# European AI: 2026 Make-or-Break Year, Regulation, and Workforce Shift

**Podcast:** Kollegin KI
**Published:** 2026-03-27

## Transcript

Liebe Leute, herzlich willkommen an diesem Freitag zu einem neuen Format von Kollegin KI und zwar der Kollegin KI Snackbox.
Ja, ihr habt richtig gehört.
Wir werden jetzt zweimal die Woche senden.
Dienstags bleibt alles beim Alten, das gewohnte Format, der Deep Dive in gewisse Themen mit Expertinnen und Experten, die wir uns als InterviewpartnerInnen einladen.
Freitag hingegen werde ich Solo-Folgen machen und mal so in maximal zehn Minuten, vielleicht sind es manchmal auf 15, ihr kennt mich, darüber sprechen, was eigentlich gerade KI mit der Arbeit macht.
Was KI mit der Arbeitswelt anstellt, was für aktuelle News und Entwicklungen es gibt.
Und die Besonderheit ist, dass wir uns hier auch auf Europa fokussieren wollen.
Warum?
Weil es einfach zu kurz kommt, Leute.
Ganz im Ernst, ich hab, wenn ich jetzt irgendwie gerade News lese, egal welchen Blog ich lese, egal welchen Podcast ich höre, egal was ich mir irgendwie anschaue, ist es immer der Fokus auf die US-Tools auf US-Tech.
Und ich finde das schade, um ehrlich zu sein, denn auch als KI-Berater aus Unternehmersicht, als Programmierer im weitesten Sinne, muss ich sagen, es gibt eine ganze Menge gute europäische Alternativen zu US-Tech.
Aber die wird irgendwie nirgends erwähnt.
Jetzt Mistral hat Mistral-Vibe auf den Markt gebracht, was durchaus als Alternative zu Claude Code gesehen werden kann, nur halt eben europäisch, datenschutzkonform und so weiter.
Aber kein Mensch spricht darüber.
Alle reden nach wie vor über US-Tech und das möchte ich jetzt einfach mal anders machen.
Deshalb begrüße ich euch sehr herzlich zu diesem neuen Format, ab sofort jeden Freitag.
Und wir können gerne mal reingehen und so ein kleinen Überblick, uns ein Überblick verschaffen über das, was eigentlich so in Europa gerade passiert und was auch für die nächsten Wochen und Monate relevant sein wird.
Denn laut vielen BeobachterInnen gilt 2026 so ein bisschen als das Make-or-Break-Jahr für KI in Europa.
Warum ist das so?
Zum einen ist das Rennen natürlich voll im Gange.
Ihr kriegt es mit, ja.
In den USA gibt es die großen Large Language Models, die großen Konzerne und Unternehmen, die im Grunde hier mit den Startups partner und die Foundation Models bauen, die wir eigentlich weltweit nutzen.
In China hingegen hat man eher den Fokus auf die Open Source Modelle, ja, da ist China definitiv Marktführer und der Kampf ist dann noch nicht ganz entschieden, wer in welche Richtung fortschreitet, beziehungsweise was sich da am Ende durchsetzt.
Und Europa ist irgendwie so ein bisschen in der Mitte.
Europa versucht zu regulieren und zeitgleich aber auch Innovationen zu liefern.
Und das ist ein relativ spannender Spagat, den man hier versucht.
Und deshalb sagt man Make or break ja für die EU.
Denn in diesem Jahr tritt unter anderem auch der AI-Act voll in Kraft.
Wir haben seit Januar den AI-Act schon dahingehend zu befolgen, dass gewisse verbotene KI-Praktiken tatsächlich auch verboten sind, ja, und unter Strafe stehen.
Das sind manipulative Systeme, das ist sowas wie Emotionserkennungen am Arbeitsplatz.
Das sind viele Dinge, die da aufgeführt werden, die jetzt auch offiziell verboten sind und die durchaus bestraft werden können.
Zum anderen haben wir im August den nächsten Stichtag, denn da wird der AI-Act voraussichtlich vollständig in Kraft treten.
Was bedeutet das?
Es werden auch sogenannte Hochrisikosysteme unter die Lupe genommen.
Das wird in Deutschland allen anscheinend nach die Bundesnetzagentur machen.
Da wird dann eben auch geschaut, was sind Hochrisikosysteme und was für Auflagen haben die.
Das sind vor allem Dokumentationspflichten, die man hat, das sind so ein paar Infrastrukturpflichten, die man hat, alles im AI-Act entsprechend nachzulesen.
Und das Spannende daran ist, dass eigentlich grundsätzlich alles, was irgendwie mit HR zu tun hat, alles, was irgendwie mit Personalwesen zu tun hat, mit Arbeit, erstmal unter diesen Hochrisikoparagrafen fällt.
Zumindest ist das jetzt der Stand.
Es ist möglich, dass das durchaus alles noch ein bisschen aufgeweicht wird.
Wir wissen nicht, wie das Ganze dann auch irgendwie mit den Zollkonflikten in den USA aussehen wird.
Die haben ja durchaus da auch noch Mitspracherecht, was Irland dafür eine Rolle spielen wird am Ende.
Aber grundsätzlich kann man sagen, dass dieses Jahr eine ganze Menge passiert, vor allem regulatorisch in Europa und dass sich dieses Jahr, glaube ich, so ein bisschen auch abzeichnen wird, in welche Richtung Europa da geht.
Denn auf der anderen Seite, ja, wir wollen Regulierungen auf der einen Seite, die durchaus wichtig ist aus meiner Sicht, ganz klar, ja, wollen wir natürlich auch Innovationen schaffen.
Und wie funktioniert das beides zusammen?
Ich glaube, das wird die große Frage dieses Jahr in Europa sein.
Wir haben eine ganze Menge Investitionen in KI-Tools.
Es sind 58 Milliarden US-Dollar, die 2025 in europäische KI geflossen sind.
So zum Vergleich, es sind 18 Prozent des gesamten Volumens an Venture Capital, die in Europa fließen.
18 Prozent unseres VCs geht in KI.
Zum Vergleich in den USA sind es 34 Prozent.
Bedeutet, in den USA ist jeder dritte Dollar irgendwie Teil einer KI, eines KI-Projekts, eines KI-Startups, eines Unternehmens, bedeutet da ist die Investitionsrate deutlich höher.
Nichtsdestotrotz haben wir auch in Europa jetzt erstmals KI als den führenden Sektor, was Investitionen angeht, von Venture Capital.
Und ich sage mal, da ist ja nach oben erstmal.
Ist ja keine Grenze.
Es kann ja durchaus noch mehr werden.
Die Dringlichkeit ist, glaube ich, klar.
Wir müssen irgendwie bei diesem Rennen mithalten und schauen, dass wir auch gute Tools bauen, die vielleicht auch mit unseren Vorstellungen von Ethik bzw.
von unseren Regulierungen d'accord sind.
Und da wird es definitiv spannend dieses Jahr.
Wir haben auch eine ganze Menge Fachkräfte.
Wir sollen mehr Fachkräfte im KI-Bereich haben in Europa als in den USA.
So pro Kopf auf die Bevölkerung sind wir auf jeden Fall prozentual ganz gut aufgestellt.
Das Problem ist nach wie vor ein Braindrain.
Also die Abwanderung von Fachkräften.
Eigentlich hatte man irgendwie so ein bisschen gelesen, gerade letztes Jahr, ja, dass unter Trump und der aktuellen Politik eine ganze Menge KI-WissenschaftlerInnen auch auf den europäischen Kontinent auswandern könnten.
Das hat sich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich bewahrheitet.
Vielleicht in Einzelfällen, aber grundsätzlich ist der Trend nach wie vor ununterbrochen, dass wir einen Braindrain von Europa, vor allem von Deutschland und Frankreich in die USA haben an Fachkräften.
Auf der anderen Seite innerhalb Europas man von so etwas wie einem Brain Exchange spricht.
Dass hier eine ganze Menge Fachkräfte aus den kleineren europäischen Staaten in die größeren wandern.
Als Beispiel wird hier in einem Bericht genannt, dass gerade Schweiz, Niederlande und Italien eine ganze Menge Fachkräfte an Deutschland und Frankreich verlieren, die dann wiederum aber eben in die USA gehen.
Bedeutet auch fachkräfte technisch, sind wir, kommen wir eigentlich gar nicht aus so einer schlechten Ecke.
Also wir haben deutlich mehr KI-Fachkräfte, als wir als wir hier tatsächlich annehmen, aber sie bleiben offenbar nicht hier.
Bedeutet, so ein Fachkräftemangel in KI, der existiert bereits.
Es gibt vor allem neue Stellen, die besetzt werden müssen.
Ihr erinnert euch, als ich vor einem halben Jahr angefangen habe mit Kolleginnen KI, war eine der ersten Folgen die Jobbeschreibung des Promptingenieurs quasi.
Und damals hatte mein Gast auch schon gesagt, Prompt Engineer ist eigentlich gar nicht mehr zeitgemäß.
Wir reden jetzt eher so von Context Engineer.
Ja, also es hat eine sehr, sehr schnelle Ausdifferenzierung auch in KI-Fachkräften begonnen.
Und mittlerweile, habe ich jetzt gelesen, ist der Human AI-Coordinator, so einer der gefragtesten KI-Stellen.
Also fantastisch.
Ja, Inhalte von solchen Stellen beziehen sich dann vor allem auf Agentic AI, also auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI.
Um zu überprüfen, ist der Output von KI richtig?
Wie kann eigentlich so eine KI mit einem Menschen gut zusammenarbeiten?
Wie kann das in der Arbeitswelt harmonisiert werden und natürlich am Ende auch wirklich zu Mehrwerten führen, denn ihr wisst es, so ein Return on Invest ist bei den meisten KI-Tools einfach schwer zu finden.
Also es wird eine ganze Menge Geld ausgegeben, auch für Tools, die am Ende gar nichts bringen, die nachweislich kein Mehrwert bringen.
Von daher gibt es da jetzt neue Spezialbereiche, die im Rahmen der KI-Arbeitskräfte und Fachkräfte aufploppen und natürlich auch gesucht werden.
Insgesamt muss man schauen, also ich glaube, es ist eine ganz spannende Beobachtung gerade, dass KI immer mehr Einzug hält und dass wir so eine Individualisierung von KI-Tools erleben.
Jeder von uns nutzt KI irgendwie anders.
Natürlich haben wir so repetitive Aufgaben, wir haben irgendwie so Vorlieben bei Tools, wir haben dieses und jenes, aber am Ende des Tages nutzen wir es individuell.
Und ich glaube, diese Individualisierung, die wird auch noch weiter steigen.
Die werden wir in diesem Jahr gerade mit Agentic AI in Europa auch noch deutlich zu spüren bekommen.
Das heißt, wir nutzen im Grunde KI als unsere eigenen Angestellten, wenn man so will.
Und das verschiebt eine ganze Menge auf der Arbeitsperspektive.
Denn das ist schon seit längerem im Gespräch unter Expertinnen und Experten, dass wir neue Rollen in der Arbeit haben werden, dass wir auch als normale Angestellte in gewisser Weise eine Führungskraft werden.
Und zwar eine Führungskraft für unsere KI.
Bedeutet, wenn man sich das vielleicht bildlich vorstellen will, wenn ihr jetzt mit KI arbeitet, die Transformation ist im Gange, ihr habt vielleicht eigene Tools, könnt ihr euch eigene Agents bauen, habt ihr gelernt, wie das datenschutzkonform, vielleicht sogar mit europäischen Tools machbar ist und diese Agents haben eigene Aufgaben, dann seid ihr im Grunde diejenigen, die diese Agents orchestrieren.
Was bedeutet das für Arbeitsinhalte, aber auch für unsere Rollen.
Wenn wir dann im Grunde KI managen, die Aufgaben für uns oder in unserem Namen erledigen sollen.
Wir machen die Abnahmen, ähnlich wie eben mit menschlichen Angestellten auch, wenn wir in Führungsposition sind und müssen dann im Grunde bewerten, schauen, wie wir die KI verbessern können, wie wir die KI vielleicht besser trainieren können.
Ich glaube, da passiert eine ganze Menge, und das ist extrem spannend, weil dieser Transformationsprozess halt nicht einfach nur ist, wir schaffen irgendein Tool an und das erledigt dann einfach Arbeit und wir können es zurücklehnen.
Nein, es wird definitiv neue Aufgabenbereiche geben und Arbeit gerade im Wissensbereich wird sich massiv verändern.
Ja, es gibt Studien, je nach Studienlage werden alle Jobs erledigt von KI.
Andere sagen, ah, vielleicht eher die Hälfte und so.
Ich glaube, ich will mich da gar nicht auf eine Zahl festlegen, aber was klar ist, ist, dass viele von unseren Aufgaben, die wir derzeit so machen, eigentlich mit KI besser erledigt werden können, die durchaus auch schneller erledigt werden können.
Das heißt, wir werden da eine ganze Menge Zeit sparen.
Es gibt wirklich in Europa gibt es gerade neue Debatten, die so die Vier-Tage-Woche ins Auge nehmen, bedingungsloses Grundeinkommen, teilweise sogar von konservativer Ecke.
Also extrem spannend, wenn wir uns vor allem angucken, dass wir in Deutschland gerade die Diskussion führen, dass wir alle eigentlich viel zu wenig arbeiten und wir alle viel, viel mehr Leistungen bringen sollten.
Wird an anderer Stelle tatsächlich drüber gesprochen, eher Arbeit zu kürzen und die KI machen zu lassen, was die KI eben im Zweifel auch einfach besser kann als wir Menschen.
Das ist am Ende des Tages deutlich effizienterer Einsatz von Arbeitskraft, wenn ihr mich fragt.
Vorausgesetzt, man schafft es dann, die entsprechende Infrastruktur auch so bereitzustellen, dass sie nachhaltig funktioniert.
Und infrastrukturell kann man eben auch sagen, dass eine Menge passiert.
Es gibt in Europa, auf dem europäischen Kontinent derzeit so 15 Supercomputer-Hubs, also so AI-Giga-Factories, die so ein bisschen die Infrastruktur der Zukunft dann auch sein sollen, die klar machen sollen, okay, wir können hier auch eigene Modelle trainieren, wir können hier möglicherweise eigene Anwendung für die Industrie und so weiter entwickeln.
Das heißt, hier wird auch eine ganze Menge passieren.
Die werden nicht unbedingt viel Aufschwung und Jobs bringen.
Ja, das wurde an anderer Stelle schon sehr oft gesagt.
So eine Gigafactory bzw.
so Rechenzentren sind in der Regel nicht so nicht so personalintensiv zu betreiben.
Also das ist jetzt nicht unbedingt die Infrastruktur, Investitionen, die wir sonst so kennen.
Aber auf jeden Fall sind sie wichtig für die KI der Zukunft auf dem europäischen Kontinent.
Also, genau, das vielleicht in aller Kürze.
Ich möchte euch gerne jetzt jeden Freitag durch dieses Make-Or Break Jahr für die EU führen.
Ich möchte euch Einblicke geben, aktuelle News aus der Woche zusammenfassen, ein paar Headlines mitgeben, damit ihr, sag ich mal, am Wochenende, wenn ihr in der Kneipe sitzt oder beim Familienausflug oder auf irgendwelchen Partysite, dass ihr da mitreden könnt, dass ihr vielleicht ein paar Impulse bekommt, die ihr dann auch mit euren Bekannten besprechen könnt.
Würde mich freuen.
Ich glaube, grundsätzlich sind wir gut beraten, wenn wir das Thema KI deutlich besser in der Zivilgesellschaft besprechen.
Denn nur so kommt das am Ende wahrscheinlich dann auch in den Wahlergebnissen an, in der Politik.
Das ist ja im Grunde so ein bisschen das Prinzip von Informationsverarbeitung.
Vielen Dank fürs Zuhören für heute.
Wir sind unter 15 Minuten geblieben.
Das freut mich sehr.
Ich hoffe, ich werde diese Kürze jetzt auch in den nächsten Wochen weiter beibehalten.
Ich freue mich auf jeden Fall sehr, wenn ihr dabei seid und bin gespannt auf Feedback.
Schreibt uns gerne in die Kommentare.
Bewertet gerne auch diese Folge.
Das Ganze läuft nach wie vor unter Kollegin KI jeden Freitag als Snackbox, damit ihr gut informiert ins Wochenende startet.
Happy Friday und schönes Wochenende von meiner Seite.
Bis dahin.
Ciao.
Dieser Podcast wird produziert von Potsdam.
