# Market Shifts: M&A, AI Efficiency, and Retail Strategy

**Podcast:** OHNE AKTIEN WIRD SCHWER - Tägliche Börsen-News
**Published:** 2026-03-27

## Transcript

Risikohinweis.
Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewehr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente.
Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung.
Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
Heute ist Freitag, der 27.
März.
Mein Name ist Noah Leidinger und das ist ohne Aktienwert schwer.
Dieser Podcast wird unterstützt von Scalable Capital, dem Broker für alle, die aktiv handeln wollen, mit Trading Flat Trade, Krediten, Portfolioanalysen und natürlich dem neuen Tagesgeldkonto, wo es 2,5% Zinsen auf ein unbegrenztes Guthaben gibt.
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Und wir beenden die Woche mit den Fragen, ob der Discounter-Action endlich immer selbstgünstig ist, ob die Schufer der Amis von Konkurrenz bedroht wird oder vielleicht eine günstige Einstiegschance hat.
Aber erstmal, was gestern an der Börse los war.
49 Milliarden Dollar wurden an der Wall Street letztes Jahr an Boni ausgezahlt.
Im Schnitt haben Banker laut Daten von Bloomberg fast 250.000 Dollar Bonus kassiert und damit 6% mehr als vor einem Jahr.
Grund sind vor allem zwei Effekte.
Erstens wurde ziemlich viel gehandelt, auch wegen dem vielen Hin und Her durch Trumps verschiedene Aktionen.
Zweitens gab es wieder mehr Übernahmen, was für Investmentbanker gut ist.
Besonders hohe Boni könnten übrigens auch die Investmentbanker erwarten, die für Henkel zuständig sind.
Die haben ja Anfang März verkündet, dass sie die amerikanische Habpflegemarke Not Your Madas gekauft haben.
Und im Februar haben sie sich den Spezialbeschichtungskonzern Stahl gekauft für ca.
2 Milliarden Euro.
Eine ähnlich große Übernahme gab es dann gestern auch wieder.
Für knapp eine Milliarde kauft sich Henkel die Habpflegemarke Olaplex.
Das sind einerseits gute Nachrichten für alle, die noch nicht so lange bei Olaplex investiert sind.
Gestern ist die Aktie nämlich 50% gestiegen.
Es sind aber schlechte Nachrichten für alle, die länger dabei sind.
Beim Börsengang 2021 war Olaplex nämlich über 10 Milliarden wert.
Seitdem ist das Wachstum aber massiv eingebrochen und Analysten rechnen bei der Firma auch in den nächsten Jahren mit so gut wie keinem Wachstum.
Henkel kauft sich da also eine Portfolio-Erweiterung, aber eher keinen automatischen Wachstumstreiber.
Trotzdem hat die Aktie von Henkel gestern sogar leicht zugelegt, also eher ein Zeichen, dass die Börse den Move sinnvoll findet.
Im Gesamtmarkt war die Stimmung gestern übrigens deutlich schlechter als bei Henkel, was auch an einem Post von Trump liegen könnte.
Der hat nämlich geschrieben, dass der Iran endlich ernsthaft verhandeln soll, sonst ist es irgendwann zu spät und dann gibt es No Turning Back, wie er in Großbuchstaben geschrieben hat.
Aber nochmal kurz zurück zum Dealthema, und zwar denkt Pernorica darüber nach, den Konkurrenten Brown Foreman zu kaufen.
Damit würden dann Marken wie Absolut Wodka und Havana Club von Perno und Marken wie Jack Daniels oder Heradura von Brown Foreman unter eine Firma kommen.
Und gerade in einer Zeit, wo ja beide massive Schwierigkeiten haben, weil einfach weniger getrunken wird und auch eher günstige Getränke getrunken werden, kann so ein Zusammenschluss schon Sinn machen, alleine um Effizienzen zu heben und zum Beispiel im Overhead ein bisschen Geld zu sparen.
Auf der anderen Seite ist das Ganze finanziell nicht so einfach.
Per Noreca ist selbst nur 16 Milliarden wert und hat durch große Übernahmen auch knapp 14 Milliarden an Schulden.
Für die wäre es also nochmal ein riesiger Deal, Brown Formen zu kaufen, die selbst um die 10 Milliarden wert sind.
Entsprechend hat gestern auch die Aktie von Brown Foreman über 10% zugelegt und die von Pernorica um die 10% verloren.
Aber es ist noch nicht ganz klar, wie der Deal aussehen wird, wenn er denn zustande kommt und es könnte sogar ein ganz smarter Weg sein für Pernore Car, um Schulden abzubauen.
Und zwar könnte der Deal ja auch so laufen, dass Brown-Formen-Aktionäre Anteile an der gemeinsamen Firma krieht.
Das würde zwar die Schulden nicht reduzieren, die Pernorica jetzt hat, aber es wäre dann ein ähnlicher Schuldenberg bei einer Firma mit viel mehr Umsatz und viel mehr Gewinn.
Bronforeman ist nämlich selbst nicht so hoch verschuldet.
Aber wie gesagt, der Deal ist noch lange nicht fix und ob er wirklich zustande kommt, hängt am Ende stark an der Brown-Familie, die haben immer noch über 50% der Aktien.
Ansonsten gab es gestern mal wieder Unsicherheit in der Chip-Welt.
Grund war, dass die Kollegen von Google den Turboquant-Algorithmus vorgestellt haben und der soll den Speicherplatz, den ein KI-Modell braucht, um 80% reduzieren.
Danach sind gestern Speicherchip-Aktien wie Micron oder SG Hey Nix um die 5% gefallen, aber wir hatten ein sehr ähnliches Phänomen ja auch damals, als die Deep Seek-Modelle rausgekommen sind und alle meinten, dass KI jetzt viel effizienter wird und weniger Chips braucht.
Aber erstens ist noch nicht klar, ob die neuen Entwicklungen von Google wirklich alle Modelle betreffen.
Zweitens kann es dann sehr gut sein, dass einfach entsprechend komplexere Modelle entwickelt werden, die dann auch wieder einen Mangel an Speicherchips haben.
Und dass es solche Fortschritte überhaupt gibt, kann eigentlich keinen ernsthaften Tech-Investor wirklich überraschen.
Eine negative Überraschung für Tech-Investoren war noch das Urteil gegen YouTube und Meta, die müssen einer jungen Frau um die 6 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen, weil sie einfach gesagt nicht genug aufgepasst haben, dass ihre Algorithmen nicht süchtig machen.
Am Mittwoch, als diese News rausgekommen ist, hat die Börse noch relativ entspannt reagiert.
Gestern ist die Aktie von Meta dann aber um die 10% gefallen, genau wie zum Beispiel die Aktie von Snapchat.
Denn diese 6 Millionen Dollar sind natürlich gar nichts für Meta, aber das Ganze ist ein Präzedenzfall und könnte zu mehr Klagen führen und vor allem dazu, dass die Firmen ihre Produkte anpassen müssen.
Und wenn das dazu führt, dass sie weniger süchtig machen und Nutzer weniger Zeit in den Apps verbringen, könnte sich das negativ aufs Business auswirken.
Und zum Abschluss noch eine spannende und eine absurde Meldung rund um den Iran-Krieg.
Es gab ja die These, dass Containerschifffirmen von einem Krieg im Iran profitieren könnten, weil sie Umwege fahren müssen.
Das senkt die Containerkapazität und treibt die Preise nach oben.
Davon profitieren die Firmen auch.
Hupper-Lloyd hat gestern trotzdem seine Gewinnprognose nicht angehoben für das Gesamtjahr.
Und das liegt daran, dass sie andererseits durch den Krieg auch einiges an Zusatzkosten haben.
Hupper-Lloyd meinte, dass sie für Schiffsdisel, Versicherungen, Lkw-Transfers und Containerlagerungen an Land aktuell pro Woche bis zu 50 Millionen Euro extra zahlen.
Und zum Abschluss noch die absurde Meldung.
Ferrari schickt weiter Autos per Flugzeug in den Nahen Osten, weil die anspruchsvollen Luxus-Kunden auch in der jetzigen Zeit beliefert werden wollen.
Die Firma, die Timon heute dabei hat, hat das vielleicht eleganteste Geschäftsmodell, das ich kenne.
Du baust einmal einen Algorithmus und kriegst dafür Geld, dass Kunden ihre Daten durch den Algorithmus jagen.
Dev Cantessaria gilt als einer der besten Hedgefonds Manager der letzten Jahre.
Zwischen 2007 und 2025 hat sein Fonds Valley Forge Capital Management knapp 15% pro Jahr gemacht, der SP-500 nur 10%.
Dev investiert extrem konzentriert in hochqualitative Unternehmen.
In seinem öffentlichen Portfolio hat er aktuell nur neun Aktien.
Die größte Position mit knapp 30% ist Fair ICE Corporation, kurz FICO.
Das ist die amerikanische Schufa und die Aktie ist eigentlich als Kasser Compounder bekannt.
Seit dem Hochende 2024 ist sie aber knapp 60% gefallen.
Und das, obwohl der operative Gewinn in der gleichen Zeit über 30% gestiegen ist.
Um zu verstehen, wie es zu dem Crash kam, müssen wir erstmal tiefer ins Businessmodell eintauchen.
FICO macht 80% vom operativen Gewinn mit dem FICO-Score.
Das ist ein Wert zwischen 300 und 850 und der zeigt, wie kreditwürdig jemand ist.
Neun von zehn Kreditentscheidungen in den USA laufen darüber und pro Jahr werden rund 10 Milliarden Scores berechnet.
Das sind viermal mehr, als jedes Jahr McDonalds-Burger verkauft werden.
Der Kreditnehmer zahlt nur indirekt für den Score.
In den USA ist der Prozess ziemlich kompliziert.
Wenn wir zum Beispiel eine Hypothek für ein Haus aufnehmen wollen, gehen wir zu einer Bank und die versucht dann das Ausfallrisiko einzuschätzen.
Sie wendet sich dann an die Kreditauskünfte, davon gibt es drei in den USA.
Die haben über Jahre ganz viele Daten angesammelt, um genau solche Ausfallrisiken zu berechnen.
Und die wenden sich dann an FICO, um mit FICO's Algorithmus aus den Daten dann den FICO-Score zu berechnen.
Der FICO-Score hat sich in den letzten zehn Jahren nicht wirklich verändert und die Berechnung ist eigentlich nichts Besonderes mehr.
Die Banken machen ihre Risikoeinschätzungen eh selbst, der FICO-Score wird aber gebraucht, weil Banken ihre Kredite oft weiterverkaufen und man den Score braucht, um sich untereinander zu verständigen.
Zum Beispiel berechnet die Autofinanzierungsfirma Toyota Motor Credit Corporation die Bonität von Kreditnehmern mit dem Vantage-Score.
Sie halten den Kredit aber nicht selbst auf der Bilanz, sondern verkaufen ihn weiter, um Risiko rauszunehmen und dafür nutzen sie den FICO-Score.
Laut FICO haben sie in diesem Zweitmarkt für Kredite in den USA 97% Marktanteil.
Und die Position nutzen sie aus.
2018 hat es 50 Cent gekostet, den Score zu beantragen.
Mittlerweile sind es 10 Dollar.
Dadurch ist FICOs operative Marge in der gleichen Zeit von unter 20% auf knapp 50% gestiegen.
Aber durch den krassen Preisanstieg ist FAICO auch ins Auge der Behörden gekommen und die haben es den größten Hypothekeninvestoren, Fannie May und Freddie Mac erlaubt, auch den Vantage-Score zu benutzen.
Fanny und Freddy werden vom Staat gefördert und haben zusammen knapp 70% Marktanteil in diesem Hypothekenzweitmarkt und waren früher gezwungen, nur den FAICO-Score zu benutzen.
Der Vantage-Score kostet nur 1 Dollar.
Bei Abschlusskosten von knapp 5000 Dollar bei einem Hauskauf fällt der Unterschied für Kreditnehmer aber nicht ins Gewicht.
Und die Scores von Vantage und FICO gelten zwar als ähnlich gut, kommen aber teilweise auf unterschiedliche Ergebnisse und sind deswegen nicht vergleichbar.
Es kann also sein, dass entweder FAICO der Standard bleibt, beide nebeneinander existieren oder Vantage sich durchsetzt.
Aktuell sprechen die Zahlen eher für die weitere Dominanz von FICO.
Letztes Jahr ist der Umsatz mit den Scores über 30% gewachsen.
Aber das Zukunftsrisiko ist eben da und deshalb liegt der Börsenwert jetzt bei 25 Milliarden Dollar und dem 23-fachen vom erwarteten Gewinn.
Der Schnitt der letzten 10 Jahre ist fast 40.
Das ist also deutlich günstiger, aber die Risiken sind heute auch deutlich größer.
The phone could ring and your grandmother could say you're rich, Uncle, that you didn't know you had just died and left you 10 Million Dollars, and your FICO score will not change one point.
Die treuen Hörer wissen ja, dass ich eine ziemliche Leidenschaft für so ganz klassische Handelsgeschäfte haben, zum Beispiel Dino Polska in Polen, Dollarama in Kanada oder auch für Action aus den Niederlanden.
Über Action habe ich hier ja auch schon ein paar Mal gesprochen, vor allem seitdem der ehemalige CEO von Aldi im OMR-Podcast gesagt hat, dass Action aus seiner Sicht das beste Geschäftsmodell im Handel ist, nach all die natürlich.
Seine Begründung war damals kurz gesagt, dass sie zu großen Teilen Produkte haben, die nicht ablaufen, dass sie sehr effizient in der Logistik sind und zum Beispiel mit doppelstöckigen Lkws fahren und dass sie ziemlich wenig Geld für Marketing ausgeben.
Das liegt zum Beispiel daran, dass zwei Drittel vom Sortiment immer wieder durchwechseln und deshalb kommen die Kunden oft selbst in die Läden und checken, ob es neue Schnapper gibt.
Jede Woche gibt es nämlich 150 neue Produkte.
Und Action ist in letzter Zeit ja auch wirklich krass gewachsen, alleine letztes Jahr haben sie fast 400 neue Läden eröffnet.
Mittlerweile gibt es über 3000 und damit mehr als doppelt so viel wie 2020.
Dazu kommt, dass die Läden sehr schnell profitabel sind und ein Laden nach weniger als einem Jahr seine Kosten schon wieder reingeholt hat.
Und es sieht aktuell auch nicht so aus, dass sie an irgendwelche Wachstumsgrenzen kommen.
Dieses Jahr sollen noch mehr Läden dazukommen als 2025 und 2027 will Action auch in die USA expandieren.
Dort will man langsam starten, aber bis 2030 auch 100 Stores haben.
Das ist jetzt für eine Firma, die dann wahrscheinlich um die 5000 Läden haben wird, natürlich nicht so relevant, aber viele Firmen haben mit der Expansion in die USA massenhaft Geld verbrannt und der Markt ist einfach anders, dass sie es eher langsam angehen, spricht also fürs Management rund um die CEO Hajia Hadic.
Soweit mal zu meinem üblichen Handelsoptimismus, Action hat für Investoren aber auch zwei große Nachteile.
Erstens kann man die Aktie nur indirekt kaufen, nämlich über den Private Equity Investor 3i.
Der hält ca.
65% an Action und schätzt den Wert von dieser Beteiligung auf 26 Milliarden Euro, die ganzen anderen Investments, die 3i sonst noch hat, schätzen sie auf knapp 9 Milliarden.
Man hatte also schon viel Action bei einem Investment in 3i, aber eben nicht nur Action.
Und der zweite kritische Punkt für Investoren ist eben genau der Wert von Action.
3i schätzte nämlich schon ziemlich aggressiv.
Ihre Bewertung entspricht fast dem 20-fachen vom operativen Gewinn vor Abschreibungen.
Und dazu kam in den letzten Jahren noch, dass die Aktie von 3i sogar noch teurer war als die eigenen Schätzungen.
Aber weil sich die Wachstumszahlen von Action verlangsamt haben, vor allem zum Beispiel in Frankreich, hat die Aktie alleine gestern 15% verloren, in den letzten zwölf Monaten über 30 Prozent und jetzt ist 3i nur noch 33 Milliarden Euro wert.
Und damit weniger als ihre Schätzung für das eigene Portfolio.
Das ist jetzt wie gesagt immer noch nicht super günstig, weil sie ja relativ aggressiv bewerten.
Aber wer langfristig an das Modell glaubt, kriegt Action zumindest günstiger als in den letzten Jahren.
Diese Dinge brauchst du unbedingt aus dem Actionmarkt.
Und wir fangen an mit diesen XXL Lollies.
Also ganz ehrlich, solche habe ich noch nirgends woanders gesehen.
Wir nehmen gleich drei Stück mit.
Das war ohne Aktienwert schwer, produziert von Podstas bei UMR.
Euch ein schönes Wochenende.
Wir hören uns am Montag wieder.
Bis dahin.
Alles Gute.
Adios.
