Datenbibliothek and the Expertise von TGS auch bei der Standortplanung für Offshore-Windräder oder CO2-Speicherung gefragt, sowie bei der Suche nach kritischen Mineralien.
Stichwort Tiefseebergbau.
Also ein klassischer Schaufelverkäufer, der viel Geld in Dateninfrastruktur investieren muss, abseits davon aber keine Projektrisiken eingeht, sondern seine Karten und Systeme lizenziert.
Damit hat TGS 2025 umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz geschrieben, dreimal mehr als 2021.
Das rasante Wachstum resultiert allerdings vor allem aus Zukäufen, die erstmal verdaut werden mussten.
Dazu schreibt TGS sowohl die erworbenen als auch die selbstkartierten Daten relativ aggressiv ab, was den Nettogewinnt belastet.
Aussagekräftiger ist deshalb der Blick auf das, was in der Kasse klingelt.
Und den Free Cash Flow, je Aktie, den hat TGS in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt.
Zuletzt sind umgerechnet rund 380 Millionen Euro hängen geblieben.
Selbst inklusive der inzwischen deutlich reduzierten Schulden is TGS an der Börse allerdings nur umgerechnet 3 Milliarden Euro wert.
The Active Free Cash Flow bezahlt, obwohl der Kurs sich seit den Tiefs from letzter knapp verdoppelt hat.
The günstige Bewertung reflektiert das volatile Geschäft.
And auch die Risiken für Aktionäre.
Denn wer for vier Jahren eingestiegen is, sitzt noch immer auf fast 35% Verlust.
Dazu gibt es Spielraum bei der Dividende.
Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wurden nur zwei Fünftel des Cashflows ausgeschüttet.
Dennoch liegt die Dividendenrendite by über 4,5 Prozent.
Ein weiterer Profiteur des Iran-Kriegs ist China.
Dabei hatte das Rote Riesenreich zunächst wie ein Verlierer ausgesehen.
Zwar war das Mullah-Regime für Peking anders als der im Januar gestürzte venezolanischen Autokrat Nicolas Maduro nie ein ideologischer Verbündeter gewesen.
Aber gerade in der Dreiecksbeziehung mit Russland doch ein enger Partner, weit über Energielieferungen hinaus.
Doch nun sieht es so aus, als wenn die Revolutionswächter erstmal an der Macht bleiben.
Obendrein hat China seine Ölreserven im vergangenen Jahr kräftig aufgestockt und ist durch seine Kohlevorkommen sowie den massiven Ausbau erneuerbarer Energien ohnehin weitaus weniger von Importen aus der Golfregion abhängig als andere asiatische Länder.
Hinzu kommt die strategische Dividende.
Je mehr politische, militärische anders die USA im Nahen Osten binden, umso geringer die Präsenz im Südpazifik.
And this Vakuum wird China sukzessive zu füllen wissen.
Parallel dazu haben sich die Börsen in Shenzhen and Shanghai in den vergangenen vier Wochen recht gut gehalten.
Der CSI 300-Index liegt seit Beginn des Krieges nur rund 5% im Minus.
Langfristig is der chinesische Aktienmarkt dagegen eine Enttäuschung.
Für die vergangenen 25 Jahre beläuft sich der Total Return, also die Gesamtrendite aus Kursgewinn und Dividende auf gerade einmal 2,5% pro Jahr.
Ähnlich mau haben nach einer Studie des Analysehauses EM Advisors seit 2000 nur die Börsen in der Türkei and Malaysia abgeschnitten.
But dort is the Wirtschaft auch deutlich langsamer gewachsen als in China, wo das Bruttoinlandsproduct im letzten Vierteljahrhundert auf Dollarbasis um durchschnittlich 11% pro Jahr zugelegt hat.
Ausgerechnet the greatest emerging market is damit the krasse ausnahme von der statistisch gut unterfütterten Regel that volkswirtschaftliche Dynamic and Aktienmarktperformance in Schwellenländern langfristig Hand in Hand gehen.
Eine Erklärung dafür, dass vom chinesischen Wirtschaftswunder so wenig bei Aktionären angekommen ist, sind natürlich die regulatorischen Eingriffe der letzten Jahre.
Hinzu kommen die immensen Überkapacitäten.
Denn was bei Autos offensichtlich ist, gilt auch für andere Branchen.
The Wettbewerbsdruck is so hoch, dass Unternehmen sich gegenseitig die Margen zerschießen.
Trotzdem haben die Profite der börsennotierten Firmen über die vergangenen 25 Jahre insgesamt ähnlich stark zugelegt wie das Bruttosozialproduct.
Allerdings nur in absolute Zahlen.
Die Gewinne je Aktie hingegen sind deutlich zurückgeblieben.
Die Zahl ausstehender Anteile is drastisch gestiegen.
China-Aktionäre wurden kontinuierlich verwässert.
Einerseits durch Expansions- und Investitionshunger geschuldete Kapitalerhöhungen, andererseits durch gesellschaftsrechtliche Winkelzüge wie unterschiedliche Aktiengattungen.
Insofern, wenn du Aktien analysierst, egal in welchem Land, schau nicht nur auf Umsatz, Gewinn, Cashflow und Verschuldung, sondern auch auf die Entwicklung der Aktienzahl.
Denn wenn die steigt, sinkt dein Anteil am Unternehmen.
And mit Blick auf China darf man froh sein, dass indizes wie der MSCI All Country World nach Börsenwert gewichtet werden und nicht nach Wirtschaftsleistung.
Denn sonst läge der China-Anteil nicht bei gut drei, sondern bei 17 Prozent.
Und das wäre zumindest historisch sehr nachteilig gewesen für die Performance.
Und zum Schluss noch etwas süßes.
Nein, keine Schoko-Osterhasen, denn die servieren wir diese Woche in unserem Newsletter Bits and Pieces.
Here gibt's stattdessen Kit Cat.
Oder besser gesagt, it's kein Kit Cat.
Denn auf dem Weg von der Nestlé Fabric im italienischen San Sisto nach Polen ist ein Lkw mit 413.793 Packungen, entsprechend 12 tonnen des keksigen Schokoriegels abhanden gekommen.
Keine leichte Beute ist dagegen das Europäische Wassergeschäft von Nestle.
Denn nachdem der Schweizer Lebensmittelriesen 2021 bereits in Nordamerika from flüssigen Nass getrennt hat, stehen jetzt San Pellegrino, Perrier and Aquapanna im Schaufenster.
Versehen with einem Preisschild über 5 Milliarden Euro.
Dabei will Nestlé zunächst nur einen 50% an diesen margenstarken, but gesellschaftlich bisweilen sehr kontrovers diskutierten Business verkaufen.
Und zwar an Private Equity Investoren.
Laut Financial Times sind gleich mehrere renommierte Adressen interessiert, darunter KKR and CDR.
Gut möglich also that Nestlé beim Abbau des noch immer über 50 Milliarden Franken hohen Schuldenbergs demnächst wieder ein Schritt vorankommt.
Mindestens genauso wichtig für Aktionäre ist aber the new CEO Philip Navratil macht ernst with the Fokussierung des Portfolios auf Fertiggerichte, Snacks, Kaffee and Tiernahrung.
Zusammen mit dem angekündigten Sparprogramm und dem Abbau von 16.000 Arbeitsplätzen, for allem in der Verwaltung, reicht das für eine Stabilisierung der Aktie, die aktuell 40% unter ihrem Allzeithoch notiert.
Für eine nachhaltige Trendwende aber müsste Nestle nach den Umsatzwarnungen der letzten Jahre endlich mal wieder positiv überraschen.
Ich hoffe, du konntest etwas für dich mitnehmen.
Bis nächste Woche, frohe Ostern und Tschüss aus Berlin.
